{"id":677564,"date":"2021-09-13T22:20:46","date_gmt":"2021-09-13T20:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=677564"},"modified":"2021-09-15T23:28:23","modified_gmt":"2021-09-15T21:28:23","slug":"buchauszug-jean-claude-bourgueil-und-martin-roos-111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/09\/13\/buchauszug-jean-claude-bourgueil-und-martin-roos-111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss\/","title":{"rendered":"Buchauszug Jean-Claude Bourgueil und Martin Roos: &#8222;111 Orte in der Champagne, die man gesehen haben muss&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Buchauszug Jean-Claude Bourgueil und Martin Roos: &#8222;111 Orte in der Champagne, die man gesehen haben muss&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_677565\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677565\" class=\"size-medium wp-image-677565\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Bourgueil_Jean-Claude-221x300.jpg\" alt=\"\" width=\"221\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Bourgueil_Jean-Claude-221x300.jpg 221w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Bourgueil_Jean-Claude.jpg 479w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><p id=\"caption-attachment-677565\" class=\"wp-caption-text\">Jean Claude Bourgueil (Foto: Emons\/ Tom Jasny)<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_677566\" style=\"width: 242px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677566\" class=\"size-medium wp-image-677566\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Roos_Martin_Copyright_Tom_Jasny.2021-232x300.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Roos_Martin_Copyright_Tom_Jasny.2021-232x300.jpg 232w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Roos_Martin_Copyright_Tom_Jasny.2021.jpg 503w\" sizes=\"auto, (max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><p id=\"caption-attachment-677566\" class=\"wp-caption-text\">Martin Roos (Foto: Emons\/ Tom Jasny)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bollinger<\/strong><\/p>\n<p><strong>James Bond, eine Witwe und Bollys bestes St\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Wer in die Welt des Champagners eintauchen will, f\u00e4ngt am besten hier an. Historisch, architektonisch und qualitativ ist Bollingers Anwesen in A\u00ff eines der herausragendsten \u00fcberhaupt. Eine F\u00fchrung durch dieses Haus mitzumachen ist ein Ereignis \u2013 \u00fcberirdisch durch die eleganten Verkostungsr\u00e4ume mit bunt verzierten Glasfenstern und unterirdisch durchs Kellerlabyrinth, in dem \u00fcber 750.000 Magnumflaschen lagern, gef\u00fcllt mit Reserveweinen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Gew\u00f6lbe \u00bbLa R\u00e9serve\u00ab sind 3.000 historische Magnumflaschen aus 45 Jahrg\u00e4ngen aufbewahrt, manche noch mundgeblasen. In der \u00bbGalerie 1829\u00ab, nur durch ein Gitter zug\u00e4nglich, verbergen sich Bollingers Schaumwein-Sch\u00e4tze, darunter der \u00e4lteste Jahrgang \u2013 1830. Am 6. Februar 1829 hatten Athanase-Louis-Emanuel Hennequin, Paul Renaudin und Joseph Jacob Bollinger, der aus dem w\u00fcrttembergischen Ellwangen stammte, in A\u00ff das Champagnerhaus gegr\u00fcndet. Das Gesch\u00e4ft florierte. Bollinger war ab 1884 Hoflieferant von Queen Victoria.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wohl wichtigste Rolle in der Geschichte des Hauses spielte Lily Bollinger. Bis 1971 f\u00fchrte die Witwe das heute noch in Familienbesitz befindliche Weingut. Sie modernisierte es und reiste als Meisterin des Marketings f\u00fcr den \u00bbBolly\u00ab unerm\u00fcdlich durch die Welt. Bollinger gilt heute als einer der britischsten aller Champagner. Selbst James Bond trinkt ihn. Der gr\u00f6\u00dfte Stolz des Hauses ist ein St\u00fcckchen Erde, verschlossen hinter Mauern gegen\u00fcber dem Hauptgeb\u00e4ude: Der Weingarten blieb als einer der wenigen von der zerst\u00f6rerischen Reblaus-Pandemie um 1900 verschont und bringt heute die Mono-Cuv\u00e9e \u00bbVieilles Vignes Fran\u00e7aises\u00ab aus alten Pinot-noir-Rebst\u00f6cken hervor, 2.000 Flaschen pro Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er gilt neben dem \u00bbClos du Mesnil\u00ab von Krug und dem \u00bbClos des Goisses\u00ab von Philipponnat als der kostbarste in der Champagne. Gerettet hat ihn, was in Zeiten der Pandemie immer hilft: eine Quarant\u00e4ne.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Mo\u00ebt-Loge<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der schickste Ger\u00e4teschuppen der Champagne<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Entfernung wirkt die Weinbergh\u00fctte von Mo\u00ebt &amp; Chandon auf dem H\u00fcgel Montaigu so, als ob sie \u00fcber den Rebst\u00f6cken schwebte. Sie ist heute ein so beliebtes Fotomotiv, dass manche in ihr schon das Wahrzeichen der Weinberge sehen. Doch lange war sie nur eine von vielen H\u00fctten, die die Winzer nutzten, um ihre Ausr\u00fcstung zu verstauen, Essenspausen zu machen oder sich an zu hei\u00dfen oder kalten Tagen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es waren fast immer einfache H\u00fctten aus Stein, Holz oder Ziegel. Im Zweiten Weltkrieg versteckten Widerstandsk\u00e4mpfer hier Waffen \u2013 oder auch Menschen, die vor der Gestapo flohen. Mit der immer st\u00e4rkeren Nutzung von Traktoren und Transportern verloren die H\u00fctten allm\u00e4hlich ihren urspr\u00fcnglichen Sinn. Viele wurden in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts abgerissen, andere verfielen. Doch dann kam der Weintourismus und entdeckte sie als Zeugen der lokalen Weinkultur neu. Viele Winzer begannen, ihre H\u00fctten zu sanieren, um G\u00e4ste bei einem Picknick mit Andouillette aus Troyes, K\u00e4se aus Chaource und Champagner aus dem eigenen Haus zu bewirten \u2013 andere wurden neu gebaut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_677568\" style=\"width: 583px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-677568\" class=\"size-full wp-image-677568\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Moet.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Moet.jpg 573w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/Moet-264x300.jpg 264w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><p id=\"caption-attachment-677568\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Mo\u00ebt-Loge war einst nicht mehr als ein h\u00fcbscher Ger\u00e4teschuppen. Erst im Laufe der Zeit wurde sie repr\u00e4sentativer. Das viereckige Backsteinhaus mit dem Schieferdach und der kleinen Terrasse mit Blick auf die Weinberge tr\u00e4gt immer noch das Monogramm von Victor Auban-Mo\u00ebt, dem Schwiegersohn von Victor Mo\u00ebt, dem Enkel des Firmengr\u00fcnders. Der H\u00fcgel Montaigu hat f\u00fcr das Unter-nehmen gro\u00dfe Bedeutung. Nur eine halbe Stunde Fu\u00dfweg \u00f6stlich durch die Weinberge bis zur D 9 in Richtung Oiry befindet sich in den Feldern Mo\u00ebtsneue \u00bbCuverie\u00ab. Die 2012 er\u00f6ffnete futuristische Kellerei erweitert die bisherige Produktion um 25 Prozent. Mo\u00ebt ist mit 1.500 Hektar Rebfl\u00e4chen und einer Produktion von 62 Millionen Flaschen \u2013 20 Prozent aller j\u00e4hrlich hergestellten Champagner \u2013 Marktf\u00fchrer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-677567\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/cover.roos_.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"635\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/cover.roos_.jpg 418w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/cover.roos_-197x300.jpg 197w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/p>\n<p><strong>Jean Claude Bourgeuil\/Martin Roos: &#8222;111 Orte in der Champagne, die man gesehen haben muss&#8220; Emons Verlag 240 Seiten, 16,95 Euro <a href=\"https:\/\/www.emons-verlag.com\/programm\/111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss\">https:\/\/www.emons-verlag.com\/programm\/111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gosset<\/strong><\/p>\n<p><strong>Karaffierter Champagner und furzende Engel<\/strong><\/p>\n<p>Als Jean-Pierre Cointreau 2007 die F\u00fchrung des 1584 gegr\u00fcndeten und damit \u00e4ltesten Weinhauses der Champagne \u00fcbernahm, wurde alles anders. Denn ziemlich bald gelang ihm ein entscheidender Coup: 2009 erwarb er in \u00c9pernay ein altes Herrenhaus, umgeben von einem zwei Hektar gro\u00dfen und denkmalgesch\u00fctzten Park, untertunnelt von einem riesigen Keller mit Platz f\u00fcr 2,6 Millionen Flaschen. Das neue Stammhaus des urspr\u00fcnglich in A\u00ff ans\u00e4ssigen Weinguts war gefunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>T\u00e4glich r\u00fccken nun die Lieferwagen vor der Rampe im gro\u00dfen Innenhof an. Eine Million Flaschen verlassen j\u00e4hrlich das Haus. Hinter dem Hof geht es zur Zentrale, dem kleinen Herrenhaus, vor dem in einem alten Steinbrunnen Wasser aus einem d\u00fcnnen Speier munter in das klare Becken pl\u00e4tschert. Wer eine Verkostung, einen Besuch der Weinkeller oder beides gebucht hat, wartet in den stylishen R\u00e4umen an der Rezeption. Mit etwas Gl\u00fcck erh\u00e4lt man von Gosset-Kellerchef Odilon de Varine h\u00f6chstpers\u00f6nlich eine Einf\u00fchrung in die Weine. Ob Grande R\u00e9serve, Grand Mill\u00e9sime oder die Elitecuv\u00e9e Celebris \u2013 f\u00fcr Odilon ist die Reife der wichtigste Faktor f\u00fcr die Identit\u00e4t des Weines. Einige seiner Champagner, wie eine \u00bbCelebris 1995\u00ab, ruhen zehn Jahre auf der Hefe und nach dem Degorgieren weitere zw\u00f6lf im Keller. Was der Chef de Caves empfiehlt: Manche Gosset-Champagner sollte man vorsichtig in eine Karaffe f\u00fcllen und von dort ins Glas gie\u00dfen. Zwar geht ein wenig Perlage verloren, aber der Wein gewinnt an Komplexit\u00e4t. Vorher muss jedoch das \u00d6ffnen der Flasche gelernt sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Odilon erkl\u00e4rt es so: die Kapsel mit Ruhe entfernen und nicht aufrei\u00dfen; das Drahtgeflecht aufkn\u00fcpfen, aber auf dem Korken lassen, diesen festhalten und die Flasche drehen \u2013 und nicht umgekehrt. Beginnt der Korken zu gleiten, h\u00e4lt man ihn zur\u00fcck. Denn er darf nicht knallen, sondern muss die Flasche mit leichtem Seufzen verlassen \u2013 mit dem sogenannten Engelsfurz.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vranken-Pommery<\/strong><\/p>\n<p><strong>Louises Liebe f\u00fcr Wein und Kunst in Kreidestollen<\/strong><\/p>\n<p>Wie so oft in der Champagne hatte auch dieses Mal eine pfiffige Witwe ihre H\u00e4nde im Spiel: Als ihr Mann Louis-Alexandre Pommery starb, verwandelte Louise alias Veuve Pommery 1858 die Reimser Domaine in ein Champagnerimperium: Madame lie\u00df ein gewaltiges Geb\u00e4ude mit Bergfrieden, T\u00fcrmen und Zinnen im elisabethanischen Stil errichten. Sie legte den exklusiven Weinberg \u00bbClos Pompadour\u00ab an und verband die antiken Kreidesteinbr\u00fcche mit unterirdischen G\u00e4ngen. Die R\u00f6mer hatten sie einst zur Lagerung ihrer Weine in die Felsen geschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Louise war damit eine der Ersten, die die geniale Idee der R\u00f6mer wiederentdeckt und als Erlebnis der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht haben. Schon die Eingangshalle ist gef\u00fcllt mit Champagnerkult und Kunst: Neben abstrakten Gem\u00e4lden, einem wild beklebten Formel-1-Rennwagen und Skulpturen, wie einem lebensgro\u00dfen Elefanten, der kopf\u00fcber auf seinem R\u00fcssel balanciert, dominiert das Fass \u00bbLe Grand Foudre\u00ab mit seinen 75.000 Litern und den Schnitzereien des Jugendstilk\u00fcnstlers \u00c9mile Gall\u00e9. Am Ende der Halle f\u00fchrt eine spektakul\u00e4r mit Lichtspielen illuminierte Treppe hinab zu den 120 Kreidebr\u00fcchen in 30 Meter Tiefe. Schon durch die langen G\u00e4nge zu laufen, die sich labyrinthartig 18 Kilometer durch das unterirdische Reich schl\u00e4ngeln, ist ein Vergn\u00fcgen. Oben an den W\u00e4nden sind Fresken zu bestaunen, in kleinen Seitenkellern lagern Flaschen von 1904, und am unteren Mauerwerk harren die Ratten \u2013 aus Stein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die zeitgen\u00f6ssischen Ausstellungen in den Kreideminen wechseln. Mal ist es eine 30 Meter hohe L\u00fcftungsrohr-Installation der britischen K\u00fcnstlerin Holly Hendry, mal sind es Tausende von leeren Patronenh\u00fclsen, die der Norweger Matias Faldbakken als Anspielung auf die R\u00fcstungsindustrie inszeniert hat. Der alten Witwe h\u00e4tten sie gefallen. Sie sind in dem Kreidebruch ausgestellt, der nach ihr benannt ist: Louise Pommery.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-677569\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/pommery-e1631563665354.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"559\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/pommery-e1631563665354.jpg 448w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/09\/pommery-e1631563665354-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ruinart<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und Sonntagmorgen zum Champagner-Brunch!<\/strong><\/p>\n<p>Als der junge Benediktiner Dom Thierry Ruinart (1657 \u2013 1709) sah, wie die Adligen in Paris \u00bbWein mit Perlen\u00ab literweise in sich hineinsch\u00fctteten, verst\u00e4ndigte er sofort seine Familie. Sie hatte bis dahin ihr Geld im Tuchhandel verdient. Der M\u00f6nch \u00fcberzeugte sie, ab sofort verst\u00e4rkt in Champagner zu investieren. 1729 er\u00f6ffnete sein Neffe Nicolas Ruinart das Champagnerhaus in \u00c9pernay. 1769 \u00fcbernahm sein Sohn Claude die F\u00fchrung und zog nach Reims um.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach 200 Jahren Familienbesitz geh\u00f6rt Ruinart heute zu \u00bbMo\u00ebt Hennessy \u2013 Louis Vuitton\u00ab und z\u00e4hlt zu den feinsten Marken der Champagne. Vor allem: Es ist das \u00e4lteste Champagnerhaus der Welt. Im alten Rechnungsbuch sind erste Verk\u00e4ufe im Januar 1729 notiert (Foto). 1764 verschickte Ruinart laut den Aufzeichnungen erstmals seinen heute ber\u00fchmten Ros\u00e9-Champagner \u00bb\u0152il de perdrix\u00ab ins Ausland: 60 der kupferrot leuchtenden Flaschen gingen an den Herzog zu Mecklenburg-Strelitz. Nicht nur das Hauptgeb\u00e4ude an der Rue de Cray\u00e8res mit seinem Restaurant, Verkostungssalon, der Bibliothek und dem Tischkicker, an dem statt Figuren Champagnerflaschen den Ball ins Tor zwirbeln, ist einen Besuch wert, sondern vor allem die Keller. In den h\u00f6hlenartigen Kreidebr\u00fcchen sind in 38 Meter Tiefe Tausende von Flaschen auf der \u00bbEntreillage\u00ab, auf Holzschienen, gebettet. Ein \u00bbDom Ruinart\u00ab lagert bis zu acht Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kellerf\u00fchrung dauert zwei Stunden inklusive Verkostung. Am Wochenende kann man mit Freunden und Familie auch einen Brunch in der Maison Ruinart buchen. Im Ehrenhof des Hauses steht seit 1999 die Bronzestatue von Dom Ruinart. Er h\u00e4lt Feder und Notizbuch in den H\u00e4nden. In diesem Buch muss er auch notiert haben, wie er einst \u00bbin riesigen H\u00f6hlen mit riesigen F\u00e4ssern alten und neuen Wein\u00ab probiert hatte. Von den heutigen Kellern \u00bbseines\u00ab Hauses h\u00e4tte er sicher genauso geschw\u00e4rmt. Ruinart hat sie erst Mitte des 18. Jahrhunderts dazugekauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alle inhaltlichen Rechte des Management-Blogs von Claudia T\u00f6dtmann liegen bei der Blog-Inhaberin. Jegliche Nutzung der Inhalte bed\u00fcrfen der ausdr\u00fccklichen Genehmigung.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Buchauszug Jean-Claude Bourgueil und Martin Roos: &#8222;111 Orte in der Champagne, die man gesehen haben muss&#8220; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Bollinger James Bond, eine Witwe und Bollys bestes St\u00fcck Wer in die &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/09\/13\/buchauszug-jean-claude-bourgueil-und-martin-roos-111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[10302,10306,1890,10301,6520,10307,10303,10304,10305],"class_list":["post-677564","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-111-orte-in-der-champagne-die-man-gesehen-haben-muss","tag-bollinger","tag-buchauszug","tag-jean-claude-bourgueil","tag-martin-roos","tag-moet-chandon","tag-pommery","tag-ruinart","tag-vranken-pommery"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=677564"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":677606,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/677564\/revisions\/677606"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=677564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=677564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=677564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}