{"id":673483,"date":"2020-04-07T17:49:16","date_gmt":"2020-04-07T15:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=673483"},"modified":"2020-04-07T18:39:13","modified_gmt":"2020-04-07T16:39:13","slug":"korn-ferry-ceo-gary-burnison-fuehrungskraefte-muessen-zuallererst-hoffnung-ausstrahlen-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/04\/07\/korn-ferry-ceo-gary-burnison-fuehrungskraefte-muessen-zuallererst-hoffnung-ausstrahlen-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Korn-Ferry-CEO Gary Burnison: F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen zuallererst Hoffnung ausstrahlen (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr viele Unternehmer, Manager und F\u00fchrungskr\u00e4fte sieht die Welt beim Kampf gegen Corona d\u00fcster aus: Rezession, Kurzarbeit, Umsatzeinbr\u00fcche, keine Planbarkeit. Jetzt m\u00fcssen sie Hoffnung verbreiten, r\u00e4t Gary Burnison, CEO der Personal- und Organisationsberatung Korn Ferry aus Los Angeles. Er gibt einen sehr pers\u00f6nlichen Einblick in seine eigene Gef\u00fchls- und Gedankenwelt in der Zeit der Coronapandemie. (\u00dcbernahme)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_673493\" style=\"width: 530px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/kornferry.Gary-Pic-for-Germany-High-Resolution.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-673493\" class=\"size-full wp-image-673493\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/kornferry.Gary-Pic-for-Germany-High-Resolution.jpg\" alt=\"\" width=\"520\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/kornferry.Gary-Pic-for-Germany-High-Resolution.jpg 520w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/04\/kornferry.Gary-Pic-for-Germany-High-Resolution-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-673493\" class=\"wp-caption-text\">Gary Burnison (Foto: Korn Ferry)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich vor einer Woche mit meinem Hund spazieren ging, fiel mir eine Kreidezeichnung auf dem Strassenpflaster auf. Da stand: \u201eAlles wird gut\u201c.\u00a0In dem Moment, als ich es las, f\u00fchlte ich mich in eine Situation versetzt, die viele Jahre zur\u00fcck liegt.\u00a0Mein Sohn Jack, damals f\u00fcnf Jahre alt, lag in einem sterilen, wei\u00dfen Zimmer eines Krankenhauses, um operiert zu werden. Die Nacht davor waren wir alle sehr ruhig. Aber als am n\u00e4chsten Morgen die Krankenschwester kam, um Jack eine Spritze zu geben, war alle Leichtigkeit dahin.\u00a0Mit weit offenen Augen fragte mich Jack: \u201ePapa, wird alles gut werden?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jeder, der Kinder hat, wird irgendwann mit dieser Frage konfrontiert. F\u00fcr mich war es das erste Mal. Und ich sagte: \u201eJa, alles wird gut.\u201c Heute, ob wir es uns nun selbst eingestehen wollen oder nicht, schwingt diese Frage in beinahe allen Gespr\u00e4chen mit. Hoffnung, die vielfach als Tarnung f\u00fcr Angst fungiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Bullenm\u00e4rkten wird von F\u00fchrungskr\u00e4ften vor allem Best\u00e4tigung erwartet. In B\u00e4renm\u00e4rkten dagegen ist es ihre Zuversicht, dass es so schlimm nicht wird. F\u00fchrungskr\u00e4fte verlassen sich oft vor allem auf ihre analytischen F\u00e4higkeiten\u00a0 &#8211; die linke H\u00e4lfte unseres Hirns -, um Strategien zu entwickeln. Um aber Hoffnung auszustrahlen, brauchen sie gerade jetzt mehr denn je ihre rechte H\u00e4lfte des Hirns, mit der sie Inspiration und Motivation erzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meine ganz pers\u00f6nlichen Gedanken hierzu:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Zuh\u00f6ren, um die eigene Intuition anzuregen.<\/strong> Krisen konnten noch nie vom Schreibtisch aus gel\u00f6st werden. Stattdessen ist \u201aManagement by Walking around\u2018 angesagt: Also der intensive Kontakt mit Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und wichtigen Stakeholdern. Was jetzt aber nicht klappt. \u201aWalking\u2018 funktioniert nicht, aber \u201aTalking\u2018. Ich telefoniere pro Tag mit 50 Menschen \u2013 und h\u00f6re dabei viel mehr zu, als dass ich selbst spreche. F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten trotz der sozialen Isolation nicht pl\u00f6tzlich \u201averschwinden\u2018, sondern nun besonders pr\u00e4sent sein. Nur so h\u00f6ren sie auch heraus, was Kunden und Mitarbeiter gerade wirklich denken und f\u00fchlen. Denn: Nur wenn sie ein akkurates Bild vom Heute haben, k\u00f6nnen sie auch ein Bild f\u00fcr das Morgen entwickeln \u2013 und antizipieren, wie die Welt in zw\u00f6lf, 18 oder 24 Monaten aussehen k\u00f6nnte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Vom Ende her denken.<\/strong> Wer ein Ende im Kopf hat, dem f\u00e4llt es viel leichter, Hoffnung zu sch\u00f6pfen. Ich meine nicht nur die medizinische L\u00f6sung. Sondern wie die Gesch\u00e4ftswelt und Gesch\u00e4ftsmodelle \u201aDanach\u2018 aussehen werden. Meine Kollegen in China berichten aktuell, wie sich ihr Leben langsam normalisiert. Ein Kollege aus unserem B\u00fcro in Schanghai schrieb mir gerade: \u201eMir geht es gut, mental und physisch. Das Land f\u00e4ngt an, sich langsam zu erholen. Und Ihr werdet das auch schaffen.\u201c Mir geht es nicht darum, die Ernsthaftigkeit des Jetzt damit in Frage zu stellen \u2013 aber aus dieser Perspektive heraus Hoffnung zu vermitteln. Ich habe F\u00fchrung immer als Reise begriffen: Menschen emotional, manchmal auch physisch, von einem Punkt zum anderen zu bringen. Hoffnung kann uns dabei helfen, diesen Punkt zu erreichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Nicht mental in Selbstisolation gehen.<\/strong> Es erscheint unbedingt n\u00f6tig, dass wir physische Selbstisolation aus\u00fcben. Aber wir sollten nicht mental einfrieren. Ich bin in Kansas aufgewachsen. Ich kann mich an hei\u00dfe Sommertage mit einem wolkenlosen blauen Himmel erinnern. Doch dann, ganz pl\u00f6tzlich, fielen die Temperaturen und seltsame Wolkenformationen bildeten sich am Himmel. Als ich das erste Mal die Tornadosirenen h\u00f6rte, rannte ich so schnell ich konnte in den Keller und hatte f\u00fcrchterliche Angst. Nachdem ich das einige Male erlebt hatte, wurde ich gelassen. Weil ich wusste, was zu tun ist. So ist es auch heute. Wir alle wissen, dass die Krise enden wird. Aber nicht abrupt, sondern eher wie abflachende Wellen. Alles wird sich danach \u00e4ndern: Lieferketten, Verkehr und Veranstaltungen, um nur einiges zu nennen. Aber wir sollten jetzt trotzdem nicht paralysiert sein. Das Leben ist und bleibt in Bewegung und jeder sollte jetzt das tun, was ihn in seiner Einsch\u00e4tzung des \u201aDanach\u2018 weiterbringen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die Enden miteinander verbinden.<\/strong> F\u00fchrung hei\u00dft seit jeher, die unterschiedlichen Enden miteinander zu verbinden. Das ist heute Aufgabe der Unternehmensf\u00fchrung \u2013 um auf dieser Basis ein Bild der Organisation zu entwerfen, wie sie nach der Krise aussehen wird und was jetzt zu tun ist, um diese Transformation anzugehen. Strategie muss jetzt in Echtzeit gemacht, Entscheidungen schnell angepasst und Konditionen ver\u00e4ndert werden, ohne das gro\u00dfe Ganze aus den Augen zu verlieren. Es kann sein, dass der auch der Unternehmenszweck neu ausgerichtet und mit einer neuen Strategie in Einklang gebracht werden muss. Ohne eine solche Justierung des Kompasses erscheinen heute gute Entscheidungen sp\u00e4ter vielleicht eher wie Zeitverschwendung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Hoffnung ist psychische Widerstandskraft.<\/strong> Der Schwarze Tod im Mittelalter, die Pest in London im 17. Jahrhundert, die Spanische Grippe 1918 bis 1920 waren nur einige medizinische Katastrophen. Unz\u00e4hlige Menschen verloren ihr Leben. Den Katastrophen der Geschichte musste die Menschen ohne moderne Wissenschaft und Technologien der heutigen Zeit begegnen. Trotzdem existierte die Menschheit stets weiter. Unsere Hoffnung kann darum nicht nur auf Wissenschaft und Technologie liegen, sondern auch auf der \u00fcber Jahrtausende erworbenen psychischen Widerstandskraft der Menschheit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u201eDie Mutigen haben keine Angst.\u201c<\/strong> An der Wand in meinem Home Office h\u00e4ngt dieser wunderbar eingerahmte Spruch \u2013 schwarze Pinselstriche auf wei\u00dfem Hintergrund, ein chinesisches Schriftzeichen. Ein Geschenk, das mir ein Kollege in China \u00fcberreichte. Dieses Zitat von Konfuzius (551 vor Christus) ist Teil einer l\u00e4ngeren Textpassage: \u201eDer Menschenfreund macht sich keine Sorgen, der Weise ist nicht verwirrt, der Mutige hat keine Angst.\u201c Es bezeichnet ein Ideal \u2013 und legt die Latte extrem hoch. F\u00fcr mich sind das nicht nur Worte von Trost, sondern viel mehr eine Ermutigung, mich zu erinnern, wer jeder von uns sein kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In schwierigen Zeiten ist es die Aufgabe der F\u00fchrungskr\u00e4fte zu sehen, was die anderen nicht sehen k\u00f6nnen. Durch ihre Worte und Handlungen zeichnen sie ein Bild, das andere sich bisher noch nicht vorstellen konnten.<\/p>\n<p>Wie die Pinselstriche auf einer Leinwand, oder die Kreidezeichnung eines Kindes auf der Stra\u00dfe. Diese Botschaften verbreiten Hoffnung und f\u00f6rdern Mut. Ja, alles wird gut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><i>Hier geht\u00b4s zum englischen Original-Text:\u00a0<\/i><\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/eur01.safelinks.protection.outlook.com\/?url=https%3A%2F%2Fwww.kornferry.com%2Finsights%2Farticles%2Fleadership-reassure-resilience-courage-coronavirus&amp;data=02%7C01%7CClaudia.Toedtmann%40wiwo.de%7Cf1cc23a7d2a14ec43c0b08d7da0cad1a%7C78a6b313ae8f4324ba3685e7b2bc6f1d%7C0%7C0%7C637217620301408112&amp;sdata=KCYIB2ltuJ7BTGYCNw6PTqA1BDDw%2Fu1xluOTqemlkGc%3D&amp;reserved=0\"><em>https:\/\/www.kornferry.com\/insights\/articles\/leadership-reassure-resilience-courage-coronavirus<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr viele Unternehmer, Manager und F\u00fchrungskr\u00e4fte sieht die Welt beim Kampf gegen Corona d\u00fcster aus: Rezession, Kurzarbeit, Umsatzeinbr\u00fcche, keine Planbarkeit. 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