{"id":681570,"date":"2023-03-14T06:00:06","date_gmt":"2023-03-14T05:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=681570"},"modified":"2023-03-13T23:47:41","modified_gmt":"2023-03-13T22:47:41","slug":"fuenf-fragen-an-insolvenzverwalter-malte-koester-macht-die-firma-pleite-bleiben-viele-ueberstunden-womoeglich-unbezahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2023\/03\/14\/fuenf-fragen-an-insolvenzverwalter-malte-koester-macht-die-firma-pleite-bleiben-viele-ueberstunden-womoeglich-unbezahlt\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Fragen an Insolvenzverwalter Malte K\u00f6ster: Macht die Firma pleite, bleiben viele \u00dcberstunden wom\u00f6glich unbezahlt"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<h1>Wenn die Firma kriselt, klotzen sicher manche Mitarbeiter besonders ran, um zu helfen, sie zu retten. Wenn die Belegschaft meistens schon viel zu reduziert ist f\u00fcr die viele Arbeit. Doch was sie wissen sollten: Die \u00dcberstunden, die sie in der Zeit ansammeln, k\u00f6nnten reine Liebesm\u00fch bleiben &#8211; und ohne Lohn, oder fast nichts. Warum, das erkl\u00e4rt Insolvenzveralter Malte K\u00f6ster aus Bremen.<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_678237\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678237\" class=\"size-full wp-image-678237\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/koester.malte_.basils.2021a-e1678746922272.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"429\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/koester.malte_.basils.2021a-e1678746922272.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/koester.malte_.basils.2021a-e1678746922272-300x198.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/10\/koester.malte_.basils.2021a-e1678746922272-455x300.jpg 455w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-678237\" class=\"wp-caption-text\">Malte K\u00f6ster (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Herr K\u00f6ster, durch die Lokalpresse ging vor einigen Monaten der<a href=\"https:\/\/www.wa.de\/lokales\/boenen\/pflege-skandal-in-boenen-tochterfirma-in-der-tuerkei-stoppt-fachkraefte-vermittlung-nach-deutschland-91907495.html\">\u00a0Insolvenzfall eines Pflegedienstes in\u00a0 B\u00f6nen\u00a0<\/a>in der N\u00e4he von Dortmund, wo beispielsweise ein 62-j\u00e4hriger Mitarbeiter, der einen Intensivpatienten pflegte, r<a title=\"Urspr\u00fcngliche URL: https:\/\/www.carevor9.de\/auch-das-noch\/842-ueberstunden-fuer-null-euro. Klicken oder tippen Sie, wenn Sie diesem Link Vertrauen.\" href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.carevor9.de%2Fauch-das-noch%2F842-ueberstunden-fuer-null-euro&amp;data=05%7C01%7CClaudia.Toedtmann%40wiwo.de%7Ce825495d64b844cb33d608db23e69170%7C78a6b313ae8f4324ba3685e7b2bc6f1d%7C1%7C0%7C638143245432878534%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJWIjoiMC4wLjAwMDAiLCJQIjoiV2luMzIiLCJBTiI6Ik1haWwiLCJXVCI6Mn0%3D%7C3000%7C%7C%7C&amp;sdata=KonomU6VBEq1D%2BDXgwgqGgWO6ozwIsczbb%2B4uRJf4Vk%3D&amp;reserved=0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-auth=\"Verified\" data-linkindex=\"1\">und 850 \u00dcberstunden angeh\u00e4uft<\/a> hatte. Nachdem sein Arbeitgeber pleite ging, soll er die \u00dcberstunden nicht mehr in voller H\u00f6he ausbezahlt bekommen, sondern nur noch einen Bruchteil. Wieso?<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><strong>K\u00f6ster:<\/strong> Die L\u00f6hne der Besch\u00e4ftigten &#8211; und dazu z\u00e4hlen auch angeh\u00e4ufte \u00dcberstunden &#8211; werden nur f\u00fcr die vergangenen drei Monate vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens in voller H\u00f6he ausbezahlt. Hier sind die gesetzlichen Vorgaben sehr eindeutig. Dieses Geld ist das sogenannte Insolvenzgeld. F\u00fcr \u00dcberstunden aus der Zeit, die l\u00e4nger als drei Monate zur\u00fcck liegt, bekommen die Besch\u00e4ftigten nur eine Quote auf ihre Forderungen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Das deutsche Insolvenzrecht stellt alle Forderungen im Grundsatz gleich und bestimmt damit eben auch, dass Besch\u00e4ftigte nicht anders behandelt werden als andere Gl\u00e4ubiger des insolventen Betriebes &#8211; zum Beispiel Lieferanten, Vermieter oder Banken. Die Zahlen vom statistischen Bundesamt zeigen, dass Gl\u00e4ubiger fast nie ihre vollen Forderungen beglichen bekommen &#8211; wieviel, das richtet sich nach der sogenannten Quote.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Wie hoch ist so eine Quote in der Regel?<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Das variiert sehr stark. Im statistischen Durchschnitt liegt die Quote wohl irgendwo im einstelligen Prozentbereich. Entsprechend berechnet sich dann der Anteil der geschuldeten Summe. Im besten Fall erreicht die Quote 100 Prozent \u2013 aber das ist ausgesprochen selten. Alles im unteren bis mittleren zweistelligen Bereich ist schon ordentlich, setzt aber meist auch einen laufenden Betrieb voraus. Aber jeder Fall ist anders. Ein wesentliches Element der Arbeit eines Insolvenzverwalter ist es immer, eine m\u00f6glichst hohe Quote zur Befriedigung der Anspr\u00fcche der Gl\u00e4ubiger zusammenzubekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Wie oft erleben Sie es als Insolvenzverwalter, dass Mitarbeiter \u00dcberstunden angeh\u00e4uft haben, wom\u00f6glich um ihr Unternehmen noch zu retten und hinterher nur noch diesen Bruchteil ihres Geldes bekommen?<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">In der Praxis kommt das leider recht h\u00e4ufig vor. Insbesondere in Unternehmen mit einem hohen Anteil an gewerblichen Besch\u00e4ftigten, also Mitarbeitern in der Produktion. Weniger in der Verwaltung. Hier kommt man als Insolvenzverwalter leider h\u00e4ufig zu sp\u00e4t und muss mit den gegebenen Fakten arbeiten. Man darf aber auch eins nicht vergessen: Die Sanierung im Insolvenzverfahren hat immer auch die Sicherung von Arbeitspl\u00e4tzen zum Ziel. F\u00fcr viele Besch\u00e4ftigte ist das wichtiger als verlorene \u00dcberstunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>In welchen Branchen passiert das am h\u00e4ufigsten, dass Mitarbeiter ihr Unternehmen retten wollen, viele \u00dcberstunden machen und nicht gleich auf Bezahlung dringen?\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Nach meiner Erfahrung in der Baubranche.\u00a0Aber hier kann man auch nicht alle Unternehmen \u00fcber einen Kamm scheren. Die meisten Unternehmen gehen ja schon verantwortungsbewusst mit \u00dcberstunden um und halten sich an die gesetzlichen Vorgaben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Und dann sind die Arbeitnehmer umso entt\u00e4uschter, weil sie von dieser Rechtslage nichts ahnten, oder?\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ja, das ist so. Vielen ist das Risiko \u00fcberhaupt nicht bewusst und wenn sie dann mit den Fakten konfrontiert werden, fallen sie aus allen Wolken. Dann muss man offen, sensibel und feinf\u00fchlig kommunizieren. Das Problem zu ignorieren, hilft ja nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wa.de\/lokales\/boenen\/pflege-skandal-in-boenen-tochterfirma-in-der-tuerkei-stoppt-fachkraefte-vermittlung-nach-deutschland-91907495.html\">https:\/\/www.wa.de\/lokales\/boenen\/pflege-skandal-in-boenen-tochterfirma-in-der-tuerkei-stoppt-fachkraefte-vermittlung-nach-deutschland-91907495.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-680760\" class=\"post-680760 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-auslander tag-bezuege tag-dax tag-dax-vorstande tag-deutsche-bank tag-deutsche-schutzvereinigung-fur-wertpapierbesitz-dsw tag-frauen tag-linde tag-quiagen tag-technische-universitaet-muenchen-tum tag-vorstandinnen\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.faktenkontor.de\/pressemeldungen\/blogger-relevanzindex-das-sind-deutschlands-top-100-blogs\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-680063\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022-227x300.jpg 227w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/06\/Wiwo.top_.10.blog_.2022.Blogger-Relevanzindex_Top-10-Blogs-2022.jpg 492w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"main\">\n<div id=\"primary\">\n<div id=\"content\" role=\"main\">\n<article id=\"post-679588\" class=\"post-679588 post type-post status-publish format-standard hentry category-allgemein tag-arbeitsbedingung tag-arbeitsklima tag-betriebsklima tag-big-quit tag-ey-ernst-young tag-fachkraftemangel tag-gehalt tag-great-resignation tag-jobwechsel tag-kundigung tag-kuendigungsabsicht tag-loehne tag-umfrage\">\n<div class=\"entry-content\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.presseportal.de\/pm\/52884\/5255623\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/149798077.v2.pressablecdn.com\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Um den Lesefluss nicht zu behindern, wird in Management-Blog-Texten nur die m\u00e4nnliche Form genannt, aber immer sind die weibliche und andere Formen gleicherma\u00dfen mit gemeint.<\/strong><\/p>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Firma kriselt, klotzen sicher manche Mitarbeiter besonders ran, um zu helfen, sie zu retten. Wenn die Belegschaft meistens schon viel zu reduziert ist f\u00fcr die viele Arbeit. 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