{"id":672599,"date":"2019-12-19T06:00:52","date_gmt":"2019-12-19T05:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=672599"},"modified":"2019-12-19T11:23:37","modified_gmt":"2019-12-19T10:23:37","slug":"freizeit-urlaub-fehlanzeige-die-mehrheit-der-angestellten-bleibt-im-hab-acht-modus-arbeitet-permanent-das-minimum-weg-und-die-unternehmen-geniessen-und-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/12\/19\/freizeit-urlaub-fehlanzeige-die-mehrheit-der-angestellten-bleibt-im-hab-acht-modus-arbeitet-permanent-das-minimum-weg-und-die-unternehmen-geniessen-und-schweigen\/","title":{"rendered":"Freizeit? Urlaub? Fehlanzeige, die Mehrheit der Angestellten bleibt im Hab-acht-Modus, arbeitet permanent das Minimum weg &#8211; und die Unternehmen genie\u00dfen und schweigen"},"content":{"rendered":"<p><strong>60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland beantworten Mails und Anrufe nach Feierabend und im Urlaub, 40 Prozent reagieren sofort und 30 Prozent arbeiten im Urlaub weiter, belegt eine Randstad-Umfrage. Ein Missstand, von dem die meisten Unternehmen schweigend profitieren und lieber nicht dran r\u00fchren oder es auch nur ansprechen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-672601\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/12\/Mails_nach_Feierabend_1895x992.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/12\/Mails_nach_Feierabend_1895x992.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/12\/Mails_nach_Feierabend_1895x992-300x157.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/12\/Mails_nach_Feierabend_1895x992-500x262.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Immer und prompt<\/strong><\/p>\n<p>Die Unternehmen thematisieren es lieber nicht &#8211; und daf\u00fcr haben sie ihre Gr\u00fcnde. &#8222;Die Mehrzahl der Arbeitnehmer ist in den Ferien und au\u00dferhalb ihrer Arbeitszeit und f\u00fcr berufliche Mails sowie Telefonate erreichbar&#8220;, vermeldet der Personaldienstleister Randstad. Warum? Weil es ihr Arbeitgeber, ihre Vorgesetzten so erwarten. Dass sie immer erreichbar sind und stets bereit, ihr Familienleben, ihre Freizeit und &#8211; noch schlimmer jedenfalls rechtlich gesehen &#8211; ihren Urlaub zu unterbrechen. Mal l\u00e4nger, mal k\u00fcrzer. Weltweit in 34 L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Mehr noch, viele scheinen lauernd auf dem Sprung zu sein: 44 Prozent von denen antworten &#8211; sofort. Sie machen anscheinend das, was man in manchen Branchen\u00a0 Bereitschaftsdienst nennt &#8211; was da aber auch verg\u00fctet wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warum die Urlaubsunterbrechungen gravierend sind? Denn &#8211; so lernte ich im Sommer bei einer Recherche &#8211; unterbrochener Urlaub ist eigentlich kein Urlaub mehr. Denn er wurde ja unterbrochen. Die Folge? M\u00f6glicherweise m\u00fcsste er streng genommen noch einmal gew\u00e4hrt werden, hie\u00df es bei den Experten. Rechtsprechung gebe es dazu noch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jeder dritte arbeitet im Urlaub weiter<\/strong><\/p>\n<p>Wie viel bei dem Thema Arbeiten-rund-um-die-Uhr im Argen liegt, zeigt auch dieses Umfrageergebnis: 30 Prozent der Befragten in Deutschland arbeiten auch im Urlaub und an Feiertagen weiter laut Randstad.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Motiv: Um Himmels willen die Erwartung der Chefs erf\u00fcllen<\/strong><\/p>\n<p>Warum sie das tun? \u201e43 Prozent der Befragten sagen, dass ihr Arbeitgeber von ihnen erwartet, permanent verf\u00fcgbar zu sein\u201c, referiert Personalprofi Klaus Depner bei Randstad Deutschland. Und weiter: \u201eDabei zeigen Studien, dass dies auf Dauer ungesund f\u00fcr Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist \u2013 auf eine dauerhafte \u00dcberlastung k\u00f6nnen krankheitsbedingte Ausf\u00e4lle folgen, die dann aufgefangen werden m\u00fcssen.\u201c Das scheint Vorgesetzte wie Unternehmenslenker aber auch nicht zu beeindrucken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gesetze als Schall und Rauch?<\/strong><\/p>\n<p>Was helfen k\u00f6nnte? Gesetze anscheinend nicht. Das zeigt das Beispiel der Franzosen, die zwar ein Gesetz zum Recht auf Abschalten haben, aber wo 48 Prozent der Befragten beklagen, am Feierabend erreichbar sein zu m\u00fcssen.\u00a0 Noch mehr als hierzulande.<\/p>\n<p>Das erinnert an das deutsche Entgelttransparenzgesetz, das urspr\u00fcnglich ungleiche Bezahlungen verhindern helfen sollte. Aber leider, so wie es gestrickt ist, das Ziel nicht im Entferntesten erreicht. Was auch allen Profis von vornherein klar war. Gesetze dieser Art scheinen Unternehmen als Arbeitgeber nicht so recht zu schrecken. Und wie sich dann erweist, hat das auch keine Konsequenzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer will schon seine Mitarbeiter vor digitalem Stress sch\u00fctzen, wenn sie doch brav arbeiten<\/strong><\/p>\n<p>Insofern d\u00fcrfte der fromme Wunsch von Randstad-Personalprofi Depner von den Unternehmen kaum ernst genommen werden: &#8222;Die permanente Erreichbarkeit wird schnell zum Bumerang, daher sollten Unternehmen Ma\u00dfnahmen erarbeiten, um ihre Mitarbeiter vor digitalem Stress sch\u00fctzen.\u201c Wenn sie das wollten, w\u00fcrden sie die Missst\u00e4nde nicht seit so vielen Jahren zulassen und beide Augen zudr\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und im Gegenteil: Keineswegs wollen sie auch nur andenken, wie die verdorbenen Urlaubstage und Wochenenden wieder gut gemacht werden k\u00f6nnen. Irgendwie, wenigstens durch Gutschreiben der einzelnen Stunden oder durch Geld.<\/p>\n<p>Denn bei der n\u00e4chsten K\u00fcndigungswelle, der n\u00e4chsten Restrukturierung oder dem n\u00e4chsten Vorgesetztenwechsel ist jeder eventuell erworbene Credit ohnehin perdu. Und der freiwillige Arbeitseifer vergessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>PS: Der MDR vermeldet heute, dass 2018 fast jeder f\u00fcnfte Besch\u00e4ftigte an Sonn- und Feiertagen arbeitete. Da sind die oben genannten nicht einmal mit drin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland beantworten Mails und Anrufe nach Feierabend und im Urlaub, 40 Prozent reagieren sofort und 30 Prozent arbeiten im Urlaub weiter, belegt eine Randstad-Umfrage. 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