{"id":671266,"date":"2019-07-16T18:35:55","date_gmt":"2019-07-16T16:35:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=671266"},"modified":"2019-07-20T02:31:39","modified_gmt":"2019-07-20T00:31:39","slug":"konzerne-muessen-die-regenbogenfahne-in-noch-nicht-gewonnene-schlachten-tragen-findet-cnn-moderator-richard-qest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/16\/konzerne-muessen-die-regenbogenfahne-in-noch-nicht-gewonnene-schlachten-tragen-findet-cnn-moderator-richard-qest\/","title":{"rendered":"&#8222;Konzerne m\u00fcssen die Regenbogenfahne in noch nicht gewonnene Schlachten tragen&#8220;, findet CNN-Moderator Richard Quest"},"content":{"rendered":"<p><strong>Richard Quest, Kultmoderator von CNN, \u00fcber die \u201ePride Months\u201c mit den Paraden zum Christopher Street Day <a href=\"https:\/\/www.csd-termine.de\/\">weltweit in den verschiedensten Orten<\/a>. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Erst k\u00fcrzlich fand der CSD in K\u00f6ln statt, hier im Management-Blog gab\u00b4s Bilder von <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/09\/wichtiges-signal-vom-top-management-beim-christopher-street-day-solidaritaet-zeigen\/\">Thyssenkrupp, den Mitarbeitern ihrem Wagen und vor allem der Top-Managerin, die pers\u00f6nlich mitkam<\/a>: <span style=\"text-align: left;color: #373737;text-transform: none;text-indent: 0px;letter-spacing: normal;font-family: 'Helvetica Neue',Helvetica,Arial,sans-serif;font-size: 15px;font-style: normal;font-variant: normal;text-decoration: none;float: none;background-color: transparent\">Kerstin Ney<\/span>. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richard Quest wird \u00fcbrigens bald selbst seinen Partner heiraten. Den Unternehmen spricht er die zentrale Rolle bei der Gleichstellung der LGBTQ-Gemeinschaft zu. Wir sollen &#8211; so Quest &#8211; unterm Strich die Anerkennung der LGBTQ-Community durch Konzerne weltweit durchaus begr\u00fc\u00dfen sollen &#8211; aber Unternehmen m\u00fcssen auch die Werte leben, die sie proklamieren.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_669301\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669301\" class=\"size-full wp-image-669301\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/cnn.12.18.e.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/cnn.12.18.e.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/cnn.12.18.e-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/cnn.12.18.e-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-669301\" class=\"wp-caption-text\">Kultmoderator Richard Quest (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Konzerne m\u00fcssen die Regenbogenfahne in noch nicht gewonnene Schlachten tragen. Gastbeitrag von\u00a0Richard Quest, Moderator von &#8222;Quest Means Business&#8220;, CNN International<\/strong><\/p>\n<p>Vor 50 Jahren, in einer schw\u00fclen Nacht in Greenwich Village, Manhattan, wurde eine schmutzige Spelunke zum Schauplatz einer neuartigen B\u00fcrgerrechtsbewegung. Im Nachgang einer Razzia im Stonewall Inn, einem Treffpunkt f\u00fcr New Yorks schwul-lesbische Gemeinde, brach ein Kampf aus. Dieser f\u00fchrte zu einem Aufstand, der schlussendlich eine Revolution innerhalb einer Bev\u00f6lkerungsgruppe ausl\u00f6ste, die bis dato g\u00e4nzlich marginalisiert und gar verfolgt wurde. Es war damals f\u00fcr LGBTQ-Leute unm\u00f6glich, offen zu leben. Polizeischikanen waren nur eine von unz\u00e4hligen H\u00fcrden, die ihnen den Weg zu einem normalen Leben verwehrten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>50 Jahre sp\u00e4ter haben sich die Verh\u00e4ltnisse in diesem Teil der Vereinigten Staaten grundlegend gewandelt. Neulich flog ich von London nach Newark und lief bei der Passkontrolle \u00fcber einen Regenbogenteppich. Wohin ich auch schaute: New York \u2013 wie auch London, Sydney und viele andere Gro\u00dfst\u00e4dte in aller Welt \u2013 waren mit Regenbogenfahnen und Bannern geschm\u00fcckt, um den Pride Month zu feiern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich kann mich auf meine Hochzeit freuen<\/strong><\/p>\n<p>Ich liebe den Gedanken hinter \u201ePride\u201c. Ich liebe die Tatsache, dass die Gro\u00dfst\u00e4dte solch offene Feste der LGBTQ-Community feiern. Ich habe auch meine ganz pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnde, um denjenigen zu danken, die den Kampf in jener Nacht im Jahr 1969 in das NYPD f\u00fchrten. Vor 30 Jahren, als ich mir den Mut fasste, mich meiner Familie gegen\u00fcber zu outen, war die Welt viel engstirniger als heute. Stonewall war jedoch ein Teil dessen, was mir das Vertrauen gab, diesen Schritt zu wagen. Jetzt kann ich mich auf meine im n\u00e4chsten Jahr anstehende Hochzeit freuen und kann viele der Rechte genie\u00dfen, die meine heterosexuellen Freunde und Kollegen als selbstverst\u00e4ndlich erachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Trotz Fortschritte: Noch weit von einer Gleichstellung entfernt<\/strong><\/p>\n<p>Auf den ersten Blick ist die Entwicklung erstaunlich. Der Kampf f\u00fcr die Gleichstellung ist jedoch noch lange nicht beendet. Beispielsweise verbl\u00fcfft es viele Menschen nach wie vor, wenn ich ihnen sage, dass es in den Vereinigten Staaten noch immer kein bundesweites Gesetz gibt, das Menschen vor einer Entlassung aufgrund ihrer Homosexualit\u00e4t sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe Sarah Kate Ellis, die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von GLAAD \u2013 der weltweit f\u00fchrenden LGBTQ-Interessengemeinschaft \u2013 vor einigen Wochen im Rahmen von &#8222;Quest Means Business&#8220; interviewt. Wir diskutierten eine neue Umfrage, die GLAAD in den Vereinigten Staaten durchgef\u00fchrt hat, mit einigen besorgniserregenden Ergebnissen. Sie deutete darauf hin, dass die Akzeptanz j\u00fcngerer Amerikaner f\u00fcr die Anh\u00e4nger der LGBTQ-Community zur\u00fcckgegangen ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere Untersuchungen zeigten, dass der politische Hintergrund in den USA dabei eine entscheidende Rolle spielte. Die aktuelle Regierung, sagte Ellis, habe in 114 F\u00e4llen Angriffe auf die LGBTQ-Community ver\u00fcbt, entweder in Form von Rhetorik oder durch politische R\u00fcckschritte. Das, so erkl\u00e4rte sie, habe Auswirkungen auf die leicht[er] zu beeinflussende junge Generation. Auch, so erkl\u00e4rte sie weiter, seien diejenigen, die sich als homosexuell und lesbisch identifizieren, zwar inzwischen akzeptiert, doch andere Gruppen, wie beispielsweise Transsexuelle, blieben weiterhin marginalisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen werden aktiv &#8211; und manche mutig wie riskant<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Kontext gewinnt die Rolle von Konzernen an Bedeutung. Ich interviewe fast jeden Abend Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, und habe dabei eine deutliche Ver\u00e4nderung in ihrer Einstellung zum Aktivismus beobachtet. In den vergangenen Jahren haben Unternehmen politisch Stellung bezogen. So hat sich Levi Strauss verschiedenster Themen angenommen, von der Reglementierung hinsichtlich Waffenbesitz bis hin zur Einreisepolitik; Nike ging durch die Bekr\u00e4ftigung seiner Unterst\u00fctzung f\u00fcr Colin Kaepernick ein gro\u00dfes politisches Risiko ein. Apple, Google und Facebook protestierten alle gegen die Richtlinien des Wei\u00dfen Hauses zu transgenderbezogenen Problemen. Sie handelten mutig und sind Risiken eingegangen.<\/p>\n<p>Politischer Aktivismus ist eine Sache. Die Aneignung eines Themas, um daraus einen Profit zu ziehen, aber eine andere. Man muss sich fragen, mit wieviel Ehrlichkeit die Regenbogenfahne im vergangenen Monat geschwenkt wurde; st\u00fcnden Unternehmen immer noch mit soviel Elan dahinter, wenn es ein finanzielles Risiko g\u00e4be?<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen, sagte Ellis, sei sie mit dem Regenbogen-Boom zufrieden, weil dieser zeigt, dass Unternehmen nach au\u00dfen hin die Gemeinde unterst\u00fctzen, was ihrer Meinung nach letztlich Akzeptanz schaffe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>LGBTQ-Unterst\u00fctzung muss mehr sein als eine Marketingkampagne<\/strong><\/p>\n<p>Aber wir haben auch dar\u00fcber gesprochen, dass den Worten Taten folgen m\u00fcssen. Google ist eines der Unternehmen, das von Mitarbeitern kritisiert wurde. Sie behaupten, dass der interne Umgang mit LGBTQ-Fragen nicht der \u00f6ffentlichen Position des Unternehmens entspreche. Wenn Konzerne lediglich einen Monat lang als Marketingma\u00dfnahme auf einen rosa Zug aufspringen, und f\u00fcr die anderen elf wieder abspringen, warum sollte die Community sie dann willkommen hei\u00dfen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Dinge sind wichtig: Ein entscheidender Grund, warum sich die Verh\u00e4ltnisse in den Vereinigten Staaten und Europa seit jener hei\u00dfen Nacht in Manhattan 1969 so radikal ver\u00e4ndert haben, ist die Rolle der Wirtschaft und die Verbreitung liberaler Ideale, die ihre Entfaltung erm\u00f6glicht haben. In einer Woche, in der Wladimir Putin gegen\u00fcber der &#8222;Financial Times&#8220; meinte, dass der Liberalismus ausgedient habe, m\u00fcssen die damit verbundenen Prinzipien thematisiert und verteidigt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die individuelle Freiheit hat dazu gef\u00fchrt, dass die Metropolen dieser Welt \u2013 darunter London, New York, Paris, Sydney \u2013 die besten und schlausten K\u00f6pfe anziehen. Ihre Vielfalt, Toleranz und Freiheiten machen sie zu gro\u00dfartigen Lebensr\u00e4umen sowie zu wirtschaftlichen und kreativen Kraftzentren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>LGBTQ ist noch in 70 L\u00e4ndern illegal<\/strong><\/p>\n<p>Botswana hat k\u00fcrzlich beschlossen, die Homosexualit\u00e4t zu entkriminalisieren, Kenia hat sich jedoch dagegen entschieden. Es gibt immer noch 70 L\u00e4nder weltweit, in denen es illegal ist, LGBTQ zu sein. Globale Unternehmen verf\u00fcgen in diesen L\u00e4ndern \u00fcber eine wichtige Stellung, und ihre Rolle ist von entscheidender Bedeutung. Wie Ellis letzte Woche zu mir sagte, k\u00f6nnen diese Unternehmen an Orten, an denen ihre Werte nicht von den Machthabern geteilt werden, einen sp\u00fcrbaren Einfluss aus\u00fcben. Solche Unternehmen k\u00f6nnten der einzige Zufluchtsort f\u00fcr die LGBTQ-Menschen dort sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen m\u00fcssen die Werte auch im Alltag leben<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich also der Meinung bin, dass wir unterm Strich die Anerkennung der LGBTQ-Community durch Konzerne begr\u00fc\u00dfen sollten, m\u00fcssen Unternehmen aber auch die Werte leben, die sie proklamieren. \u201ePride\u201c ist nur ein Teil des Ganzen und st\u00f6\u00dft an seine Grenzen, vor allem, wenn er nur f\u00fcr ein paar Wochen im Jahr gefeiert wird. Die Freiheiten, die die Unternehmen hier mitfeiern, sind hart erk\u00e4mpft worden. Und die Rolle der Wirtschaft ist von zentraler Bedeutung f\u00fcr die K\u00e4mpfe, die noch immer auf der ganzen Welt, auch in den Vereinigten Staaten, ausgetragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lese-Tipp:<\/strong><\/p>\n<p><strong>in 2019&#8230;.<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"mfyEnefMr8\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/09\/wichtiges-signal-vom-top-management-beim-christopher-street-day-solidaritaet-zeigen\/\">CSD 2019: Wichtiges Signal vom Top-Management beim Christopher Street Day &#8211; Solidarit\u00e4t zeigen<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;CSD 2019: Wichtiges Signal vom Top-Management beim Christopher Street Day &#8211; Solidarit\u00e4t zeigen&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/09\/wichtiges-signal-vom-top-management-beim-christopher-street-day-solidaritaet-zeigen\/embed\/#?secret=THLRKGHZNm#?secret=mfyEnefMr8\" data-secret=\"mfyEnefMr8\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>\u2026 in 2018<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"SY4yvk7kUb\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/07\/09\/christopher-street-day-csd-wenn-thyssenkrupp-vorstand-burkhard-sich-in-koeln-mit-gummibaerchen-tuetchen-bewaffnet\/\">Christopher Street Day (CSD):\u00a0 Wenn Thyssenkrupp-Vorstand Burkhard sich in K\u00f6ln mit Gummib\u00e4rchen-T\u00fctchen bewaffnet<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Christopher Street Day (CSD):\u00a0 Wenn Thyssenkrupp-Vorstand Burkhard sich in K\u00f6ln mit Gummib\u00e4rchen-T\u00fctchen bewaffnet&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/07\/09\/christopher-street-day-csd-wenn-thyssenkrupp-vorstand-burkhard-sich-in-koeln-mit-gummibaerchen-tuetchen-bewaffnet\/embed\/#?secret=zNppwJMeUS#?secret=SY4yvk7kUb\" data-secret=\"SY4yvk7kUb\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richard Quest, Kultmoderator von CNN, \u00fcber die \u201ePride Months\u201c mit den Paraden zum Christopher Street Day weltweit in den verschiedensten Orten. 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