{"id":669373,"date":"2018-12-13T18:42:15","date_gmt":"2018-12-13T17:42:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=669373"},"modified":"2018-12-13T18:43:32","modified_gmt":"2018-12-13T17:43:32","slug":"zehn-jahre-altersunterschied-sind-zu-viel-zu-jungen-witwen-duerfen-die-firmen-die-rente-kuerzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/12\/13\/zehn-jahre-altersunterschied-sind-zu-viel-zu-jungen-witwen-duerfen-die-firmen-die-rente-kuerzen\/","title":{"rendered":"Elf Jahre Altersunterschied sind zu viel: Zu jungen Witwen d\u00fcrfen die Firmen die Rente k\u00fcrzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Elf Jahre Altersunterschied sind zu viel: Wenn die Firma der Witwe ihres Ex-Mitarbeiters die Rente k\u00fcrzt.\u00a0<\/strong><strong>Gastbeitrag von Michael Rein, Anwalt bei CMS und Experte f\u00fcr betriebliche Altersversorgung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Unternehmen k\u00f6nnen den Witwen ihrer verstorbenen Angestellten die Firmenrente &#8211; im Fachjargon: Hinterbliebenenrente &#8211; k\u00fcrzen oder sogar ganz streichen, wenn der \u00fcberlebende Ehepartner sehr viel j\u00fcnger ist. Das ist keine Altersdiskriminierung, urteilte das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt.<\/strong><\/p>\n<p>Den Ehepartnern von verstorbenen Mitarbeitern kann die Hinterbliebenenrente gek\u00fcrzt oder sogar ganz gestrichen werden, wenn der \u00dcberlebende sehr viel j\u00fcnger als der Verstorbene ist. Diese Unternehmenspraxis stellt keine Altersdiskriminierung dar und bleibt zul\u00e4ssig. Das hat jetzt das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt entschieden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_669374\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-669374\" class=\"size-full wp-image-669374\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/CMS.Rein_Michael_neu.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/CMS.Rein_Michael_neu.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/CMS.Rein_Michael_neu-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/12\/CMS.Rein_Michael_neu-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-669374\" class=\"wp-caption-text\">Michael Rein (Foto: CMS)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmerfreundliches Urteil<\/strong><\/p>\n<p>Diese Entscheidung verschafft Unternehmen Rechts- und vor allem finanzielle Planungssicherheit. Bisher waren unbegrenzte Anspr\u00fcche Hinterbliebener oft unkalkulierbar.<\/p>\n<p>Wann darf ein Unternehmen diese Art Witwenrenten k\u00fcrzen? Wenn der Altersunterschied zwischen verstorbenem Mitarbeiter und Hinterbliebenen mehr als zehn Jahre betr\u00e4gt und es in der Versorgungszusage f\u00fcr diese Rente es eine Klausel gibt, die das besagt.<\/p>\n<p>Unternehmen sollten daher bei jeder neuen Betriebsrentenzusage f\u00fcr Mitarbeiter darauf achten, dass sogenannte Altersabstandsklauseln darin stehen. \u00dcberarbeitet die Personalabteilung bestehende Versorgungssysteme, sollte sie besonderes Augenmerk auf die Altersabstandsklausel bei Hinterbbliebenenrenten legen und sie gegebenenfalls anpassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>K\u00fcrzung wegen gro\u00dfen Altersunterschieds ist keine Altersdiskriminierung<\/strong><\/p>\n<p>Im konkreten Fall ging es um eine 15 Jahre j\u00fcngere Witwe, der die Firma ihres verstorbenen Mannes die Rente um 25 Prozent gek\u00fcrzt hatte. Das war zul\u00e4ssig, urteilte das BAG. Die Altersabstandsklausel sei rechtens. Der Arbeitgeber habe ein legitimes Interesse, das mit der Hinterbliebenenversorgung verbundene finanzielle Risiko zu begrenzen. Gemessen hieran f\u00fchre die Regelung nicht zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Beeintr\u00e4chtigung des Arbeitnehmers oder seiner Hinterbliebenen.<\/p>\n<p>Denn: Bei einem Altersunterschied von elf oder hier sogar 15 Jahren sei bei der Lebensplanung der Ehepartner von vornherein davon auszugehen, dass der Hinterbliebene einen Teil seines Lebens ohne den Versorgungsberechtigten &#8211; also den verstorbenen Partner &#8211; verbringe. (<a href=\"https:\/\/juris.bundesarbeitsgericht.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bag&amp;Art=pm&amp;Datum=2018&amp;nr=21653&amp;pos=0&amp;anz=66&amp;titel=Hinterbliebenenversorgung_-_Altersabstandsklausel_-_Altersdiskriminierung\">Aktenzeichen 3 AZR 400\/17<\/a>).<\/p>\n<p><em>Dr. Michael Rein ist Rechtsanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht bei der internationalen Wirtschaftskanzlei CMS in Deutschland und ber\u00e4t vom Stuttgarter Standort der Kanzlei aus schwerpunktm\u00e4\u00dfig zu Fragen der betrieblichen Altersvorsorge.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elf Jahre Altersunterschied sind zu viel: Wenn die Firma der Witwe ihres Ex-Mitarbeiters die Rente k\u00fcrzt.\u00a0Gastbeitrag von Michael Rein, Anwalt bei CMS und Experte f\u00fcr betriebliche Altersversorgung. 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