{"id":673240,"date":"2020-03-14T18:00:06","date_gmt":"2020-03-14T17:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=673240"},"modified":"2020-03-14T18:00:06","modified_gmt":"2020-03-14T17:00:06","slug":"buchauszug-frank-behrendt-bertold-ulsamer-von-kindern-lernen-wie-uns-kindliche-perspektiven-gelassener-gluecklicher-und-erfolgreicher-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/03\/14\/buchauszug-frank-behrendt-bertold-ulsamer-von-kindern-lernen-wie-uns-kindliche-perspektiven-gelassener-gluecklicher-und-erfolgreicher-machen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Frank Behrendt\/Bertold Ulsamer: &#8222;Von Kindern lernen. Wie uns kindliche Perspektiven gelassener, gl\u00fccklicher und erfolgreicher machen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug Frank Behrendt \/ Bertold Ulsamer: &#8222;Von Kindern lernen. Wie uns kindliche Perspektiven gelassener, gl\u00fccklicher und erfolgreicher machen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_673263\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.AutorenDuo.Autorenfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-673263\" class=\"size-full wp-image-673263\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.AutorenDuo.Autorenfoto.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.AutorenDuo.Autorenfoto.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.AutorenDuo.Autorenfoto-300x167.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.AutorenDuo.Autorenfoto-500x278.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-673263\" class=\"wp-caption-text\">Bertold Ulsamer\u00a0 und Frank Behrendt (l.), Foto: Privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hinterfragen, oder: Wer nicht fragt, bleibt dumm<\/strong><\/p>\n<p>In der Arbeitswelt erledigen viele ihre Jobs mit voreingestelltem Navi. Statt zu (hinter-)fragen, wird erledigt. Kinder fragen ohne Ende \u2013 warum h\u00f6ren wir damit auf?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frank Behrendt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDer, die, das \u2013 wer, wie, was \u2013 wieso, weshalb, warum \u2013 wer nicht fragt, bleibt dumm.\u201c Mit dem legend\u00e4ren Song der Sesamstra\u00dfe haben alle meine drei Kinder ihre Fernseh-Konsum-Karriere gestartet. Und wenn Holly zu ihrem typischen \u201ePapa, ich hab da mal eine Frage&#8230;\u201c ansetzt, l\u00e4uft dieser Song automatisch als Endlos-Repeat in meinem Hinterkopf ab.<\/p>\n<p>Der britische Online-H\u00e4ndler \u201eLittlewoods\u201c gab im Jahr 2013 eine spannende Studie in Auftrag, bei der es um das Frageverhalten von Kindern ging. Herauskam, dass M\u00e4dchen im Alter von vier Jahren die Frageweltmeisterinnen sind. Stolze 390 Fragen stellen die Knirpse ihren Eltern durchschnittlich pro Tag. Alles wird in Frage gestellt und das ist gut so, denn nur so lernen die Kleinen die Welt verstehen und entdecken neue Perspektiven. Dummerweise verlernen wir mit fortlaufendem Alter die Fragerei. Der Grund? Am Ende hat es etwas mit unserem Bildungssystem zu tun: Belohnt wird, wer die richtige Antwort wei\u00df. Wer die besten Fragen stellt, bekommt dagegen kein Sternchen. Fragen sind schlie\u00dflich ein Privileg des Lehrk\u00f6rpers.<\/p>\n<p>An meiner Tochter Holly bewundere ich, dass es ihr herzlich egal ist, ob man fragen darf oder nicht. Sie fragt einfach alle und alles. Schon im Kindergarten fiel sie dadurch auf, dass sie Dinge infrage stellte. Wenn andere Kinder und ihre Eltern es als selbstverst\u00e4ndlich akzeptierten, dass es eine Delfin-, eine L\u00f6wen- und eine Igel-Gruppe gab, fragte Holly, wieso es denn keine Pferde- oder Elefanten-Gruppe gab, denn ein Igel wollte sie eigentlich nicht sein. Als wir vor der Einschulung das Angebot an Schulranzen begutachteten, fragte Holly die Verk\u00e4uferin im alteingesessenen Fachgesch\u00e4ft, wieso es kein Modell mit freundlichen Monstern gab. Die Dame machte ein Zitronengesicht und bemerkte: \u201eM\u00e4dchen m\u00f6gen am liebsten Pferde und Elfen\u201c. Holly \u00fcberzeugte das nicht und daher kauften wir einen eigentlich f\u00fcr Jungen gedachten Ranzen, auf dem jede Menge fr\u00f6hliche Dinosaurier ihr Unwesen trieben.<br \/>\nIn unserer Erwachsenenwelt neigen wir dazu, Dinge zu verkomplizieren \u2013 vermutlich um ihnen und uns eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu geben. Holly liebt es, mit mir ins B\u00fcro zu kommen. Bewaffnet mit Malblock und Stiften war sie k\u00fcrzlich wieder mit mir im K\u00f6lner Haus der Kommunikation der Agentur Serviceplan zu Gast.<\/p>\n<p>Nachdem sie ein Bild gemalt hatte, stiefelte sie durch die Gro\u00dfraumb\u00fcros und fragte einige Kolleginnen unserer Media-Agentur, die mit mir auf der gleichen Etage sitzen, was sie da eigentlich machen. \u201e\u00c4hm, ja, also wir, im Grunde schalten wir&#8230;\u201c Gar nicht so einfach, einem Kind Mediapl\u00e4ne und das Buchen von Kontingenten in wenigen Worten verst\u00e4ndlich zu machen. Nachdem Holly die ersten Erkl\u00e4rungsversuche mit einem \u201eVerstehe ich nicht\u201c quittierte, verlie\u00df eine Kollegin, die alle nur \u201eCharlie\u201c nennen, kurzerhand den Raum. Sie kehrte mit einem Stapel Pferdezeitschriften zur\u00fcck und schlug eine Seite mit einer Anzeige in der \u201eWendy\u201c auf: \u201eSchau mal, Holly, wir bringen diese Werbung f\u00fcr den tollen Playmobil-Reiterhof in die Pferdezeitung, damit die Mamis und Papis ganz viele Reiterh\u00f6fe f\u00fcr M\u00e4dchen wie dich kaufen. Und daf\u00fcr kriegen wir etwas Geld davon ab.\u201c Holly nickte, strahlte und fragte, ob sie die \u201eWendy\u201c haben k\u00f6nnte. Sie konnte&#8230;<\/p>\n<p>Warum wir alle mehr (hinter-)fragen sollten und wieder lernen m\u00fcssen, Kompliziertes in einer immer komplexer werdenden Welt einfach zu erkl\u00e4ren, davon handelt dieses Kapitel.<\/p>\n<p>Albert Einstein gilt als genialer Geist und hat zur Kunst des klugen Fragens einen, wie ich finde, genialen Satz gesagt: \u201eWenn ich eine Stunde Zeit h\u00e4tte, um ein Problem zu l\u00f6sen, und mein Leben hinge davon ab, eine L\u00f6sung zu finden, w\u00fcrde ich die ersten 55 Minuten damit verbringen, die richtige Frage zu suchen, denn mit der richtigen Frage kann ich das Problem in weniger als f\u00fcnf Minuten l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bertold Ulsamer<\/strong><\/p>\n<p>Wer nicht fragt, bleibt dumm! Kinder stellen noch, wie gerade erfahren, bis zu stolze 390 Fragen und mehr pro Tag. Alles wird infrage gestellt, zu allem wird eine Frage gestellt und das ist gut so, denn nur so lernen die Neuank\u00f6mmlinge die Welt zu verstehen. Wir Alten aber haben \u201edummerweise\u201c mit den fortlaufenden Jahren die Fragerei verlernt. Der Grund? Wann und warum haben Sie selbst aufgeh\u00f6rt ernsthaft zu fragen (au\u00dfer rhetorische Fragen nat\u00fcrlich, bei denen die Antwort schon vorgegeben ist)? K\u00f6nnen Sie sich noch erinnern? Warum fragen Sie wenig oder gar nicht? \u201eWann f\u00e4ngt das Meeting an?\u201c und \u201eWie soll das Wetter morgen werden?\u201c z\u00e4hle ich \u00fcbrigens nicht zu den relevanten Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keiner will dumm erscheinen<\/strong><\/p>\n<p>Um die Antwort zu finden, gen\u00fcgt eine einfache Vorstellung: Sie sitzen seit Stunden im Meeting, h\u00f6ren den weitschweifigen Ausf\u00fchrungen Ihres Chefs zu, die Sie im Grunde nicht wirklich verstehen, und dann heben Sie die Hand und fragen nach: \u201eDas habe ich jetzt nicht begriffen. Was genau meinen Sie?\u201c Peinlich, nicht wahr? Wenn dann in der Kaffeepause einige Kollegen miteinander tuscheln, k\u00f6nnen Sie sich schon vorstellen wor\u00fcber und \u00fcber wen. Wer eine solche Frage stellt, offenbart damit, dass er etwas nicht wei\u00df oder nicht verstanden hat. Krass ausgedr\u00fcckt, zeigt er damit, dass er \u201edumm\u201c ist. Und wer will schon im Unternehmen und \u00fcberhaupt als Erwachsener im Leben dumm erscheinen? Die Lehrer in der Schule machen es einem vor. Sie wissen auf alles die Antwort \u2013 oder tun wenigstens so. So viel wie die will ich auch wissen und k\u00f6nnen, nimmt sich dann ein Kind vor.(\u2026)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.Cover_.2020.buntBuch-Holly-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-673260\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.Cover_.2020.buntBuch-Holly-2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.Cover_.2020.buntBuch-Holly-2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.Cover_.2020.buntBuch-Holly-2-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/03\/Behrendt.Cover_.2020.buntBuch-Holly-2-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Frank Behrendt | Bertold Ulsamer &#8222;Von Kindern lernen Wie uns kindliche Perspektiven gelassener, gl\u00fccklicher und erfolgreicher machen&#8220; 2020, 230 Seiten, 17,99 Euro <a href=\"https:\/\/www.springer.com\/de\/book\/9783658279349?gclid=CjwKCAjwgbLzBRBsEiwAXVIygJnILWrb3VnYpByBJECBoejYcISwJUSYmiew-NvVIWUqXG0hFsACexoCDfsQAvD_BwE\">https:\/\/www.springer.com\/de\/book\/9783658279349?gclid=CjwKCAjwgbLzBRBsEiwAXVIygJnILWrb3VnYpByBJECBoejYcISwJUSYmiew-NvVIWUqXG0hFsACexoCDfsQAvD_BwE\u00a0<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr Kinder ist die Welt nicht nur ein endloser Abenteuerspielplatz, sondern erst einmal \u2013 auch \u2013 eine gro\u00dfe \u00dcberforderung. Denn sie kommen hilflos und unwissend auf dieser Welt an, v\u00f6llig abh\u00e4ngig von den Mitmenschen. Sie wissen, dass sie allein verloren w\u00e4ren. Deshalb schreien die kleinen Kinder im Kaufhaus auch so m\u00f6rderisch, wenn sie die Mama nicht mehr finden. Dazu braucht ein Kind keine gro\u00dfartigen intellektuellen \u00dcberlegungen anzustellen. Der Organismus ger\u00e4t einfach in Panik. Dieses am Anfang v\u00f6llig hilflose und unwissende Wesen meistert irgendwann den Stra\u00dfenverkehr, die Schule und das Handy. Eigentlich nur zum Staunen \u2013 irgendwie unvorstellbar, was dieser kleine Mensch in so kurzer Zeit aufgenommen und verinnerlicht hat. Und das ist nicht etwa der Weg eines genial Begabten, sondern wir alle haben ihn hinter uns gebracht.<\/p>\n<p>Kinder stellen alles infrage und so lernen die Kleinen die Welt verstehen und entdecken. Holly hat Gl\u00fcck. \u201ePapa, ich hab da mal eine Frage&#8230;\u201c und der Papa freut sich \u00fcber das wissbegierige T\u00f6chterlein. Sie wird zu ihren Fragen ermuntert, ja, sie kann stolz sein, dass sie so viel fragt.<\/p>\n<p>Wie die Umwelt auf Fragen reagiert, macht einen so gro\u00dfen Unterschied. Kinder h\u00f6ren auch S\u00e4tze wie \u201eFrag nicht so dumm!\u201c und sehen dabei das gestresste Gesicht von Mutter und Vater. Oder ein Kind bekommt neunmal geduldig seine Frage beantwortet. Aber beim zehnten Mal kommt eine Reaktion wie \u201eDu gehst mir gerade so auf den Geist. Kannst du nicht mal einen Moment still sein und aufh\u00f6ren zu fragen!\u201c Dieser Schock, diese eine negative Erfahrung, \u00fcberschreibt die neun positiven vorher. Die meisten von uns kennen solche Erlebnisse aus der Kindheit, auch wenn sie sich nicht mehr konkret daran erinnern. Aber sie sp\u00fcren es noch in ihren Zellen \u2013 daher die Vorsicht, \u201edumme\u201c Fragen zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie wir fr\u00fche Wunden kompensieren<\/strong><\/p>\n<p>Ich erinnere mich an eine peinliche Erfahrung meiner Kindheit: Kaffeekr\u00e4nzchen meiner Mutter mit ihren Nachbarinnen. Tratsch und Klatsch und als ein H\u00f6hepunkt folgte eine lustige Geschichte vom kleinen Bertold \u2013 was er da gesagt, gefragt oder getan hat. Schallendes Gel\u00e4chter. Und ich als kleiner Junge irgendwo am Rand v\u00f6llig besch\u00e4mt, weil ich den Grund des Lachens nicht verstand. Was war denn so witzig an mir gewesen? Ich sp\u00fcrte die brennende Peinlichkeit und kam mir einfach nur dumm vor.<\/p>\n<p>Aus solchen Gef\u00fchlen der Besch\u00e4mung erw\u00e4chst ein ganz gro\u00dfer Antrieb, nie mehr dumm erscheinen zu wollen. Dazu muss jemand ganz viel lernen und immer schlauer werden, am besten dann als Professor oder Wissenschaftler Karriere machen. Das ist dann der endg\u00fcltige Beweis: Jetzt sieht die Welt, dass er nicht dumm, sondern klug ist!<br \/>\nNegative Erfahrungen in der Kindheit werden so der versteckte Antrieb zu sp\u00e4teren H\u00f6chstleistungen. Wer ganz besonders schlau sein will, k\u00e4mpft gegen das gegenteilige Gef\u00fchl tief in seinem Inneren an.<\/p>\n<p>Die gleichen Mechanismen der Psyche wirken auch bei anderen Themen. Wem etwas \u00fcber alles geht, der bek\u00e4mpft damit meist eine entgegengesetzte Seite in sich, die sich ganz und gar wie das Gegenteil anf\u00fchlt. Wer von allen bewundert werden will, will eine Seite in sich nicht wahrhaben, die sich unscheinbar und ignoriert vorkommt. Wer verbissen nach Macht sucht, der versteckt die Seite in sich, die sich ohnm\u00e4chtig und hilflos f\u00fchlt. Wer unbedingt gemocht werden will, f\u00fchlt sich in der Tiefe nicht geliebt und zweifelt daran, liebenswert zu sein.<\/p>\n<p>Der Ursprung sind alte Erfahrungen und Erinnerungen, die sehr weit zur\u00fcckreichen. Jeder von uns kennt alle oder die meisten dieser Themen. Niemand will unscheinbar, ohnm\u00e4chtig oder ungeliebt sein. Aber oft hat jemand einen klaren Favoriten. Was ist Ihr Favorit? Sie erkennen Ihre Themen \u00fcbrigens auch an Ihren Urteilen \u00fcber andere Leute. Je st\u00e4rker Sie jemanden f\u00fcr bestimmte Eigenschaften verurteilen, desto mehr ist diese Qualit\u00e4t auch ein geheimes Thema bei Ihnen. Der andere ist dann die \u201eProjektionsfl\u00e4che\u201c, auf der Sie gut etwas \u00fcber sich selbst entdecken k\u00f6nnen. Donald Trump ist beispielsweise eine solche hervorragende Projektionswand. Nat\u00fcrlich hat er eine Menge von Eigenschaften, die auch ich nicht gut finde. Je mehr Sie aber \u00fcber ihn schimpfen oder sich \u00fcber ihn mokieren und sich besser vorkommen als er, desto mehr zeigen Sie, wie wenig Sie eigentlich von sich selbst und Ihren versteckten Tiefen wissen. Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, aber das muss in diesem Kontext erw\u00e4hnt werden.(\u2026)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frank Behrendt<\/strong><\/p>\n<p>Warum es richtig und wichtig ist, Fragen zu stellen, und wie sie einen weiterbringen:<\/p>\n<p>\u2022 Abl\u00e4ufe hinterfragen: Ich bin oft und gerne in den sozialen Netzwerken unterwegs. Seit die junge Schwedin Greta Thunberg die \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung in Gang gebracht hat, fragen die Sch\u00fclerrinnen und Sch\u00fcler in unserem Land mehr denn je. Ihre Fragen sind dabei elementarer Natur, denn es geht um nicht weniger als um ihre Zukunft. Diejenigen, die Antworten geben sollten, vor allem Politiker, haben aus Sicht der Fragenden zu wenige. Auf Facebook, Twitter und Co. hat Greta eine gro\u00dfe und vielschichtige Diskussion ausgel\u00f6st. Im Fokus steht dabei der Klimaschutz.(\u2026)<\/p>\n<p>\u00dcberlegen Sie doch mal, welche drei typischen Abl\u00e4ufe und Rituale in Ihrem ganz pers\u00f6nlichen Joballtag hinterfragt werden sollten. Und dann notieren Sie sich die Fragen. Und bei einem der n\u00e4chsten Teammeetings k\u00f6nnen Sie die Fragen mal zur Diskussion stellen. Die Antworten werden weiterhelfen. Entweder sie best\u00e4tigen, dass der Ist-Zustand von der Mehrheit als positiv erlebt wird, oder es beginnt ein Prozess der Ver\u00e4nderung. Beides ist gut. Erfahrungsgem\u00e4\u00df gibt es immer etwas zu optimieren oder zumindest nachzujustieren. Aber ohne eine Frage passiert nichts \u2013 und das ist in der Regel kein Fortschritt.<\/p>\n<p>Und: Ob der n\u00e4chste Business-Flug sein muss, d\u00fcrfen Sie sich auch gerne immer fragen. Wenn Sie die Frage mit \u201eJa\u201c beantworten, k\u00f6nnen Sie dar\u00fcber nachdenken, ob Sie die Reise klimaneutral machen und f\u00fcr den verursachten CO\u2082-Aussto\u00df einen Ausgleich schaffen wollen. Ich mache das seit geraumer Zeit so \u2013 auch f\u00fcr unsere Urlaubsreisen \u2013 und auch Holly hat Freude daran, mit mir den Rechner auf der Plattform www.myclimate.de zu nutzen und mitzuentscheiden, welches Projekt wir unterst\u00fctzen.(\u2026)<\/p>\n<p>\u2022 Azubis fragen lassen: Ein langj\u00e4hriger Personalberater erz\u00e4hlte mir einmal vom \u201e\u00e4ltesten Azubi der Welt\u201c. (\u2026)<\/p>\n<p>Er setzte einen Pension\u00e4r ein, der die Firma von fr\u00fcher kannte und der aufgrund seines fortgeschrittenen Alters \u201eunverd\u00e4chtig\u201c schien. Er wurde als \u201ePate der Auszubildenden\u201c eingesetzt und ging jede Woche in eine andere Einheit der Firma. Seine Kernaufgabe lautete: Fragen. Und so (hinter-)fragten der \u201eSeniorige\u201c und die jungen Azubis bei den Mitarbeitern alles M\u00f6gliche \u2013 ohne Scheu und die typische \u201eDas haben wir schon immer so gemacht\u201c-Attit\u00fcde. Das Ergebnis war beeindruckend. Weil der nette \u00e4ltere Ex-Kollege und die unbefangenen Youngster so nett daherkamen, berichteten die Mitarbeiter frank und frei von den Dingen, die nervten und optimiert werden k\u00f6nnten. Eine interne Arbeitsgruppe analysierte sie, erarbeitete Verbesserungsvorschl\u00e4ge und die wurden dann umgesetzt. Der Ex-Mitarbeiter bekam zum Dank eine Reise mit seiner Frau und die Azubis eine Party. Win-win f\u00fcr alle. Vielleicht machen Sie es einmal \u00e4hnlich in Ihrem Umfeld.<br \/>\n(\u2026)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Frank Behrendt \/ Bertold Ulsamer: &#8222;Von Kindern lernen. Wie uns kindliche Perspektiven gelassener, gl\u00fccklicher und erfolgreicher machen&#8220; &nbsp; &nbsp; Hinterfragen, oder: Wer nicht fragt, bleibt dumm In der Arbeitswelt erledigen viele ihre Jobs mit voreingestelltem Navi. Statt zu (hinter-)fragen, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/03\/14\/buchauszug-frank-behrendt-bertold-ulsamer-von-kindern-lernen-wie-uns-kindliche-perspektiven-gelassener-gluecklicher-und-erfolgreicher-machen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[9059,1890,9058,2776],"class_list":["post-673240","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-von-kindern-lernen-wie-uns-kindliche-perspektiven-gelassener-gluecklicher-und-erfolgreicher-machen","tag-buchauszug","tag-frank-behrendt-bertold-ulsamer","tag-springer-verlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673240","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=673240"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673240\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":673301,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/673240\/revisions\/673301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=673240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=673240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=673240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}