{"id":681792,"date":"2023-03-17T06:00:50","date_gmt":"2023-03-17T05:00:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=681792"},"modified":"2023-03-17T01:20:43","modified_gmt":"2023-03-17T00:20:43","slug":"buchauszug-bernhard-von-mutius-ueber-lebenskunst-in-unsicheren-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/03\/17\/buchauszug-bernhard-von-mutius-ueber-lebenskunst-in-unsicheren-zeiten\/","title":{"rendered":"Buchauszug Bernhard von Mutius: &#8222;\u00dcber Lebenskunst in unsicheren Zeiten&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<h1>Buchauszug <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bernhard_von_Mutius\">Bernhard von Mutius<\/a>: &#8222;\u00dcber Lebenskunst in unsicheren Zeiten&#8220;<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_681798\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-681798\" class=\"size-full wp-image-681798\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/Mutius-Bernhard-von-C-Richard-Pichler_klein.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/Mutius-Bernhard-von-C-Richard-Pichler_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/Mutius-Bernhard-von-C-Richard-Pichler_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/Mutius-Bernhard-von-C-Richard-Pichler_klein-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-681798\" class=\"wp-caption-text\">Bernhard von Mutius (Foto: PR\/Richard Pichler)<\/p><\/div>\n<h1><\/h1>\n<h1>Br\u00fccken bauen. Zuh\u00f6rend und kooperativ<\/h1>\n<p><strong>Noch mal anfangen. Soziales Lernen. Soziale Innovation. Soziale Kooperation. <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Jungen begegnen im Wald pl\u00f6tzlich einem angriffslustigen Grizzlyb\u00e4ren. W\u00e4hrend der eine Junge in Panik ger\u00e4t, zieht der zweite in aller Ruhe seine Joggingschuhe an. \u201eBist du wahnsinnig? Wir k\u00f6nnen unm\u00f6glich schneller laufen als der Grizzly\u201c, schreit der erste. \u201eRichtig\u201c, gibt der andere zuru\u0308ck. \u201eAber ich muss ja nur schneller laufen als du!\u201c Zweifellos ein einleuchtendes Kalk\u00fcl. Die Geschichte stammt aus einem Buch des US-Psychologen Robert J. Sternberg. Ein erfolgreicher Titel in den 90er-Jahren. Der smarte Junge mit den Joggingschuhen. Ein Renner, der die Lacher auf seiner Seite hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Chicago<\/h1>\n<p>Ich war ein paar Jahre zuvor zu einem gro\u00dfen Kongress in Chicago eingeladen worden. W\u00e4hrend der Veranstaltung stahl ich mich einmal f\u00fcr ein, zwei Stunden davon und erkundete die Umgebung, spielte Flaneur. Zun\u00e4chst war ich in einer riesigen Mall. Da gab es alles in Hu\u0308lle und Fu\u0308lle. Marmor, Springbrunnen, Restaurants, die tollsten Gesch\u00e4fte. Eine Stadt in der Stadt. Und: eine Festung. Denn ein paar Schritte weiter u\u0308ber die Stra\u00dfe war es anders. Da zerfiel die Stadt. Auf der einen Seite der Stra\u00dfe hatten die Jungs die Joggingschuhe, die sie sich wu\u0308nschten; auf der anderen Seite mussten sie um ihr Leben laufen, um im Bild zu bleiben. Und ich hatte eine Vision, und zwar zun\u00e4chst eine negative, eine dystopische. Ich fragte mich: Sieht so vielleicht die Zukunft aus? Auch anderswo? Erst sp\u00e4ter ist mir klar geworden, dass dieses Bild in meinem Unbewussten eine Weile gearbeitet hat. Bevor daraus etwas Positives entstehen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Szenenwechsel<\/h1>\n<p>Wir befinden uns in Dresden. Im Hotel Hilton. Am Ende eines ungew\u00f6hnlichen Konferenztages. Menschen, die sich sonst nie im Leben begegnet w\u00e4ren, haben zusammengesessen, sich gegenseitig beschnuppert. Nun essen sie gemeinsam. Das Essen wird serviert von den Kellnerinnen und Kellnern des Hotels, das die Veranstaltung mit gesponsert hat. Schlie\u00dflich der letzte Gang. Alle erwarteten einen opulenten Nachtisch. Stattdessen liegen auf den gro\u00dfen Tellern N\u00e4gel. Und ziemlich gro\u00dfe Holzstu\u0308cke. Jetzt hei\u00dft es, daraus etwas machen und anpacken. Alle tun es und bauen gemeinsam eine ansehnliche Holzbr\u00fccke. Sie tr\u00e4gt. Am Ende gehen alle u\u0308ber die Br\u00fccke. Alle \u2013 das sind einige Vertreter:innen von Firmen und viele mehr von Jugendorganisationen, sozialen und kommunalen Einrichtungen. Sie helfen mit, dass St\u00e4dte, Regionen und L\u00e4nder nicht auseinanderfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war die Geburtsstunde von UPJ, des gro.en deutschen Netzwerkes fu\u0308r soziale Verantwortung und Corporate Citizenship. Mit Reinhard Lang (bis 2021) und Peter Kromminga an der Spitze. In dem heute viele renommierte Unternehmen von BMW bis Trumpf, von SAP bis Microsoft Mitglied sind. Als Mitbegr\u00fcnder habe ich 2022 den Festvortrag gehalten: zum Thema soziale Kooperationen. Die Dresdner Veranstaltung 1996 war urspr\u00fcnglich so gar nicht geplant. Eher das Ende einer jahrelangen frustrierenden Odyssee. Von Pontius zu Pilatus. Von CEO zu Minister. Alle klopften mir auf die Schulter. Nichts passierte. Dann schrieb ich einen Artikel. Im Hinterkopf hatte ich stets die Bilder aus Chicago. Irgendwann kam ein Anruf aus Sachsen. Daraus wurde besagter Kongress in Dresden, mit dem UPJ gegr\u00fcndet wurde. Mit dem Titel \u201eBru\u0308cken bauen\u201c. Soziale Kooperationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es war einer dieser gl\u00fccklichen Zuf\u00e4lle, die manchmal unglaublich viel ausl\u00f6sen. Mit der selbst gebauten Bru\u0308cke. Es war lebendig und ein wenig augenzwinkernd. Es gab ein gutes Gefu\u0308hl. Die Gespr\u00e4che fielen allen danach noch viel leichter. \u201eBr\u00fccken bauen\u201c. Soziale Kooperationen zwischen denen, die \u00f6konomisch stark sind, und denen, die auf anderen Gebieten stark sind, aber wirtschaftlich nicht. Mit der Frage: K\u00f6nnen Unternehmen im sozialen Bereich, insbesondere im Jugend- und Bildungsbereich, nicht noch viel mehr tun? Und zwar grenz\u00fcberschreitend, innovativ, kooperativ? Zum wechselseitigen Nutzen? Das war die Idee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Einige Jahre sp\u00e4ter<\/h1>\n<p>Hauptbahnhof M\u00fcnchen. Wir haben uns verabredet. Hier wird gleich eine Learning Journey beginnen. Die Teilnehmer kommen aus einem gro\u00dfen deutschen Telekommunikationsunternehmen. Treffpunkt: vor dem Starbucks. Direkt vor dem Eingang. Alle glauben: Das Coffee-House sei unsere erste Station. Doch dann kommt es anders. Wir gehen hundert Meter weiter. Dort befindet sich die evangelische Bahnhofsmission. Gabriele Ochse, die Leiterin der Mission, begr\u00fc\u00dft uns. Und erz\u00e4hlt von ihrem Alltag. Von der Arbeit ihres Teams f\u00fcr die Menschen, die hier stranden. Von ihrer Art der Dienstleistung. Der Kaffee schmeckt auch hier gut. Nach einer anf\u00e4nglichen Reserviertheit sp\u00fcren die Teilnehmer, was hier geleistet wird. Sehr engagiert und sehr professionell. Es entsteht ein Gespr\u00e4ch, ein intensiver Austausch. Es ist die andere Sicht. Es ist, wenn auch nur f\u00fcr ein, zwei Stunden, ein Seitenwechsel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niemand vergisst diese Geschichte. Eine Art Spin-off des Themas \u201eBru\u0308cken bauen\u201c. Sich praktisch inspirieren lassen, von Menschen mit einer anderen Mission, in einer anderen Umgebung. Tats\u00e4chlich auf Reisen gehen \u2013 zu ungew\u00f6hnlichen Orten und au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen, von denen man etwas lernen kann. Ein wenig mehr Achtsamkeit, Empathie, soziale Kompetenz. Vielleicht auch eine andere Dimension der Kreativit\u00e4t. Kein Wissen f\u00fcr die Schublade. F\u00fcr unser Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Don\u2019t wait, innovate!<\/h1>\n<p>Etwa zeitgleich kam die Einladung an die HPI School of Design Thinking. Ob ich Lust h\u00e4tte, an der Schule mitzuwirken? Klar hatte ich Lust. Auch wenn ich nicht wusste, was mich erwartete. Was ich dann erlebte, war f\u00fcr mich eine ganz pers\u00f6nliche Learning Journey. Eine neue Lebenserfahrung. Nicht, weil ich die Methode so umwerfend fand. Dar\u00fcber hatte ich schon vorher einiges gelesen. Sondern weil die Art und Weise, wie sie hier praktiziert wurde, so umwerfend war. So lebendig. Interdisziplin\u00e4r, interkulturell, grenz\u00fcberschreitend \u2013 einfach gemeinsam Probleme l\u00f6sen. Student:innen und Coaches aus der ganzen Welt, aus unterschiedlichen Disziplinen, Kulturen, Systemen, Glaubensrichtungen kommen zusammen und entwickeln etwas zusammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geht das \u00fcberhaupt? Ja, es geht. Es kam viel zusammen, was in verschiedenen Disziplinen neu gedacht wurde. Und vor allem gab es einen Spirit. Nicht nur einen Team-Spirit wie in jedem Hochleistungsteam. Sondern noch etwas anderes, weiter Reichendes. Einen gro\u00dfen Glauben daran, dass ein neues Denken einer neuen Generation, eine neue Haltung, eine neue kreative und soziale Kompetenz irgendwie unwiderstehlich und unaufhaltsam seien. In diesen Tagen leuchtete viel. Es schien irgendwie alles klar und f\u00fcr manche nur eine Frage der Zeit, bis das Neue \u00fcberall einziehen w\u00fcrde. In die Chefetagen von Unternehmen wie in Ministerien. Neue Arbeitsweisen, Agilit\u00e4t, Collaboration plus Empathie, emotionale Intelligenz, soziale Kompetenz. Wertebasiert. \u00dcberhaupt eine neue Qualit\u00e4t der hierarchieu\u0308bergreifenden Zusammenarbeit, der offenen Kommunikation, der Teamorientierung und der sozialen und nachhaltigen Verantwortung. Das \u201eYes, we can\u201c fand ein vielstimmiges Echo in vielen Communitys. War das alles falsch? Nein. Nur die Selbstgewissheit und die Selbstgerechtigkeit. Und die damit verbundene Untersch\u00e4tzung der Ungewissheit \u2013 und der Beharrungskr\u00e4fte des alten Adams.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Einschl\u00e4ge<\/h1>\n<p>Es kamen irritierende Nachrichten. Von Trump, Datenskandalen, Facebook- Deals, vom Brexit und von Fake News. Das war zun\u00e4chst noch ziemlich weit weg. Dann kamen die Einschl\u00e4ge n\u00e4her. Immer neue. Dabei hatten sich doch eigentlich alle etwas anderes vorgenommen. Die Welt ist aus den Fugen. Das Wort f\u00e4llt immer wieder. Damit einher gehen: Verunsicherung, manchmal Erregung, Emp\u00f6rung, Polarisierung. Wir haben das Gef\u00fchl, Soziales wird erst jetzt richtig zum Thema. Heftiger Streit \u00fcberall, so scheint es. Irgendwas funktioniert nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Hat das vielleicht etwas mit sozialer Kompetenz zu tun? Oder mit Intelligenz? Oder mit beidem? Oder ist das nur eine Vermutung?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei wissen wir so viel. Es wurde in den vergangenen Jahrzehnten so viel geschrieben, geforscht, gesagt und trainiert \u2013 \u00fcber soziale Kompetenzen, \u00fcber Empathie und offene Kommunikation. Es gibt so viele sch\u00f6ne Etiketten, die das Soziale adressieren. Beginnend bei der Bezeichnung \u201esoziale Medien\u201c. Die doch eigentlich ein technologischer Fortschritt und Segen sind. Oder dies vorgeben. Nun stellen wir fest: Es gibt keinen automatischen, kausalen Zusammenhang zwischen mehr Wissen, mehr Intelligenz und sozialerem Verhalten. Manchmal scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein. (Man k\u00f6nnte sagen: Es ist die R\u00fcckkehr der sozialen Frage. Nat\u00fcrlich nicht mehr im alten Sinne als Klassenfrage. Da hat sich zu viel ge\u00e4ndert. Heute scheint mir eher die Beobachtung eines New-York-Times-Autors zutreffend zu sein. \u201eWe live finally in a classless society. No one has any class at all\u201d.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dabei hapert es offensichtlich nicht am Zusammenspiel im eigenen Team. Ob in einer Fu\u00dfballmannschaft oder im Fu\u0308hrungsteam. Da wird Teamgeist gro\u00dfgeschrieben. Es gibt gemeinsame Ziele, gemeinsame Regeln, gemeinsame Werkzeuge. Online und offline. Und es gibt in der Regel Trainer:innen, Coaches, Moderator:innen, die das Team betreuen. Aber was, wenn diese St\u00fctzen wegfallen? Woran sich halten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Selbsterkundung<\/h1>\n<p>Sind wir eigentlich dumm? Nein, nicht die anderen, die wir dafu\u0308r halten. Sondern wir selbst? Diese Fragen stellen sich zurzeit einige Psychologen, die viel \u00fcber Intelligenz geforscht haben und fr\u00fcher dazu oft eindeutige Aussagen getroffen haben. Jetzt sind sie sich nicht mehr so sicher. Tillmann Pru\u0308fer, stellvertretender Chefredakteur beim ZEITmagazin, hat sich diese Frage auch gestellt. Wie dumm kann man sein? Fragt er in einer Selbsterkundung im Sommer 2022. Und indirekt fragt er uns alle. In dieser Zeit, in der wir manches infrage stellen, was wir bislang eindeutig zu wissen glaubten. K\u00f6nnen wir \u00fcberhaupt etwas in unserem Leben beeinflussen, was mit dumm oder intelligent in Verbindung zu bringen ist? Ist Dummheit unbedingt das Gegenteil von Intelligenz? Oder kann Intelligenz auch dumm sein? Und was k\u00f6nnte das f\u00fcr unser Leben bedeuten?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einer der Psychologen, die bei dieser Erkundung zu Wort kommen, ist Robert J. Sternberg. Heute sieht Sternberg manches anders, als es im einleitenden Zitat zum Ausdruck kommt. Die nur auf den eigenen Nutzen bedachte Intelligenz ist nach seiner heutigen \u00dcberzeugung nicht die L\u00f6sung, sondern das Problem. Er beobachtet eine abnehmende intellektuelle Integrit\u00e4t. Menschen nehmen oft nur noch das wahr, was f\u00fcr sie unmittelbar von Nutzen ist. Nur noch der eigene Vorteil z\u00e4hlt. Was im Widerspruch dazu steht, wird ausgeblendet. Er nennt dies \u201emutwillige Selbstverdummung\u201c. Das sei gef\u00e4hrlich. So steige das Risiko gravierender Fehleinsch\u00e4tzungen. Er spricht von der \u201eimbalance theory of foolishness\u201c \u2013 \u00a0\u201ean imbalance that results from feelings of omniscience, omnipotence, and invulnerability\u201c: das Gef\u00fchl von Allwissenheit, Allmacht, Unverwundbarkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir brauchten stattdessen, so sein Pl\u00e4doyer, eine \u201ebalance theory of wisdom\u201c. Sie umfasse mehr als die Erfolgsintelligenz und mehr als den IQ. Er sagt: \u201cWhen leaders fail, it is usually not because of a lack of IQ, but more often, because of a lack of ethics\u201d. Interessant: Wenn wir genau hinschauen, deckt sich manches davon \u2013 positiv gewendet \u2013 mit dem, was erfahrene Psychologen als menschliches Verhalten in Krisensituationen empfehlen. Vor allem mit Blick auf Jugendliche, die besonders unter den Schocks dieser Zeit leiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u25c6 Zugeben, etwas nicht zu wissen<\/p>\n<p>\u25c6 Das Gef\u00fchl, nicht siegen zu m\u00fcssen, erlauben und st\u00e4rken<\/p>\n<p>\u25c6 Verwundbarkeit zeigen und dar\u00fcber reden du\u0308rfen<\/p>\n<p>\u25c6 Und: sich nicht abh\u00e4ngig machen von den Meinungen anderer<\/p>\n<p>\u25c6 Selbst etwas machen, bewegen, einfach anfangen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Psychiater Christoph Correll von der Berliner Charit\u00e9 sagt: \u201eWir sind alle vulnerabel und man darf dar\u00fcber reden, dass es einem schlecht geht, man nicht so gut in der Schule zurechtkommt und es einem schwerf\u00e4llt, sich zu strukturieren\u201c. Ich finde, das gilt nicht nur f\u00fcr Jugendliche. Es gilt f\u00fcr uns alle. Und wenn es denn irgendeine Lehre g\u00e4be, die wir aus den Ereignissen und Leiden dieser Jahre ziehen k\u00f6nnten \u2013 bei aller Vorsicht gegen\u00fcber \u201eLehren\u201c, dann diese:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u25c6 Sei dir nicht so sicher!<\/p>\n<p>\u25c6 Teile nicht nur dein Wissen, sondern auch dein Nichtwissen mit anderen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielleicht ist das ein Echtheitszeichen f\u00fcr soziale Intelligenz in dieser Zeit?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was tun?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sich fernhalten. Sich innerlich fernhalten vom Gemeinen, von den Performancej\u00e4gern. F\u00fcr die ihr Erfolg alles ist. Die immer recht haben wollen und alles zu wissen meinen. Die darauf aus sind, dir bei der ersten m\u00f6glichen Gelegenheit ein Bein zu stellen. Die glauben, das Leben best\u00fcnde darin, schneller zu laufen als der andere \u2013 ein st\u00e4ndiger Kampf der Fitten gegen die noch Fitteren. Mit allen Mitteln. Und gleichzeitig: sich nicht einlullen, einsch\u00fcchtern oder unterkriegen lassen. Immer wieder neu anfangen. St\u00e4rker werden. Mit Lust, unabh\u00e4ngig und eigensinnig \u201eunser Ding\u201c machen. Mit Witz und Fantasie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eYou would play on me? Ihr wollt auf mir spielen? [\u2026] Wetter! denkt Ihr, dass ich leichter zu spielen bin als eine Fl\u00f6te? Nennt mich, was fu\u0308r ein Instrument Ihr wollt: Ihr k\u00f6nnt mich zwar verstimmen, aber nicht auf mir spielen.\u201c (Shakespeare, Hamlet III, 2).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-681799\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/cover.mutius.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/cover.mutius.jpg 432w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/03\/cover.mutius-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/Bernhard von Mutius - GABAL Verlag (gabal-verlag.de)\">Buchauszug Bernhard von Mutius: &#8222;\u00dcber Lebenskunst in unsicheren Zeiten&#8220; &#8211; 208 Seiten, 29,90 Euro, Gabal Verlag\u00a0 <\/a><a href=\"https:\/\/www.gabal-verlag.de\/autor\/bernhard-von-mutius\/21994\">Bernhard von Mutius &#8211; GABAL Verlag (gabal-verlag.de)<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Weiter wachsen<\/h1>\n<p>Wachsen. Nicht m\u00fcde werden zu wachsen. \u201eSolange Sie wachsen, Herr Hopp, sind Sie nicht verloren. Ihr Glu\u0308ck ist nur gerade m\u00fcde. Also wachsen Sie!\u201c Wie es in einem Text von Roger Willemsen hei\u00dft. Und Wachsen ist Lernen. Immer wieder von Neuem lernen. Altes auffrischen und Neues entdecken. Neues im Alten und Altes im Neuen. Vielleicht \u00fcberhaupt lebenslang. Und immer wieder neu anfangen. Nicht glauben, was einmal gelernt wurde, bleibe und werde automatisch weitergereicht. Das stimmt nicht. Wie Hannah Arendt sagte: \u201eJede neue Generation muss den Pfad des Denkens neu entdecken und m\u00fchsam bahnen\u201c. Und: \u201eWir erziehen im Grunde immer f\u00fcr eine aus den Fugen geratene und geratende Welt. Weil die Welt von Sterblichen gemacht ist, nutzt sie ab; und weil sie ihre Bewohner dauernd wechselt, ist sie in Gefahr, so sterblich zu werden wie ihre Bewohner\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem immer wieder neu lernen, was soziale Intelligenz sein k\u00f6nnte. Nicht nur im Umfeld von Teams in Unternehmen oder im Sport. Vielmehr vor allem \u00fcbergreifend, bereichs-, silo- und sektor\u00fcbergreifend. Wichtigste Lernziele: Sich nicht zu sicher f\u00fchlen. Nicht recht haben wollen. Widerspr\u00fcche ins eigene Denken holen. Von Andersdenkenden lernen. Ihre Position einnehmen k\u00f6nnen. Unabh\u00e4ngig von Meinungen werden. Und: gelassene Freundlichkeit lernen. Das hei\u00dft, auch in extrem angespannten Situationen gut miteinander umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die andere Seite<\/h1>\n<p>Widerspr\u00fcche akzeptieren. Auch in sich selbst. Geht das? Und daraus etwas machen. Wie soll das gehen? Manchmal ganz organisch. Ich komme aus einer Familie, die preu\u00dfisch gepr\u00e4gt war. Das Elternhaus konnte dies nicht verleugnen. Ich habe auch diese Seite in mir. Ich verbinde sie mit Pflicht und Gewissenhaftigkeit. Doch es gibt noch eine andere Seite. Ich verbinde sie mit Lebensfreude und Leichtigkeit. Ich habe sie irgendwann einmal die italienische genannt. Manche Geschichten werden das spiegeln. Das war nat\u00fcrlich eine Konstruktion. Klar. Aber eine hilfreiche, wie ich heute vermute. Manchmal standen die beiden Seiten im Widerspruch. Vereinfacht ausgedr\u00fcckt. Hier die dringende Pflicht, die zu erledigen war. Dort die K\u00fcr, die zu leben war. Und die genauso wichtig war. Erst zusammen wurden die Dinge gut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich kommt unsere Familie aus Schlesien. Also habe ich halb preu\u00dfische, halb \u00f6sterreichische Wurzeln. Diese habe ich in meinem Leben und in meinen Freundschaften immer mehr zu sch\u00e4tzen gelernt. Wenn ich mich zu lange nur im deutschen Pflichtmodus aufgehalten hatte, meldete sich die Seite: Jetzt wird es Zeit. Warum bist du nicht ein paar Hundert Kilometer weiter s\u00fcdlich, wo es richtige Berge oder einen ordentlichen Espresso gibt? Jetzt k\u00f6nntest du auf dem Markt ein paar wunderbar duftende Tomaten, Basilikum und Zucchini-Blu\u0308ten kaufen. Oder dich auf den Weg machen zum Meer. Oder nach Fiesole. Von dort zu den H\u00e4ngen des Monte Ceceri schauen, wo Leonardo seine Flugversuche machte. Es brauchte fast vierhundert Jahre, bis Menschen das wieder konnten. Mit Erfolg. Aber wussten sie noch, wie man eine Mona Lisa malen konnte? Die andere Seite verstehen lernen. Das geht leichter, wenn wir selbst in uns eine andere Seite haben \u2013 oder entdeckt haben, dass es da zwei Seiten gibt. Und gelernt haben, zwischen den Seiten Br\u00fccken zu bauen. Oder eine Leiter zu nutzen, um zu erkennen, was die andere Seite vielleicht meinen k\u00f6nnte, wenn die eine Seite gerade Nein sagt. Gerade auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, zur Energiewende, zur Energie- Autarkie kann es hilfreich sein, einen Widersacher in sich selbst zu h\u00f6ren, auf dessen Widerspruch zu h\u00f6ren. Wer den h\u00f6ren kann, wird anders in ein Gespr\u00e4ch gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich dieses Kapitel schreibe, bin ich auf das wunderbare Buch Papyrus der spanischen Autorin Irene Vallejo gesto\u00dfen. Sie berichtet darin vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot. Er habe seine \u201eHistorien\u201c, seine Erkundungen der griechischen Geschichte, nicht einfach aus der Sicht der Griechen geschrieben, sondern bewusst die Seiten gewechselt und die Version der Perser und Ph\u00f6nizier niedergelegt. Vallejo schreibt dazu: \u201eSo entsteht die Geschichte des Abendlandes aus einer Darstellung der Perspektive des Anderen [\u2026]. In meinen Augen ist dies auch 2500 Jahre sp\u00e4ter eine zutiefst revolution\u00e4re Herangehensweise [\u2026]. Der andere erz\u00e4hlt mir meine Geschichte, er sagt mir, wer ich bin\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Gespr\u00e4che<\/h1>\n<p>Lange Gespr\u00e4che, intensive Gespr\u00e4che, immer wieder Gespr\u00e4che fu\u0308hren. Nicht nur Meetings, Calls, Versammlungen oder Get-togethers. Unternehmen mit einer guten, innovativen Unternehmenskultur wie zum Beispiel Hilti zeichnen sich dadurch aus. Ich werde nie vergessen, wie ich vor ein paar Jahren mitbekommen habe, wie die Mitarbeiter sich auf ein Gespr\u00e4ch einlassen. Sich angew\u00f6hnen, Fragen zu stellen und den anderen ohne Hast zuzuh\u00f6ren. Als Unterst\u00fctzung nimmt die oder der Sprechende einen Redestab in die Hand. Solange jemand ihn in den H\u00e4nden h\u00e4lt, h\u00f6ren die anderen zu. Den Redestab habe ich noch. Ein Symbol dafu\u0308r, die anderen ausreden zu lassen, ihre Standpunkte gelten zu lassen und innerlich abzuw\u00e4gen. Am besten geht das fu\u0308r mich in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch, das ohne Zeitdruck stattfindet. In einer Atmosph\u00e4re, die das erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Beispiel bei einem Waldspaziergang oder an einem langen Nachmittag und Abend. Die Bergweg-Gespr\u00e4che haben wir bewusst auf einen Samstagnachmittag gelegt. Start gegen 16.00 Uhr. Ende offen. Das klingt heute ein wenig verr\u00fcckt. Oft sitzen wir bis tief in die Nacht zusammen, h\u00f6ren zu, lassen den anderen ausreden. Manchmal mit einem abrundenden gemeinsamen Fru\u0308hstu\u0308ck. Wer sich diese Zeit nimmt, bringt Wertsch\u00e4tzung mit \u2013 fu\u0308r das Thema und fu\u0308r die anderen. Ein gutes Gespr\u00e4ch zu f\u00fchren, ist Disziplin. Und eine Kunst. Eine der wichtigsten des Lebens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein gutes Gespr\u00e4ch ist ein Dialog. Da entwickelt sich eine Logik, die sich unterscheidet von der in Talkrunden. Eine zirkul\u00e4re. Zirkularit\u00e4t ist ein differentes, andersgeartetes Prinzip als das gewohnte. Ich habe die gewohnte Logik einmal \u2013 ohne zu wissen, wie aktuell die Metapher noch werden k\u00f6nnte \u2013 die lineare Schusswaffenlogik genannt: zielen \u2013 feuern. Die Kugel fliegt in die gew\u00fcnschte Richtung und kommt nicht mehr zur\u00fcck. Trifft sie ins Schwarze: gut. Wenn nicht: nicht gut. Dann muss besser gezielt und noch mal gefeuert werden. Um Weiteres muss man sich nicht k\u00fcmmern. Das Geschoss ist weg. Im Unterschied dazu sagt die zirkul\u00e4re Logik: Alles kommt irgendwann wieder zur\u00fcck. Also sorge gleich daf\u00fcr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df nicht, was ich gesagt habe, bevor ich nicht die Antwort des anderen darauf geh\u00f6rt habe\u201c. So hat es einmal Norbert Wiener gesagt. \u201eZirkul\u00e4r\u201c hei\u00dft: in Beziehung sein. Du sparst Zeit, obwohl du l\u00e4nger dafu\u0308r brauchst. Das ist ein lebendiges Prinzip. Gibt es einen inneren Zusammenhang? H\u00e4ngt die soziale Frage mit der nachhaltigen zusammen? Bei beiden sto\u00dfen wir auf das Problem der Extraktion. Manche nehmen sich zu viel raus. Und wir haben uns daran gew\u00f6hnt. Bei der sozialen Extraktion ist der Mensch selbst der Boden, aus dem die Sch\u00e4tze entnommen werden. YouTube, Instagram, Meta, TikTok &amp; Co. sind mit ihren Algorithmen die Goldgr\u00e4ber, die Bergbau- und Minengesellschaften der neuen Zeit. Der Unterschied: Bei der Datenextraktion macht sich niemand die Finger schmutzig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Unterbrechen<\/h1>\n<p>Auch diese Art der Extraktion l\u00e4sst sich nicht einfach abstellen. Aber wir selbst k\u00f6nnen manches \u00f6fter abstellen. Wir k\u00f6nnen unterbrechen. Was steht dann auf dem Programm? Wir. Die andere, der andere. Statt etwas rauszunehmen, etwas mitbringen, etwas geben. Nichts Gro\u00dfes. Zeit schenken, Aufmerksamkeit schenken, Freude und Freundlichkeit schenken. Zuh\u00f6ren, uns erkundigen, den Redeschwall unterbrechen. Leiser werden. Und: nicht besser wissen. Dem anderen keinen Rat geben. Sich nicht f\u00fcr schlauer halten. Nicht schneller laufen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber vielleicht etwas gemeinsam anstellen. Das Gesellige mit dem Gemeinschaftlichen und dem Unternehmerischen verbinden. Gemeinsam etwas bauen oder pflanzen. Im b\u00fcrgerschaftlichen Engagement. F\u00fcr den Verein. F\u00fcr die Schule. F\u00fcr das Quartier. Um in der Nachbarschaft oder in der Gemeinde energieautarker zu werden. Wir haben dar\u00fcber gesprochen. Der genossenschaftliche Gedanke wird in den n\u00e4chsten Jahren attraktiver und st\u00e4rker werden. Energiegenossenschaften werden f\u00fcr manche Gemeinde ein interessantes Modell werden. M\u00f6glicherweise entstehen daraus k\u00fcnftig auch Datengenossenschaften. Sie k\u00f6nnten daf\u00fcr sorgen, dass B\u00fcrger \u00fcber sensible pers\u00f6nliche Daten selbst bestimmen k\u00f6nnen. Soziales Lernen, soziale Kooperationen und soziale Innovation kommen hier zusammen. Ich habe das Gef\u00fchl, dass gerade enorm viel entsteht, was nicht in den Lehrb\u00fcchern steht. Lebenskunst ist, wenn du damit anf\u00e4ngst. Bei dir selbst. In deinem Umfeld. Ohne zu wissen, was daraus entsteht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Zwischenraum<\/h1>\n<p>Ich glaube an den wissenschaftlichen, k\u00fcnstlerischen und sozialen Erfindungsreichtum der Menschen. Ich vermute, dass unser sozialer Erfindungsreichtum in n\u00e4chster Zukunft besonders gefragt ist. Er wird sich zwischen den bereits erschlossenen Gebieten unseres Wissens besonders bew\u00e4hren. Wir wissen nur noch nicht, wie. Mehr Gemeinschaft. Weniger Ego. Das w\u00fcnschen sich viele. Doch wie k\u00f6nnen wir das zumindest in unserem eigenen Einflussbereich erm\u00f6glichen? Indem wir weniger recht haben wollen. Indem wir nicht sofort abwerten. Indem wir leerer werden. Und uns auf Zwischenr\u00e4ume einlassen. Zwischen uns und den anderen, zwischen unserer Meinung und der der anderen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Physiker Carlo Rovelli hat das wunderbar ausgedr\u00fcckt: \u201eWir leben in einem Universum, in dem Unwissenheit vorherrscht. Wir wissen viele Dinge, doch es gibt eine ganze Menge mehr, was wir nicht wissen. Wir wissen nicht, wen wir morgen auf der Stra\u00dfe treffen werden, wir kennen die Ursachen vieler Krankheiten nicht, wir kennen die ultimativen Gesetze nicht, die das Universum lenken, wir wissen nicht, wer die n\u00e4chste Wahl gewinnen wird [\u2026]. In dieser grundlegend unsicheren Welt w\u00e4re es t\u00f6richt, absolute Sicherheit zu verlangen. Wer prahlt, er sei sich seiner Sache sicher, ist gew\u00f6hnlich am unzuverl\u00e4ssigsten. Aber das hei\u00dft im Umkehrschluss nicht, dass wir v\u00f6llig im Dunkeln tappen. Inmitten von Sicherheit und v\u00f6lliger Unsicherheit gibt es einen kostbaren Zwischenraum \u2013 und genau in diesem Zwischenraum entfalten sich unser Leben und unsere Gedanken\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-680760\" class=\"post-680760 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-auslander tag-bezuege tag-dax tag-dax-vorstande tag-deutsche-bank tag-deutsche-schutzvereinigung-fur-wertpapierbesitz-dsw tag-frauen tag-linde tag-quiagen tag-technische-universitaet-muenchen-tum tag-vorstandinnen\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"at-below-post addthis_tool\" data-url=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/03\/09\/erfolgreich-im-top-management-umgang-mit-macht-und-warum-manager-heisse-kartoffeln-sofort-loswerden-sollten-gastbeitrag-serie-von-gudrun-happich-1\/\" data-title=\"Erfolgreich im Top-Management. 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