{"id":671090,"date":"2019-07-09T12:00:34","date_gmt":"2019-07-09T10:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=671090"},"modified":"2019-07-09T18:47:10","modified_gmt":"2019-07-09T16:47:10","slug":"business-behaviour-im-umgang-mit-niederlaendern-entscheiden-tut-nicht-unbedingt-der-chef-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/07\/09\/business-behaviour-im-umgang-mit-niederlaendern-entscheiden-tut-nicht-unbedingt-der-chef-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Business Behaviour im Umgang mit Niederl\u00e4ndern: Entscheiden tut nicht unbedingt der Chef (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p><strong>So nah und doch so fremd: Sehr direkt, unperfektionistisch, urdemokratisch und pers\u00f6nlich sind die Niederl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_671183\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671183\" class=\"size-full wp-image-671183\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/amsterdam.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/amsterdam.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/amsterdam-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-671183\" class=\"wp-caption-text\">Amsterdam (Foto: JMBKPhotography)<\/p><\/div>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weil die Niederland so nah sind, scheint vieles vertraut. Dabei: Die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und den Niederlanden lassen etliche gemeinsamen Projekt scheitern. Janet Antonissen, interkulturelle Trainerin bei den gemeinn\u00fctzigen Carl Duisberg Centren* gibt Tipps, wo die Tretminen bei Verhandlungen mit dem viertwichtigsten Abnehmerland Deutschlands liegen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Business-Sprache &#8230; Englisch<\/strong><\/p>\n<p>Es f\u00e4ngt an mit der Sprache: Dass die meisten Niederl\u00e4nder Deutsch sprechen, ist ein Irrglaube. Als Deutscher sollte man mit ihnen lieber Englisch reden. Deutsch ist kein Pflichtfach mehr in niederl\u00e4ndischen Schulen; deutsches Fernsehen l\u00e4ngst nicht mehr angesagt. Auch wenn sich beide Sprachen \u00e4hneln, bevorzugt die niederl\u00e4ndische Gesch\u00e4ftswelt\u00a0 Englisch. Und wenn ein Gesch\u00e4ftspartner Deutsch spricht: Selbstverst\u00e4ndlich ist das nicht und das schnelle &#8222;Du&#8220; ist zwar in den meisten Branchen \u00fcblich. Die Distanz bleibt trotzdem bestehen, denn das niederl\u00e4ndische \u201eje\u201c entspricht dem englischen \u201eyou\u201c. Tipp: Lieber auf einem gemeinsamen Nenner beginnen und das Gespr\u00e4ch auf Englisch starten. Es kann als neutralere Verhandlungsbasis n\u00fctzlich sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_671105\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671105\" class=\"size-full wp-image-671105\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/Duisberg_Janet_Antonissen.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/Duisberg_Janet_Antonissen.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/Duisberg_Janet_Antonissen-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/07\/Duisberg_Janet_Antonissen-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-671105\" class=\"wp-caption-text\">Janet Antonissen (Foto: Carl Duisberg Centren)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gleich, gleicher, Niederlande<\/strong><\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Mark Rutte kommt mit dem Fahrrad zur Arbeit und die K\u00f6nigskinder besuchen staatliche Schulen. Denn in der niederl\u00e4ndischen Mentalit\u00e4t dreht sich alles um Gleichheit \u2013 auch im Gesch\u00e4ftsleben. Es herrschen flache Hierarchien, Titel sind eher zweitrangig, Bescheidenheit siegt. Oft trifft niederl\u00e4ndische Ungezwungenheit auf deutsche Formalit\u00e4t. Niederl\u00e4nder halten es gerade bei schwierigen Gespr\u00e4chen oder auch in Vortr\u00e4gen eher wie die Briten: Humor ist Trumpf.<\/p>\n<p>Wichtig: Man sollte seinen Gespr\u00e4chspartner aus dem Nachbarland trotzdem ernst nehmen. Im Gegensatz zu Deutschland trennen die Niederl\u00e4nder nicht so streng zwischen privat und gesch\u00e4ftlich. Unter dem Motto \u201eso l\u00e4sst es sich besser arbeiten\u201c ziehen diese einen pers\u00f6nlichen Umgang dem sachlichen Miteinander vor. Punkten Sie also mit einem lockeren Auftreten, verstehen Sie Spa\u00df und lassen Sie den Besserwisser zuhause.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sehr direkt &#8211; und auf Rabatte aus<\/strong><\/p>\n<p>Es klingt unglaublich, aber tats\u00e4chlich \u00fcbertreffen die Niederl\u00e4nder die Deutschen in Sachen Direktheit. Ohne Umschweife sprechen die andere auch auf unangenehme Details an und das sollte man nicht pers\u00f6nlich nehmen. Das bedeutet keinesfalls fehlende Sympathie. Niederl\u00e4nder bevorzugen Direktheit und vermeiden H\u00f6flichkeitsfloskeln. Diese scheinbar fehlende Diplomatie steht einem informellen Austausch untereinander nicht im Weg. Im Gegenteil: Die Niederl\u00e4nder tauschen sich mehr \u00fcber ihr Privatleben aus als man es in Deutschland gewohnt ist.<\/p>\n<p>Mein Tipp: Auch in Verhandlungen kommt diese Mischung aus Direktheit und Ungezwungenheit gut an. Stellen Sie sich zudem auf ein reges Verhandeln ein. Die Niederl\u00e4nder sind ein Handelsvolk und lieben Rabatte, \u201eExtras\u201c oder selbstgemachte \u201eSpezials\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum 100 Prozent geben, wenn 80 auch ausreichen<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr den deutschen Perfektionismus eher 110 als 100 Prozent ausreichend scheinen, gehen es unsere niederl\u00e4ndischen Nachbarn pragmatisch an. F\u00fcr das gew\u00fcnschte Optimum tun es dort auch schon 80 Prozent. So ist beim ersten Gesch\u00e4ftstreffen noch keine perfekte Vorbereitung eines Projekts gefragt. Kennenlernen und Austauschen ist das Ziel. Man kann sich drauf einrichten, dass man nach dem ersten Meeting nur mit einem groben Konzept nach Hause f\u00e4hrt. Details stehen sp\u00e4ter auf der Agenda.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Meetings: Gleiches Rede-Recht f\u00fcr alle &#8211; und das Sagen hat oft nicht der Chef<\/strong><\/p>\n<p>Besprechungen mit Holl\u00e4ndern brauchen viel Zeit. Denn jeder darf mitdiskutieren und alle sitzen im selben Boot. So geht kein Beitrag verloren und der Teamgeist w\u00e4chst. Der Nachteil: F\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse dauern Entscheidungsprozesse zu lang. Man sollte sich in Geduld \u00fcben und mehr Zeit ein als \u00fcblich einplanen. Auch sp\u00e4te R\u00fcckmeldungen k\u00f6nnen diesen Grund haben, das ist nicht zwangsl\u00e4ufig als Desinteresse zu werten. Schwierig ist es f\u00fcr Deutsche, bei solchen Besprechungen herauszufinden, wer das Sagen hat. Dies ist in den Niederlanden nicht zwangsl\u00e4ufig der Chef \u2013 denn dieser ist, im Gegensatz zu Deutschland, eher Generalist als Spezialist. Assistenten des Chefs sind unter Umst\u00e4nden genauso wichtig wie ihr Vorgesetzter, wenn es um Entscheidungen geht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vrijdagmiddagborrel: Der Freitagnachmittag gilt den Kollegen<\/strong><\/p>\n<p>In niederl\u00e4ndischen Firmen findet Freitagnachmittags das \u201evrijdagmiddagborrel\u201c, kurz \u201evrijmibo\u201c, statt. Ein informeller Umtrunk mit Kollegen,\u00a0 sei es in einer Kneipe mit ein paar Drinks oder im B\u00fcro mit H\u00e4ppchen wie Bitterballen. Man freut sich zusammen aufs Wochenende und pflegt pers\u00f6nliche Beziehungen im informellen Umgangston. Mein Tipp: Sogar die \u201evrijmibos\u201c anderer Gesch\u00e4ftspartner sind die Anreise wert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*Die Carl Duisberg Centren sind ein Dienstleistungsunternehmen f\u00fcr internationale Bildung und Qualifizierung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So nah und doch so fremd: Sehr direkt, unperfektionistisch, urdemokratisch und pers\u00f6nlich sind die Niederl\u00e4nder \u00a0 Weil die Niederland so nah sind, scheint vieles vertraut. 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