{"id":674815,"date":"2020-10-07T07:00:39","date_gmt":"2020-10-07T05:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=674815"},"modified":"2020-10-07T18:03:18","modified_gmt":"2020-10-07T16:03:18","slug":"allbright-studie-gleichstellung-die-deutschen-bauen-ihre-top-vorstandsfrauen-seit-einem-jahr-wieder-ab-statt-auf-wie-usa-schweden-oder-grossbritannien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/10\/07\/allbright-studie-gleichstellung-die-deutschen-bauen-ihre-top-vorstandsfrauen-seit-einem-jahr-wieder-ab-statt-auf-wie-usa-schweden-oder-grossbritannien\/","title":{"rendered":"Allbright-Studie Gleichstellung: Die Deutschen bauen ihre Top-Vorstandsfrauen seit einem Jahr wieder ab &#8211; statt auf wie USA, Schweden oder Gro\u00dfbritannien"},"content":{"rendered":"<p>Es ist schon interessant, wie sehr die Deutschen ihre Frauen verabscheuen m\u00fcssen. Konkreter: Die Unternehmenslenker, die Entscheider. Auf gar keinen Fall wollen sie Frauen in den Unternehmen mit ans Ruder der Macht lassen. Auf keinen Fall ihnen etwas abgeben. Und auf keinen Fall Frauen gleich stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_674103\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/07\/six.frauenquote.2011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-674103\" class=\"size-full wp-image-674103\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/07\/six.frauenquote.2011.jpg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/07\/six.frauenquote.2011.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/07\/six.frauenquote.2011-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-674103\" class=\"wp-caption-text\">Sixt-Werbung 2011<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Man h\u00e4tte die Vorst\u00e4nde auch einfach mal vergr\u00f6\u00dfern k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>Schon als die Quotendiskussion losging, nachdem Frankreich sie 2011 f\u00fcr ihre Verwaltungs- und Aufsichtsr\u00e4te einf\u00fchrte, h\u00e4tten die Dax-Aufsichtsr\u00e4te einfach ihre Vorst\u00e4nde um zwei oder drei Positionen vergr\u00f6\u00dfern und mit Frauen besetzen k\u00f6nnen. Und wenn\u00b4s nur vor\u00fcbergehend gewesen w\u00e4re. Die Kosten h\u00e4tten sie nicht ruiniert. Leider haben sie die Chance verpasst. Angeblich aus Kostengr\u00fcnden. Damit h\u00e4tten sie aber den w\u00fcrdelosen jahrelangen Austausch und Schlagabtausch \u00fcber Quoten elegant umschiffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich erinnere mich, wie noch wenige Jahre sp\u00e4ter eine ernst zu nehmende, erfolgreiche Headhunterin einen offenen Brief gegen die Frauenquote an Bundeskanzlerin Angela Merkel andachte. Klar war der offene Brief in erster Linie als PR-Aktion gedacht und sie lie\u00df die Aktion dann vorsichtshalber doch lieber bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber nur mal so zum L\u00e4nder-Vergleich: Die Frauenquote f\u00fcr Frankreich war schon 2011 gar nichts so revolution\u00e4r Neues. Norwegen f\u00fchrte sie schon 2003, also acht Jahre fr\u00fcher ein. 2007 zog Spanien nach und dann Belgien. Offenbar hierzulande unbemerkt? Schm\u00fccken sich F\u00fchrungskr\u00e4fte sich nicht sonst sehr gerne mit wichtigen englischsprachigen Titeln und werfen mit Anglizismen nur so um sich? Haben sie doch jahrzehntelang der Globalisierung gehuldigt? Wie konnte dann diese Entwicklung von Frauenquoten au\u00dferhalb der eigenen Landesgrenze komplett an ihnen vorbeigehen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Statt mehr gibt\u00b4s wieder weniger Frauen in den Dax30-Vorst\u00e4nden &#8211; elf haben keine einzige dabei<\/strong><\/p>\n<p>Eine Umbesinnung gibt es anscheinend bis heute nicht: Die Allbright Stiftung legt nun eine neue Untersuchung vor, die das belegt. Die Geschlechtergleichstellung in den Vorst\u00e4nden der Dax30-Konzerne geht seit einem Jahr sogar wieder zur\u00fcck &#8211; statt weiter anzusteigen. Elf der 30 haben keine einzige Frau auf der obersten F\u00fchrungsetage &#8211; vor einem Jahr waren das nur sechs Dax30-Unternehmen. Nur 13 Prozent der Dax-Vorst\u00e4nde sind Frauen. &#8222;W\u00e4hrend die Vorst\u00e4nde in anderen L\u00e4ndern deutlich weiblicher werden, sind in deutschen B\u00f6rsenunternehmen im Krisenjahr zwei Mechanismen zu beobachten: eine Verkleinerung der Vorst\u00e4nde und der R\u00fcckgriff auf Gewohntes, Vertrautes, Altbew\u00e4hrtes \u2013 man setzt auf M\u00e4nner&#8220;, so die Allbright Studie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im internationalen Vergleich ist Deutschland abgeschlagen<\/strong><\/p>\n<p>Ganz anders im Ausland: In USA, Gro\u00dfbritannien, Schweden, Frankreich und Polen bauen die Unternehmen kontinuierlich vielf\u00e4ltigere F\u00fchrungsteams auf, die komplexen Herausforderungen insbesondere der Corona-Krise besser gewachsen sind, so die Allbright-Studie. Den Unternehmen dieser L\u00e4nder gelingt es viel besser, weibliche Talente zu bef\u00f6rdern: In den USA (29 Prozent), Schweden (25 Prozent) und Gro\u00dfbritannien (25 Prozent) ist der Frauenanteil im Top-Management teils mehr als doppelt so hoch wie bei den DAX-Unternehmen, die im internationalen Vergleich den letzten Platz belegen &#8211; und obendrein noch immer weiter zur\u00fcckfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kein Dax-Konzern bringt es auch nur auf 30 Prozent Frauenanteil im Vorstand<\/strong><\/p>\n<p>Das unr\u00fchmliche Res\u00fcme: &#8222;Deutschland ist das einzige Land im internationalen Vergleich, in dem kein einziger der 30 gr\u00f6\u00dften Konzerne einen Frauenanteil im Vorstand von 30 Prozent schafft. Und es ist das einzige Land, in dem keines dieser Unternehmen von einer Frau gef\u00fchrt wird.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671508\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659241.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671508\" class=\"size-full wp-image-671508\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659241.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659241.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659241-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659241-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-671508\" class=\"wp-caption-text\">Wiebke Ankersen, Allbright Stiftung (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p><strong>Nur Allianz, Daimler, Telekom und Fresenius Medical Care haben mehr als eine Frau im Vorstand<\/strong><\/p>\n<p>Die Peinlichkeiten gehen noch weiter: 97 Prozent der amerikanischen und 87 Prozent der franz\u00f6sischen Gro\u00dfunternehmen haben mehrere Frauen in ihrem Vorstand &#8211; selbst das schaffen in Deutschland nur vier Konzerne: Allianz, Daimler, Deutsche Telekom und Fresenius Medical Care.<\/p>\n<p>Dass es an zu wenig qualifizierten Frauen liegt, wie die Top-Manager jahrelang als Ausflucht behaupteten, ist widerlegt laut Allbright Stfitung: 90 Prozent der im vergangenen Jahr neu hinzugekommenen Vorst\u00e4ndinnen kommen aus Deutschland \u2013 &#8222;die Pipeline an F\u00fchrungsfrauen in den deutschen Unternehmen ist so gut gef\u00fcllt wie nie zuvor&#8220;, sagt Wiebke Ankersen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Allbright Stiftung.<\/p>\n<p>Ihr Kollege Christian Berg moniert: &#8222;Dieser Entwicklungsstand im Top-Management der deutschen Unternehmen passt nicht zum Selbstverst\u00e4ndnis eines fortschrittlichen westlichen Industrielands.&#8220; Ein Modernisierungsschub wie in den anderen L\u00e4ndern fehle. Und: &#8222;In der Krise auf vertraute M\u00e4nner zu setzen, ist ein kurzsichtiger Reflex, der sich \u00fcber kurz oder lang r\u00e4chen wird\u201c, sagt Ankersen.<\/p>\n<p>\u201eDie gut ausgebildeten Frauen stehen l\u00e4ngst in gro\u00dfer Zahl bereit. Die Unternehmen m\u00fcssen ihnen nur viel konsequenter Verantwortung \u00fcbertragen \u2013 auch und gerade in der Krise\u201c, so Berg.<\/p>\n<div id=\"attachment_671512\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659184.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671512\" class=\"size-full wp-image-671512\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659184.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659184.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659184-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/08\/IMG_20190813_1659184-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-671512\" class=\"wp-caption-text\">Christian Berg, Allbright Stiftung (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lese-Tipp Wiebke Andersen und Christian Berg von der Allbright Stiftung im Gastbeitrag auf wiwo.de: \u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>W\u00e4hrend Unternehmen in den USA, Gro\u00dfbritannien oder Schweden auf weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte setzen, nehmen deutsche Firmen lieber Altbew\u00e4hrtes: M\u00e4nner. Ist das Mindset im deutschen Management wirklich so altmodisch?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/my\/politik\/deutschland\/geringer-frauenanteil-wie-altmodisch-ist-das-deutsche-management\/26252548.html\">https:\/\/www.wiwo.de\/my\/politik\/deutschland\/geringer-frauenanteil-wie-altmodisch-ist-das-deutsche-management\/26252548.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-673624\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon interessant, wie sehr die Deutschen ihre Frauen verabscheuen m\u00fcssen. 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