{"id":675936,"date":"2021-03-24T06:00:42","date_gmt":"2021-03-24T05:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=675936"},"modified":"2021-06-30T19:47:33","modified_gmt":"2021-06-30T17:47:33","slug":"ein-teller-sushi-bei-einer-zoom-sitzung-mit-dr-schrammek-chefin-christina-drusio-und-die-frage-warum-man-beim-heiraten-eine-ikea-tuete-braucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/03\/24\/ein-teller-sushi-bei-einer-zoom-sitzung-mit-dr-schrammek-chefin-christina-drusio-und-die-frage-warum-man-beim-heiraten-eine-ikea-tuete-braucht\/","title":{"rendered":"Ein Teller Sushi bei einer Zoom-Sitzung mit Dr. Schrammek-Chefin Christina Drusio und die Frage, warum man beim Heiraten eine Ikea-T\u00fcte braucht"},"content":{"rendered":"<p>Sushi kann Christina Drusio zu jeder Tages- und Nachtzeit essen, sagt sie. Das l\u00e4ge bei ihnen in der Familie, ihrem Bruder Alexander und ihrer Mutter Christine gehe es genauso. Die drei f\u00fchren seit vergangenem Jahr zusammen das Familienunternehmen Dr. Schrammek in Essen, das die Gro\u00dfmutter vor mehr als sechs Jahrzehnten gegr\u00fcndet hatte. Produziert werden alle m\u00f6glichen Hautpflegeprodukte von Cremes bis zu Ampullen, vor allem f\u00fcrs Gesicht.<\/p>\n<p>Mit dem Doktor-Titel im Namen z\u00e4hlt die Marke &#8211; so nennen Brancheninsider diese Handvoll Kostmetikhersteller &#8211; zu den Doctor-Brands. Doch nur hinter Dr. Schrammek steckten tats\u00e4chlich Haut\u00e4rzte, und das jetzt mit Christina Drusio in dritter Generation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_675965\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675965\" class=\"size-full wp-image-675965\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio2-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio2-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-675965\" class=\"wp-caption-text\">Christina Drusio Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eigentlich wollte die 32-j\u00e4hrige Narkose\u00e4rztin werden und war auch auf dem besten Wege dorthin. Sie studierte Medizin in M\u00fcnster und wollte eigentlich etwas anderes als ihre Mutter machen. Ihr Sinneswandel kam dann, als sie ein Praktikum bei einem Hautarzt in Essen absolvierte. Pl\u00f6tzlich konnte sie es sich doch vorstellen, Dermatologin zu werden &#8211; und dann wurde auch der Rest klar. Ins Familienunternehmen zu gehen, das ihre Gro\u00dfmutter und ihre Mutter in gut 60 Jahren aufgebaut haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass sie es ernst meint zeigt dies: Seit November dr\u00fcckt sie abends auch noch die Schulbank in der hauseigenen Privatschule, um auch noch eine Ausbildung als Kosmetikerin zu absolvieren. Berufsbegleitend mit 15 anderen Frauen zwischen 20 und 59 Jahren lernt sie Anatomie und Zellenaufbau, wie welche Behandlungsmechanismen wirken. Warum eine 59-J\u00e4hrige noch eine Ausbildung beginnt? Weil sie den Unternehmen zu alt ist und die einzige M\u00f6glichkeit der Schritt in die Selbst\u00e4ndigkeit ist. Ab und zu mache auch mal ein Mann die Kosmetiker-Ausbildung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ob sie selbst dabei noch Neues dazulernt, wo sie doch schon die Facharztausbildung zur Haut\u00e4rztin hinter sich hat? Durchaus, erz\u00e4hlt sie stolz. Ein Drittel des Stoffs sei ihr neu. Gut ein Jahr dauert die Ausbildung &#8211; und ja, die Mitsch\u00fclerinnen wissen durchaus, wer da bei ihnen sitzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Anstrengung d\u00fcrfte auf lange Sicht ein lohnendes Investment sein. Schlie\u00dflich sind 2.800 Kosmetikinstitute in Deutschland die Hauptzielgruppe von Schrammek, denn die setzen selbst die Cremes der Essener bei ihren Behandlungen ein. Die Institute fielen als Umsatzbringer w\u00e4hrend der Lockdowns zwar pl\u00f6tzlich weg, doch die Schrammeks reagierten, erz\u00e4hlt Drusio. Der Onlineshop des Unternehmens funktionierte schon vor der Krise so, dass die Kosmetikinstitute einen Bonus gutgeschrieben bekamen, wenn ihre Kunden dort orderten. In der Krise bekamen die Institute nun am Monatsende stattdessen Cash, wenn ihre Kunden direkt bei Schrammek bestellten. Was denen half: Sie brauchten keinen eigenen Onlineshop aus dem Boden stampfen, sie m\u00fcssen nichts verpacken und sich auch nicht um Retouren k\u00fcmmern, erz\u00e4hlt die Rheinl\u00e4nderin. Gut ein Drittel der Institute mache mit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Pandemie war denn auch der Grund, warum wir uns nicht pers\u00f6nlich zum Lunch\u00a0 treffen konnten, sondern nur im Zoom-Call und dass es Take-away-Essen gab.\u00a0Sushi mit Acocado und Lachs samt den Sojabohnen kann man auch am PC nebenbei essen, kalt werden sie jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_675963\" style=\"width: 375px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675963\" class=\"wp-image-675963 size-full\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/Drusio.vondrusiomitessen-e1616452977303.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/Drusio.vondrusiomitessen-e1616452977303.jpg 365w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/Drusio.vondrusiomitessen-e1616452977303-284x300.jpg 284w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><p id=\"caption-attachment-675963\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: C.Drusio)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wegen der Pandemie w\u00e4re im Sommer auch fast Drusios Hochzeit geplatzt. Fast. Doch ihr Termin am 8.8.2020 fiel genau in die zwei Wochen, in denen NRW Feste mit bis zu 50 Leuten erlaubte, erz\u00e4hlt sie. Das Fest fand bei einer Schlossruine in Weeze mit Traualtar im Freien statt, sicherheitshalber. Dass ein langes Brautkleid insbesondere bei 37 Grad ziemlich anstrengend ist, erfahre ich, als mir die 32-J\u00e4hrige erz\u00e4hlt, wozu Br\u00e4ute heute eine Ikea-Einkaufstasche brauchen. Zu meiner \u00dcberraschung: f\u00fcr den Gang auf die Toilette. In die blaue Tasche wird n\u00e4mlich in der Mitte mit einem Cuttermesser ein langer Schlitz geschnitten, in den steigt die Braut hinein, h\u00e4ngt sich die Trageriemen \u00fcber die Schultern und l\u00fcpft damit die vielen Meter Stoff sicher und gesch\u00fctzt in die H\u00f6he.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Allein zum Anziehen brauchte sie zweieinhalb Stunden, wo ihr Mann nur eine Viertel Stunde brauchte und prompt zur eigenen Hochzeit zu sp\u00e4t erschien. Ihr Zuk\u00fcnftiger,\u00a0 Jurist bei einer Versicherung, stand schon mit weichen Knien am Traubogen und wartete, erz\u00e4hlt sie. Wie vermutlich oft. Denn Christina Drusio ist &#8211; auch das teilt sie mit Bruder und Mutter &#8211; selten auf die Minute p\u00fcnktlich.<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr Rheinl\u00e4nder wie mich eigentlich auch etwas ganz normales. Sie legen P\u00fcnktlichkeit eben gro\u00dfz\u00fcgig aus, wie es der Kabarettist Konrad Beikirchner ziemlich gut auf den Punkt bringt: Der Rheinl\u00e4nder komme &#8222;um acht er\u00f6m&#8220;- und dass kann eben auch 20.30 Uhr sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dagegen anzuk\u00e4mpfen ist auch sinnlos, es klappt einfach nicht, da sind wir uns einig. So unter Rheinl\u00e4nderinnen. Das steckt in einem drin und man kann sich bem\u00fchen und abstrampeln wie man will. Drusio arbeitet sogar mit dem Selbst\u00fcberlistungstrick dagegen an und stellt sich den Wecker morgens zehn Minuten eher und hat im Bad eine Uhr, die immer ein paar Minuten vorgeht. Doch st\u00e4ndig kommt irgendetwas dazwischen. Es ist einfach dieses Unp\u00fcnktlichkeits-Gen, so wie ich es auch oft bei Franzosen erlebe. Bei denen man Gastgeber in Verlegenheit br\u00e4chte, wenn man um Punkt 20 Uhr klingeln w\u00fcrde, weil sie noch nicht fertig sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die schlimmste Versp\u00e4tung war aber nicht die vorm Altar, sondern als sie den Flieger auf ihrer Gesch\u00e4ftsreise nach Dubai verpasste, erz\u00e4hlt sie. Da hatte sie auf halber Strecke zum D\u00fcsseldorfer Flughafen bemerkt, dass sie in Hamburg ihren Reisepass vergessen hatte, musste wieder umdrehen und konnte erst den n\u00e4chsten Flug am Abend nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hellh\u00f6rig werde ich, als Drusio von ihrem Produkt, von &#8222;Power-Kuren mit Zusatznutzen&#8220; spricht. Der ist n\u00e4mlich gegen das Blaulicht der Bildschirme an Handys, Laptops oder Tablets undsoweiter wirken, die die Hautalterung beschleunigen. &#8222;Probleml\u00f6serthemen&#8220; eben, wie Drusio sie sich auf die Fahnen schreibt &#8211; von geplatzten \u00c4derchen \u00fcber Augenpflege f\u00fcr empfindliche Haut bis hin zur K\u00f6rperpflegeserie mit Lichtschutzfaktor 50+. Wimpernwuchsmittel und \u00e4hnliches geh\u00f6re nicht zu ihrer Linie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr Einstiegsjahr hatte sich Drusio nicht so schwierig vorgestellt. Zumal sie w\u00e4hrend des ersten Lockdowns noch im Krankenhaus in Essen arbeitete, als der erwartete Patientenansturm ausblieb. Da war sogar eine zweite provisorische Notaufnahme binnen zwei Wochen aufgebaut worden, doch die Stufenpl\u00e4ne f\u00fcr die Eins\u00e4tze kamen gar nicht zum Zuge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nicht nachvollziehen kann die Medizinerin jedoch die Aufregung um den Impfstoff gegen Corona von Astrazeneca und die Angst der Menschen vor Nebenwirkungen. Sie vergleicht: Jahrzehntelang sind die Leute als Touristen zum Beispiel nach Bali geflogen, lie\u00dfen sich selbstverst\u00e4ndlich vorher impfen und ohne zu murren. Da habe aber nie jemand den Impfstoff hinterfragt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-675968\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio6.ich_.jpg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio6.ich_.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/03\/drusio6.ich_-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676352\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs-228x300.jpg 228w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/04\/Bloggerrelanvzlogo.2021-FAK_21-01_Siegel_Blogger-Relevanzindex_Top-20-Blogs.jpg 493w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-676731\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/06\/bloggerinnen.2021.neu_.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Copyright: @Claudia T\u00f6dtmann. Alle Rechte vorbehalten. Kontakt f\u00fcr Nutzungsrechte: claudia.toedtmann@wiwo.de<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nutzungen und \u00dcbernahmen nur nach meiner vorherigen Zustimmung.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sushi kann Christina Drusio zu jeder Tages- und Nachtzeit essen, sagt sie. Das l\u00e4ge bei ihnen in der Familie, ihrem Bruder Alexander und ihrer Mutter Christine gehe es genauso. 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