{"id":674626,"date":"2020-09-15T06:00:22","date_gmt":"2020-09-15T04:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=674626"},"modified":"2020-09-15T12:07:19","modified_gmt":"2020-09-15T10:07:19","slug":"buchauszug-rainer-zitelmann-die-kunst-beruehmt-zu-werden-genies-der-selbstvermarktung-von-albert-einstein-bis-kim-kardashian","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/09\/15\/buchauszug-rainer-zitelmann-die-kunst-beruehmt-zu-werden-genies-der-selbstvermarktung-von-albert-einstein-bis-kim-kardashian\/","title":{"rendered":"Buchauszug Rainer Zitelmann: &#8222;Die Kunst, ber\u00fchmt zu werden \u2013 Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug Rainer Zitelmann: &#8222;<\/strong><span style=\"color: #000000\"><strong><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif\">Die Kunst, ber\u00fchmt zu werden \u2013 Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian<\/span><\/strong><span style=\"font-family: Calibri\">.<strong>&#8220; <\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><span style=\"font-family: Calibri\"><strong>Hier: Karl Lagerfeld.<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_674629\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/zitelmann2020-Foto-privat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-674629\" class=\"size-full wp-image-674629\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/zitelmann2020-Foto-privat.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/zitelmann2020-Foto-privat.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/zitelmann2020-Foto-privat-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/zitelmann2020-Foto-privat-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-674629\" class=\"wp-caption-text\">Rainer Zitelmann (Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\">Karl Lagerfeld &#8211;\u00a0<\/span><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\">Die Marke \u00bbIch\u00ab<\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Viele Menschen definieren sich durch ihren Beruf, Karl Lagerfeld nannte sich sogar selbst eine \u00bbBerufsperson\u00ab \u2013 im Gegensatz zu einem \u00bbFreizeitmenschen\u00ab. Doch er hatte so viele Berufe, dass es unzul\u00e4ssig ist, ihn mit einem davon zu identifizieren. Einmal meinte er in einem Interview, eine Berufsbezeichnung f\u00fcr ihn g\u00e4be es nicht und m\u00fcsse erst erfunden werden. \u00bbSein Berufsbild wechselt wie bei einem Cham\u00e4leon\u00ab, hei\u00dft es in Paul Sahners Lagerfeld-Buch. \u00bbModesch\u00f6pfer, Entdecker von Topmodels, Fotograf, Innenarchitekt, Parf\u00fcmproduzent, Unternehmer, Stummfilmer, Schlossherr, Galerist, Autor, Porzellansammler, Werbewunder, PR-Mann, Verleger, Buchh\u00e4ndler.\u00ab <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Lagerfeld war Lagerfeld. Wie kaum ein anderer Mensch hat er sich selbst zur Marke gemacht und den Narzissmus zu seiner Religion. \u00bbMe, myself and I\u00ab sei sein Motto gewesen, so Sahner. Im Laufe seines Lebens, so erkl\u00e4rte er selbst, habe er sich zur Karikatur gemacht, zur Abstraktion:\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch bin ja selbst nicht mehr menschlich. Ich bin eine Abstraktion. Eine Marionette, die von mir selbst manipuliert wird. Will ich auch sein. Ich habe mit irdischen Problemen wenig zu tun.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Verst\u00e4ndnisvoll begr\u00fc\u00dfte er einen Journalisten mit der Bemerkung: <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbAuch ich war mal ein Mensch wie Sie.\u00ab\u00a0<\/span><\/span><\/i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Doch genau das wollte er nicht sein \u2013 ein Mensch wie andere Menschen:\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch f\u00fchle mich selbst nicht mehr menschlich.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Selbstinronie als Stilmittel<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Solche S\u00e4tze muteten befremdlich an, wenn andere Menschen sie formulierten. Bei Lagerfeld wurden sie akzeptiert, und einer der Gr\u00fcnde war wohl seine Selbstironie. Er war stolz, eine Di\u00e4t zu machen, bei der er 40 Prozent seines Gewichts verlor, aber er sagte danach auch:\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbUnangezogen sagt mir der Spiegel, dass da jemand vor ihm steht, der ein bisschen an die Skelette im Anatomiesaal f\u00fcr Medizinstudenten erinnert.\u00ab <\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00dcber sich selbst k\u00f6nne er am besten lachen, behauptete Lagerfeld. Das sei eine gute Therapie, wenn man wisse, wie sie funktioniert.\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbMan ist ja in gewissen Situationen grotesk. Wenn man darauf achtet, f\u00e4llt es einem auch auf. Unter der Bedingung, man ist zu sich selbst ehrlich.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Er musste auch nicht f\u00fcrchten, dass man ihn kritisch mit einer seiner fr\u00fcheren \u00c4u\u00dferungen konfrontierte oder auf Widerspr\u00fcche aufmerksam machte. Er immunisierte sich gegen Kritik, indem er immer wieder betonte, was er sage, sei nur g\u00fcltig, wenn er es gerade gesagt habe.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbNehmen Sie das, was ich sage, bitte nicht so ernst. Wenn ich jetzt etwas sage, kann ich mich vielleicht morgen daran nicht mehr erinnern. Morgen bin ich schon ein ganz anderer Mensch.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Ob Lagerfeld wirklich wollte, dass man ihn nicht so ernst und seine Meinungen nicht so wichtig nahm, daran kann man zweifeln. Die vermeintliche Selbstironie war bei ihm eher eine Strategie in der Selbstvermarktung. Sie erlaubte es ihm, Arroganz oder Snobismus in einer Penetranz an den Tag zu legen, wie man sie einem anderen nicht verziehen h\u00e4tte: Sollte er einmal eine Autobiografie schreiben (er hat es nie getan), dann wolle er sie auf Englisch verfassen und akzeptiere auch keine \u00dcbersetzung:\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbWenn die Leute in Frankreich oder in Deutschland meine Autobiografie lesen wollen, aber kein Englisch k\u00f6nnen, sage ich: \u203aDann ist das Buch nicht geeignet f\u00fcr sie!\u2039\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Bei einer anderen Gelegenheit erkl\u00e4rte er, da die meisten seiner Reisen von Firmen bezahlt w\u00fcrden, nehme er stets ein Privatflugzeug.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch finde, wenn ich jemandem keinen Privatjet wert bin, muss ich auch nicht hin zu dem. Das nehme ich mir heraus, auch um die Gewissheit zu haben, dass die Firmen gro\u00dfen Wert auf mich und meine Arbeit legen.\u00ab\u00a0<\/span><\/span><\/i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Sonst bleibe er lieber zu Hause und lese ein Buch oder fr\u00f6ne dem Nichtstun.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Wer war Karl Lagerfeld? Er wurde 1933 in Hamburg geboren, gab aber sp\u00e4ter andere Jahre als sein Geburtsjahr an. Schon als Kind sei ihm gesagt worden, so berichtet er: \u00bbDu bist einmalig\u00ab. \u00bbUnd dann habe ich wahrscheinlich daran auch geglaubt.\u00ab Als Sch\u00fcler wollte er sich von seinen Mitsch\u00fclern unterscheiden, auch wenn diese ihn daf\u00fcr h\u00e4nselten. \u00bbHast du schon mal in den Spiegel geguckt? Du bist doch selbst schuld!\u00ab, sagte seine Mutter, wenn er sich \u00fcber das Gesp\u00f6tt der Mitsch\u00fcler beschwerte. Lagerfeld:\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbSie hatte recht. Die anderen Jungen hatten B\u00fcrstenhaarschnitt, ich machte auf exotische Bl\u00fcte, mit langen Haaren und gro\u00dfen Locken.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Er wollte schon vom \u00c4u\u00dferen anders sein als seine Mitsch\u00fcler, die in der Nachkriegszeit mit abgetragenen Kleidern zum Unterricht kamen. Lagerfeld dagegen erscheint in der Schule mit ma\u00dfgeschneiderten Jacketts, tadellosem Hemd mit gest\u00e4rktem Kragen und seidener Krawatte. Aus einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie stammend, kann er sich dieses Auftreten leisten. Sp\u00e4ter treibt er Bodybuilding, posiert mit seinem durch das Training wohlgeformten K\u00f6rper am Strand.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Weil er so gerne S\u00fc\u00dfes isst, nahm er in einer sp\u00e4teren Phase seines Lebens stark zu und wog irgendwann \u00fcber 100 Kilo. Seine Abmagerungskur \u2013 er verlor in 13 Monaten 42 Kilo Gewicht \u2013 zelebrierte er als \u00f6ffentliches Ereignis und lie\u00df die ganze Welt daran teilhaben. Nichts tut er im Verborgenen, alles ist nach au\u00dfen gerichtet, bis hin zu seiner Di\u00e4t. Er entschlie\u00dft sich, zusammen mit seinem Arzt ein Buch \u00fcber seine Di\u00e4t zu verfassen. Sein Studioleiter Arnaud Maillard wundert sich: \u00bbIch wei\u00df nicht, was seine wahre Intention ist: einen Bestseller schreiben oder sich zum Thema der Medien machen? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich ein Modesch\u00f6pfer seines Formats f\u00fcr die Idee begeistert, Details \u00fcber seine Di\u00e4t zu ver\u00f6ffentlichen.\u00ab Sein Buch wird ein Bestseller, die Journalisten rei\u00dfen sich um Interviews mit ihm \u2013 \u00fcber seine Di\u00e4tformel. \u00bbEr st\u00f6hnt der Form halber, st\u00fcrzt sich aber dennoch in die mediale Flut\u00ab, so Maillard, der 15 Jahre f\u00fcr ihn arbeitete.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Er tut nur so, als seien ihm Medien l\u00e4stig &#8211; und hofiert Journalisten<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">So wie manche Selbstvermarktungsgenies tut Lagerfeld so, als seien ihm die Medien l\u00e4stig, und oft behauptet er, es sei ihm v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, was die Leute \u00fcber ihn sagen. Das stimmt nat\u00fcrlich nicht. Er kauft und liest alle Zeitungen, die Artikel \u00fcber ihn enthalten. Und er hofiert Journalisten, wie das nur wenige Prominente tun. Paul Sahner, damals Chefredakteur der \u00bbBunten\u00ab, berichtet, wie Lagerfeld ihn nach Biarritz einlud und wie beeindruckt er war, als ihm der Chauffeur, der ihn vom Flughafen abholte, einen handgeschriebenen Brief auf eidottergelbem Papier in die Hand dr\u00fcckte: \u00bbDass Karl, der Vielbesch\u00e4ftigte, Zeit findet, mich so herzlich auf meinen Aufenthalt bei ihm einzustimmen, beweist seine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gastgeberqualit\u00e4ten. Er denkt an alles, perfekt wie ein Zeremonienmeister am Hofe des Sonnenk\u00f6nigs \u2013 wobei er beide Rollen selbst erf\u00fcllt.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Im Laufe seines Lebens machte er bestimmte \u00e4u\u00dfere Merkmale zu einem Erkennungszeichen \u2013 die Marke Lagerfeld. Sie entsteht nicht an einem Tag durch einen Entschluss, sondern w\u00e4chst im Laufe der Jahre.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch mache mich nicht wie Charlie Chaplin zurecht. Meine Frisur, meine Sonnenbrille, das ist mit der Zeit gekommen. Ich habe mich langsam, aber sicher zur Karikatur gemacht.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Am Schluss ist ein unverwechselbares Markenzeichen entstanden: die fingerlosen Handschuhe, der gepuderte Zopf, der Stehkragen, die Sonnenbrille, zeitweise geh\u00f6rte ein F\u00e4cher dazu. Ein Karikaturist muss nicht viel k\u00f6nnen, um Lagerfeld zu zeichnen. Doch nicht nur das \u00c4u\u00dfere geh\u00f6rt zur Marke, sondern vor allem auch seine frechen Spr\u00fcche und seine Sprechweise. Lagerfeld, so Sahner, ist der Gro\u00dfmeister der stakkatohaften Melodik. \u00bbEr spricht die W\u00f6rter rasant aus, wechselt die Tempi zwischen hastig und tr\u00e4ge. Mal tanzen seine S\u00e4tze Bossanova, mal klingen sie pastoral.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/cover.zitelmann.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-674627\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/cover.zitelmann.jpg\" alt=\"\" width=\"416\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/cover.zitelmann.jpg 416w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/09\/cover.zitelmann-192x300.jpg 192w\" sizes=\"auto, (max-width: 416px) 100vw, 416px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Rainer Zitelmann: &#8222;Die Kunst, ber\u00fchmt zu werden. Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian&#8220;. 336 Seiten, FinanzBuch Verlag.\u00a0<\/strong><strong> https:\/\/www.m-vg.de\/finanzbuchverlag\/shop\/article\/19893-die-kunst-beruehmt-zu-werden\/<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Anfang der 50er-Jahre zog Lagerfeld nach Paris und war bei Modefirmen wie Balmain, Patou und Chlo\u00e9 besch\u00e4ftigt. In den 80er-Jahren hatte er den gro\u00dfen Durchbruch als Kreativdirektor und Chefdesigner von Chanel. Der Firma, die von Coco Chanel gegr\u00fcndet worden war, haftete damals ein etwas verstaubtes Image an. Er verschaffte dem Label ein sagenhaftes Revival und machte das Unternehmen zu einem internationalen Milliardenkonzern. <\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\">\u00bbIch erst habe Chanel zu dem gemacht, was es ist\u00ab,<\/span><\/i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"> so Lagerfeld. <i>\u00bbOhne mich w\u00e4re das Haus l\u00e4ngst geschlossen.<\/i> Der letzte Erbe, der mich geholt hat, sagte mir: \u203aEntweder Sie steigen ein, oder ich mache dicht.\u2039\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Doch es w\u00e4re viel zu kurz gegriffen, ihn auf die Rolle des Modedesigners f\u00fcr Edelmarken zu reduzieren. Wollte man all die Aktivit\u00e4ten Lagerfelds aufz\u00e4hlen, dann w\u00fcrde dies das Kapitel sprengen. Er entwarf einen Steiff-Teddyb\u00e4ren und Stifte f\u00fcr Faber-Castell ebenso wie eine limitierte Edition von Coca-Cola-light-Flaschen, Armreifen, Halsketten und Broschen f\u00fcr die Firma Swarovski, das ber\u00fchmte Parf\u00fcm Chlo\u00e9 for Women oder eigene Parf\u00fcms unter seinem Namen. Er war als Kost\u00fcmbildner f\u00fcr Theater und Oper t\u00e4tig und als Fotograf, er entwarf Werbekampagnen f\u00fcr die Champagnermarke Dom P\u00e9rignon und f\u00fcr das Phaeton-Modell von Volkswagen, er gr\u00fcndete einen eigenen Verlag und machte sich einen Namen mit seiner B\u00fcchersammlung, die 300.000 Werke umfasste. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Ihm gelang der Spagat, exklusive Mode zu kreieren, aber zugleich f\u00fcr den schwedischen Modefilialisten H&amp;M eine Modekollektion sowie ein Parf\u00fcm zu entwerfen. Er verband einen elit\u00e4ren Auftritt mit egalit\u00e4ren Werten:\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbDie oberen Zehntausend sind immer schon die Opfer ihres eigenen Snobismus gewesen. Nur das Teuerste ist f\u00fcr sie auch das Beste. Man darf aber die \u203aMasse\u2039 nicht verachten, man muss nur Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Erschwingliches machen. Es besteht kein Grund, teuer das zu bekommen, was es auch preiswert geben kann.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Freiheit war f\u00fcr Lagerfeld der wichtigste Wert. Schon fr\u00fch in seiner Karriere schaffte er, was kaum einer sonst schafft, n\u00e4mlich zugleich f\u00fcr mehrere Firmen t\u00e4tig zu sein. \u00bbSchnell wird er zum Mann, der mit allen kann. Eine beneidenswerte Eigenschaft, die nur wenigen verg\u00f6nnt ist\u00ab, schreibt Sahner. \u00bbEin Kamelhaarmantel f\u00fcr Max Mara, ja gerne, ist mein Lieblingsmaterial. Ein Pelzmantel f\u00fcr Fendi, wunderbar, ich liebe Kuscheltiere. Eine Kollektion f\u00fcr Patou, gut, das gibt es auch als Golfmode. Ein Kost\u00fcm f\u00fcr die Dame, die Chlo\u00e9 favorisiert, fabelhaft, gleich ist es fertig.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Er schafft so viel, weil es ihm durch sein Gesch\u00e4ftsmodell gelingt, sich auf das zu konzentrieren, was er wirklich kann \u2013 zu entwerfen. Alles andere \u00fcberl\u00e4sst er anderen. Und verdient auf diese Weise sehr viel mehr, als er ausschlie\u00dflich mit einer eigenen Marke verdient h\u00e4tte oder gar als exklusiv nur f\u00fcr ein Unternehmen t\u00e4tiger Designer.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbMit einer Unzahl von Vertr\u00e4gen und Lizenzen sowie Kreuz-und-quer-Verbindungen schafft er es, dass die anderem ihm die Last abnehmen, w\u00e4hrend er selbst die Lust an der Arbeit beh\u00e4lt. Er entwirft Taschen, Schuhe, Stoffe, Tapeten, Brillen, Strickwaren, Pelze, teure Fummel, billige Klamotten \u2013 manchmal unter seinem Namen, oft aber nicht.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">F\u00fcr ihn, so Lagerfeld, sei es v\u00f6llig nat\u00fcrlich, kreativ zu sein.\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbJe mehr man macht, umso mehr f\u00e4llt einem ein. Wie bei einem Klavierspieler, je mehr er spielt, umso besser kann er improvisieren. Wenn ich st\u00e4ndig zeichne, finde ich leichter neue Ideen.\u00ab <\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Einerseits f\u00e4llt es ihm zu, aber andererseits verl\u00e4sst er sich nicht darauf. Er erkl\u00e4rte einmal, wie er nach einer neuen Idee f\u00fcr einen Badeanzug suchte. Er habe sich hingesetzt und sich den Befehl gegeben, so lange nicht aufzustehen, bis er 50 neue Badeanz\u00fcge entworfen habe. Nach drei Stunden lagen die 50 Entw\u00fcrfe vor, aber er machte dennoch weiter.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit Disziplin und hohem Arbeitsethos<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Disziplin und ein hohes Arbeitsethos werden zu einem seiner wichtigsten Markenzeichen. Das ist umso bemerkenswerter, als er in einer hedonistischen Welt lebt, voll von Verf\u00fchrungen und Versuchungen. Lagerfeld gibt diesen Versuchungen nicht nach. Er raucht nicht, nimmt keine Drogen, trinkt fast nie. Vielleicht braucht er diese Disziplin auch, weil er sp\u00fcrt, dass er von seinem Wesen her ein Suchtmensch ist. So trinkt er zeitweise mehrere Liter Cola light am Tag und isst Unma\u00dfen von S\u00fc\u00dfigkeiten.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Der Modedesigner Wolfgang Joop meinte \u00fcber Lagerfeld: \u00bbEinen Ratschlag von ihm konnte man wirklich beherzigen: Man muss seine eigenen Gef\u00fchle und seine S\u00fcchte im Zaum halten, weil man sonst zum Opfer der Szene wird. Viele um ihn herum sind ja auch Opfer geworden \u2026 Wie man mit Disziplin umgeht, Haltung bewahrt, das hat er par excellence vorgef\u00fchrt. In dieser Hinsicht ist er das gr\u00f6\u00dfte Ph\u00e4nomen, das ich je getroffen habe. Genial.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eiserne Disziplin als zentrales Merkmal der Marke Lagerfeld<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Viele seiner Freunde starben an Aids, andere litten unter den Folgen exzessiven Drogenkonsums. Er beobachtete das und enthielt sich mit eiserner Disziplin. Wenn er andere Menschen lobte, dann lobte er gerne deren Selbstbeherrschung. \u00dcber das von ihm entdeckte Model Claudia <\/span><\/span><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Schiffer beispielsweise sagte er, sie habe im Unterschied zu vielen anderen Models eine \u00bbeiserne Disziplin\u00ab gehabt. <i>\u00bbDie anderen hatten more fun, aber weniger Disziplin.\u00ab<\/i> <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Diese Disziplin wurde immer st\u00e4rker zu einem zentralen Merkmal der Marke Lagerfeld. Man kann sich ihn nicht leger vorstellen, und sein Ausspruch in einer Talkshow, wer in einer Jogginghose herumlaufe, habe die Kontrolle \u00fcber seine Leben verloren, wurde wohl so oft zitiert wie kein anderes der vielen Lagerfeld-Bonmots. <\/span><\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbDie Leute sagen mir: \u203aSie sind Deutscher, Sie haben viel Disziplin.\u2039 \u2026 Ich bin viel schlimmer. Ich bin Autofaschist, ein Diktator, der sich selbst unter Druck setzt. Ich dulde, wenn es um mich selbst geht, keine Demokratie. Es wird nicht diskutiert, ich gebe mir Befehle. Da leide ich auch nicht besonders darunter. Befehl ist Befehl, basta.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit paramilit\u00e4rischer Strenge<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Und doch w\u00e4re es ein gro\u00dfer Irrtum, Lagerfelds gro\u00dfe Disziplin in dem Sinne zu verstehen, dass er sich zur Arbeit habe zwingen m\u00fcssen. Die Disziplin brauchte er, um den Versuchungen zu widerstehen, um seine Di\u00e4t durchzuziehen \u2013 und er achtete darauf, dass in seinem Studio straffe Disziplin herrschte. In seinem Atelier wurde alles mit paramilit\u00e4rischer Strenge kontrolliert. Eine Studioleiterin achtete auf die strikte Einhaltung aller Anweisungen von Lagerfeld, der Termindruck war kn\u00fcppelhart.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00dcber seine Entw\u00fcrfe meinte er gleichwohl, sie seien ihm stets aus der Hand geflossen. <i>\u00bbStress kenne ich auch nicht. Ich kenne nur Strass. Ich bin in der Modebranche.\u00ab<\/i> Wenn Disziplin hei\u00dft, sich zu Dingen zu zwingen, die einem im Grunde keine Freude machen, dann brauchte Lagerfeld bei der Arbeit keine Disziplin. <i>\u00bbWir tun ohnehin den ganzen Tag, was uns Spa\u00df macht\u00ab, bekundete er. \u00bbEntwerfen ist f\u00fcr mich so selbstverst\u00e4ndlich wie Atmen.\u00ab <\/i>Er denke noch im Schlaf an seine Arbeit, tr\u00e4ume davon und schreibe sich die Gedanken beim Aufstehen auf. So berichtet er, wie er eine ganze Kollektion nachts getr\u00e4umt habe.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch habe sie am n\u00e4chsten Morgen komplett aufzeichnen k\u00f6nnen und es hat alles gepasst.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Streben nach Ruhm<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Was trieb Lagerfeld an? War es Geld, wie manche meinten? Schlie\u00dflich wurde er zu einem der reichsten M\u00e4nner in Paris, und er hat sich stets offen dazu bekannt, dass er gerne Geld verdient. Oder war es das Streben nach Ruhm, nach Anerkennung?\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch werde mehr gefeiert als Galliano und all die anderen. Keiner hat so einen Erfolg wie ich. Keiner kann mithalten. Ich kann nicht mehr \u00fcber die Stra\u00dfe gehen. Und wie mich erst die Autogrammj\u00e4ger bedr\u00e4ngen. Aus der ganzen Welt kommt Post mit Signaturw\u00fcnschen. Das ist ja unglaublich.\u00ab <\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Doch dann f\u00fcgt er hinzu, was in \u00e4hnlicher Form die meisten ber\u00fchmten Menschen sagen: Er finde das \u00bbzum Heulen\u00ab und er k\u00f6nne es sich nicht erkl\u00e4ren, warum das so sei.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Glaubw\u00fcrdig ist das bei Lagerfeld so wenig wie bei all den anderen Genies der Selbstvermarktung. Maillard erinnert sich, wie er mit Lagerfeld in einen Diesel-Store ging und sich alle Blicke auf ihn richteten. \u00bbSchlie\u00dflich wagt sich eine Gruppe l\u00e4chelnder Japaner heran, die Hand auf dem Mund und den Kugelschreiber in der Hand. Schnell folgen weitere, etwas eingesch\u00fcchterte Kunden. Karl zwinkert mir kurz zu: \u203aSieh mal, selbst die jungen Leute kennen mich! Nicht schlecht, oder?\u2039\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch Skandale k\u00f6nnen n\u00fctzen &#8211; unterscheidbar zu sein<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Ja, jedem Star wird der Rummel um die eigene Person und der damit verbundene Verlust an Privatsph\u00e4re manchmal zu viel. Aber diese Nebenwirkungen nimmt ein Lagerfeld in Kauf, denn die Alternative dazu, das w\u00e4re f\u00fcr ihn unertr\u00e4glich: als Unbekannter in der Masse unterzugehen, nicht unterscheidbar zu sein von all den anderen. Er begr\u00fcndet sogar seine Entscheidung, keine Kinder zu haben, damit, dass er sich selbst schon immer f\u00fcr ein absolute Unikat gehalten habe und daher nicht das geringste Bed\u00fcrfnis versp\u00fcre, \u00bbdiese Einmaligkeit zu klonen\u00ab. Um im Gespr\u00e4ch zu bleiben, ging er bewusst Risiken ein und provozierte. 1993 lie\u00df er Claudia Schiffer \u00fcber den Runway laufen, auf der Brust trug sie Verse aus dem Koran. Es gab harsche Proteste, denn Muslims sahen dadurch den Koran und das Leben des Propheten verunglimpft. Um die Wogen der Entr\u00fcstung zu gl\u00e4tten, wurde zwar eine Entschuldigung formuliert, doch Lagerfeld meinte dazu: <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbSkandale schaden nur dem, der keine hat.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">W\u00e4hrend er einerseits gerne mit provokanten \u00c4u\u00dferungen Aufsehen erregt, trifft er andererseits mit seiner Mode den Zeitgeist \u2013 und pr\u00e4gt ihn auch selbst. Wer immer nur gegen den Strom schwimmt, wird nicht erfolgreich, nicht im Gesch\u00e4ftsleben, und erst recht nat\u00fcrlich nicht in der Modewelt. Aber wer immer mit dem Strom schwimmt, wird es auch nicht. Die Kunst liegt darin, anderen ein wenig voraus zu sein, sich weiterzuentwickeln \u2013 und dabei zugleich doch einen unverwechselbaren Markenkern beizubehalten.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbDas fordert heraus, die eigene Pers\u00f6nlichkeit zu behalten, sich aber gleichzeitig im Zeitgeist mitzuentwickeln. Die Erneuerung zu schaffen, ohne sich zu wiederholen, ist noch interessanter.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbDer Spiegel\u00ab brachte es im Nachruf auf den Punkt: \u00bbEr hat sich selbst erfunden, zur Kunstfigur gemacht, bis er eine Weltmarke war.\u00ab Er war der \u00bbVorreiter eines Zeitalters, in dem Inszenierung und Optik alles sind. Radikal, frei und einzigartig.\u00ab<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Es st\u00f6rte ihn nicht, wenn man ihn einen Narzissten nannte, und er versuchte auch kaum, diesen Narzissmus zu verstecken. Maillard berichtet, Lagerfeld habe seine Mitarbeiter oft nicht einmal angeschaut, wenn er mit ihnen sprach. Wenn er antwortete, habe er sich selbst \u00fcber die Schultern seiner Gespr\u00e4chspartner hinweg im Spiegel angeschaut. Selbst w\u00e4hrend der Fittings habe er sich zunehmend nur noch f\u00fcr sich interessiert. \u00bbSein Adlerauge ben\u00f6tigt nur einen Bruchteil einer Sekunde, um \u00fcber ein Modell zu entscheiden. Leider. Denn trotz seiner \u00fcberragenden Professionalit\u00e4t vermittelt der Couturier den Eindruck, als interessiere er sich neben seiner eigenen Erscheinung f\u00fcr nichts und niemanden.\u00ab Jedes Shooting habe er zum Anlass genommen, Portr\u00e4ts von sich selbst zu schie\u00dfen, und nach jedem Fototermin habe ein neues Selbstportr\u00e4t auf dem Schreibtisch seiner Kommunikationsverantwortlichen gethront, das sie an alle Journalisten weitergeben sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Als er gefragt wurde, ob er daran denke, vielleicht eine Stiftung zu gr\u00fcnden, antwortet er, davon habe er ja nichts, denn: <i>\u00bbAlles, was ich bin, beginnt und endet mit mir.\u00ab <\/i>Vermutlich h\u00e4tte man andere Menschen als r\u00fccksichtslose<i> <\/i>Egoisten gescholten, wenn sie bekundeten, was<i> <\/i>Lagerfeld wie selbstverst\u00e4ndlich formulierte:\u00a0<\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch m\u00f6chte ein angenehmes Leben haben. Ohne Probleme. Ich bin mein Anfang und mein Ende. Und was ich erreichen m\u00f6chte, bestimme ich selbst. Ich muss auf niemanden R\u00fccksicht nehmen, keine Verantwortung f\u00fcr niemanden \u00fcbernehmen.\u00ab <\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Vielleicht verziehen ihm die Menschen<i> <\/i>solche S\u00e4tze, weil sie insgeheim \u00e4hnlich dachten und f\u00fchlten, es aber nie gewagt h\u00e4tten, dies so offen auszusprechen?<i> <\/i>Vielleicht dachten manche auch, das k\u00f6nne<i> <\/i>er in Wahrheit gar nicht so gemeint haben und es handle<i> <\/i>sich nur um eines seiner bewusst provokanten Bonmots,<i> <\/i>die man nicht so ernst und schon gar nicht w\u00f6rtlich<i> <\/i>nehmen<i> <\/i>d\u00fcrfe.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Lagerfelds Lebenskonzept l\u00e4sst sich in zwei Maximen zusammenfassen: grenzenlose Freiheit und der unb\u00e4ndige Drang, sich stets weiterzuentwickeln. \u00bbDas Gl\u00fcck\u00ab, so meinte er, <i>\u00bbist eine Frage des Willens. Ich bin das Ergebnis von all dem, was ich mir vorgestellt, vorgemalt, ausgedacht habe. Was ich beschlossen habe zu sein.\u00ab<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Kraft der produktiven Unzufriedenheit<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Wie schaffte er es, dass die Menschen seiner trotz der Omnipr\u00e4senz nicht \u00fcberdr\u00fcssig wurden, wie es vielen anderen Prominenten geht? Eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist, dass er sich immer wieder neu erfand und so nicht langweilig wurde. Ihn trieb die Kraft der produktiven Unzufriedenheit, oder, um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch bin nie zufrieden, ich glaube immer, ich \u2026 k\u00f6nnte es noch besser machen. Eine bessere Show, eine bessere Kollektion, alles geht immer besser.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Eine andere Erkl\u00e4rung ist, dass es ihm gelang, trotz all der Interviews, die er bereitwillig gab, etwas Geheimnisvolles zu behalten. Die Sonnenbrille stand auch daf\u00fcr, dass niemand wirklich in ihn hineinschauen konnte. Der Mann, der \u00fcberall Spiegel aufstellte, um sich selbst darin zu betrachten, verbarg seine Augen, die der Volksmund ja auch den \u00bbSpiegel der Seele\u00ab nennt. Er lie\u00df sich weder auf eine bestimmte Rolle festlegen \u2013 jede Berufsbezeichnung ist unzutreffend \u2013 noch auf bestimmte Ansichten, die er im gleichen Moment relativierte, wenn er sie aussprach.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">Andere Menschen beginnen, je \u00e4lter sie werden, umso mehr von der Vergangenheit zu sprechen. Lagerfeld fand das deprimierend und meinte, dann k\u00f6nne man sich ja gleich umbringen, wenn man glaube, die besten Zeiten habe man hinter sich.\u00a0 <\/span><\/span><i><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00bbIch befasse mich nur mit der Zukunft. Das h\u00e4ngt mit meinem Beruf zusammen. Ich wei\u00df nicht, welche Kleider ich gestern gemacht habe, interessiert mich auch nicht.\u00ab<\/span><\/span><\/i><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\">Instrumente der Selbstvermarktung, die Lagerfeld nutzte:<\/span><\/h2>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Als Designer designte er auch sein eigenes Image, wozu die \u00e4u\u00dfere Erscheinung geh\u00f6rte: fingerlose Handschuhe, der gepuderte Zopf, der Stehkragen, die Sonnenbrille, zeitweise ein F\u00e4cher. Er meinte selbst, er habe sich zur Karikatur gemacht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Seine Bonmots und seine ungew\u00f6hnlichen Spr\u00fcche (\u00bbWer eine Jogginghose tr\u00e4gt, hat die Kontrolle \u00fcber sein Leben verloren\u00ab) haben einen hohen Wiedererkennungswert. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Er sch\u00e4mte sich nicht f\u00fcr seinen Narzissmus, sondern zelebrierte ihn regelrecht. Durch die Kombination mit (vielleicht nur scheinbarer) Selbstironie macht er grenzenlosen Egoismus und Selbstliebem akzeptabel.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">4.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die stakkatohafte Melodik seiner Sprechweise wurde zum unverwechselbaren Markenzeichen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">5.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Lagerfeld zelebrierte radikale Freiheit und Individualismus. Die Freiheit, niemandem gehorchen zu m\u00fcssen, verband er mit extremer Selbstdisziplin.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">6.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Er behielt immer etwas Geheimnisvolles \u2013 daf\u00fcr steht die Sonnenbrille, mit der er seine Augen verbarg.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Arial',sans-serif;font-size: 12pt\"><span style=\"color: #000000\">7.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Er verband ein extrem elit\u00e4res Auftreten, das an einen Adligen aus einem fr\u00fcheren Jahrhundert erinnert, mit einer gro\u00dfen Offenheit f\u00fcr die Massenkultur (so entwarf er g\u00fcnstige Produkte f\u00fcr H&amp;M).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-673624\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/Bloggerinnen2020_DRAFT_01-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Rainer Zitelmann: &#8222;Die Kunst, ber\u00fchmt zu werden \u2013 Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian.&#8220; Hier: Karl Lagerfeld. &nbsp; Karl Lagerfeld &#8211;\u00a0Die Marke \u00bbIch\u00ab &nbsp; Viele Menschen definieren sich durch ihren Beruf, Karl Lagerfeld nannte sich sogar &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/09\/15\/buchauszug-rainer-zitelmann-die-kunst-beruehmt-zu-werden-genies-der-selbstvermarktung-von-albert-einstein-bis-kim-kardashian\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[9456,1890,4931,607,4930],"class_list":["post-674626","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-die-kunst-beruehmt-zu-werden-genies-der-selbstvermarktung-von-albert-einstein-bis-kim-kardashian","tag-buchauszug","tag-finanzbuch-verlag","tag-karl-lagerfeld","tag-rainer-zitelmann"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674626","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=674626"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":674631,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674626\/revisions\/674631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=674626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=674626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=674626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}