{"id":675248,"date":"2020-12-02T22:13:03","date_gmt":"2020-12-02T21:13:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=675248"},"modified":"2020-12-07T15:14:27","modified_gmt":"2020-12-07T14:14:27","slug":"ein-dankeschoen-der-unternehmen-an-ihre-mitarbeiter-fuer-ihre-solidaritaet-waere-ein-anfang-gastbeitrag-von-top-bloggerin-julia-richter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/12\/02\/ein-dankeschoen-der-unternehmen-an-ihre-mitarbeiter-fuer-ihre-solidaritaet-waere-ein-anfang-gastbeitrag-von-top-bloggerin-julia-richter\/","title":{"rendered":"Ein &#8222;Dankesch\u00f6n&#8220; der Unternehmen an die Mitarbeiter f\u00fcr ihre Solidarit\u00e4t w\u00e4re ein Anfang.  Gastbeitrag von Top-Bloggerin Julia Richter"},"content":{"rendered":"<p><strong>Julia Richter ist die Top-Eins-Bloggerin in Deutschland mit <a href=\"https:\/\/germanabendbrot.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/MediaKit_GermanAbendbrot_Julia_0217.pdf\">&#8222;German Abendbrot&#8220;<\/a> und arbeitet als selbst\u00e4ndige Kommunikationsberaterin in Wiesbaden.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"float: none;background-color: transparent;font-family: -apple-system,BlinkMacSystemFont,'Segoe UI',Roboto,Helvetica,Arial,sans-serif;font-size: 15px;font-style: normal;font-variant: normal;font-weight: 400;letter-spacing: normal;line-height: 19.68px;text-align: left;text-decoration: none;text-indent: 0px;text-transform: none\">Julia Richter auf Twitter: @Julia_MUC<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_675286\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/12\/richter.julia_.2020.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-675286\" class=\"size-full wp-image-675286\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/12\/richter.julia_.2020.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/12\/richter.julia_.2020.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/12\/richter.julia_.2020-300x127.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/12\/richter.julia_.2020-500x212.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-675286\" class=\"wp-caption-text\">Julia Richter: (Foto: PR\/Petra A. Killick)<\/p><\/div>\n<p><strong>Home Office: Was erst verp\u00f6nt war, wird klasse, wenn es sich als Kostensparmodell auf Kosten anderer erweist<\/strong><\/p>\n<p>Die Vorteile des Home office lagen schon vor Corona auf der Hand: mehr Flexibilit\u00e4t in der Kinderbetreuung oder f\u00fcr Termine mit \u00c4rzten, Beh\u00f6rden und Handwerkern, Zeitgewinn f\u00fcr Sport oder andere Hobbies, weil das t\u00e4gliche Pendeln wegf\u00e4llt, weniger Verkehr auf den Stra\u00dfen und Abgase in der Luft&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Vorteile wurden aber in vielen Unternehmen eher widerwillig jenen gew\u00e4hrt, die wie Bittsteller vor ihren Vorgesetzten standen. Erst seit Unternehmen auch f\u00fcr sich Vorteile entdecken, scheint eine R\u00fcckkehr an die Arbeitspl\u00e4tze pl\u00f6tzlich in weiter Ferne: weniger Kosten f\u00fcr Strom, Wasser, Wartung, Reinigung und mittelfristig f\u00fcr die Miete, wenn Betriebsfl\u00e4chen verkleinert und B\u00fcros geschlossen werden. Neun Monate nach dem Beginn der Homeoffice-Regelungen im Fr\u00fchjahr haben sich Firmen also l\u00e4ngst eingerichtet in der neuen Corona-Arbeitswelt \u2013 der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Job dringt ins Privateste und die N\u00f6te der Mitarbeiter werden ignoriert<\/strong><\/p>\n<p>Doch wie geht es eigentlich jenen, die mit krummem R\u00fccken vor Laptop-Bildschirmen an K\u00fcchentischen sitzen? Jenen, die ohne Murren seit Monaten ihren Alltagsfrust und negative Arbeitserlebnisse, die der Job nun mal mit sich bringen kann, in Privateste eindringen lassen m\u00fcssen. Jenen, die in beengten Verh\u00e4ltnissen leben und nicht \u00fcber den Luxus eines eigenen Arbeitszimmers verf\u00fcgen? Sie alle werden mit ihren N\u00f6ten, \u00c4ngsten, ihrem Stress und Frust nicht wahrgenommen. Funktioniert doch alles!<br \/>\nAber wie lange sollen sie noch ihre privaten R\u00fcckzugsr\u00e4ume zum Wohle des Arbeitgebers zweckentfremden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rund um die Uhr und allgegenw\u00e4rtig: das B\u00fcro am K\u00fcchentisch<\/strong><\/p>\n<p>Denn seit Fr\u00fchjahr scheint es v\u00f6llig normal, dass wir Zeugen werden des merkw\u00fcrdigen Einrichtungsstils der Kollegin, der gut gef\u00fcllten Hausbar des Azubis, des unaufger\u00e4umten Kinderzimmers im Hause der Vorgesetzten. Und was verbirgt der Teamleiter hinter dem Bettlaken, das er provisorisch vor das B\u00fccherregal geh\u00e4ngt hat? Esstische, an denen Familien eigentlich zusammenkommen sollten, um zu reden, zu spielen, zu basteln, liegen jetzt voll mit Laptop, Ladekabel, Ausdrucken und Smartphones. Gegessen wird seit Monaten am Couchtisch \u2013 wieder in geb\u00fcckter Haltung und immer mit einem Auge auf dem \u201eArbeitsplatz\u201c. Wer bisher nach einem stressigen Arbeitstag die T\u00fcr hinter sich zu machen und die Welt da drau\u00dfen ausschlie\u00dfen konnte, hat sie seit nunmehr neun Monaten 24 Stunden am Tag pr\u00e4sent \u2013 Ende nicht absehbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Sehnsucht zur\u00fcck ins B\u00fcro &#8211; und nach der Privatsph\u00e4re<\/strong><\/p>\n<p>L\u00e4ngst sehnen sich Menschen zur\u00fcck in die B\u00fcros, weil sie ihr G\u00e4stezimmer wieder G\u00e4sten anbieten wollen, weil der Hobbyraum dringender denn je f\u00fcr Hobbies gebraucht wird und weil der Esstisch wieder Mittelpunkt der Familie und nicht Meetingraum\/Kantine\/Teek\u00fcche und B\u00fcro sein sollte \u2013 zumal andere wichtige R\u00fcckzugsorte (Caf\u00e9s, Sportst\u00e4tten, Treffen mit Freunden) derzeit pass\u00e9 sind. Kurz: Sie wollen wieder trennen k\u00f6nnen zwischen Heim und Arbeit. Schon wenden sich Kollegen von Zoom &amp; Co. ab und greifen wieder \u00f6fter zum Telefonh\u00f6rer: \u201eIch will einfach nicht permanent bei meinem Team am K\u00fcchentisch sitzen, sondern ihnen etwas Privatsph\u00e4re zur\u00fcckgeben\u201c, brachte es k\u00fcrzlich eine F\u00fchrungskraft auf den Punkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum soll man seine Privatr\u00e4ume als mobiles B\u00fcro zur Verf\u00fcgung stellen?<\/strong><\/p>\n<p>Denn alles wird schal, das im \u00dcberfluss zu haben ist. Deshalb sind jene Unternehmen gut beraten, die hybride Modelle anbieten und dabei sowohl die eigenen Interessen als auch die ihrer Mitarbeitenden ber\u00fccksichtigen. Schon heute, noch mitten in der Pandemie, gibt es Firmen, die jeweils die H\u00e4lfte ihrer Belegschaft ins B\u00fcro beziehungsweise von zuhause arbeiten lassen oder ausgekl\u00fcgelte Hygienekonzepte pr\u00e4sentieren. Denn weder strikte Anwesenheitspflicht noch dauerhafte Heimarbeit machen zufrieden.<\/p>\n<p>Auch \u201enach Corona\u201c werden B\u00fcror\u00e4ume und damit Kosten reduziert werden k\u00f6nnen. Und auch weiterhin werden Menschen die M\u00f6glichkeit des mobilen Arbeitens gerne und regelm\u00e4\u00dfig in Anspruch nehmen wollen. Aber Unternehmen sollten nicht voraussetzen, dass ihnen Privatr\u00e4ume auf Dauer und ohne Unterbrechung als mobiles B\u00fcro zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Wenn dann noch, wie von einem Thinktank der Deutschen Bank gefordert, laut \u00fcber eine Steuer nachgedacht wird, die zu Lasten der Homeoffice-Belegschaft erhoben werden sollte, dann ist das unversch\u00e4mt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die F\u00fcrsorgepflicht der Arbeitgeber f\u00fcrs Wohlergehen der Mitarbeiter<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00fcrsorgepflicht von Unternehmen gegen\u00fcber ihren Mitarbeitenden besteht nicht nur darin, m\u00f6gliche Infektionen am Arbeitsplatz zu vermeiden. Vielmehr sind sie nach den Monaten, in denen Besch\u00e4ftigte ihre Solidarit\u00e4t demonstriert und alles f\u00fcr die Aufrechterhaltung des Betriebs getan haben, nun in der Pflicht, vertretbare und ausgewogene Modelle f\u00fcr das flexible Arbeiten zu entwerfen. Dies sollte fr\u00fchzeitig und gemeinsam mit der Belegschaft geschehen, um nicht nur das Unternehmen weiterhin erfolgreich durch die Krise zu steuern, sondern auch das Wohlergehen der Mitarbeiter zu sichern. Das sind Unternehmen nach der erfolgten Vorleistung nun schuldig. Bis dahin w\u00e4re ein \u201eDankesch\u00f6n!\u201c schon mal ein Anfang.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-673624\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julia Richter ist die Top-Eins-Bloggerin in Deutschland mit &#8222;German Abendbrot&#8220; und arbeitet als selbst\u00e4ndige Kommunikationsberaterin in Wiesbaden.\u00a0 Julia Richter auf Twitter: @Julia_MUC Home Office: Was erst verp\u00f6nt war, wird klasse, wenn es sich als Kostensparmodell auf Kosten anderer erweist Die &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/12\/02\/ein-dankeschoen-der-unternehmen-an-ihre-mitarbeiter-fuer-ihre-solidaritaet-waere-ein-anfang-gastbeitrag-von-top-bloggerin-julia-richter\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5504,271,424,428,430,8918,528,9169,9598,775,9597],"class_list":["post-675248","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-arbeitsplatz","tag-deutsche-bank","tag-fursorgepflicht","tag-gastbeitrag","tag-gastkommentar","tag-german-abendbrot","tag-home-office","tag-julia-richter","tag-kuechentisch","tag-mitarbeiter","tag-privatsphaere"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=675248"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":675313,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/675248\/revisions\/675313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=675248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=675248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=675248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}