{"id":673008,"date":"2020-02-07T06:00:17","date_gmt":"2020-02-07T05:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=673008"},"modified":"2020-02-08T15:27:46","modified_gmt":"2020-02-08T14:27:46","slug":"die-meisten-sind-unausgebildete-fuehrungskraefte-belegt-eine-umfrage-sie-sind-obersachbearbeiter-die-fuehren-am-lebenden-menschen-ueben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/02\/07\/die-meisten-sind-unausgebildete-fuehrungskraefte-belegt-eine-umfrage-sie-sind-obersachbearbeiter-die-fuehren-am-lebenden-menschen-ueben\/","title":{"rendered":"F\u00fchrungskr\u00e4fte: Die meisten sind unausgebildet, belegt eine Umfrage. Sie sind Obersachbearbeiter, die F\u00fchren am lebenden Menschen \u00fcben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Chef-sein: Nie gelernt, aber danach bezahlt, einfach auf Leute losgelassen<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als jede dritte F\u00fchrungskraft hat das, was ihre vornehmste Aufgabe ist und wonach sie sogar benannt ist, nie gelernt: F\u00fchren (35 Prozent). Kein Training, kein Coaching und von guter Kinderstube als Basisvoraussetzung leider oft ganz zu schweigen. Im Klartext: Die Zeichen stehen auf Sturm.Die Gallup-Umfrage mit ihren regelm\u00e4\u00dfig verheerenden Noten f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur 15 Prozent durften ihre neue Rolle trainieren<\/strong><\/p>\n<p>Die entsprechende Umfrage unter 5000 Fach und F\u00fchrungskr\u00e4ften von der Online-Jobplattform StepStone offenbart Erstaunliches: Gerade einmal 15 Prozent der befragten Chefs wurden im Vorfeld von ihrem Unternehmen auf ihre neue Rolle vorbereitet.<\/p>\n<p>Und weiter: Mehr als jeder Dritte bekam eine F\u00fchrungskr\u00e4fte-Fortbildung erst kurz nach der Bef\u00f6rderung oder sogar erst nach einem Jahr.\u00a0Fast jeder Zehnte machte eine Weiterbildung zum Chef auf eigene Kosten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Obersachbearbeiter statt F\u00fchrungskraft<\/strong><\/p>\n<p>Dabei finden 80 Prozent der befragten Vorgesetzten laut StepStone-Umfrage so ein Training durchaus notwendig. Warum es trotzdem unterbleibt? Ulrich Goldschmidt vom DFK &#8211; Verband f\u00fcr Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte versucht eine Erkl\u00e4rung: Fachkompetenz stehe hierzulande an erster Stelle. &#8222;Oft genug wird ein Vorgesetzter dadurch aber nur zu einem besser bezahlten Obersachbearbeiter&#8220;, bringt es Goldschmidt auf den Punkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Denkfehler: Wer sein Fach beherrscht, hat auch F\u00fchrungskompetenz<\/strong><\/p>\n<p>Und weiter: &#8222;Aus der Fachkompetenz schlie\u00dfen Personaler wie Top-Manager dann automatisch auf F\u00fchrungskompetenz.&#8220; Dumm nur, dass es diesen Automatismus nicht gibt. Das bedeute aber, dass in den Unternehmen F\u00fchrung nicht ernst genommen werde, sondern nur als Anh\u00e4ngsel der fachlichen Expertise sei. Das sei jedoch ein Irrtum, denn das Handwerkszeug f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte lie\u00dfe sich durchaus vermitteln, so Goldschmidt.<\/p>\n<div id=\"attachment_665877\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665877\" class=\"size-thumbnail wp-image-665877\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/goldschmidt.neu_-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-665877\" class=\"wp-caption-text\">Ulrich Goldschmidt (Foto: C.T\u00f6dtmann)<\/p><\/div>\n<p>Doch statt dass sich so mancher Ehrgeizige eingesteht, dass er weder Talent noch Lust zum F\u00fchren von Menschen hat, \u00fcbernimmt er den Job und sorgt f\u00fcr frustrierte Mitarbeiter und K\u00fcndigungen. Oder eben innerlich Gek\u00fcndigte, siehe die j\u00e4hrliche Gallup-Umfrage.<\/p>\n<p>Zumal die Unternehmen davon nicht profitieren: &#8222;Wie F\u00fchrungskr\u00e4fte ein Team oder einen Bereich leiten, hat massiven Einfluss auf die Zufriedenheit und damit auf die Leistung der Mitarbeiter\u201c, sagt Anastasia Hermann von StepStone.<\/p>\n<p>Ihre Erwartung: \u201eUnternehmen sind nur dann erfolgreich, wenn sie ihre Mitarbeiter halten und entwickeln.&#8220; Das ist eben die Aufgabe der\u00a0 F\u00fchrungskr\u00e4fte &#8211; und daf\u00fcr m\u00fcssen sie geschult werden. Denn Naturtalente als Vorgesetzte sind die Ausnahme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn am Ende auch die Bef\u00f6rderten am liebsten zur\u00fcck wollen<\/strong><\/p>\n<p>Das dicke Ende: Fast jeder dritte (27 Prozent) w\u00fcrde den Schritt zur F\u00fchrungskraft am liebsten r\u00fcckg\u00e4ngig machen.16 Prozent aller Vorgesetzten geben zu, dass sie ihre neue Rolle als Chef nicht m\u00f6gen. Jeder vierte hat nach seiner Bef\u00f6rderung Albtr\u00e4ume, 15 Prozent brauchten psychologische Hilfe.<\/p>\n<p>Warum sie nicht zur\u00fcck ins Glied treten? Des lieben Geldes wegen und aus Sorge vor\u00a0 Gesichtsverlust laut StepStone.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gute Mitarbeiter verlassen schlechte Vorgesetzte\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dumm nur, dass diese Usance &#8211; Chefs am lebenden Menschen F\u00fchrung \u00fcben zu lassen &#8211; Unternehmen ebenso wie den Mitarbeitern durchaus handfeste Sch\u00e4den zuf\u00fcgt. &#8222;Denn so verliert man hochqualifizierte Mitarbeiter ganz schnell&#8220;, wei\u00df Goldschmidt. Wenn ein Unternehmen zeigt, dass es bei der Besetzung von F\u00fchrungspositionen in erster Linie auf die Fachkompetenz und nicht auf die F\u00fchrungskompetenz ankommt, zeigt es damit: Es nimmt F\u00fchrung nicht ernst, so der Manager-Experte. Wer aber F\u00fchrung nicht ernst nehme, nimmt auch die Mitarbeiter nicht ernst. Keine gute Basis, insbesondere wenn der Arbeitsmarkt Alternativen bietet, so der Essener.<\/p>\n<p>Zur StepStone-Studie: <a href=\"https:\/\/www.stepstone.de\/wissen\/erfolgreich-fuehren\/\">https:\/\/www.stepstone.de\/wissen\/erfolgreich-fuehren\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_672760\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672760\" class=\"size-thumbnail wp-image-672760\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/BloggerRelevanzIndex2019.news-aktuell-Infografik-Relevanteste-Blogs-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-672760\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019<\/p><\/div>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-672912\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/Top20-Blogneu-002-1-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chef-sein: Nie gelernt, aber danach bezahlt, einfach auf Leute losgelassen Mehr als jede dritte F\u00fchrungskraft hat das, was ihre vornehmste Aufgabe ist und wonach sie sogar benannt ist, nie gelernt: F\u00fchren (35 Prozent). 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