{"id":681845,"date":"2023-03-17T12:00:13","date_gmt":"2023-03-17T11:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=681845"},"modified":"2023-03-17T02:31:38","modified_gmt":"2023-03-17T01:31:38","slug":"ein-leben-als-expat-ist-bunt-und-spassig-aber-kein-karrierebeschleuniger-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/03\/17\/ein-leben-als-expat-ist-bunt-und-spassig-aber-kein-karrierebeschleuniger-mehr\/","title":{"rendered":"Ein Leben als Expat ist bunt und spa\u00dfig, aber kein Karrierebeschleuniger mehr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten als Expat, ist heute kein Karriereschub mehr, sondern eher so etwas wie ein Bonbon \u2013 bunt, spa\u00dfig und bereichernd. <\/strong><strong>Sechs Fragen dazu beantwortet Stefan Remhof, Professor f\u00fcr Internationales Management an der IU Internationalen Hochschule in Erfurt .\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_681859\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-681859\" class=\"size-full wp-image-681859\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/remhof.Stefan_Remhof_klein.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/remhof.Stefan_Remhof_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/remhof.Stefan_Remhof_klein-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/remhof.Stefan_Remhof_klein-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-681859\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Remhof (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Herr Remhof, Sie warnen alle Arbeitnehmer davor, mit allzu gro\u00dfen Hoffnungen auf eine nachfolgende Bef\u00f6rderung ins Ausland zu gehen. Warum? <\/strong><\/p>\n<p>Ganz gleich welche Position: Ich erlebe immer mehr Expats, die zur\u00fcck kommen nach Deutschland und dann auf dem Abstellgleis landen. Sie verlassen wenig sp\u00e4ter frustriert ihr Unternehmen, weil ihre Erwartungen nicht erf\u00fcllt wurden. Dumm nur, dass sie das vorher nicht ahnen.<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren wenige, ausgew\u00e4hlte international mobile Mitarbeiter vorgesehen, um an die Konzernspitze durchzumarschieren. Sie bauten Niederlassungen in Indien auf oder betreuten wichtige Werke in Brasilien. Anschlie\u00dfend konnten sie sich Hoffnungen auf einen Vorstandsposten machen. Heute gibt es diese Positionen im Ausland zwar immer noch. Dazu kommen viele Experten, die einfach mal in einer anderen Kultur arbeiten wollen, in einem w\u00e4rmeren Klima, in einem neuen Kulturkreis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich konnte ich dies beobachten: Ein deutscher Manager hatte mehrere gro\u00dfe Werke in China geleitet und wollte wegen seiner Familie zur\u00fcck nach Deutschland, wo er\u00a0 die Leitung eines kleinen Werks im Schwarzwald angeboten bekam. Es nahm das Angebot an, obwohl es ein beruflicher R\u00fcckschritt war. Eine andere Chance zur\u00fcckzukommen, gab es f\u00fcr ihn nicht. Er konnte sich aber nicht in die kleineren Aufgaben einfinden, er kam immer seltener ins B\u00fcro und schlie\u00dflich gar nicht mehr \u2013 er k\u00fcndigte n\u00e4mlich. Das h\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen. Auf solche Situationen k\u00f6nnen sich beide Seiten vorbereiten \u2013 der Expat wie auch das Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr viele Manager geh\u00f6rten ein paar Jahre im Ausland zum Feinschliff, um ins Top-Management zu kommen. Warum ist das jetzt kein Karriereturbo mehr?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein paar Jahre im Ausland zu arbeiten, ist heute eher ein Bonbon f\u00fcr die Angestellten als eine schwere Aufgabe, zu der man sich durchringen muss und die nur sehr qualifizierte, erfahrene, empathische und durchsetzungsstarke Menschen bew\u00e4ltigen\u00a0 k\u00f6nnen. Fr\u00fcher ging es bei Entsendungen zumeist um den Wissenstransfer zwischen dem Headquarter und den Auslandst\u00f6chtern \u2013 und das auf Top-Ebene. Diese Funktion kann heute digital ausgef\u00fcllt werden. Durch die Pandemie hat sich der virtuelle Wissenstransfer sogar noch beschleunigt und ist normal geworden.<\/p>\n<p>Zudem sind die Expertenpositionen in jedem Land inzwischen gut besetzt, meist mit einheimischem Fachpersonal. Die \u00fcblichen Vakanzen gibt es \u00fcberall und die Unternehmen f\u00f6rdern mit internen Programmen den grenz\u00fcberschreitenden Austausch. Die Konzerne m\u00fcssen nicht mehr so stark in Personal investieren, es dazu bewegen, im Ausland zu arbeiten, denn die internationalen Strukturen sind heute vorhanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Angebot, als Expat zu arbeiten, ist nur noch ein Faktor unter vielen, der einen Arbeitgeber attraktiver machen soll, richtig?<\/strong><\/p>\n<p>Irgendwie schon: Heute geht es mehr darum, beim internationalen Austausch die Kollegen und ihre andere Arbeitsweise kennenzulernen, sich kulturell zu bereichern \u2013 Expats und Entsendungen sind eher wie ein Sch\u00fcleraustausch geworden. Oft erledigen Expats vor Ort dieselbe Arbeit wie in einem B\u00fcro, das in M\u00fcnchen sein k\u00f6nnte. Nur dass sie jetzt an einem Schreibtisch in Surabaya sitzen und vor dem Fenster Palmen im Wind rauschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>&#8230;. dann darf jeder mal ins Ausland und nicht nur Top-Talente?<\/h1>\n<p>Fast alle internationalen Unternehmen werben heute mit interner Mobilit\u00e4t um neue Fachkr\u00e4fte und bieten ihnen Arbeitsm\u00f6glichkeiten in einer Niederlassung in Rio de Janeiro oder New York. Dabei werden nicht unbedingt die Top-Qualifizierten angesprochen und die Konditionen sind auch l\u00e4ngst nicht mehr immer so gut, wie sie mal waren &#8211; n\u00e4mlich mit vielen Zulagen und der\u00a0 lebenslangen Garantie, nach der R\u00fcckkehr bef\u00f6rdert zu werden. Manche Unternehmen passen die Geh\u00e4lter von Expats sogar dem lokalen Gehaltsniveau und der lokalen Kaufkraft an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Ins Ausland zu gehen ist also kein Karriere-Ticket, sondern so etwas wie ein Sabbatical oder Elternzeit mit Weltreise?<\/h1>\n<p>Image und Umfeld der Expats hat sich gewandelt. Die Unternehmen sollten Qualifizierungs- sowie Weiterbildungsangebote machen und die Auslandsentsendung\u00a0 als pers\u00f6nliche Bildungsinvestition ansehen. Expat zu sein, ist allt\u00e4glich geworden.<\/p>\n<p><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Und was ist, wenn Expats ihre Eins\u00e4tze unvorhergesehen abbrechen m\u00fcssen und in der Zentrale kein freier Posten f\u00fcr sie ist?<\/strong><\/p>\n<p>Je unsicherer das Land, umso besser sind die vertraglichen Konditionen. Und immer mehr L\u00e4nder sind von Krisen bedroht, egal ob wirtschaftliche, politische oder \u00f6kologische. Gibt ein Unternehmen zum Beispiel sein komplettes Russlandgesch\u00e4ft auf &#8211; das ist der Extremfall &#8211; m\u00fcssen auch die Expats zur\u00fcck. Dann ist das Unternehmen gefordert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-680760\" class=\"post-680760 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-auslander tag-bezuege tag-dax tag-dax-vorstande tag-deutsche-bank tag-deutsche-schutzvereinigung-fur-wertpapierbesitz-dsw tag-frauen tag-linde tag-quiagen tag-technische-universitaet-muenchen-tum tag-vorstandinnen\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"at-below-post addthis_tool\" data-url=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2022\/09\/01\/680577\/\" data-title=\"Quiet Quitting: Warum Arbeitgeber schlaflose N\u00e4chte haben und nichts gegen das l\u00e4stige Ph\u00e4nomen tun k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt Willms Buhse\" data-description=\"Quiet Quitting - Gastkommentar von Internet-Ikone Willms Buhse: Grade soviel arbeiten, dass man nicht gek\u00fcndigt werden kann Aus den USA kommt das Modewort, das Arbeitgeber pl\u00f6tzlich aufschreckt: Quiet Quitting, ruhiges Au. 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