{"id":670198,"date":"2019-03-19T01:38:01","date_gmt":"2019-03-19T00:38:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=670198"},"modified":"2019-03-19T16:16:00","modified_gmt":"2019-03-19T15:16:00","slug":"equal-pay-day-und-die-21-prozentige-lohnluecke-aus-der-simsalabim-eine-sechs-prozentige-wird-obwohl-viele-frauen-gar-keine-kinder-haben-oder-keine-auszeit-kennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/03\/19\/equal-pay-day-und-die-21-prozentige-lohnluecke-aus-der-simsalabim-eine-sechs-prozentige-wird-obwohl-viele-frauen-gar-keine-kinder-haben-oder-keine-auszeit-kennen\/","title":{"rendered":"Equal Pay Day und die 21-prozentige Lohnl\u00fccke, aus der &#8211; simsalabim &#8211; eine sechs-Prozentige wird. Obwohl viele Frauen gar keine Kinder haben oder keine Auszeit kennen."},"content":{"rendered":"<p><strong>Gleichbehandlung: Wenn Fiktionen ungerecht behandelte Menschen ein zweites Mal kr\u00e4nken und herabw\u00fcrdigen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-666552\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/11\/boss.schuhe-e1511721056502.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/11\/boss.schuhe-e1511721056502.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/11\/boss.schuhe-e1511721056502-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/11\/boss.schuhe-e1511721056502-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Vorzeichen aber nun ganz andere sind?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Da schreibt als eine von vielen beispielsweise auch die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/equal-pay-day-unfaire-bezahlung-1.4371225\">&#8222;S\u00fcddeutsche Zeitung&#8220; zum Equal Pay Day: <\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Allerdings handelt es sich bei den\u00a0<span class=\"nowrap\">21<\/span>\u00a0Prozent um eine &#8222;unbereinigte&#8220; Gehaltsl\u00fccke. Dem Statistischen Bundesamt nach verdiente eine Frau im vergangenen Jahr im Schnitt\u00a0<span class=\"nowrap\">17,09<\/span>\u00a0Euro in der Stunde, ein Mann\u00a0<span class=\"nowrap\">21,60<\/span>\u00a0Euro. Nicht ber\u00fccksichtigt ist allerdings, dass Frauen l\u00e4ngere Kinderpausen machen, h\u00e4ufiger in Teilzeit arbeiten und seltener F\u00fchrungspositionen erreichen. Tendenziell w\u00e4hlen Frauen zudem schlechter bezahlte Branchen und Berufe. So finden sich mehr M\u00e4nner in gut bezahlten technischen Berufen in der Industrie, aber mehr Frauen in schlecht bezahlten sozialen Berufen und im\u00a0Dienstleistungssektor.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mal ganz langsam rekapituliert:<\/p>\n<p>Da tut sich ein Unterschied von 21 Prozent beim Lohn auf, der ist erst mal da.<\/p>\n<p>Dann versucht man den Unterschied &#8222;zu bereinigen&#8220;, irgendwie fiktiv. By the way: Welcher Mensch hat sich eigentlich genau diese merkw\u00fcrdigen Fiktionen ausgedacht? \u00a0In der Folge verteilt man gro\u00dfz\u00fcgig Grundannahmen &#8211; und ulkigerweise auch auf diejenigen, auf die sie nicht zutreffen. Was ist das f\u00fcr ein Taschenspielertrick? Der sich schon wieder gegen die \u00dcbervorteilten richtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frau = Mutter? nein, durchaus nicht<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt kommt die erste irrige Grundannahme Frau = Mutter. Schon falsch. Frau ist nicht\u00a0 dasselbe wie Mutter. 20 Prozent der Frauen bekommen n\u00e4mlich gar keine Kinder in ihrem Leben. Was, bittesch\u00f6n, gibt es bei den 20 Prozent zu &#8222;bereinigen&#8220;? Es ist immerhin jeder f\u00fcnfte Frau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auszeit f\u00fcr alle Frauen? Oh nein<\/strong><\/p>\n<p>Die zweite irrige Grundannahme ist: Alle berufst\u00e4tigen M\u00fctter nehmen irgendwelche l\u00e4ngeren Auszeiten nach der Geburt. Manche konnten und\/oder wollten es auch definitiv nicht, weil sie wom\u00f6glich Hauptern\u00e4hrerin sind. Weil ihr volles Gehalt unverzichtbar war. Oder weil sie ihre Karriere nicht gef\u00e4hrden wollen.<\/p>\n<p>Es gibt durchaus angestellte Frauen, die nur in der gesetzlich vorgeschriebene Auszeit nach einer Geburt von acht Wochen nicht zur Arbeit antreten.<\/p>\n<p>Vor allem: Schon in die Sechs-Wochen-Frist vor der Geburt ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Frau darf n\u00e4mlich auch weiterarbeiten bis zur Geburt. Es ist passiert \u00fcbrigens gar nicht so selten. Ich hab\u00b4s getan und gerade von erfolgreichen Anw\u00e4ltinnen habe ich es \u00f6fter geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Acht Wochen Arbeitsverbot und schwupps, Diskriminierung lebenslang<\/strong><\/p>\n<p>So manche Frauen fallen also nur acht Wochen je Kind aus. Das ist die gesetzlich vorgeschriebene Minimal-Aussetz-Zeit. Und wieder die Frage: Was gibt es bei diesen Frauen zu &#8222;bereinigen&#8220;?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zahl, die die Statistiker uns vorenthalten<\/strong><\/p>\n<p>Wie hoch die Zahl der zweiten Gruppe ist, sollten mal die Statistiker verraten, denn die m\u00fcsste man zu den 20 Prozent der Nicht-M\u00fctter hinzu addieren und von all den Fiktionen verschonen.<\/p>\n<p>Wie kommt es eigentlich an bei Frauen, die entweder keine Kinder haben oder nur acht Wochen ausgefallen sind, aber nun &#8222;bereinigt&#8220; werden? Bei mir kommt es wie eine zus\u00e4tzlich Kr\u00e4nkung an, die zur Diskriminierung hinzukommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00c4hnliches gilt f\u00fcr den Rest der lustigen Annahmen zur Diskriminierungs-Kleinrederei.<\/p>\n<p>Viele Frauen arbeiteten auch nie Teilzeit und m\u00fcssen sich auch nicht vorwerfen lassen, in typischen Frauenberufen zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Immer geschuftet &#8211; und dann trotzdem bereinigt\/diskriminiert?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenn also auf etliche Frauen keins dieser fiktiven Vorzeichen zutrifft, was dann? Sie m\u00fcssen akzeptieren, dass ihre Diskriminierung einfach mal schnell zerredet wird? Obwohl sie sie durchaus auf dem gar nicht fiktiven Bankkonto sehen, Monat f\u00fcr Monat? All diese Frauen schweigen, richtig? Ich jedenfalls habe kein Wutgeheul ob dieser neuerlichen, zweiten Diskriminierung bislang wahrgenommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>PS: Und was ich wirklich ungeheuerlich finde, ist, wenn Top-Managerinnen in dieselbe Kerbe schlagen. Wenn sie &#8211; statt andere Frauen zumindest nicht auszubremsen &#8211; sofort mit der M\u00fctter-Karte gegen alle Frauen auftrumpfen. Auch gegen Frauen ohne Kinder.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wenn sie, immer wenn es ums Thema Frauenf\u00f6rderung ( ja genau, die F\u00f6rderung ANDERER Frauen) geht, sofort im selben Atemzug von Kinderbetreuung reden, die leiderleider in Deutschland Karrieren bremsen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Diese klugen Frauen haben n\u00e4mlich durchaus den Intellekt, zu erkennen, dass jede f\u00fcnfte Frau gar keine Kinder hat. Komisch, dass auch die an der gl\u00e4sernen Decke scheitern, gell? Dabei k\u00f6nnten sie sie doch f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Und sie ignorieren, dass selbst die Kinderaufzuchtzeit<\/p>\n<p>a) jedenfalls f\u00fcr gut bezahlte Frauen, F\u00fchrungskr\u00e4fte und Managerinnen, kein Problem mehr ist und<\/p>\n<p>b) auch M\u00fctter nach einigen Jahren zur Karriere antreten k\u00f6nnen und wollen. So wie die Managing-Partnerin einer Gro\u00dfkanzlei, die dann den Job antrat, als ihre vier (!) Kinder aus dem Gr\u00f6bsten raus waren. Ich habe mich gefreut, sie in der neuen Chambers-Liste der erfolgreichsten deutschen Anw\u00e4lte zu entdecken, die vor wenigen Tagen auch hier im Management-Blog erschien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/tag\/chambers-anwaelte-raning-2\/\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/tag\/chambers-anwaelte-raning-2\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/03\/07\/chambers-anwaelte-ranking-2019-exklusiv-welche-top-juristen-internationales-ansehen-geniessen-1\/\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/03\/07\/chambers-anwaelte-ranking-2019-exklusiv-welche-top-juristen-internationales-ansehen-geniessen-1\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleichbehandlung: Wenn Fiktionen ungerecht behandelte Menschen ein zweites Mal kr\u00e4nken und herabw\u00fcrdigen &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Wenn die Vorzeichen aber nun ganz andere sind? 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