{"id":672324,"date":"2019-11-15T19:03:46","date_gmt":"2019-11-15T18:03:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=672324"},"modified":"2019-11-18T17:02:06","modified_gmt":"2019-11-18T16:02:06","slug":"nahaufnahme-fragebogen-mit-thomas-sattelberger-der-das-sonore-geraeusch-seiner-waschmaschine-liebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/11\/15\/nahaufnahme-fragebogen-mit-thomas-sattelberger-der-das-sonore-geraeusch-seiner-waschmaschine-liebt\/","title":{"rendered":"&#8222;Nahaufnahme&#8220;-Fragebogen mit Thomas Sattelberger, der das sonore Ger\u00e4usch seiner Waschmaschine liebt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Den Fragebogen &#8222;Nahaufnahme&#8220; beantwortet Thomas Sattelberger, FDP-Mitglied im Bundestag und Ex-Vorstand der Deutschen Telekom.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655606\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655606\" class=\"size-full wp-image-655606\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Sattelberger_Presse_2_cJakob-Berr-3.jpg\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Sattelberger_Presse_2_cJakob-Berr-3.jpg 435w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Sattelberger_Presse_2_cJakob-Berr-3-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><p id=\"caption-attachment-655606\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Sattelberger (Foto: Presse\/Jakob Berr)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erkl\u00e4ren Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.<\/strong><\/p>\n<p>Wir ergr\u00fcnden, wie das deutsche Innovationssystem tickt und warum es nicht ausreichend liefert. Dann treiben wir die Bundesregierung vor ihren nicht eingel\u00f6sten Versprechungen her und machen spannende Alternativvorschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Womit beginnt Ihr Tag?<\/strong><\/p>\n<p>Ich stehe meist Punkt 6.50 Uhr auf. Wenn Sitzungswoche ist und ich in Berlin bin, mache ich mich fertig f\u00fcr meinen ersten Termin: oft eine Acht-Uhr-Verabredung im Caf\u00e9 Einstein Unter den Linden. Nach dem Aufstehen lese ich die nach Mitternacht eingegangenen Mails und grase alle meine sonstigen Online-Accounts nach Neuem ab. W\u00e4hrenddessen werfe ich Internet-Radio und Filterkaffeemaschine an; auch in Berlin trinke ich nat\u00fcrlich Kaffee aus M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie sich selbst als Chef beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Allermeist wei\u00df ich genau, was ich will. Deshalb fordere ich vor allem Umsetzungsideen. Bevor ein Konzept fertig ist, schaffe ich mir die verschiedensten Feedback-Kan\u00e4le, damit wir nicht eingefahrene Gleise bedienen. Was anliegt, tue ich immer m\u00f6glichst sofort. Im laufenden Gesch\u00e4ft muss die Maschine ge\u00f6lt ticken. Da bin ich pingelig. Das klappt am besten, wenn jede und jeder seine St\u00e4rken ausspielen kann. F\u00fcr Mitarbeiterentwicklung nehme ich mir immer viel Zeit und Raum. Eigentlich agiere ich wie ein patriachalischer Mittelst\u00e4ndler, der genau wei\u00df, wie der Hase l\u00e4uft (oder es zumindest meint). Bitterb\u00f6se werde ich, wenn derselbe Fehler zum dritten Mal passiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230; und was w\u00fcrden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAls Mensch wie als Chef verf\u00fcgt TS \u00fcber die komplette Klaviatur emotionaler Regungen. Er kann schnell in die Luft gehen und genau so rasch ungemein gro\u00dfz\u00fcgig sein. Mangelnden Tiefgang mag er \u00fcberhaupt nicht. TS fordert Gr\u00fcndlichkeit, ist dabei arg kontrollw\u00fctig und scheint zu unser aller Erstaunen so gut wie nie eine Pause zu brauchen. Hier mit- und durchzuhalten ist kein Spaziergang und sorgt zugleich daf\u00fcr, dass wir uns alle weiterentwickeln. TS \u00fcbersch\u00fcttet jedes einzelne Team-Mitglied fortlaufend mit neuen Ideen. Selbst wenn unser B\u00fcro zehn K\u00f6pfe mehr h\u00e4tte, k\u00e4men wir kaum hinterher.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tee oder Kaffee?<\/strong><\/p>\n<p>Im Flieger und im Berliner Caf\u00e9 Einstein: Tee. Sonst Kaffee \u2013 mit Milch und S\u00fc\u00dfstoff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ihr Spitzname ist&#8230;?<\/strong><\/p>\n<p>Phantomas, Sattelschlepper, TS. Im Bundestag habe ich h\u00e4ufiger \u00fcber \u201efette Katzen\u201c gespottet und damit Forschungseinrichtungen gemeint, die vom steten Staatsgeld doch recht tr\u00e4ge geworden sind. Seitdem haben inspirierte Abgeordnete wie Ren\u00e9 R\u00f6spel (SPD) eine diebische Freude daran, mich umzutaufen in \u201eKatzenberger\u201c oder erfinden, wie Albert Rupprecht (CSU), so originelle Dreikl\u00e4nge wie \u201eSattelberger, Sonnenberger, Sonnenk\u00f6nig\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verraten Sie eine Marotte.<\/strong><\/p>\n<p>Da fallen mir mehrere ein. So sehr ich Arbeit liebe, so sehr freue ich mich aber auch, wenn ein Vorgang abgeschlossen ist und ich die dazugeh\u00f6rigen Papiere zerrei\u00dfen kann. Zuhause werfe ich sie dann in einen gro\u00dfen Pappkarton, den unser Labrador Sammy mit Lust umwirft und ausr\u00e4umt. Au\u00dferdem rasiere ich mich zuhause den ganzen Tag \u2013 elektrisch, das Ger\u00e4t liegt stets griffbereit. Und ich wache \u00fcber die W\u00e4sche. Sauber getrennt nach 30 Grad, 40 Grad, 60 Grad. Das sonore Ger\u00e4usch einer laufenden Waschmaschine: wunderbar! Wenn mein ansonsten \u00fcber alles geliebter Steven gegen jegliche Absprache pl\u00f6tzlich die Waschmaschine bedient und alles durcheinander bringt: ich werde wahnsinnig. Die W\u00e4sche h\u00e4nge ich auch auf und r\u00e4ume sie oft gr\u00f6\u00dftenteils schnell in den Schrank, bevor unsere Zugehfrau kommt. Sonst b\u00fcgelt sie n\u00e4mlich alles.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was bringt Sie in Harnisch?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn jemand sagt: Das Thema geh\u00f6rt mir, also Territorium besetzt, und dann nicht liefert. Oder oberfl\u00e4chliche Analysen und L\u00f6sungen mit billigen Parolen. Als Manager habe ich mir fr\u00fcher herausgenommen, auf solche Papiere mit gro\u00dfen Buchstaben UNSINN zu schreiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann mich mit einer mir offenbar ganz eigenen Vehemenz in ein Thema verbei\u00dfen und nicht lockerlassen, bis das Projekt auf dem Gleis ist oder das Problem gel\u00f6st. Mit Erstaunen stelle ich dabei immer wieder fest, dass manch Mitstreiter zwischendurch aufgeben will, keine Lust mehr hat, m\u00fcde oder ver\u00e4rgert geworden ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was m\u00f6chten Sie gerne in Rente machen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich mache jetzt genau das, was ich will. Keine ausschweifenden Fernreisen, kein Golf, sondern Bundestag. Die Begriffe \u201eRente\u201c oder \u201ePension\u201c als Lebensabschnitt \u2013 damit kann ich nichts anfangen. Nichts zu tun, nichts tun zu k\u00f6nnen, das w\u00fcrde mich rasend machen. Der Sensenmann soll mich bitte mitten bei der Arbeit holen. Wie ein echter Soldat will ich in den Stiefeln sterben und nicht im Bett.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sch\u00e4tzen Sie an anderen Menschen am meisten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich unterhalte mich am liebsten mit Menschen, die mir etwas Neues beibringen, die mir Einblicke verschaffen in komplett neue Welten. Das sind beispielsweise junge Leute, die sich in der globalen Aids-Bek\u00e4mpfung engagieren, oder Nerds, die mir etwas \u00fcber digitale Trends erz\u00e4hlen. Menschen, die selbstbestimmt ihre Gaben ausleben und dabei Konventionen brechen, die machen mir Freude. Es ist mir schon oft passiert, dass ich wochenlang zunehmend \u00e4rgerlich \u00fcber einem Problem gebr\u00fctet habe und mir dann im Gespr\u00e4ch mit einem v\u00f6llig fachfremden Menschen ganz pl\u00f6tzlich die z\u00fcndende Idee kam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf welche drei Dinge k\u00f6nnten Sie niemals verzichten?<\/strong><\/p>\n<p>Ich liebe gr\u00fcne Krawatten, vor allem lind- und j\u00e4gergr\u00fcne. Habe auch gelbe, die sollten mal wieder in Mode kommen! Au\u00dferdem Reisegep\u00e4ck ohne Rollen! Diese Rollen sind un\u00e4sthetisch, ich trage meine Koffer sehr gerne. Fast unverzichtbar war f\u00fcr mich ehemals extremen Vielflieger meine schwarze Hon-Karte von der Lufthansa. Aber Carsten Spohr hat sie mir unerbittlich entzogen, als ich als Bundestagsabgeordneter nicht mehr genug Meilen zustande brachte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie f\u00fcr einen Tag den Job von jemand anderem \u00fcbernehmen k\u00f6nnten &#8211; welcher w\u00e4re das?<\/strong><\/p>\n<p>Gerne den von DGB-Chef Reiner Hoffmann. Innerhalb eines Tages k\u00f6nnte ich ihm gen\u00fcgend \u00c4rger stiften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_672326\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-672326\" class=\"size-full wp-image-672326\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/11\/sattelberger.2.jpeg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/11\/sattelberger.2.jpeg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/11\/sattelberger.2-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-672326\" class=\"wp-caption-text\">(Foto: Presse)<\/p><\/div>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\">\u00a0<\/span>Diese Winke-Katze war ein Geschenk f\u00fcr Thomas Sattelberger von WZB-Pr\u00e4sidentin Jutta Allmendinger zum 70. Geburtstag im Juni diesen Jahres. Der Hintergrund: Sattelberger hatte die au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen immer wieder als &#8222;fette Katzen&#8220; betitelt.<span style=\"margin: 0px;font-family: 'Calibri',sans-serif;font-size: 11pt\"><span style=\"color: #000000\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Fragebogen &#8222;Nahaufnahme&#8220; beantwortet Thomas Sattelberger, FDP-Mitglied im Bundestag und Ex-Vorstand der Deutschen Telekom.\u00a0 &nbsp; &nbsp; &nbsp; Erkl\u00e4ren Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut. 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