{"id":672677,"date":"2020-01-08T17:00:38","date_gmt":"2020-01-08T16:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=672677"},"modified":"2020-01-09T15:22:55","modified_gmt":"2020-01-09T14:22:55","slug":"buchauszug-christiane-richter-elena-gatti-digitales-china-basiswissen-und-inspirationen-fuer-ihren-geschaeftserfolg-im-reich-der-mitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/01\/08\/buchauszug-christiane-richter-elena-gatti-digitales-china-basiswissen-und-inspirationen-fuer-ihren-geschaeftserfolg-im-reich-der-mitte\/","title":{"rendered":"Buchauszug Christina Richter \/ Elena Gatti: &#8222;Digitales China: Basiswissen und Inspirationen f\u00fcr Ihren Gesch\u00e4ftserfolg im Reich der Mitte&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug: Christina Richter\/Elena Gatti: &#8222;Digitales China: Basiswissen und Inspirationen f\u00fcr Ihren Gesch\u00e4ftserfolg im Reich der Mitte&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_672697\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672697\" class=\"size-full wp-image-672697\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.chinabuch.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.chinabuch.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.chinabuch-300x162.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.chinabuch-500x271.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-672697\" class=\"wp-caption-text\">Christina Richter (l.) und Elena Gatti (Foto: PR\/ Springer-Gabler)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>China \u2013 Die einzige Mobile-First-Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Zusammenfassung \u201eMobile First\u201c hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren als regelrechtes Buzzword etabliert und mobiles Ein kaufen wird als Zukunft des E-Commerce gehandelt. Die Gr\u00fcnde liegen auf der Hand: Das Handy kann \u00fcberallmitgenommen werden und wenn wir ganz ehrlich sind, haben wir unser Smartphone tats\u00e4chlich immer griffbereit. In China ist das Mobiltelefon kaum noch wegzudenken. Der Alltag der Chinesen wird mittlerweile so stark von mobilen Anwendungen gesteuert, dass man sich kaum noch vorstellen kann, dass es mal eine Zeit vor dem Handy gab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit einkaufen \u00fcber das Mobiltelefon oder Tablet etabliert wurde, sind Konsumenten nicht mehr orts- und zeitgebunden, denn sie m\u00fcssen nicht mehr zwingend am PC sitzen, sondern k\u00f6nnen heute flexibel und bequem auf dem Sofa, in der Bahn oder sogar im Urlaub am Strand einkaufen. Die sogenannte Shopping Experience, also der gesamte Einkaufsprozess und das Einkaufserlebnis, wird so bequemer f\u00fcr den Kunden und er ist geneigt, mehr online einzukaufen. Trotz der st\u00e4ndigen Weiterentwicklung in Richtung Mobile Commerce gibt es bislang weltweit nur ein Land, das sich wirklich \u201emobil\u201c nennen darf: China.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Laut Angaben von Euromonitor International wurden in China bereits im Jahr 2015 erstmals mehr K\u00e4ufe mit mobilen Ger\u00e4ten als mit station\u00e4ren Computern get\u00e4tigt, in 2016 waren es bereits rund 66 % Und ein Ende der mobilen Nutzung ist nicht in Sicht, denn es sind noch lange nicht alle Chinesen mit dem Internet verbunden oder nutzen Smartphones. Aber wie hat China sich zum Vorreiter der mobilen Internetnutzung entwickelt? Warum sind QR-Codes so eng verwoben mit der Entwicklung hin zu einer mobilen Gesellschaft? In Deutschland waren QR-Codes auch mal ein Trend, der sich allerdings nie so richtig durchgesetzt hat. Waren QR-Codes in Deutschland ihrer Zeit einfach zu weit voraus?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Chinese und sein Smartphone<\/strong><\/p>\n<p>Moderne Chinesen lieben ihr Mobiltelefon. Verst\u00e4ndlich, denn es gibt (fast) nichts, was sie mit dem Handy, in der Regel ein Smartphone, nicht erledigen k\u00f6nnen \u2013 telefonieren spielt dabei tats\u00e4chlich eine untergeordnete Rolle. Sie chatten, teilen Fotos und verst\u00e4rkt auch Videos, sprich Momente aus ihrem Alltag, mit Freunden und Familie, sie bestellen sich ihr Essen nach Hause, kaufen Lebensmittel, Kleidung oder Arzneimittel und sie bezahlen mit dem Handy. Und das sogar auf dem Wochenmarkt. Der sogenannte Mobile Commerce (M-Commerce) ist in China Alltag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Erfolg von M-Commerce in China liegt vor allem an der Kombination aus sehr fortschrittlichen digitalen Technologien und kulturellen Trends in der Gesellschaft. WeChat, die beliebteste App Chinas, hat bereits rund 1 Mrd. aktive Nutzer \u2013 das sind mehr Menschen wie in ganz Europa leben. Und f\u00fcr die Chinesen bedeutet WeChat das halbe Leben, denn die App erleichtert ihnen genau die oben beschriebenen Alltagsdinge: Sie kaufen \u00fcber WeChat ein, sie bezahlen mit WeChat, sie unterhalten sich mit Freunden, telefonieren etc. (Cormack 2015).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwar wird der chinesische E-Commerce-Markt noch durch den Marktgiganten Alibaba dominiert. Aber andere H\u00e4ndler \u2013 sowohl ein- heimische als auch internationale \u2013 k\u00e4mpfen immer erfolgreicher um Marktanteile. Sie erschlie\u00dfen neue Kan\u00e4le undmobile Produkte, die flexibel und agil sind. Einer der wichtigsten Wettbewerber im Kampf und chinesische Kunden istMarktplatzanbieter JD.Com. Der E-Commerce Gigant arbeitet bereits seit 2014 gemeinsam mit Tencent und aus dieser Allianzentstehen regelm\u00e4\u00dfig neue Innovationen. Das neueste Angebot verbindet die mehr als 1 Mrd. starke WeChat-Nutzergruppe mit der Kaufplattform von JD.com \u2013 Social Shopping ist in China sehr beliebt und die beiden Internetgiganten verb\u00fcnden sichstrategisch sehr smart, um es Kunden so einfach wie m\u00f6glich zu machen, Geld auszugeben. Die Bem\u00fchungen beider Unternehmen beschr\u00e4nkten sich in der Vergangenheit allerdings rein auf den chinesischen Markt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das mag sich allerdings schnell \u00e4ndern, denn im Juni 2018 gaben Google und JD.com bekannt, dass sie eine Partnerschaft im Wert von 550 Mio. US$ geschlossen haben. F\u00fcr Google sind die Absichten klar, das Unternehmen aus den USA m\u00f6chte gern im chinesischen Markt Fu\u00df fassen und sucht dazu die Unterst\u00fctzung des lokalen Tech-Unternehmens. JD.Com hat mit dieser Partnerschaft sein klares Bestreben signalisiert, ins Ausland expandieren zu wollen. Kurz nach dieser Meldung verk\u00fcndeteJD.Com zudem, auch in Deutschland eine Pr\u00e4senz zu etablieren. Interessant wird hier sein, wie die Expansion JD. Coms nach Deutschland aussehen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Aufstieg von Mobile<\/strong><\/p>\n<p>E-Commerce ist noch relativ jung in China. Das bedeutet auch, dass es keinen wirklich traditionellen E-Commerce via PC gibt, sowie wir es aus Deutschland kennen, den China war zu der Zeit, als sich bei uns Online-Shopping entwickelte und es noch keine mobilen Ger\u00e4te gab, schlichtweg noch nicht online. Der sp\u00e4te Einstieg in den E-Commerce f\u00fchrte sie daher direkt auf mobile Ger\u00e4te. Zudem ist die Bev\u00f6lkerung in China durchschnittlich j\u00fcnger und offener f\u00fcr neueste Technologien. Statistische Erhebungen zeigen, dass die H\u00e4lfte der chinesischen mobilen K\u00e4ufer zwischen 24 und 30 Jahre alt ist. Vor allem in l\u00e4ndlichen Gebieten, in denen der station\u00e4re Einzelhandel sehr unterentwickelt ist, ist Online-Shopping die einzige M\u00f6glichkeit, besonders beim Kauf nicht chinesischer Produkte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur etwa derselben Zeit, in der chinesische Verbraucher erstmals online gingen, war die bestehende Einzelhandelsindustrie eher schwach und ineffizient. Somit lie\u00df der station\u00e4re Handel gen\u00fcgend Raum f\u00fcr den digitalen Wettbewerb. Pl\u00f6tzlich gab es einen regelrechten Boom der Online-Marktpl\u00e4tze. An der Spitze dieser Entwicklung etablierte sich Alibaba mit seinem gleichnamigen Marktplatz zum Marktf\u00fchrer. In 2016 wurden rund 44 % aller Online-K\u00e4ufe \u00fcber den Platzhirschen get\u00e4tigt. \u00dcber Alibaba hat sich hier zeitgleich eine L\u00f6sung f\u00fcr die Bezahlung entwickelt: Da es in China kaum Kreditkarten oder EC-Karten gibt \u2013 diese haben sich im Reich der Mitte nie richtig durchsetzen k\u00f6nnen \u2013 entwickelte Alibaba mit seiner Tochterfirma Alipay eine digitale Zahlungsl\u00f6sung, die den Kunden eine sichere Online-Bezahlung erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Technik macht\u2019s m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Und noch ein weiterer Faktor beg\u00fcnstigt den schnellen Aufstieg des M-Commerce: Smartphones werden immer billiger. Mittlerweile sind mehr als 90 % aller Telefonk\u00e4ufe Smartphones. China ist damit der weltweit gr\u00f6\u00dfte Smartphonemarkt. Was lieben die chinesischen Verbraucher an mobilem Shopping so? Es ist komfortabel! Mit ihrem Smartphone k\u00f6nnen sie jederzeit und \u00fcberall einkaufen. Besonders auf dem Weg von und zur Arbeit wird gern eingekauft \u2013 ein sehr beliebter und praktischer Zeitvertreib f\u00fcr Pendler. Zudem bieten viele Gesch\u00e4fte, darunter beispielsweise Superm\u00e4rkte, schnelle Lieferzeiten, sodass Pendler auf dem Weg nach Hause einkaufen k\u00f6nnen und die Bestellung mit ihnen gemeinsam an der Haust\u00fcr ankommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere wichtige Faktoren sind staatliche Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur und die breite Verf\u00fcgbarkeit von 4G. Die Zahl der mobilen Internetnutzer hat sich in den letzten f\u00fcnf Jahren vervierfacht. Infolgedessen wurde das Smartphone f\u00fcr die chinesischen Verbraucher zum Hauptger\u00e4t, um auf das Internet zuzugreifen, und das wirkte sich automatisch darauf aus, wie die Verbraucher kommunizieren und konsumieren. Laut einer aktuellen Studie der Beratungsfirma Deloitte ist China auch Vorreiter in der 5G-Implementierung. China hat bereits jetzt mehr als 350.000 neue Mobilfunkmasten, die 5G-Kommunikation unterst\u00fctzen, installiert (und damit zehn Mal mehr als die USA). Laut Angaben Deloittes w\u00fcrden L\u00e4nder, die 5G am schnellsten implementieren, \u201e\u00fcberproportionale Gewinne\u201c erleben. Denn mithilfe von 5G werden neue Technologien, z. B. autonomes Fahren, schneller umgesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und genau diese Faktoren, Timing und Technologie, bilden den gr\u00f6\u00dften Unterschied zu Deutschland: Hierzulande etablierte sich E-Commerce bereits ein paar Jahre fr\u00fcher und am station\u00e4ren PC. Mobile Ger\u00e4te kamen erst sp\u00e4ter ins Spiel und es fand bzw. findet ein gradueller \u00dcbergang zwischen PC und Handy statt. W\u00e4hrend deutsche Verbraucher Schritt f\u00fcr Schritt die Transformation von station\u00e4r \u00fcber multichannel zu mobile durchleben, haben viele chinesische Verbraucher die Stufe \u201emultichannel\u201c einfach \u00fcbersprungen und sind direkt von offline zu mobilen Anwendungen gewechselt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-672680\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.richter.christiane-1.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.richter.christiane-1.jpg 353w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2020\/01\/cover.richter.christiane-1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/p>\n<p><strong>Christina Richter, Elena\u00a0Gatti: &#8222;Digitales China. Basiswissen und Inspirationen f\u00fcr Ihren Gesch\u00e4ftserfolg im Reich der Mitte&#8220;. Springer Gabler Verlag, 149 Seiten, 28,99 Euro;\u00a0<\/strong><a href=\"https:\/\/www.springerprofessional.de\/digitales-china\/16528416\"><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Calibri',sans-serif;font-size: 10.5pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00a0<\/span><\/span><span style=\"margin: 0px;font-family: 'Calibri',sans-serif;font-size: 10.5pt\">https:\/\/www.springerprofessional.de\/digitales-china\/16528416<\/span><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der eigentliche Star der mobilen Revolution: Der QR-Code<\/strong><\/p>\n<p>Die digitale und vor allem mobile Revolution in China dreht sich im Grunde rund um den QR-Code. QR ist die englische Abk\u00fcrzung f\u00fcr Quick Response. Beim QR-Code handelt es sich um einen zwei- dimensionalen Code, der 1994 von der japanischen Firma Denso Wave entwickelt wurde; aufgrund einer automatischen Fehlerkorrektur sehr robust. Der Code kann beispielsweise auf Papier gedruckt werden (auf Flyern oder Brosch\u00fcren oder auch Visitenkarten) und kann dann mit dem Smartphone gescannt werden \u2013 \u00e4hnlich wie man an deutschen Kassen den Barcode auf Produkten scannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Deutschland hatten QR-Codes einen kurzzeitigen Auftritt in der Werbeindustrie. Wenn wir zur\u00fcckdenken an die 2000er-Jahre, so erinnern wir uns an den kurzfristigen Hype, den QR-Codes damals ausgel\u00f6st hatten. Gern wurden sie f\u00fcr Gewinnspielegenutzt: \u201eScannen Sie den Code und gewinnen Sie eine Reise!\u201c Das Problem: Zu dieser Zeit waren Smartphones noch nicht \u00fcberall verbreitet und es hatte auch nicht jeder Smartphonenutzer eine Scan-App auf dem Telefon installiert. Wir erinnern uns auch an diese Momente, an denen wir vor einem Plakat standen und den QR-Code angeguckt haben mit dem Gedanken: \u201eTolle Aktion, aber ich kann den Code nicht scannen. Naja, egal.\u201c So setzte sich dieser Hype \u2013 bis heute \u2013 nie richtig durch. Es gibt mittlerweile zwar eine Art \u201eRevival\u201c des QR-Codes, aber ob sich dieser Trend so manifestieren wird wie in China, ist zweifelhaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie funktioniert QR?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend QR-Codes in Deutschland nur vereinzelt genutzt werden und sich nie komplett im Alltag etabliert haben, sind QRs aus dem Alltag in China nicht wegzudenken. Vor allem nicht aus dem Einzelhandel und E-Commerce. Die Codes werden von Luxusanbietern gleicherma\u00dfen genutzt wie von Stra\u00dfenh\u00e4ndlern. Interessanterweise ist es Einzelh\u00e4ndlern in China gelungen, Online- und Offline-Kan\u00e4le erfolgreich miteinander zu verkn\u00fcpfen \u2013 und zwar mithilfe der Einbindung von QR-Codes. Wie funktioniert das? Zum Beispiel folgenderma\u00dfen: Ein Kunde scannt offline einen QR-Code, z. B. auf Werbeflyern, Produktetiketten, Produktverpackungen, Aufstellern in Schaufenstern oder auch Quittungen und die Informationen des Anbieters \u2013 in der Regel ein Online-Shop \u2013 werden auf seinem Handy gespeichert. Ist die Information des Shops erst einmal digital auf seinem Handy gespeichert, kann er weiterhin in diesem Shop einkaufen und seine Erfahrungen oder Produkte, die er gekauft hat, \u00fcber Social Media teilen und empfehlen. Er kann die Eink\u00e4ufe \u00fcber einen QR-Code auch bezahlen. QR-Codes bieten eine einfache und effektive Art f\u00fcr Gesch\u00e4fte und Unternehmen, offline Traffic auf ihren WeChat-Shop und damit online zu lenken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Konsumenten bezahlen allerdings nicht nur aus Bequemlichkeit via QR-Codes, sondern auch aus Kostengr\u00fcnden. Wenn man mit dem QR-Code bezahlt, bekommt man einen g\u00fcnstigeren Preis, z. B. bei \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln wie Bussen kostet ein Fahrschein eigentlich 2 chinesische Yuan, wer aber per QR-Code bezahlt, dem wird nur 1 chinesischer Yuan in Rechnung gestellt. Und manchmal bekommen Kunden, die in einem Gesch\u00e4ft per QR-Code bezahlen, ein sogenanntes Hongbao, also ein Geldgeschenk. In der Regel ist es kein nennenswerter Betrag, aber die Geste freut die Kunden so sehr, dass sie gern via QR bezahlen. Wer sagt schon nein zu (Geld-)Geschenken?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WeChat regiert den chinesischen Alltag<\/strong><\/p>\n<p>Die technologische Entwicklung auf der einen Seite und die steigende Nutzung seitens der Verbraucher auf der anderen Seite haben eine solide Basis f\u00fcr Chinas mobilen Erfolg geschaffen. Der eigentliche Erfolgsfaktor f\u00fcr die schnelle Akzeptanz ist allerdings vor allem darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, wie Social Media sich in das Alltagsleben der Chinesen eingef\u00fcgt hat. Eines der besten Beispiele f\u00fcr ein mobiles Betriebssystem der n\u00e4chsten Generation ist eine App namens WeChat. Im Jahr 2011 von der chinesischen Investmentgesellschaft Tencent gestartet, hat sich WeChat schnell zu einem umfassenden Browser f\u00fcr mobile Websites entwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute ist es ein verwobenes \u00d6kosystem von rund 1 Mrd. Nutzern; es ber\u00fchrt nahezu jeden Bereich des digitalen Lebens der Verbraucher \u2013 von Kommunikation \u00fcber Unterhaltung, Gesundheit bis hin zum Han- del. Die Zahlen sind \u00fcberw\u00e4ltigend:<\/p>\n<p>\u2022 94 % der Nutzer melden sich t\u00e4glich bei WeChat an,<br \/>\n\u2022 60 % nutzen WeChat mehr als 10 Mal am Tag und<br \/>\n\u2022 36 % sind sogar mehr als 30 Mal angemeldet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>WeChat ist mittlerweile eines der wichtigen Multichannelportale f\u00fcr Unternehmen und es wird sowohl von in- als auch ausl\u00e4ndischen Unternehmen genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei einer so einflussreichen Plattform ist der beste Ansatz f\u00fcr Unter- nehmen, sich an diese anzupassen und ma\u00dfgeschneiderte Marketing- und Social-Media-Kampagnen zu implementieren. W\u00e4hrend Social-Media-Kan\u00e4le in Deutschland den Nutzern in der Regel nur das Liken, Kommentieren oder Teilen von Posts erlauben, bietet WeChat viel interaktivere M\u00f6glichkeiten. Interaktion ist in China alles. So bieten viele Unternehmen ihren Kunden Spiele an, bei denen Sie Coupons gewinnen k\u00f6nnen. Wenn sie dann ihre Freunde zum Spiel einladen, erhalten sie weitere Gewinne. Der Austausch innerhalb der Communities ist unfassbar gro\u00df \u2013 wer das Potenzial dieser Communities fr\u00fch f\u00fcr sich nutzt, kann sich langfristig in China etablieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bezahlen? Direkt \u00fcber WeChat<\/strong><\/p>\n<p>Wirklich revolutioniert hat den mobilen Handel allerdings die Zahlungsfunktion auf WeChat. Kunden erstellen eine \u201eBrieftasche\u201cdurch die Verkn\u00fcpfung mit einer Bank oder Kreditkarte und k\u00f6nnen dann mit allen offiziellen WeChat-Anwendungen mobil einkaufen. Dieses Bezahlsystem wurde von der Chinesischen Volksbank beg\u00fcnstigt und hat seit Juni 2010 \u00fcber 200 Lizenzen an Nicht-Finanzinstitute ausgestellt, um sogenannte Drittanbieterzahlungsdienste zu erm\u00f6glichen. Gleichzeitig hat die Chinesische Volksbank einen nationalen Mobilfunkzahlungsstandard etabliert, was zu einem explosionsartigen Wachstum in der chinesischen Mobile-Payment-Branche gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 2016 kauften Chinese Waren im Wert von rund 450,3 Mrd. US$ \u00fcber ihr Handy ein \u2013 das waren mehr als 60 % aller K\u00e4ufe. Laut aktueller Prognosen wird mobile Zahlung im Jahr 2018 bereits drei Viertel aller Online-Einzelhandelstransaktionen ausmachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>QR-Codes sind in China mittlerweile so weit verbreitet, dass man im Tempel per Mobiltelefon spenden kann. Dazu scannt man einfach den QR-Code und gibt den Betrag an, der dem jeweiligen Gott gespendet werden soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fakt ist, dass mobile Interaktionen kaum irgendwo anders auf der Welt so aktiv gelebt und in den Alltag eingebunden sind wie in China. Daher darf das Land sich unserer Meinung nach durchaus das Label \u201eMobile First\u201c auf die Fahne schreiben. Die chinesische Bev\u00f6lkerung ist sehr offen neuen Technologien gegen\u00fcber und probiert gern neue Tools und Gadgets aus. Aus deutscher Perspektive wirkt vieles sehr futuristisch. Unserer Meinung nach ist es wichtig, offen zu sein f\u00fcr neue Entwicklungen. Denn neue Entwicklungen k\u00f6nnen mitunter weitreichende Folgen f\u00fcr unsere Gesellschaft haben. Stellen wir uns doch mal vor, die Dampfmaschine w\u00e4re einfach eine Idee geblieben, die nie implementiert wurde. Unser Leben w\u00fcrde heute sicher anders aussehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fu\u00dfnoten:\u00a0Literatur<\/p>\n<p>Cormack, M.: WeChat\u2019s impact: A report on WeChat platform data. TechNode media. https:\/\/technode.com\/2015\/02\/10\/wechat-impact-report\/ (2015). Zugegriffen 7. Aug. 2017<br \/>\nDowling, S.: Google announces $550M strategic investment in China\u2019s JD.com. crunchbase Inc. \u2013 Oath tech. https:\/\/news.crunchbase.com\/news\/ google-announces-550m-strategic-investment-in-chinas-jd-com\/ (2018). Zugegriffen 3. Juli 2018<\/p>\n<p>Evans, M.: 5 key trends that most shaped mobile payments in 2016. Euro- monitor international. https:\/\/blog.euromonitor.com\/2017\/01\/5-key-trends- shaped-mobile-payments-2016.html (2017a). Zugegriffen 7. Aug. 2017<\/p>\n<p>Evans, M.: How China won the race to be a mobile-first commerce nation. Forbes media. https:\/\/www.forbes.com\/sites\/michelleevans1\/2017\/04\/12\/ how-china-won-the-race-to-being-considered-a-mobile-first-commerce-na-tion\/#55a041d51b49 (2017b). Zugegriffen 7. Aug. 2017<\/p>\n<p>Jao, N.: WeChat now has over 1 billion active monthly users worldwide. 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Sept. 2018<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug: Christina Richter\/Elena Gatti: &#8222;Digitales China: Basiswissen und Inspirationen f\u00fcr Ihren Gesch\u00e4ftserfolg im Reich der Mitte&#8220; &nbsp; &nbsp; China \u2013 Die einzige Mobile-First-Gesellschaft Zusammenfassung \u201eMobile First\u201c hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren als regelrechtes Buzzword etabliert und &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2020\/01\/08\/buchauszug-christiane-richter-elena-gatti-digitales-china-basiswissen-und-inspirationen-fuer-ihren-geschaeftserfolg-im-reich-der-mitte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[8880,1890,224,8878,8877,8879],"class_list":["post-672677","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-digitales-china-basiswissen-und-inspirationen-fuer-ihren-geschaeftserfolg-im-reich-der-mitte","tag-buchauszug","tag-china","tag-christina-richter","tag-elena-gatti","tag-springer-gabler"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=672677"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672677\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":672715,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672677\/revisions\/672715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=672677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=672677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=672677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}