{"id":678991,"date":"2022-02-15T19:32:46","date_gmt":"2022-02-15T18:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=678991"},"modified":"2022-02-16T14:27:53","modified_gmt":"2022-02-16T13:27:53","slug":"ein-teller-falafel-bowl-mit-boyden-headhunter-ulrich-schumann-anweisungen-uebern-zaun-werfen-weniger-anstrengend-als-fuer-eine-gute-umgebung-zu-sorgen-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2022\/02\/15\/ein-teller-falafel-bowl-mit-boyden-headhunter-ulrich-schumann-anweisungen-uebern-zaun-werfen-weniger-anstrengend-als-fuer-eine-gute-umgebung-zu-sorgen-der\/","title":{"rendered":"Ein Teller Falafel-Bowl mit Boyden-Headhunter Ulrich Schumann: &#8222;Anweisungen \u00fcbern Zaun werfen, weniger anstrengend, als f\u00fcr eine gute Umgebung zu sorgen&#8220;"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>In den vergangenen Wochen h\u00f6rte ich gleich von drei Leuten von menschlichen Reaktionen im Job, die mich aufhorchen lie\u00dfen. Die erste kam von einer Headhunterin, die berichtete, dass sie einen Kandidaten abserviert hatte. Nie wieder will sie mit diesem Manager Kontakt haben, geschweige denn, ihn nochmal irgendwohin vermitteln. Was der Mann getan hatte, was sie so aufbrachte? Getan hatte er eigentlich nicht ihr etwas, sondern seiner langj\u00e4hrigen Assistentin. Diese Frau hatte er \u00fcber viele Jahre gleich bei zwei Wechseln mitgenommen, sie war ihm immer treu ergeben und loyal. Doch kaum war die Frau mal mehrere Wochen lang krank, feuerte er sie. Das fand die Personalberaterin so unanst\u00e4ndig, dass sie selbst Konsequenzen zog.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Wenn einer gehen muss &#8211; und alle anderen freiwillig nachziehen<\/h1>\n<p>Der zweite Fall dagegen spielte in der Gastronomie, ein Barkeeper erz\u00e4hlte ihn mir. Zu einer Hotelkette geh\u00f6rte eine gr\u00f6\u00dfere Bar mit elf Angestellten. Die Eigent\u00fcmer legten sich mit dem Barchef an, behandelte ihn mies &#8211; so jedenfalls kam es bei dessen Kollegen an &#8211; und feuerte ihn. Und dann passierte, was sie nie erwartet hatten. Ehe sie sich versahen, ging es ratzfatz und die Bar hatte keine einzigen Mitarbeiter mehr: Alle zehn Kollegen, die es in der Bar gab, reichten prompt ihre K\u00fcndigung ein. Dabei auch derjenige, der es mir erz\u00e4hlte. Aus Mi\u00dfbilligung gegen\u00fcber schlechtem Benehmen, mangelndem Anstand und um den Barchef zu r\u00e4chen, irgendwie. Aus Kollegialit\u00e4t, Loyalit\u00e4t, jedenfalls Aufrichtigkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_679011\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-679011\" class=\"size-full wp-image-679011\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.7.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.7.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.7-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.7-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-679011\" class=\"wp-caption-text\">Ulrich Schumann (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Dritten sitze ich in der Kneipe Beethoven in D\u00fcsseldorf: Ulrich Schumann, Headhunter und Managing Partner bei Boyden International. Spezialisiert ist der studierte Psychologe auf Digitalthemen und er geh\u00f6rt zu denen, die es in das WirtschaftsWoche-Personalberater-Ranking schafften. Bestellt hat sich der Rheinl\u00e4nder eine Bowl mit Falafel und erz\u00e4hlt von einem Bewusstseinswandel. Jetzt, wo er \u00e4lter und schon viele Jahre Partner sei, lehne er Auftraggeber ab, wenn er sie nicht mag. St\u00f6rgef\u00fchle so \u00e4hnlich wie bei den anderen F\u00e4llen. Das Irre sei, sagt er, dass die Ablehnung bei den Top-Managern den gegenteiligen Effekt habe. Und die m\u00fcssten dann erst lernen, dass &#8222;Nein nein hei\u00dft&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>D\u00fcnkel zum Beispiel sei ihm heute zuwider. Ihm ist bewusst, dass die Karrierebesessenen die Headhunter als n\u00fctzliche Vehikel ansehen, solange sie etwas von ihnen wollen. Da ergeht es denen wie Journalisten auch oft. Schumann erz\u00e4hlt weiter: Lieber f\u00e4hrt er heute \u00f6fter mal eine halbe Stunde eher zu Klienten, um mit dem netten Mann am Empfang oder der Assistentin des Managers, den er besucht, zu quatschen und einen Kaffee zu trinken. &#8222;Bei denen kann ich mir sicher sein, sie meinen es auch so. Die sind ehrlich und ohne Hintergedanken&#8220;, grinst Schumann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_678983\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678983\" class=\"size-full wp-image-678983\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.ulrich.essen_.falafelbowl.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.ulrich.essen_.falafelbowl.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.ulrich.essen_.falafelbowl-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/schumann.ulrich.essen_.falafelbowl-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-678983\" class=\"wp-caption-text\">Falafel-Bowl im &#8222;Beethoven&#8220; in D\u00fcsseldorf (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Feuern ist einfacher als f\u00fcr gutes Klima in der Firma zu sorgen<\/strong><\/p>\n<p>Aber er h\u00e4lt Managern auch etwas zugute: Er sehe immer h\u00e4ufiger, dass sie sich M\u00fche geben, eine gute Umgebung zu schaffen. Aber das ist viel anstrengender, als 6.000 Mitarbeiter einer Gro\u00dfbank zu feuern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schumann vergleicht die F\u00fchrungssituation mit einem Sportverein. Haben die Leute Leidenschaft, stellt sich langfristig mehr Erfolg ein. Dahin zu kommen, setzt voraus, langfristig wertsch\u00e4tzend und transparent mit seinen Leuten umzugehen. Das kostet aber Zeit und ist viel anstrengender, als eine Anweisung \u00fcber den Zaun zu werfen. Schade, dass das so sein muss, oder?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<br \/>\nKontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<br \/>\nAlle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In den vergangenen Wochen h\u00f6rte ich gleich von drei Leuten von menschlichen Reaktionen im Job, die mich aufhorchen lie\u00dfen. Die erste kam von einer Headhunterin, die berichtete, dass sie einen Kandidaten abserviert hatte. 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