{"id":676395,"date":"2021-04-28T06:00:49","date_gmt":"2021-04-28T04:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=676395"},"modified":"2021-04-30T18:00:45","modified_gmt":"2021-04-30T16:00:45","slug":"wenn-chinesische-investoren-deutsche-hidden-champions-kaufen-sinkt-deren-rentabilitaet-und-leistungsfaehigkeit-belegt-eine-wissenschaftliche-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/04\/28\/wenn-chinesische-investoren-deutsche-hidden-champions-kaufen-sinkt-deren-rentabilitaet-und-leistungsfaehigkeit-belegt-eine-wissenschaftliche-analyse\/","title":{"rendered":"Wenn chinesische Investoren deutsche Hidden Champions kaufen, sinkt deren Rentabilit\u00e4t und Leistungsf\u00e4higkeit, belegt eine wissenschaftliche Analyse"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmen, die von ihren Eigent\u00fcmern an chinesische Investoren verkauft werden, stehen danach schlechter da als vorher. Das hat eine Studie der Otto Beisheim School of Management analysiert: Viele Unternehmen sind nach ihrer \u00dcbernahme deutlich weniger leistungsf\u00e4hig und rentabel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr haben die Studienautoren Christina Brunner und Serden \u00d6zcan insgesamt 63 chinesische \u00dcbernahmen in Deutschland zwischen 2008 und 2016 ausgewertet und die Entwicklung der Rentabilit\u00e4t der deutschen Zielunternehmen bis 2021 analysiert. Das Ergebnis: Chinesische Investoren sind am liebsten Alleineigent\u00fcmer und \u00fcbernehmen bei der Mehrheit der M&amp;A s\u00e4mtliche Anteile der Firmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Des weiteren: &#8222;Firmen aus Schwellenl\u00e4ndern nutzen internationale Fusionen oder \u00dcbernahmen in Industriel\u00e4ndern dazu, um an strategische Verm\u00f6genswerte und \u00fcberlegene Technologien zu gelangen und so ihren Wettbewerbsnachteil zu verringern&#8220;, hei\u00dft es in\u00a0 Christina Brunners Analyse vom Lehrstuhl f\u00fcr Innovation und Corporate Transformation an der WHU. Deutschland sei besonders deutlich im Fokus der Investoren aus China und besonders die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und Hidden Champions.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beispiele seien die Unternehmens\u00fcbernahmen der Robotik-Firma Kuka und der Elektronik-Firma Medion, die laut Studie deutlich zeigen, was sich deutsche Firmen bei Deals mit chinesischen Investoren erhoffen: direkten und weitreichenden Zugang zum riesigen chinesischen und damit asiatischen Markt sowie Zugriff auf die scheinbar unendlichen Ressourcen der Investoren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders im Visier der chinesischen Investoren laut Studie: Bestimmte Schl\u00fcsselbereiche wie Robotik, Informationstechnologie oder Medizintechnik stehen in ihrem \u00dcbernahme-Fokus, um auf internationale Spitzenpositionen zu erlangen. Brunners Fazit: In fast allen F\u00e4llen sank die Leistungsf\u00e4higkeit in den folgenden Jahren nach ihrer \u00dcbernahme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An der \u00dcbernahme selbst l\u00e4ge es nicht, so Brunner. Denn Unternehmen einer Vergleichsgruppe mit \u00e4hnlichem Gesch\u00e4ftsmodell entwickelten sich auch bei mehrj\u00e4hriger Betrachtung deutlich besser. Und: Deutsche Unternehmen mit \u00e4hnlicher Struktur entwickelten sich als Vergleichsgruppe, die von \u00f6sterreichischen Unternehmen \u00fcbernommen wurden, wesentlich besser. Die sinkende Rentabilit\u00e4t sei damit nachweislich auf die Herkunft der Investoren zur\u00fcck zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671079\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671079\" class=\"size-full wp-image-671079\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/06\/hongkong.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"487\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/06\/hongkong.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/06\/hongkong-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/06\/hongkong-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-671079\" class=\"wp-caption-text\">Hongkong (Foto: J.Kindermann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum chinesische \u00dcbernahmen und Fusionen in Deutschland oft negative Folgen f\u00fcr die betroffenen Unternehmen haben, hat mehrere Gr\u00fcnde laut Brunner: Einerseits werden \u00fcberlegene Technologien oder Know-how absorbiert, ohne eigenes Wissen in die Firma zu transferieren, was die die Leistungs- und Wachstumschancen verringert.<\/p>\n<p>Des weiteren verlagern die chinesischen Investoren die Standorte teils ins Ausland. Oft haben die Investoren auch keine Erfahrung im Gesch\u00e4ftsfeld des \u00fcbernommenen Unternehmens.<\/p>\n<p>Hinzukommt: Die v\u00f6llig anderen Gesch\u00e4ftspraktiken und institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland sind chinesischen Investoren fremd. Der deutsche Managementstil erweckt ihr Misstrauen, weil die Deutschen die chinesische Unternehmensstruktur oft nicht durchdringen. Denn Verantwortlichkeiten seien oft nicht eindeutig verteilt und die Entscheidungswege unklar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_676396\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-676396\" class=\"size-full wp-image-676396\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Hongkong.jpg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Hongkong.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Hongkong-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-676396\" class=\"wp-caption-text\">Hongkong (Foto: J.Kindermann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brunners weiteres Ergebnis:\u00a0 Sollten chinesische Investoren tats\u00e4chlich schlecht laufende deutsche Unternehmen kaufen, sind sie oft nicht in der Lage, diese zu sanieren &#8211;\u00a0 und die Abnahme der Rentabilit\u00e4t setzt sich fort.<\/p>\n<p>Zwei Ratschl\u00e4ge f\u00fcr die Unternehmensverk\u00e4ufer an chinesische Firmen stehen in der Studie von Brunner und \u00d6tzcan:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens: Unternehmen sollten den CEO-Posten nach der \u00dcbernahme des deutschen Unternehmens nicht mit einer chinesischen F\u00fchrungskraft besetzen. Dies f\u00fchrt zur signifikanten Abnahme der Rentabilit\u00e4t des Unternehmens. Erg\u00e4nzen Sie stattdessen das deutsche Managementteam um eine chinesische F\u00fchrungskraft \u2013 das ist die sinnvollere L\u00f6sung.<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Zweitens: Schaffen Sie klare Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege zwischen der deutschen Firma und dem chinesischen Investor. Feststehen muss, wer die Entscheidungen trifft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann; Alle Rechte vorbehalten; Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen, die von ihren Eigent\u00fcmern an chinesische Investoren verkauft werden, stehen danach schlechter da als vorher. Das hat eine Studie der Otto Beisheim School of Management analysiert: Viele Unternehmen sind nach ihrer \u00dcbernahme deutlich weniger leistungsf\u00e4hig und rentabel. &nbsp; Daf\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/04\/28\/wenn-chinesische-investoren-deutsche-hidden-champions-kaufen-sinkt-deren-rentabilitaet-und-leistungsfaehigkeit-belegt-eine-wissenschaftliche-analyse\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[224,9991,4115,9994,9992,9993],"class_list":["post-676395","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-china","tag-christina-brunner","tag-firmenubernahmen","tag-investoren","tag-serden-oezcan","tag-whu-otto-beisheim-school-of-management"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676395","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=676395"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676395\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":676437,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676395\/revisions\/676437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=676395"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=676395"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=676395"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}