{"id":669639,"date":"2019-01-22T18:36:22","date_gmt":"2019-01-22T17:36:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=669639"},"modified":"2019-01-22T22:47:44","modified_gmt":"2019-01-22T21:47:44","slug":"davos-2019-2-cnn-moderatorin-julia-chatterley-ueber-unternehmen-wie-microsoft-amazon-und-blackstone-die-probleme-rascher-loesen-als-regierungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/01\/22\/davos-2019-2-cnn-moderatorin-julia-chatterley-ueber-unternehmen-wie-microsoft-amazon-und-blackstone-die-probleme-rascher-loesen-als-regierungen\/","title":{"rendered":"Exklusiv Davos 2019 (2): CNN-Moderatorin Julia Chatterley \u00fcber Unternehmen wie Microsoft, Amazon und Blackstone, die Probleme rascher l\u00f6sen als Regierungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Exklusiv f\u00fcr den Management-Blog vom Weltwirschaftsgipfel (WEF) aus Davos von Julia Chatterley, CNN-Wirtschaftskorrespondentin und Anchor von &#8222;First Move&#8220;:\u00a0 Wirtschaftslenker und Unternehmen &#8211; und nicht die Politiker &#8211; sind Schl\u00fcssel f\u00fcr Probleml\u00f6sungen der Zukunft und Erschlie\u00dfung der Vierten Industriellen Revolution.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_669642\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669642\" class=\"size-full wp-image-669642\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Chatterley.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Chatterley.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Chatterley-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/Chatterley-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-669642\" class=\"wp-caption-text\">Julia Chatterley (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Politik ger\u00e4t ins Stocken &#8211; doch die Wirtschaft kann die L\u00fccke schlie\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein ernstzunehmendes Vakuum in der politischen F\u00fchrung: Trump, May und Macron haben abgesagt<\/strong><\/p>\n<p>Die politischen Teilnehmer des diesj\u00e4hrigen Treffens in Davos fallen wie Dominosteine. Auf Donald Trumps Absage folgte die gesamte Delegation des Wei\u00dfen Hauses, dann Theresa May und Emmanuel Macron &#8211; ganz zu schweigen von jenen, die sich erst gar nicht angemeldet hatten, etwa Xi Jinping oder Justin Trudeau.<\/p>\n<p>Trumps R\u00fcckzug war ein Schritt, der Aufmerksamkeit erregte und haupts\u00e4chlich von der Innenpolitik beeinflusst wurde. Aber seine Absage reflektiert auch ein breiteres Thema: ein Vakuum in der politischen F\u00fchrung auf der ganzen Welt, das zunehmend gr\u00f6\u00dfer wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Politik heute: Im Netz der Unzufriedenheit<\/strong><\/p>\n<p>Fragmentiert, gespalten, gel\u00e4hmt, kurzsichtig, ineffektiv, instabil, dogmatisch: die Politik im Jahr 2019 f\u00fchlt sich an, als sei sie im Netz der Unzufriedenheit gefangen. Amerikaner sehen zu, wie ihre F\u00fchrer sich weigern, inmitten eines l\u00e4hmenden Shutdowns zusammenzuarbeiten; Briten blicken staunend auf die Unf\u00e4higkeit ihrer Regierung, einen entscheidenden Schritt in Sachen Brexit zu wagen \u2013 die Politik spiegelt geteilte Nationen wider.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_669617\" style=\"width: 612px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669617\" class=\"size-full wp-image-669617\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/2019.CNN_Davos002.jpg\" alt=\"\" width=\"602\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/2019.CNN_Davos002.jpg 602w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/2019.CNN_Davos002-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/2019.CNN_Davos002-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><p id=\"caption-attachment-669617\" class=\"wp-caption-text\">WEF in Davos (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kaum Zeit, um \u00fcber die Zukunft nachzudenken<\/strong><\/p>\n<p>In Europa zeigen Wahlschocks von Deutschland bis Schweden, dass die politische Rechte zunehmend an Bedeutung gewinnt. In Frankreich sieht sich Pr\u00e4sident Macron mit w\u00fctenden Protesten gegen seine Wirtschaftsreformen konfrontiert. Auch die Schwellenl\u00e4nder sind nicht immun. Brasiliens Wachstum wurde durch nagende politische Unruhen untergraben, w\u00e4hrend China mit einem verlangsamten Wachstum konfrontiert wird und sich einen Krieg der Worte und Z\u00f6lle mit den Vereinigten Staaten liefert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Vierte Industrielle Revolution<\/strong><\/p>\n<p>Die Delegierten, die dieses Jahr f\u00fcr das Weltwirtschaftsforum in die Schweizer Berge reisen, werden erneut aufgefordert, sich mit den Auswirkungen einer Vierten Industriellen Revolution zu befassen &#8211; einem Konzept, das von WEF-Gr\u00fcnder Klaus Schwab vorgestellt wurde. Neben grenzenlosen M\u00f6glichkeiten warnt der Davoser Pionier vor einer m\u00f6glichen Krise durch schnell aufkommende neue Technologien. Wenn die politischen Entscheidungstr\u00e4ger jedoch nur den Luxus der Zeit h\u00e4tten, sich auch damit zu befassen. Im Moment scheint es in der Welt nur wenige F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten zu geben, die in der Lage sind, \u00fcber die Zukunft nachzudenken. Sie sind n\u00e4mlich von Herausforderungen \u00fcberfordert, die heute ihre Aufmerksamkeit erfordern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wirtschaftslenker als Philantropen?<\/strong><\/p>\n<p>Stattdessen reagiert die Wirtschaftselite auf die Aufforderung zum Handeln \u2013 viele von ihnen werden diese Woche in Davos anwesend sein. Ihre Bem\u00fchungen gehen in die richtige Richtung, denn 2018 war ein herausragendes Jahr was philanthropische Aktivit\u00e4ten betrifft. Von der Gesundheitsversorgung bis zur Bildung, von Investitionen in k\u00fcnstliche Intelligenz bis hin zur Verteidigung der freien Presse und Anhebung des Mindestlohns: Unternehmen t\u00e4tigten Investitionen, um echte Ver\u00e4nderungen zu bewirken.<\/p>\n<p>Um den CFO von Morgan Stanley diese Woche zu zitieren, mag das vierte Quartal zwar ein \u201echaotisches Ende\u201c gehabt haben. Der Wert von Unternehmen wie Apple, Google und Amazon \u00fcbersteigt jedoch immer noch den ganzer Nationen. Der Reichtum von Jeff Bezos allein ist vergleichbar mit L\u00e4ndern wie Marokko, der Ukraine oder Kuwait. Und im Gegensatz zu Regierungen k\u00f6nnen diese Unternehmen und Einzelpersonen schnell handeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen sind schneller als Regierungen: Microsoft, Amazon Blackstone<\/strong><\/p>\n<p>So hat Microsoft diese Woche eine Summe von 500 Millionen Dollar zugesagt, um die Krise rund um bezahlbare Wohnungen in Seattle anzugehen. Ende letzten Jahres erh\u00f6hte Amazon, ein Unternehmen, das in den letzten Jahren zum Inbegriff f\u00fcr schlecht bezahlte und qualitativ schlechte Arbeit geworden war, seinen Mindestlohn in den USA und Gro\u00dfbritannien. Dadurch \u00fcbt Amazon wiederum Druck aus auf andere, die dringend Arbeitskr\u00e4fte ben\u00f6tigen, seinem Beispiel zu folgen. Stephen Schwarzman, CEO der Blackstone Group, spendete 350 Millionen Dollar, um beim Aufbau eines College f\u00fcr Datenverarbeitung und k\u00fcnstliche Intelligenz am MIT zu helfen. In Anbetracht der Herausforderung explodierender Gesundheitskosten haben die CEOs von Berkshire Hathaway, Amazon und JPM ihre Kr\u00e4fte geb\u00fcndelt, um das Problem anzugehen. Wie auch immer ihre Motive sein m\u00f6gen \u2013 sie unternehmen zumindest etwas.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Werte r\u00fccken in den Vordergrund<\/strong><\/p>\n<p>Studien zeigen, dass Millennials Arbeitgeber suchen, die mit ihren pers\u00f6nlichen Werten im Einklang stehen. Gro\u00dfe Unternehmen in den Vereinigten Staaten beziehen mittlerweile politische Stellungen zu Themen wie Waffenkontrolle und Polizeibrutalit\u00e4t bis hin zur gleichgeschlechtlichen Ehe. Die Risiken, so haben Marken wie Nike entschieden, sind es wert. Sie kennen ihr Publikum und ihre Kunden. Als die Vereinigten Staaten ank\u00fcndigten, dass sie sich aus den Pariser Klimaabkommen zur\u00fcckziehen w\u00fcrden, waren sich Unternehmen wie Tesla, Disney und Goldman Sachs einig, dass sie den Schritt verurteilen und sich verpflichten, den Kampf gegen den Klimawandel fortzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sir Titus Salt als Vorbild<\/strong><\/p>\n<p>Sollten noch Zweifel bestehen, kann sich die globale Elite in Davos vielleicht von einer Pers\u00f6nlichkeit aus der ersten industriellen Revolution inspirieren lassen. Titus Salt, vor mehr als 200 Jahren in England geboren, baute ein riesiges Textilimperium auf. Im Bestreben, seine Mitarbeiter aus der Armut zu befreien und Zugang hinsichtlich Wohnraum, Bildung und Gesundheitsversorgung zu erm\u00f6glichen, verlegte er sein Unternehmen in l\u00e4ndliche Gebiete au\u00dferhalb der Stadt Bradford. Dort baute er H\u00e4user, ein Krankenhaus, eine Bibliothek, eine Schule und andere Einrichtungen f\u00fcr die Arbeiter seiner riesigen Fabrik. Es war eine nachhaltige L\u00f6sung f\u00fcr die grundlegenden Probleme derjenigen, die geholfen hatten, seinen enormen Reichtum zu schaffen. Als Salt starb, s\u00e4umten 100.000 Menschen die Stra\u00dfen bei seiner Beerdigung. Die von ihm gebaute Stadt \u2013 Saltaire \u2013 steht bis heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dank kollektiver Philanthropie: Unternehmen als Heilsbringer<\/strong><\/p>\n<p>Ein wesentlicher Nachteil der liberalen Demokratie besteht darin, dass notwendige, aber unpopul\u00e4re Ma\u00dfnahmen nicht umgesetzt werden k\u00f6nnen. Ebenso hemmen Fristen und Wahlzyklen gro\u00dfe Pl\u00e4ne und verhindern essentielle Ver\u00e4nderungen. W\u00e4hrend F\u00fchrungspersonen in den gr\u00f6\u00dften und best\u00e4ndigsten Demokratien der Welt in Stillstand und Konflikt geraten, liegt der Schl\u00fcssel zur Erschlie\u00dfung der Vierten Industriellen Revolution vielleicht nicht in den Nationalstaaten, sondern in ihren heutigen Pendants, den Unternehmen. Von der Sozialhilfe, \u00fcber Bildung, Kinderbetreuung, Gleichberechtigung und Umwelt bis hin zur Gesundheitsversorgung: Eine kollektive Philanthropie, die ihre Kr\u00e4fte auf praktische L\u00f6sungen f\u00fcr Probleme ausrichtet, kann f\u00fcr Energie, Optimismus und dringend ben\u00f6tigte Ma\u00dfnahmen sorgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exklusiv f\u00fcr den Management-Blog vom Weltwirschaftsgipfel (WEF) aus Davos von Julia Chatterley, CNN-Wirtschaftskorrespondentin und Anchor von &#8222;First Move&#8220;:\u00a0 Wirtschaftslenker und Unternehmen &#8211; und nicht die Politiker &#8211; sind Schl\u00fcssel f\u00fcr Probleml\u00f6sungen der Zukunft und Erschlie\u00dfung der Vierten Industriellen Revolution. &nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/01\/22\/davos-2019-2-cnn-moderatorin-julia-chatterley-ueber-unternehmen-wie-microsoft-amazon-und-blackstone-die-probleme-rascher-loesen-als-regierungen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[40,7968,7962,234,7963,7521,295,7967,7964,7969,7771,771,3534,7966,7965,1151],"class_list":["post-669639","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-amazon","tag-berkshire-hathaway","tag-blackstone","tag-cnn","tag-davos-2019-2","tag-disney","tag-donald-trump","tag-emmanuel-macron","tag-goldman-sachs","tag-jpm","tag-julia-chatterley","tag-microsoft","tag-tesla","tag-theresa-may","tag-titus-salt","tag-wef"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=669639"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669639\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":669651,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669639\/revisions\/669651"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=669639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=669639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=669639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}