{"id":682518,"date":"2023-07-01T07:00:02","date_gmt":"2023-07-01T05:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=682518"},"modified":"2023-07-01T03:07:01","modified_gmt":"2023-07-01T01:07:01","slug":"buchauszug-martina-lackner-raus-aus-dem-regiment-der-rollenzuschreibungen-von-weiblicher-ohnmacht-zu-machtvollen-loesungen-in-karriere-partnerschaft-und-familie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/07\/01\/buchauszug-martina-lackner-raus-aus-dem-regiment-der-rollenzuschreibungen-von-weiblicher-ohnmacht-zu-machtvollen-loesungen-in-karriere-partnerschaft-und-familie\/","title":{"rendered":"Buchauszug Martina Lackner: &#8222;Raus aus dem Regiment der Rollenzuschreibungen. Von weiblicher Ohnmacht zu machtvollen L\u00f6sungen in Karriere, Partnerschaft und Familie&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Martina Lackner: &#8222;Raus aus dem Regiment der Rollenzuschreibungen. Von weiblicher Ohnmacht zu machtvollen L\u00f6sungen in Karriere, Partnerschaft und Familie&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_682519\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-682519\" class=\"size-full wp-image-682519\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/06\/lackner.martina-e1687941245326.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"241\" \/><p id=\"caption-attachment-682519\" class=\"wp-caption-text\">Martina Lackner (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frauen und ihre Nebenschaupla\u0308tze: Freundin, Mutter, Schwiegermutter und Netzwerkpartnerinnen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eOhne Familie und Freunde fehlen einem die Flu\u0308gel im Leben.\u201c Dieses Zitat stammt aus dem Bu\u0308rgerdialog der UNESCO aus dem Jahr 2015. Die meisten Menschen in Deutschland leben nicht als Single, sondern in einer Partnerschaft. Die Ehe ist immer noch das Modell, das die heutige Jugend als Lebensform anstrebt. Sie wird als Sicherheitsnetz gegen die \u201efeindliche\u201c Au\u00dfenwelt verstanden. Doch das ist sie nicht. Wir bewegen uns hier vielfach im Bereich von Tra\u0308umen und Wunschvorstellungen. Die Realita\u0308ten hingegen skizzieren ein anderes Bild von Ehe und Familie: Jede vierte Frau ist von ha\u0308uslicher Gewalt betroffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die psychischen Auffa\u0308lligkeiten von Kindern haben wa\u0308hrend der Corona-Pandemie zugenommen, waren aber auch zuvor schon zunehmend. In der Regel haben die Auffa\u0308lligkeiten von Kindern ihren Ursprung in der Familie \u2013 es sei denn, es handelt sich um genetisch bedingte Entwicklungssto\u0308rungen oder andere Krankheitsbilder. Die heile Familie gibt es nicht, weder in Deutschland noch andernorts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Pha\u0308nomen der weichen Gewalt<\/strong><\/p>\n<p>Hinter Auffa\u0308lligkeiten wird oft physische oder sexualisierte Gewalt vermutet. Doch es gibt eine Grauzone, deren Gewalt getarnt daherkommt. In den nachfolgenden Kapiteln gehe ich im Unternehmenskontext auf das Pha\u0308nomen der weichen Gewalt ein. Sie hat ihren Ursprung in der Herkunftsfamilie und nimmt von Geburt an ihren Verlauf bis ins Berufs- leben hinein. Weich deshalb, weil niemand physischen Schaden erleidet, die Aggressionen nicht gleich als Aggressionen erkannt werden oder oft als Geschenk, nach dem Motto: \u201eich meine es doch nur gut mit dir\u201c, verpackt werden. Die Geschichte vom Trojanischen Pferd wa\u0308re ein passen- des Bild an dieser Stelle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass Frauen keine Kraft, Energie und Lust auf Karriere haben, liegt auch daran, dass sie aus ihrem Umfeld imagina\u0308re Stoppschilder bekommen \u2013 meist nett verpackt, aber hinter den offiziellen Botschaften sind es unausgesprochene Signale, auch in Form von Mimik und Gesten, die bei den Frauen Schuldgefu\u0308hle hervorrufen. Die Ursprungsfamilie, Schwiegereltern oder Freundinnen spielen hier eine nicht zu unter- scha\u0308tzende Rolle. Frauen verstehen diese Botschaften oft nicht wirklich, weil sie sie als gut gemeint interpretieren und den eigentlichen Sinn dahinter nicht begreifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eKind, ich will doch nur das Beste fu\u0308r dich, du u\u0308berarbeitest dich noch, wenn du deine Stelle aufstockst. Wie willst du zwei Kinder und deinen Job schaffen?\u201c Ein scheinbar nett gemeinter Einwand, aber die Wahrheit hinter solchen Aussagen ist eine andere. Oft stehen eigene Bedu\u0308rfnisse diametral den Wu\u0308nschen der Tochter oder Freundin entgegen. Eines der gro\u0308\u00dften Tabus ist die Konkurrenz zwischen Mutter und Tochter. Wa\u0308hrend die Tochter anfa\u0308ngt zu blu\u0308hen, mit Traumfigur und falten- frei sowie allen akademischen Mo\u0308glichkeiten und potenziellen Arbeitgebern, die um topausgebildete Ma\u0308nner und Frauen ka\u0308mpfen, verblu\u0308ht die Mutter. Mit Falten, im Klimakterium, geschieden oder unglu\u0308cklich in einer Partnerschaft verhaftet, fa\u0308llt es manchen Mu\u0308ttern schwer, ihre To\u0308ch- ter positiv zu unterstu\u0308tzen. Es ko\u0308nnte ja der Fall eintreten, dass es den To\u0308chtern tatsa\u0308chlich besser geht als ihnen selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Klingen die eingangs zitierten Sa\u0308tze gewaltvoll? Nein, nicht wirklich, eher fu\u0308rsorglich. Doch sie sind es nicht. In Abha\u0308ngigkeit von Situation, Anlass, Tonfall und Ko\u0308rper- sprache verstecken sich hinter diesem Satz vor allem Eifersucht und Neid. Und mo\u0308glicherweise sogar noch die Angst davor, dass sich die Tochter weder um die Kinder noch um die Mutter ku\u0308mmert. Zum Bild der Rabenmutter gesellt sich also noch die undankbare Tochter, die lieber Karriere macht, als Altenfu\u0308rsorge zu betreiben. Dieses Vorgehen des Umfelds bereitet Frauen ungeheure Schuldgefu\u0308hle. Als Folge dessen steuern sie in eine berufliche Sackgasse, na\u0308mlich dem Karrierestopp durch Teil- zeitstelle oder\/und den Verzicht auf eine Fu\u0308hrungsposition.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-682535\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/07\/cover.lackner.rollenzuschreibungen.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/07\/cover.lackner.rollenzuschreibungen.jpg 448w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/07\/cover.lackner.rollenzuschreibungen-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.springerprofessional.de\/raus-aus-dem-regiment-der-rollenzuschreibungen\/25311426\"><strong>Martina Lackner: &#8222;Raus aus dem Regiment der Rollenzuschreibungen. Von weiblicher Ohnmacht zu machtvollen L\u00f6sungen in Karriere, Partnerschaft und Familie&#8220; &#8211; Springer Verlag, 24,99 Euro, 209 Seiten<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer u\u0308brigens glaubt, Frauen seien immer ehrlich zueinander und wu\u0308rden sich gegenseitig bei Problemen unterstu\u0308tzen, sich beraten oder sich in Frauennetzwerken Jobs vermitteln, kann sich ta\u0308uschen. Eifersucht und Missgunst herrschen auch hier \u2013 mit dem Unterschied, dass sich manche Frauen in Netzwerken hinter Rollen, in denen sie sich inszenieren, verstecken. Ehrliche und offene Kommunikation mit dem Ziel, sich gegen- seitig zu stu\u0308tzen, gibt es nur selten.<\/p>\n<p>\u201eIch erlebe, dass sich das a\u0308ndert. Der Anteil derer, die sich fu\u0308r ehrliche Kommunikation o\u0308ffnen, wa\u0308chst \u2013 vermutlich mit dem Alter und den Erfahrungen (Entta\u0308uschungen), auch und gerade im Topmanagement. Wenn man dann einen geschu\u0308tzten Raum bereits etabliert hat, ist es einfach, ihn zu nutzen. Insofern bleibe ich beim Pla\u0308doyer fu\u0308r Netzwerke!\u201c<\/p>\n<p>Daniela Mu\u0308ndler, Gru\u0308nderin und Gescha\u0308ftsfu\u0308hrerin.<\/p>\n<p>Daraus folgt, dass der Karrierefeind nicht nur in den Unternehmen oder innerhalb der Paarbeziehung, sondern auch im familia\u0308ren oder privaten Umfeld zu finden ist. Warum ist das so? Es geht auch zwischen den Frauen um die Durchsetzung eigener Interessen, zum Beispiel indem die Tochter eben nicht wirklich unterstu\u0308tzt oder die Netzwerkpartnerin im Stich gelassen wird, wenn diese einen Job sucht. Neben Eifersucht und Neid sind weitere Gru\u0308nde ein Verteilungskampf um immer noch wenige Fu\u0308hrungspositionen fu\u0308r Frauen oder aber die Identifikation mit dem ma\u0308nnlichen Wertesystem.<\/p>\n<p>Das eingangs erwa\u0308hnte Gro\u00dffamiliensystem wird nur funktionieren, wenn Frauen entweder das Glu\u0308ck haben, Menschen in ihrem Umfeld zu haben, die sie aktiv und wohlwollend unterstu\u0308tzen, oder sie mu\u0308ssen aktiv nach solchen Menschen suchen.<\/p>\n<p>Frauen als verla\u0308ngerter Arm des Patriarchats machen Frauen den Karriereweg oft noch schwerer, als er sein mu\u0308sste. Sie solidarisieren sich nicht wirklich, auch wenn sie so tun, als ob dies der Fall wa\u0308re. Sie organisieren sich in Frauennetzwerken, unterstu\u0308tzen sich hier aber nicht aus- reichend.<\/p>\n<p>\u201eIch wu\u0308nsche mir Frauen, die sich fu\u0308reinander und miteinander stark machen, lustvoll Pla\u0308ne fu\u0308r ihr Weiterkommen aushecken und Strategien entwickeln, um Angriffe \u2013 sei es privat oder am Arbeitsplatz \u2013 klug und gewitzt zu parieren. Ganz im Sinne von: Eine fu\u0308r alle und alle fu\u0308r eine!<\/p>\n<p>Doris Manthei, systemische Familientherapeutin und Business-Coach.<\/p>\n<p>Womit wir zur These zuru\u0308ckkehren, dass Frauen vielfach nicht um ihre Macht wissen, auch nicht um die Macht im Kollektiv. Und wenn sie es wissen, haben sie Angst davor, sie zu nutzen. Warum? Weil sie mit der weichen gewaltta\u0308tigen Reaktion eines Systems rechnen mu\u0308ssen: Spra\u0308che sich eine Frau im Unternehmen zum Beispiel offen gegen die Besetzung eines Vorstandsposten mit einem Mann aus oder wu\u0308rde sie erlebtes Mobbing durch Vorgesetzte offen brandmarken, wird sie unbequem \u2013 man wu\u0308rde mit weicher Gewalt versuchen, sie loszuwerden.<\/p>\n<p>Nehmen wir nun an, Frauen schickten ihre Ma\u0308nner an den Herd und u\u0308berna\u0308hmen die Unternehmensleitungen, wu\u0308rde das fu\u0308r Frauen bedeuten, aus der Komfortzone heraus und selbst an die \u201eFront\u201c zu mu\u0308ssen. Und das ist mit A\u0308ngsten verbunden. Neben Versagensa\u0308ngsten und der Sorge, die Anforderungen des Jobs nicht mit den Bedu\u0308rfnissen der Familie vereinbaren zu ko\u0308nnen, ist es auch die Angst, eigene Werte opfern zu mu\u0308ssen. Denn Fu\u0308hrungspositionen bringen mit sich, nicht mehr <em>Everybody<\/em>\u2019<em>s Darling\u00a0<\/em>sein zu ko\u0308nnen und hei\u00dfe Eisen anfassen zu mu\u0308ssen: Es gilt, Klartext zu sprechen, harte Verhandlungen zu fu\u0308hren und mit- unter Leute zu entlassen. Doch Frauen haben in der Regel ein Harmoniebedu\u0308rfnis, das als Kompensation fu\u0308r ein subtil gewaltta\u0308tiges System wirkt. Aber ein Unternehmen la\u0308sst sich nicht nur mit Harmonie fu\u0308hren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer\u00a0machtvolle Positionen einnimmt, muss sich dazu bekennen, diese Macht fu\u0308r die Unternehmensziele einzusetzen \u2013 auch wenn das bedeutet, sich gelegentlich die Ha\u0308nde schmutzig zu machen. Damit gera\u0308t das eigene Selbstbild der Frauen ins Wanken, weil ihre Werte tangiert werden. Das Regiment der Rollenzuschreibungen\u00a0<em>ad acta\u00a0<\/em>zu legen, hei\u00dft auch, sich mit dem eigenen Wertekompass und den Werten des Unternehmens sowie den Divergenzen zum Wertesystem patriarchalisch gepra\u0308gter Struk- turen auseinanderzusetzen und nach tragfa\u0308higen Lo\u0308sungen zu suchen.<\/p>\n<p>Um Rechte bei Unternehmensleitungen oder im privaten Umfeld einzufordern, bedarf es mutiger Frauen, die keine Angst haben, den Job zu verlieren, und vor allem keine Angst vor aggressivem Gegenwind. Und das geht am besten in der Gemeinschaft, in der Solidarita\u0308t mit anderen Frauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wo geht\u2019s raus aus dem Regiment der Rollenzuschreibungen?<\/strong><\/p>\n<p>Wie also ko\u0308nnen Frauen sich aus der Angstspirale eines gewaltta\u0308tigen Systems oder auch Partners lo\u0308sen, vor allem vor dem Hintergrund weicher Gewalt? Bedeutet das: Raus aus der Anpassung und rein in die Aktion? Raus also aus dem Regiment der Rollenzuschreibungen?<\/p>\n<p>\u201eWerdet mutiger!\u201c, ist eine schwache Antwort, weil Mut etwas ist, das antrainiert werden muss, wenn er genetisch nicht determiniert ist oder nicht in der Sozialisation entwickelt werden konnte.<\/p>\n<p>Ich habe darauf zwei Antworten: Rechte lassen sich besser im Kollektiv, in der Gemeinschaft, durchsetzen und fu\u0308r die Durchsetzung braucht es geeignete Tools \u2013 Strategien, die Frauen im Moment der Gegenreaktion anwenden ko\u0308nnen. Mit anderen Worten: Sie brauchen einen Hand- werkskoffer fu\u0308rs Handling der Rollenzuschreibungen.<\/p>\n<p>Bleiben wir zuna\u0308chst beim Kollektiv, auf den Handwerkskoffer gehe ich spa\u0308ter ein. In Deutschland gibt es zahlreiche Frauennetzwerke \u2013 in den Unternehmen, auf Vereinsbasis, auf politischer und privater Ebene. Diese Netzwerke dienen zuna\u0308chst zum Austausch, zur gegenseitigen Unterstu\u0308tzung oder als Job- und Gescha\u0308ftsanbahnungsplattform.<\/p>\n<p>\u201eStatt den Status quo und alle Ungerechtigkeiten zu beweinen, sollte die gesammelte Aufmerksamkeit stattdessen lieber auf der perso\u0308nlichen Ent- wicklung liegen. Es braucht ein gutes Selbstversta\u0308ndnis fu\u0308r die Teilhabe am wirtschaftlichen Leben und eine gegenseitige Unterstu\u0308tzung jenseits des\u00a0Mangeldenkens (\u201aes kann mehr als nur eine (Frau) geben\u2018) liegen. Dann werden sich auch viel schneller Ergebnisse zeigen. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit, und die sollte immer auf der Lo\u0308sung, dem Ziel, statt auf dem Problem liegen.\u201c<\/p>\n<p>Dr. Ursula Koehler, systemische Coachin und Expertin fu\u0308r Self- Empowerment.<\/p>\n<p>Vielfach rutschen diese Netzwerke aber in eine andere Ecke ab: in die der Kaffeeplauderstunde, der Selbstinszenierungsbu\u0308hne oder gar in kleine Kriegsschaupla\u0308tze, jede gegen jede. Von einem Kollektiv kann man hier nicht unbedingt sprechen. Es ist eher ein Zusammenschluss von Frauen, die die Hoffnung hegen, sich gegenseitig zu sichern und Wohlbefinden zu generieren \u2013 und von Frauen, die das Wohlbefinden sto\u0308ren, weil sie andere Absichten haben. Es gibt auch Frauen, die mehr Nutzen aus den Netzwerken ziehen wollen, als sie selbst bereit sind zu geben. Sie nehmen alles und geben nichts. Oder Frauen, die im Auftrag von Unternehmen Frauennetzwerke betreuen, um das Thema Diversity auf die Fahnen des Unternehmens schreiben zu ko\u0308nnen. So kommt es zu Spannungen und Konflikten. Frauennetzwerke befassen sich mehr mit perso\u0308nlichen Be- findlichkeiten und handeln Projekte sehr oberfla\u0308chlich ab als mit tatsa\u0308ch- lichen Aktionen, die ein gemeinsames Ziel haben sollten: jedes einzelne Mitglied dieser Gruppe zu mehr Status, Einkommen, Macht, Job oder Auftrag zu verhelfen. Diese Netzwerke verlieren ihr Ziel aus den Augen oder haben nicht wirklich ein Ziel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIn unserer Wirtschaftswelt sind Ma\u0308nnernetzwerke natu\u0308rlich entstanden und Teil der Arbeitskultur. Frauennetzwerke haben so gesehen allergro\u0308\u00dften Nach- holbedarf und Frauen mu\u0308ssen sich aufgrund der ma\u0308nnlichen Dominanz in der Arbeitswelt eigens organisieren, um Netzwerke aufzubauen. Vermutlich leisten Frauennetzwerke heute auch noch nicht, was sich Frauen erhoffen, na\u0308mlich eine gleichberechtigte Teilhabe zu unterstu\u0308tzen, weil sie isoliert be- trachtet keine ausreichende Kraft entfalten ko\u0308nnen. Ein Grund ist die Komplexita\u0308t der eigentlich notwendigen Vera\u0308nderungsprozesse, einschlie\u00df- lich der Fu\u0308hrungskultur und Ausrichtung der Unternehmen. Das spu\u0308ren die Frauen auch in ihren Netzwerken und sind vielleicht auch mehr in der Ohn- macht als ihnen lieb ist, fu\u0308hlen sich aber durch das Netzwerk immerhin von anderen Frauen gesehen und unterstu\u0308tzt, was sie sta\u0308rkt.\u201c<\/p>\n<p>Michaela Kay, Beraterin und Board Member.<\/p>\n<p>Frauen haben bis heute nicht bemerkt, dass sie im Kollektiv Unternehmen aushebeln ko\u0308nnten.<\/p>\n<p>Haben Sie schon mal u\u0308berlegt, was gescha\u0308he, wenn Frauen den Einkauf diverser Produkte boykottieren wu\u0308rden, deren Hersteller keine Frauen im Vorstand haben? Vor allem Unternehmen, deren Ka\u0308ufer-Zielgruppe Frauen sind? Sie wa\u0308ren bald insolvent. Anderes Szenario: Eine Gruppe von Abteilungsleiterinnen und Teamleitungen schlie\u00dft sich zusammen, um mehr Frauen auf Fu\u0308hrungsebene zu fordern. Glauben Sie, man kann eine Forderung von 100 Frauen im Unternehmen einfach u\u0308berho\u0308ren?<\/p>\n<p>Ein solches Aufbegehren ist in Deutschland nicht vorstellbar, auch die Protestbewegung #metoo wa\u0308re hier nicht machbar. Weil hierzulande \u2013 und damit kehren wir zur weichen Gewalt in den Unternehmen zuru\u0308ck \u2013 die Vereinzelung von Frauen dem System dient, es ist so gewollt. Und Frauen tun sich schwer, im Kollektiv zu agieren, weil sie damit Tabuzonen betreten: raus aus der Anpassung und rein in die Macht. Unvorstellbar. Sie bleiben also brav und gehorsam.<\/p>\n<p>Und dann beginnt ihr Karriereweg, nach den Stationen Herkunftsfamilie, Puberta\u0308t, Partnerwahl, gebildet und ambitioniert, keine Kinder oder schon Mutter. Und hier wird das na\u0308chste Trojanische Pferd gesattelt. Weil junge Frauen denken, die Unternehmenswelt warte auf sie. Faktisch richtig in Zeiten von Fachkra\u0308ftemangel \u2013 allerdings nur bis zum mittleren Management, dann ist Schluss. Mit Ausnahme jener Frauen, die man aufgrund der Quote braucht oder die sich in den Unternehmen \u201edurch- geboxt\u201c haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"o-page-wrapper\">\n<div class=\"js-tt\">\n<footer class=\"o-footer\" data-cy=\"footer\">\n<div class=\"o-footer__content\">\n<div class=\"c-list c-list--external u-margin-xxxxl\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/footer>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-682307\" class=\"post-682307 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-bindung tag-gallup tag-marco-nink tag-pa-sinyan tag-stress tag-wechselbereitschaft\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. 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