{"id":681603,"date":"2023-02-27T16:30:46","date_gmt":"2023-02-27T15:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=681603"},"modified":"2023-02-27T14:51:15","modified_gmt":"2023-02-27T13:51:15","slug":"buchauszug-markus-czerner-alles-kopfsache-erfolg-ist-kein-glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/02\/27\/buchauszug-markus-czerner-alles-kopfsache-erfolg-ist-kein-glueck\/","title":{"rendered":"Buchauszug Markus Czerner: &#8222;Alles Kopfsache. Erfolg ist kein Gl\u00fcck&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1>Buchauszug Markus Czerner: &#8222;Alles Kopfsache. Erfolg ist kein Gl\u00fcck&#8220;<\/h1>\n<h1><\/h1>\n<div id=\"attachment_678032\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678032\" class=\"size-full wp-image-678032\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/czerner2021.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/czerner2021.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/czerner2021-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/czerner2021-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-678032\" class=\"wp-caption-text\">Markus Czerner (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die Kunst gro\u00df zu denken<\/h1>\n<p>Einzig unsere Vorstellungkraft, zeigt uns die Grenzen von dem auf, was wir in unserem Leben erreichen k\u00f6nnen und was nicht. Hier kommt das oft zitierte \u00bbthink big\u00ab zum Tragen. \u00bbDenke gro\u00df\u00ab. Das Problem vieler Menschen ist, dass sie einfach zu klein denken und sich etwas Gro\u00dfes zu erreichen \u00fcberhaupt gar nicht vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich k\u00f6nnen wir aber nur das erreichen, was wir uns in unseren Gedanken auch vorstellen k\u00f6nnen. Leistungsgrenzen gibt es nicht. Wir sto\u00dfen in Bezug auf unser Leistungsverm\u00f6gen nie an eine Grenze, die nicht \u00fcberschritten werden kann \u2013 physikalische und menschliche Grenzen einmal au\u00dfen vorgelassen. Aber selbst hier haben wir in den letzten Jahrhunderten Grenzen \u00fcberwunden, die als un\u00fcberwindbar galten. Es sind die mentalen Grenzen, die uns in unseren Handlungen limitieren.<\/p>\n<p>Im Jahr 1954 wurde Roger Bannister weltbekannt. Als erster Mensch auf der Welt wollte er eine Meile (1,609 Kilometer) unter vier Minuten laufen. Freilich sind auf die Idee vor ihm schon andere L\u00e4ufer gekommen, nur sind alle zuvor gescheitert. Daf\u00fcr gab es eine einfache Erkl\u00e4rung, denn es galt als unm\u00f6glich eine Meile in weniger als vier Minuten zu laufen. \u00c4rzte, Therapeuten, Psychologen und angesehene Lauf-Experten waren sich einig, dass der Mensch hier an eine physiologische Grenze st\u00f6\u00dft, die nicht \u00fcberschritten werden kann.\u00a0Roger Bannister kannte diese Grenze, trat ihr aber mit Desinteresse entgegen. Er ignorierte sie und machte sich die Macht der eigenen Vorstellungskraft zunutze. Er wusste, dass er die Grenze erst in seinem Kopf sprengen muss, bevor er sie in der Realit\u00e4t \u00fcberwinden kann. In seinen Gedanken lief er die Meile immer wieder unter vier Minuten. In seinem Kopf war er der festen \u00dcberzeugung, dass es machbar ist. Auf der Laufstrecke scheiterte er zwar zun\u00e4chst noch immer mit seinen Versuchen, aber er n\u00e4herte sich in kleinen Schritten immer st\u00e4rker der magischen Vier-Minuten-Marke an. Am 6. Mai 1954 war es dann so weit: Als erster Mensch hat er das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich gemacht und lief eine Meile in einer neuen Weltrekordzeit von 3:59,4 Minuten.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf passierte dann etwas, das in meinen Augen noch spannender war: Im gleichen Jahr gelang dieses Kunstst\u00fcck 37 weiteren L\u00e4ufern. Im Folgejahr waren es bereits \u00fcber 300 L\u00e4ufer, die eine Meile unter vier Minuten gelaufen sind. Jahrzehntelang erschien es unm\u00f6glich, diese Grenze zu \u00fcberschreiten, dann hat es ein Sportler geschafft und auf einmal ist es f\u00fcr eine Vielzahl von L\u00e4ufern m\u00f6glich. Die Gr\u00fcnde liegen auf der Hand beziehungsweise in unserer Vorstellungskraft: Roger Bannister lieferte den Beweis, dass es m\u00f6glich ist, eine Meile in unter vier Minuten zu laufen. Pl\u00f6tzlich sahen auch andere L\u00e4ufer darin keine Grenze mehr. Es galt nicht mehr als unm\u00f6glich. Jeder wusste nun, dass es machbar ist, also haben es viele andere auch gemacht.<\/p>\n<p>Grenzen lassen sich verschieben, daf\u00fcr gibt es zahlreiche Beweise. 1978 stehen Reinhold Messner und Peter Habeler als erste Menschen ohne Sauerstoff auf dem Mount Everest &#8211; mit 8.848 Metern der h\u00f6chste Berg der Erde. Das galt als unm\u00f6glich. \u00c4rzte hatten berechnet, dass eine Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoff nicht m\u00f6glich sei. Es waren die Grenzen der \u00c4rzte, nicht die Grenzen von Reinhold Messner und Peter Habeler. Seitdem haben dieses Kunstst\u00fcck viele weitere Bergsteiger wiederholt.\u00a0Auch in der Wirtschaftswelt ist dieses Ph\u00e4nomen immer wieder zu finden. Erst als Elon Musk unbeirrt seine elektrischen Autos baute und bei den Kunden Erfolg damit hatte, zogen alle anderen Hersteller nach. Mittlerweile hat sich die ganze Automobilindustrie gewandelt. Elektrische Autos galten Jahrzehnte als nicht verkaufbar. Bis Musk es vorgemacht hat. Doch was k\u00f6nnen wir daraus lernen?<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-681774\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/02\/cover.czerner.2023.kopfsache.B0BF3HKVL5_87f56bad_cover.jpeg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/02\/cover.czerner.2023.kopfsache.B0BF3HKVL5_87f56bad_cover.jpeg 428w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2023\/02\/cover.czerner.2023.kopfsache.B0BF3HKVL5_87f56bad_cover-198x300.jpeg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/p>\n<h1><a href=\"http:\/\/BusinessVillage Verlag\u00a0-\u00a0Alles Kopfsache: Erfolg ist kein Gl\u00fcck\">Markus Czerner: &#8222;Alles Kopfsache. Erfolg ist kein Gl\u00fcck&#8220; 216 Seiten, 14,95 Euro, Business Village <\/a><a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/alles-kopfsache-erfolg-ist-kein-glueck.html\">BusinessVillage Verlag &#8211; Alles Kopfsache: Erfolg ist kein Gl\u00fcck&#8220;<\/a><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Unbewusste Limits<\/h1>\n<p>\u00bbWir wissen nie, wo unser Limit liegt, wir wissen nur, wo es nicht liegt.\u00ab Wer der Meinung ist, ein Assistentenjob ist das H\u00f6chste, was er in seiner Karriere erreichen kann, der wird auch nie mehr in seiner Karriere erreichen. Nicht weil er nicht im Stande w\u00e4re mehr zu leisten, sondern weil er sich mehr zu leisten nicht vorstellen kann. Es ist ein unbewusstes Limit, das man sich selbst setzt. Wessen Vorstellungskraft zum Beispiel den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, ein Vorstandsmitglied oder gar den Vorstandsvorsitzenden nicht \u00fcbersteigt, der wird es auf der Handlungsebene auch erreichen k\u00f6nnen. Was wir brauchen? Mehr Phantasie! Den Mut, wieder zu tr\u00e4umen! Besonders wenn es darum geht, was wir in unserem Leben erreichen wollen. Wir m\u00fcssen es wieder wagen, von gro\u00dfen Erfolgen zu tr\u00e4umen und Visionen im Kopf zu haben. Dabei ist es auch v\u00f6llig egal, f\u00fcr wie unrealistisch oder l\u00e4cherlich andere diese halten. Wir m\u00fcssen es ja keinem erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Jahre bevor erfolgreiche Menschen wirklich erfolgreich sind, sind sie es in ihren Gedanken. Sie haben ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge vorher schon tausendmal in ihrem Kopf erlebt. Bevor ich auch nur einen einzigen Vortrag auf einer B\u00fchne vor Publikum gehalten habe, habe ich in meinem Kopf bereits Vortr\u00e4ge auf den gr\u00f6\u00dften B\u00fchnen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz gehalten. Seitdem ich ein Kind bin, bin ich fasziniert von dem Ironman auf Hawaii, dem h\u00e4rtesten Triathlon der Welt. 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und einen Marathonlauf \u00fcber 42,195 Kilometer. Das Ganze bei 40 Grad im Schatten. Nur das da, wo du bist, kein Schatten ist. K\u00f6rperlich stellt es mich aktuell noch vor eine unl\u00f6sbare Aufgabe. In meinen Gedanken kann ich es mir aber vorstellen. Und das ist der entscheidende Punkt: Der Ironman \u00fcbersteigt nicht meine Vorstellungskraft, also \u00fcbersteigt er auch nicht meine Leistungsgrenze. Ich werde ihn in den n\u00e4chsten Jahren erfolgreich bestreiten, das steht au\u00dfer Frage. Ich muss nur die k\u00f6rperlichen Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen und das ist nicht mehr als ein Prozess.<\/p>\n<p>Die Herausforderung besteht also darin, unsere mentalen Grenzen zu erweitern. Damit verschieben sich automatisch auch unsere Leistungsgrenzen. Wir werden mehr erreichen und unser Leben auf ein h\u00f6heres Podest stellen. Jeder von uns kann nur genau das erreichen, was er sich vorstellen kann. Es gibt kein Leistungslimit, wir limitieren uns nur selbst in unseren Gedanken. Dieses Limit gilt es herauszufinden und ganz bewusst zu brechen. Einzig unsere Vorstellungskraft zeigt uns die Grenzen von dem auf, was wir in unserem Leben erreichen k\u00f6nnen und was nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Denke gro\u00df, aber starte klein<\/h1>\n<p>Dabei gibt es aber einen Grundsatz einzuhalten: Denke gro\u00df, aber starte klein. Wer mit dem Joggen beginnen m\u00f6chte und direkt den Marathon in seinem Kopf hat und sich selbst schon beim Zieleinlauf des New York-Marathons sieht, der hat zwar die Voraussetzungen bei einem Marathon ins Ziel zu kommen schon gelegt, aber nur auf der Mentalebene. Auf der Handlungsebene ist es wichtig, trotz der gro\u00dfen Gedanken, erst einmal klein zu starten. Wenn sich ein Laufanf\u00e4nger direkt auf die Marathondistanz begibt, wird er schnell die Lust am joggen und an seinem Vorhaben verlieren. Ganz einfach, weil er jedes Mal aufs Neue frustriert sein wird, dass er die Distanz nicht geschafft hat.<\/p>\n<p>Wer aber klein startet, hat alle M\u00f6glichkeiten, sich dem gro\u00dfen Ziel sukzessive zu n\u00e4hern. Man startet mit f\u00fcnf Kilometern, geht dann auf zehn Kilometer hoch, dann auf f\u00fcnfzehn und so weiter. Trotz gro\u00dfer Gedanken und gro\u00dfer Vorhaben, gilt es also klein zu beginnen. Das gilt f\u00fcr alle Bereiche unseres Lebens.Ich bin als Keynote Speaker auch nicht auf den gr\u00f6\u00dften B\u00fchnen eingestiegen, auch wenn ich es in meinen Gedanken so haben wollte. Ganz im Gegenteil. Mein erster Vortrag war vor zehn Menschen auf einer B\u00fchne, die so klein war, dass man es eigentlich gar nicht B\u00fchne nennen konnte.<\/p>\n<p>Apple-Gr\u00fcnder Steve Jobs hat in einer Garage begonnen die ersten Computer zu bauen \u2026\u00a0Amazon-Chef Jeff Bezos startete seine berufliche Karriere hinter dem Tresen einer Mc Donald\u00b4s-Filiale. Heute z\u00e4hlt er zu den reichsten Menschen der Welt \u2026\u00a0B\u00f6rsenguru Warren Buffet trug in seiner Jugend Zeitungen aus, verkaufte Coca-Cola-Flachen und gebrauchte Golfb\u00e4lle. Heute ist er Multimilliard\u00e4r \u2026 Heute Morgen ist mir ein Ohrring in den Kaffee gefallen. Obwohl die Tasse voll war, ist der Ohrring nicht nass geworden. Wie ist das m\u00f6glich?<\/p>\n<p>\u00bbThink big\u00ab ist sehr eng verbunden mit \u00bbthink outside the box\u00ab. Denn erst wenn wir au\u00dferhalb unserer Box denken, sind wir auch in der Lage, gro\u00df zu denken. Aber was genau bedeutet es eigentlich, au\u00dferhalb der Box zu denken? Und was ist \u00fcberhaupt die Box? Menschen, die \u00bbout of the box\u00ab denken, besitzen eine divergente Art zu denken (Kahl 2016). Divergentes Denken erm\u00f6glicht es, Sachverhalte frei zu verbinden, gro\u00df zu denken und neue M\u00f6glichkeiten zu diskutieren. Das normale Denken wird verlassen, um Neues zu entdecken. \u00bbNormales Denken\u00ab ist keinesfalls abwertend gemeint, sondern betrifft jeden von uns: Unser Denken ist stark gepr\u00e4gt von Regeln und Gewohnheiten, denen wir im Leben von klein auf folgen. Bereits in jungen Jahren haben wir gelernt, in regelkonformen Mustern zu denken und dementsprechend handeln wir auch.<\/p>\n<p>Haben wir ein konkretes Ziel vor Augen, gehen wir den Weg, der am wahrscheinlichsten funktioniert. Wie wird diese Wahrscheinlichkeit ausgerechnet? Wir setzen auf Erfahrungswerte und bew\u00e4hrte L\u00f6sungen. Das ist keineswegs schlecht, aber es ist langweilig und begrenzt den Erfolg. Eine wunderbare M\u00f6glichkeit und oft praktizierte Strategie divergent zu denken, ist das Brainstorming. Bei dieser Kreativit\u00e4tsmethode wird zu einem Thema alles aufgeschrieben oder gesagt, ohne zuvor dar\u00fcber nachzudenken. Jeder Gedanke ist wichtig. Es gibt kein richtig oder falsch. So entstehen kreative Ideen und neue L\u00f6sungswege.<\/p>\n<p>Auch in der Wirtschaftswelt ist Brainstorming ein effektives Tool, Projekte auf einen neuen Level zu heben. Es kann der \u00bbRetter in letzter Sekunde\u00ab sein, n\u00e4mlich dann, wenn man so festgefahren in seinem Denken ist, dass man sich im Kreis dreht und sprichw\u00f6rtlich den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht mehr sieht. Der Erfolgsfaktor des Brainstormings: Es werden Ideen aufgeschrieben, ohne sie zu beurteilen, zu bewerten oder abzulehnen. Wie oft es doch vorkommt, dass wir andere Menschen als \u00bbverr\u00fcckt\u00ab\u00ab oder liebevoll als \u00bbSpinner\u00ab bezeichnen, wenn sie uns von ihren scheinbar unrealistischen Ideen erz\u00e4hlen. Die Gr\u00fcnde sind in den eigenen Denkmustern zu finden, die von einer konvergenten Denkweise gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>\u00bbKonvergentes Denken\u00ab beschreibt das genaue Gegenteil von \u00bbdivergentem Denken\u00ab. Analyse, Beurteilung und Entscheidungsfindung sind charakterisierende Merkmale des konvergenten Denkens. Der Nachteil: Neue Ideen werden schnell verworfen oder erst gar nicht ber\u00fccksichtigt. M\u00fcssen wir also weg vom konvergenten Denken und hin zum divergenten Denken? Diese Frage kann nicht mit Schwarz oder Wei\u00df beantwortet werden. Zu viel divergentes Denken kann zu endloser Ideenfindung ohne Ergebnis f\u00fchren. Zu viel konvergentes Denken hingegen kann in Ideenlosigkeit und Stillstand m\u00fcnden. Entscheidend ist die Kombination aus beidem. Fakt ist: Es werden mehr Menschen gebraucht, die divergente Denkweisen nutzen.<\/p>\n<p>Das ist auch der tieferliegende Grund warum im kreativen Denken eine wesentliche Grundvoraussetzung f\u00fcr die Zukunftsf\u00e4higkeit unserer Gesellschaft gesehen wird. Wir sind in unserer Art zu denken tendenziell zu verkopft und stehen uns damit selbst im Weg. Den Beweis liefert das ber\u00fchmte Neun-Punkte-Spiel. Es ist ein Sinnbild f\u00fcr Outside-the-Box-Denken und geht so: Angenommen, du hast drei mal drei Punkte auf einem Blatt und m\u00fcsstest mit nur vier geraden Linien alle Punkte miteinander verbinden, ohne den Stift abzusetzen &#8211; wie w\u00fcrdest du das machen? Klingt wirklich schwierig, wenn man die Kreativit\u00e4tsaufgabe nicht kennt. Immerhin 93 Prozent aller Menschen bei\u00dfen sich an ihr die Z\u00e4hne aus (Fellner 2020). Es wurden zahlreiche Experimente durchgef\u00fchrt, mit dem Ziel, die Herangehensweise der Probanden zu untersuchen. Wer die Aufgabe l\u00f6sen konnte, hat daf\u00fcr sehr lange gebraucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Zus\u00e4tzliche Einschr\u00e4nkungen vornehmen, die gar nicht existieren<\/h1>\n<p>Interessant sind die Gr\u00fcnde: Wir Menschen neigen dazu, zus\u00e4tzliche Einschr\u00e4nkungen vorzunehmen, die gar nicht existieren. Das f\u00fchrt zu einer stark limitierten Denkweise, die logisches und kreatives Denken unm\u00f6glich macht. Man ist so oft der Meinung, Regeln einhalten zu m\u00fcssen, ohne dass diese Regeln tats\u00e4chlich existieren. Beim Neun-Punkte-Spiel sind die meisten Menschen \u00fcberzeugt, mit den Linien zur Verbindung der Punkte das Quadrat nicht verlassen zu d\u00fcrfen, nur existiert diese Regel in der Aufgabe gar nicht. Es gibt keinerlei Vorgabe in Aufgabenstellung wie die vier verbindenden Linien anzuordnen ist. Diese Limitierung besteht nur in unserem Kopf. Diese imagin\u00e4re Regel schr\u00e4nkt im Denken ein und verhindert das L\u00f6sen der Aufgabe.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind \u00fcbrigens in den Gestaltungsgesetzen zu finden: Wollen wir quadratische Punkte verbinden, muss es ein Quadrat ergeben. F\u00fcr die L\u00f6sung muss die von den Punkten vorgegebene quadratische Box allerdings verlassen werden. Nur wer au\u00dferhalb dieses vorgegebenen Rahmens denkt, kann alle Punkte miteinander verbinden. Das gilt nicht nur f\u00fcr das Neun-Punkt-Spiel, sondern f\u00fcr vieles mehr. Wollen wir uns vom Durchschnitt l\u00f6sen, ist das h\u00e4ufig nur m\u00f6glich, wenn wir uns von gesellschaftlich vorgegebenen Rahmenbedingungen und Regeln l\u00f6sen. Erst das erm\u00f6glicht es, divergent zu denken. Davon sind in einer Welt, die sich stark ver\u00e4ndert nahezu alle Organisationen betroffen.<\/p>\n<p>Erfolg verwalten k\u00f6nnen viele, Innovationen leben nur die wenigsten. Unternehmen, die leistungsstarke Teams zusammenstellen, sollten daher bestrebt sein, sowohl divergent denkende als auch konvergent denkende Mitarbeiter in einem Team zu haben. Erst dann sind optimale Voraussetzungen f\u00fcr kreative Ideen mit Entscheidungsfindung geschaffen. Doch wie genau kann das \u00bbout oft the box\u00ab-Denken ge\u00fcbt werden? Will man diese Frage beantworten, muss erst einmal verstanden werden, was die Box, die verlassen werden soll, \u00fcberhaupt ist.<\/p>\n<p>Einfach gesagt sind wir selbst die Box. Sie besteht aus unseren Denkmustern, Werten, Ansichten, \u00dcberzeugungen und Erfahrungen und definiert unsere Pers\u00f6nlichkeit. Jeder von uns wurde in jungen Jahren auf bestimmte Verhaltensformen und Denkmuster konditioniert. L\u00f6sen wir heute Probleme, ist ein Gro\u00dfteil der L\u00f6sungsans\u00e4tze auf Automatismen zur\u00fcckzuf\u00fchren, die auf zuvor erlernten und ge\u00fcbten Verhaltensformen und Denkmustern basieren. Das f\u00fchrt schnell zu festgefahrenen Strukturen, denn letztlich wird nur in bew\u00e4hrten Bahnen gedacht. Man ist gefangen in den eigenen Denkmustern, was wiederum zu keinen neuen Ergebnissen f\u00fchrt. Unbewusst greift hier die Regel \u00bbDas haben wir schon immer so gemacht\u00ab, denn das genau ist das, was unsere Box uns sagt. Wer schon einmal an einem Punkt angelangt war, \u00fcber den er nicht hinausgekommen ist \u2013 trotz mehrfacher Versuche \u2013 wei\u00df um die Limitierung dieser Regel. Man dreht sich im Kreis, ohne es zu wollen. Wer alles so macht wie immer, wird auch immer die gleichen Resultate erzielen.<\/p>\n<p>Wollen wir etwas Neues erreichen, m\u00fcssen wir anders denken. Erst das l\u00e4sst uns anders handeln und beschert und neue Ergebnisse. F\u00fcr Neues muss also die eigene Box verlassen werden. Wie das geht? Ver\u00e4ndern wir uns, ver\u00e4ndert sich auch die Box. Daf\u00fcr reicht es schon aus, neue B\u00fccher zu lesen, sich neuen Themen zu widmen oder eigene Grenzen zu sprengen. Daraus entstehen neue Erfahrungen und der eigene Horizont wird erweitert, was wiederum unsere Box ver\u00e4ndert. Auch k\u00f6nnen wir uns von der Box anderer Menschen inspirieren lassen, indem wir uns andere Meinungen und Ansichten anh\u00f6ren und uns damit auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Die blo\u00dfe Aufforderung, \u00bbout of the box\u00ab zu denken, ist nicht zielf\u00fchrend. Niemandem gelingt es per Knopfdruck seine Denkgewohnheiten hinter sich zu lassen und in neuen Mustern zu denken. Was aber funktioniert, ist die eigene Box zun\u00e4chst zu definieren. Haben wir einmal verstanden, wie wir denken und aus welchen Mustern unsere Box besteht, haben wir M\u00f6glichkeiten, sie zu erweitern und ihr ein Upgrade zu verschaffen. Es ist also nicht das Ziel, die Box zu zerst\u00f6ren &#8211; sie muss infrage gestellt und erweitert werden. Nicht alles als gegeben hinzunehmen, Regeln zu brechen und bew\u00e4hrte Annahmen zu hinterfragen, bringt uns auf einen guten Weg, die Box zu erweitern.<\/p>\n<p>Dem zu Grunde liegend ist \u00bbthink out of the box\u00ab eine irref\u00fchrende Bezeichnung. \u00bbExpand the box\u00ab trifft den Kern der Sache wesentlich deutlicher. Ich bin dir noch eine Antwort schuldig, falls du sie nicht schon selbst gefunden hast. \u00bbHeute Morgen ist mir ein Ohrring in den Kaffee gefallen. Obwohl die Tasse voll war, ist der Ohrring nicht nass geworden. Wie ist das m\u00f6glich?\u00ab Es handelt sich um eine Tasse gef\u00fcllt mit Pulverkaffee. Wir denken, dass eine Tasse Kaffee fl\u00fcssig sein sollte. Aber das steht in der Aufgabe nicht drin. Diese beschr\u00e4nkende Regel existiert wieder nur in unserer Vorstellung. Die Tasse kann auch aus Pulver oder Kaffeebohnen bestehen, weswegen der Ohrring nicht nass wird. L\u00f6sungen sind manchmal so einfach und simpel, doch Regeln und Muster in unserem Denken hindern uns daran, das Offensichtliche zu sehen. Wer sie bricht und nur seine Wahrnehmung \u00e4ndert, kann viel gewinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-680760\" class=\"post-680760 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-auslander tag-bezuege tag-dax tag-dax-vorstande tag-deutsche-bank tag-deutsche-schutzvereinigung-fur-wertpapierbesitz-dsw tag-frauen tag-linde tag-quiagen tag-technische-universitaet-muenchen-tum tag-vorstandinnen\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. 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Offenbar glaubten bis dato Arbeitgeber, dass sie zwar f\u00fcr einen bestimmten Betrag eine bestimmte Zahl an Arbeitsstunden einkaufen - aber trotzdem immer eine Schippe...\">\n<div id=\"atstbx\" class=\"at-share-tbx-element at-share-tbx-native addthis_default_style addthis_20x20_style addthis-smartlayers addthis-animated at4-show\">\n<div class=\"atclear\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Markus Czerner: &#8222;Alles Kopfsache. Erfolg ist kein Gl\u00fcck&#8220; &nbsp; Die Kunst gro\u00df zu denken Einzig unsere Vorstellungkraft, zeigt uns die Grenzen von dem auf, was wir in unserem Leben erreichen k\u00f6nnen und was nicht. 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