{"id":671236,"date":"2019-07-12T18:00:25","date_gmt":"2019-07-12T16:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=671236"},"modified":"2019-07-12T01:51:02","modified_gmt":"2019-07-11T23:51:02","slug":"gastkommentar-cnn-editor-john-defterios-indiens-doppelte-herausforderung-bei-der-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/12\/gastkommentar-cnn-editor-john-defterios-indiens-doppelte-herausforderung-bei-der-energiewende\/","title":{"rendered":"Gastkommentar CNN-Editor John Defterios: Indiens doppelte Herausforderung bei der Energiewende"},"content":{"rendered":"<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><strong>Indien steht vor einer besonderen Aufgabe: Das Land, in dem sich bereits neun der zehn am st\u00e4rksten verschmutzten St\u00e4dte befinden, hat mit einen stetigen Emissionsanstieg zu k\u00e4mpfen und verzeichnet gleichzeitig einen zunehmenden Bedarf an Energie. Im Rahmen des ersten Halts auf seiner einj\u00e4hrigen Reise f\u00fcr CNNs Sendung \u201eThe Global Energy Challenge\u201c befasste sich John Defterios, CNN Business Emerging Markets Editor, mit dieser doppelten Herausforderung. (Gastbeitrag)<\/strong><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><b>\u201eDie anspruchsvollste Energiewende der Welt\u201c: <\/b><b>Indiens doppelte Herausforderung \u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><span lang=\"EN-US\">\u00a0<\/span><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"yiv6168375568Picture_x0020_2\" src=\"https:\/\/dl-mail.ymail.com\/ws\/download\/mailboxes\/@.id==VjN-csKfMJYo6pWuaJLCo6FCllWiXOP2idiL8XWgHDs3Bu4oRgOgWg9PbHFICRT9UPCgelcYw3FiMc4D0ZSVOWKP6A\/messages\/@.id==AG3QMQY7B4a7XSdupQK3UOFnszI\/content\/parts\/@.id==1.3\/raw?appid=YMailNorrin&amp;ymreqid=4464d143-a2f8-22a2-1c8c-a8003001ce00&amp;token=zitEzqOML3j84e6ealFTT5U7-km5qEQF52lp7AcCuBZrJusdHyB-OaqoXZ-NvqU8b5PysqUrP1H_eOFR5nmdcLh-2-PVn2wgFFqd436OV7BTks-2w0F4FEMesoIEIY6Z\" width=\"517\" height=\"270\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><span lang=\"EN-US\">John Defterios, CNN Business Emerging Markets Editor (Foto: CNN International)<\/span><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Einerseits ist Indien ein Land mit einer jungen Bev\u00f6lkerung und hohen Wachstumsrate \u2013 sowie einer Mittelschicht, die fast so gro\u00df ist wie die gesamte US-Bev\u00f6lkerung. Gleichzeitig steht das riesige Schwellenland angesichts eines steigenden Energiebedarfs, stetig zunehmenden CO2-Emissionen und einer alarmierenden Luftverschmutzung vor ernst zu nehmenden Herausforderungen.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Aus politischer Sicht haben Premierminister Narendra Modi und die ihm vorausgegangene Regierung die Entwicklung erneuerbarer Energien bereits vorangetrieben. So haben sich die Energiekapazit\u00e4ten in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu verf\u00fcnffacht. Mittlerweile hat Indien knapp hinter China den zweitgr\u00f6\u00dften Solarmarkt der Welt aufgebaut.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><b>Trotz Zielerreichung: Eine schwierige Energiewende\u00a0<\/b><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Das Land hat dabei seine urspr\u00fcnglichen Ziele f\u00fcr erneuerbare Energien bereits \u00fcbertroffen und plant, in drei Jahren 175 Gigawatt aus erneuerbaren Energien zu gewinnen &#8211; \u00fcberwiegend aus Solarenergie. Die Investitionen in den Sektor stiegen im vergangenen Jahr auf 15 Milliarden US-Dollar, eine Verf\u00fcnffachung seit 2004 laut Irena, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten ans\u00e4ssige Agentur f\u00fcr erneuerbare Energien.\u00a0 Es klingt nach einer guten Geschichte, richtig? Denken Sie noch einmal nach.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">In der Hauptstadt Neu-Delhi, die 20 Millionen Menschen beherbergt und den ber\u00fcchtigten Titel der am st\u00e4rksten verschmutzten Stadt der Welt tr\u00e4gt, traf ich den 30-j\u00e4hrigen Varun Sivaram. Der in Stanford ausgebildete Rhodes-Stipendiat und Autor von\u00a0Taming the Sun: Innovations to Harness Solar Energy and Power the Planet\u00a0packte eines Tages seinen Koffer und reiste nach Indien, um den dortigen Energiewandel zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\u201eIch konnte mir kein besseres Land auf der ganzen Welt vorstellen, in dem man einen aufregenderen oder anspruchsvolleren Energiewechsel erlebt&#8220;, sagte er als wir gerade durch einen belebten Stra\u00dfenmarkt von Neu-Delhi spazierten.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><b>\u201eNationen wie Indien m\u00fcssen eine Schippe drauflegen\u201c<\/b><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Er verwies dabei auf die 300 Millionen Menschen, die bis zum Jahr 2050 in die St\u00e4dte Indiens ziehen werden. Allein hierf\u00fcr m\u00fcsse das Angebot an Wohnr\u00e4umen erheblich vergr\u00f6\u00dfert werden, um eine solche Urbanisierung zu bew\u00e4ltigen. Und das in einem Land, wo sich bereits neun der zehn am st\u00e4rksten verschmutzten St\u00e4dte weltweit befinden.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\u201eIndien ist der Ort, an dem wir jetzt sein m\u00fcssen. W\u00e4hrend der Klimawandel auf dem Planeten und insbesondere in den Entwicklungsl\u00e4ndern zunehmend Schaden anrichtet, werden Nationen wie Indien, die einen rapiden Emissionsanstieg verzeichnen, eine Schippe drauflegen m\u00fcssen&#8220;, f\u00fcgte Sivaram hinzu.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"yiv6168375568Picture_x0020_3\" src=\"https:\/\/dl-mail.ymail.com\/ws\/download\/mailboxes\/@.id==VjN-csKfMJYo6pWuaJLCo6FCllWiXOP2idiL8XWgHDs3Bu4oRgOgWg9PbHFICRT9UPCgelcYw3FiMc4D0ZSVOWKP6A\/messages\/@.id==AG3QMQY7B4a7XSdupQK3UOFnszI\/content\/parts\/@.id==1.4\/raw?appid=YMailNorrin&amp;ymreqid=4464d143-a2f8-22a2-1c8c-a8003001ce00&amp;token=zitEzqOML3j84e6ealFTT5U7-km5qEQF52lp7AcCuBZrJusdHyB-OaqoXZ-NvqU8b5PysqUrP1H_eOFR5nmdcLh-2-PVn2wgFFqd436OV7BTks-2w0F4FEMesoIEIY6Z\" width=\"525\" height=\"292\" border=\"0\" \/><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">John Defterios, CNN Business Emerging Markets Editor (l.) (Foto: CNN International)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><b>Die Abh\u00e4ngigkeit von Kohle<\/b><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Das ist im Wesentlichen der Kern der Energie-Debatte. Premierminister Modi verpflichtete sich, jedes Dorf im riesigen Land mit Strom zu versorgen, um die so genannte Energiearmut zu bek\u00e4mpfen. Der Zugang zur Energie wird in der Charta der Vereinten Nationen an siebter Stelle von insgesamt 17 Zielen aufgef\u00fchrt, die im Rahmen der Strategie f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 erreicht werden sollen.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Das Problem von Indien liegt jedoch darin, dass der Gro\u00dfteil dieser Elektrizit\u00e4t von Kohle abh\u00e4ngig ist. Indiens Kapazit\u00e4ten f\u00fcr W\u00e4rmeenergie betr\u00e4gt offiziell 56 Prozent. In den intensiven Sommermonaten, in denen die Nachfrage steigt, macht sie jedoch mehr als 70 Prozent der Energieversorgung aus.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\"><b>Die Verdoppelung des Energiebedarfs und das CO2-Problem<\/b><\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Wir reisten in die Stadt Singrauli im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh \u2013 jene Region, die als das \u201epulsierende Herz\u201c des Kohleabbaus bezeichnet wird. In diesem Teil von Indien stehen acht Kohlekraftwerke, die 365 Tage im Jahr CO2 aussto\u00dfen. Die Bergleute arbeiten in drei Schichten rund um die Uhr. Als ich k\u00fcrzlich ein Interview in einem Tagebaubergwerk f\u00fchrte, sah man f\u00f6rmlich die Verschmutzung im Hintergrundbild der Aufnahmen.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\u201eEs ist gen\u00fcgend Kohle vorhanden. Insgesamt liegen hier zw\u00f6lf Milliarden Tonnen. Es reicht in etwa f\u00fcr die n\u00e4chsten 40 Jahre&#8220;, sagte Prabhat Kumar Sinha, der Vorsitzende von Northern Coalfields Limited.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Singrauli wird von der Regierung als \u201ekritisch verschmutztes Gebiet\u201c bezeichnet, wo die Infrastruktur sowie Bergbautechniken zur Eingrenzung von Kohlenstaub und Emissionen dringend verbessert werden m\u00fcssen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Produktion verlangsamen wird. Laut Sumant Sinha, dem Vorstandsvorsitzenden des gr\u00f6\u00dften Solarstromkonzerns, werde die Produktion in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren tats\u00e4chlich um 20 Prozent gesteigert. Denn der Energiebedarf soll sich in den n\u00e4chsten zehn Jahren verdoppeln. Sinha fasste die heutige Realit\u00e4t f\u00fcr Indien wie folgt zusammen: \u201eSelbst wenn wir 50 Prozent des neuen, steigenden Bedarfs aus erneuerbaren Energien abdecken, muss die Balance von irgendwoher kommen. Daher wird die L\u00fccke durch Kohle aufgefangen&#8220;.<\/p>\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">\n<p class=\"yiv6168375568MsoNormal\">Indien ist bestrebt, diese doppelte Herausforderung anzunehmen \u2013 die Reduzierung von Armut durch wirtschaftliche Weiterentwicklung bei gleichzeitiger Erf\u00fcllung der Klimaziele.\u00a0 Egal, welche Haltung meine Gespr\u00e4chspartner einnahmen: Ich habe niemanden getroffen, der sagte, dass die energiepolitische Herausforderung eine einfache sein wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indien steht vor einer besonderen Aufgabe: Das Land, in dem sich bereits neun der zehn am st\u00e4rksten verschmutzten St\u00e4dte befinden, hat mit einen stetigen Emissionsanstieg zu k\u00e4mpfen und verzeichnet gleichzeitig einen zunehmenden Bedarf an Energie. Im Rahmen des ersten Halts &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/12\/gastkommentar-cnn-editor-john-defterios-indiens-doppelte-herausforderung-bei-der-energiewende\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[234,8443,428,2985,4166,8442],"class_list":["post-671236","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-cnn","tag-energiewende","tag-gastbeitrag","tag-indien","tag-john-defterios","tag-the-global-energy-challenge"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=671236"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":671237,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671236\/revisions\/671237"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=671236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=671236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=671236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}