{"id":676554,"date":"2021-06-01T12:16:44","date_gmt":"2021-06-01T10:16:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=676554"},"modified":"2021-06-01T19:31:16","modified_gmt":"2021-06-01T17:31:16","slug":"homeoffice-wenn-manche-unternehmen-kuenftig-bueromiete-sparen-und-die-kosten-ihren-mitarbeitern-aufhalsen-wollen-via-betriebsvereinbarung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/06\/01\/homeoffice-wenn-manche-unternehmen-kuenftig-bueromiete-sparen-und-die-kosten-ihren-mitarbeitern-aufhalsen-wollen-via-betriebsvereinbarung\/","title":{"rendered":"Homeoffice: Wenn manche Unternehmen k\u00fcnftig B\u00fcromiete sparen und die Kosten ihren Mitarbeitern aufhalsen wollen, via Betriebsvereinbarung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben. Obwohl viele ihr Office nicht mal in ihr Zuhause eingeladen hatten. <\/strong><\/p>\n<p>Der Chef des Autoherstellers Opel, Michael Loscheller will k\u00fcnftig die meisten seiner B\u00fcromitarbeiter k\u00fcnftig nicht mehr sehen. Oder jedenfalls nicht mehr so oft und lange. Und eben nicht pers\u00f6nlich. Wenn das normale Arbeitsleben wieder losgeht. Und wenn die Opelaner dann in die Firma kommen, sollen sie keinen eigenen Schreibtisch mehr haben. Das ist das Fazit eines Berichts im &#8222;Handelsblatt&#8220;. Auf englisch: Desksharing. Im Ergebnis: Wer noch ein eigenes B\u00fcro hatte mit einem richtigen Namensschild an der T\u00fcr, das ihn insgeheim sehr stolz machte, wird es verlieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664030\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664030\" class=\"size-full wp-image-664030\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/opel.grumpy-e1484823274255.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/opel.grumpy-e1484823274255.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/opel.grumpy-e1484823274255-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/opel.grumpy-e1484823274255-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-664030\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: PR\/Opel)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ob das diejenigen freut, die wegen Corona in den eigenen vier W\u00e4nden am K\u00fcchentisch oder auf dem Bett mit einem kleinen Laptop und provisorischem Equipment arbeiteten? Weil sie einerseits ihre Gesundheit sch\u00fctzen und andererseits die Firma nicht im Stich lassen wollten? Die Aussicht, den Rest ihres Arbeitslebens nunmehr isoliert im Heim, das wahrscheinlich nicht mal ein Arbeitszimmer hat, zu verbringen, d\u00fcrfte viele erschrecken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Opel ist jedenfalls nicht das einzige Unternehmen, das auf diese Weis seine Effizienzgewinne weiter steigern will. Insbesondere Konzerne haben gemerkt, wieviel Miete sie einsparen k\u00f6nnten und etliche Manager bastelten seit dem Herbst an ihrer zuk\u00fcnftigen neuen Arbeitswelt: Gro\u00dfraumb\u00fcrol\u00f6sungen mit Schreibtischen, die nicht nur einem einzelnen geh\u00f6ren, und die Mitarbeiter zum Teil zuhause lassen. Nur, die Betriebsr\u00e4te toben, dass die Unternehmen die eingesparten Vorteile nicht an die Arbeitnehmer weitergeben wollen, erz\u00e4hlt ein Unternehmensberater der lieber anonym bleiben will.<\/p>\n<div><\/div>\n<div>Wie es soweit kommen konnte? Die Arbeit fluppte in den Fluchtburgen auch von zuhause aus, das Unerwartete trat ein: Die Mitarbeiter blieben produktiv. Dabei: die waren ja nur in ihrer Angst um ihre Gesundheit in die Homeoffices gefl\u00fcchtet, die den<\/div>\n<div>Namen Office oft nicht verdienen. Die einen arbeiteten im Schlafzimmer unterm Dach, fensterlos im keller die anderen und wieder andere mitten in der K\u00fcche. St\u00e4ndige\u00a0 St\u00f6rungen und Unterbrechungen von Paketboten, Handwerkern, Kindern mit Homeschooling-Aufgaben undsoweiter inklusive. Die, die in 80-Quadratmeter-Wohungen mit zwei Kindern ihren normalen Job leisten m\u00fcssen, deren Nerven waren zunehmend blanker. Die anderen, die vor der Pandemie drei Stunden Fahrzeiten mit Bahn und Bus hatten, sind die andere Fraktion, die nicht mehr zur\u00fcck will ins B\u00fcro.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Recht auf Homeoffice-Recht gibt\u00b4s nicht, Pflicht zum Homeoffice aber auch nicht<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_676663\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-676663\" class=\"size-medium wp-image-676663\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/DLA.Henriette-Norda_DLA-Piper-290x300.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/DLA.Henriette-Norda_DLA-Piper-290x300.jpg 290w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/DLA.Henriette-Norda_DLA-Piper.jpg 472w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><p id=\"caption-attachment-676663\" class=\"wp-caption-text\">Henriette Norda (Foto: PR\/DLA Piper)<\/p><\/div>\n<p>Wegen der hohen Corona-Fallzahlen hatte der Gesetzgeber bis zum 30. Juni 2021 ein Recht auf Homeoffice geschaffen, vor\u00fcbergehend. Nach der Corona-Arbeitsschutzverordnung sind Arbeitgeber bis dahin verpflichtet, den Mitarbeitern Homeoffice anzubieten, soweit keine betrieblichen Gr\u00fcnde entgegenstehen, sagt Henriette Norda, Arbeitsrechtlerin von DLA Piper. Doch dar\u00fcber hinaus gibt es f\u00fcr Arbeitnehmer bisher keinen Rechtsanspruch auf Homeoffice. Wenn der Arbeitgeber kein Homeoffice einf\u00fchren m\u00f6chte, kann der Betriebsrat nichts machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung und Eingriffe in die private Lebensf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>So kann der Betriebsrat den Arbeitgeber nicht dazu zwingen, Homeoffices zuzulassen, sagt Anw\u00e4ltin Norda. Nur wie ist es umgekehrt? K\u00f6nnen Unternehmen ihre Mitarbeiter verbannen? Selbst wenn sich Betriebsrat und Unternehmen auf die M\u00f6glichkeit zur Einf\u00fchrung von Homeoffices verst\u00e4ndigen, k\u00f6nne das Unternehmen via Betriebsvereinbarungen keine Pflicht zur Arbeit zuhause einf\u00fchren, erkl\u00e4rt Norda. \u201eSolch eine Verpflichtung zum Homeoffice w\u00fcrde in die private Lebensf\u00fchrung der Mitarbeiter eingreifen und dazu sind die Betriebsparteien nicht befugt.\u201c Andreas Notz, Arbeitsrechtler bei der Gro\u00dfkanzlei Rittershaus liefert den Grund: \u201eDagegen steht immerhin das das Grundgesetz mit seinem Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung in Artikel 13.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Juristisches Neuland: Homeoffices, um Mietkosten wegzuverlagern<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_676674\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-676674\" class=\"size-full wp-image-676674\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/csm_Notz_Andreas-SK_7382_a3e0fc08ff.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/csm_Notz_Andreas-SK_7382_a3e0fc08ff.jpg 250w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/05\/csm_Notz_Andreas-SK_7382_a3e0fc08ff-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><p id=\"caption-attachment-676674\" class=\"wp-caption-text\">Andreas Notz (Foto: PR\/Rittershaus)<\/p><\/div>\n<p>Im Klartext: Wer sein Office nie ins Home einladen wollte, braucht es auch nach der Pandemie nicht tun. Versuchen Unternehmen, Angestellte durch eine einseitige Anordnung dauerhaft in ihrer Wohnung arbeiten zu lassen, d\u00fcrften sie vor Gericht schlechte Karten haben, sch\u00e4tzt der Mannheimer Jurist Notz. Insgesamt gilt: Die ganze Thematik Homeoffice ist juristisches Neuland, so eine Pandemiesituation hat es noch nie gegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kamen viele traditionelle Unternehmen, die sich fr\u00fcher vehement gegen Homeoffices stemmten und sie jahrelang nur ihren F\u00fchrungskr\u00e4ften als Goodie gew\u00e4hrten, schon im vergangenen Jahr pl\u00f6tzlich auf den Geschmack und drehen nun den Spie\u00df um. Die Aussicht, mit weniger B\u00fcromiete Kosten zu sparen, erscheint zu verlockend. \u201eSchon wenige Monate nach Beginn der Pandemie \u00fcberlegten viele Arbeitgeber, wie sie ihr neues Ziel, das hohe Level des Homeffice auch nach der Krise beizubehalten und die Mitarbeiter dauerhaft aus den B\u00fcros fern zu halten, erreichen k\u00f6nnen\u201c, berichtet Arbeitsrechtler Jan Tibor Lelley von Kanzlei Buse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_665602\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665602\" class=\"size-medium wp-image-665602\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/LelleyJanTibor4-June-2017-2-2-300x200.jpg\" alt=\"Jan Tibor Lelley (Foto: Buse Heberer)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/LelleyJanTibor4-June-2017-2-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/LelleyJanTibor4-June-2017-2-2-449x300.jpg 449w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/LelleyJanTibor4-June-2017-2-2.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-665602\" class=\"wp-caption-text\">Jan Tibor Lelley (Foto: Buse\/PR)<\/p><\/div>\n<p>\u201eViele Mitarbeiter werden nun davon \u00fcberrascht, obwohl sie darauf h\u00e4tten kommen k\u00f6nnen\u201c, beobachtet er. \u201eArbeitsbedingungen k\u00f6nnen Unternehmen per Betriebsvereinbarung verschlechtern, man muss nur den Betriebsrat auf seine Seite ziehen\u201c, res\u00fcmiert Arbeitgeberanwalt Lelley.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was sie zun\u00e4chst erst als Recht und Privileg empfanden, wollen Unternehmen pl\u00f6tzlich am liebsten zur Pflicht machen. W\u00e4hrend Mitarbeiter von zuhause aus oft unter erschwerten Bedingungen, auf beengtem Raum und oft mit R\u00fcckenproblemen wegen ungeeigneter Sitzm\u00f6bel den Betrieb am Laufen hielten, schmiedeten Topmanagement und Controller neue Pl\u00e4ne. Fernab vom Tagesgesch\u00e4ft und ohne die Arbeit wirklich zu kennen &#8211; das Ziel: K\u00fcnftig die B\u00fcrofl\u00e4chen zu verkleinern. \u201eOb diejenigen mitreden konnten, die die Arbeit kennen, ist die Frage,\u201c bezweifelt Lelley.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das neue Einsparpotenzial: B\u00fcrofl\u00e4che<\/strong><\/p>\n<p>Der Arbeitsrechtler begleitet seit einem Jahr Unternehmen, die ab Mai 2020 zuerst Betriebsvereinbarungen nur f\u00fcr die Notl\u00f6sungen abschlossen. \u201eDa waren die Mitarbeiter noch dankbar, dass ihre Gesundheit gesch\u00fctzt wurde und glaubten an eine Ausnahme\u201c, sagt der Jurist. Doch dann folgten rasch Betriebsvereinbarungen, die fl\u00e4chendeckend Homeoffices etablierten. Lelley: \u201eViele Unternehmen wollen jeden zweiten Mitarbeiter oder mehr im Homeoffice lassen, manche Unternehmen sehen das als gro\u00dfen Benefit, aber den allermeisten geht es um die Einsparpotenziale.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am rigidesten gingen internationale Unternehmen vor. Sie versuchen, ihrer Belegschaft eine Pflicht zum Arbeiten im Homeoffice durch die Hintert\u00fcr der Betriebsvereinbarung aufzuzwingen. Manchen Betriebsr\u00e4ten kommt das pers\u00f6nlich entgegen, andere versuchen, zumindest ein paar Vorteile f\u00fcr die Mitarbeiter hinein zu verhandeln, schildert Lelley. Manche Unternehmen zahlen dann ihren Leuten eine Pauschale bis zu 1 000 Euro im Jahr, quasi als Mietbeteiligung. Die B\u00fcroausstattung samt Schreibtischstuhl und die IT sind kein Thema, daran w\u00fcrden die Unternehmen es nicht scheitern lassen, berichtet der Jurist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mittelst\u00e4ndler wollen ihre Leute nicht zu Dingen zwingen, die sie nicht wollen<\/strong><\/p>\n<p>Mittelst\u00e4ndler fahren diese Strategie dagegen eher nicht, beobachtet der Essener Anwalt. Die seien \u201en\u00e4her dran an ihren Mitarbeitern und wollen sie nicht zu Dingen zwingen, die sie nicht wollen\u201c, so Lelley.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was Betriebsvereinbarungen regeln? Die Arbeitszeiten oder den Arbeitsschutz und insbesondere, wie der Arbeitgeber die Einhaltung von beidem auch in den heimischen Wohnungen sicherstellen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei regelgerechten Vertr\u00e4gen zu Tele-Arbeitspl\u00e4tzen, wie es sie schon lange vor Corona gab, r\u00e4umt der Mitarbeiter der Firma und den Aufsichtsbeh\u00f6rden f\u00fcr diese Kontrollzwecke ein jederzeitiges Betretungsrecht seiner Wohnung ein. \u201eSo etwas darf in einer Betriebsvereinbarung allerdings nicht festgeschrieben werden\u201c, warnt Lelley. Und wenn, dann w\u00e4re es rechtswidrig und ung\u00fcltig. Manche handgestrickten Betriebsvereinbarungen sehen auch rechtswidrige Dinge vor, beobachtet Lelley. Etwa dass der Mitarbeiter selbst das Risiko tr\u00e4gt, wenn er Arbeitgeber und Beh\u00f6rden nicht freiwillig ein Betretungsrecht gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_676024\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-676024\" class=\"size-full wp-image-676024\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/homeoffice.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/homeoffice.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/homeoffice-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/homeoffice-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-676024\" class=\"wp-caption-text\">Homeoffice (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Den Arbeitsschutz wegdelegieren per Checkliste<\/strong><\/p>\n<p>Manche Arbeitgeber werden den Mitarbeitern bald Checklisten aush\u00e4ndigen und versuchen die l\u00e4stige Pflicht zum Arbeitsschutz an die Arbeitnehmer weg zu delegieren, erwartet Lelley.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie bei den Arbeitszeitgesetzen, die auch im Homeoffice gelten und die Entgrenzung der Arbeit ja gerade verhindern sollen. Je nach Betrieb setzen manche Unternehmen Arbeitszeiten auch f\u00fcr Homeoffices von neun bis 17 Uhr fest. Doch nur in die Betriebsvereinbarung hineinzuschreiben, dass sich Mitarbeiter versichern, sich daran zu halten, ist laut Lelley \u201eein allzu naiver Ansatz\u201c. Stattdessen m\u00fcssten Arbeitgeber die Mitarbeiter im Falle von Vertrauensarbeitszeit oder mit Arbeitszeitkonten entweder verpflichten, alles zu dokumentieren oder auch technische L\u00f6sungen mit Apps einsetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Arbeitszeitverst\u00f6\u00dfe auch in Corona-Zeiten und in Homeoffices sind keine Einzelf\u00e4lle, doch Kontrollen fehlen.\u201eManchmal gr\u00e4tscht ein Betriebsrat oder ein Konkurrent dazwischen, aber die Aufsichtsbeh\u00f6rden haben gar nicht genug Personal, um neben den &#8211; ohnehin schon bestehenden Aufgaben &#8211; nun auch noch coronabedingten Anforderungen bei Arbeitgebern, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung der Regeln in den Homeoffices zu \u00fcberpr\u00fcfen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Punkte, die ungekl\u00e4rt und juristisches Neuland sind: Wie wird der Datenschutz sichergestellt, wenn im K\u00fcchen-Homeoffice die ganze Familie die Zoomsitzungen mith\u00f6rt? Oder jeder Nachbar, der zum Glas Wein kommt, die Firmenakten sieht. Oder wie die Unfallverh\u00fctungsvorschriften umgesetzt werden? Und ob im Falle eines Unfalls Arbeitgeber und Berufsgenossenschaft sich die Wohnung mal anschauen d\u00fcrfen. Arbeitsgerichte werden wohl k\u00fcnftig noch etliche Streitfragen in Betriebsvereinbarungen beurteilen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn Firmen Fakten geschaffen und B\u00fcros einfach aufgel\u00f6st haben<\/strong><\/p>\n<p>Bitter ist es f\u00fcr diejenigen Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber schon Fakten geschaffen, ganze B\u00fcros aufgel\u00f6st haben und ihnen nur noch ihre Versetzung mitteilungen. Und sie auf dem Weg zum dauerhaften Homeoffice zwingt. Notz wei\u00df von Arbeitnehmern, die ihre so verlorenen Arbeitspl\u00e4tze wieder einklagen wollten.<\/p>\n<p>Doch \u00fcblicherweise enden diese Streitigkeiten mit einer Abfindung und der Mitarbeiter bleibt drau\u00dfen. Wenn nach der Pandemie \u00fcberhaupt noch Geld f\u00fcr eine Abfindung da ist, denn das sei bei vor allem bei manchen Start-ups nicht der Fall, erz\u00e4hlt der Mannheimer.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich wird das h\u00e4usliche, abgetrennte Arbeitszimmer eines Tages in diesen Homeoffice-dominierten Unternehmen zum Einstellungskriterium. Kandidaten mit Eigenheim und viel Platz in den Vorst\u00e4dten oder auf dem Land sind f\u00fcr diese Unternehmen einfach billiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten. 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