{"id":669647,"date":"2019-01-29T06:30:06","date_gmt":"2019-01-29T05:30:06","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=669647"},"modified":"2019-01-28T23:08:27","modified_gmt":"2019-01-28T22:08:27","slug":"krisenmanager-und-insolvenzverwalter-malte-koester-der-fels-in-der-brandung-und-sechs-andere-erfolgsgeheimnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/01\/29\/krisenmanager-und-insolvenzverwalter-malte-koester-der-fels-in-der-brandung-und-sechs-andere-erfolgsgeheimnisse\/","title":{"rendered":"Der Fels in der Brandung und sechs andere Erfolgsgeheimnisse von Krisenmanager und Insolvenzverwalter Malte K\u00f6ster"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich findet man Malte K\u00f6ster in der Rubrik Insolvenzverwalter, genauer gesagt unter den Top-Anw\u00e4lten der Republik (<a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/finanzen\/steuern-recht\/wiwo-top-kanzleien-die-besten-anwaelte-fuer-insolvenzen\/23141802.html\">siehe WiWo Oktober 2018<\/a>). Denn er ist anders als die anderen Juristen, die Unternehmen in der Pleite meistens nur noch abwickeln. Verwalter eben, eher Abwickler. Doch der Bremer K\u00f6ster aus der Soziet\u00e4t Willmerk\u00f6ster hat sich einen Namen gemacht als Krisenmanager, der die Mehrzahl seiner Unternehmen rettet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-669711\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Dr-Malte-Koester.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"549\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Dr-Malte-Koester.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Dr-Malte-Koester-300x253.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Dr-Malte-Koester-355x300.jpg 355w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn\u00b4s lichterloh brennt<\/strong><\/p>\n<p>Er kommt \u2013 im Auftrag des Gerichts \u2013 ins Spiel, wenn es lichterloh brennt im Unternehmen, muss alles in geregelte Bahnen bringen und einen Investor finden: Dann muss er noch am selben Tag die F\u00fchrung vor Ort \u00fcbernehmen. Als erstes spricht er kurz mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, um die n\u00f6tigsten Infos zu bekommen und muss als n\u00e4chstes vor die versammelte Belegschaft treten. Sein Erfolgsgeheimnis als Krisenmanager sind &#8211; au\u00dfer immer authentisch zu bleiben \u2013 sechs Punkte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erstens<\/strong> muss man ehrlich sein, nur das versprechen, was man auch halten kann und \u201ekeinesfalls etwas vom Pferd erz\u00e4hlen\u201c. Wenn die Mitarbeiter das Gef\u00fchl haben, sie werden betuppt, funktioniere es nicht. Er darf ihnen keinesfalls etwas vormachen, egal ob positiv oder negativ. Zum Beispiel dass wom\u00f6glich Arbeitspl\u00e4tze verloren gehen und schlimmstenfalls der Betrieb geschlossen werden muss. Was aber nicht sein muss: Das taktische Gepl\u00e4nkel mit neuen Investoren und den jeweiligen Stand der Verhandlungen eins zum eins zu referieren. Wenn etwa Investoren das Unternehmen schlecht reden, um den Kaufpreis zu dr\u00fccken. Da ist die Grenze reicht: \u201eEs hilft nicht, alles und v\u00f6llig transparent zu erz\u00e4hlen, wenn die anderen es nicht einordnen k\u00f6nnen und es f\u00fcr sich auch keinen Mehrwert hat.\u201c Nat\u00fcrlich wollen alle wissen, mit wem Verhandlungen laufen und was ein Investor vorhaben mag, aber das darf erst berichtet werden, wenn es spruchreif ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zweitens<\/strong> muss er Stressresistenz ausstrahlen. Wer selbst genervt wirkt, macht keinen guten Eindruck und ist f\u00fcr den Krisenfall ungeeignet, weil sich das \u00fcbertr\u00e4gt. K\u00f6ster achtet darauf, Ruhe auszustrahlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drittens<\/strong> muss der Krisenmanager der Fels in der Brandung sein. Schlie\u00dflich sollen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Betriebsrat und Mitarbeiter zu ihm Vertrauen fassen. Oft findet er schon Vertrauensprobleme zwischen der F\u00fchrung und den Angestellten vor, sagt K\u00f6ster. Dann muss er allen klar machen, dass er nicht die Ursache der Krise ist, sondern die Konsequenz. Kommt er ins Unternehmen gibt es meistens schon ein l\u00e4nger andauerndes F\u00fchrungsvakuum, so nennt er es. Dann sind die Mitarbeiter bereits \u201eausgehungert\u201c und froh, wenn einer kommt, dem sie vertrauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viertens<\/strong> braucht ein Krisenmanager Entscheidungsfreude und Konsequenz. \u201eTypischerweise habe ich unglaublich wenig Zeit, bin unter sehr hohem Zeitdruck, ich muss umso entscheidungsfreudiger sein und daran auch festhalten \u2013 auch wenn er auf unsicherer Entscheidungsbasis urteilen muss: Zum Beispiel ob Ware an Kunden auszuliefern ist oder nicht. Manchmal bleibt ihm nur sein Bauchgef\u00fchl, um wie viel Geld geht es. Aber am wichtigsten ist, dass der Betrieb weitergeht. Ja nicht herumlavieren, ist die Devise. Auch wenn ich nicht wei\u00df, was ich will, darf ich mich so f\u00fchlen, es aber nicht zeigen, wei\u00df K\u00f6ster.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Punkt <strong>f\u00fcnf<\/strong> gilt der Teamf\u00e4higkeit und F\u00fchrungsst\u00e4rke: Krisenmanagement ist keine One-Man-Show, man muss delegieren k\u00f6nnen. Auch wenn ich am Ende des Tages entscheide und daf\u00fcr einstehen muss, sagt K\u00f6ster. \u00c4hnlich wie ein Influencer m\u00fcsse er die Menschen hinter sich bringen und aufs Ziel einschw\u00f6ren. Egal ob Belegschaft, Betriebsrat, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, Kunden oder Lieferanten. K\u00f6ster muss so viel Zuversicht vermitteln, dass sie ihm freiwillig folgen. Denn: Gehen ihm die Mitarbeiter ausgerechnet in dieser schweren Zeit von der Fahne und wechseln weg, obwohl jeder gebraucht wird, wird die Sanierung umso schwerer. Gute Facharbeiter finden n\u00e4mlich im Handumdrehen eine neue Stelle. Schon \u00f6fter hat er k\u00fcndigende Mitarbeiter mit einem neuen Arbeitsvertrag in der Tasche \u00fcberzeugt, noch drei Monate l\u00e4nger zu bleiben \u2013 und sp\u00e4ter blieben sie dann doch an Bord.<\/p>\n<p>Ganz wichtig ist dabei die funktionierende Kommunikation. Der Krisenmanager muss wissen, wie es um die Kundenzufriedenheit steht. Kein Manager gibt ehrlich zu und gesteht, \u201eja, wir haben ein Qualit\u00e4tsproblem\u201c. Und genau das muss K\u00f6ster herausbekommen, um sich drauf einstellen zu k\u00f6nnen, bevor er die Kunden anruft<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der <strong>sechste<\/strong>\u00a0Punkt ist Menschenkenntnis. Sie bedeutet beispielsweise, nicht auf Einfl\u00fcsterer hereinzufallen, die es \u00fcberall zuhauf gebe. Auch in dieser unseligen Gemengelage haben Menschen ihre eigenen Interessen, die nicht dieselben des Unternehmens sein m\u00fcssen. Da gibt es Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, die K\u00f6ster gleich sagen, was er von welchem Mitarbeiter zu halten hat. Und denen er diplomatisch beibringen muss, dass er sich lieber ein eigenes Bild mache. Denn der Bremer w\u00e4re nicht gut beraten, wenn er es sich mit dem Top-Management verdirbt. K\u00f6sters Motto: Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch den Betrieb, lasse mich keinesfalls absorbieren. Schlie\u00dflich gebe es auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, die ihre eigenen Flops vertuschen wollten. Nur: Menschenkenntnis kann man nicht lernen. Man kann nur trainieren, auf sich selbst und sein Bauchgef\u00fchl zu h\u00f6ren, so der Insolvenzverwalter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine Insolvenz hat immer mehrere Ursachen<\/strong><\/p>\n<p>Sein Res\u00fcmee aus vielen miterlebten Krisen: Insolvenzen haben nie nur eine einzige Ursache. F\u00fcr seinen neuesten Fall, Atlas Componance, muss K\u00f6ster jetzt laufend ins Schwabenland fliegen. Die Firma stellt Komponenten f\u00fcr Bagger her und schon an seinem ersten Einsatztag ging es Schlag auf Schlag. Als der Anruf vom Gericht mit dem \u201eGo\u201c kam, sa\u00df K\u00f6ster schon 90 Minuten sp\u00e4ter im Flugzeug nach Stuttgart. Vier Stunden sp\u00e4ter lief das erste Gespr\u00e4ch mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, gleich danach mit dem Betriebsrat und f\u00fcnf St\u00fcnden nach dem \u201eGo\u201c trat er bereits vor die 110 Mitarbeiter. Die Gesellschafter hatten die Firma schon schlie\u00dfen wollen, K\u00f6ster hatte sich auf aggressive Stimmung gefasst gemacht. Doch als er die Schlie\u00dfungsentscheidung zur\u00fcck nahm, machte sich Erleichterung in der Belegschaft breit. Die Aggressivit\u00e4t verflog und man fasste Vertrauen zu ihm, erz\u00e4hlt er.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich findet man Malte K\u00f6ster in der Rubrik Insolvenzverwalter, genauer gesagt unter den Top-Anw\u00e4lten der Republik (siehe WiWo Oktober 2018). Denn er ist anders als die anderen Juristen, die Unternehmen in der Pleite meistens nur noch abwickeln. Verwalter eben, eher &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/01\/29\/krisenmanager-und-insolvenzverwalter-malte-koester-der-fels-in-der-brandung-und-sechs-andere-erfolgsgeheimnisse\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[7995,551,7990,3395,7994],"class_list":["post-669647","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-atlas-componance","tag-insolvenzverwalter","tag-krisenmanager","tag-malte-koster","tag-willmerkoester"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=669647"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":669715,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669647\/revisions\/669715"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=669647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=669647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=669647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}