{"id":672706,"date":"2020-01-08T06:00:53","date_gmt":"2020-01-08T05:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=672706"},"modified":"2020-01-11T12:46:01","modified_gmt":"2020-01-11T11:46:01","slug":"aufgeschnappt-12-was-man-mittags-in-der-city-so-hoert-wenn-familienunternehmer-keineswegs-loyal-sind-zu-ihren-weiblichen-fuehrungskraeften-und-sie-zum-teufel-jagen-wenn-sie-mutter-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/01\/08\/aufgeschnappt-12-was-man-mittags-in-der-city-so-hoert-wenn-familienunternehmer-keineswegs-loyal-sind-zu-ihren-weiblichen-fuehrungskraeften-und-sie-zum-teufel-jagen-wenn-sie-mutter-werden\/","title":{"rendered":"Aufgeschnappt (12) \u2013 Was man mittags in der City so h\u00f6rt: Wenn Familienunternehmer illoyal werden zu ihren weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften und sie zum Teufel jagen, weil sie Mutter werden"},"content":{"rendered":"<h1 class=\"entry-title\"><span style=\"font-weight: 300;color: #333333\">Stellen Sie sich vor, sie wollen nach sieben Jahren im Unternehmen mit Ihren Kollegen Ausstand feiern. Mit Kuchen, in ihrem B\u00fcro. Und keiner kommt. Weil sich niemand traut. Der jungen Vize-Marketingchefin eines Familienunternehmens erging es genau so, erz\u00e4hlt mir ein Top-Anwalt von einem Nachwuchstalent. Nachdem sie schwanger wurd, ein Baby zur Welt brachte, ein Jahr zuhause blieb und dann in Teilzeit &#8211; mit einer halben Stelle &#8211; wieder zur\u00fcck ins Unternehmen kam.<\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Das wird hier nichts mehr f\u00fcr Sie&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Was war passiert: Als die junge Frau &#8211; nennen wir sie Anna &#8211; ein Jahr nach der Geburt ihres Kindes bei ihrem Arbeitgeber, einem Traditionsunternehmen, wieder antrat, sagte ihr der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer unverbl\u00fcmt ins Gesicht: &#8222;Mit Kind und in Teilzeit? Das wird hier nichts mehr f\u00fcr Sie.&#8220; Soweit so erniedrigend, zumal im 21. Jahrhundert. Und obwohl man ihr zuvor immer ihre Karriereperspektiven klar aufgezeigt hatte. Sie sollte eigentlich der n\u00e4chste Marketingchef werden.<\/p>\n<p>Das folgende Jahr hielt sie durch &#8211; und aus. Ihr neues B\u00fcro lag pl\u00f6tzlich eine ganze Ecke entfernt von ihrem Team. Die Kollegen zogen sich zur\u00fcck. Kaum dass Chefs in der N\u00e4he waren, redete niemand mehr mit ihr. Dann gr\u00fc\u00dften sie sie nicht mal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was besonders Frauen zusetzt: Der Vorwurf, sie liefern schlechte Arbeit ab<\/strong><\/p>\n<p>Die Aufgaben, die sie erledigen musste, lagen unter ihrem Niveau. Von der fr\u00fcheren Wertsch\u00e4tzung ihrer Vorgesetzten war nichts mehr \u00fcbrig geblieben: Kein Arbeitsergebnis gen\u00fcgte dem Management mehr. Sie liefere kein Qualit\u00e4t ab, warf man ihr immer wieder vor &#8211; das ganze Jahr lang. Das ewige Runterputzen machte sie so m\u00fcrbe, dass sie den Aufhebungsvertrag unterschrieb, als ihn der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pr\u00e4sentierte. Dass die Summe eigentlich zu niedrig war, wusste sie, aber sie wollte inzwischen nur noch weg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn keiner sich traut, Ausstands-Kuchen zu essen<\/strong><\/p>\n<p>Wichtig war ihr aber noch eins: Mit erhobenem Kopf die Szenerie verlassen und einen\u00a0 Ausstand f\u00fcr die Kollegen geben. Dumm nur, dass der Chef im Hause war. Niemand von den Kollegen kam, um mit ihr Kuchen zu essen. als sie dann selbst von Schreibtisch zu Schreibtischgind und &#8222;Tsch\u00fcss&#8220; sagte, erntete sie nur ein verlegenes &#8222;Alles Gute noch&#8220;. Das gab ihr den Rest, nach sieben Jahren: In ihrem Auto auf dem Firmenparkplatz brach sie zusammen unter Weinkr\u00e4mpfen, drei Stunden lang. Erst dann war sie f\u00e4hig, nach Hause zu fahren &#8211; um bestimmt nie wieder zu kommen. Zu dem Familienunternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellen Sie sich vor, sie wollen nach sieben Jahren im Unternehmen mit Ihren Kollegen Ausstand feiern. 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