{"id":670777,"date":"2019-09-22T06:00:28","date_gmt":"2019-09-22T04:00:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=670777"},"modified":"2019-09-23T21:55:19","modified_gmt":"2019-09-23T19:55:19","slug":"daimler-und-benz-stiftung-vortrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/09\/22\/daimler-und-benz-stiftung-vortrag\/","title":{"rendered":"Daimler und Benz Stiftung: Wissenschaftler Johannes Vogel \u00fcber bedrohte Biodiversit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gastbeitrag von Johannes Schnurr von der Daimler und Benz Stiftung \u00fcber den Vortrag von Johannes Vogel, Professor f\u00fcr Biodiversit\u00e4t, Generaldirektor des Museums f\u00fcr Naturkunde in Berlin: <\/strong><strong>\u201eBedrohte Biodiversit\u00e4t? Was passieren muss, damit uns die Vielfalt des Lebens nicht verloren geht\u201c, zu h\u00f6ren.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_670790\" style=\"width: 474px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-670790\" class=\"size-full wp-image-670790\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/05\/DaimlerundBenz.Vogel_Johannes_Foto_privat.jpg\" alt=\"\" width=\"464\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/05\/DaimlerundBenz.Vogel_Johannes_Foto_privat.jpg 464w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/05\/DaimlerundBenz.Vogel_Johannes_Foto_privat-214x300.jpg 214w\" sizes=\"auto, (max-width: 464px) 100vw, 464px\" \/><p id=\"caption-attachment-670790\" class=\"wp-caption-text\">Johannes Vogel (Foto: Daimler und Benz Stiftung \/ privat)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Biodiversit\u00e4t: Die Vielfalt des Lebens erhalten<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten 3,8 Milliarden Jahre sei eine ungeheure Anzahl von Arten entstanden, die sich in gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit entwickelt h\u00e4tten. \u201eDas Leben funktionierte bisher in Kreisl\u00e4ufen und kommt selbst mit tiefgreifenden Umweltver\u00e4nderungen zurecht\u201c, so Professor Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums f\u00fcr Naturkunde \u2013 Leibniz-Institut f\u00fcr Evolutions- und Biodiversit\u00e4tsforschung (Berlin). Als Professor f\u00fcr Biodiversit\u00e4t und Wissenschaftsdialog an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin ber\u00e4t Vogel unter anderem die EU-Kommission und die Bundesregierung in Umweltfragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bedrohte Biodiversit\u00e4t? Was passieren muss, damit uns die Vielfalt des Lebens nicht verloren geht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sinkende Artenvielfalt, steigende Weltbev\u00f6lkerung<\/strong><\/p>\n<p>Als Teil der Natur und der nat\u00fcrlichen Stoffkreisl\u00e4ufe stehe der Mensch in Abh\u00e4ngigkeit von dieser ihn umgebenden biologischen Vielfalt. Mittlerweile jedoch gehe die Artenvielfalt dramatisch zur\u00fcck, was insbesondere einer expandierenden Land- und Forstwirtschaft, einer immer weiter ansteigenden Weltbev\u00f6lkerung und dem Klimawandel geschuldet sei, stellte Vogel fest. Dazu trage auch bei, dass der Mensch rund die H\u00e4lfte seines Kalorienbedarfs mit durchschnittlich nur vier Arten von Lebewesen decke und sich zunehmend einseitig ern\u00e4hre.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine Blumenwiesen, weniger Insekten, \u00fcberfischte Meere<\/strong><\/p>\n<p>Eine Agrarlandschaft, die nur noch aus W\u00e4ldern und Gr\u00fcnfl\u00e4chen bestehe, bef\u00f6rdere den aktuellen R\u00fcckgang der Artenvielfalt. Wo nichts bl\u00fche, gebe es keine Best\u00e4uber, wo keine Blumenwiesen gedeihen, fehle es auch an der Nahrungsgrundlage f\u00fcr zahlreiche Insekten und damit f\u00fcr V\u00f6gel. Zu Zeiten Luthers habe es noch rund 95 Prozent nat\u00fcrliche Vegetation und allenfalls 500 Millionen Menschen weltweit gegeben, heute gebe es weniger als 50 Prozent nat\u00fcrliche Vegetation und es leben etwa 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde \u2013 einhergehend mit einem weiter stark ansteigenden Ressourcenverbrauch. Insbesondere in den Meeren sei die Situation mittlerweile kritisch: Rund 90 Prozent der Best\u00e4nde seien \u00fcberfischt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erste Priorit\u00e4t: Forschung<\/strong><\/p>\n<p>Eine vordringliche Aufgabe sei es deshalb, m\u00f6glichst viele Arten wissenschaftlich zu bestimmen und zu erforschen, denn gegenw\u00e4rtig bestehe die Gefahr, dass wir die bestehende Biodiversit\u00e4t unseres Planeten schneller verl\u00f6ren, als sie zu entdecken. Es gelte derzeit eine mehrfache Krise zu bew\u00e4ltigen, da der starke R\u00fcckgang\u00a0nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume, das damit zusammenh\u00e4ngende Verschwinden vieler Tier- und Pflanzenarten, die mit intensiver und gro\u00dfr\u00e4umiger Landwirtschaft einhergehende Land- und Bodenzerst\u00f6rung sowie die globale Klimaerw\u00e4rmung sich in ihren Effekten verst\u00e4rkten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00fcrger m\u00fcssen begeistert werden f\u00fcr Natur und Biodiversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Welt muss deshalb vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zusammenarbeiten. Das k\u00f6nnen wir beispielsweise durch Einrichtungen, die die Biodiversit\u00e4t erforschen, erreichen\u201c, so Vogel. \u201eAuch eine nachhaltige \u00f6kologische Wirtschaft ist m\u00f6glich, die finanziellen Ressourcen dazu sind vorhanden.\u201c Dabei gen\u00fcge es ausdr\u00fccklich nicht, auf die Verantwortung vermeintlicher Entscheidungstr\u00e4ger zu verwesen: \u201eEs kommt nicht nur auf die Politik und die Unternehmen an, sondern besonders auf das Handeln jedes Einzelnen von uns.\u201c Wichtig sei es deshalb, das Thema Naturschutz in die \u00d6ffentlichkeit zu bringen. \u201eDas ist eine wichtige Aufgabe von uns Forschern: Wir m\u00fcssen die Motivation bei den B\u00fcrgern wecken und sie f\u00fcr die Bedeutung der Natur und der Biodiversit\u00e4t begeistern.\u201c Der Umgang mit Natur sei immer auch emotional, hier liege ein wichtiger Hebel zur gesellschaftlichen Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Herr Professor Vogel \u2013 drei kurze Fragen zur aktuellen Situation an Sie:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche Entwicklung macht Ihnen am meisten Angst?<\/strong><\/p>\n<p>Ungleichheit und Naturzerst\u00f6rung scheinen sich irgendwie parallel zu entwickeln \u2013 beide zerst\u00f6ren unsere nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen und die demokratische Wissensgesellschaft. Aber auf diesen beiden Grundbedingungen beruht unser gutes Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Entwicklung macht Ihnen am meisten Hoffnung?<\/strong><\/p>\n<p>Dass so viele Menschen (rund 700.000 bis 800.000 pro Jahr) zu uns ins Museum f\u00fcr Naturkunde Berlin kommen und in all die anderen tollen Naturkundemuseen in Deutschland. Und nat\u00fcrlich: Wie viele verschiedene Menschen an konstruktiver Ver\u00e4nderung im Pers\u00f6nlichen, Gemeinschaftlichen, Wirtschaftlichen oder Politischen arbeiten, um die notwendigen und dringenden Ver\u00e4nderungen zu bewirken oder anzumahnen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was kann ich konkret tun, um Natur zu sch\u00fctzen?<\/strong><\/p>\n<p>Weg vom Fleisch und leider auch vom (Meeres-)Fisch, weg vom Fliegen, hin zur Bahn (mit der ich gekommen und wieder abgereist bin!) und blo\u00df nicht vergessen: \u201aStreamen ist das neue Fliegen\u2018. Die Daimler AG besch\u00e4ftigt so viele kluge K\u00f6pfe: Alle m\u00f6gen beim Umbau zur Nachhaltigkeit des Wirtschaftens in der demokratischen Wissensgesellschaft mitmachen \u2013 es macht Spa\u00df!<\/p>\n<p><strong>Audio-Video-Podcast: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PBCiPmERSbA\">www.youtube.com\/watch?v=PBCiPmERSbA<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-thumbnail wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_671683\" style=\"width: 160px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-671683\" class=\"size-thumbnail wp-image-671683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/09\/IMG-20190906-WA0016-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><p id=\"caption-attachment-671683\" class=\"wp-caption-text\">Blogger-Relevanz-Index 2019: Blogs von Frauen<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Johannes Schnurr von der Daimler und Benz Stiftung \u00fcber den Vortrag von Johannes Vogel, Professor f\u00fcr Biodiversit\u00e4t, Generaldirektor des Museums f\u00fcr Naturkunde in Berlin: \u201eBedrohte Biodiversit\u00e4t? Was passieren muss, damit uns die Vielfalt des Lebens nicht verloren geht\u201c, &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/09\/22\/daimler-und-benz-stiftung-vortrag\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[8654,8651,5528,7527,8650,8652,8653],"class_list":["post-670777","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-artenvielfalt","tag-biodiversitaet","tag-daimler-und-benz-stiftung","tag-johannes-schnurr","tag-johannes-vogel","tag-ueberbevoelkerung","tag-ueberfischen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/670777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=670777"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/670777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":671819,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/670777\/revisions\/671819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=670777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=670777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=670777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}