{"id":675541,"date":"2021-01-05T06:00:24","date_gmt":"2021-01-05T05:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=675541"},"modified":"2021-01-05T00:10:56","modified_gmt":"2021-01-04T23:10:56","slug":"buchauszug-markus-czerner-fail-good-die-kunst-des-scheiterns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/01\/05\/buchauszug-markus-czerner-fail-good-die-kunst-des-scheiterns\/","title":{"rendered":"Buchauszug Markus Czerner: &#8222;Fail good. Die Kunst des Scheiterns.&#8220;"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<h2><\/h2>\n<h2><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Buchauszug: &#8222;Fail good. Die Kunst des Scheiterns&#8220;<\/span><\/h2>\n<h2><\/h2>\n<div id=\"attachment_675542\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/Czerner.Markus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675542\" class=\"size-full wp-image-675542\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/Czerner.Markus.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/Czerner.Markus.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/Czerner.Markus-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/Czerner.Markus-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-675542\" class=\"wp-caption-text\">Markus Czerner (Foto: PR)<\/p><\/div>\n<h2><\/h2>\n<p><strong>Beat Destiny: St\u00e4rker als jeder R\u00fcckschlag<\/strong><\/p>\n<p>Chelsea Werner wurde mit einer zus\u00e4tzlichen Kopie des Chromosoms 21 geboren. Uns bekannt unter dem Downsyndrom. Ein differenzierter Grad an Lernbehinderung und physiognomische Merkmale wie ein geringeres Geburtsgewicht, nach oben geneigte Augen, ein kleiner Mund und schwach entwickelte Muskeln \u2013 um nur ein paar Auswirkungen der Krankheit zu nennen. Niemand dachte, dass sie viel erreichen wird. Die \u00c4rzte sagten ihren Eltern, dass sie viel durchmachen und das Leben f\u00fcr Chelsea sehr hart werden wird. Auch, dass Sie aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme bei den einfachsten Dingen scheitern werde. Bis sie zwei Jahre alt war, war sie nicht in der Lage zu laufen. Dass sie athletische F\u00e4higkeiten haben k\u00f6nnte, glaubte niemand.<\/p>\n<p>Mit acht Jahren probierte sie die Special Olympics Gymnastics aus. Special Olympics ist die weltweit gr\u00f6\u00dfte, vom olympischen Komitee offiziell anerkannte, Sportbewegung f\u00fcr Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. F\u00fcr Chelsea war rhythmische Sportgymnastik Liebe auf den ersten Blick. Allerdings waren ihre Muskeln, aufgrund ihrer Krankheit, nicht sehr stark und es war schwierig f\u00fcr sie, die einfachsten \u00dcbungen zu turnen. Aber sie k\u00e4mpfte \u2013 und wie.<\/p>\n<p>Ihr Durchhalteverm\u00f6gen war beeindruckend. Sie trainierte hart daf\u00fcr, die einfachsten Bewegungen zu lernen. Wof\u00fcr andere Turnerinnen nur ein paar Monate brauchten, ben\u00f6tigte Chelsea bis zu einem Jahr. Jedes Mal, wenn sie hinfiel, stand sie wieder auf. Ihre Eltern haben ihr Talent bemerkt und suchten eine Trainerin, die sie in Dawn Pombo fanden. Pombo sah \u00fcber die Vorurteile und die Einschr\u00e4nkungen von Chelsea hinweg und forderte sie immer weiter heraus. Als sich die harte Arbeit von Chelsea endlich auszuzahlen schien, beendete Northern Carolina Special Olympics das Gymnastik-Programm. F\u00fcr Chelsea gab es keine M\u00f6glichkeit mehr ihren so geliebten Sport auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Alle gaben auf, nur Chelsea nicht. Ihre Familie entschied, sie in einem regul\u00e4ren Gymnastik-Team anzumelden. Regul\u00e4r hei\u00dft, in einem Team f\u00fcr Menschen ohne geistige oder k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen. Sie klapperten alle umliegenden Turnhallen in der N\u00e4he ab, aber niemand glaubte daran, dass sie jemals gut genug w\u00e4re, um an Wettk\u00e4mpfen teilzunehmen. Dann hatte Trainerin Dawn die entscheidende Idee: Sie w\u00fcrde einfach selbst ein Team trainieren, damit Chelsea dort mitmachen kann, was Dawn auch in die Tat umsetzte. Somit durfte Chelsea an regul\u00e4ren Wettk\u00e4mpfen teilnehmen.<\/p>\n<p>Die Jury war sehr hart. Sie landete fast immer auf dem letzten Rang. Erst 2010 sollte sich ihre Hingabe und ihr Durchhalteverm\u00f6gen auszahlen. Sie durfte bei den ersten National Special Championships teilnehmen. Nach Jahren des Trainings und der R\u00fcckschl\u00e4ge, war sie bereit, zu zeigen, was in ihr steckt. Sie gewann die National Championships. Nicht nur das, sie verteidigte den Titel die folgenden drei Jahre. Chelsea durfte sogar die USA bei zwei Weltmeisterschaften repr\u00e4sentieren \u2013 und kam mit zwei Goldmedaillen nach Hause.<\/p>\n<p>Aber auch das reichte ihr nicht. Der Modekonzern H&amp;M kontaktierte sie, um eine Kampagne mit ihr zu machen. Nach dieser Erfahrung wollte sie unbedingt modeln. Sie stellte sich bei einigen Modelagenturen vor, aber ihr wurde nur gesagt, dass es keinen Markt f\u00fcr Models mit Downsyndrom gebe. Chelsea war das egal, auch das konnte sie nicht aufhalten. Sie suchte weiter und wurde von \u201eWe Speak\u201c unter Vertrag genommen, einer Modelagentur, die echte und gesunde Models aller Gr\u00f6\u00dfen und Formen repr\u00e4sentiert. Mittlerweile lief sie auf der New York Fashion Week, eine der wichtigsten und meistbeachteten Modeveranstaltungen dieser Art weltweit. Neben London, Paris und Mailand z\u00e4hlt sie zu den bedeutendsten Modewochen der Welt. Dar\u00fcber hinaus zierte sie das Cover des Printmagazins \u201eTeen Vogue\u201c. Ihre Botschaft: Der Welt zeigen, dass alles m\u00f6glich ist, wenn man nur hart genug daf\u00fcr k\u00e4mpft und niemals aufgibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Never give up: Sieger geben nicht auf<\/strong><\/p>\n<p>Alles l\u00e4uft nach Plan. Keine Schwierigkeiten, keine Probleme, keine Herausforderungen. Unter diesen Bedingungen w\u00fcrde sich so gut wie jeder auf den Weg machen, seine Ziele zu erreichen. Nachvollziehbar, denn es ist alles einfach. Leider sind das Laborbedingungen, die mit der Realit\u00e4t nichts zu tun haben. Diese sieht n\u00e4mlich ganz anders: Je gr\u00f6\u00dfer unsere Ziele, je gr\u00f6\u00dfer die Steine, die uns in den Weg gelegt werden. Kommen die ersten H\u00fcrden, geben viele Menschen auf.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen viel \u00fcber das ganze Thema Erfolg lesen. Wir erhalten sofort umsetzbare Erfolgstipps, mit denen uns versprochen wird, unsere pers\u00f6nlichen Ziele schnellstm\u00f6glich zu erreichen. Ein Punkt wird aber leider nur sehr selten angesprochen, n\u00e4mlich dass es nur eine Stra\u00dfe zum Erfolg gibt. Und diese Stra\u00dfe f\u00fchrt durch das Tal der Tr\u00e4nen. Die meisten Menschen wollen diese Stra\u00dfe weder nehmen noch das Tal durchqueren. Andere kehren irgendwann wieder um und geben auf, ohne zu wissen, wie knapp sie vor dem Ziel standen. Wiederum andere versuchen Abk\u00fcrzungen zu nehmen oder das Tal der Tr\u00e4nen zu umfahren, aber auch das endet letztlich nur im Scheitern.<\/p>\n<p>Wer nicht bereit ist, das Tal der Tr\u00e4nen zu durchqueren, der hat auch den Erfolg nicht verdient. Denn der Weg zum Erfolg f\u00fchrt eben nun einmal nur durch dieses Tal. Es gibt weder einen Umweg noch eine Abk\u00fcrzung noch einen Schnellzug, den wir nehmen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen uns im Prinzip nur eine Frage stellen: Wie viel Schmerz sind wir auf Ihrem Weg zum Erfolg bereit einzustecken?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/cover.czerner.businessvillage.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-675544\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2021\/01\/cover.czerner.businessvillage.png\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Markus Czerner &#8222;Fail good. Die Kunst des Scheiterns&#8220;: 204 Seiten, 9,95 Euro, Business Village Verlag.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.businessvillage.de\/FAIL-GOOD\/eb-1083.html\">https:\/\/www.businessvillage.de\/FAIL-GOOD\/eb-1083.html<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Loser, der Gescheiterte und der Sieger<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Menschen geben zu fr\u00fch auf. Ich sehe es immer wieder, wenn ich einen Marathon laufe, zuletzt beim Frankfurt Marathon. Hier gibt es drei Wettkampftypen. Typ eins ist der Loser. Er ist schlecht vorbereitet, geht aber mit der Einstellung \u201eschaffe ich schon irgendwie\u201c an den Start, ohne sich im Vorfeld nur einmal Gedanken dar\u00fcber zu machen, welche M\u00f6glichkeiten er schaffen muss, um ins Ziel zu kommen. Er besch\u00e4ftigt sich auch nicht mit der Frage, was auf den 42,195 Kilometern auf ihn zukommen k\u00f6nnte. \u00dcber den Typen m\u00f6chte ich mit ihnen gar nicht n\u00e4her reden. Den finden Sie bei Kilometer 15 schon mit Kr\u00e4mpfen am Boden liegend und jammernd, wie unfair alles ist und wie viel Pech er doch hat.<\/p>\n<p>Reden wir lieber \u00fcber Wettkampftyp zwei und drei, den Gescheiterten und den Sieger. Beide sind top vorbereitet. Beide laufen bis Kilometer 30 ohne Probleme in ihrem Wohlf\u00fchlbereich, was jeder gut vorbereitete Marathonl\u00e4ufer macht. In der Vorbereitung laufen Sie maximal 33 Kilometer, weil sonst die Regenerationszeiten zu lang werden. Nach einem Marathon sollte man f\u00fcr jeden Rennkilometer einen Tag Regeneration einkalkulieren \u2013 nur, um einmal die k\u00f6rperliche Belastung darzustellen. Bedeutet, Sie sind auf 33 Kilometer trainiert, die letzten neun Kilometer laufen Sie \u00fcber Ihrem Leistungsverm\u00f6gen, durch das Tal der Tr\u00e4nen. Genau dann m\u00fcssen Sie aus Ihrer Komfortzone raus, denn eines ist bei einem Marathon klar: Egal, wie gut Sie vorbereitet sind, irgendwann kommen die Schmerzen. Unertr\u00e4gliche Schmerzen. Schmerzen, die mit jedem Schritt schlimmer werden. Bis der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Mann mit dem Hammer kommt \u2013 und der Mann mit dem Hammer kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir gehen 90 Prozent des Weges, um dann aufzugeben<\/strong><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen nicht mehr. Bei Kilometer 37,5 erscheint es Ihnen unm\u00f6glich, ins Ziel zu kommen. Und dann kommen die Fragen: \u201eWas mache ich hier eigentlich?\u201c \u201eWarum ist es mir so wichtig, ins Ziel zu kommen?\u201c Alles Fragen, die Sie sich in so einem Wettkampf nicht stellen m\u00f6chten. Ihr Kopf hat nur noch eine Message f\u00fcr Sie: \u201eStehenbleiben!\u201c Typ zwei macht genau das, er bleibt stehen und h\u00f6rt auf zu laufen. Er kann nicht mehr, es ist einfach zu hart, die Schmerzen sind zu stark und der Kopf zu \u00fcberzeugend. Das sind die L\u00e4ufer, die f\u00fcnf Kilometer vor dem Ziel v\u00f6llig entt\u00e4uscht und niedergeschlagen dasitzen und nicht ins Ziel kommen. Das m\u00fcssen Sie sich einmal vor Augen halten: Da l\u00e4uft jemand 37 Kilometer, um dann f\u00fcnf Kilometer vor dem Ziel aufzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eWenn Du heute aufgibst, wirst Du nie erfahren, ob Du es morgen geschafft h\u00e4ttest.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Typ drei hat genau die gleichen Probleme und Gedanken wie Typ zwei. Er kann nicht mehr. Sein Kopf sagt nur noch: \u201eAnhalten! Aufgeben! Es geht nicht mehr!\u201c Aber er l\u00e4uft weiter. Er macht einfach weiter. Er hat den absoluten Willen ins Ziel zu kommen. Er ist bereit, \u00fcber die Schmerzgrenze hinaus zu gehen, sich zu qu\u00e4len und weiterzulaufen wo andere aufgeben. Vielleicht h\u00e4lt er kurz an, um einen Wadenkrampf zu l\u00f6sen. Vielleicht geht er auch f\u00fcr einen kleinen Moment, um irgendwie wieder zu Kr\u00e4ften zu kommen. Aber das \u00e4ndert nichts an der Tatsache, dass er weiter macht, bis er im Ziel ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das ganze Leben ist ein Marathon<\/strong><\/p>\n<p>Erfolg findet au\u00dferhalb der Komfortzone statt. Vielleicht denken Sie jetzt, \u201eist ja alles sch\u00f6n und gut, aber warum muss ich hier etwas von einem Marathon lesen?\u201c F\u00fcr mich pers\u00f6nlich hat er eine tiefe Bedeutung, denn das ganze Leben ist ein Marathon. Die ersten Schritte fallen Ihnen noch leicht. Sie glauben, nichts kann Sie aufhalten. Aber dann kommen die Schmerzen. Sie merken, wie Ihre Kr\u00e4fte schwinden. Meter f\u00fcr Meter. Schritt f\u00fcr Schritt. Sie glauben, Sie k\u00f6nnen nicht mehr, aber Sie laufen einfach weiter, bis zur totalen Ersch\u00f6pfung \u2013 und am Ende steht der Sieg.<\/p>\n<p>\u201eDer Zeitpunkt, an dem alle anderen anfangen aufzugeben, ist der Zeitpunkt, an dem Sie zeigen m\u00fcssen, was in Ihnen steckt.\u201c<\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich hat der Marathon eines gezeigt: Wir k\u00f6nnen immer einen Schritt vor den anderen setzen, egal wie schwer es ist oder zu sein scheint. Am Ende wartet das Ziel, das ist gewiss. Das gilt f\u00fcr alle Bereiche unseres Lebens. Dabei ist es auch egal, in welcher Zeit Sie ins Ziel kommen. Es z\u00e4hlt nur, dass Sie ins Ziel kommen. F\u00fcr wahren, nachhaltigen Erfolg m\u00fcssen wir uns anstrengen. Vielmehr noch, meistens m\u00fcssen wir uns v\u00f6llig verausgaben, alles aus uns herausholen und weit \u00fcber unsere Grenzen gehen. So wie diese drei Typen den Marathon laufen, leben sie ihr Leben.<\/p>\n<p>Der Loser wird nie etwas in seinem Leben erreichen, weil er sich nicht vorbereitet und keine Lust hat, sich weiterzuentwickeln. Er will viel machen, ohne den n\u00f6tigen Weg dorthin gehen zu wollen. Das endet im Frust \u00fcber das Leben und das st\u00e4ndige Nicht-Erreichen seiner Ziele. Leider fehlt auch die Selbsterkenntnis, daran etwas zu \u00e4ndern. Gro\u00dfe Klappe, nichts dahinter \u2013 solche Menschen meine ich damit.<\/p>\n<p>Der Gescheiterte ist derjenige, der in seinem Leben viel anf\u00e4ngt, aber nie etwas zu Ende bringt. Er macht sich auf den Weg, geht ihn aber nicht zu Ende. Sobald die ersten H\u00fcrden und Schwierigkeiten kommen, bricht er ihn ab. Er lebt ein Leben innerhalb seiner selbst geschaffenen Komfortzone. Da ist nichts gegen einzuwenden, es ist nur langweilig. Irgendwann muss er sich dann mit der Frage auseinandersetzen, was gewesen w\u00e4re, wenn er sich mehr angestrengt und seine Ziele konsequent verfolgt h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Sieger ist extrem leidensf\u00e4hig, R\u00fcckschl\u00e4ge werfen ihn nicht aus der Bahn<\/strong><\/p>\n<p>Der Sieger nutzt sein Leben, um sich zu verwirklichen. Er hat gro\u00dfe Ziele und scheut kein Risiko, sich auf den Weg zu machen, diese zu erreichen \u2013 die meisten davon wird er auch erreichen. Er ist in der Lage sich zu qu\u00e4len, er ist extrem leidensf\u00e4hig, nimmt Herausforderungen an und geht \u00fcber die Schmerzgrenze hinaus. Niederlagen und R\u00fcckschl\u00e4ge werfen ihn nicht aus der Bahn, ganz im Gegenteil, er nutzt sie. Sollte er ein Ziel mal nicht erreichen, was mit Sicherheit so sein wird, wird er dennoch immer sein absolut Bestes gegeben haben. Aufgeben ist f\u00fcr ihn keine Option. Er k\u00e4mpft immer weiter, bis zum Ende. Ob er seine Ziele erreicht oder nicht, er wird stets alles versucht haben und muss sich nie etwas vorwerfen.<\/p>\n<p>Wer von diesen Typen wollen Sie sein?<\/p>\n<p>Wollen Sie Ihre Ziele im Leben erreichen, brauchen Sie die Wadenbei\u00dfer-Mentalit\u00e4t. Machen Sie immer weiter, egal wie schwer es auch sein mag \u2013 es lohnt sich. Eines m\u00f6chte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Der Moment, in dem Sie kurz davor sind aufzugeben, ist ganz oft der Moment, bevor ein Wunder passiert. Wenn Sie beim Marathon bei Kilometer 40 in die Zuschauermenge reinlaufen, die Menschen am Seitenrand jubeln und ihren Namen schreien, Sie ihre Familie in der Menge stehen sehen, gibt Ihnen das auf einmal so einen Schub, dass Sie ins Ziel getragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><span style=\"font-family: Arial;font-size: x-large\">Ausdauer schl\u00e4gt Talent<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Wer durchh\u00e4lt, sich nicht unterkriegen l\u00e4sst und ausdauernd bleibt, erreicht am Ende seine Ziele mit einer h\u00f6heren Wahrscheinlichkeit. Nur ist Ausdauer eine Tugend, die mehr und mehr vom Aussterben bedroht ist. Alles muss schnell gehen und Ergebnisse m\u00fcssen sofort sichtbar sein. Viele Marathon-L\u00e4ufer rennen mit Ert\u00f6nen des Startschusses wie von der Tarantel gestochen los. Sie quetschen sich an der Masse vorbei und wollen sich einen Vorsprung erarbeiten. Das schaffen sie auf den ersten Kilometern auch, nur bringt dieser Vorsprung ohne die n\u00f6tige Ausdauer auf lange Sicht nichts. Die Kr\u00e4fte schwinden, die Herausforderungen wachsen mit jedem Kilometer und man kann das Tempo nicht mehr halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man von den ausdauernden L\u00e4ufern, die langsamer gestartet sind, \u00fcberholt wird. Da spielt es auch keine Rolle mehr, wie schnell man gestartet ist.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karriere machen die Ausdauerndsten<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Ein Bild, dass sich durchaus in die Berufswelt \u00fcbertragen l\u00e4sst. So sind es in der Regel nicht die Talentiertesten, die Karriere machen, sondern die Ausdauerndsten. Talent alleine ist keine Garantie f\u00fcr eine steile Karriere. Auch talentierte Menschen k\u00f6nnen auf der Strecke bleiben. Wer allerdings Ausdauer mitbringt, ist in der Lage Hindernisse und R\u00fcckschl\u00e4ge zu \u00fcberwinden, bis er das Ziel erreicht hat. Talent ist ein kurzfristiger Nutzen, Ausdauer ein langfristiger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Auf den ersten Blick wirkt Ausdauer langweilig und nicht wie ein Triumph. Alles, was schnell geht, finden wir toll. Von null auf hundert in Rekordgeschwindigkeit. Das fasziniert viele Menschen. Unternehmen, die in Rekordzeit wachsen. Mitarbeiter, die quasi \u00fcber Nacht vom Auszubildenden zum Chef aufsteigen. Start-ups, die durch die Decke gehen und in den ersten Jahren mit Millionen Ums\u00e4tzen auftrumpfen.<br \/>\nWarum erfreuen sich TV-Shows wie \u201eDas Supertalent\u201c oder \u201eThe Voice of Germany\u201c so gro\u00dfer Beliebtheit? Wir lieben es, wenn jemand von nebenan, jemand wie Sie und ich, von jetzt auf gleich durchstartet und zu einem Superstar wird. Das Problem ist die Nachhaltigkeit. Schauen Sie sich die Gewinner dieser Shows der letzten Jahre einmal an, die meisten hatten in den ersten Monaten gro\u00dfen Erfolg, der sich dann aber nach und nach wieder eingestellt hat. Von den meisten Gewinnern h\u00f6ren Sie gar nichts mehr. Wer sich seinen Weg mit der n\u00f6tigen Ausdauer erarbeitet, der hat oftmals langfristig etwas davon. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Auf den zweiten Blick bringt Ausdauer entscheidende Vorteile mit. Wer Ausdauer hat, l\u00e4sst sich nicht unterkriegen und knickt nicht bei den ersten Schwierigkeiten ein. Man k\u00e4mpft sich durch und macht weiter, wo andere aufh\u00f6ren. Jedes Hindernis wird \u00fcberwunden. Ausdauernde Menschen haben ein hohes Ma\u00df an Geduld. Sie k\u00f6nnen auf den Erfolg warten. Nicht nur das, sie sind in der Lage einen zeitnahen Nutzen auszuschlagen und zu verzichten, um langfristig etwas noch viel Gr\u00f6\u00dferes zu haben (Warkentin, 2019). <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: Arial\">Der Marshmallow-Test<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Walter Mischel und sein Team boten zwischen 1968 und 1974 vierj\u00e4hrigen Kindern in einem Experiment ein Marshmallow an. Ein zweites St\u00fcck lag in Sichtweite. Die Aufgabe bestand darin, so lange zu warten und das Marshmallow nicht zu essen, bis die Leitern des Experiments wieder zur\u00fcckkommt. Wer das schaffte, bekam als Belohnung auch das zweite Marshmallow. Wer die S\u00fc\u00dfigkeit sofort gegessen hat, erhielt keine Belohnung. Einigen Kindern gelang dieser sogenannte \u201eBelohnungsaufschub\u201c, andere hingegen haben das Marshmallow sofort gegessen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Das Experiment von Mischels zeigt, wie bedeutsam die \u201eImpulskontrolle und das Aufschieben-K\u00f6nnens von Selbstbelohnungen f\u00fcr akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg ist\u201c (Stangl, 2019). Es ist die F\u00e4higkeit, f\u00fcr die Erreichung langfristiger Ziele kurzfristig auf etwas Verlockendes zu verzichten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Die Kinder sind dreizehn Jahre sp\u00e4ter ein weiteres Mal eingeladen worden. Dabei gab es erstaunliche Ergebnisse: Die damals Vierj\u00e4hrigen, die auf das zweite Marshmallow hatten warten k\u00f6nnen, waren als Erwachsene zielstrebiger und erfolgreicher in Schule und Ausbildung. Dar\u00fcber hinaus waren sie in der Lage, besser mir R\u00fcckschl\u00e4gen und Niederlagen umzugehen. Die Ungeduldigen waren im Gegenzug in der Schule deutlich schlechter, obwohl sie nicht weniger intelligent waren. Auch waren sie emotional instabiler.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Gemessen hat Walter Mischel damals nicht nur die Willenskraft der Kinder. Sondern auch die Geduld. Es war eine Mischung aus Selbstbeherrschung und Ausdauer. Der Marshmallow-Test geh\u00f6rt zu den bekanntesten Experimenten der Psychologie (Stangl, 2019).<br \/>\nWer also in der Lage ist zu warten und kurzfristige Erfolge auszuschlagen, der wird langfristig wesentlich mehr in seinem Leben erreichen. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: Arial\">Weiter machen, wo andere aufgeben<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Wenn ich etwas nennen muss, was mich auszeichnet und charakterisierend f\u00fcr mich und mein Leben ist, dann ist es die Tatsache, dass ich ausdauernd bin und nicht aufgebe. Es ist schon immer so gewesen, dass ich da weiter mache, wo andere das Handtuch schmei\u00dfen. \u201eNever give up\u201c ist die Einstellung eines jeden Sportlers. Ich bin von klein auf mit dieser Einstellung gro\u00df geworden, denn darum geht es letztlich im Sport, niemals aufzugeben. Darum geht\u00b4s aber nicht nur im Sport, sondern im ganzen Leben. Nichts von dem, was ich bisher in meinem Leben erreicht habe, ist mir zugefallen. Ich musste f\u00fcr alles k\u00e4mpfen. Alles habe ich nur erreicht, weil ich einfach nicht aufgegeben und beharrlich meine Ziele verfolgt habe. Das gilt f\u00fcr alle Bereiche meines Lebens. Andere waren immer schneller als ich und haben kurzfristig auch wesentlich mehr erreicht. Aber eben nur kurzfristig, langfristig habe ich die meisten um L\u00e4ngen \u00fcberholt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dranbleiben, auch wenn der Ausgang in den Sternen steht<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Ich gebe so viele Beispiele aus dem Berufsleben, da m\u00f6chte ich Ihnen gerne auch eines aus dem privaten Bereich mit auf den Weg geben: Ich habe mich vor einiger Zeit in eine wunderbare Frau verliebt. Ich habe versucht, sie zu erobern, aber so recht lie\u00df sie sich nicht darauf ein. Mit der Zeit sagte sie mir, dass sie gerade erst eine l\u00e4ngere Beziehung hinter sich hat und etwas Zeit braucht. Allerdings sagte sie nicht, wie lange und ob sie dann auch noch offen f\u00fcr mich ist, stand in den Sternen. Ich entscheid mich, zu warten und dranzubleiben, trotz des mehr als ungewissen Ausgangs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Die Zeit war f\u00fcr mich nicht einfach und mir ging es damit auch nicht gut. Aber ich war bereit, zu leiden, zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit. Die meisten M\u00e4nner h\u00e4tten nach dem ersten oder zweiten Korb aufgegeben und sich auf etwas Neues konzentriert. Das kann ich auch niemandem \u00fcbel nehmen. F\u00fcr mich aber war klar: Ich m\u00f6chte das Herz dieser Frau erobern, denn ich habe noch nie f\u00fcr einen anderen Menschen so etwas empfunden, wie f\u00fcr sie. Ich war bereit, durch das Tal der Tr\u00e4nen zu gehen, was am Ende auf mich wartete, war es mir wert. Sollte ich das nicht schaffen, dann m\u00f6chte ich trotzdem alles gegeben haben und nichts unversucht gelassen haben. Der Weg durch das Tal dauerte l\u00e4nger, als mir lieb war und nach mehr als sieben Monaten musste auch ich einsehen, dass ich wohl keine Aussichten mehr auf Erfolg habe. Aber ist es vielleicht noch zu fr\u00fch, aufzugeben? Ich entschloss mich, es noch weiter zu versuchen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial\">Seit einem Jahr sind wir zusammen und haben eine wunderbare Zeit. Einzig meiner Ausdauer habe ich es zu verdanken, dass ich mein privates Gl\u00fcck gefunden habe. Es war ein Kampf. Ein sehr Harter sogar, gr\u00f6\u00dftenteils mit mir selbst. Aber es hat sich gelohnt. Jeder einzelne Tag mit ihr ist eine Entsch\u00e4digung, f\u00fcr die harten Monate, in denen ich emotional sehr gelitten habe. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"font-family: Arial\">Es dauert immer l\u00e4nger, als gedacht<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Egal, ob es nun um die Eroberung eines potenziellen Partners, der Weg zum Traumjob oder das Herzensprojekt ist, es dauert in der Regel immer l\u00e4nger, als man denkt. Wir gehen allzu oft davon aus, dass alles nach Plan und der Weg geradeaus verl\u00e4uft. Die Realit\u00e4t sieht jedoch ganz anders aus. Es l\u00e4uft selten so, wie geplant. Ich h\u00e4tte niemals gedacht, dass es acht Jahre dauert, um mich im Rednermarkt zu etablieren. Zwischen der Zeit, die wir einplanen und der Zeit, die ein Vorhaben tats\u00e4chlich dauert, ist oftmals eine erhebliche Differenz. Leider geben viele Menschen auf, sobald sie ihr Vorhaben nicht in der erwartenden Zeit erreichen.<br \/>\nEs ist v\u00f6llig in Ordnung, ein Vorhaben mal nicht zu erreichen. Aber es ist nicht in Ordnung, zu fr\u00fch aufzugeben, nur weil es unangenehm wird.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Wenn\u00b4s nicht anders geht: Der Cut<\/span><\/b><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">\u201eNever give up\u201c soll nicht hei\u00dfen, v\u00f6llig in sein Verderben zu rennen. Wenn eindeutig ist, dass ihr Vorhaben keine Chance mehr auf Erfolg hat, dann w\u00e4re es naiv an ein Wunder zu glauben und dennoch weiter zu machen. Ich war bei der Eroberung meiner Lebenspartnerin selbst kurz davor, aufzugeben \u2013 den sogenannten Cut zu machen. Ich h\u00e4tte aber jederzeit in den Spiegel gucken und sagen k\u00f6nnen, dass ich alles gegeben habe. H\u00e4tte sie mir gesagt, dass ich sie in Ruhe lassen soll, h\u00e4tte ich auch das getan \u2013 hat sie aber nicht. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was beim neunten Mal nicht klappt, kann beim zehnten Mal klappen<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Arial\">Es muss ja kein Cut f\u00fcr immer sein. H\u00e4tte ich es nicht geschafft, Redner zu werden, h\u00e4tte ich mich erst einmal umorientiert. Aber ich h\u00e4tte es mit der Zeit immer weiter versucht. W\u00e4re ich es jetzt nicht geworden, dann vielleicht in zehn Jahren. Vielleicht auch erst in zwanzig, aber ich h\u00e4tte es geschafft \u2013 irgendwann.<br \/>\nJeder muss f\u00fcr sich selbst entscheiden, wie viele Versuche er f\u00fcr sein Vorhaben unternehmen m\u00f6chte. Eins steht auf jeden Fall fest: In den seltensten F\u00e4llen gelingt uns etwas auf Anhieb. Die Dinge, die uns wirklich wichtig sind und am Herzen liegen, m\u00fcssen wir uns erk\u00e4mpfen. Und nur, weil etwas beim ersten, zweiten oder dritten Versuch nicht klappt, hei\u00dft das nicht, dass es beim zehnten Versuch nicht klappt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt nur einen Gegner, der uns zerst\u00f6ren kann: Wir selbst!<\/p>\n<p>Wir sind oftmals der Meinung, dass wir gegen so viele Gegner k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Nat\u00fcrlich ist das in gewisser Weise auch richtig. Beim Sport gibt es immer einen oder mehrere Gegner, die man besiegen m\u00f6chte. Gleiches gilt f\u00fcr das Berufsleben, man k\u00e4mpft um eine bessere Stelle gegen Hunderte von anderen Bewerbern. Im Job angekommen, ist es der Kampf gegen seine Kollegen, um eine Bef\u00f6rderung. Im Privatleben ist es dann der Kampf um eine Frau oder einen Mann, wo man versucht, sich gegen andere Verehrer durchzusetzen. F\u00fcr Unternehmen ist es der Kampf gegen die Konkurrenz. Egal, in welchen Bereichen des Lebens, es gibt so gut wie immer einen Gegner. Unser gr\u00f6\u00dfter Gegner sind aber in den seltensten F\u00e4llen andere Menschen, unser gr\u00f6\u00dfter Gegner sind wir selbst.<\/p>\n<p>Zu oft stehen wir uns selbst im Weg. Wir machen uns Gedanken \u00fcber alles und jeden, haben Selbstzweifel, \u00c4ngste, geben uns auf und setzen uns unter Druck. Letztlich gibt es nur einen Kampf, den wir gewinnen m\u00fcssen, und das ist der Kampf gegen uns selbst. \u201eWenn Sie wissen wollen, wer Sie sind, laufen Sie einen Marathon\u201c &#8211; ich wei\u00df nicht mehr, wer das gesagt hat, aber er hat recht. Auch wenn Ihnen Laufen keinen Spa\u00df macht, laufen Sie einen. Mir macht es auch keinen Spa\u00df. Aber ich bin dankbar f\u00fcr diese Erfahrungen. Sie lernen in ein paar Stunden mehr \u00fcber sich, als die letzten 20 Jahre. Denn hier ist der Kampf mit sich selbst am offensichtlichsten. Nat\u00fcrlich haben Sie auf der Laufstrecke Gegner, die Sie<\/p>\n<p>besiegen wollen, zumindest vor denen Sie im Ziel ankommen wollen. Bevor Sie diese aber besiegen k\u00f6nnen, m\u00fcssen Sie zuerst einmal sich selbst besiegen. Der Kampf geht genau dann los, wenn Sie nicht mehr k\u00f6nnen. Dann, wenn die Schmerzen kommen, wenn Ihr Kopf sagt, \u201eich kann nicht mehr.\u201c Bei meinem ersten Marathon habe ich ab Kilometer 37 meine Gedanken und Emotionen nicht mehr im Griff gehabt. Ich war sicher nicht perfekt vorbereitet &#8211; wie auch, es war mein erster Marathon. Ich wusste \u00fcberhaupt nicht, was auf mich zu kommt und welche Herausforderungen mich auf den 42,195 Kilometern erwarten.<\/p>\n<p>Der Kontrollverlust \u2013 wenn nichts mehr geht<\/p>\n<p>Ich werde es nie vergessen: Bei Kilometer 37 standen meine Eltern an der Strecke und haben mich angefeuert. Ich habe mich unglaublich dar\u00fcber gefreut. Beide hatten ein Jahr zuvor relativ kurz nacheinander einen Schlaganfall. Beide haben es mit viel Gl\u00fcck ohne gr\u00f6\u00dfere Folgesch\u00e4den \u00fcberstanden. Aber nach solchen Erfahrungen bekommt man eine andere Sicht auf die Dinge. Eine andere Sicht auf das Leben. Es wird einem klar, dass nichts unendlich ist und es jeden Tag vorbei sein kann, mit jedem von uns. Genau solche Gedanken hatte ich im Kopf, als ich meine Eltern jubelnd am Streckenrand stehen gesehen habe. Werden Sie n\u00e4chstes Jahr wieder dabei sein? Wird es einen n\u00e4chsten Schlaganfall geben? Wenn ja, werden sie genau so viel Gl\u00fcck haben? Diese Fragen haben mich emotional v\u00f6llig heruntergezogen. Bin ich ein guter Sohn? Diese Frage hat mir den Rest gegeben. Ich habe w\u00e4hrend des Laufens angefangen zu weinen und war nicht mehr in der Lage meine Gedanken zu kontrollieren. Die Ersch\u00f6pfung war einfach zu gro\u00df. Ich konnte nicht mehr. Weder physisch noch psychisch. Was hatte ich also f\u00fcr eine Wahl: Ich konnte mich alle dem ergeben und aufgeben. Immerhin bin ich 37 Kilometer weit gekommen. In den Augen vieler Menschen sicher eine tolle Leistung. Aber aufgeben? Das war f\u00fcr mich noch nie eine Option. Ich habe noch nie in meinem Leben aufgegeben, warum also jetzt damit anfangen. Also gab es nur noch eine: mich meinen eigenen D\u00e4monen zu stellen. Der einzige Gegner, den ich jetzt noch vor Augen hatte, war ich selbst. Ich musste mental Au\u00dfergew\u00f6hnliches leisten. Die n\u00e4chsten 5,195 Kilometer war ich mit meinen unertr\u00e4glichen Schmerzen, meinen niederschmetternden Gedanken und meinen bitteren Tr\u00e4nen alleine. Aber ich bin ins Ziel gekommen und habe den Kampf gegen mich selbst gewonnen.<\/p>\n<p>Wenn Sie keinen Marathon laufen wollen, ist das v\u00f6llig in Ordnung, darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, dass wir diesen Kampf gegen uns selbst in allen schwierigen Situationen unseres Lebens k\u00e4mpfen m\u00fcssen, ob wir nun wollen oder nicht. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir nicht k\u00e4mpfen, aber dann haben wir schon verloren \u2013 gegen uns selbst.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich vor, Sie m\u00fcssen eine wichtige Pr\u00e4sentation vor einem Kunden halten. Geht sie erfolgreich aus, ist das der n\u00e4chste Karriereschub f\u00fcr Sie, von dem Sie so sehr tr\u00e4umen. Die meisten von uns werden vor dieser Pr\u00e4sentation qu\u00e4lende Gedanken im Kopf haben: \u201eBin ich gut genug?\u201c \u201eWas, wenn ich die Pr\u00e4sentation versaue?\u201c \u201eWar\u00b4s das dann mit meiner Karriere?\u201c \u201eWie wird mein Chef wohl reagieren?\u201c<\/p>\n<p>Sie halten keine Pr\u00e4sentationen? Vielleicht w\u00fcrden Sie gerne mehr Sport machen oder sich ges\u00fcnder ern\u00e4hren. Der Wille ist da, aber Sie finden immer wieder neue Ausreden, warum Sie keine Zeit haben mit dem Sport anzufangen oder warum es gerade mit der gesunden Ern\u00e4hrung nicht passt. Der ber\u00fchmte innere Schweinehund meldet sich bei Ihnen und hindert Sie daran, dass zu tun, was Sie eigentlich tun wollen \u2013 herzlich willkommen im Kampf gegen sich selbst.<\/p>\n<p>Im entscheidenden Moment sind wir mit uns allein<\/p>\n<p>Zwischen einer erfolgreichen Pr\u00e4sentation und einem absoluten Desaster steht nur eine Person, Sie selbst. Ob es nun der Marathon, die Pr\u00e4sentation, das Bewerbungsgespr\u00e4ch, ein Vortrag oder ein Date mit der Traumfrau oder dem Traummann ist, im entscheidenden Moment sind wir mit uns alleine. Wir selbst sind unser h\u00e4rtester Gegner. Wer in der Lage ist, sich selbst zu besiegen, wer seinen inneren Schweinehund \u00fcberwinden kann, der hat viel erreicht und wird viel erreichen. Diese F\u00e4higkeit entscheidet in den wirklich wichtigen Situationen des Lebens \u00fcber Erfolg oder Misserfolg. Die Frage ist nur: Wie stark sind Sie?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Warum: Alles ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Karriere hat der \u00f6sterreichische Gewichtheber Matthias Steiner bereits gesagt, dass er der st\u00e4rkste Mann der Welt werden will. Er hatte eine Vision, ein gro\u00dfes Ziel. Vielleicht war es sogar sein Lebensziel. Bei den Europameisterschaften in Sofia, im Jahr 2005, war er die gro\u00dfe \u00f6sterreichische Medaillenhoffnung. Eine Hoffnung, die direkt zu Beginn im Keim erstickte. Matthias Steiner ist bereits in der Anfangsphase des Wettkampfes kl\u00e4glich gescheitert. Aus diesem Scheitern heraus kam es zu einem Streit zwischen ihm und dem \u00f6sterreichischen Leichtathletikverband, der so eskalierte, dass Steiner eine Entscheidung getroffen hat: nie wieder ein Wettkampf f\u00fcr \u00d6sterreich. Nun ist es in der Leichtathletik so, dass Athleten nur f\u00fcr das Land bei internationalen Wettk\u00e4mpfen antreten d\u00fcrfen, dessen Staatsangeh\u00f6rigkeit sie haben. F\u00fcr Steiner bedeutete das, dass er somit an keinem internationalen Wettkampf mehr teilnehmen konnte.<\/p>\n<p>Im Dezember 2005 hat er, wie er selbst gesagt hat, die Liebe seines Lebens aus Zwickau geheiratet und ist mit ihr zusammen nach Deutschland gezogen. In Deutschland lebend, stellte er den logischen Antrag auf die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft. W\u00e4hrend er auf seine Einb\u00fcrgerung gewartet hat, durfte er an keinem internationalen Wettkampf teilnehmen. Auch<\/p>\n<p>zwei Jahre nach seinem Antrag stand er immer noch nicht auf der gro\u00dfen B\u00fchne. Er war nur bei nationalen, eher unbedeutenden Wettk\u00e4mpfen. Ohne diese jetzt schlecht reden zu wollen, aber beim Gewichtheben haben die internationalen Wettk\u00e4mpfe einfach die gr\u00f6\u00dfere Bedeutung. Steiner ist in dieser Zeit oft gefragt worden, wie er das durchh\u00e4lt, wo sein Sport doch ausschlie\u00dflich auf internationaler B\u00fchne stattfindet. Er sagte, dass seine Frau seine gro\u00dfe St\u00fctze sei. Sie helfe ihm, diese schwere Zeit seiner Karriere durchzustehen. Sie sei der Grund f\u00fcr ihn weiterzumachen.<\/p>\n<p>Sechs Monate nach dieser Aussage ist seine Frau Susan bei einem schweren Autounfall unverschuldet ums Leben gekommen. Matthias Steiner hat sich daraufhin v\u00f6llig zur\u00fcckgezogen. Anfang 2008 wurde sein Antrag auf die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft bewilligt und er durfte als Gewichtheber f\u00fcr Deutschland an den Start gehen. Drei Monate nach dem Tod seiner Ehefrau bestritt er seinen ersten internationalen Wettkampf seit \u00fcber zweieinhalb Jahren und gewann v\u00f6llig \u00fcberraschend die Silbermedaille bei den Europameisterschaften. Mit diesem Ergebnis qualifizierte er sich zugleich f\u00fcr die ein paar Monate stattfindenden Olympischen Spiele in Peking.<\/p>\n<p>Dann war es soweit, 19. August 2008, Peking. Entscheidungstag im Gewichtheben in der Gewichtsklasse \u00fcber 105 Kilogramm. Matthias Steiner startete wieder einmal mit einer sehr schlechten Leistung in den Wettbewerb. Zwar schaffte er den ersten Versuch im Rei\u00dfen mit 198 Kilogramm, aber bereits den zweiten Versuch mit f\u00fcnf Kilogramm mehr auf der Hantelstange musste er abbrechen. Es kamen die ersten Probleme. Aus der Vergangenheit war zwar schon bekannt, dass Steiner im Rei\u00dfen nicht unbedingt der St\u00e4rkste ist, aber der Wettkampf lief bisher f\u00fcr ihn alles andere als rund. Nach dem Rei\u00dfen lag er nur auf dem vierten Platz und die Medaillenr\u00e4nge waren in weiter Ferne.<\/p>\n<p>Dann war es soweit, die Paradedisziplin von Matthias Steiner, das Sto\u00dfen, war an der Reihe. Aber auch hier setzte sich der bisher rabenschwarze Tag fort: Im ersten Versuch scheiterte er an 246 Kilogramm. Ein Gewicht, das er sonst im Schlaf stemmt. Im zweiten Versuch behielt er dann aber die Nerven und stemmt die 248 Kilogramm. Mit diesem Ergebnis hatte er die Bronzemedaille sicher. Realistisch betrachtet, waren Platz eins und zwei vergeben. Seine Kontrahenten hatten drei starke und g\u00fcltige Versuche absolviert und Steiner lag neun Kilogramm hinter dem F\u00fchrenden. Er war der Letzte, der noch einen offenen Versuch hatte.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Sieg musste er unmenschliche 258 Kilogramm hochheben, was acht Kilogramm \u00fcber seiner absoluten Bestleistung lag. Mehr als 250 Kilogramm hat er noch niemals in seinem Leben hochheben k\u00f6nnen, weder im Training noch im Wettkampf. Dennoch lie\u00df er sich in seinem dritten und letzten Versuch diese 258 Kilogramm auflegen \u2013 und er hat sie hochgehoben. Er wurde Olympiasieger und war zugleich der erste deutsche Olympiasieger im Gewichtheben seit sechzehn Jahren.<\/p>\n<p>Das Warum entscheidet, wie es weitergeht<\/p>\n<p>Wie ist das blo\u00df m\u00f6glich? Ein Jahr bevor Matthias Steiner auf dem H\u00f6hepunkt seiner Karriere, seines Lebens stand, hat er alles verloren, was in seinem Leben Bedeutung hatte. Ein Jahr sp\u00e4ter macht er das Unm\u00f6gliche m\u00f6glich und gewinnt die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen, wird der st\u00e4rkste Mann der Welt. Mit einer Leistung, die auch von seinen Kontrahenten als \u201eunmenschlich\u201c bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Matthias Steiner hatte ein Warum. Ein Warum, das st\u00e4rker war als der unertr\u00e4gliche Schmerz. Ein Warum, das st\u00e4rker war als seine Zweifel. Ein Warum, das ihn jeden Tag aufs Neue angetrieben hat. Als seine Frau Susan schwer verletzt auf der Intensivstation lag und die \u00c4rzte ihm gesagt haben, dass sie es nicht schaffen wird, hat er bis zum Ende neben ihr gesessen. Er hat ihr am Sterbebett versprochen, bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille zu gewinnen &#8211; f\u00fcr sie \u2013 weil sie es sich so sehr f\u00fcr ihn gew\u00fcnscht hat. Und er hat die Goldmedaille gewonnen, schlicht und einfach weil sein Warum st\u00e4rker war als sein Schicksalsschlag.<\/p>\n<p>Warum erz\u00e4hle ich Ihnen diese extreme Geschichte? Irgendwann in unserem Leben kommt jeder von uns einmal an den Punkt, an dem das Warum entscheidet, wie es in unserem Leben weitergeht. Ob wir unseren Zielen weiter nachgehen oder ob wir aufgeben. Diejenigen, die ein starkes Warum haben, werden weitermachen. Aber diejenigen, die ein schwaches oder gar kein Warum haben, werden aufgeben. Fragen Sie sich einmal selbst: Was h\u00e4lt Sie im Spiel, wenn Niederlagen kommen? Was ist Ihr Grund morgens aufzustehen? Und mit Grund meine ich nicht, morgens aufzustehen, weil der Chef es von einem erwartet oder um Geld zu verdienen. Irgendwann werden Situationen kommen, wo solch ein Warum nicht mehr stark genug ist.<\/p>\n<p>\u201eEs ist nicht wichtig, was wir wollen. Wichtig ist, wie sehr wir es wollen.\u201c<\/p>\n<p>Die meisten Menschen besch\u00e4ftigen sich immer nur mit dem \u201eWie\u201c, um dann relativ schnell zu der recht ern\u00fcchternden Erkenntnis zu kommen, \u201eich habe keine Ahnung, wie ich meine Ziele erreichen soll.\u201c Und das m\u00fcssen Sie auch nicht, sie m\u00fcssen nicht wissen, wie Sie etwas in Ihrem Leben erreichen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen wissen, warum Sie etwas erreichen wollen, denn wenn Sie ein Warum haben, kommt das Wie von ganz alleine.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Warum: Der Sinn des Lebens?<\/strong><\/p>\n<p>Unser Warum ist der Grund f\u00fcr unser Handeln. Die meisten Menschen haben gro\u00dfe Ziele, wollen erfolgreich sein, viel Geld verdienen, teure Autos fahren oder wollen teure Luxusurlaube machen. Ein Blick in die breite Masse gen\u00fcgt, um die Ziele der meisten Menschen zu definieren: Keine finanziellen Sorgen, eine gute berufliche Karriere, eine erf\u00fcllte Partnerschaft und zwei bis drei Mal im Jahr einen sch\u00f6nen Urlaub machen m\u00f6chten. Es mag andere geben, die einen teuren Sportwagen, teure Designerklamotten und Luxusimmobilien bevorzugen. Die Frage nach dem Warum er\u00fcbrigt sich, denn es geht prim\u00e4r um Statussymbole. Was denken wohl andere Menschen, wenn wir mit einem dicken Porsche zur Arbeit fahren? Oder wir drei Wochen auf den Malediven in einem f\u00fcnf Sterne Luxus-Ressort Urlaub machen? Dass wir erfolgreich sind. Wir werden bewundert, weil es sich viele Menschen eben nicht leisten k\u00f6nnen. Wir stechen heraus aus der Masse, man schaut zu uns auf.<\/p>\n<p>Gegen solche Ziele und Gr\u00fcnde ist im Prinzip nichts einzuwenden, nur fehlt das echte Warum. Wenn wir uns die Super-Erfolgreichen einmal n\u00e4her anschauen, sehen wir, dass deren Motive f\u00fcr ihr Handeln nichts mit Geld, Macht oder sonstigen Statussymbolen zu tun haben. \u201eDen Wandel der Welt zu nachhaltiger, sauberer Energie beschleunigen\u201c lautet zum Beispiel das Motiv von Tesla-Gr\u00fcnder Elon Musk. Er will die Welt verbessern. Es sind die tiefen, pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde, die uns antreiben. Gr\u00fcnde, die daf\u00fcr sorgen, dass wir niemals aufgeben. Ganz egal, welche Hindernisse sich uns auch in den Weg stellen m\u00f6gen. Mit dem Warum geben wir unserem Handeln einen tiefen Sinn, losgel\u00f6st von Geld, Macht Ruhm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Schl\u00fcssel zu Willensst\u00e4rke, Disziplin und Motivation<\/strong><\/p>\n<p>Wer etwas in seinem Leben erreichen m\u00f6chte, der braucht Willensst\u00e4rke, Disziplin und Motivation. Besonders mit der Disziplin ist das so eine Sache. Viele Menschen haben ein gro\u00dfes Ziel vor Augen, machen sich auf den Weg und nach den ersten kleinen Unannehmlichkeiten verlieren Sie die Geduld und lassen Ihre Ziele links liegen. Wie viel mehr k\u00f6nnten wir Menschen in unserem Leben erreichen, wenn wir diszipliniert an unseren Zielen arbeiten w\u00fcrden?<\/p>\n<p>Disziplinlosigkeit f\u00fchrt ins Scheitern, zwangsl\u00e4ufig. Dabei sagt unsere Disziplin auch sehr viel \u00fcber uns aus, n\u00e4mlich wie ernst wir es mit unseren Zielen meinen. Ein Bekannter von mir hatte vor drei Jahren einen Schlaganfall. Er hat Gott sei Dank alles ohne gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den \u00fcberstanden. Die Ursachenforschung hat schnell ergeben, wo der Schlaganfall herkam: Bluthochdruck. Ein hoher Blutdruck ist nur ein Symptom, die Ursachen sind oft vielf\u00e4ltig. In diesem Falle war er zur\u00fcckzuf\u00fchren auf eine Jahrzehnte lange, ungesunde Ern\u00e4hrung. Daraus resultierte \u00dcbergewicht, was unter anderem zu einem konstant hohen Blutdruck f\u00fchrt. Langer Rede kurzer Sinn: Er musste abnehmen und seine Ern\u00e4hrung umstellen. Haupts\u00e4chlich, um einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden, der wahrscheinlich nicht so glimpflich ausgehen w\u00fcrde, wie der Erste.<\/p>\n<p>Das erste Jahr nach seinem Schlaganfall hat er 15 Kilogramm abgenommen, seine Ern\u00e4hrung v\u00f6llig umgestellt und einen gesunden Lebensstil eingeschlagen. Er brachte jeden Tag die Disziplin auf, ungesunde Lebensmittel links liegen zu lassen und darauf zu verzichten &#8211; wohl wissend warum, immerhin ging es hier um sein Leben. Die Monate vergingen, die Kontrolluntersuchungen bei den \u00c4rzten waren stets positiv und es wurde ihm eine gute Gesundheit bescheinigt. Mit der Zeit erlaubte er sich in Bezug auf seine Ern\u00e4hrung immer mehr. Hier ein St\u00fcck Kuchen, da eine Tafel Schokolade, dort ein Glas Wein. Es dauerte keine sechs Monate und er hatte wieder zehn Kilogramm zugenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eiserne Disziplin das k\u00f6nnen die wenigsten<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcckzuf\u00fchren auf mangelnde Disziplin. Kurzfristig kann jeder von uns mit einer eisernen Disziplin auftrumpfen, langfristig jedoch nur die wenigsten. Wie ernst meint mein Bekannter es wohl mit seinem Vorhaben gesund zu leben? Disziplin brauchen wir, um Dinge zu erledigen, auf die wir keine Lust haben oder die unsere Gewohnheiten unterbrechen.<\/p>\n<p>Ich habe ihn darauf angesprochen und gefragt, warum er sich wieder St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zu alten Verhaltensmustern bewegt. Seine Antwort bestand nur aus Ausreden. Seine Frau kocht zu ungesund. Er ist zu oft unterwegs, wo es nun mal nur ungesundes Essen gibt und \u00fcberhaupt ist es ja schwer, im Alter sein Gewicht zu halten.<\/p>\n<p>Klassisches Beispiel, der Jahreswechsel. Der beste Zeitpunkt f\u00fcr gute Vors\u00e4tze. Sie nehmen sich vor, im neuen Jahr mehr Sport zu machen, dreimal die Woche. Erste Januarwoche: Sie sind top motiviert und gehen dreimal die Woche zum Sport, montags, mittwochs und freitags. Zweite Januarwoche: Motivieren k\u00f6nnen Sie sich nicht, aber Sie sind diszipliniert und gehen dreimal die Woche zum Sport, montags, mittwochs und freitags. Dritte Januarwoche, Montag: Sie haben schlecht geschlafen, hatten einen stressigen Arbeitstag, haben wenig gegessen, kommen nach Hause und fallen ersch\u00f6pft aufs Sofa \u2013 und dann geht es los: \u201eEigentlich wollte ich ja zu Sport, aber ich war ja die letzten beiden Wochen jeweils dreimal die Woche.\u201c \u201eWenn ich heute nicht gehe, trainiere ich Mittwoch doppelt so hart\u201c &#8211; erfolglose Menschen suchen jeden Tag nach neuen Ausreden, warum sie etwas nicht machen k\u00f6nnen, erfolgreiche Menschen bringen jeden Tag die n\u00f6tige Disziplin auf, etwas f\u00fcr ihre Zielerreichung zu tun. Und wo kommt die Disziplin her? Aus unserem Warum. Disziplin ist nur ein Symptom, die Ursache ist unser Warum. Je st\u00e4rker unser Warum, desto st\u00e4rker ist automatisch auch unsere Disziplin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Never give up: Das Warum macht es m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr die Motivation und die Willensst\u00e4rke. Besonders f\u00fcr unsere Motivation suchen wir immerzu externe Reize. Die einen brauchen einen Motivationstrainer, andere schauen sich jeden Morgen nach dem Aufstehen Motivationsvideos an, wiederum andere sehen in Bonuszahlungen auf der Arbeit eine Motivation, mehr zu leisten. Da ist auch nichts gegen einzuwenden, nur echte Motivation kann so nicht funktionieren. Sobald der Motivationstrainer, die Videos oder die Aussicht auf den Bonus weg ist, ist es auch die Motivation. Niemand kann uns motivieren, au\u00dfer wir selbst. Motivation kommt aus dem Inneren. Jeder von uns kann sich nur selbst motivieren. Alles, was wir daf\u00fcr brauchen, ist ein Warum. Auch hier gilt: je st\u00e4rker das Warum, desto st\u00e4rker die Motivation. Aufgeben ist dann auf einmal auch keine Option mehr, egal wie oft wir scheitern und R\u00fcckschl\u00e4ge einstecken m\u00fcssen. Nichts davon wird uns abhalten unseren Zielen weiter nachzugehen. Finden Sie einen Grund f\u00fcr alles das, was Sie machen und Disziplin, Willensst\u00e4rke und Motivation werden nie wieder ein Problem f\u00fcr Sie in Ihrem Leben sein. Und: So paradox es sich auch anh\u00f6ren mag, aber mit einem starken Warum k\u00f6nnen Sie sich zum Erfolg\u00a0scheitern, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck, denn Sie machen so lange weiter, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben \u2013 weil Ihnen das Warum klar ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Suche nach der Liebe des Lebens<\/strong><\/p>\n<p>Oft kommen Zuh\u00f6rer nach Vortr\u00e4gen zu mir, mit dem Feedback, dass sie das Warum sehr inspiriert, aber auch nachdenklich gemacht hat. Viele Menschen j\u00fcngeren Alters sagen mir, dass sie gar kein Warum haben und sie es be\u00e4ngstigend finden. Einmal sogar jemand zu mir und meinte, er w\u00e4re ein Versager, nur weil ihm sein Warum nicht klar ist. Wo steht es eigentlich geschrieben, dass wir nach der Schule sofort wissen m\u00fcssen, was wir beruflich den Rest unseres Lebens machen sollen? Und wenn nicht nach der Schule, dann sp\u00e4testens nach der Uni oder der Ausbildung.<\/p>\n<p>Es sind nur ganz wenige, die den Sinn dieses Gesellschaftsbildes hinterfragen, was eigentlich jeder machen sollte. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Wenn Sie was gefunden haben, was Sie lieben, dann m\u00fcssen Sie nie mehr in Ihrem Leben arbeiten. Nur ist dieses \u201eEtwas\u201c zu finden ein Prozess. Wie soll ein junger Mensch ohne Lebenserfahrung so eine Entscheidung treffen? Meiner Meinung nach ist das unm\u00f6glich. Niemand von uns kann wissen, was er mit seinem Leben anfangen will, wenn man zuvor immer nur das gemacht hat, was andere von einem erwarten. Der Druck kommt oftmals aus der eigenen Familie: \u201eWas willst Du mit Deinem Leben anfangen? Entscheide Dich, sonst landest Du noch auf der Stra\u00dfe!\u201c \u201eIch muss Medizin studieren und die Arztpraxis meiner Eltern \u00fcbernehmen. Die erwarten das von mir\u2026\u201c<\/p>\n<p>Ganz ehrlich, wir m\u00fcssen gar nichts! Ja, es gibt Menschen, die wissen mit 15 Jahren schon, was sie in ihrem Leben machen wollen. Andere wissen es erst mit 30 Jahren. Wiederum andere vielleicht erst mit 40 Jahren. So lange wir nicht aufh\u00f6ren nach unserer Passion zu suchen, ist das v\u00f6llig in Ordnung. Die Suche nach dem Warum ist nicht leicht. Nehmen Sie sich Zeit herauszufinden, was Ihnen pers\u00f6nlich wichtig ist und was Ihnen im Leben Spa\u00df macht. Probieren Sie Dinge aus und wenn Sie merken, dass es nichts f\u00fcr Sie ist, dann lassen Sie es sein und probieren was Neues. \u201eProbieren geht \u00fcber Studieren\u201c, das wei\u00df jeder von uns, nur m\u00fcssen wir es auch entsprechend umsetzen.<\/p>\n<p>Selbst, wenn Sie 1.000 Dinge ausprobieren, die Ihnen keinen Spa\u00df machen, irgendwann wird sich eine T\u00fcr \u00f6ffnen und Sie wissen: \u201eDas ist es! Das will ich machen! Das und nichts anderes!\u201c Einen Job, den Sie nicht m\u00f6gen und zu dem Sie sich jeden Morgen hinschleppen m\u00fcssen, werden Sie immer finden. Nur ist das Leben daf\u00fcr zu kurz. Wir sind nicht daf\u00fcr da, unser Leben mit etwas zu verschwenden, dass wir nicht wollen. Gehen Sie Ihren Weg, in Ihrem Tempo und h\u00f6ren Sie nicht auf, nach Ihrer Passion zu suchen. Ich bin der festen \u00dcberzeugung, dass in jedem von uns etwas Besonderes steckt. Jeder von uns kann etwas richtig gut. Nur machen die wenigsten etwas daraus. Einige machen sich gar nicht erst auf die Suche nach ihren Talenten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Arbeit darf Spa\u00df machen: Wof\u00fcr schl\u00e4gt Ihr Herz?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe bis zu meinem 30. Lebensjahr warten m\u00fcssen, bis ich meinen Weg gefunden habe. Als ich mit der Berufung des Redners in Ber\u00fchrung kam, wusste ich sofort: \u201eDas ist es! Das will ich machen!\u201c Ich wusste, dass es richtig ist. Ich habe tief in mir drin gesp\u00fcrt, dass es mein Weg ist. Meine Berufung, meine Erf\u00fcllung. Mir war auch sehr schnell klar, warum ich das machen m\u00f6chte, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie ich ein Redner werde und was das alles mit sich bringt. Es war mir auch egal, ich hatte ein Warum, das Wie wird schon kommen, da war ich mir sicher. Ich musste viele andere Dinge ausprobieren, um an diesen Punkt zu kommen. Nat\u00fcrlich waren da auch viele Entt\u00e4uschungen dabei, zum Beispiel ein geplatzter Lebenstraum, aber ich habe nie aufgeh\u00f6rt nach etwas zu suchen, was ich wirklich in meinem Leben machen m\u00f6chte. Jetzt habe ich es gefunden. Daf\u00fcr musste ich aber mit anderen Dingen scheitern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich habe nur ein Leben &#8211; und differenziere nicht zwischen Berufs und Privatleben<\/strong><\/p>\n<p>Als Redner auf der B\u00fchne zu stehen ist f\u00fcr mich keine Arbeit, es ist mein Leben. Ich differenziere mittlerweile gar nicht mehr zwischen Berufs- und Privatleben, ich habe nur ein Leben. Ein Leben, in dem ich das mache, was ich machen will. Ein Leben, in dem ich das machen darf, was mich erf\u00fcllt. Ich \u201earbeite\u201c im Urlaub, weil es mir Spa\u00df macht. Ich muss mich nicht aufraffen, morgens fr\u00fch aufzustehen \u2013 ich kann es kaum erwarten loszulegen. Ich brauche kein Wochenende, um mich von meiner Woche zu erholen. Ich mag auch keine Feiertage, weil ich dann nicht richtig meinen Zielen nachgehen kann und niemanden erreiche. F\u00fcr viele Menschen, auch aus meinem Umfeld, ist das unverst\u00e4ndlich. F\u00fcr Menschen, die das Lieben, was sie machen, ist es das Normalste auf der Welt. Wie viele Menschen fahren in den Urlaub, um sich von ihrer Arbeit zu erholen? Wie viele Menschen freuen sich montags schon aufs Wochenende, weil sie da nicht arbeiten m\u00fcssen? Wie viele Menschen gehen am Wochenende feiern und bet\u00e4uben sich mit Alkohol, weil sie so ungl\u00fccklich mit ihrem Job und ihrem Leben sind? Es sind mit Sicherheit sehr viele. Wenn wir das, was wir machen, nicht lieben, warum machen wir es dann?<\/p>\n<h1><span style=\"color: #2f5496;font-family: Calibri Light;font-size: x-large\">\u00a0<\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-673624\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug: &#8222;Fail good. Die Kunst des Scheiterns&#8220; Beat Destiny: St\u00e4rker als jeder R\u00fcckschlag Chelsea Werner wurde mit einer zus\u00e4tzlichen Kopie des Chromosoms 21 geboren. Uns bekannt unter dem Downsyndrom. Ein differenzierter Grad an Lernbehinderung und physiognomische Merkmale wie ein geringeres &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2021\/01\/05\/buchauszug-markus-czerner-fail-good-die-kunst-des-scheiterns\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[9672,1890,9648,9671],"class_list":["post-675541","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-failg-good-die-kunst-des-scheiterns","tag-buchauszug","tag-business-village","tag-markus-czerner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675541","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675541"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675541\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":675545,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675541\/revisions\/675545"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675541"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675541"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675541"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}