{"id":678555,"date":"2021-12-13T16:33:28","date_gmt":"2021-12-13T15:33:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=678555"},"modified":"2022-02-28T16:51:08","modified_gmt":"2022-02-28T15:51:08","slug":"warum-es-fuer-die-anwaltskarriere-nuetzlich-sein-kann-bridge-profi-zu-sein-vergaberechtler-tobias-osseforth-wechselt-samt-team-zu-luther-exklusiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/12\/13\/warum-es-fuer-die-anwaltskarriere-nuetzlich-sein-kann-bridge-profi-zu-sein-vergaberechtler-tobias-osseforth-wechselt-samt-team-zu-luther-exklusiv\/","title":{"rendered":"Warum es f\u00fcr die Anwaltskarriere n\u00fctzlich sein kann, Bridge-Profi zu sein: Vergaberechtler Tobias Osseforth wechselt samt Team zu Luther (Exklusiv)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausgerechnet mit Bridge-Spielen verdiente sich Tobias Osseforth Geld in seiner Studienzeit am King\u00b4s College London. Das konnte er gut, schlie\u00dflich spielte der Vergaberechtler damals schon zehn Jahre lang Bridgeturniere, wurde 1995 Deutscher Juniorenmeister und hatte es bis zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft gebracht. Da lerne man Taktieren und die n\u00e4chsten Spielz\u00fcge des Gegners zu antizipieren. Doch im elit\u00e4rsten Londoner Bridgeclub, in West Brompton gleich neben Chelsea, guckte man den jungen Mann erst mal gro\u00df an, als er sich anbot, Trainerstunden zu geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_678541\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678541\" class=\"size-full wp-image-678541\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.4.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.4.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.4-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.4-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-678541\" class=\"wp-caption-text\">Tobias Osseforth (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dann auch noch ausgerechnet den britischen Upper-Class-Ladys. Das war schon dreist, gibt Osseforth heute zu. Aber man gab ihm die Chance. Auch wenn die vier Damen, die er coachte, ihm gegen\u00fcber erst mal extrem ablehnend und \u00fcberheblich waren. Den jungen Deutschen, der kein perfektes Englisch sprach. Sie lie\u00dfen es mich absolut sp\u00fcren, erinnert sich der geb\u00fcrtige Schwabe. Doch ihre Ablehnung w\u00e4hrte nicht lange, der Jurastudent eroberte die Herzen der Bridge-Ladys und nach kurzer Zeit wertsch\u00e4tzten sie ihn. Dann genossen wir alle miteinander die gemeinsamen Bridgeabende, erz\u00e4hlt er. F\u00fcr vier Unterrichtsstunden in der Woche bekam er 80 Pfund, die er brauchte, um sein Auslandsstudium zu finanzieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was er dagegen weniger genoss war der Whisky, den ihm der Chef des Bridge-Clubs oft einschenkte. Den fand Osseforth nur \u00fcbel und war froh, wenn er ihm nicht so viel eingoss. Doch einen prima Nebeneffekt hatte dieser ungew\u00f6hnlichen Studentenjob: Er war der einzige von 13 deutschen Stipendiaten am King\u00b4s College, der einen Praktikantenplatz bei einer renommierten Law Firm in London bekam: In der australischen Kanzlei Hudson &amp; Co. &#8211; und zwar durch die Kontakte einer der vier Bridge-Ladys. F\u00fcrs Praktikum sollte Osseforth keinen Cent bekommen. Eigentlich. Doch weil &#8222;ich so flei\u00dfig war, morgens der erste und abends der letzte&#8220; in der Kanzlei, schenkten ihm die Briten zum Dank f\u00fcr sein Engagement zum Abschied 1.000 Pfund. Wie es \u00fcberhaupt seine Erkenntnis wurde: Mit Flei\u00df kann man extrem viel erreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_678537\" style=\"width: 375px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-678537\" class=\"size-full wp-image-678537\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.kingscollege-e1639357571629.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"242\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.kingscollege-e1639357571629.jpg 365w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/12\/osseforth.kingscollege-e1639357571629-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><p id=\"caption-attachment-678537\" class=\"wp-caption-text\">Osseforth links im orangen Shirt (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im &#8222;Juve&#8220;-Umsatzrankig von Rang 88 auf Platz 13 zu Luther\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Schnitt. Cut. 22 Jahre sp\u00e4ter. Ab Januar wird Osseforth &#8211; nachdem er vor zehn Jahren bei Graf von Westphalen (GvW) und dann bei Lutz Abel seine Karriere als Vergaberechtler startete &#8211; mit drei weiteren Juristen aus seinem Team unter der Flagge der Top-15-Kanzlei Luther segeln. Die Soziet\u00e4t mit dem Hauptsitz in K\u00f6ln. Eine von denen, die sich nicht von Angelsachsen in den vergangenen Jahren vereinnahmen lie\u00dfen. Luther wurde erst k\u00fcrzlich von dem Fachblatt &#8222;The Lawyer&#8220; als &#8222;Europ\u00e4ische Law Firm des Jahres&#8220; gek\u00fcrt. F\u00fcr Osseforth ein gewaltiger Sprung, jedenfalls gemessen am Umsatzranking der 100 Top-Wirtschaftskanzleien von &#8222;Juve&#8220;: Unter den Top-100 stand Lutz Abel im Oktober auf Rang 88, Luther auf Platz 13. Und die wollen ihren Vergaberechtsbereich speziell in M\u00fcnchen ausbauen, weil doch dort die Hochburg der Tech-Unternehmen ist, das Silicon Valley von Bayern. Wer in seinem Team ist? Die Vergaberechtler Stephen Lampert und Jenny Schindler sowie Juliana Gesellhofer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_677809\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677809\" class=\"size-full wp-image-677809\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"218\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021-300x101.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/go.academy.banner.2021-500x168.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-677809\" class=\"wp-caption-text\">Hier geht\u00b4s zur Beratung www.goacademy.de<br \/>&#8211; Anzeige &#8211;<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen Namen hat sich der 46-j\u00e4hrige inzwischen mit Vorzeige-Projekten wie dem Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg, dem Konzerthaus M\u00fcnchen vom Freistaat Bayern oder der Mega-Surf-Welle in Hallbergmoos in der N\u00e4he des Flughafen M\u00fcnchens gemacht. Das Fachblatt &#8222;Juve&#8220; attestiert ihm, er habe &#8222;hohes Engagement&#8220;, er sei &#8222;sehr pr\u00e4sent&#8220; und &#8222;fachlich hoch kompetent&#8220;. Auch im Ranking der &#8222;WirtschaftsWoche&#8220;-Topkanzleien ist Osseforth schon mehrmals vertreten &#8211; gew\u00e4hlt von der eigenen Peer-Group und Juroren aus der Wirtschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom Stahlh\u00e4ndler zum Vergaberechtsanwalt<\/strong><\/p>\n<p>Dabei wollte Osseforth auch nach den ersten juristischen Erfahrungen gar kein Anwalt werden, sondern begann 2005 erst mal als Unternehmensberater in K\u00f6ln zu arbeiten, bevor er drei Jahre sp\u00e4ter das Start-up 1st Steel gr\u00fcndete. W\u00e4re der Stahlmarkt nicht 2011 zusammengebrochen, w\u00e4re er heute noch Unternehmer, sagt der Wahl-M\u00fcnchner. Das Unternehmen handelte knapp f\u00fcnf Jahre lang mit Stahlresten, die beim letzten Guss \u00fcbrigblieben und die f\u00fcr die gro\u00dfen Player wie Thyssenkrupp kein lohnendes Gesch\u00e4ft waren. Aus den Resten wurde Flachstahl beispielsweise f\u00fcr die Automobilindustrie gemacht. Das Gesch\u00e4ft ging gut, bis die Stahlpreise einbrachen und die Weltwirtschaftskrise kam. Also musste Osseforth umdenken, besann sich auf Jura zur\u00fcck, durchlief Kanzleien wie Redeker Sellner Dahs, G\u00f6rg, Graf von Westphalen (GvW) und war in den vergangenen f\u00fcnf Jahren Partner bei Lutz Abel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sein eisernes Durchhalteverm\u00f6gen bewies der M\u00fcnchner seinen Lehrern in der Oberstufe. Die hatten sich zu einem Marathonlauf in Berlin angemeldet und wollten vier Sch\u00fcler dorthin mitnehmen. Zu den Trainingseinheiten ging er nur einmal hin, die anderen drei sprangen gleich ab, erinnert er sich. Er lief den ersten Halbmarathon noch problemlos mit, lag gut in der Zeit, doch bei Kilometer 30 ging nix mehr: Kr\u00e4mpfe und so starke Schmerzen, dass er v\u00f6llig am Ende war und ins Massagezelt musste. Am Ende schaffte er die Strecke, konnte sich aber nicht mehr bewegen. Um in der Autobahnrastst\u00e4tte auf dem R\u00fcckweg mit dem Bus ins Untergeschoss zur Toilette zu gehen, brauchte er eine geschlagene halbe Stunde &#8211; so lange mussten all die Lehrer auf ihn warten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bei Twitter: @TobiasOsseforth<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/twitter.com\/TobiasOsseforth\">https:\/\/twitter.com\/TobiasOsseforth<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ausgerechnet mit Bridge-Spielen verdiente sich Tobias Osseforth Geld in seiner Studienzeit am King\u00b4s College London. 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