{"id":671100,"date":"2019-10-09T13:55:11","date_gmt":"2019-10-09T11:55:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=671100"},"modified":"2019-10-10T13:02:56","modified_gmt":"2019-10-10T11:02:56","slug":"buchauszug-jorn-lyseggen-outside-inside-wie-man-im-datenschugel-sein-business-von-morgen-erkennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/10\/09\/buchauszug-jorn-lyseggen-outside-inside-wie-man-im-datenschugel-sein-business-von-morgen-erkennt\/","title":{"rendered":"Buchauszug J\u00f8rn Lyseggen: &#8222;Outside &#8211; Inside. Wie man im Datendschungel sein Business von morgen erkennt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug J\u00f8rn Lyseggen: &#8222;Outside &#8211; Inside. Wie man im Datendschungel sein Business von morgen erkennt&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;font-family: Calibri\"> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-671186\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Jorn-Lyseggen-headshot.png\" alt=\"\" width=\"616\" height=\"616\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Jorn-Lyseggen-headshot.png 616w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Jorn-Lyseggen-headshot-150x150.png 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Jorn-Lyseggen-headshot-300x300.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 616px) 100vw, 616px\" \/><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kodak: Was geschieht, wenn externe Daten ignoriert werden?<\/strong><\/p>\n<p>Im Dezember 1975 erfand der 25 Jahre alte Elektrotechniker Steven Sasson ein bahnbrechendes Produkt, das seinen Arbeitgeber, der 120 000 Besch\u00e4ftigte hatte und seit fast 100 Jahren die Branche beherrschte, zu Fall bringen sollte. \u00bbInnovation kommt am besten von Leuten, die wirklich nichts von dem Feld verstehen\u00ab, sagte Sasson. Nur ein Jahr nach seinem Abschluss am Rensselaer Polytechnic Institute wurde er von seinem Vorgesetzten gebeten, mit einem neuen Chipsatz des kalifornischen Halbleiterherstel-lers Fairchild Semiconductors zu experimentieren. Das Ergebnis wurde sp\u00e4ter als US-Patent 4.131.919 eingetragen und ist besser bekannt als Digitalkamera.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sassons Vorgesetzte waren von der Erfindung beeindruckt, entschieden sich aber, diese Technologie nicht weiterzuverfolgen, da sie die Haupteinkommensquelle des Unternehmens beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte, n\u00e4mlich fotografischen Film. Sassons Arbeitgeber war die renommierte Firma Eastman Kodak. Sie wurde 1888 von George Eastman gegr\u00fcndet. Mit seinen erschwinglichen Kameras, die so \u00bbeinfach zu handhaben waren wie ein Bleistift\u00ab, befreite Kodak die Fotografie aus der Sph\u00e4re der professionellen Portr\u00e4tstudios und brachte seine innovativen Rollfilme in das Alltagsleben gew\u00f6hnlicher Amerikaner und schlie\u00dflich in die ganze Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eastman war ein cleverer Gesch\u00e4ftsmann. Als sich der Konkurrenzkampf in der Fotokamerabranche versch\u00e4rfte, konzentrierte er sich darauf, qualitativ hochwertige und zugleich erschwingliche Filme herzustellen, und machte damit aus potenziellen Mitbewerbern de facto Gesch\u00e4ftspartner. Auf diese Weise errichtete er ein weltweites Gesch\u00e4ftsimperium, das ein Jahrhundert \u00fcberdauern sollte. Zu seiner Spitzenzeit im Jahr 1996 hatte Kodak einen weltweiten Marktanteil von zwei Dritteln, einen Rekordertrag von 16 Milliarden US-Dollar und einen Marktwert von 31 Milliarden US\u00ac-Dollar. Damals war Kodak die f\u00fcnftwertvollste Marke der Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>16 Jahre sp\u00e4ter war jedoch alles vorbei. Am 29. Januar 2012 meldete Kodak Konkurs an. Das legend\u00e4re Unternehmen brach zusammen. Kodak, Erfinder der Digitalkamera, h\u00e4tte die Technologie und das gesamte Knowhow zur Verf\u00fcgung gehabt, um sich an die neue, digitale Welt anzupassen. Doch die F\u00fchrungskr\u00e4fte hielten an ihren althergebrachten Vorstellungen fest. Sie ignorierten s\u00e4mtliche externen Daten und weigerten sich, ihren Glauben an die \u00dcberlegenheit von Analogfilm und Papierabz\u00fcgen aufzugeben. Ein fataler Fehler.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2005 ernannte das Unternehmen Antonio P\u00e9rez zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, er sollte den wankenden Giganten wieder aufrichten. Doch seine Vision zeigte, wie weltfremd die F\u00fchrungsriege von Kodak war. Ihrem Zukunftsbild zufolge sollte \u00bbKodak f\u00fcr Fotos das tun, was Apple f\u00fcr Musik tut: Menschen dabei unterst\u00fctzen, ihre pers\u00f6nliche Sammlung von Bildern zu ordnen und zu verwalten. In einer idealen Welt nehmen die Verbraucher der Zukunft Bilder mit ihren Kodak-Kameras auf, halten sie auf Speicherkarten fest, drucken sie auf Papier aus und bearbeiten sie an Kioskcomputern in Gesch\u00e4ften.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>P\u00e9rez, ein ausgebildeter Elektrotechniker und kein technologischer Laie, erkannte nicht, wie die technische Entwicklung das Verhalten der Verbraucher \u00e4nderte. Die Kunden liebten ihre Digitalkameras. Damit konnten sie ein soeben aufgenommenes Foto sofort sehen, anstatt warten zu m\u00fcssen, bis der Film entwickelt war und Abz\u00fcge vorlagen. Alle, die alt genug sind, um noch Kameras mit Analogfilm zu kennen, werden sich an das befreiende Gef\u00fchl erinnern, als sie zum ersten Mal Bilder mit einer Digitalkamera aufnahmen. Als das Internet immer mehr an Bedeutung gewann, entwickelten digitale Fotos ein Eigenleben, das alte klassische Fotografien nie hatten. Fotos konnten online gespeichert, bearbeitet, herumgezeigt, verschickt werden, niemand st\u00f6rte sich daran, dass sie nicht in Papierform vorlagen. Wozu auch?<\/p>\n<p>\u00dcber den Aufstieg und Fall von Kodak ist viel geschrieben worden, und im Nachhinein ist man immer schlauer. Eine Analyse der Daten, die w\u00e4hrend der Amtszeit von P\u00e9rez online verf\u00fcgbar waren, zeigt jedoch, wie viele Makrotrends seiner Vision einer Wiederbelebung entgegenstanden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Antonio P\u00e9rez 2005 zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ernannt wurde, lag der Marktanteil f\u00fcr Analogkameras in den USA nur noch bei 20 Prozent, f\u00fcnf Jahre zuvor waren es 80. In demselben Zeitraum sank die Anzahl der verkauften Rollfilme \u2013 Kodaks Haupteinnahmequelle \u2013 um 50 Prozent. Der Markttrend war offensichtlich, doch Kodak war nicht gewillt, sich anzupassen. Anstatt sich daran zu orientieren, was die Kunden wollten, beharrte die Firma auf ihren althergebrachten Gesch\u00e4ftsmodellen. Kamal Munir, Dozent f\u00fcr Strategie und Unternehmenspolitik an der Universit\u00e4t Cambridge, schrieb nach dem Konkurs von Kodak in The Wall Street Journal Europe: \u00bbNicht gewillt, das extrem lukrative Roll\u00acfilmgesch\u00e4ft mit seinen Bruttomargen von fast 70 Prozent aufzugeben, versuchte die Firma viele Jahre lang, das Leben des fotografischen Films durch kleinere Kameras, digital kodierten Film und Hybridtechnologien wie die Foto-CD zu verl\u00e4ngern.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Externe Daten hatten den Wechsel von der analogen zur digitalen Fotografie bereits zuverl\u00e4ssig aufgezeigt. Letzten Endes war Kodak aber ein Chemieunternehmen, das fotografischen Film herstellte und sich daher weigerte, umzusatteln. Anstatt in ein eigenst\u00e4ndiges digitales Gesch\u00e4ftsmodell zu investieren und die entsprechende Abteilung zu f\u00f6rdern, wurde sie dazu angehalten, Synergien mit dem Analogfilmgesch\u00e4ft herzustellen.<\/p>\n<p>Obwohl Kodak eine f\u00fchrende Rolle auf dem Fotografiemarkt hatte, schaffte das Unternehmen es nie, sich an der gewaltigen Wertsch\u00f6pfung auf dem digitalen Fotomarkt zu beteiligen. Und das, obwohl Kodak mit der Kodak Gallery einen der gr\u00f6\u00dften Online-Fotodienste besa\u00df! Laut PR-Managerin Liz Scanlon hatte diese Plattform zu ihrer Spitzenzeit im Jahr 2008 mehr als 60 Millionen Mitglieder und \u00bbverwaltete Milliarden von Fotos\u00ab. Nach Kodaks Konkurs 2012 wurde die Kodak Gallery f\u00fcr 23,8 Millionen US-Dollar an den Hauptrivalen Shutterfly verkauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-671187\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Outside-Insight_Cover_klein.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Outside-Insight_Cover_klein.jpg 402w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/murmann.Outside-Insight_Cover_klein-186x300.jpg 186w\" sizes=\"auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/p>\n<p><strong>J\u00f8rn Lyseggen: &#8222;Outside &#8211; Inside. Wie man im Datendschungel sein Business von morgen erkennt.&#8220; Murmann Verlag, 24,95 Euro.\u00a0<\/strong><span style=\"font-family: Calibri\"><a href=\"https:\/\/shop.murmann-verlag.de\/de\">https:\/\/shop.murmann-verlag.de\/de<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Instagram: Was geschieht, wenn externe Daten beachtet werden?<\/strong><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2010 beschaffte sich das Startup Burbn f\u00fcr seine gleichnamige App eine Finanzierung in H\u00f6he von 500 000 US-Dollar von Baseline Ventures und Andreessen Horowitz. Nach dem Vorbild von Foursquare sollte man \u00fcber Burbn seinen Freunden mitteilen k\u00f6nnen, wo man sich gerade befand (Check-ins), au\u00dferdem Fotos posten. Letztlich war diese App aber ein Flop.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Statt aufzugeben, arbeiteten die Gr\u00fcnder Kevin Systrom und Mike Krieger weiter an ihrer App. Dabei entdeckten sie, dass die Benutzer die Check-in-Funktion \u00fcberhaupt nicht nutzten, daf\u00fcr aber Fotos teilten. Also konzentrierten sie sich auf diesen Bereich.<br \/>\nBei der Beobachtung anderer Anbieter stellten sie fest, dass es eine Marktl\u00fccke zwischen der angesagten Plattform Hipstamatic mit ihren benutzerfreundlichen Filtern und Facebook gab \u2013 dessen Foto-App bot nicht so viele M\u00f6glichkeiten an.<br \/>\nAm 12. Oktober 2010 starteten Systrom und Krieger eine einfache App, mit der sich ein Bild mit nur drei Klicks ver\u00f6ffentlichen lie\u00df. Die Bilder waren \u00e4hnlich wie bei Kodak Instamatic und Polaroid auf ein quadratisches Format beschr\u00e4nkt, doch durch verschiedene leistungsstarke, mit einem einzigen Klick anwendbare Filter konnte das Original bearbeitet und verbessert werden. Die App nannte sich Instagram und hatte innerhalb von zwei Monaten bereits eine Million Benutzer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 2. Februar 2011 sicherte sich Instagram eine Finanzierung der Serie A (so nennt man im Silicon Valley die erste bedeutsame externe Finanzierungsrunde) in H\u00f6he von sieben Millionen US-Dollar. Unter den Investoren befanden sich unter anderem Twitter-Mitbegr\u00fcnder Jack Dorsey, der ehemalige Leiter f\u00fcr \u00bbSpecial Initiatives\u00ab bei Google Chris Sacca und der ehemalige CTO von Facebook Adam D\u2019Angelo. Der damalige Marktwert von Instagram: 25 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Instagram wuchs rasch und hatte schon am 26. September 2011 zehn Millionen Benutzer. Au\u00dferdem wurde es von Apple zur iPhone-App des Jahres 2011 gek\u00fcrt. Die Android-Version wurde bei ihrem Start auf Google Play am 3. April 2012 in noch nicht mal einem Tag mehr als eine Million Mal heruntergeladen. In derselben Woche beschaffte sich Instagram Mittel in H\u00f6he von 50 Millionen US-Dollar von den Risikokapitalgebern Sequoia Capital, Thrive Capital und Greylock Partners. Der Wert des Unternehmens stieg auf 500 Millionen US-Dollar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Erfolg von Instagram entging auch Mark Zuckerberg nicht. Mit 850 Millionen Benutzern war Facebook schon damals das gr\u00f6\u00dfte soziale Netzwerk der Welt. Im Februar 2012 hatte das Unternehmen den B\u00f6rsengang beantragt. Sein Wert wurde auf 100 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt, was es zu einer der gr\u00f6\u00dften Erstplatzierungen (Initial Public Offering, IPO) in der Geschichte von Technologieunternehmen machte. Trotz seines Erfolgs war Facebook auf der Mobilplattform jedoch zur\u00fcckgefallen, w\u00e4hrend Instagram den Rummel um das Teilen von Fotos ausnutzte. Instagram war damals ein sehr kleines Unternehmen mit nur etwa einem Dutzend Angestellten und erzielte keine Ertr\u00e4ge, dennoch f\u00fchlte sich Zuckerberg bedroht. Schon ein Jahr zuvor hatte er Kevin Systrom auf eine m\u00f6gliche \u00dcbernahme angesprochen, doch der lehnte ab, da er ein unabh\u00e4ngiges Unternehmen aufbauen wollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Montag, dem 9. April 2012 \u2013 drei Monate nach dem Bankrott von Eastman Kodak \u2013, erwarb Facebook Instagram f\u00fcr eine Milliarde US-\u00acDollar, teilweise in bar und teilweise in Anteilen. Es stehen zwar keine Informationen dar\u00fcber zur Verf\u00fcgung, welche Art von Recherchen Zuckerberg anstellte, um zu seiner Entscheidung zu kommen, doch es ist auff\u00e4llig, dass dieser Handel sechs Tage nach dem spektakul\u00e4ren Start von Instagram auf Google Play abgeschlossen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Zeitpunkt der Ein Milliarde Dollar Akquise hatte Instagram nur 27 Millionen Benutzer, weniger als halb so viele wie die Kodak Gallery. Daf\u00fcr verzeichneten die zwei Jungs ein beeindruckendes Wachstum und galten unter Investoren als \u00e4u\u00dferst lukrativ. Einen Tag nachdem sich Instagram Kapital in H\u00f6he von 50 Millionen US-Dollar beschafft hatte, traf sich Zuckerberg mit Systrom bei sich zu Hause im kalifornischen Palo Alto zu einer Unterredung zwischen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Danach geh\u00f6rte die sensationelle Fotosharing-App Zuckerberg, sein Angebot war so gut, dass Systrom nicht Nein sagen konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als die \u00dcbernahme bekannt wurde, erntete Zuckerberg jede Menge Kritik. Instagram war erst 18 Monate alt, hatte 13 Angestellte und warf keinen Profit ab. Die App hatte zwar 30 Millio\u00acnen Benutzer, doch die nutzten sie umsonst, und es gab keine Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Monetarisierung. Die Akquise sorgte offensichtlich f\u00fcr Unruhe unter den Anteilseignern von Facebook und den Vorstandsmitgliedern, die Zuckerberg f\u00fcr \u00bbunreif\u00ab hielten und meinten, er handele \u00bbzu sehr auf eigene Faust\u00ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Etwas mehr als drei Jahre sp\u00e4ter, im September 2015, hatte Instagram 400 Millionen Benutzer. In seiner Jahresendanalyse f\u00fcr 2015 sagte Mark Mahaney, Analytiker von RBC Capital Markets, voraus, dass Instagram f\u00fcr Facebook \u00bbdas Thema des Jahres 2016\u00ab sein werde, und sch\u00e4tzte den Ertrag aus dem Fotosharing auf zwei Milliarden US-Dollar. Und die Analytiker Justin Post und Joyce Tran von Bank of America Merrill Lynch sprachen von einem Marktwert zwischen 30 und 37 Milliarden US\u00ac-Dollar. Ihre Forschungen zeigten, dass Instagram nach Facebook das gr\u00f6\u00dfte soziale Netzwerk au\u00dferhalb Chinas war. In ihrem Bericht schrieben sie: \u00bbWenn Instagram so weitermacht und w\u00e4chst, dann wird Zuckerbergs Akquise f\u00fcr eine Milliarde US-Dollar im Jahr 2012 wie das gr\u00f6\u00dfte Schn\u00e4ppchen aller Zeiten aussehen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Werdegang von Instagram ist die Geschichte zweier Unternehmer, die aus einem anf\u00e4nglichen Fehlschlag in 18 Monaten ein Gesch\u00e4ft entwickelten, das sie f\u00fcr eine Milliarde US-Dollar verkaufen konnten, ohne auch nur einen einzigen US-Dollar Profit gemacht zu haben. Es ist auch die Geschichte eines globalen Giganten, der sehr genau auf den Wandel der Welt achtete. Im Vergleich zu Facebook war Instagram ein unbedeutendes Unternehmen, doch seine Zugkraft lie\u00df sich an dem Zuwachs der Benutzerzahlen erkennen \u2013 online einsehbar \u00fcber Dienste wie App Annie.<\/p>\n<p>Mark Zuckerberg, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Facebook, beachtete die Zeichen. W\u00e4hrend der st\u00fcrmischen Zeit, in der er mit seinem auf 100 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzten Unternehmen an die B\u00f6rse ging, erkannte er Instagram als m\u00f6gliche Bedrohung und k\u00fcmmerte sich sofort darum. Fotos geh\u00f6rten zu den attraktivsten Datentypen online, und wenn Instagram sein Benutzerwachstum fortsetzen k\u00f6nnte, w\u00fcrde es eines Tages sogar Facebook bedrohen. Zuckerbergs \u00bbVersicherungspr\u00e4mie\u00ab in H\u00f6he von einer Milliarde US-Dollar erwies sich schlie\u00dflich als \u00bbSchn\u00e4ppchen\u00ab. Sie machte Facebook zum globalen Gewinner auf dem Gebiet digitaler Fotos und festigte die Position von Facebook als unumstrittene K\u00f6nigin der sozialen Medien. Allein anhand seiner internen Finanzdaten h\u00e4tte Facebook keine Hinweise darauf finden k\u00f6nnen, dass im Fotosegment ein neuer Rivale erwuchs. Nur durch eine sorgf\u00e4ltige Untersuchung externer Daten war Zuckerberg in der Lage gewesen, die aufkommende Bedrohung durch Instagram zu erkennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahre 1609 erwarb sich Galileo Galilei Ruhm und Reichtum, indem er den Honoratioren von Venedig ein Fernrohr vor\u00ac f\u00fchrte. Mit diesem war es m\u00f6glich, Schiffe fr\u00fchzeitig zu erkennen. Die milit\u00e4rischen Vorteile dieser Technologie waren offensichtlich und wurden auch mit erheblichem Erfolg genutzt. Heute sind es externe Daten, die es Unternehmen erm\u00f6glichen, fr\u00fchzeitig die richtigen Schritte zu veranlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zum Autor: J\u00f8rn Lyseggen, norwegischer Entrepreneur, ist CEO und Gr\u00fcnder des SaaS-Unternehmens Meltwater und der Organisation Mest. Heute hat <a href=\"http:\/\/www.meltwater.com\">Meltwater<\/a> \u00fcber 2.000 Mitarbeiter weltweit und ist mit 60 Niederlassungen international vertreten.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug J\u00f8rn Lyseggen: &#8222;Outside &#8211; Inside. 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