{"id":669547,"date":"2019-01-13T21:40:03","date_gmt":"2019-01-13T20:40:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=669547"},"modified":"2019-01-13T21:40:03","modified_gmt":"2019-01-13T20:40:03","slug":"krankenschein-fuer-erkaeltete-fuer-neun-euro-per-whatsapp-unternehmen-brauchen-ihn-nicht-ohne-weiteres-akzeptieren-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2019\/01\/13\/krankenschein-fuer-erkaeltete-fuer-neun-euro-per-whatsapp-unternehmen-brauchen-ihn-nicht-ohne-weiteres-akzeptieren-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Krankenschein f\u00fcr Erk\u00e4ltete f\u00fcr neun Euro per whatsapp: Unternehmen brauchen ihn nicht ohne weiteres akzeptieren (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erk\u00e4ltete Arbeitnehmer k\u00f6nnen sich \u00fcber das Hamburger Start-up <a href=\"https:\/\/au-schein.de\/\">au-schein.de<\/a>\u00a0 f\u00fcr neun Euro von einem Tele-Arzt online k<\/strong><strong>rank schreiben lassen. Ohne Untersuchung. Den Krankenschein gibt\u2018s per WhatsApp. Hinter dem Start-up steht ein Jurist, Can Ansay. Unternehmen brauchen so eine Bescheinigung nicht ohne weiteres akzeptieren, r\u00e4t Jan Schiller, Arbeitsrechtler der Wirtschaftskanzlei CMS (Gastbeitrag).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_669548\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669548\" class=\"size-full wp-image-669548\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/CMS.Schiller_Jan.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/CMS.Schiller_Jan.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/CMS.Schiller_Jan-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2019\/01\/CMS.Schiller_Jan-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-669548\" class=\"wp-caption-text\">Jan Scgiller (Foto: CMS)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/praxis_wirtschaft\/e-health\/article\/979218\/aerzte-empoert-au-bescheinigungen-via-whatsapp.html\">\u00c4rztevertreter laufen Sturm gegen den neuen Service des Startups au-schein.de<\/a> aus Hamburg, das Erk\u00e4lteten &#8211; und nur denen &#8211; Krankschreibungen per WhatsApp anbietet. Mehrere \u00c4rztekammern raten davon ab, es zu nutzen. Unternehmen r\u00e4tseln: Muss man so einen Krankenschein akzeptieren, wenn ich man ihn von einem Mitarbeiter bekommt? Die Antwort: Unter Umst\u00e4nden nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie das Krankschreiben per App funktioniert<\/strong><\/p>\n<p>Das Angebot klingt verlockend: Wer erk\u00e4ltet ist und sich nicht f\u00e4hig f\u00fchlt, zur Arbeit zu gehen, m\u00fcsste sich normalerweise zum Arzt schleppen und wahrscheinlich noch im Wartezimmer mit vielen anderen Erkrankten warten, bis man endlich seinen Krankenschein bekommt. Das Hamburger Start-up au-schein.de bietet seit Kurzem eine Alternative: Der Arbeitnehmer beantwortet in einem Online-Formular einige Fragen zu seinen Symptomen, gibt seine pers\u00f6nlichen Daten an, zahlt neun Euro und schickt per WhatsApp ein Foto seiner Versichertenkarte. Ein Arzt stellt die Diagnose, schickt dem Patienten die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung erst per WhatsApp und dann per Post. Bislang arbeiten zwei \u00c4rztinnen f\u00fcr das Start-up.<\/p>\n<p>M\u00f6glich ist dieses Procedere durch eine Lockerung des sogenannten Fernbehandlungsverbots im vergangenen Jahr. Die \u00c4rztekammern haben allerdings bereits Zweifel an der Zul\u00e4ssigkeit dieses Verfahrens angemeldet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eingescannen und Fotos gelber Scheine zur Fristwahrung war immer schon ok<\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Arbeitgeber es verlangt, m\u00fcssen Arbeitnehmer ihren Krankenschein nicht erst ab dem dritten Tag der Arbeitsunf\u00e4higkeit vorlegen, sondern schon am ersten Tag. Zudem kann der Arbeitgeber auf einer Vorlage des Originals bestehen. Aber: Weil das aus praktischen Gr\u00fcnden oft nicht am ersten Tag der Arbeitsunf\u00e4higkeit m\u00f6glich ist, kann der Arbeitnehmer seinen gelben Schein auch zun\u00e4chst eingescannt oder abfotografiert an den Arbeitgeber schicken und das Original nachreichen. Das w\u00e4re auch bei der WhatsApp-Krankschreibung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bescheinigung ohne hohen Beweiswert<\/strong><\/p>\n<p>Eine normale Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung spricht daf\u00fcr, dass der Arbeitnehmer tats\u00e4chlich krank war. Aber: Wurde der Arbeitnehmer nicht von einen Arzt pers\u00f6nlich untersucht, sondern hat nur online seine Symptome eingetippt \u2013 so wie bei der WhatsApp-Krankschreibung \u2013, kann das Unternehmen die Richtigkeit der Bescheinigung bezweifeln. Der Beweiswert eines Krankenscheins ist beeintr\u00e4chtigt, wenn keine pers\u00f6nliche Untersuchung stattgefunden hat \u2013 das ist von der Gerichten anerkannt.<\/p>\n<p>Will der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung verweigern oder arbeitsrechtliche Sanktionen wie eine Abmahnung aussprechen, weil die Krankschreibung wom\u00f6glich erschlichen war, muss er nachweisen, dass die Bescheinigung ohne vorherige Untersuchung ausgestellt wurde. Dann muss der Arbeitnehmer weitere Tatsachen vorbringen, um seine Arbeitsunf\u00e4higkeit zu beweisen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Arbeitgeber jetzt tun sollten:<\/strong><\/p>\n<p>\u2022 Wenn man als Arbeitgeber Verdacht sch\u00f6pft, sollte man schon am ersten Krankheitstag einen Krankenschein verlangen.<\/p>\n<p>\u2022 Arbeitgeber sollten die vorab via Internet \u00fcbersandte Krankschreibung immer per E-Mail und nicht per WhatsApp fordern. Denn: Die Nutzung des Messenger-Dienstes Whatsapp ist f\u00fcr Arbeitgeber aus datenschutzrechtlichlichen Gr\u00fcnden problematisch.<\/p>\n<p>\u2022 Um die Echtheit des Krankenscheins pr\u00fcfen zu k\u00f6nnen, sollten Arbeitgeber sich von ihrem Angestellten stets nachtr\u00e4glich das Original der Bescheinigung vorlegen lassen.<\/p>\n<p>\u2022 Bei Zweifeln an der Arbeitsunf\u00e4higkeit eines Mitarbeiters k\u00f6nnen Arbeitgeber vom medizinischen Dienst der Krankenkassen ein Gutachten verlangen. Darauf m\u00fcssen sich Arbeitnehmer auch einlassen. Wer\u00b4s nicht tut, erh\u00e4rtet den Verdacht, dass er tats\u00e4chlich gar nicht krank ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Links:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/praxis_wirtschaft\/e-health\/article\/979218\/aerzte-empoert-au-bescheinigungen-via-whatsapp.html\">https:\/\/www.aerztezeitung.de\/praxis_wirtschaft\/e-health\/article\/979218\/aerzte-empoert-au-bescheinigungen-via-whatsapp.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Kritik-an-Krankschreibung-per-WhatsApp,krankschreibung104.html?fbclid=IwAR0pMOePmVafXXLsybA0x6c80swD-M3VSShl7r2HfQloc3m6LeU83zxj-Tw\">https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/hamburg\/Kritik-an-Krankschreibung-per-WhatsApp,krankschreibung104.html?fbclid=IwAR0pMOePmVafXXLsybA0x6c80swD-M3VSShl7r2HfQloc3m6LeU83zxj-Tw<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erk\u00e4ltete Arbeitnehmer k\u00f6nnen sich \u00fcber das Hamburger Start-up au-schein.de\u00a0 f\u00fcr neun Euro von einem Tele-Arzt online krank schreiben lassen. 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