{"id":679051,"date":"2022-03-27T06:00:49","date_gmt":"2022-03-27T04:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=679051"},"modified":"2022-03-23T23:31:33","modified_gmt":"2022-03-23T22:31:33","slug":"buchauszug-stephanie-schorp-persoenlichkeit-macht-karriere-so-stellen-sie-die-weichen-fuer-ihren-eigenen-beruflichen-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2022\/03\/27\/buchauszug-stephanie-schorp-persoenlichkeit-macht-karriere-so-stellen-sie-die-weichen-fuer-ihren-eigenen-beruflichen-weg\/","title":{"rendered":"Buchauszug Stephanie Schorp: &#8222;Pers\u00f6nlichkeit Macht Karriere. So stellen Sie die Weichen f\u00fcr Ihren eigenen beruflichen Weg&#8220;"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"x_MsoNormal\">Buchauszug <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/stephanie-schorp\/\">Stephanie Schorp<\/a>: &#8222;Pers\u00f6nlichkeit Macht Karriere. So stellen Sie die Weichen f\u00fcr Ihren eigenen beruflichen Weg&#8220;<\/h1>\n<p>Schorp ist Personalexpertin und war bei Daimler und Kienbaum, bevor sie Managing Partner bei der Executive-Beratung Comites Executive Search wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_679052\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-679052\" class=\"size-full wp-image-679052\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Schorp.Stephanie_c_Stefanie_Kresse_quer_k.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Schorp.Stephanie_c_Stefanie_Kresse_quer_k.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Schorp.Stephanie_c_Stefanie_Kresse_quer_k-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/Schorp.Stephanie_c_Stefanie_Kresse_quer_k-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-679052\" class=\"wp-caption-text\">Stephanie Schorp (Foto: Campus\/Stefanie Kresse)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Herausforderungen,\u00a0Krisen,\u00a0Scheitern<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Eine der sch\u00f6nsten Beschreibungen des eigenen Scheiterns ist uns aus der Feder des Superstars der deutschen Gr\u00fcnderzeit des 19. Jahrhunderts \u00fcberliefert: Bethel Henry Strousberg. Der \u00bbEisenbahnk\u00f6nig\u00ab, dessen Bahngesellschaften um 1870 zu den Lieblingsaktien der deutschen Anleger geh\u00f6rten, landete 1875 wegen Betr\u00fcgereien im Gef\u00e4ngnis, sein Imperium brach zusammen. Und Strousberg schrieb, als alles vorbei und er mittellos war: \u00bbAlles, was ich bef\u00fcrchtete, traf ein und wie zu erwarten war, blieben Kr\u00e4nkungen aller Art nicht aus. Falsche Freunde, triumphierende Feinde, verzagte Gesch\u00e4ftsverb\u00fcndete, Belagerung durch arme Obligationsbesitzer, unaufh\u00f6rliche Beleidigungen der Presse, die Kombination gegen mich bei der G\u00f6rlitzer Bahn seitens der Disconto-Gesellschaft, das Versiegen meines Kredites, die Befriedigung der sich t\u00e4glich mehrenden Geldbed\u00fcrfnisse neben verminderten Einnahmen, Einsturz des Geb\u00e4udes an allen Enden, Baueinstellung bei den Bahnen und Fabriken, kurz, was nur Namen hatte und st\u00f6ren, schaden, kr\u00e4nken und zum Ruin f\u00fchren konnte, trat ein.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Sie k\u00f6nnen beruhigt sein: Egal, wie heftig Sie gerade von einer Krise gebeutelt werden, so schlimm wird es schon nicht kommen. Und Sie haben eine gute Chance, dass es bei Ihnen nach der Krise auch weitergehen wird. Vielleicht nicht so wie zuvor gedacht, aber eben weiter. Anders als bei Strousberg, der 1884 v\u00f6llig verarmt starb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Krisen geh\u00f6ren zum Leben dazu. Zu Ihrem Leben, zum Leben eines Unternehmens, zum Leben einer Gesellschaft. Sie stellen Wendepunkte des Geschehens dar, die offenlassen, ob sich daraus eine Entwicklung zum Guten oder Schlechten ergibt. Und f\u00fcr wen es gut oder schlecht ausgehen wird, denn wenn es nicht gerade um Ihre ganz pers\u00f6nliche Sinnkrise geht, gibt es bei Krisen immer mehrere Beteiligte. Wenn ein ganzes System zusammenbricht, wiedas der kommunistischen Staaten in Osteuropa Anfang der 1990er Jahre, leiden viele darunter; aber viele eben auch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ich verwende in diesem Buch oft den Begriff der Weichenstellung. Er passt auch hier: Krisen sind erzwungene Weichenstellungen. Sie bringen Ver\u00e4nderungen, ob wir das wollen oder nicht, aber immer k\u00f6nnen wir zumindest mitentscheiden, was sich f\u00fcr uns pers\u00f6nlich dadurch ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_677809\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677809\" class=\"size-full wp-image-677809\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021-300x101.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021-500x168.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-677809\" class=\"wp-caption-text\">Hier geht\u00b4s zur Beratung www.goacademy.de @goacademy_sprachschule &#8211; Anzeige &#8211;<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Und wenn die Weiche, die von der Krise gestellt wurde, definitiv aufs Abstellgleis f\u00fchrt? Dann k\u00f6nnen Sie immer noch den Zug wechseln. Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 ist daf\u00fcr ein gutes Beispiel. Die Weichenstellungen des Einigungsprozesses f\u00fchrten zu einem abrupten Zusammenbruch der meisten DDR-Unternehmen. Keine M\u00e4rkte, keine Kunden, verschlissene Anlagen, damit konnte man schlicht nicht weitermachen. Aber wenn das Unternehmen, bei dem man besch\u00e4ftigt ist, nichts mehr machen kann, kann man immer noch selbst etwas tun. Und das wiederum war durch die Wiedervereinigung leichter geworden. Ob Abwanderung, ob Umschulung, ob Unternehmensgr\u00fcndung: F\u00fcr die meisten Ostdeutschen ging das Berufsleben weiter \u2013 nur eben anders.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Eine f\u00fcr viele Branchen \u00e4hnlich gravierende Krise haben wir gerade erst erlebt: die Corona-Pandemie. Als Hotel, Club oder Reiseb\u00fcro konnte man da nicht viel anderes machen als die staatlichen \u00dcberbr\u00fcckungsgelder zu beantragen. Nicht wenige Unternehmen, bis dahin grundsolide, sind dieser Krise ganz zum Opfer gefallen \u2013 und mit ihnen die Karrieren zahlreicher Topmanager. Aber Sie m\u00fcssen nicht mit dem Schiff untergehen. Einige der Kandidaten beispielsweise, die ich im Jahr 2019 f\u00fcr Unternehmen der Hotelbranche angesprochen hatte, haben sich in der Zwischenzeit in Richtung IT- Branche aufgemacht, die als Gewinner aus der Pandemie hervorgegangen ist. Gut m\u00f6glich, dass sie dort dann eine ganz andere Karriere machen, als sie vor COVID-19 jemals vermutet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Manchmal kommt der Vorwurf, so etwas sei feige, die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Und nat\u00fcrlich besch\u00e4ftigt das auch die betreffenden Manager, schlie\u00dflich haben sie mit ihrer F\u00fchrungsposition auch Verantwortung \u00fcbernommen. Ich empfehle in solchen F\u00e4llen, sich an eben dieser Verantwortung zu orientieren, indem Sie sich die Frage stellen: Kann ich im Unternehmen Teil der L\u00f6sung werden? Oder bin ich nur Teil des Problems? Wenn Letzteres, ergibt sich gerade aus Ihrer F\u00fchrungsverantwortung die Entscheidung zum Wechsel. Aber solange Sie noch die Chance haben, selbst eine aktive Rolle zu \u00fcbernehmen: Just do it!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Denn diese Chance besteht nicht nur darin, irgendwie das Unternehmen oder die Abteilung durch die Extremsituation durchzuwurschteln, sondern auch darin, sich als Krisenmanager zu bew\u00e4hren und somit f\u00fcr \u00bbH\u00f6heres\u00ab zu empfehlen, was w\u00e4hrend der Pandemie auch vielen gelungen ist. Damit folgen sie einem Muster, das wir auch in der Zeit vor weltweit zuschlagenden Viren beobachten konnten: Auff\u00e4llig viele Topmanager der deutschen Wirtschaft haben sich zu Beginn ihrer Karriere f\u00fcr Bet\u00e4tigungsfelder entschieden, die au\u00dferhalb ihrer Komfortzone lagen, die ein gewisses Risiko des Scheiterns mit sich brachten, damit einhergehend aber auch die Chance, fr\u00fchzeitig Verantwortung\u00a0\u00a0zu \u00fcbernehmen, wahrgenommen zu werden und F\u00f6rderer zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table class=\"x_MsoTableGrid\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"519\">\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Expe<\/b><b>r<\/b><b>t<\/b><b>e<\/b><b>\u00a0<\/b><b>f\u00fc<\/b><b>r\u00a0den\u00a0Ausnahmezustand:\u00a0Winston\u00a0Churchill<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Er war Soldat und Kriegsberichterstatter in mehreren Kolonialkriegen, im Ersten Weltkrieg britischer Marineminister \u2013 und\u00a0 nach Kriegsende erfolgloser Politiker. Wer nichts als Krieg kann, hat in Friedenszeiten schlechte Karten. Winston Churchill zog sich auf sein Schloss zur\u00fcck, malte und schrieb B\u00fccher; seine Karriere schien beendet. Aber als der n\u00e4chste Krieg begann, war er genau der, den das Land brauchte. Zwei Tage nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs leitete er wieder die Marine, im Mai 1940 wurde er Premierminister \u2013 und gewann. Kaum war der Krieg vorbei, w\u00e4hlten ihn die Briten wieder ab. F\u00fcr die neuen Friedenszeiten brauchten sie keinen Experten f\u00fcr Ausnahmezust\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"x_MsoNormal\">So wie die Krise geh\u00f6rt auch das Scheitern zur Karriere. Wenn Sie ganz oben mitspielen wollen, m\u00fcssen Sie immer damit rechnen, dass Sie auf dem Weg dahin mindestens eine Niederlage einstecken m\u00fcssen. Sie solltn das nicht einplanen. Vorhaben, bei denen Sie nur verlieren k\u00f6nnen, fangen Sie besser gar nicht erst an. Aber Sie sollten sich darauf vorbereiten, dass es dazu kommen kann, und wissen, wie Sie danach weitermachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ich wei\u00df, das sagt sich einfacher, als es ist. Jede Krise ist anders und man kann sich nicht auf jede vorbereiten: F\u00fcr Pandemien \u00e0 la Ebola war die ganze Welt gewappnet, aber f\u00fcr so etwas wie das Coronavirus hatte niemand einen Plan in der Schublade. Und lockere Sinnspr\u00fcche wie \u00bbAufstehen, Kr\u00f6nchn richten, weitergehen\u00ab k\u00f6nnen ziemlich hohl klingen, wenn Sie tats\u00e4chlich am Boden liegen. Denn nicht jede Krise ist vom \u00bbGelobt sei, was hart macht\u00ab-Typus. Die richtig fiesen Krisen, die, die einen fast zerst\u00f6ren, die machen einen nicht h\u00e4rter, sondern schw\u00e4cher. Sie k\u00f6nnen zu Orientierungslosigkeit, Hilflosigkeit und Ohnmacht f\u00fchren. Und Ohnmachtserfahrungen sind sehr, sehr nachhaltig. Im schlimmsten Fall fasst man danach nie mehr richtig Fu\u00df; taumelnd wie ein angez\u00e4hlter Boxer, stolpernd wie ein angeschossenes Reh. Ich kenne Manager, die sich nicht von einer solch schweren Krise erholt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Im Folgenden m\u00f6chte ich Ihnen deshalb erl\u00e4utern, wie Sie rechtzeitig erkennen k\u00f6nnen, dass sich etwas \u00fcber Ihnen zusammenbraut, auf welche Stolpersteine Sie im Unternehmen besonders achten sollten, und wie Sie am besten mit Ihrer n\u00e4chsten Krise fertig werden. Denn die kann kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-679053\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.schorp.Campus.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.schorp.Campus.jpg 408w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.schorp.Campus-188x300.jpg 188w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><\/p>\n<p><strong>Stephanie Schorp: &#8222;Pers\u00f6nlichkeit Macht Karriere. So stellen Sie die Weichen f\u00fcr Ihren eigenen beruflichen Weg&#8220; &#8211; Campus Verlag, 222 Seitem 24 Euro <\/strong><a href=\"https:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/karriere\/beruf-erfolg\/persoenlichkeit_macht_karriere-17106.html\"><strong>https:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/karriere\/beruf-erfolg\/persoenlichkeit_macht_karriere-17106.html<\/strong><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>F<\/b><b>r<\/b><b>\u00fc<\/b><b>h<\/b><b>wa<\/b><b>r<\/b><b>n<\/b><b>sy<\/b><b>s<\/b><b>t<\/b><b>em<\/b><b>e<\/b><b>\u00a0<\/b><b>un<\/b><b>d\u00a0Indikatoren<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Sowohl f\u00fcr pers\u00f6nliche Krisen als auch f\u00fcr Unternehmenskrisen gibt es eine ganze Reihe von Warnzeichen \u2013 wie bei einem Gewitter, das am Horizont heraufzieht. Aber wir h\u00f6ren nicht darauf \u2013 wie beim Tsunami von 2006 oder im Juli 2021 bei der Flutkatastrophe im Ahrtal. Da werden die Warnzeichen untersch\u00e4tzt, weil man in den dr\u00e4uenden Wolken nur ein normales Gewitter vermutet, und nicht einen Tornado, der alles in seiner Bahn Liegende vernichtet. Oder die Zeichen werden nicht einmal wahrgenommen und Sie stellen nach Ihrem Rauswurf \u00fcberrascht fest, dass alle im Unternehmen schon wussten, was Ihnen da bl\u00fcht, au\u00dfer Ihnen nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Oder, und auch das passiert leider h\u00e4ufig, man will keine Warnungen h\u00f6ren; und wenn man sie doch h\u00f6rt, will man sie nicht glauben. Das war das Schicksal, das der griechische Gott Apollon der Prophetin Kassandra auferlegte: Alle ihre Prophezeiungen waren wahr, aber keiner wurde geglaubt. Manchmal f\u00fchle ich mich ein bisschen wie Kassandra. So wie bei Anna V.: Als ich sie vermittelte, war sie die erste Frau, die in diesem Unternehmen einen Vorstandsposten bekam. Nach einiger Zeit zeichnete sich jedoch ab, dass es ihr nicht gelang, in die Closed Shops der M\u00e4nnerrunden hineinzukommen. Es w\u00e4re f\u00fcr das Unternehmen und auch f\u00fcr sie selbst wohl am besten gewesen, wenn sie von sich aus den Schritt gemacht h\u00e4tte, da wieder herauszugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Das Unternehmen h\u00e4tte gelernt, dass zur \u00d6ffnung und Modernisierung mehr geh\u00f6rt, als \u00bbjetzt eben mal \u2019ne Frau\u00ab zu engagieren, und sie h\u00e4tte wieder frei atmen k\u00f6nnen. Ich hatte V. das erst angedeutet und dann auch direkt geraten, nicht darauf zu warten, dass sie gegangen werde, aber diesen Rat wollte sie nicht h\u00f6ren. H\u00e4tte sie sich darauf eingelassen, h\u00e4tte sie riskiert, den Status zu verlieren, der mit einem Vorstandsposten verbunden ist; das wollte sie nicht, ob bewusst oder unbewusst. Als es kam, wie es kommen musste, war ihr Fall dann umso tiefer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Das Problem ist also meistens nicht, dass es keine Anzeichen f\u00fcr eine drohende Gefahr g\u00e4be, sondern dass wir nicht auf sie achten. Um sie zu erkennen und zu interpretieren, gibt es leider noch keine App, und es wird sie vermutlich auch nie geben. Das m\u00fcssen Sie schon selbst machen. Sie m\u00fcssen Ihre eigenen Gefahrenfelder identifizieren und daf\u00fcr Fr\u00fchwarnindikatoren erkennen. Bevor wir dazu kommen, worum es sich da handelt und wie Sie am besten vorgehen, sei eins vorausgeschickt: Sie m\u00fcssen sich daf\u00fcr Zeit nehmen. Und zwar wirklich nehmen, denn meistens sind wir so gehetzt von dem, was gerade passiert, dass wir nicht mehr zu dem kommen, was passieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Eigentlich erfordert der F\u00fchrungsjob Wachheit und Aufmerksamkeit. Im Meeting, beim Kunden oder beim Aufsichtsrat. Andererseits l\u00e4uft der Job sehr schnell auf ein Monkey-Business hinaus, wo Sie gar nicht zum Durchatmen kommen. Eine L\u00f6sung daf\u00fcr ist es, sich Puffer zu schaffen, um nicht im Tagesgesch\u00e4ft aufgefressen zu werden. Und das hilft nicht nur im Meeting mit dem Kunden, sondern auch im Erkennen von herannahenden internen Gewittern. Die Zeit, die Sie daf\u00fcr brauchen? F\u00fcnf Minuten pro Tag. F\u00fcnf Minuten, in denen Sie nur bei sich sind und gleichzeitig aus sich herausgehen, sich quasi von au\u00dfen betrachten. In diesen Minuten stellen Sie sich folgende Fragen:<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpFirst\">Deutet\u00a0etwas\u00a0darauf\u00a0hin,\u00a0dass\u00a0der\u00a0Unternehmensbereich, in\u00a0dem\u00a0ich\u00a0t\u00e4tig\u00a0bin,\u00a0in\u00a0Zukunft\u00a0weniger\u00a0Relevanz\u00a0hat?<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpMiddle\">Bahnen sich im Unternehmen Entscheidungen oder Machtk\u00e4mpfe an, bei denen ich mich positionieren sollte?<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpMiddle\">Gibt\u00a0es\u00a0jemand,\u00a0dem\u00a0ich\u00a0gef\u00e4hrlich\u00a0werden\u00a0k\u00f6nnte?<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpMiddle\">Verh\u00e4lt\u00a0sich\u00a0jemand\u00a0mir\u00a0gegen\u00fcber\u00a0anders\u00a0als\u00a0sonst?<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpLast\">F\u00fchlt\u00a0sich\u00a0jemand\u00a0von\u00a0mir\u00a0bedroht?<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Da es sich um Fragen handelt, bei denen Sie in erster Linie die Ereignisse und Erkenntnisse des vergangenen Arbeitstags vor Augen haben sollten, empfiehlt es sich, daf\u00fcr einen regelm\u00e4\u00dfigen Slot nach der Arbeit zu reservieren, etwa auf dem Nachhauseweg, nach dem Abendessen oder vor dem Z\u00e4hneputzen. Wenn Ihre Antwort in jedem Fall Nein hei\u00dft, kommen Sie mit den f\u00fcnf Minuten locker aus. Bei einem Ja haben Sie ein potenzielles Gefahrenfeld identifiziert, mit dem Sie sich weiter besch\u00e4ftigen sollten. Dann sollten Sie sich zus\u00e4tzlich Gelegenheiten schaffen, um mit vertrauten Menschen zu reden, die kritisch und trotzdem wohlwollend sind und Ihnen eine Einsch\u00e4tzung von au\u00dfen geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Solche Gespr\u00e4che k\u00f6nnen Sie nat\u00fcrlich ebenso f\u00fchren, wenn gerade keine Gefahr droht. Im Kapitel \u00fcber Karrierebegleitung habe ich dar\u00fcber geschrieben. Aber auch wenn Sie nicht so der extrovertierte Typ sind, der sich gerne mit Vertrauten austauscht: In diesem Fall sollten Sie es tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Neben dieser regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcbung einmal am Tag k\u00f6nnen bei der Arbeit Situationen auftreten, bei denen Sie ein ungutes Gef\u00fchl haben. Ein Meeting, bei dem Sie den Eindruck haben, dass Ihr Chef Sie auf dem Kieker hat, eine Information, die an Ihnen vorbeigelaufen ist, ein Projekt, das bei Ihnen h\u00e4tte landen k\u00f6nnen, das aber jemand anders bekommen hat. Auch ganz anlasslos k\u00f6nnen solche Gef\u00fchle aufkommen, etwa wenn eine Ihrer Aufgaben Sie pl\u00f6tzlich langweilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Manchmal sind solche unguten Gef\u00fchle der Ausl\u00f6ser, um ein Coaching zu beginnen. Gerade wenn noch kein Unwetter losgebrochen ist, halte ich das f\u00fcr ein hilfreiches Instrument, um sich einen \u00dcberblick \u00fcber die Situation und die eigene Position zu verschaffen. Aber ob mit oder ohne Coach: Beobachten Sie gut. Betrachten Sie die Situation nicht nur von innen, sondern auch von au\u00dfen. Treffen Sie Ihre Vorbereitungen, solange Sie noch Zeit daf\u00fcr haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>S<\/b><b>t<\/b><b>ol<\/b><b>perst<\/b><b>e<\/b><b>ine<\/b><b>\u00a0<\/b><b>u<\/b><b>nd\u00a0der\u00a0Umgang\u00a0damit<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wenn mich im Interview ein Kandidat spontan \u00fcberzeugt und ich ziemlich sicher bin, in ihm oder ihr eine sehr gut passende Person gefunden zu haben, f\u00e4ngt eine neue Frage an, in meinem Kopf mitzulaufen. Neben dem \u00bbPasst das?\u00ab, das von Anfang an dabei ist, erscheint dann: \u00bbH\u00e4lt der das aus?\u00ab Ich wei\u00df ja schon ganz gut \u00fcber das suchende Unternehmen Bescheid, auch wenn es vorkommt, dass der Klient mir nur die H\u00e4lfte erz\u00e4hlt. Ich kenne den Bereich und die Aufgabe, um die es geht, und ich kenne zumindest einige der Personen, auf die es ankommt, vom CEO \u00fcber den Bereichsleiter bis zum Personalchef.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Sie m\u00fcssen ebenso zum Kandidaten passen wie umgekehrt der Kandidat zu ihnen. Eigentlich m\u00fcssen sie sogar besser passen, denn beim Kandidaten kann man erwarten, dass er sich zumindest ein St\u00fcck weit an das neue Umfeld anpasst. Aber diejenigen, die dort schon seit Jahren oder Jahrzehnten den Ton angeben, werden die sich an einen neuen Manager anpassen, wie wichtig er auch ist? Eher nicht.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wenn ich es f\u00fcr wahrscheinlich halte, dass die Chemie nicht stimmen w\u00fcrde, nehme ich deshalb sogar bei fachlich perfekter Eignung von einer Empfehlung Abstand. Wenn ich Zweifel habe, setze ich den Kandidaten zwar mit auf die Empfehlungsliste, weise aber den Kunden auf m\u00f6gliche Nicht-Passungen hin. Zudem begleiten wir den Kandidaten bis zur Vertragsunterzeichnung und auch noch in der \u00bbOnboarding\u00ab-Phase der ersten Arbeitsmonate, sodass wir vermitteln k\u00f6nnen, wenn Reibungen entstehen. Dadurch haben wir eine sehr geringe Fehlerquote: H\u00f6chstens in einem Fall pro Jahr ist die Beziehung zwischen Kandidat und Klient doch nicht so erfolgreich, wie wir uns dies gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind in diesem Fall wie so h\u00e4ufig vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Aber nat\u00fcrlich gibt es auch keine Garantie daf\u00fcr, dass die Beziehung auf Dauer gutgeht. Da gibt es externe Faktoren, die dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass man sich von einer F\u00fchrungskraft wieder trennt, beispielsweise \u00dcbernahme, Fusion oder Restrukturierung. Und es gibt interne Faktoren, die dazu f\u00fchren, dass man es doch nicht miteinander ausgehalten hat. Sie tauchen auf, wenn Fehler gemacht werden, von Ihnen, den anderen oder beiden. Sie fallen \u00fcberwiegend in zwei Kategorien: Macht und Kultur. Ich nenne sie die Stolpersteine, denn man kann wegen ihnen fallen, aber ihnen auch aus dem Weg gehen. Wenn man sie rechtzeitig erkennt, kann man sein Verhalten \u00e4ndern: in den Vorsichtsmodus oder die Warnstufe gehen, mit Bedacht agieren, sich absichern, einen Coach kontaktieren oder auch schon nach anderem Ausschau halten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Di<\/b><b>e\u00a0Machtfrage:<\/b><b>\u00a0Wenn\u00a0Sie\u00a0jemand\u00a0anderem\u00a0in\u00a0die\u00a0Quere\u00a0kommen<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ein Klassiker: Sie wollen Karriere machen und nach oben kommen. Aber da oben sitzt schon jemand, der \u00fcberhaupt nicht einsieht, warum er Ihnen Platz machen sollte. Anders als im Sport gibt es keinen objektiven Bewertungsma\u00dfstab daf\u00fcr, wer von Ihnen beiden den besseren Job macht, also l\u00e4uft es in vielen F\u00e4llen auf die aus dem Tierreich bekannten Rangordnungsk\u00e4mpfe hinaus: Der Sieger \u00fcbernimmt beziehungsweise beh\u00e4lt die Macht im Revier, der Verlierer trollt sich in die hinterste Ecke oder verl\u00e4sst das Revier ganz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Manche Unternehmen schaffen bewusst solche Konstellationen und stellen neben den\u00a0 internen Kronprinzen einen externen Herausforderer. Oft informieren sie weder die Headhunterin noch die Beteiligten \u00fcber ihr Vorhaben. M\u00f6ge der St\u00e4rkere gewinnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ob geplant oder ungeplant, vorinformiert oder nicht, hart oder kn\u00fcppelhart: Solche K\u00e4mpfe m\u00fcssen Sie aushalten und ausfechten. Denn sie passieren nicht nur in streng hierarchisch gepr\u00e4gten Unternehmen, sondern \u00fcberall, wo es F\u00fchrungspositionen und Verantwortlichkeiten gibt. Sie passieren zwischen M\u00e4nnern, zwischen M\u00e4nnern\u00a0\u00a0und Frauen und zwischen Frauen, werden dann allerdings mit jeweils unterschiedlichen Waffen ausgetragen. <span lang=\"EN-US\">I<\/span><span lang=\"EN-US\">f you can\u2019t stand the heat, get out of the kitchen. <\/span>Eine Vorstandsetage ist kein Ponyhof. Wer auf dieser Ebene angekommen ist oder sie erreichen will, sollte nicht nur Hermann Hesse und Rosamunde Pilcher gelesen haben, sondern auch Machiavelli und Sun Tzu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Manchmal allerdings kommt die Machtfrage aus einer g\u00e4nzlich unerwarteten Ecke. So passierte es Richard M. Ich hatte den Auftrag eines Unternehmens, einen neuen Vorstand von au\u00dfen zu finden. Er solle in ein paar Jahren den Richtung Altersgrenze gehenden CEO ersetzen und zeitig genug einsteigen, um sich intensiv auf den Chefposten vorbereiten zu k\u00f6nnen. M. war der ideale Kandidat daf\u00fcr und wurde in den Vorstand berufen. Normal w\u00e4re jetzt gewesen, wenn ein Konflikt mit einem der internen Vorst\u00e4nde ausgebrochen w\u00e4re, der sich ebenfalls Hoffnung auf den CEO- Posten machte. Aber das passierte nicht. Stattdessen gab es nach Jahren \u00fcberraschenderweise einen Konflikt mit dem alten CEO, der fand, dass sich Richard M. zu sehr als CEO geriere. Hm, sollte er nicht genau daf\u00fcr geholt werden? \u00bbAber doch erst, wenn ich weg bin!\u00ab, bekam ich zur Antwort. M. musste gehen, und der Silberr\u00fccken ging dann eben ein paar Jahre sp\u00e4ter in Rente.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">\u00bbWas h\u00e4tte ich anders machen k\u00f6nnen?\u00ab, fragte M. mich hinterher. Oh, da f\u00e4llt einem nat\u00fcrlich viel ein: M\u00e4uschen spielen, dankbar sein, dem Chef die T\u00fcr aufhalten und die Tasche tragen, aber das w\u00e4re dann nicht M. gewesen. Ich hatte nach einem potenziellen CEO gesucht, und M. war ein CEO-Typ. Der spielt eben nicht M\u00e4uschen. Klar, man kann politisch und taktisch agieren, und hin und wieder muss man das auch, aber wer will sich schon jahrelang verbiegen? Manchmal ist man eben zu gut f\u00fcr sein Umfeld.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>D<\/b><b>i<\/b><b>e\u00a0Neidfrage:<\/b><b>\u00a0Wenn\u00a0Sie\u00a0jemandem\u00a0das\u00a0Licht\u00a0wegnehmen<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">War im vorigen Abschnitt die Lekt\u00fcreempfehlung eher im martialischen Sachbuchsegment, kann in diesem Fall ein bisschen Bl\u00e4ttern in Klatschpresse und Liebesromanen nicht schaden. Denn bei der Neidfrage ist Ihre \u00dcberlegenheit und Brillanz nicht Teil der L\u00f6sung, sondern Teil des Problems. Wenn Sie neu in den Laden hineinschneien und dort zu strahlen beginnen, stellen Sie andere in den Schatten. Und wer bisher gewohnt war, sich in Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung zu sonnen, wird not amused sein, wenn jemand anderes, n\u00e4mlich Sie, einen Teil oder gar die gesamte Aufmerksamkeit absaugt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Dabei muss es sich nicht einmal um einen direkten Konkurrenten handeln. Wenn Sie als neue Vertriebsleiterin Ihren Bereich aufpolieren und damit Erfolg haben, k\u00f6nnen Sie damit dem Chief Strategist oder dem Finanzvorstand auf die F\u00fc\u00dfe treten und es nicht einmal merken. Das geht nat\u00fcrlich auch drei Ebenen tiefer:<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Sie erregen als frisch gebackener Teamleiter die Aufmerksamkeit der Abteilungsleiterin und erhalten deren Anerkennung, und das nimmt Ihnen ein Sachbearbeiter \u00fcbel, der bislang als Graue Eminenz der Abteilung besondere Aufmerksamkeit genoss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Macht ist ein rationales Konzept: Man hat sie oder nicht, man kann darum k\u00e4mpfen und den Kampf entscheiden. Neid hingegen ist emotional und manchmal sogar zutiefst irrational. Daf\u00fcr gibt es keine Spielregeln, daf\u00fcr l\u00e4sst sich kein Schlachtplan aufstellen. Sie haben es da eher mit einem Beziehungsdrama zu tun. Wenn zwei Manager um Aufmerksamkeit k\u00e4mpfen, ist das ein bisschen so, wie wenn zwei Frauen oder zwei M\u00e4nner um einen Mann oder eine Frau k\u00e4mpfen. Auch wenn Sie noch nie in ein Klatschmagazin hineingeschaut haben sollten, wissen Sie, wovon ich rede.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ein dramatischer Wendepunkt in Kitschroman und Herzkino ist der Moment der Erkenntnis: Die neue Favoritin des M\u00e4rchenprinzen begreift pl\u00f6tzlich, dass das Herz der Schlossverwalterin seit Jahren nur f\u00fcr den Prinzen schl\u00e4gt, und dass sie sich nicht \u00fcber dessen neue Liebe freut, sondern sie beseitigen will. Nach diesem Moment der Erkenntnis ist alles anders, die Begleitmusik wechselt von Geige zu Trommel, die Romanze wird zum Kampf, bis sich am Ende doch noch alles in Friede, Freude, Eierkuchen aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ein solcher Moment der Erkenntnis w\u00fcrde auch Ihnen helfen. Gerade wenn Sie, wie die meisten Topmanager, keine Antenne f\u00fcr Kitsch und Romantik haben, achten Sie im Allgemeinen eher auf rational erkl\u00e4rbares Konfliktpotenzial. Aber wenn Sie eine emotionale Konfliktkomponente erst einmal ausgemacht haben, k\u00f6nnen Sie auch daf\u00fcr Strategien entwickeln. Dabei geht es nicht so sehr darum, sich selbst kleinzumachen, sondern eher darum, auch die anderen strahlen zu lassen. Wenn Sie beispielsweise explizit auf die wertvolle Expertise von Herrn XYZ hinweisen, die zu einem bestimmten Ergebnis gef\u00fchrt hat, geben Sie ihm etwas von dem Licht ab, das sonst nur auf Sie fallen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Und wie erkennen Sie ein emotionales Konfliktpotenzial? Am besten \u00fcber den Flurfunk, falls Sie dazu einen Zugang finden &#8211; wobei der in der Regel kein Wort \u00fcber dieses Beziehungsdrama verlieren wird, solange Sie mit an der Kaffeemaschine stehen. Ein anderer Weg geht \u00fcber \u00c4u\u00dferungen oder Verhaltensweisen, die Sie sich nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, und \u00fcber die Sie normalerweise achselzuckend hinweggehen. Wenn da etwas besonders merkw\u00fcrdig ist: Merken Sie es sich. Versuchen Sie, eine Erkl\u00e4rung zu finden, reden Sie mit einer Vertrauensperson\u00a0\u00a0au\u00dferhalb des Unternehmens dar\u00fcber, ob sich hinter einem r\u00e4tselhaften Satz ein ganzes Beziehungsdrama verbergen k\u00f6nnte. Denn im Unterschied zu den Schmonzetten von Rosamunde Pilcher k\u00f6nnen Sie in Ihrem Drama nicht sicher sein, dass es ein Happy End gibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>D<\/b><b>i<\/b><b>e\u00a0Kulturfrage:<\/b><b>\u00a0Jemand\u00a0passt\u00a0dann\u00a0doch\u00a0nicht\u00a0ins\u00a0Unternehmen<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Unternehmen\u00a0sind\u00a0mehr\u00a0als\u00a0nur\u00a0eine\u00a0Ansammlung\u00a0von\u00a0Menschen und\u00a0Maschinen.\u00a0Sie\u00a0k\u00f6nnen\u00a0st\u00e4rker\u00a0sein\u00a0als\u00a0jeder\u00a0CEO,\u00a0ihre Eigenheiten\u00a0k\u00f6nnen\u00a0sogar\u00a0Fusionen\u00a0und\u00a0\u00dcbernahmen\u00a0\u00fcberleben.\u00a0Auch nach\u00a0einem\u00a0Jahrzehnt\u00a0unter\u00a0dem\u00a0Dach\u00a0von\u00a0Daimler\u00a0war\u00a0Chrysler\u00a0immer\u00a0noch\u00a0Chrysler,\u00a0und\u00a0obwohl\u00a0der\u00a0Zusammenschluss\u00a0von\u00a0Asea\u00a0und\u00a0BBC\u00a0zu\u00a0ABB\u00a0schon\u00a0mehr\u00a0als\u00a0drei\u00a0Jahrzehnte zur\u00fcckliegt, legen\u00a0viele\u00a0Besch\u00e4ftigte\u00a0immer\u00a0noch\u00a0Wert\u00a0auf\u00a0die\u00a0Feststellung,\u00a0ob sie\u00a0in\u00a0einem BBC-\u00a0oder\u00a0einem\u00a0Asea-Werk\u00a0arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">In den soziologiedominierten Nach-68er-Zeiten nannte man diese Eigenheiten \u00bbUnternehmenskultur\u00ab, in der von Wall Street und Silicon Valley dominierten Zeit um die Jahrhundertwende sprach man eher von \u00bbCorporate Vision\u00ab und \u00bbCorporate Mission\u00ab. Inzwischen sind wir im Biotech-Zeitalter angekommen und man spricht von der \u00bbDNA\u00ab eines Unternehmens. Gemeint ist jeweils in etwa das Gleiche, und als Psychologin bleibe ich gerne beim Kulturbegriff. Eine Kultur kann sich ver\u00e4ndern (anders als die DNA), eine Kultur wird gelebt, nicht geschrieben (anders als die Corporate Mission), und zu einer Kultur kann man passen oder eben auch nicht. Darum geht es in meinem Job, und darum geht es auch f\u00fcr Sie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Unternehmenskultur zeichnet sich durch das aus, was man sch\u00e4tzt und was nicht. Zu ihr geh\u00f6rt, wie man sich von innen sieht und wie man von au\u00dfen gesehen wird. Wobei sich Innen- und Au\u00dfensicht stark voneinander unterscheiden k\u00f6nnen, wovon sowohl Pharmakonzerne als auch Fu\u00dfballklubs ein Lied singen k\u00f6nnen. Besonders drastisch zeigt sich das an dem Verein meiner Heimatstadt. Im offiziellen Vereinslied hei\u00dft es: \u00bbFC Bayern, Deutscher Meister, ja so hei\u00dft er, mein Verein. Ja so war es und so ist es und so wird es immer sein.\u00ab Im Song \u00bbBayern\u00ab der Punkband Die Toten Hosen hingegen hei\u00dft es genrespezifisch drastisch: \u00bbWas f\u00fcr Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein, einen Vertrag zu unterschreiben bei diesem schei\u00df Verein?\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ganz\u00a0so\u00a0gro\u00df\u00a0ist\u00a0die\u00a0Differenz\u00a0zwischen\u00a0Innen-\u00a0und\u00a0Au\u00dfensicht\u00a0bei\u00a0Unternehmen\u00a0nicht,\u00a0aber\u00a0sie\u00a0existiert.\u00a0Und\u00a0damit\u00a0kann\u00a0es\u00a0f\u00fcr\u00a0Sie\u00a0zu\u00a0positiven\u00a0oder\u00a0negativen\u00a0\u00dcberraschungen\u00a0kommen,\u00a0wenn\u00a0Sie\u00a0das\u00a0Unternehmen,\u00a0das\u00a0Sie\u00a0bislang\u00a0nur\u00a0von\u00a0au\u00dfen\u00a0als\u00a0Zuschauer wahrnahmen,\u00a0jetzt\u00a0von\u00a0innen\u00a0als\u00a0Akteur\u00a0kennenlernen.<\/p>\n<table class=\"x_MsoTableGrid\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"501\">\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Kommunikation\u00a0als\u00a0Kulturschock<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Martina K. ist eine sehr wettbewerbs- und erfolgsorientierte Frau und hatte sich in einem Konzern bis in die oberste Etage emporgearbeitet. Weil sich dort keine weitere Perspektive bot, wechselte sie in eine andere Branche und in ein komplett anderes Setting \u2013 und scheiterte dort nach k\u00fcrzester Zeit. K.s Problem waren dabei weder die Leistung noch der Branchenwechsel, sondern die Kommunikationskultur im neuen Unternehmen. Besser gesagt die Nicht-Kommunikationskultur: Man sprach dort nach innen wenig und nach au\u00dfen \u00fcberhaupt nicht. Nat\u00fcrlich wusste K. das vorher, aber nur in der Theorie, nicht in der Praxis. Die Differenz zwischen ihrem eigenen Anspruch an Kommunikation und der Wirklichkeit im Unternehmen stellte sich bald als un\u00fcberbr\u00fcckbar heraus.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wenn ich wei\u00df, dass ein Kulturkonflikt droht, kann ich einen Kandidaten darauf vorbereiten. Aber nat\u00fcrlich habe ich auch keine wirkliche Innenansicht, sondern nur eine fundierte Au\u00dfenansicht. Das hilft oft, aber nicht immer. Denn bei der Unternehmenskultur ist es wie beim Eisberg: Das eigentlich Interessante ist unter der Oberfl\u00e4che. Was man nicht sieht, was einem nicht erz\u00e4hlt wird, was man ersp\u00fcren muss. Wie k\u00f6nnen Sie absch\u00e4tzen, ob die Kulturen passen oder kollidieren? Ich empfehle Ihnen einen dreistufigen Weg.<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpFirst\">Recherchieren Sie, um das Unternehmen so gut wie m\u00f6glich von au\u00dfen kennenzulernen. Dazu geh\u00f6ren nicht nur die Produktpalette und die Bilanzdaten, sondern auch die Selbstdarstellung und die dort t\u00e4tigen Personen.<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpMiddle\">Reden Sie mit jemand \u00fcber das Unternehmen. Am besten mit jemand, der oder die dort schon gearbeitet hat, oder jemanden kennt, der oder die dort war oder ist. Wie sieht es dort aus? Was erwartet einen da?<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpMiddle\">Stellen\u00a0Sie\u00a0sich\u00a0zwei\u00a0Fragen:\u00a0Was\u00a0muss\u00a0ich\u00a0hier\u00a0tun?\u00a0Was\u00a0darf ich\u00a0hier\u00a0auf\u00a0keinen\u00a0Fall\u00a0tun?\u00a0Schreiben\u00a0Sie\u00a0das\u00a0Ergebnis\u00a0auf\u00a0ein\u00a0Blatt\u00a0Papier.<\/li>\n<li class=\"x_MsoListParagraphCxSpLast\">Schreiben Sie auf ein anderes Blatt, welche Werte Sie pers\u00f6nlich f\u00fcr besonders wichtig halten, legen Sie beide Bl\u00e4tter nebeneinander und vergleichen Sie die Antworten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">F\u00fcr den Fall, dass Ihre Entscheidung zugunsten dieses Unternehmens ausf\u00e4llt, k\u00f6nnen Sie sich als vierte Stufe beide Bl\u00e4tter auf Wiedervorlage nach Ihrem ersten Jahr im neuen Job legen und Ihre damalige Au\u00dfenansicht mit der aktuellen Innenansicht vergleichen. Oder Sie verwenden Ihren Kulturtest als Spickzettel f\u00fcr Konfliktsituationen. Denn sowohl Konflikte mit Vorgesetzten als auch mit Untergebenen beruhen nicht selten auf unterschiedlichen Werten, die wiederum unterschiedlich in pers\u00f6nlicher und betrieblicher Kultur verankert sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>I<\/b><b>n<\/b><b>t<\/b><b>r<\/b><b>igen<\/b><b>\u00a0<\/b><b>erkennen\u00a0und\u00a0bew\u00e4ltigen<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Unternehmen sind eine politische Gemengelage. Sie werden nicht nur Freunde haben. In manchen Konzernen geh\u00f6rt die interne Politik zu den wichtigsten Besch\u00e4ftigungen \u2013 also Machtkampf und Intrigen. Die zweite Hauptbesch\u00e4ftigung in solchen Konzernen hei\u00dft \u00fcbrigens: Cover your ass \u2013 suche nicht den Erfolg, sondern versichere dich, dass im Fall des Misserfolgs nicht du daran schuld bist. Der immense Geschwindigkeitsvorteil von Start-ups r\u00fchrt in erster Linie daher, dass sie solche Spiele nicht machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wie k\u00f6nnen Sie sich vor Intrigen sch\u00fctzen? Deren Hauptmerkmal ist ja leider, dass Sie selbst nichts davon mitbekommen. Jedes Gespr\u00e4ch, das beendet wird, wenn Sie den Raum betreten, kann zu einer solchen Intrige geh\u00f6ren. Aber wenn Sie \u00fcberall, wo theoretisch eine Intrige versteckt sein k\u00f6nnte, tats\u00e4chlich eine vermuten, kann das schnell in Richtung Paranoia ausarten. Das ist sehr ungesund. Vielleicht handelte es sich bei dem f\u00fcr Sie so verd\u00e4chtig abrupt beendeten Gespr\u00e4ch ja nur darum, was die Abteilung Ihnen zum Geburtstag schenken will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Andererseits kann es auch gef\u00e4hrlich werden, wenn Sie \u00fcberhaupt nicht auf Intrigen gefasst sind. Sie sollten schon ein Gef\u00fchl daf\u00fcr haben, wer einen Vorteil davon haben k\u00f6nnte, Ihnen zu schaden, und wer nicht. Und Sie sollten ein Gef\u00fchl daf\u00fcr haben, wem Sie trauen k\u00f6nnen. Nicht unbedingt im Musketier-Sinne des \u00bbEiner f\u00fcr alle, alle f\u00fcr einen\u00ab. So funktionieren Unternehmen nicht. Und auch in den Netzwerken, in denen Sie sich befinden, sind die anderen ja nicht deshalb dabei, um Ihnen zu n\u00fctzen, sondern sind in erster Linie auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Das geh\u00f6rt ja zu einem Netzwerk auch dazu. Aber zumindest trauen in dem Sinne, dass Ihr Gegen\u00fcber das, was er Ihnen sagt, auch ehrlich meint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Aus der Kombination der beiden Dimensionen Freund\/Feind und ehrlich\/falsch ergeben sich die folgenden vier Typen, mit denen Sie es in Ihrem beruflichen Umfeld zu tun haben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>F<\/b><b>r<\/b><b>eund\u00a0<\/b><b>und\u00a0Feind\u00a0im\u00a0Unternehmen<\/b><\/p>\n<table class=\"x_MsoNormalTable\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"74\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ist\u00a0ehrlich<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ist\u00a0falsch<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"74\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ist\u00a0Feind<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Nahk\u00e4mpfer<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Meuchelm\u00f6rder<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"74\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ist\u00a0Freund<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Buddys<\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"146\">\n<p class=\"x_MsoNormal\">Opportunisten<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><span lang=\"EN-US\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Nah<\/b><b>k<\/b><b>\u00e4mp<\/b><b>f<\/b><b>e<\/b><b>r\u00a0<\/b>sind Leute, die in den Konflikt gehen k\u00f6nnen, die den Streit aushalten, manche haben sogar Spa\u00df daran. Wenn Sie einen Nahk\u00e4mpfer als Gegner haben, k\u00f6nnen Sie davon ausgehen, dass es um die Sache geht; bei einer anderen Auseinandersetzung kann er auch auf Ihrer Seite sein. Es gibt auch auf unteren Ebenen Nahk\u00e4mpfer, aber selten: Immerhin geh\u00f6rt dazu, im Zweifelsfall auch Vorgesetzten zu widersprechen. Wenn Sie so jemanden unter Ihren Leuten haben, respektieren Sie ihn, auch wenn er mal nervt. Auf h\u00f6heren Ebenen kommen Nahk\u00e4mpfer h\u00e4ufiger vor. Eine gute F\u00fchrungskraft muss es schlie\u00dflich aushalten, dass der eine oder andere sich abwendet, wenn sie eine Entscheidung f\u00e4llt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Meuchelm\u00f6<\/b><b>r<\/b><b>de<\/b><b>r<\/b> gehen jedem Konflikt mit Ihnen aus dem Weg, achten aber genau darauf, ob Sie ihnen gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen. Dieses Gef\u00e4hrlichwerden hat dabei nichts mit der Sache zu tun. Ihr Vergehen kann schlicht darin bestehen, dass Sie besser oder gar beliebter sind. Wenn er sich diese Meinung gebildet hat, ist der Meuchelm\u00f6rder zum Kampf bis aufs Messer bereit, wobei er mit dem Messer von hinten kommt. Hinterher sagt er allen, also allen au\u00dfer Ihnen, was ihm die ganze Zeit an Ihnen nicht gepasst hat. So werden Sie auch nach der Niederlage noch gedem\u00fctigt, und allen anderen wird die Warnung mitgegeben, nur ja nicht Ihrem Beispiel zu folgen. Leider sind Meuchelm\u00f6rder gar nicht so selten: Es gibt viele, die falsch spielen. Und es gibt Umfelder, da k\u00f6nnen Sie nur scheitern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Budd<\/b><b>y<\/b><b>s<\/b> sind die Einzigen, die Sie fragen k\u00f6nnen, wenn Sie sp\u00fcren, dass etwas faul ist oder Sie unsicher sind. Meistens haben sie ein \u00e4hnliches bis gleiches Wertesystem wie Sie, wollen nicht so sehr Streit als vielmehr eine gute Zeit haben. Sie k\u00f6nnen echte Bundesgenossen sein, wenn es hart auf hart kommt. Aber auch das hat seine Grenzen: Selbst von Ihren Buddys k\u00f6nnen Sie nicht erwarten, dass sie sich f\u00fcr Sie in den Kampf st\u00fcrzen, wenn erst einmal klar ist, dass der Chef Sie loswerden will. Am Ende ist man immer alleine.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>Oppo<\/b><b>r<\/b><b>tunis<\/b><b>t<\/b><b>e<\/b><b>n<\/b> sind so lange auf Ihrer Seite, wie sie sich davon am meisten versprechen k\u00f6nnen. Und sie haben keine Probleme damit, sofort die Seiten zu wechseln, wenn der Wind von anderswoher weht. Daraus m\u00fcssen Sie keine Moralfrage machen, aber Sie sollten wissen, woran Sie sind. F\u00fcr viele Menschen ist der Job nun mal ein existenzielles Thema und sie sind deshalb auch dazu bereit, sich viel und oft zu b\u00fccken, um den Job zu behalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Dieser Vorschlag f\u00fcr eine grobe Einordnung Ihres beruflichen Umfelds erhebt keinen Anspruch auf Allgemeing\u00fcltigkeit. Er soll Ihnen lediglich dabei helfen, Ihre Lage zu sortieren, um gegen Intrigen gewappnet zu sein. Und je nachdem, wie Sie Ihre Karriere aufbauen wollen, k\u00f6nnen Sie auch den einen oder anderen Typ f\u00fcr sich nutzen. Ich w\u00fcrde Ihnen allerdings nicht empfehlen, eine solche Einordnung in Ihrem Umfeld bekannt zu machen. Niemand mag es gern, in Schubladen gesteckt zu werden. Auch Sie nicht.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>K<\/b><b>risen<\/b><b>m<\/b><b>a<\/b><b>n<\/b><b>a<\/b><b>gemen<\/b><b>t<\/b><b>\u00a0<\/b><b>da<\/b><b>v<\/b><b>o<\/b><b>r<\/b><b>,\u00a0<\/b><b>mit<\/b><b>t<\/b><b>end<\/b><b>r<\/b><b>in<\/b><b>\u00a0<\/b><b>u<\/b><b>nd\u00a0danach<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">In der Corona-Pandemie haben wir den Begriff \u00bbPr\u00e4ventionsparadox\u00ab kennengelernt: Die Ma\u00dfnahmen, um Infektionen zu vermeiden, funktionieren so gut, dass eine Infektionswelle verhindert wird und viele Menschen vor Krankheit und Tod gesch\u00fctzt werden. Statt Dank erntet man aber nur Unmut der Bev\u00f6lkerung: Wenn so wenig passiert, warum haben wir dann \u00fcberhaupt so einschneidende Ma\u00dfnahmen ertragen m\u00fcssen? There is no glory in prevention \u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">So etwas gibt es auch in der Wirtschaft. Das Risikomanagement arbeitet so gut, dass praktisch nichts mehr schiefgeht. Anstatt das zu feiern, kann die neu gewonnene Sicherheit dazu verleiten, dann eben noch gewagtere Gesch\u00e4fte zu machen. Es wird schon gutgehen. Und das tut es ja auch \u2013 bis es doch nicht mehr gutgeht. So in etwa ist die Finanzkrise von 2008\/09 entstanden und auch so manche Firmenpleite beruht auf solchem \u00dcbermut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Was den pers\u00f6nlichen Umgang mit Krisen angeht, kann ich diese Verhaltensweise nicht empfehlen. Die beste Krise ist eine, die gar nicht erst passiert, und im bisherigen Teil dieses Kapitels ist viel davon die Rede, wie Sie m\u00f6gliche Konflikte erkennen und vermeiden k\u00f6nnen. Das macht Leben und Arbeiten angenehmer. Mit den Krisen, die von au\u00dfen an Ihr Unternehmen heranbranden, haben Sie auch ohnehin schon genug zu tun. Und wem es dadurch zu ruhig wird, der m\u00f6ge sich lieber am Wochenende ins Bungee-Jumping st\u00fcrzen als unter der Woche in Machtk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Aber wenn es dennoch zu Konflikten kommt? Das schauen wir uns jetzt an. Aber auch in diesem Abschnitt beginne ich mit dem, was bisher mein Thema war: die Pr\u00e4vention.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>V<\/b><b>or\u00a0<\/b><b>der\u00a0Krise:\u00a0L\u00f6sungsversuche\u00a0und\u00a0Gefechtsbereitschaft<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ja, es gibt Situationen, da kann es fatal wirken, Frieden zu schlie\u00dfen. Das M\u00fcnchner Abkommen von 1938 zum Beispiel: Um einen Krieg zu vermeiden, \u00fcberlie\u00dfen England und Frankreich Deutschland einen Teil der Tschechoslowakei, was Hitler in seiner Ansicht best\u00e4rkte, dass er es mit Schlappschw\u00e4nzen zu tun habe, und seine Kriegslust weiter anfachte. Allerdings halte ich es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass Ihre innerbetrieblichen Gegner mit Diktatoren vergleichbar sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Deshalb ist meine erste Priorit\u00e4t immer, einen drohenden Konflikt durch Gespr\u00e4che zu entsch\u00e4rfen. Wenn es rein um die Sache geht und wenn die Gegenseite mit offenem Visier k\u00e4mpft, haben Sie dabei gute Chancen: Dann sollten beide Seiten feststellen k\u00f6nnen, dass sie ein gemeinsames, \u00fcbergeordnetes Interesse haben, n\u00e4mlich den Erfolg des Unternehmens. Unter diesem sch\u00fctzenden Dach kann jede Seite inhaltliche Zugest\u00e4ndnisse machen, ohne dadurch das Gesicht zu verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Aber auch wenn Sie auf diesem Weg nicht weiterkommen, bietet er Ihnen doch wertvolle Erkenntnisse. Falls Sie wissen, dass es einen Konflikt gibt, und die Gegenseite darauf ansprechen, die aber behauptet, es sei alles in Ordnung, wissen Sie, dass Sie es mit einem Gegenspieler vom Typ Meuchelm\u00f6rder zu tun haben, und k\u00f6nnen Ihre Strategie dementsprechend ausrichten. In dieser Situation ist ein mehr als 2000 Jahre alter Ratschlag von Cicero hilfreich: Si vis pacem para bellum \u2013 Wenn du den Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor. Auf jeden Fall sollte diese Vorbereitung mental stattfinden, aber es kommt zus\u00e4tzlich auch eine gezielte Ressourcenallokation infrage, zum Beispiel, indem Sie Ihre Truppen in der Grenzregion zum Gegner verst\u00e4rken, etwa durch ein neues Projekt-Team, das den Konfliktraum bespielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wenn Sie bei dieser Vorbereitung feststellen, dass Ihre Truppen nicht stark genug sind oder psychisch nur bedingt kampfbereit, oder wenn Sie schlicht keine Lust auf diese Art von Kriegsspielen haben, ist auch ein strategischer R\u00fcckzug m\u00f6glich. Zum Beispiel indem Sie vorschlagen, eine heikle Entscheidung nicht jetzt und hier zu treffen, sondern sie zu vertagen, um die Alternativen klarer herausarbeiten zu k\u00f6nnen. Das nimmt den Druck aus der aktuellen Situation und erm\u00f6glicht es zudem, den Konflikt von der emotionalen zur\u00fcck auf die rationale Ebene zu bringen.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>I<\/b><b>n\u00a0<\/b><b>der\u00a0Krise:\u00a0die\u00a0Kunst\u00a0des\u00a0K\u00e4mpfens<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Jetzt geht es um eine Entscheidung. Und wenn sich hier zwei oder gar mehr Fronten gebildet haben, muss diese Entscheidung erk\u00e4mpft werden. Sp\u00e4testens jetzt w\u00e4re es eine gute Idee, sich die <i>K<\/i><i>u<\/i><i>nst\u00a0<\/i><i>des\u00a0<\/i><i>K<\/i><i>r<\/i><i>ie<\/i><i>ge<\/i><i>s<\/i><i>\u00a0<\/i>von Sun Tzu zu besorgen und zu pr\u00fcfen, was Sie davon f\u00fcr Ihre aktuelle Auseinandersetzung verwenden k\u00f6nnen. Denn wie bei einem echten Gefecht in einem echten Krieg wissen Sie vorher nicht, wie es verlaufen wird, wie lange es dauert und wie es ausgeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Fronten k\u00f6nnen sich verh\u00e4rten oder verschieben, Verb\u00fcndete k\u00f6nnen \u00fcberlaufen oder Rei\u00dfaus nehmen, und irgendein Zufall oder ein externes Ereignis kann den Gefechtsverlauf auf den Kopf stellen. Im Ersten Weltkrieg wurde einmal eine Schlacht in Westafrika zugunsten der deutschen Truppen entschieden, weil zwischen den Fronten ein Bienenschwarm aufgeschreckt worden war, der die Engl\u00e4nder und ihre Verb\u00fcndeten attackierte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Unabh\u00e4ngig\u00a0von\u00a0der\u00a0Konfliktsituation\u00a0und\u00a0dem\u00a0Ablauf\u00a0des\u00a0Kampfes\u00a0k\u00f6nnen\u00a0f\u00fcr\u00a0Sie\u00a0zwei\u00a0Ressourcen\u00a0von\u00a0entscheidender\u00a0Wichtigkeit\u00a0sein:\u00a0innere\u00a0St\u00e4rke\u00a0und\u00a0Unterst\u00fctzung\u00a0von\u00a0au\u00dfen.\u00a0Denn\u00a0wenn\u00a0man\u00a0den\u00a0Kampf\u00a0ganz\u00a0alleine\u00a0f\u00fchrt,\u00a0sind\u00a0erstens\u00a0die\u00a0Chancen zu\u00a0gewinnen\u00a0schlechter\u00a0und\u00a0zweitens\u00a0f\u00fchlt\u00a0es\u00a0sich\u00a0nicht\u00a0so\u00a0gut\u00a0an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Bei der eigenen inneren St\u00e4rke spielt bei mir Zen eine gro\u00dfe Rolle. Nicht nur in Konfliktsituationen, sondern auch sonst. Aber Sie m\u00fcssen das nicht nachmachen. Es geht ja darum, dass Sie in <i>I<\/i><i>h<\/i><i>r<\/i><i>e<\/i><i>\u00a0<\/i>innere Kraft kommen, nicht in meine. Das kann auch ein Spaziergang mit dem Hund oder ein Karaoke-Abend sein. Oder das Aufsuchen eines Kraftortes in der Natur.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Bei der Unterst\u00fctzung von au\u00dfen ist f\u00fcr viele die Familie wichtig. Und das nat\u00fcrlich nicht als Bataillon im Kampf, sondern als ein sicherer Ort und auch als Gelegenheit, sich mal aussprechen zu k\u00f6nnen. Was das Auffangen und das Zur-Ruhe-Kommen angeht, spricht in der Tat viel daf\u00fcr, denn genau daf\u00fcr hat man Familie und Partner. Aber Ratschl\u00e4ge in der Krise, das ist schon noch mal etwas anderes. Meine Faustregel hierf\u00fcr: Ein Partner, dem Sie vertrauen und der Ihnen \u00fcber lange Zeit schon eine St\u00fctze war, kann auch eine St\u00fctze in der Krise sein. Sonst sollten Sie sich eher eine professionelle Unterst\u00fctzung holen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><b>N<\/b><b>ach\u00a0der\u00a0Krise:\u00a0Aufr\u00e4umen\u00a0und\u00a0bew\u00e4ltigen<\/b><b><\/b><\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Einen Kampf kann man gewinnen oder verlieren. Wenn Sie gewonnen haben, werden Sie wenig Ratschl\u00e4ge brauchen, vielleicht sogar gar keine annehmen wollen. Deshalb hier nur kurz: Der gr\u00f6\u00dfere Erfolg besteht nicht darin, den Krieg zu gewinnen, sondern den Frieden. Sie sind weder Unternehmer noch Diktator, Sie sind Manager. Sie sind in den Konflikt hineingegangen, um den Nutzen des Unternehmens zu mehren (und auch Ihren Nutzen). Nach der Krise sollte es jetzt nicht darum gehen, Ihnen Denkm\u00e4ler zu bauen, sondern weiterhin ganz schlicht und rational darum, den Nutzen des Unternehmens zu mehren. Das ist Ihr Job.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ganz\u00a0anders\u00a0liegt\u00a0der\u00a0Fall,\u00a0wenn\u00a0Sie\u00a0verloren\u00a0haben,\u00a0wenn\u00a0Sie\u00a0gescheitert\u00a0sind.\u00a0Ja,\u00a0wir\u00a0haben\u00a0hundertmal\u00a0gelesen,\u00a0dass\u00a0Scheitern\u00a0dazugeh\u00f6rt,\u00a0und\u00a0es\u00a0danach\u00a0wieder\u00a0besser\u00a0wird,\u00a0und\u00a0dass\u00a0wir\u00a0daraus\u00a0auch\u00a0etwas\u00a0lernen\u00a0k\u00f6nnen,\u00a0aber\u00a0es\u00a0f\u00e4llt\u00a0uns\u00a0trotzdem\u00a0nicht\u00a0leicht,\u00a0das\u00a0auch\u00a0zu\u00a0akzeptieren.\u00a0Vielleicht\u00a0liegt\u00a0es\u00a0an\u00a0der\u00a0Evolution,\u00a0in\u00a0der\u00a0Scheitern\u00a0allzu\u00a0oft\u00a0den\u00a0Tod\u00a0bedeutete:\u00a0Wenn\u00a0man\u00a0dem\u00a0L\u00f6wen\u00a0mit\u00a0einem\u00a0Speer\u00a0gegen\u00fcbersteht,\u00a0hat\u00a0man\u00a0keinen\u00a0zweiten\u00a0Versuch.\u00a0Und\u00a0vielleicht\u00a0liegt\u00a0es\u00a0daran,\u00a0dass\u00a0wir\u00a0zu\u00a0viele\u00a0Hollywood-Filme\u00a0gesehen\u00a0und\u00a0dadurch\u00a0eine\u00a0v\u00f6llig\u00a0wirklichkeitsfremde\u00a0Vorstellung\u00a0von\u00a0Leben\u00a0und\u00a0auch\u00a0Karriere\u00a0haben.\u00a0Das\u00a0Scheitern\u00a0passt\u00a0nicht\u00a0in\u00a0das\u00a0Stark-Erfolgreich-Sexy-Weltbild,\u00a0das\u00a0uns\u00a0da\u00a0vermittelt\u00a0wurde.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Also, Sie sind gescheitert und es f\u00fchlt sich gr\u00e4sslich an. Wie k\u00f6nnen Sie das verarbeiten? Das kommt erst einmal darauf an, wie Sie diesen Satz betonen. Ist es eher ein \u00bbIch bin <i>g<\/i><i>e<\/i><i>s<\/i><i>c<\/i><i>h<\/i><i>e<\/i><i>i<\/i><i>t<\/i><i>e<\/i><i>r<\/i><i>t<\/i>\u00ab? Dann handelt es sich vor allem um eine Herausforderung f\u00fcr Sie selbst. Damit k\u00f6nnen Sie so verfahren wie damals, als Sie gelernt haben, Fahrrad zu fahren: Nat\u00fcrlich sind Sie da mal umgefallen, haben den Lenker verrissen oder zu sp\u00e4t gebremst. H\u00e4tten Sie sich da resigniert in die Ecke gesetzt und sich bemitleidet, h\u00e4tten Sie nie Fahrradfahren gelernt. Nein, Sie sind wieder aufgestanden und haben weitergemacht, und irgendwann hat es geklappt. Auf den aktuellen Fall \u00fcbertragen hei\u00dft das also: analysieren, welche Fehler Sie gemacht haben, \u00fcberlegen, wie Sie es h\u00e4tten besser machen k\u00f6nnen, und beim n\u00e4chsten Mal zeigen, dass Sie es besser k\u00f6nnen. Ich will ja nicht, dass Sie nach dem Sturz von der B\u00fchne das Theater verlassen. Sie sollen sich auf den n\u00e4chsten Auftritt vorbereiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Ganz\u00a0anders,\u00a0wenn\u00a0Sie\u00a0eher\u00a0das\u00a0Gef\u00fchl\u00a0des\u00a0\u00bb<i>I<\/i><i>c<\/i><i>h\u00a0<\/i>bin gescheitert\u00ab haben. Denn dann geht es nicht um taktische Finessen oder strategische Ausrichtung, sondern um Ihre Psyche. Sie sind gekr\u00e4nkt, Sie sind verletzt, Sie zweifeln an sich selbst. In diesem Fall hilft es nicht, den Fehler zu suchen und weiterzumachen. Zuerst m\u00fcssen Sie \u00fcber den Schock hinwegkommen, den Sie erlitten haben. Das ist \u00e4hnlich wie beim Ende einer Partnerschaft. Auch da wollen die meisten sich am liebsten sofort in eine andere Beziehung st\u00fcrzen. Aber wenn Sie noch am Ende der alten Beziehung knabbern, haben weder Sie noch Ihr neuer Partner etwas davon. Im Unternehmen ist das nicht anders: Knabbernde Mitarbeiter will kein Arbeitgeber haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Wenn Ihnen ein Scheitern so nahe geht, liegt das in der Regel nicht an der Niederlage selbst, sondern an dem Kontrollverlust und der Ohnmacht, die Sie dabei empfunden haben. Gerade wenn Sie es gewohnt sind, immer selbst Ihr Schicksal in die Hand zu nehmen, ist es sehr bedrohlich, auf einmal nichts tun zu k\u00f6nnen, nicht zu wissen, wie Ihnen geschieht, und das Schicksal nicht abwenden zu k\u00f6nnen. Und wenn es richtig heftig wir, zieht Ihr K\u00f6rper f\u00fcr Sie den Stecker: Man wird krank, bricht zusammen. Wie ein Albtraum, nur in der Wirklichkeit.<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Es ist wichtig, dass Sie nach einem solchen Scheitern pers\u00f6nliche Distanz gewinnen, um reflektieren zu k\u00f6nnen, was da eigentlich schiefgelaufen ist. Mit ruhigerem Geist, mit Abstand, mit Perspektivenwechsel noch einmal draufschauen. Und, ganz wichtig, mit anderen zusammen. Oft hilft es schon, wenn man jemand anderem von seinem Albtraum erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Aber wem? Wenn Sie wollen, fangen Sie mit einem Barkeeper an. Der h\u00f6rt so was \u00f6fter. Aber vor allem brauchen Sie in dieser Situation Leute, die nicht nur zuh\u00f6ren, sondern die Sie auch unterst\u00fctzen k\u00f6nnen. Wenn es Freunde sein sollen, m\u00fcssen es gute Freunde sein, mit denen Sie auch in besseren Zeiten immer wieder Kontakt gehalten haben. Damit nicht Ihr \u00bbDu, ich habe ein Problem\u00ab-Anruf der erste seit 17 Jahren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\">Meine Empfehlung ist aber: Holen Sie sich professionelle Hilfe. Sie sind schwer verletzt worden, nicht k\u00f6rperlich, aber psychisch. Es gibt Experten, die genau auf die Behandlung solcher schweren Verletzungen spezialisiert sind. Das sind keine Psychoklempner, sondern diejenigen, die Sie jetzt brauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Stephanie Schorp: &#8222;Pers\u00f6nlichkeit Macht Karriere. 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