{"id":678910,"date":"2022-02-10T12:00:44","date_gmt":"2022-02-10T11:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=678910"},"modified":"2022-02-10T01:06:21","modified_gmt":"2022-02-10T00:06:21","slug":"buchauszug-gundolf-wende-mehr-arbeiten-weniger-leiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2022\/02\/10\/buchauszug-gundolf-wende-mehr-arbeiten-weniger-leiden\/","title":{"rendered":"Buchauszug Gundolf Wende : &#8222;Mehr arbeiten, weniger leiden&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug von Gundolf Wende: &#8222;Mehr arbeiten, weniger leiden&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_678959\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678959\" class=\"size-full wp-image-678959\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/wende.thumbnail_Gundolf-Wende-quer.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"544\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/wende.thumbnail_Gundolf-Wende-quer.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/wende.thumbnail_Gundolf-Wende-quer-300x251.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/wende.thumbnail_Gundolf-Wende-quer-358x300.jpg 358w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-678959\" class=\"wp-caption-text\">Gundolf Wende (Foto: PR\/Business Village)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die wahre Chance der Digitalisierung: Jenseits der Vermessung der Mitarbeiter<\/h1>\n<p>Es war auf einer Konferenz vor wenigen Jahren. Am Morgen des zweiten Konferenztages sa\u00df ich zusammen mit zwei weiteren Teilnehmern an einem Tisch im Fr\u00fchst\u00fccksraum des Hotels, in dem wir untergebracht waren. Vor dem ersten Vortrag hatten wir noch ein bisschen Zeit, und so tauschten wir uns \u00fcber das Konferenzprogramm des vergangenen Tages aus. Die Keynote hatte einer der damaligen Stars der Digitalszene gehalten, an dessen Namen sich heute schon keiner mehr erinnert \u2013 und um das, was er vorgetragen hatte, ging es uns nun bei Milchkaffee, Mehrkornbr\u00f6tchen und frischem Obst vom Buffet.<\/p>\n<p>\u00bbAlso, in meinem Unternehmen handhaben wir das ganz \u00e4hnlich, wie der Digitalguru das gestern erz\u00e4hlt hat\u00ab, sagte Frau Fleischer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin eines mittelst\u00e4ndischen Unternehmens, das elektrische Haushaltsger\u00e4te produzierte. \u00bbBei uns hat jeder einzelne Prozessschritt jedes einzelnen Mitarbeiters eine Nummer und einen Barcode, damit wir alles messen k\u00f6nnen, was geschieht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAch, das klingt ja spannend\u00ab, warf ich ein und fragte: \u00bbErfahren Ihre Mitarbeiter denn, was Sie da immerzu messen?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbJa, klar\u00ab, antwortete Frau Fleischer. \u00bbDie Ergebnisse dieser elektronischen Messungen ver\u00f6ffentlichen wir in Echtzeit, und zwar so, dass sie jeder sehen kann \u2013 auf Monitoren, die \u00fcberall in der Produktionshalle h\u00e4ngen. So wei\u00df jeder einzelne Mitarbeiter direkt, wie viel er jeden Tag produziert und wie viele Fehler er macht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDas ist ja krass\u00ab, entfuhr es da Herrn Weidner, der mit uns zusammen am Fr\u00fchst\u00fcckstisch sa\u00df. \u00bbDann wei\u00df ja auch gleich der gesamte Betrieb, was los ist \u2013 von dem Kollegen an der Produktionsstation nebenan bis zum Manager in der obersten Etage. Mich w\u00fcrde das ehrlich gesagt ziemlich stressen.\u00ab Herr Weidner war F\u00fchrungskraft in einem Konzern und dort verantwortlich f\u00fcr Employer Branding. \u00bbSind Ihnen Ihre Leute noch nicht aufs Dach gestiegen wegen dieser Rundum\u00fcberwachung?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNein, bislang noch nicht\u00ab, lachte Frau Fleischer und nahm einen Schluck aus ihrer Kaffeetasse. \u00bbUnd die Gelegenheit h\u00e4tten sie schon mehr als einmal gehabt. Wir machen n\u00e4mlich alle vier Wochen pers\u00f6nliche Feedbackgespr\u00e4che mit s\u00e4mtlichen Mitarbeitern, in denen es um die erbrachte Leistung geht. Wir sind da extrem transparent.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbH\u00f6rt sich ja an wie der real gewordene Digitalisierungsalbtraum\u00ab, entgegnete Herr Weidner. \u00bbAlso, meiner Erfahrung nach f\u00fchrt eine solche permanente digitale \u00dcberwachung und Bewertung direkt in den kollektiven Burn-out. So viel Druck und Stress h\u00e4lt doch kein Mensch auf die Dauer aus!\u00ab<\/p>\n<p>An dieser Stelle schaltete ich mich erneut in das Gespr\u00e4ch ein: \u00bbDiese Art der Mitarbeitervermessung h\u00f6rt sich sicherlich erst einmal heikel an\u00ab, begann ich. Herr Weidner nickte heftig mit dem Kopf. \u00bbIch kann mir aber genauso gut vorstellen, dass dies die Menschen motiviert und anspornt.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbSo ist es!\u00ab, rief Frau Fleischer entz\u00fcckt. \u00bbWir leben schlie\u00dflich in einer Leistungsgesellschaft! Bereits Kindern macht es Spa\u00df, sich mit den anderen zu messen und immer wieder auch festzustellen, dass sie besser sind als die anderen.\u00ab Es entstand eine kleine Pause. \u00bbUnd au\u00dferdem\u00ab, setzte Frau Fleischer noch nach, \u00bbist das doch im Vertrieb schon immer \u00fcblich, die Verkaufszahlen s\u00e4mtlicher Teammitglieder zu ver\u00f6ffentlichen. Und Belohnungen zu verteilen, wenn Ziele erreicht wurden. Dar\u00fcber hat sich noch nie jemand aufgeregt.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch denke, die Wahrheit liegt hier, wie so oft, jenseits der beiden Pole\u00ab, sagte ich. \u00bbDigitalisierung, Technik generell, ist weder gut noch schlecht. Sie ist immer das, was wir daraus machen. Grunds\u00e4tzlich erlaubt sie es uns, m\u00fchsame oder monotone Aufgaben abzugeben. Wenn es gut l\u00e4uft, bekommen wir Menschen dadurch viel Freiraum, um das zu tun, was nur wir gut k\u00f6nnen und keine Maschine hinkriegt.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbUnd das w\u00e4re?\u00ab Herr Weidner h\u00f6rte sich skeptisch an.<\/p>\n<p>\u00bbNa ja, unsere Kreativit\u00e4t weiterzuentwickeln, geniale Ideen auszubr\u00fcten, Sinn zu stiften f\u00fcr uns und andere, empathisch aufeinander einzugehen \u2013 all das\u00ab, antwortete ich ihm und schaute kurz auf die Uhr. \u00bbApropos neue Ideen ausbr\u00fcten \u2013 ich glaube, wir sollten jetzt mal r\u00fcber in den Blauen Salon, da geht n\u00e4mlich gleich unser Programm mit dem Vortrag zum \u203aIdeenmanagement 4.0\u2039 weiter. Das passt doch ganz hervorragend!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Wenn F\u00fchrungskompetenz durch technischen Overkill ersetzt wird<\/h1>\n<p>Dieses Gespr\u00e4ch beim Fr\u00fchst\u00fcck besch\u00e4ftigt mich seit damals immer wieder. Und auch wenn ich dort eine ausgleichende, vermittelnde Haltung eingenommen hatte, war und bin ich mir der Gefahren der Digitalisierung sehr bewusst und mitunter auch besorgt dar\u00fcber. Digitalisierung bedeutet heute an so vielen Stellen nichts anderes als Command and Control \u2013 und das ist eigentlich etwas, das wir in der modernen Arbeitswelt begonnen hatten, hinter uns zu lassen. Die Digitalisierung schickt uns nun jedoch mit atemberaubender Geschwindigkeit und jeder Menge Hightech-Ausr\u00fcstung zur\u00fcck in eine Welt der Zeiterfassung, der Fehlerraten, der Kontrolle und des Anprangerns. Die Vermessung der Mitarbeiter \u2013 so wie von Henrike Fleischer geschildert \u2013 bedeutet deshalb nichts anderes als ein R\u00fcckfall: Menschen werden lediglich anhand der Zahlen bewertet, die sie liefern. Ihre Individualit\u00e4t, ihr Gestaltungsfreiraum, ihre Kreativit\u00e4t bleiben auf der Strecke. Und wenn das Team aus der Halle B im selben Zeitraum h\u00f6here St\u00fcckzahlen erreicht als das Team in der Halle A \u2013 was ist dann zwischenmenschlich los im Unternehmen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine Erfahrung zeigt: Diese Art von Komplettvermessung der Mitarbeiter wird vor allem dort gern praktiziert, wo die F\u00fchrungskompetenzen beim Leitungsteam zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lassen. Es ist meistens der mehr oder weniger hilflose Versuch, schlechte F\u00fchrung durch zweifelhafte Instrumente zu vertuschen. Solche F\u00fchrungskr\u00e4fte sind \u00fcberzeugt davon, dass ihre Mitarbeiter viel mehr leisten k\u00f6nnten, wenn sie sich nicht so anstellen und sich stattdessen endlich mal mehr reinh\u00e4ngen w\u00fcrden. Also erzeugen sie durch deren digitale \u00dcberwachung erst einmal Konkurrenz. Diese soll anspornen und motivieren. Die Frage, welche Ver\u00e4nderung des eigenen F\u00fchrungsverhaltens dazu beitragen k\u00f6nnte, dass die Mitarbeiter eine h\u00f6here Leistung liefern, wird \u00fcberhaupt nicht mehr gestellt. Digitalisierung ist dann ein bequemer Ersatz f\u00fcr wirkungsvolle F\u00fchrung.<\/p>\n<p><em>\u00bbDigitalisierung, Technik generell, ist weder gut noch schlecht. <\/em><strong><br \/>\n<em>Sie ist immer das, was wir daraus machen. F\u00fchrungskompetenz wird <\/em><br \/>\n<em>oftmals durch technischen Overkill ersetzt.\u00ab<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gerade in Produktionsbetrieben l\u00e4sst sich dies oft beobachten. Hier kommen die F\u00fchrungskr\u00e4fte meist aus den eigenen Reihen. Es sind Techniker, die zu Managern aufgestiegen sind. Technisch-fachlich m\u00f6gen sie hervorragend qualifiziert sein \u2013 die n\u00f6tigen F\u00fchrungskompetenzen fehlen ihnen jedoch oft. Solche F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten j\u00e4hrlich mindestens f\u00fcnf Prozent ihrer technischen F\u00e4higkeiten in F\u00fchrungsf\u00e4higkeiten umwandeln, indem sie sich beispielsweise in den Bereichen Kommunikation, Zielsetzung, Vertrauensaufbau oder individuelle Potenzialentfaltung weiterbilden. Stattdessen beharren sie auf ihren angestammten technischen Aufgabengebieten und jammern, sie h\u00e4tten f\u00fcr F\u00fchrungsaufgaben keine Zeit. Oft sind sie nahezu verliebt in die digitale Technik \u2013 denn damit l\u00e4sst sich mangelnde F\u00fchrungskompetenz scheinbar kompensieren. F\u00fcr sie ist der technische Overkill ein Segen, erlaubt er doch, F\u00fchrungsst\u00e4rke vorzugaukeln, ohne sich selbst weiterentwickeln zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Technik bringt jedoch nichts, wenn man sie einsetzt, um eigene Defizite zu verdr\u00e4ngen oder Verantwortung abzugeben. Mitarbeiter sind nicht dumm \u2013 sie sp\u00fcren, welche Absicht sich hinter Neuerungen verbirgt. Sie merken, dass mit den Zahlen auf den Monitoren im Grunde ihr Verhalten kontrolliert werden soll. Dass ihre Individualit\u00e4t und ihre gestalterische Kraft \u00fcberhaupt nicht gefragt sind. Dieses Missverh\u00e4ltnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit st\u00fcrzt Menschen in einen seelischen Konflikt, der sie immer \u00f6fter krank macht. Digitalisierung am Menschen vorbei und als Alibi f\u00fcr die eigene Unf\u00e4higkeit ist schlicht ein Missbrauch von Technologie. Der Autopilot unterst\u00fctzt den guten Flugkapit\u00e4n und macht einen Pilotenschein nicht \u00fcberfl\u00fcssig. Das Navi hilft der versierten Autofahrerin, die weiter selbst die Augen aufh\u00e4lt und mitdenkt. Digitale Technologie im Unternehmen hilft guten F\u00fchrungskr\u00e4ften. Sie kann und darf F\u00fchrungskompetenzen nicht ersetzen.<\/p>\n<p>Wo digitale Technologie den Menschen wirklich hilft<\/p>\n<p>Szenenwechsel. Denken Sie sich weg von der Produktionshalle, hin zu Herrn Meier, der eines Morgens im Schlafzimmer seines Reihenhauses in Oer-Erkenschwick aufwacht und sich so m\u00fcde und kaputt f\u00fchlt, als h\u00e4tte er seit mindestens einer Woche nicht mehr geschlafen. Au\u00dferdem versp\u00fcrt er starke Halsschmerzen. Er k\u00f6nnte jetzt aufstehen, sich anziehen und direkt zu seinem Hausarzt in die Praxis gehen, um genauer untersuchen zu lassen, was er da hat. Das ist jedoch m\u00f6glicherweise gef\u00e4hrlich, denn im Fall einer Virusinfektion k\u00f6nnte er unterwegs Menschen anstecken. Also aktiviert Herr Meier eine App auf seinem Smartphone und scannt damit seine Augen, zuerst das eine, dann das andere. Die App kann an den R\u00f6tungen rund um die jeweilige Iris erkennen, ob es sich bei seinen Beschwerden um eine harmlose Erk\u00e4ltung handelt oder ob er sich ein nicht ganz so harmloses Virus eingefangen hat. Bereits drei Minuten nach dem Augen-Scan bekommt er das Ergebnis: Es ist mit siebenundneunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit SARS-CoV-2.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI), auf der die App basiert, r\u00e4t ihm, sofort seinen Hausarzt oder den \u00e4rztlichen Notdienst zu kontaktieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Diagnose muss noch mittels Abstrich und Laboruntersuchung best\u00e4tigt werden, allerdings nicht w\u00e4hrend der normalen Sprechzeiten des Hausarztes. Herr Meier erledigt alle n\u00f6tige Kommunikation ebenfalls per Smartphone. Der Hausarzt stellt ihm zun\u00e4chst einige Fragen. W\u00e4hrend der Mittagszeit kommt er zum Hausbesuch und nimmt einen Abstrich von der Nasen- und Rachenschleimhaut. Das Testergebnis liegt wenige Stunden sp\u00e4ter vor und wird Herrn Meier wiederum per App auf sein Smartphone \u00fcbermittelt \u2013 genauso wie dem Hausarzt sowie dem zust\u00e4ndigen Gesundheitsamt.<\/p>\n<p>Weil die App eine integrierte Geo-Tracking-Funktion hat, informiert sie auch alle Menschen, denen Herr Meier in den letzten Tagen begegnet ist und die er m\u00f6glicherweise angesteckt haben k\u00f6nnte. Die App analysiert dabei gleich, wie hoch deren Risiko ist, sich ihrerseits bei Herrn Meier angesteckt zu haben, und empfiehlt ihnen entsprechende Ma\u00dfnahmen. Herr Meier muss nun in Quarant\u00e4ne. Er macht t\u00e4glich mit der App einen Augen-Scan, denn die App kann nicht nur den Status seiner Infektion mit dem Virus erkennen, sondern auch seine Temperatur, seinen Blutdruck und seinen Puls bestimmen.<\/p>\n<p>Herr Meier hat nur einen leichten Krankheitsverlauf und erholt sich nach ein paar Tagen zu Hause. Alle seine Daten flie\u00dfen in die KI ein, wo sie mithelfen, tiefere Erkenntnisse \u00fcber die von dem Virus verursachten Krankheitsverl\u00e4ufe zu gewinnen. So k\u00f6nnen Forscher am Ende vielleicht neue Medikamente entwickeln und immer mehr Menschen helfen, die Krankheit schneller zu \u00fcberwinden. Das alles hat weder etwas mit \u00dcberwachung oder G\u00e4ngelung von Patienten zu tun noch mit Kompensation fehlender Kompetenzen seitens der \u00c4rzte. Es sind gro\u00dfartige und hilfreiche neue M\u00f6glichkeiten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-678958\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.wende_.mehr-arbeiten-weniger-leiden.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.wende_.mehr-arbeiten-weniger-leiden.jpg 464w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2022\/02\/cover.wende_.mehr-arbeiten-weniger-leiden-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gundolf Wende: &#8222;Mehr arbeiten, weniger leiden&#8220;.\u00a0 Business Village Verlag, <span class=\"book-meta meta-seiten\">252\u00a0<\/span>Seiten, 29,95 Euro.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/mehr-arbeiten-weniger-leiden\/eb-1136.html\">https:\/\/www.businessvillage.de\/mehr-arbeiten-weniger-leiden\/eb-1136.html<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Digitalisierung schafft am Ende mehr Raum f\u00fcr Kreativit\u00e4t<\/h1>\n<p>Sie merken anhand des Beispiels von Herrn Meier: Ich bin alles andere als ein Digitalisierungsfeind. Schlie\u00dflich bin ich \u00fcberzeugter Naturwissenschaftler und damit Technik gegen\u00fcber prinzipiell sehr aufgeschlossen. Und ich will auch \u00fcberhaupt nicht in Abrede stellen, dass die Digitalisierung einen immens hohen Nutzen f\u00fcr uns Menschen hat. Mehr noch: Sie ist vielfach ein Segen. Denn jedes Tool, jeder digitalisierte Prozess, jede angewandte k\u00fcnstliche Intelligenz wirkt zwar auf ganz eigene Weise, aber eines haben sie idealerweise alle gemeinsam: Wir Menschen bekommen durch die Technik mehr Optionen, mehr M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Unsere Handlungsspielr\u00e4ume erweitern sich. Menschen k\u00f6nnen Dinge auf Distanz erledigen, wo es Zeit spart oder \u2013 wie im Fall von Herrn Meier \u2013 sogar Risiken f\u00fcr die Allgemeinheit mindert. Und das ist erst der Anfang. In letzter Konsequenz schenkt digitale Technologie den Freiraum, uns auf unsere ureigenen kreativen F\u00e4higkeiten zu konzentrieren und diese bestm\u00f6glich einzusetzen \u2013 zum Nutzen eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen.<\/p>\n<p>Um im Bereich der Medizin zu bleiben: Dort ist es in der Chirurgie mittlerweile Usus, dass sich Experten weltweit vernetzen und gemeinsam Operationen durchf\u00fchren. Da kann es sein, dass ein OP-Team in San Francisco einen Patienten auf dem OP-Tisch liegen hat, aber die hinzugezogenen Kollegen in Tokio den Roboter programmieren und bedienen, der gleich am Patienten den Eingriff vornehmen wird. Die Menschen diskutieren und entscheiden gemeinsam \u00fcber Grenzen und Ozeane hinweg \u2013 bringen also ihre individuelle kreative und gestalterische Kraft ein \u2013, und die Maschinen setzen um.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt ist die Kommunikationstechnologie ein sehr gutes Beispiel f\u00fcr den Segen der Digitalisierung: Wir erleben weltweit in sehr starkem Ma\u00dfe, wie uns Technik erm\u00f6glicht, in Verbindung und pers\u00f6nlichen Kontakt zueinander zu treten, gemeinsam Dinge zu bewirken und umzusetzen, obwohl wir r\u00e4umlich voneinander getrennt sind. In Video-Konferenzen und Messenger-Chats, in Online-Seminaren und auf virtuellen Rundg\u00e4ngen erfahren wir Gemeinsamkeit, Integration, Inklusion. Wer aufgrund \u00e4u\u00dferer Umst\u00e4nde nicht an einem bestimmten Ort sein kann, ist trotzdem pr\u00e4sent und einbezogen. Er kann von digitalen Bildungsangeboten profitieren und sich dadurch weiterentwickeln.<\/p>\n<p>Menschen in Schwellenl\u00e4ndern sind durch digitale Technik an die globale Wertsch\u00f6pfung angebunden und nicht l\u00e4nger abgeh\u00e4ngt \u2013 denken Sie nur an die indischen IT-Experten, die via Internet f\u00fcr Unternehmen der westlichen Welt arbeiten. Menschen mit Behinderung, die vielleicht nicht so mobil sind, k\u00f6nnen ebenfalls von zu Hause aus arbeiten und an Prozessen teilhaben, die ihnen sonst nur unter erschwerten Umst\u00e4nden zug\u00e4nglich w\u00e4ren. Wir k\u00f6nnen zu jeder Zeit und von nahezu jedem Ort dieser Welt aus in Kontakt zueinander treten, unsere Ideen teilen und in die Tat umsetzen.<\/p>\n<p>Digitalisierung erlaubt uns in einem Wort, uns auf das Menschliche zu konzentrieren. Sie nimmt uns m\u00fchsame oder monotone Arbeit ab und zwingt uns au\u00dferdem oft dazu, Prozesse zu \u00fcberdenken und neu zu organisieren (mehr dazu im n\u00e4chsten Kapitel). Dadurch entstehen \u2013 wenn es gut l\u00e4uft \u2013 Freir\u00e4ume f\u00fcr unsere eigentlich menschlichen St\u00e4rken, wie Co-Kreativit\u00e4t, Empathie, Koordinierungsaufgaben und Sinnstiftung. Solche Freir\u00e4ume sind eine unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr Hochleistung in Unternehmen! Denn nur dort, wo Menschen ihre Kreativit\u00e4t ausleben und empathisch miteinander umgehen \u2013 und wo sie das, was sie tun, als sinnvoll empfinden \u2013, arbeiten sie, ohne zu leiden, und leisten demzufolge auch wirklich mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Berufe, Branchen, Industrien gehen unter \u2013 seit langem der Normalzustand<\/h1>\n<p>Ja, aber \u2013 ist es nicht auch die Digitalisierung, die unsere Arbeitspl\u00e4tze vernichtet? Was sollen denn die Heizungsableser machen, wenn der Verbrauch unserer Heizungen automatisch erfasst und direkt in die Datenverarbeitung des Energieversorgers eingespeist wird? Was wird aus den Steuerberatern, wenn Steuererkl\u00e4rungen vollautomatisch von k\u00fcnstlicher Intelligenz erledigt werden? Und womit verdienen \u00dcbersetzer ihr Geld, wenn die \u00dcbersetzungsprogramme immer besser werden und kein Mensch mehr einen anderen Menschen braucht, um Texte in eine andere Sprache zu \u00fcbertragen? Der israelische Historiker, Gesellschaftsanalytiker und Politikberater Yuval Harari beschw\u00f6rt in seinem Buch \u00bbHomo Deus\u00ab d\u00fcstere Bilder eines neuen Proletariats herauf, einer k\u00fcnftigen \u00bbKlasse der Nutzlosen\u00ab: Durch die Digitalisierung verl\u00f6ren viele, viele Menschen ihre Arbeitspl\u00e4tze und es bliebe ihnen nichts anderes \u00fcbrig, als von Sozialhilfe zu leben, den ganzen Tag zu Hause zu bleiben und sich \u2013 als ihr magerer Anteil an der digitalen Welt \u2013 Online-Spielen hinzugeben.<\/p>\n<p><em>\u00bbIn letzter Konsequenz schenkt digitale Technologie den Freiraum, <\/em><strong><br \/>\n<em>uns auf unsere ureigenen kreativen F\u00e4higkeiten zu konzentrieren und diese bestm\u00f6glich einzusetzen \u2013 zum Nutzen eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen.\u00ab<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein Leichtes, sich in solchen \u00bbDigitalisierung wird alles ins Elend st\u00fcrzen\u00ab-Szenarien zu verlieren. Sobald wir jedoch den Blick in die Vergangenheit richten, wird klar: Es ist seit dem Beginn der Industrialisierung der Normalzustand, dass Berufe verschwinden und daf\u00fcr neue entstehen. Laternenanz\u00fcnder, Posamentierer, Harzer, T\u00fcrmer \u2013 dass es diese Berufe einmal gab und nun nicht mehr, interessiert heute niemanden. Auch die gro\u00dfe Panik der 1980er-Jahre, wonach die damals neuartigen PCs und \u00fcberhaupt die ganze EDV gar nicht sinnvoll seien und blo\u00df f\u00fcr Massenarbeitslosigkeit sorgen w\u00fcrden \u2013 vorbei und vergessen. Technologien entwickeln sich weiter, das Alte macht dem Neuem Platz. Das Neue bringt uns Nutzen und Gewinn, zu dessen Gunsten das Alte aufzugeben sich mehr als lohnt.<\/p>\n<p>Wer wollte heute schon noch darauf beharren, dass ein Lithograf seine Arbeit besser oder schneller verrichten w\u00fcrde als eine Offset-Druckmaschine? Dass es auch einen Trend gegen die Digitalisierung gibt \u2013 und Menschen beispielsweise wieder mehr Handarbeiten verrichten, Vinyl-Schallplatten h\u00f6ren, Brot selbst backen oder alte B\u00fccher sammeln \u2013, stellt dazu gar keinen Widerspruch dar. Sondern es ist h\u00f6chstens Ausdruck der Tatsache, dass wir Menschen immer auch ein kulturelles Erbe haben, das wir zumindest teilweise bewahren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Wo etwas zerst\u00f6rt wird, da w\u00e4chst sofort das Neue<\/h1>\n<p>Was technischer Fortschritt f\u00fcr Menschen wirklich bedeuten kann, finde ich genial beschrieben in einer Geschichte, die Hans Rosling (1948\u20132017) in einem TED-Talk im Jahr 2010 erz\u00e4hlte. Der Schwede Rosling war Professor f\u00fcr Gesundheitswissenschaft und Autor des internationalen Bestsellers \u00bbFactfulness\u00ab. Er berichtete in dem Vortrag seinem Publikum, wie er als Vierj\u00e4hriger seine Mutter zum ersten Mal eine Waschmaschine bef\u00fcllen sah und welch gro\u00dfer Tag das f\u00fcr sie war. Sie und Hans Roslings Vater hatten jahrelang Geld gespart, um sich diese Waschmaschine kaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>An dem Tag, an dem sie in Betrieb genommen werden sollte, kam sogar Roslings Gro\u00dfmutter, um diesem denkw\u00fcrdigen Ereignis beizuwohnen. Sie war noch aufgeregter als Roslings Eltern \u2013 hatte sie doch ihr ganzes Leben lang einen immensen Aufwand betreiben m\u00fcssen, um W\u00e4sche waschen zu k\u00f6nnen: Holz sammeln, Holz hacken, Feuer machen, Wasser erhitzen, um dann von Hand die W\u00e4sche f\u00fcr sich selbst, ihren Mann und ihre sieben Kinder waschen zu k\u00f6nnen. Nun sollte sie erleben d\u00fcrfen, wie Elektrizit\u00e4t diese anstrengende und erm\u00fcdende Arbeit verrichten w\u00fcrde, die sie so viel Zeit ihres Lebens gekostet hatte!<\/p>\n<p>Als Hans Roslings Mutter die W\u00e4sche in die Trommel geladen hatte, bestand seine Gro\u00dfmutter darauf, den Knopf dr\u00fccken zu d\u00fcrfen, um die Maschine in Gang zu setzen. Nachdem sie das getan hatte, nahm sie sich einen Stuhl, setzte sich direkt vor das gl\u00e4serne Bullauge und schaute der W\u00e4sche dabei zu, wie sie in der Trommel rotierte. Das ganze Waschprogramm hindurch. Wie hypnotisiert. F\u00fcr sie war eine Waschmaschine so etwas wie das achte Weltwunder. Hans Rosling f\u00fchrt dann aus, wie viele Frauen auf der ganzen Welt heute immer noch W\u00e4sche f\u00fcr sich und ihre Familien von Hand waschen \u2013 eine harte, zeitaufwendige Arbeit, die viele Stunden pro Woche in Anspruch nimmt.<\/p>\n<p>Neben allen \u00dcberlegungen zum weltweiten Energieverbrauch, die Rosling daraus ableitet, zitiert er am Ende seines Vortrags einen Satz seiner Mutter, den sie am Tag der ersten Inbetriebnahme der neuen Waschmaschine sagte und der von da an zentrale Bedeutung f\u00fcr ihn haben sollte: \u00bbUnd jetzt, Hans, da die Waschmaschine die ganze Arbeit alleine erledigt, k\u00f6nnen wir in die B\u00fccherei gehen!\u00ab<\/p>\n<p>Das war in Hans Roslings Augen der \u00bbZauber der Waschmaschine\u00ab: Man lade W\u00e4sche hinein und bekomme B\u00fccher heraus. Kinderb\u00fccher. Seine Mutter hatte n\u00e4mlich von da an Zeit gehabt, ihm diese B\u00fccher vorzulesen. Seine Mutter las aber auch B\u00fccher f\u00fcr sich selbst. Sie begann, Englisch zu lernen. Sie verschlang einen Roman nach dem anderen. Hans Roslings Familie liebte diese Waschmaschine. \u00bbDanke, Industrialisierung!\u00ab, sagten sie. \u00bbDanke, Stahlwerk!\u00ab \u2013 \u00bbDanke, Elektrizit\u00e4tswerk!\u00ab \u2013 \u00bbUnd danke, Chemieindustrie! Ihr alle gabt uns die Zeit, B\u00fccher zu lesen und zu lernen!\u00ab In Hans Roslings Erinnerung war dies der Moment, in dem seine Karriere als Professor begann.<\/p>\n<p>Das bedeutet es, den Segen einer neuen Technik zu erkennen und ihn wertzusch\u00e4tzen. Dieser Segen beruht auf der Freiheit, die wir Menschen idealerweise durch sie gewinnen. Durch die technische Entwicklung der Waschmaschine bekam Hans Roslings Familie Zeit \u2013 Zeit, sich um die eigene Bildung zu k\u00fcmmern, sich um einander zu k\u00fcmmern, den eigenen Leidenschaften nachzugehen, die eigene Kreativit\u00e4t auszuleben, das eigene Leben bewusst zu gestalten. Die Gleichsetzung von technischer Weiterentwicklung und Untergang \u2013 sie stimmt nat\u00fcrlich auch. Ob Industrien, Branchen oder Berufe: Es k\u00f6nnen ganz viele Dinge aussterben, wenn sich die Technologie weiterentwickelt. Aber dort, wo etwas zerst\u00f6rt wird, w\u00e4chst immer auch das Neue. Das ist bereits in der Natur so: Feuer zerst\u00f6rt zwar das Land, aber aus der Asche w\u00e4chst neues Leben, das es in dieser Form vorher nicht h\u00e4tte geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Letztlich ist hier alles eine Frage des Bedeutungsrahmens, heute auch gerne Framing genannt. Die Schreckensszenarien im Hinblick auf Digitalisierung gilt es, durch einen positiven Bedeutungsrahmen zu ersetzen. Das ist n\u00f6tig, wenn Organisationen zu Hochleistungsorganisation werden wollen und sollen. Dann d\u00fcrfen Mitarbeiter nicht dem Alten hinterhertrauern, sondern sollten lernen, das Neue zu begr\u00fc\u00dfen. Die Abl\u00f6sung des Alten durch das Neue ist ein Prozess, der nie aufh\u00f6ren wird, solange es diese Erde gibt.<\/p>\n<p>Und selbst wenn sie eines Tages zu einem Planeten geworden ist, dessen Oberfl\u00e4che aus fl\u00fcssigem Gestein besteht und auf dem keinerlei Leben mehr m\u00f6glich ist, ist sie immer noch Bestandteil des Universums, das sich weiter ver\u00e4ndert und sich irgendwann nur noch aus Elektronen, Positronen und langwelligen Photonen zusammensetzt \u2013 bis vielleicht durch einen neuen Urknall als \u00dcbergang in ein neues Universum wieder Bedingungen f\u00fcr neues Leben entstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Um Hochleistung bringen zu k\u00f6nnen, braucht es mehr als Technik<\/h1>\n<p>Wieder denke ich an das Gespr\u00e4ch am Fr\u00fchst\u00fcckstisch des Konferenzhotels zur\u00fcck. Die Vorstellung von Monitoren in Werkshallen, auf denen permanent die Produktivit\u00e4t der Mitarbeiter zu sehen ist, und zwar f\u00fcr alle und in Echtzeit, hatte auch meine Alarmkn\u00f6pfe gedr\u00fcckt \u2013 nicht nur die von Herrn Weidner, der damals mit am Fr\u00fchst\u00fcckstisch sa\u00df. Ja, die Gefahr besteht, dass eine als blo\u00dfe Vermessung der Mitarbeiter daherkommende Digitalisierung negativen Druck und Stress erzeugt. Eine m\u00f6gliche Folge ist, dass viele, viele Menschen in eine Art kollektiven Burn-out geraten und dass statt der Produktivit\u00e4t lediglich die Zahl der psychisch erkrankten Menschen im Unternehmen immer weiter ansteigt.<\/p>\n<p>Diese Art der Vermessung kann aber auch Ansporn und Motivation f\u00fcr jeden einzelnen Mitarbeiter sein, die eigene Leistung und Produktivit\u00e4t zu steigern. Sich mit anderen zu messen und festzustellen, dass man besser ist als sie, holt uns Menschen, die wir in einer Leistungsgesellschaft leben, in einem quasi nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnis ab. Da stimme ich Frau Fleischer durchaus zu, die dieses Argument bei unserem Fr\u00fchst\u00fcck angef\u00fchrt hat. Wettbewerb kann das Produktivit\u00e4tslevel einer Gruppe anheben \u2013 vorausgesetzt, die Regeln und Messgr\u00f6\u00dfen sind klar und werden eingehalten. Vertriebsorganisationen funktionieren schon lange nach diesem Prinzip. Zu erfassen und unternehmensintern zu ver\u00f6ffentlichen, welcher Verk\u00e4ufer wie viel verkauft hat, und entsprechende Belohnungen daf\u00fcr auszugeben, geh\u00f6rt hier zu den \u00fcblichen Anreizsystemen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>&#8230; Hochleistung braucht individuelle Freiheit, Freiraum und Kreativit\u00e4t<\/h1>\n<p>Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst empfinden Monitore mit Echtzeitproduktionszahlen nicht immer als schlecht. Frau Fleischer erz\u00e4hlte dies ja in unserem Gespr\u00e4ch. Ich redete damals im Verlauf des Konferenztages noch einmal mit ihr \u00fcber das Thema. Sie berichtete mir, dass ihre Mitarbeiter an diesem System den direkten Zugang zu objektiven Zahlen sehr sch\u00e4tzten. Vor der Einrichtung des Systems mussten sie immer ihre Vorgesetzten fragen, wenn sie etwas \u00fcber ihre Produktivit\u00e4t wissen wollten, egal ob nun auf individueller, Abteilungs-, Bereichs- oder Unternehmensebene. Au\u00dferdem w\u00fcrdigten sie die Tatsache, dass durch dieses System weniger Manipulation m\u00f6glich sei. Vorgesetzte k\u00f6nnten so die Belohnung von Mitarbeitern nicht mehr nach Gutd\u00fcnken vornehmen.<\/p>\n<p>Das System bedeute also einen Gewinn an Autonomie f\u00fcr die Mitarbeiter. Das h\u00f6rt sich doch eigentlich gut an, dachte ich. Gleichzeitig war mir bewusst: Mehr Autonomie reicht definitiv nicht aus, um gl\u00fccklich zu werden, sprich: Entspannt Hochleistung erbringen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr braucht es schon ein bisschen mehr \u2013 n\u00e4mlich individuelle Freiheit, Freiraum und Kreativit\u00e4t. Also, so ziemlich genau das Gegenteil dessen, wof\u00fcr die totale \u00dcberwachung der Mitarbeiter steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>So kann Digitalisierung sogar Spa\u00df machen!<\/h1>\n<p>Die alles entscheidende Frage lautet also: Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, dass Menschen mehr individuelle Freiheit und Kreativit\u00e4t leben k\u00f6nnen? Einige Beispiele daf\u00fcr habe ich weiter oben schon angesprochen. Lassen Sie uns hier noch ein bisschen in die Tiefe gehen.<\/p>\n<p><strong>\u00bbDie alles entscheidende Frage lautet also: Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, dass Menschen mehr individuelle Freiheit und Kreativit\u00e4t leben k\u00f6nnen?\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Ich kenne eine Studienr\u00e4tin, die seit vielen Jahren an einem Gymnasium Deutsch unterrichtet. Martina, wie ich sie hier nennen m\u00f6chte, ist mit Leib und Seele Lehrerin, liebt ihren Job und ihre Sch\u00fcler. Aber sie wei\u00df auch, dass an Schulen wichtige Bereiche des Lebens und der menschlichen Entwicklung zu kurz kommen. Themen wie Lebenssinn, seelische Entwicklung und Spiritualit\u00e4t stehen zu selten auf dem offiziellen Lehrplan \u2013 obwohl sie eigentlich f\u00fcr die Entwicklung von Jugendlichen extrem wichtig sind. Martina hat deshalb vor einiger Zeit begonnen, ein speziell auf Sch\u00fcler zugeschnittenes digitales Angebot zu entwickeln, das diese L\u00fccke f\u00fcllt. Damit will sie die Jugendlichen ermutigen, sich mit ihrer Spiritualit\u00e4t auseinanderzusetzen und ihre innere St\u00e4rke gezielt zu entwickeln.<\/p>\n<p>An dieser Stelle geht es mir gar nicht um die Inhalte ihres Angebots, sondern darum, wie sie ihre Kreativit\u00e4t und ihre Leidenschaft durch die Digitalisierung so kanalisiert, dass sie ihre Zielgruppe tats\u00e4chlich erreicht: Mit einem Content-Management-System hat sie eine Website erstellt. Darauf ver\u00f6ffentlicht sie Videos \u2013 die sie mit ihrem Smartphone gedreht und mit einer speziellen Software bearbeitet hat. Au\u00dferdem hat sie Online-Kurse erstellt, f\u00fcr die es ebenfalls eine eigene Software gibt. Damit hat sie Videos und Skripte in den Online-Kurs eingebettet. F\u00fcr den Austausch mit ihren Kursteilnehmern wiederum bietet sie auf ihrer Website ein spezielles Forum an, in dem es auch eine Chat-Funktion gibt. Die Bezahlung der Kurse wickelt sie \u00fcber einen Zahlungsdienstleister ab, der ihr unterschiedliche Schnittstellen f\u00fcr die Integration der Bezahlfunktion auf ihrer Website anbietet.<\/p>\n<p>Alle diese technischen L\u00f6sungen nehmen ihr bei der Aufbereitung und beim Verkauf ihrer Inhalte viel Arbeit ab. Sie muss sich nicht erst in die Technik einarbeiten oder gar einen Experten damit beauftragen \u2013 sie erledigt das einfach selbst. So hat sie deutlich mehr Zeit, um all ihre kreative Energie in die Entwicklung der Inhalte zu stecken. Und in den direkten Kontakt mit ihrer Zielgruppe, den Jugendlichen. Unter dem Strich hei\u00dft das: Digitalisierung schenkt ihr den Freiraum, Dinge zu tun, die ihr Spa\u00df machen und die f\u00fcr andere Menschen Sinn stiften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Technik dient dem Menschen \u2013 nicht der Mensch der Technik<\/h1>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollte die Pr\u00e4misse gelten: Die Technik dient dem Menschen. Nicht der Mensch der Technik. Nehmen wir als Beispiel die Kommunikation. Durch die Digitalisierung \u2013 Internet, schnelle Datenleitungen, immer bessere Programme f\u00fcr Videotelefonie, gemeinsam nutzbare Dokumentenspeicher samt Bearbeitung von Dokumenten in Echtzeit und so weiter \u2013 entsteht schnell der Anspruch, Kommunikation m\u00fcsse wie von selbst laufen. Das wird jedoch nur gelingen, wenn in den Unternehmen nicht die Technik an die erste Stelle gesetzt wird, sondern der Mensch. Sprich: F\u00fchrungskr\u00e4fte wie Mitarbeiter sollten sich mehr als je zuvor fragen: Was kommuniziere ich wie? Und was davon hat der andere eigentlich wie verstanden? Denn Technik hat ihre T\u00fccken.<\/p>\n<p>Viel Zeit vergeht zum Beispiel in Videokonferenzen damit, dass Teilnehmer technische Fragen kl\u00e4ren (\u00bbWarum sehe ich von fast allen das Bild und von Annegret nur die Initialen?\u00ab), wegen schlechter Internetleitungen aus der Konferenz fliegen oder nur die H\u00e4lfte dessen mitbekommen, was die anderen Teilnehmer miteinander besprechen. Dass sie sich st\u00e4ndig neu einw\u00e4hlen m\u00fcssen und die anderen dann noch einmal wiederholen, was gerade besprochen wurde. Oder dass sie f\u00fcnfmal nachfragen m\u00fcssen, weil sie wegen zu langer Latenzzeiten das Gesagte nur bruchst\u00fcckhaft verstanden haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Die menschlichen Zwischent\u00f6ne gehen verloren, das F\u00fchlen fehlt<\/h1>\n<p>Jetzt lie\u00dfe sich sagen: Das sind Kinderkrankheiten, von denen in f\u00fcnf Jahren keiner mehr sprechen wird. Doch es geht noch um etwas anderes. Der Kontakt zu den Menschen am anderen Ende bleibt oft merkw\u00fcrdig flach und die so wichtigen menschlichen Zwischent\u00f6ne (eine Mischung aus K\u00f6rpersprache, Raumverhalten und energetischen Schwingungen) gehen verloren. Andere Menschen per Videokonferenz zu sehen und zu h\u00f6ren, suggeriert zwar, dass da kein ungesagter Text zwischen den Zeilen h\u00e4ngen bleibt, dem ist aber nicht so. Denn die neben dem Sehen und H\u00f6ren so wichtige dritte Komponente, das F\u00fchlen, fehlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Menschen m\u00fcssen sich begegnen &#8211; um zu ersp\u00fcren, ob es passt<\/h1>\n<p>Wer Menschen zu Hochleistung f\u00fchren will, sollte daf\u00fcr sorgen, dass die menschliche Komponente trotz aller gut funktionierenden Kommunikationstechnik nicht verloren geht. Dies l\u00e4sst sich zum einen \u00fcber intensive Reflexion dar\u00fcber erzielen, was gesagt wird und wie es gesagt wird \u2013 medien- und adressatengerechte Ansprache des Gegen\u00fcbers ist wichtig. Und zum anderen ist es entscheidend, die (Kommunikations-)Technologie von Zeit zu Zeit auch einfach zur Seite zu schieben und f\u00fcr den direkten Kontakt zwischen Menschen zu sorgen. Ob beispielsweise ein Bewerber wirklich ins bestehende Team passt, l\u00e4sst sich nicht allein am Bildschirm herausfinden. Dazu m\u00fcssen sich Menschen einander begegnen.<\/p>\n<p>Dies erlebte auch der portugiesische Software-Designer Luis Abreu, der eines Tages aus heiterem Himmel eine Nachricht von Apple erhielt. Man beobachte seine Arbeit, sei sehr angetan, ob er nicht f\u00fcr Apple arbeiten wolle? Was folgte, ver\u00f6ffentlichte Abreu sp\u00e4ter in seinem Blog: Zun\u00e4chst etliche Telefonate, sogenannte Screening Calls, in denen er mit seinen potenziellen Kollegen und Teamleitern sprach. Danach Videotelefonate via FaceTime: In f\u00fcnf Gespr\u00e4chen unterhielt sich Abreu mit Personalern, Designern und Fachexperten \u00fcber seine Vorstellungen von Design und \u00fcber seine Arbeitsweise. Alles lief perfekt. Es schien so, als st\u00fcnde einem Arbeitsvertrag mit Apple nichts mehr im Weg. Wochen sp\u00e4ter wurde Abreu dann ins Apple-Hauptquartier nach Kalifornien eingeladen \u2013 komplett auf Konzernkosten nat\u00fcrlich. In einem stundenlangen Gespr\u00e4ch gingen s\u00e4mtliche Beteiligten weiter in die Tiefe. Sie diskutierten \u00fcber Arbeitsethik, Konfliktthemen, Apple-Produkte.<\/p>\n<p>Und dann erst, nach dem pers\u00f6nlichen Treffen, kam \u00fcberraschend doch die Absage. Das, was sich in vielen Telefonaten und stundenlangen Videokonferenzen nicht gezeigt hatte, war im pers\u00f6nlichen Kontakt offensichtlich deutlich geworden: Dass es einfach nicht ganz passte zwischen dem Menschen Luis Abreu und den Menschen in Cupertino.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Technik ist nicht gut oder b\u00f6se, sondern neutral<\/h1>\n<p>So entscheidend das Zwischenmenschliche ist, so wichtig bleibt auf der anderen Seite auch, dass eine Business-Organisation bestimmte Dinge misst. Kennzahlen sind die Grundlage f\u00fcr viele strategische und operative Entscheidungen. Doch welche Bedeutung haben Kennzahlen f\u00fcr die F\u00fchrungskr\u00e4fte? Hier gibt es ein breites Spektrum. Es macht einen Unterschied, ob eine F\u00fchrungsperson Kennzahlen dazu benutzt, ihre Mitarbeiter unter Druck zu setzen (\u00bbIch erwarte im kommenden Jahr zwanzig Prozent mehr St\u00fcckzahl und eine um f\u00fcnfzig Prozent niedrigere Fehlerquote.\u00ab) oder ob sie Kennzahlen heranzieht, um die Kreativit\u00e4t und den Ideenreichtum der Menschen im Unternehmen zu aktivieren: \u00bbWie schaffen wir es gemeinsam, dass wir h\u00f6here St\u00fcckzahlen und niedrigere Fehlerquoten erreichen?\u00ab Im zweiten Fall lassen sich Kennzahlen sehr gut nutzen, um gemeinschaftliche Aktivit\u00e4ten zu f\u00f6rdern, Erfolge zu messen und Motivation zu steigern.<\/p>\n<p>Digitalisierung an sich ist nicht gut oder b\u00f6se. Das sagte ich bereits im Gespr\u00e4ch mit den beiden anderen Konferenzteilnehmern beim Fr\u00fchst\u00fcck. Es kommt darauf an, was man im Unternehmen daraus macht. Wer eine Hochleistungsorganisation etablieren m\u00f6chte, ist schlecht beraten, Technik einzusetzen, um Druck zu erzeugen. Der Erfolg wird \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 lediglich ein kurzfristiger sein. Es geht hier um einen menschlichen Blick auf die Zahlen. Und darum, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Keine Digitalisierung auf dem R\u00fccken der Menschen \u2013 aber auch keine Verkl\u00e4rung der guten alten Zeit.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>Die Menschen sollten sich im Unternehmen emotional eingebunden f\u00fchlen<\/h1>\n<p>Wir brauchen hier ein neues Mindset. Digitalisierung ist auch eine Mindset-Aufgabe. Technik sollte weder idealisiert noch verteufelt werden. Eine angemessene Perspektive gelingt am besten, wenn sich die Menschen im Unternehmen emotional eingebunden f\u00fchlen, wenn sie in dem, was sie da tun, einen Sinn sehen \u2013 und wenn sie erleben, dass technische M\u00f6glichkeiten ihnen nicht die Jobs wegnehmen, sondern ihnen helfen, ihre Arbeit leichter und schneller zu erledigen und mehr Freir\u00e4ume zu bekommen. Oder wenn sie dank der Technik gut erkennen, wo sie mit ihrer Leistung stehen und dann Ideen entwickeln d\u00fcrfen, wie sie diese steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Problem sind hier leider oft die Medien und ihr gesellschaftlicher Einfluss. Bilder von leeren Produktionshallen plus die dazu passenden Schlagzeilen (\u00bbOxford-Studie: In f\u00fcnfundzwanzig Jahren werden siebenundvierzig Prozent der Jobs verschwunden sein\u00ab) erzeugen eine diffuse Angst und damit das Gegenteil dessen, was Menschen eigentlich in dieser komplexen Welt brauchen: Klare und verl\u00e4ssliche Einordnung. In unserer verr\u00fcckten Zeit sei doch \u00fcberhaupt keine dauerhafte Einordnung mehr m\u00f6glich, m\u00f6gen Sie da einwenden. Ja, das mag sein. Das ist jedoch noch lange kein Grund, es nicht f\u00fcr den Augenblick zu versuchen \u2013 \u00fcberall in unserer Gesellschaft, in Familien, in Unternehmen, in Vereinen, dort, wo wir jeden Tag anderen Menschen begegnen.<\/p>\n<p>Dort kann man einen Unterschied machen, durch individuelle Sinnstiftung und dadurch, den Wert jedes einzelnen Menschen sichtbar zu machen. Gerade auch am Arbeitsplatz, gerade als F\u00fchrungskraft. Sicher, die klare und verl\u00e4ssliche Einordnung von gro\u00dfen, komplexen und weltumspannenden Entwicklungen wie der Digitalisierung ist schwierig und eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Unternehmen k\u00f6nnen sie jedoch genauso wahrnehmen und das, was Digitalisierung an Nutzen f\u00fcr ihre Mitarbeiter und damit f\u00fcr die Organisation als Ganzes bringt, mit Leben f\u00fcllen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<br \/>\nKontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<br \/>\nAlle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug von Gundolf Wende: &#8222;Mehr arbeiten, weniger leiden&#8220; &nbsp; &nbsp; Die wahre Chance der Digitalisierung: Jenseits der Vermessung der Mitarbeiter Es war auf einer Konferenz vor wenigen Jahren. 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