{"id":676266,"date":"2021-04-15T06:00:48","date_gmt":"2021-04-15T04:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=676266"},"modified":"2021-04-17T14:24:36","modified_gmt":"2021-04-17T12:24:36","slug":"buchauszug-martin-richenhagen-der-amerika-fluesterer-mein-weg-vom-deutschen-religionslehrer-zum-us-topmanager","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/04\/15\/buchauszug-martin-richenhagen-der-amerika-fluesterer-mein-weg-vom-deutschen-religionslehrer-zum-us-topmanager\/","title":{"rendered":"Buchauszug Martin Richenhagen: &#8222;Der Amerika-Fl\u00fcsterer. Mein Weg vom deutschen Religionslehrer zum US-Topmanager&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug Martin Richenhagen: Der Amerika-Fl\u00fcsterer. Mein Weg vom deutschen Religionslehrer zum US-Topmanager.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Der K\u00f6lner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Richenhagen\">Richenhagen<\/a> gilt als der erfolgreichste deutsche Manager in den USA. Er war\u00a0 CEO der AGCO Corporation, dem drittgr\u00f6\u00dften Landmaschinenhersteller weltweit. Agrar-Experte Richenhagen ist der einzige deutsche CEO eines US-Fortune-500-Unternehmens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-676274\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/richenhagenmithunden.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/richenhagenmithunden.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/richenhagenmithunden-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/richenhagenmithunden-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><span style=\"color: #666666;font-family: Georgia, serif;font-size: 12px;background-color: #eeeeee\">Martin Richenhagen (Foto: Edel Books\/Stephan Pick)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom Luxus der eigenen Meinung<\/strong><\/p>\n<p>Glaube, Prinzipien, Engagement: Religionen sind auch in der heutigen Zeit unverzichtbar. Und warum es den lieben Gott so nicht gibt \u2013 und irgendwie doch.<\/p>\n<p>Ein Geistlicher in einem Luxusschlitten w\u00e4re in Deutschland eine h\u00f6chst anst\u00f6\u00dfige Sache. Hier in Amerika ist es das nicht \u2013 ganz im Gegenteil. In unserer direkten Nachbarschaft lebt ein Bischof, der gerne in seinem ziemlich beeindruckenden<br \/>\nOrnat heruml\u00e4uft. Er ist Bischof seiner eigenen Kirche und er f\u00e4hrt bei uns in der Gegend im Rolls-Royce rum. Ich wei\u00df nicht, wo genau das Geld daf\u00fcr herkommt,<br \/>\naber ich vermute mal stark, von seinen Anh\u00e4ngern. Der Bischof hat eine Kirche gebaut, die ihm selbst geh\u00f6rt. Der hat ein paar Angestellte, wir w\u00fcrden sie Priester oder Pfarrer<br \/>\nnennen. Ich habe ihn mal getroffen, ein ganz sympathischer Typ, rhetorisch extrem gut drauf. Ich fragte ihn: \u201eHerr Bischof, was sagen denn Ihre Gl\u00e4ubigen zu dem Auto und<br \/>\nzu Ihrem Haus?\u201c Der hat n\u00e4mlich neben dem Rolls-Royce auch eine Riesenvilla. \u201eDie sind stolz auf mich\u201c, antwortete er. \u201eDass unsere kleine Kirche sich das leisten kann.\u201c<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man das ablehnen oder sich dar\u00fcber lustig machen. Aber das tue ich nicht. Denn ich glaube schon, dass es f\u00fcr die Menschen wichtig ist, dass sie mit verbindlichen<br \/>\nWerten gro\u00df werden und dass sie sich nach einem stabilen Wertesystem richten k\u00f6nnen. Auch der Rolls-Royce-Bischof aus der Nachbarschaft wird seinen Gemeindemitgliedern etwas zur\u00fcckgeben, etwa indem er ihnen den Wert der Zehn Gebote vermittelt. Anders als in Deutschland gibt es keine Steuerfinanzierung f\u00fcr die Kirche. Daher ist es eher wie in der Wirtschaft: Es muss auch bei Kirchen etwas f\u00fcrs Geld geleistet werden. Hier in Amerika gibt es nicht diese hoch formelle Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Kirche wie in Deutschland. Man geht hin oder auch nicht. Und wenn man hingeht, leistet man auch einen finanziellen Beitrag. Aber freiwillig.<\/p>\n<p>Ich selbst war immer gl\u00e4ubig und das bin ich auch heute noch. Zwar nicht sehr fromm und auch kirchlich nicht besonders aktiv. Das kann daran liegen, dass ich als Kind religi\u00f6s vollkommen \u00fcberdosiert wurde. Es war Pflicht, jeden Samstag oder Sonntag mit der Familie zur Messe zu gehen. Zus\u00e4tzlich gab es sonntagmittags die Christenlehre, eine Art Katechismusunterricht. Da musste ich auch noch hin. Mir wurde das alles zunehmend peinlich. Mein Vater hatte eine gute Stimme, da stand er immer in der Kirche in der ersten Reihe und sang am lautesten. Das Maximale an Befreiung,<br \/>\ndas wir uns leisten konnten: Wir sa\u00dfen nachher in der letzten Reihe, blieben auch bei der Wandlung sitzen, anstatt zu knien, und falteten nicht die H\u00e4nde, sondern verschr\u00e4nkten die Arme. Aber wir marschierten trotzdem alle zur Kommunion. Die meiste Zeit meiner Kindheit musste ich au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfig zur Beichte gehen. Der Kaplan sagte dann immer: \u201eAch, Martin, schon wieder du? Du hast doch nichts. Was willst du denn schon wieder hier?\u201c Da hatte er recht: Es gab nichts gro\u00df zu beichten.<\/p>\n<p>Ansonsten empfinde ich einiges an der Kirche als nicht ganz so vern\u00fcnftig. Gerade das Kirchenrecht ist teilweise schwachsinnig. Das zeigt sich schon daran, dass ich aus dessen Sicht im Konkubinat lebe. Schlie\u00dflich habe ich eine geschiedene Frau geheiratet und unsere Ehe existiert f\u00fcr die Kirche gar nicht. Wenn ich mich jetzt scheiden lassen w\u00fcrde, k\u00f6nnte ich wieder kirchlich heiraten. Als Ehemann einer geschiedenen Frau d\u00fcrfte ich auch nicht zur Kommunion gehen. Das habe ich auch eine Weile nicht gemacht. Da kam einmal ein Freund aus meinem Theologiestudium,<br \/>\nbei dem wir in der Messe waren, und sagte zu mir: \u201ePass mal auf, Martin, du bist Manager in der Wirtschaft. Ich bin Manager in der Kirche. Du hast ein paar Tausend Mitarbeiter. Ich habe ein paar Tausend Seelen, meine Mitarbeiter, wenn du so willst. Ich mache einmal in der Woche ein Gesch\u00e4ftsessen. Und ich finde es nicht besonders h\u00f6flich, wenn du daran teilnimmst, aber nicht mitisst.\u201c Recht hatte er. Wenn<br \/>\nich heute einen Gottesdienst besuche, gehe ich auch zur Kommunion. Beichten aber tue ich nicht mehr, obwohl ich heute vielleicht mehr Grund dazu h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Den Glauben jener Sorte, wie ihn die katholische Kirche verbreitet und wie er mir als Kind eingeh\u00e4mmert wurde, habe ich abgelegt. Das fing kurz vor dem Abitur an und<br \/>\ndauerte bis zu den ersten Studienjahren. Es geschah in meiner Sartre-Phase mit schwarzem Rollkragenpullover, schwarzer Hose, Schuhen mit Kreppsohle und einem groben, grauen Jackett. Ich war \u00fcberzeugter Existenzialist. Und daraus entstand<br \/>\nmein heutiger Glaube. Inzwischen bin ich quasi ein Freidenker, der aber auch an einen Gott glaubt \u2013 und zwar aus einem einfachen Gedankengang heraus, der mehr ein Negativbeweis ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles, was wir hier erleben,<br \/>\nreiner Zufall ist. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Leben absolut keinen \u00fcbergeordneten Sinn hat. Die Religionen, jedenfalls das Christentum, das Judentum<br \/>\nund der Islam, erschlie\u00dfen sich diesen Sinn durch Gott, Jahwe oder Allah. Im Grunde piepegal. Das ganze Drumherum, das sich im Laufe der Geschichte ergeben hat, ist<br \/>\nf\u00fcr mich nicht so wichtig. Mein sehr reduzierter Glaube fu\u00dft nur auf einer festen \u00dcberzeugung: dass es einen h\u00f6heren Sinn gibt und geben muss. Und ich hoffe, dass irgendwann ein Zeitpunkt kommt, vielleicht nach dem Tod, an dem sich dieser Sinn erschlie\u00dft. Hoffentlich auch mir.<\/p>\n<p>Ich meine auch, dass der Glaube gerade f\u00fcr Kinder wichtig ist. Denn er gibt ein bisschen Sicherheit. So habe ich auch versucht, meine Glaubensanschauung an meine Kinder weiterzugeben. Allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Die beiden S\u00f6hne sind da eher distanziert. Die Gl\u00e4ubigste ist unsere Tochter. Aber sie alle haben sich mit dem christlichen Glauben und den zugrunde liegenden Werten auseinandergesetzt<br \/>\nbeziehungsweise auseinandersetzen m\u00fcssen. Als wir im Raum K\u00f6ln\/D\u00fcsseldorf gelebt haben, besuchten meine Kinder katholische Privatschulen. Sie mussten also<br \/>\nregelm\u00e4\u00dfig zur Schulmesse. Wir sind auch gemeinsam in die Kirche gegangen, aber nicht so oft, weil wir meistens auf dem Reitplatz waren. Ich bin jedoch \u00fcberzeugt, dass es enorm wichtig ist, ethische Grundvorstellungen zu haben. Das wird vielleicht sogar immer wichtiger, jetzt, da der Glaube in der Gesellschaft schwindet \u2013 zumindest bei den<br \/>\nChristen in Deutschland.<\/p>\n<p>In den USA ist die Lage noch stabiler. Wir leben hier in einer Gegend, die man auch den Bible Belt nennt. Am Sonntagmorgen sind die Stra\u00dfen leer, da gehen die Leute alle<br \/>\nin die Kirche und anschlie\u00dfend zum gemeinsamen Mittagessen ins Restaurant. Das geh\u00f6rt hier ganz selbstverst\u00e4ndlich zum allt\u00e4glichen Leben. Wir haben schon verschiedene Gottesdienste besucht, auf Wunsch meiner Frau auch einen<br \/>\nrichtigen Gospelgottesdienst. Unser langj\u00e4hriger AGCO-Aufsichtsrat Herman Cain war im Nebenjob Priester einer Kirche und sagte mir: \u201eKommt doch mal vorbei.\u201c Mein Verh\u00e4ltnis zu Cain war sehr gut. Der hatte eine hohe soziale Kompetenz und<br \/>\nhat mich immer bei allem unterst\u00fctzt, was ich vorhatte. Er war rhetorisch supergut drauf, konnte alles verkaufen, und ab und zu nahm er mich zur Seite. \u201eWenn du das heute so und so gesagt h\u00e4ttest, w\u00e4re es besser angekommen.\u201c Ich bekam von ihm<br \/>\nimmer so Tipps, wie man mit Amerikanern umgehen kann.<\/p>\n<p>Sein Gottesdienst war tats\u00e4chlich v\u00f6llig anders als das, was wir in Europa kennen. Erst mal gibt es in den USA keine sch\u00f6nen alten gotischen oder romanischen Kirchen,<br \/>\nwo man reinkommt und sofort ganz and\u00e4chtig wird. Man trifft sich in einem ganz normalen Raum. Es ist sehr lebhaft, gerade bei den schwarzen Baptisten. Da f\u00e4ngt der Gottesdienst, \u201eservice\u201c hei\u00dft das hier, eigentlich um zehn Uhr an. Aber keiner ist p\u00fcnktlich. Die Leute kommen nach und nach reingetrudelt. Es wird sich begr\u00fc\u00dft und gequatscht. So gegen halb elf beginnt der Gottesdienst mit Gesang. Wenn dann noch einer reinkommt, unterbricht der Ministrant und ruft: \u201eHey, Joe, da bist du ja auch endlich, schon wieder zu sp\u00e4t.\u201c Alle lachen und es geht weiter. Das hat eine ganz andere Qualit\u00e4t. Die Kirche holt die Leute einfach besser mitten im Leben ab. Nach dem Gottesdienst bleiben die Leute l\u00e4nger zusammen. Hier verbindet die Kirche<br \/>\nalso noch.<\/p>\n<p>Anders als in Deutschland, wo die Zahl der Mitglieder der gro\u00dfen christlichen Konfessionen, Protestanten und Katholiken, sich Jahr f\u00fcr Jahr dramatisch reduziert. Da<br \/>\nentsteht ein Vakuum. Was mit der christlichen Kirche in Westeuropa passiert,<br \/>\nist schon eine wichtige Frage. In Frankreich oder Italien ist das Problem des Mitgliederschwunds noch nicht so ausgepr\u00e4gt. Das ist besonders ein deutsches, holl\u00e4ndisches und skandinavisches Problem. Kirchengemeinden sind aber gerade<br \/>\nauch deshalb gut und wichtig, weil sie soziale und kulturelle Angebote f\u00fcr alle Menschen haben, auch f\u00fcr jene, die mit Glauben und Gottesdienst nicht so viel anfangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie schwer sich die Kirche damit tut, mit der Entwicklung der Gesellschaft Schritt zu halten, zeigt ja schon das Z\u00f6libat. Das muss meiner Ansicht nach weg. Auch Frauen sollten Priesterinnen sein k\u00f6nnen, ganz selbstverst\u00e4ndlich und gleichberechtigt. Es gibt viel Arbeit f\u00fcr die Chefs bei den Katholiken. Es geht nat\u00fcrlich auch ohne Gott und die Kirche. Wenn man sich in der ehemaligen DDR bewegt, trifft man auf eine Bev\u00f6lkerung, die mehrheitlich komplett religionsfrei gro\u00df geworden ist. Das wurde ersetzt durch Ideologie. Es ist ja eine Art Glaube. Leider ist nicht jede Religion vern\u00fcnftig \u2013 und nat\u00fcrlich auch nicht jede Ideologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-676275\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/cover.richenhagen.jpg\" alt=\"\" width=\"419\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/cover.richenhagen.jpg 419w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/cover.richenhagen-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 419px) 100vw, 419px\" \/><\/p>\n<p><strong>Martin Richenhagen: &#8222;Der Amerika-Fl\u00fcsterer. Mein Weg vom deutschen Religionslehrer zum US-Topmanager&#8220;. Edel Books, 24,95 Euro, 320 Seiten. <a href=\"https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/ID150030697.html\">https:\/\/www.thalia.de\/shop\/home\/artikeldetails\/ID150030697.html<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt diese Redensart: Wer als junger Mensch nicht Kommunist ist, der hat kein Herz. Und wer als \u00e4lterer Mensch immer noch Kommunist ist, der hat keinen Verstand.<br \/>\nDa ist was dran. Ich halte das nicht f\u00fcr schlimm, wenn einer in der Jugend in der einen oder anderen Richtung politisch aktiv gewesen ist. Man kann ja im Laufe seines Lebens noch ein bisschen was dazulernen. Aber ich kenne so ein paar beinharte Kommunisten. Meistens sind die sehr intelligent, aber auch schnell verbittert. Ich konnte mich nie wirklich mit der kommunistischen Ideologie identifizieren, aber sie hat mich immer interessiert. Nicht zuletzt findet man in ihr auch etwas Christliches, so etwa in dem ber\u00fchmten Zitat von Karl Marx: \u201eJeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen.\u201c In dieser Schnittmenge habe ich mich als junger Mann geistig bewegt.<\/p>\n<p>In den letzten Schuljahren machte die kommunistische Bewegung auch bei uns in K\u00f6ln eine gro\u00dfe Welle. Da solidarisierten sich Leute mit Mao oder Che Guevara. Ich hatte<br \/>\nauch eine Mao-Bibel und bekam immer die Schriften von der chinesischen Botschaft zugeschickt. Man brauchte sich da nur zu melden und kriegte dieses Material frei Haus.<br \/>\nDieses basiskommunistische Konzept fand ich schon interessant. Die Mao-Bibel habe ich immer noch. Ich habe alles gelesen, was ich da in die Finger bekommen konnte. Auch den Koran habe ich gelesen, und die politischen Schriften von Che Guevara.<\/p>\n<p>Als junger Mensch bin ich mit der Katholischen Studentengemeinde Bonn auch zwei-, dreimal auf sogenannten Einkehrtagen n Berlin gewesen. Wir fuhren dann auch r\u00fcber<br \/>\nnach Ostberlin, einmal sogar am 1. Mai, und haben an Treffen mit so drei\u00dfig bis f\u00fcnfzig Leuten teilgenommen. Das hatte schon was. Die hatten tolle Musik und sie hatten<br \/>\nandere Werte. Es ging nicht so sehr um wirtschaftlichen Erfolg wie im Westen. Das fand ich damals spannend. Einer der Vortragenden in Westberlin war Wolfgang Neuss, der<br \/>\nKabarettist. \u00dcber ihn bekam ich sogar die gro\u00dfe Ehre einer Einladung in die Kommune 1 und sah dann die h\u00fcbsche Uschi Obermaier. Das hat mich zutiefst beeindruckt.<\/p>\n<p>Ich habe eine gute Bekannte, die studierte damals Romanistik. Sie ist hochintelligent und war sehr aktiv bei den Roten Zellen Romanistik. In Bonn steht ein sch\u00f6nes Rathaus am Marktplatz. Davor gab es im April 1973 eine Demonstration von Vietnamkriegsgegnern. Ihr Protest richtete sich gegen den Besuch des s\u00fcdvietnamesischen Pr\u00e4sidenten im besagten Rathaus. Aus Solidarit\u00e4t mit den<br \/>\nK\u00e4mpfern des vietnamesischen Volkes st\u00fcrmten zig Aktivisten das Geb\u00e4ude. Vorneweg liefen die KPD und die Liga gegen den Imperialismus. Ich habe mit einigen anderen<br \/>\nunten gestanden, und wir haben geguckt, was die Kommilitonen da so machten. Ich schoss ein Foto, als meine Bekannte vom B\u00fcro des B\u00fcrgermeisters eine IBM-Kugelkopf- Schreibmaschine aus dem Fenster warf. Da sieht man sie, ihre H\u00e4nde und die Schreibmaschine in der Luft. Heute ist das alles l\u00e4ngst verj\u00e4hrt. Aber das war zu einer Zeit, als es noch den sogenannten Radikalenerlass gab. Bewerber f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst wurden auf ihre Verfassungstreue hin gepr\u00fcft \u2013 und da h\u00e4tte ein Schreibmaschinenwurf aus dem Rathaus sicher gegen eine Einstellung gesprochen.<br \/>\nMeine Bekannte wurde sp\u00e4ter Studiendirektorin an einem gro\u00dfen Gymnasium. Zu ihrer Ernennung habe ich ihr das Foto und das Negativ geschickt. Hat sie sich sehr dr\u00fcber<br \/>\ngefreut.<\/p>\n<p>Radikal, aber aus einer ganz anderen Richtung, so trumpfen hier in den USA zunehmend die evangelikalen Protestanten auf. Diese Glaubensgemeinschaft stellt in Amerika inzwischen einen gesellschaftspolitischen Faktor dar, den man nicht untersch\u00e4tzen darf. Einer von ihnen ist Trumps Vizepr\u00e4sident Mike Pence. Ein aalglatter Typ, im Bible Belt geboren, der zur radikalen christlichen Rechten z\u00e4hlt. Er bek\u00e4mpft<br \/>\nalles, was die moderne Gesellschaft tolerant macht. Aber sind die Evangelikalen deshalb insgesamt gef\u00e4hrlich?<\/p>\n<p>So einfach kann man das nicht sehen. Der gef\u00e4hrliche Teil ist aus meiner Sicht: Es gibt Prediger unter den Evangelikalen, die die Massen begeistern k\u00f6nnen, und das alles gegen Kohle. Da beginnt die Verblendung, aber im Wesentlichen ist es ein Gesch\u00e4ft.<br \/>\nAndererseits ist deren Glaube einfach nur naiv \u2013 und viele Anh\u00e4nger meinen es \u00fcberhaupt nicht b\u00f6se. Evangelikale hei\u00dfen so, weil sie eins zu eins an das Evangelium<br \/>\nglauben, Sch\u00f6pfungsgeschichte und s\u00e4mtliche Wunder inklusive. \u00dcber diese Naivit\u00e4t kann man schon ins Staunen kommen, gerade wenn man Theologie studiert hat und ein bisschen versteht, wie die Bibel entstanden ist. Als Theologe wei\u00df man, wie man die Bibel interpretieren sollte, aber das blenden diese Leute aus. Die Evangelikalen finden ihre Einfachversion der Bibel super. Auch in S\u00fcdamerika werben sie damit der br\u00f6ckelnden katholischen Kirche die Leute ab.<\/p>\n<p>Ich hatte eine Mitarbeiterin, tolle Frau, die hier im B\u00fcro immer Bibelstunden abgehalten hat. Da meinte ich: \u201eNee, das k\u00f6nnen wir hier nicht machen, das ist doch Freizeit.\u201c<br \/>\nDann hat sie das morgens um sieben Uhr vor der Arbeit gemacht. Als ich auch das verboten habe, ist sie aufs Parkhaus ausgewichen. Ich musste sie regelrecht verdr\u00e4ngen, habe mir das aber einmal angeh\u00f6rt. Also im Grunde meinte sie das alles nur gut, es klang auch ganz harmlos und arglos. Aber auch humorlos: Wenn man einen klerikalen Witz erz\u00e4hlt, sind sie beleidigt. Die kennen die Bibel auswendig und \u00fcbersetzen sie mit gro\u00dfer Begeisterung und blumenhaft in ihren Gottesdiensten in die heutige Zeit.<\/p>\n<p>Also, der Lahme sitzt nicht auf einer Trage, sondern im Rollstuhl, und Jesus heilt ihn im Vorbeigehen mit einem High Five. Bei ihnen hatte Donald Trump ein Heimspiel. Er hat ja alles genommen, was er kriegen konnte. Leider verstehen die Evangelikalen nicht so gut, dass Donald Trump weder ernsthaft religi\u00f6s ist noch irgendein ethisches Prinzip verinnerlicht hat. Im Gegenteil. Er ist davon v\u00f6llig frei und kann sich im Sinne perfekter<br \/>\nEgomanie ganz auf sich selbst konzentrieren. Trump bedient die Evangelikalen mit seiner Homophobie und Abtreibungsgegnerschaft. Offenbar reicht das schon, damit<br \/>\nsie ihn unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der amerikanischen Bev\u00f6lkerung ist nicht aufgekl\u00e4rt im Sinne von Descartes oder Kant. Wenn man in einer Demokratie solche Schichten<br \/>\noder orthodoxen Gruppierungen hat, kann man nur versuchen, mit denen ins Gespr\u00e4ch zu kommen und selbst tolerant zu sein. Es ist aber schwer. Die sind mit dem Verstand<br \/>\nnicht wirklich zu erreichen. Ich kenne einen erfolgreichen, hochintelligenten Landmaschinenh\u00e4ndler mit 200 Mitarbeitern, der ist Mormone. Er glaubt tats\u00e4chlich, dass der liebe Gott vor 200 Jahren dem Herrn Smith die zweite Ausgabe der Bibel \u00fcberreicht hat, wo dann drinsteht, dass zur Erleichterung des Zusammenlebens die Vielweiberei wieder eingef\u00fchrt wird, und \u00e4hnliche Dinge mehr. Das kann man nur schwer im Kopf zusammenbringen.<\/p>\n<p>Im Kern bilden die Evangelikalen, wenn man die Eiferer und Radikalen mal au\u00dfen vor l\u00e4sst, ein stabiles System. Es gibt Schlimmeres, seltsame Sekten etwa oder Anh\u00e4nger von kruden Verschw\u00f6rungstheorien. Jetzt kommen auch viele Asiaten und Latinos nach Amerika, die ihre ganz eigenen Vorstellungen mitbringen. Und wir haben bei den<br \/>\nMuslimen einige Probleme mit Leuten, die nicht \u00fcber den klaren Menschenverstand zu erreichen sind. Ich sehe in Amerika eine gewisse Gefahr, dass die tolerante, aufgekl\u00e4rte<br \/>\nBev\u00f6lkerung untergebuttert wird und auf diese Weise ein Land wieder zur\u00fcck kippt.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich verhindern die Weltreligionen aber, dass die Menschen f\u00fcr solchen Irrsinn anf\u00e4llig werden. Ich sage auch immer, dass wir uns mehr zusammenschlie\u00dfen m\u00fcssen, uns auf gemeinsame Grundwerte besinnen und verpflichten sollten.<\/p>\n<p>So wie es bei der UNO geschieht oder zumindest geschehen sollte. Wir sollten einen Minimalkonsens pflegen, egal ob dem Kants kategorischer Imperativ zugrunde liegt oder das deutsche Sprichwort: \u201eWas du nicht willst, das man dir tu \u2026\u201c Und nat\u00fcrlich kann eben auch der Glaube daf\u00fcr ein gutes Vehikel sein. Es ist aber nicht mein Ding, alle Antworten im Glauben zu suchen. Wenn irgendetwas Schlimmes passiert ist,<br \/>\nberuflich oder privat, frage ich nie: Warum hat Gott das zugelassen? Das kann man bei jeder Katastrophe tun. Es gibt ja auch in der Coronakrise Menschen, die diese Frage stellen.<\/p>\n<p>Meine Eltern und Onkel haben das im Zweiten Weltkrieg gemacht, mein Gro\u00dfvater im Ersten Weltkrieg. Aber diese Frage stellt sich mir nicht. Vieles ist Zufall und vieles<br \/>\nist auch selbst verschuldet. So sehe ich das. Ich bin auch der Meinung, wir Menschen sind selbst verantwortlich und m\u00fcssen uns \u00fcberlegen: Wie k\u00f6nnen wir die Dinge selbst in die Hand nehmen, um Einfluss zum Guten zu nehmen?<\/p>\n<p>Allerdings ist die Coronakrise f\u00fcr mich ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir uns in eine ganz bedrohliche Ecke man\u00f6vriert haben. Die Menschheit w\u00e4chst einfach zu<br \/>\nschnell. Im Jahr 1800 lebten eine Milliarde Menschen auf der Welt, 2050 werden es zehn Milliarden Menschen sein. Ich bin \u00fcberzeugt, dass die Ressourcen dieser Erde Grenzen haben. Und ich glaube, dass der Klimawandel und auch die Coronapandemie Hinweise darauf sind, dass wir uns mal \u00fcberlegen m\u00fcssen, wie wir eigentlich weitermachen wollen. Dazu m\u00fcsste besonders die katholische Kirche endlich<br \/>\nihren entscheidenden Beitrag leisten: Der alte Mann in Rom ist mitverantwortlich f\u00fcr unser \u00dcberbev\u00f6lkerungsproblem, indem er immer noch sagt: \u201eVerh\u00fctung ist verboten.\u201c<br \/>\nIch bin der Meinung, dass die Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung anders gesehen werden muss.<\/p>\n<p>Jeder Mensch auf dieser Welt hat ein Recht auf eine vern\u00fcnftige, ordentliche Ern\u00e4hrung, auf ein Zuhause, auf Sicherheit, Frieden und einen Arbeitsplatz und Ausbildung. Deshalb muss man immer wieder mal dar\u00fcber nachdenken und sich die Frage stellen: Was kann ich pers\u00f6nlich dazu beitragen? Und was kann ein Unternehmen daf\u00fcr leisten? Letzteres besonders dann, wenn man der Chef ist \u2013 ein<br \/>\ngl\u00e4ubiger Chef noch dazu. Es gibt ein paar Sachen, ganz einfache Sachen, die f\u00fcr<br \/>\nmich wichtig sind. Ich sage zum Beispiel immer, was ich denke. Das habe ich mein ganzes Leben gemacht. Ich bin mal von der Berliner Zeitung gefragt worden, was Luxus f\u00fcr mich ist. Meine Antwort: \u201eIch habe mir immer den Luxus einer eigenen Meinung geleistet.\u201c Das hat dann auch dazu gef\u00fchrt, dass ich mal aus dem Job rausgeflogen bin, nach zehn Jahren bei Hille &amp; M\u00fcller.<\/p>\n<p>Wir haben bei AGCO Unternehmenswerte, die k\u00f6nnen sich sehen lassen, an erster Stelle: Respekt. Und wir machen Dinge, die wir nicht machen m\u00fcssten. Ich begeistere<br \/>\nmich f\u00fcr die Idee, Afrika zu unterst\u00fctzen, dort die Wirtschaft nach vorne zu bringen. Und das machen wir mit speziellen Produkten, die kleinen Bauern helfen sollen. 2018 haben wir eine AGCO-Stiftung ins Leben gerufen. \u00dcber diese Stiftung setzt sich das Unternehmen daf\u00fcr ein, Aus- und Weiterbildungen von Landwirten zu f\u00f6rdern. Im<br \/>\nWesentlichen ist das auf Afrika ausgerichtet, aber durchaus auch f\u00fcr Brasilien oder sogar Nordamerika geeignet. Wir versuchen, unsere Mittel dort einzusetzen, wo wir etwas bewegen k\u00f6nnen. Zuletzt haben wir beschlossen, dass das Geld erst mal komplett in Projekte geht, die negative Auswirkungen der Coronapandemie auffangen. Kleine, lokale Projekte. Wir stellen es in der Zentrale bereit und die verschiedenen Standorte und Werke k\u00f6nnen dann das Geld ausgeben. In Eigenverantwortung.<\/p>\n<p>Bei einer F\u00fchrungskraft in einem Unternehmen zeigt sich Respekt besonders darin, dass sie zuh\u00f6ren kann. F\u00fcr den Umgang mit meinen Mitarbeitern habe ich mir einen<br \/>\npers\u00f6nlichen Leitsatz ausgedacht: \u201eDu musst immer alles vermeiden, was du selbst bei den eigenen Vorgesetzten nicht leiden konntest.\u201c Zus\u00e4tzlich gibt es ganz praktische<br \/>\nDinge, die ich im Berufsleben befolge. Ich habe nie irgendwelche zweifelhaften Dinge wie zum Beispiel Bestechung gemacht. Als ich in der Wirtschaft anfing, war das noch<br \/>\nnormal. Da wurden Leute bestochen und das nannte man \u201en\u00fctzliche Aufwendungen\u201c. Man konnte das sogar von der Steuer absetzen. Muss man sich mal vorstellen.<\/p>\n<p>Ich war bis zu meiner Pensionierung sechzehn Jahre bei AGCO im Job, was in den USA schon ungew\u00f6hnlich lange ist. Man kann ja versuchen, seine Macht dadurch abzusichern, dass man m\u00f6glichst schwache Kandidaten um sich herum im<br \/>\nVorstand ansiedelt. Das wird zwar oft gemacht, ist aber aus meiner Sicht genau falsch. Und wenn ich mir selbst im Vorstand gegen\u00fcbersitzen w\u00fcrde? Ich glaube, wir k\u00e4men miteinander klar. Im Grunde suche ich Leute, die mir \u00e4hneln. Meine Idee von F\u00fchrung ist, Mitarbeiter zu finden, die besser sind als man selbst. Und dann muss man die nat\u00fcrlich auch machen lassen. Es geht darum, Topleute zu suchen, die man gestalten l\u00e4sst. Man muss Ziele vereinbaren, aber nicht den Weg zum Ziel vorschreiben.<\/p>\n<p>Ich bin da kein Kontrollfreak. Ich wei\u00df ziemlich viel, was im Unternehmen vor sich geht, im Grunde fast alles. Aber ich lasse die Leute machen. Bei AGCO gibt es eine WhatsApp-Gruppe des Vorstands. Im vergangenen Sommer, als ich in meinem letzten Jahr war, schrieb ein Vorstandskollege da hinein: \u201eDaddy hat gesagt &#8230;\u201c Und dann habe ich zur\u00fcckgeschrieben: \u201eWho the fuck is Daddy?\u201c Und dann kam als Antwort nur: \u201eYou.\u201c Ich wusste also: Ich kann schon mal nerven. Aber das Klima in der Firma stimmte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-676262\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/top20.201-2.jpg\" alt=\"\" width=\"66\" height=\"80\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Martin Richenhagen: Der Amerika-Fl\u00fcsterer. Mein Weg vom deutschen Religionslehrer zum US-Topmanager.&#8220; Der K\u00f6lner Richenhagen gilt als der erfolgreichste deutsche Manager in den USA. Er war\u00a0 CEO der AGCO Corporation, dem drittgr\u00f6\u00dften Landmaschinenhersteller weltweit. Agrar-Experte Richenhagen ist der einzige deutsche &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/04\/15\/buchauszug-martin-richenhagen-der-amerika-fluesterer-mein-weg-vom-deutschen-religionslehrer-zum-us-topmanager\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[9934,1890,9935,9932,9940,9941,9933],"class_list":["post-676266","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-agco-corporation","tag-buchauszug","tag-edel-books","tag-martin-richenhagen","tag-stefan-merx","tag-thomas-mersch","tag-us-topmanager"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=676266"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":676287,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/676266\/revisions\/676287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=676266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=676266"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=676266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}