{"id":668858,"date":"2018-11-15T00:31:19","date_gmt":"2018-11-14T23:31:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=668858"},"modified":"2018-11-15T01:26:42","modified_gmt":"2018-11-15T00:26:42","slug":"buchauszug-dirk-rossmann-dann-bin-ich-auf-den-baum-geklettert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/11\/15\/buchauszug-dirk-rossmann-dann-bin-ich-auf-den-baum-geklettert\/","title":{"rendered":"Buchauszug Dirk Rossmann: &#8222;Dann bin ich auf den Baum geklettert&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug von Dirk Rossmann, dem Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Drogeriemarktkette Rossmann: &#8222;Dann bin ich auf den Baum geklettert.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668859\" style=\"width: 444px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668859\" class=\"size-full wp-image-668859\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/Rossmann.Dirk_c_@-ChristianKerber_1MB.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/Rossmann.Dirk_c_@-ChristianKerber_1MB.jpg 434w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/Rossmann.Dirk_c_@-ChristianKerber_1MB-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><p id=\"caption-attachment-668859\" class=\"wp-caption-text\">Dirk Rossmann (Foto: Christian Kerber)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Los geht\u2019s \u2013 die Erfindung meines Lebens<\/strong><\/p>\n<p>Als ich mein erstes eigenes Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnete, h\u00e4tte keine Menschenseele,\u00a0ich am allerwenigsten, im Traum daran gedacht,\u00a0dass daraus einmal ein Imperium erwachsen w\u00fcrde. Auch\u00a0wenn ich den gro\u00dfen Unternehmern Bahlsen, Beindorff und\u00a0Sprengel nacheifern wollte: Am Anfang stand kein Plan. Einfach\u00a0machen, umsetzen, improvisieren \u2013 darum ging\u2019s.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wo stand ich mit Mitte zwanzig? Ich hatte ein bisschen Geld\u00a0gespart und meine erste gro\u00dfe Bew\u00e4hrungsprobe \u2013 die Sache\u00a0mit der Bundeswehr \u2013 bestanden. F\u00fcr mein Selbstbewusstsein\u00a0war dieser Kampf extrem wichtig gewesen, so hatte ich mir bewiesen:\u00a0Ich kann mich durchsetzen, wenn ich es will. Ich lie\u00df\u00a0mir einen Vollbart wachsen. Abends ging ich weiterhin in den\u00a0\u00bbMaulwurf\u00ab, tags\u00fcber stand ich in der Drogerie meiner Mutter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Kneipe traf ich Peter Anhoeck aus unserer fr\u00fcheren Nachbarschaft wieder. Seine Eltern hatten in der N\u00e4he der Rubensstra\u00dfe\u00a0gewohnt und waren Kunden in unserer Drogerie.\u00a0Peter ging zur Bundeswehr, und als er seinen Dienst dort abgeleistet hatte, suchte er einen Job. Ich vermittelte ihn an meine\u00a0Mutter, wir suchten gerade eine Aushilfskraft. Drei Jahre sp\u00e4ter\u00a0arbeitete er mit, als ich meinen ersten eigenen Laden er\u00f6ffnete,\u00a0und er blieb vier Jahrzehnte in meinem Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und dann kam eine entscheidende Wende. Die sozialliberale\u00a0Bundesregierung beschloss Anfang der Siebziger, die Preisbindung\u00a0f\u00fcr Drogeriewaren abzuschaffen. Ich dachte: Hallo, wenn\u00a0das passiert, \u00e4ndert sich das Spiel komplett. Selbstbedienungsl\u00e4den\u00a0existierten damals im Einzelhandel nur f\u00fcr Lebensmittel,<br \/>\nnicht aber f\u00fcr Drogerieartikel. Um die 18 000 Drogerien gab es\u00a0in Westdeutschland, sie sahen aus wie Apotheken. Der Kunde\u00a0betrat das Gesch\u00e4ft, bestellte am Tresen, und die Waren wurden \u00fcber den Tresen verkauft. So lief es auch in der Drogerie\u00a0meiner Mutter ab. Auf diese Weise konnten wir auf keinen gr\u00fcnen\u00a0Zweig kommen und viel Umsatz machen. Unsere prozentualen\u00a0Kosten \u2013 bezogen auf den Umsatz \u2013 waren viel zu hoch, um wirklich billig zu sein. Andere Kostenstrukturen m\u00fcssen\u00a0her, sagte ich mir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Niedrigere Preise waren m\u00f6glich, sobald die Preisbindung fiel. Und hohe Ums\u00e4tze, die erzielte man nicht durch den herk\u00f6mmlichen\u00a0Verkauf \u00fcber den Tresen. Selbstbedienung, das\u00a0war das Zauberwort. Ich beschloss, einen eigenen Laden zu er\u00f6ffnen. Einen, der ganz anders und etwas v\u00f6llig Neues sein sollte. Dass man mehr Umsatz mit Niedrigpreisen macht, hatte ich\u00a0bereits mit einigen Testl\u00e4ufen in unserer Drogerie bewiesen.\u00a0Ich hatte monatliche Preisaktionen eingef\u00fchrt. Wie aber lockte ich Kunden an? Indem man sie \u00fcber die Angebote informiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Peter Anhoeck druckte ich Handzettel auf einem Vervielf\u00e4ltigungsdrucker, der Peters Vater, einem Versicherungsmakler,\u00a0geh\u00f6rte. Abends zogen wir durch die Nachbarschaft,\u00a0von Haus zu Haus, klingelten \u00fcberall und verteilten unsere<br \/>\nHandzettel in den Briefk\u00e4sten. Im November 1970 starteten\u00a0wir mit der ersten Aktion dieser Art: \u00bbRossmann\u2019s Discount-Drogerie ist das Tagesgespr\u00e4ch in der List. Kleiner Laden, tolle\u00a0Auswahl, nette Bedienung und \u00fcber 1000 Minipreise auf bekannte Markenartikel\u00ab \u2013 so lautete unser \u2013 noch etwas holpriger\u00a0\u2013 Werbespruch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da die Aktion gut ankam, war mir klar: Ein neues Verkaufskonzept w\u00fcrde Zukunft. haben. Rund 20 000 D-Mark hatte ich\u00a0in den letzten Jahren zur Seite legen k\u00f6nnen; abgesehen von\u00a0der Anschaffung meines Cabriolets hatte ich bescheiden gelebt. Ich wusste: Das Geld, das ich spare, wird eines Tages der Weg\u00a0in meine Unabh\u00e4ngigkeit sein. Und dieser Moment war nun\u00a0gekommen. Die 20 000 D-Mark reichten aber noch l\u00e4ngst nicht\u00a0f\u00fcr Anmietung, Ausbau und Aufbau eines Gesch\u00e4fts. Meine\u00a0Mutter gab mir den Tipp, eine Bekannte zu fragen, von der sie\u00a0wusste, dass sie ein bisschen Geld auf der hohen Kante hatte;\u00a0ihr Leben lang hatte sie als Haushaltshilfe gearbeitet. Sie lieh\u00a0mir weitere 20 000 D-Mark, zu 8 Prozent Zinsen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als N\u00e4chstes machte ich einen Termin bei der Stadtsparkasse Hannover, wo ich nochmals die gleiche Summe als Kredit\u00a0erhielt. 60 000 D-Mark waren beisammen, mein Startkapital,\u00a0damit musste ich hinkommen. In der Jakobistra\u00dfe 6, am Lister\u00a0Platz, war ein Ladenlokal zu mieten, mit 120 Quadratmetern\u00a0Verkaufsfl\u00e4che. Gigantisch gro\u00df im Vergleich zur Drogerie\u00a0meiner Mutter. Der Besitzer der Immobilie, Herr B\u00f6hmecke,<br \/>\nwar von Beruf Bestatter. Sein Beerdigungsunternehmen befand\u00a0sich genau neben der Ladenfl\u00e4che, die ich anmieten wollte. Mit Herrn B\u00f6hmecke wurde ich schnell handelseinig. Noch Ende\u00a01971 unterschrieb ich meinen ersten Mietvertrag. Im darauffolgenden\u00a0Fr\u00fchjahr wollte ich den Laden er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nichts im Leben verl\u00e4uft geradlinig oder ist planbar. Und manchmal frage ich mich, was w\u00e4re geschehen, wenn \u2026 Ja,\u00a0wenn ich damals, 1971\/1972, ein \u00e4u\u00dferst verlockendes Angebot\u00a0angenommen h\u00e4tte, das mir auf dem Silbertablett gereicht wurde. Meine Mutter hatte in jungen Jahren ja die H\u00f6here\u00a0T\u00f6chterschule in Hannover besucht und sich dort mit einem\u00a0M\u00e4dchen namens Lotte Bittner angefreundet. Bis an ihr Lebensende\u00a0war Lotte Mamas beste Freundin. Lotte stammte urspr\u00fcnglich\u00a0aus D\u00fcsseldorf, sp\u00e4ter zog sie wieder dort an den\u00a0Rhein. Die Distanz tat der engen Freundschaft jedoch keinen\u00a0Abbruch. Meine Mutter und Lotte telefonierten h\u00e4ufig, wir besuchten\u00a0sie in D\u00fcsseldorf, oder Lotte kam zu uns. Sie war verwitwet, ihr Mann war im Krieg gefallen, die beiden hatten keine\u00a0Kinder gehabt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ihr Bruder Otto Bittner war Deutschlands\u00a0ber\u00fchmtester Konditor, vergleichbar vielleicht heute mit Leysieffer, obwohl er nur zw\u00f6lf Konditoreien in D\u00fcsseldorf und\u00a0Umgebung betrieb. Seine Kuchen und Torten waren legend\u00e4r\u00a0und wurden bis nach Australien und in die USA exportiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Konditorei befand sich nat\u00fcrlich in allerbester D\u00fcsseldorfer Lage, auf der K\u00f6, der noblen K\u00f6nigsallee. Die Produktionsst\u00e4tte\u00a0war in der Kaiserstra\u00dfe untergebracht. Das Ehepaar\u00a0Bittner hatte zwei Kinder, Tochter und Sohn. Lotte wohnte\u00a0in einer Villa in einem Nobelviertel am Rande von D\u00fcsseldorf.\u00a0Bruder und Schw\u00e4gerin lebten in der Nachbarschaft.\u00a0Sie besa\u00dfen Ferienh\u00e4user in Kampen auf Sylt und in Saint-Tropez.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1971 geschieht etwas Tragisches: Ottos Tochter studierte in Frankreich Philosophie. Sie verliebte sich in den B\u00fcrgermeister\u00a0einer Kleinstadt, der aber verheiratet war und sich nicht scheiden lassen wollte. Dar\u00fcber war sie so verzweifelt, dass sie sich auf dem Dachboden des Wohnhauses ihres\u00a0Geliebten erh\u00e4ngte. Dieses Drama geschah im April 1971.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im\u00a0Herbst desselben Jahres fuhr Ottos Sohn mit dem Porsche von\u00a0D\u00fcsseldorf nach L\u00fcbeck, um bei Niederegger, dem ber\u00fchmtesten Marzipanhersteller der Welt, einen Weiterbildungskurs zu machen. Von einer Autobahnbr\u00fccke sprang eine Frau auf die\u00a0Fahrbahn und fiel genau vor den Porsche; der Sohn der Bittners\u00a0starb bei diesem Unfall. Dezember 1971: Es ist Sonntagvormittag,\u00a0meine Mutter telefonierte wie immer lange mit ihrer\u00a0Freundin Lotte. Und nach einer Stunde sagte Lotte: \u00bbHilde,\u00a0ich muss jetzt Schluss machen. Ich muss r\u00fcber zu Otto, wir\u00a0wollen gemeinsam zu Mittag essen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag, ein Montag, ging ich zum Kiosk in der Podbielskistra\u00dfe und kaufte dort wie jeden Montag den Spiegel.\u00a0Dabei fiel mein Blick auf die Schlagzeile der Bild-Zeitung:\u00a0\u00bbTrag\u00f6die in D\u00fcsseldorf. Ber\u00fchmter Konditor erschie\u00dft erst seine Frau und anschlie\u00dfend sich selbst.\u00ab Nachdem Lotte das\u00a0Telefonat mit meiner Mutter am Vortag beendet hatte, war sie,\u00a0wie angek\u00fcndigt, nach nebenan in die Villa ihres Bruders gegangen.\u00a0Und fand dort ihn und ihre Schw\u00e4gerin im Schlafzimmer\u00a0tot auf, beide erschossen. Sie hatten auf so tragische Weise\u00a0nicht nur ihre Kinder, sondern auch ihren Lebensmut verloren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was hat diese traurige Geschichte mit mir zu tun? Eine ganze Menge. Nur eine Woche nach diesen Ereignissen rief mich\u00a0Lotte an und machte mir ein Angebot. Sie sagte: \u00bbDirk, du\u00a0kommst nach D\u00fcsseldorf und \u00fcbernimmst ab sofort Ottos Firma. Au\u00dferdem bekommst du die Anwesen in Saint-Tropez\u00a0und auf Sylt. Du leitest das Unternehmen, kannst schalten und\u00a0walten, wie du magst. Ich will von dir nur so viel Geld, dass ich<br \/>\ndavon weiterhin gut leben kann. Mit allem anderen m\u00f6chte ich\u00a0nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben. Du machst das\u00a0schon! Pass nur gut auf, in der Kaiserstra\u00dfe, wo die Produktion\u00a0ist, da wird viel Butter geklaut, ansonsten l\u00e4uft alles ohne gro\u00dfe Probleme.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich musste schlucken. Was f\u00fcr ein Angebot! Das musste ich\u00a0erst einmal verdauen. Ich bat Lotte um ein paar Tage Bedenkzeit.\u00a0Auf der einen Seite hatte ich meine eigenen Pl\u00e4ne, die Idee\u00a0des Drogeriemarktes. Der Mietvertrag war unterschrieben,\u00a0und schon bald sollte es losgehen. Auf der anderen Seite konnte\u00a0ich mich praktisch ins gemachte Nest setzen. Zw\u00f6lf Konditoreien, ein gro\u00dfer Name, zig Millionen D-Mark Umsatz im Jahr,\u00a0und ich, der kleine Drogist, sollte diesen Betrieb mit 300 Angestellten\u00a0leiten, ohne Studium, ohne betriebswirtschaftliche\u00a0Kenntnisse, die \u00fcber die F\u00fchrung einer Drogerie hinausgingen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lotte allerdings war felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass ich dieser Aufgabe gewachsen w\u00e4re. Sie hatte Vertrauen zu mir! Nach\u00a0mehreren Tagen des Abw\u00e4gens aller Vor- und Nachteile hatte\u00a0ich mich entschieden. Ich lehnte das Angebot ab. Am Ende war\u00a0es so wie bei allen wichtigen Entscheidungen, die ich in meinem\u00a0Leben traf: Ich h\u00f6rte immer mehr auf mein Bauchgef\u00fchl\u00a0als auf meinen Kopf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der 17. M\u00e4rz 1972 nahte, der Tag der Er\u00f6ffnung des \u00bbMarktes f\u00fcr Drogeriewaren\u00ab. So nannte ich mein Gesch\u00e4ft. Die Wochen\u00a0zuvor war ich v\u00f6llig eingespannt gewesen mit den Vorbereitungen.\u00a0Das Ladenlokal musste auf Vordermann gebracht und eingerichtet<br \/>\nwerden. Die 120 Quadratmeter waren ja leer, da war\u00a0nichts, und alles, was zu tun war, war Neuland f\u00fcr mich. Waren\u00a0mussten eingekauft, das Lager best\u00fcckt werden. Und ich musste\u00a0f\u00fcr Werbung sorgen. Den Laden bewerben, Leute ins Gesch\u00e4ft\u00a0locken, das war das A und O.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit Peter Anhoeck druckte ich nicht nur Flugbl\u00e4tter, sondern auch Prospekte, tagelang\u00a0zogen wir wei\u00dfe Papierbl\u00e4tter durch eine Eisenrolle. Kosten\u00a0 durften diese Prospekte nicht viel, also machten wir alles selbst.\u00a0Zum ersten Mal sollten nun Drogeriewaren in Deutschland\u00a0in einem Selbstbedienungsmarkt angeboten werden. Der Termin\u00a0der Er\u00f6ffnung war heikel, denn das Gesetz \u00fcber den Wegfall\u00a0der Preisbindung war zwar beschlossen, die Preisbindung\u00a0selbst aber noch nicht gefallen. Doch ich war guten Mutes und\u00a0dachte: Wird schon gut gehen. 20 000 Prospekte hatten wir vor\u00a0dem Er\u00f6ffnungstag verteilt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich glaube, es gab keinen Briefkasten im Stadtteil List, in dem keiner steckte. Darin priesen wir\u00a0die Sensation an: Alles, jedes Produkt, war deutlich billiger. Am Vorabend der Er\u00f6ffnung ging ich in den \u00bbMaulwurf\u00ab und sagte\u00a0denen, die es noch nicht wussten: \u00bbMorgen mach ich was Neues\u00a0auf. Einen Drogeriemarkt mit Selbstbedienung. Gibt\u2019s in\u00a0ganz Deutschland noch nicht. Schaut doch mal vorbei. Um\u00a0acht geht\u2019s los.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwei Mitarbeiter hatte ich f\u00fcr das neue Gesch\u00e4ft eingestellt. Keiner wusste, was auf uns zukommen w\u00fcrde. Am Morgen der\u00a0Er\u00f6ffnung war der Lister Platz schon lange vor acht brechend\u00a0voll. Eine Menschenmenge dr\u00e4ngelte sich vor dem Laden,\u00a0sch\u00e4tzungsweise tausend Leute. Die Polizei r\u00fcckte an, um die\u00a0Masse im Zaum zu halten. Meine Freunde, die aus Neugier\u00a0vorbeigekommen waren, mussten einspringen und mir helfen,\u00a0indem sie sich von innen gegen die Schaufensterscheiben\u00a0stemmten. Wir hatten Angst, dass die Menschen die Scheiben\u00a0eindr\u00fccken k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Laden selbst war, auch wenn wir die Kunden nur nach und nach einlie\u00dfen, durchgehend zum Bersten\u00a0voll. Als Pointe des Tages flatterte mir an diesem Vormittag auch noch eine einstweilige Verf\u00fcgung ins Haus. Jemand, dem\u00a0meine Werbespr\u00fcche nicht passten, hatte mich angezeigt. Der\u00a0Vorwurf lautete, ich w\u00fcrde auf die Menschen einen psychologischen\u00a0Kaufzwang aus\u00fcben, weil ich mit Slogans warb wie:\u00a0\u00bbSehen, staunen, zugreifen\u00ab. Ich legte sofort Widerspruch ein,\u00a0und bekam auch recht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Gesch\u00e4ftsmodell \u00fcbertraf alle noch so k\u00fchnen Erwartungen.\u00a0Der Laden war die Rakete schlechthin! Einige meiner\u00a0Freunde, die bis dahin ganz andere berufliche Pl\u00e4ne verfolgten,\u00a0schmissen alles \u00fcber den Haufen und beschlossen, bei\u00a0mir anzufangen. Wir waren das, was man heute ein erfolgreiches\u00a0Start-up nennen w\u00fcrde. Nur dass wir \u2013 im Gegensatz zu\u00a0vielen Start-ups der jetzigen Zeit \u2013 gleich am ersten Tag eine volle Kasse hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-668860\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/cover.Rossmann_Dann_bin_ich_72dpi.jpg\" alt=\"\" width=\"410\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/cover.Rossmann_Dann_bin_ich_72dpi.jpg 410w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/10\/cover.Rossmann_Dann_bin_ich_72dpi-189x300.jpg 189w\" sizes=\"auto, (max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/p>\n<p><strong>Dirk Rossmann: &#8222;&#8230;dann bin ich auf den Baum, geklettert. Von Aufstieg, Mut und Wandel.&#8220; &#8211; Ariston Verlag, 240 Seiten, 20 Euro\u00a0 <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/-dann-bin-ich-auf-den-Baum-geklettert\/Dirk-Rossmann\/Ariston\/e532377.rhd\">https:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/-dann-bin-ich-auf-den-Baum-geklettert\/Dirk-Rossmann\/Ariston\/e532377.rhd<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Peter Anhoeck sa\u00df den ganzen Er\u00f6ffnungstag an dieser Kasse. Wir hatten auch nur eine, und weil die nicht ausreichte,\u00a0machten wir, was wir am besten konnten: Wir improvisierten\u00a0und bauten uns eine Notkasse aus einem Rechner auf einem<br \/>\nPersil-Karton. Die Kunden kauften wie verr\u00fcckt. Ich erinnere mich an eine Szene, die m\u00f6glicherweise einiges \u00fcber mich aussagt, denn oftmals tue ich genau das Gegenteil von dem, womit\u00a0die anderen rechnen. Bereits gegen Mittag wusste ich, dass ich das Gesch\u00e4ft meines Lebens machte. Ich hatte Peter an der Kasse\u00a0abgel\u00f6st. Eine Frau mit zwei kleinen Kindern schob ihren\u00a0Einkaufswagen, der \u00fcbervoll war, heran, Waren im Wert von\u00a0etwa 150 D-Mark. Die Kundin stand vor mir, schaute mich erwartungsvoll<br \/>\nan, wartete, dass ich anfangen w\u00fcrde, die Preise\u00a0einzutippen. Aber ich machte keine Anstalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sagte nur: \u00bbBitte sch\u00f6n, Sie k\u00f6nnen durchgehen.\u00ab \u00bbNein, nein, ich muss erst bezahlen\u00ab, protestierte sie.\u00a0\u00bbM\u00fcssen Sie nicht, Sie k\u00f6nnen weitergehen.\u00ab Die Kundin war wie in Schockstarre. Und sie beharrte darauf,\u00a0dass sie doch bezahlen m\u00fcsse. \u00bbSind Sie hier der Chef oder ich? Ich bin hier der Chef\u00ab, erkl\u00e4rte\u00a0ich. \u00bbDas ist mein Eigentum, und ich sage, Sie zahlen heute\u00a0nicht.\u00ab\u00a0\u00bbAber das geht doch nicht\u00ab, erwiderte die verwirrte\u00a0Frau.\u00a0\u00bbDoch, heute geht\u2019s\u00ab, sagte ich. \u00bbDenn heute ist mein Gl\u00fcckstag, und ich m\u00f6chte, dass es auch Ihr Gl\u00fcckstag ist. Sie zahlen\u00a0nicht!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dankend, aber immer noch ein wenig irritiert, packte sie die Sachen ein und verlie\u00df den Laden. Die anderen Kunden, die\u00a0diese Szene mitbekommen hatten, waren sprachlos. Da sa\u00df\u00a0dieser komische Kerl an der Kasse und schenkte einer wildfremden\u00a0Frau einen ganzen Einkaufswagen voll mit Unmengen\u00a0von Tuben, Cremes und Putzmitteln? Wer machte denn so\u00a0etwas? Ich. Ich mache viele Dinge, die andere nicht machen.\u00a0Ich hatte immer das Bed\u00fcrfnis, wenn es mir gut geht, soll es\u00a0auch anderen Menschen gut gehen. Am Nachmittag mussten wir noch einen VW-Transporter anmieten, denn wir ben\u00f6tigten dringend Nachschub. Die Regale\u00a0waren leer, das Lager ebenso, wir mussten zum Gro\u00dfmarkt\u00a0und Ware nachkaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser 17. M\u00e4rz endete so bombastisch, wie er begonnen hatte. In meinen Kalkulationen hatte ich mit 40 000 D-Mark\u00a0Umsatz im Monat gerechnet, jetzt hatten wir 20 000 D-Mark\u00a0bereits am Er\u00f6ffnungstag in der Kasse. Wir schwammen in\u00a0Geld, konnten unser Gl\u00fcck kaum fassen, sind in den Keller gegangen,\u00a0haben das Geld in die Luft geworfen. Wie in einer\u00a0Filmszene. Wir riefen: \u00bbIst ja Wahnsinn!\u00ab Und als ich das alles\u00a0so beobachtete, dachte ich mir: Das ist die Geburtsstunde des Drogeriemarkts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr die damalige Zeit waren unsere Werbema\u00dfnahmen\u00a0schon sehr pfiffig und sorgten f\u00fcr Aufsehen \u2013 und manchmal\u00a0 \u00c4rger, wie die erw\u00e4hnte einstweilige Verf\u00fcgung bewies. Werbeanzeigen\u00a0in der \u00f6rtlichen Presse konnte ich mir noch nicht\u00a0leisten. Heute, wo wir rund f\u00fcnfzig Rossmann-Filialen allein\u00a0im Gro\u00dfraum Hannover betreiben, sieht das nat\u00fcrlich v\u00f6llig anders aus. Aber einer erfolgreichen Werbung liegt sowieso immer eins zugrunde: eine gute, eine z\u00fcndende Idee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mir fielen die besten Ideen oft nachts ein. Die verr\u00fccktesten Dinge. Einige Monate nach der Er\u00f6ffnung startete ich folgende\u00a0Werbekampagne: \u00bbRossmann nimmt Ihre Zahnb\u00fcrste in Zahlung!\u00a0Wenn Sie eine neue kaufen, geben wir Ihnen eine Mark f\u00fcr Ihre alte Zahnb\u00fcrste.\u00ab Unsere Zahnb\u00fcrsten kosteten zwischen 1,30 und 1,50 D-Mark. Vor der Kampagne erh\u00f6hte ich\u00a0die Preise aber noch schnell auf 1,95 D-Mark. Am Tag der\u00a0Zahnb\u00fcrstenaktion war der Teufel los! Die Kunden rannten uns wirklich die Bude ein. Sie brachten uns ihre alten Zahnb\u00fcrsten,\u00a0bekamen \u2013 wie versprochen \u2013 eine Mark f\u00fcr die gebrauchte\u00a0und kauften eine neue. Am Abend t\u00fcrmten sich mehrere\u00a0Tausend Zahnb\u00fcrsten im Laden, einige Kunden hatten sogar ihre Gebisse in Zahlung gegeben. Auch die erhielten eine\u00a0Mark. V\u00f6llig verr\u00fcckt. Keine Rolle spielte, wie viel Verlust wir\u00a0mit dem Verkauf der Zahnb\u00fcrsten gemacht hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Aktion hatte sich wie ein Lauffeuer in der ganzen Stadt herumgesprochen, Rossmann war in aller Munde, geradezu\u00a0w\u00f6rtlich. Ach ja, und dann geschah was? Schon wieder eine\u00a0einstweilige Verf\u00fcgung, dieses Mal vom Ordnungsamt. Aus Gr\u00fcnden der Hygiene verbot man mir weitere Aktionen dieser\u00a0Art. Aber das war mir egal, ich hatte Aufsehen erregt.\u00a0Immer wieder, in all den Jahren, lie\u00dfen wir uns etwas einfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Manches funktionierte gut, anderes w\u00fcrde man heute vielleicht nicht mehr machen. 1974 brachten wir eine Schallplatte mit einem Rossmann-Song heraus. Interpret war Thomas Voigt\u00a0von der Bourbon Skiffle Company aus Hannover, die mit ihrem gr\u00f6\u00dften Hit \u00bbGiff Mi Kalk\u00ab 1980 sogar in der ZDF-Hitparade\u00a0auftraten. Der Rossmann-Song wurde zun\u00e4chst in limitierter\u00a0Auflage von 10 000 St\u00fcck als Single ver\u00f6ffentlicht, die\u00a0Schallplatte kostete elf Pfennig. Der Song erhielt sp\u00e4ter immerhin\u00a0Goldstatus. \u00dcber Geschmack l\u00e4sst sich freilich streiten. Wir fanden den Text toll:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberall in Norddeutschland<br \/>\nkennt man sie in Stadt und Land:<br \/>\nMan nennt sie Rossmann-Drogerien.<br \/>\nWer hier sieht das Angebot,<br \/>\nder schl\u00e4gt seinen Nachbarn tot,<br \/>\nein jeder m\u00f6chte gern der Erste sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rossmann Rossmann Drogerien<br \/>\nalles k\u00f6nnen sie bei ihm beziehn.<br \/>\nRossmann Rossmann Drogerien<br \/>\nRossmann bietet den Beweis:<br \/>\nQualit\u00e4t zum kleinen Preis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seifenpulver, Babykost,<br \/>\nHundefutter, Apfelmost,<br \/>\nbietet man zu tiefsten Preisen an.<br \/>\nLockenwickler, Haarshampoo<br \/>\nund ein bisschen Creme dazu,<br \/>\nalles f\u00fcr Familie Saubermann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als ich schon ein wenig expandiert hatte, kam einmal ein Lieferant auf mich zu. Er sitze auf einer Riesenmenge von Tuben\u00a0mit einer v\u00f6llig unbekannten Haarcreme, berichtete er. Die\u00a0werde er einfach nicht los. Er wisse nicht, wohin mit ihnen, die\u00a0w\u00fcrden nur sein Lager blockieren, klagte er und schlug vor:\u00a0\u00bbDas Zeug k\u00f6nnen Sie umsonst haben, komplett.\u00ab\u00a0\u00bbNa gut, liefern Sie sie mir\u00ab, antwortete ich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag stand ein ganzer Lkw mit Haarcreme auf unserem Hof. Ich bot sie an f\u00fcr den unschlagbaren Preis von\u00a0nur einem Pfennig die Tube! Der Normalpreis war urspr\u00fcnglich\u00a01,95 D-Mark gewesen, doch kein Mensch wollte diese Paste\u00a0kaufen. Aber durch meinen Knallerpreis mutierte der Ladenh\u00fcter\u00a0auf einmal zum absoluten Renner. Jeder Kunde durfte maximal\u00a0drei Tuben erwerben. Damit wurde das Produkt noch attraktiver.\u00a0Die L\u00e4den waren brechend voll. Alle kauften die Haarcreme, die eigentlich kaum jemand brauchte, aber sie war\u00a0halt billig, und wenn Menschen das Gef\u00fchl haben, etwas ist\u00a0g\u00fcnstig, sie k\u00f6nnen ein Schn\u00e4ppchen machen, ist es um sie geschehen.<br \/>\nManche k\u00f6nnen dann gar nicht genug bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine unserer verr\u00fccktesten Werbeaktionen, die sogar bundesweit Schlagzeilen machte, war die mit Holly, dem Kanzlerhund.\u00a0Aus seiner Zeit als Ministerpr\u00e4sident in Niedersachsen\u00a0kannte ich Gerhard Schr\u00f6der recht gut. Wir waren uns im Lauf\u00a0der Jahre immer wieder begegnet, ich hatte ihn als einen herzlichen\u00a0und achtsamen Menschen sch\u00e4tzen gelernt. Mitte der\u00a0Neunzigerjahre begleitete ich ihn einmal als Mitglied seiner\u00a0Delegation \u2013 mit anderen nieders\u00e4chsischen Unternehmern \u2013\u00a0auf eine Reise nach Polen. 2001, Schr\u00f6der war seit drei Jahren\u00a0Bundeskanzler, bat ich ihn bei einem Treffen im Berliner Kanzleramt\u00a0darum, unser neues Logistikzentrum in Landsberg bei\u00a0Halle einzuweihen, das gerade fertiggestellt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem\u00a0Logistikzentrum schufen wir in einer strukturschwachen Region\u00a0Sachsen-Anhalts mehrere Hundert Arbeitspl\u00e4tze. Das, so\u00a0dachte ich, m\u00fcsse dem Kanzler doch gefallen. Ich fragte ihn, Schr\u00f6der war einverstanden. Damals befand er sich im Zenit\u00a0seiner Macht, war au\u00dferordentlich popul\u00e4r, entsprechend gro\u00df\u00a0war das Medienaufgebot, als der Kanzler nach Landsberg kam.\u00a0Ihn kannte ich, wie gesagt, aus seiner Zeit in Hannover.<\/p>\n<p>Seiner\u00a0damaligen Frau, Doris Schr\u00f6der-K\u00f6pf, hingegen war ich noch nie pers\u00f6nlich begegnet. Eines Tages rief \u00fcberraschend\u00a0das B\u00fcro der Kanzlergattin in meinem B\u00fcro in der Firmenzentrale\u00a0in Burgwedel an. Frau Schr\u00f6der-K\u00f6pf w\u00fcrde sich freuen,\u00a0wenn ich sie zu Hause besuchen w\u00fcrde. Wann ich denn Zeit\u00a0h\u00e4tte? Ein Termin wurde gesucht und gefunden. Die Einladung\u00a0nahm ich gerne an. Die Schr\u00f6ders wohnten damals im Hindenburgviertel\u00a0von Hannover. Fast so bekannt wie Schr\u00f6der\u00a0und seine Frau war ein weiteres Mitglied des Kanzlerhaushalts:\u00a0Hund Holly, ein Border Terrier, denn \u00fcber ihn, den \u00bbFirst\u00a0Dog\u00ab, berichtete die Presse damals regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor dem Treffen mit Doris Schr\u00f6der-K\u00f6pf wurde ich ein bisschen nerv\u00f6s, denn ich hatte keine Ahnung, aus welchem\u00a0Anlass sie den Termin \u00fcberhaupt wollte. Als kleines Mitbringsel\u00a0hatte ich mir ein Paket mit verschiedenen Produkten\u00a0unserer Rossmann-Eigenmarken zusammenstellen und sch\u00f6n\u00a0verpacken lassen. Irgendetwas, dachte ich, m\u00fcsse ich schlie\u00dflich\u00a0mitbringen, wenn ich bei Frau Schr\u00f6der-K\u00f6pf eingeladen\u00a0bin. Blumen oder Pralinen fand ich zu langweilig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bepackt mit dem Pr\u00e4sent fuhr ich mit meinem Fahrer vor dem Haus des Kanzlers vor. Die Stra\u00dfe war abgesperrt. \u00dcberall\u00a0standen Sicherheitsleute. Ein durch und durch bewachtes Leben,\u00a0dachte ich, wie in einer Festung. Ob das so erstrebenswert war? Mehrfach wurden wir angehalten und gecheckt. Schlie\u00dflich\u00a0aber stand ich vor Schr\u00f6ders Haust\u00fcr und klingelte. Erst\u00a0einmal passierte gar nichts. Ich klingelte ein weiteres Mal.\u00a0Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich sie \u2013 wie aus der Ferne \u2013 durch die T\u00fcr rufen: \u00bbHerr Ro\u00dfmann, ziehen Sie mal bitte ganz fest!\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich stellte mein Paket auf den Boden und zog mit aller Kraft\u0083 an der schweren Stahlt\u00fcr, die sich jetzt langsam \u00f6ffnete. Dahinter\u00a0stand Doris Schr\u00f6der-K\u00f6pf. Sie begr\u00fc\u00dfte mich herzlich.\u00a0Im Inneren war es v\u00f6llig leise, als sei man von der Welt abgeschnitten. \u00bbMan h\u00f6rt hier ja rein gar nichts\u00ab, sagte ich.\u00a0\u00bbSchauen Sie, wie dick das Fensterglas ist\u00ab, antwortete sie,\u00a0\u00bbda k\u00e4me nicht einmal eine Stinger-Rakete durch, geschweige\u00a0denn ein Ton von drau\u00dfen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Haus war tats\u00e4chlich wie eine Festung. Nun sa\u00dfen wir zusammen auf dem Schr\u00f6der\u2019schen Wohnzimmersofa und\u00a0plauderten. Und immer wieder kam Frau Schr\u00f6der-K\u00f6pf auf\u00a0Holly, ihren Hund, zu sprechen. Die ganze Zeit \u00fcber gr\u00fcbelte<br \/>\nich, warum sie mich eigentlich eingeladen hatte. Schlie\u00dflich\u00a0fragte sie mich, ob es nicht eine tolle Idee w\u00e4re, wenn wir f\u00fcr\u00a0unsere Drogeriem\u00e4rkte ein eigenes Sortiment mit Hundezubeh\u00f6r\u00a0entwickeln w\u00fcrden. Sie selbst habe, seitdem Holly mit ihnen\u00a0lebe, nur schlechte Erfahrungen mit g\u00e4ngigem Hundespielzeug\u00a0und Hundeaccessoires gemacht. Aus diesem Grunde\u00a0habe sie gro\u00dfe Lust, an einer neuen Produktlinie mitzuwirken.<br \/>\nGenaue Vorstellungen habe sie auch schon. Das neue Sortiment\u00a0solle Leinen, Kau- und Bei\u00dfsachen und Hundeshampoo\u00a0umfassen, und \u00fcberhaupt alles, was das Hundeherz \u2013 oder das\u00a0seines Besitzers \u2013 h\u00f6her schlagen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Blitzschnell \u00fcberlegte ich, was dieses Angebot f\u00fcr uns bedeuten konnte.\u00a0\u00bbK\u00f6nnten Sie sich denn vorstellen, dass Holly f\u00fcr das neue\u00a0Sortiment wirbt und die Serie \u203aHolly\u2039 hei\u00dft?\u00ab, wollte ich wissen.\u00a0Ich witterte die enorme Werbekraft dieser Idee.\u00a0\u00bbJa, kein Problem\u00ab, meinte sie, \u00bbdar\u00fcber habe ich bereits mit\u00a0meinem Mann gesprochen. Er w\u00e4re einverstanden.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Drei Monate sp\u00e4ter tauchte Doris Schr\u00f6der-K\u00f6pf einmal in der Woche in unserer Firmenzentrale auf, um tatkr\u00e4ftig an der\u00a0Entwicklung und Kreation der neuen Hundeprodukte mitzuwirken.\u00a0Holly brachte sie jedes Mal mit. Der Border Terrier<br \/>\nmusste die Bei\u00dfringe probebei\u00dfen und Kauknochen probekauen.\u00a0Ende 2004 kam das Sortiment in den Handel. Hollys Konterfei\u00a0zierte Hundeshampoo, Leinen, N\u00e4pfe \u2013 die \u00bbWinston Holly\u00a0Linie\u00ab umfasste mehr als vierzig unterschiedliche Artikel. Schon bald war Holly der ber\u00fchmteste Tiermarkenname Deutschlands, die Medien berichteten umfassend dar\u00fcber. Durchaus\u00a0auch kritisch: Darf die Kanzlergattin denn so was tun? Und was\u00a0sagt Holly dazu? Und so weiter und so fort. Man kennt das ja.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr uns war die Holly-Kampagne eine Wahnsinnswerbung. Doris Schr\u00f6der-K\u00f6pf erhielt f\u00fcr ihre Arbeit \u00fcbrigens nicht eineneinzigen Cent, sie hatte auch nie etwas verlangt. Darauf\u00a0hatten wir uns von Anfang an verst\u00e4ndigt. Stattdessen einigten\u00a0wir uns darauf, eine gr\u00f6\u00dfere Geldsumme an eine Tierschutzorganisation\u00a0zu spenden. Holly trug von dem Medienhype keinen\u00a0Schaden davon. Sie starb erst viel sp\u00e4ter, Anfang 2017, im<br \/>\nhohen Hundealter von vierzehn Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute geht die Werbung v\u00f6llig andere Wege. Von der Tausche- gebrauchte-in-neue-Zahnb\u00fcrste-Aktion der fr\u00fchen Siebziger\u00a0bis zum YouTube-Spot \u00bbDuracell rettet Weihnachten\u00ab aus\u00a0j\u00fcngster Vergangenheit war es ein langer Weg. Ich mache keinen Hehl daraus, dass mir die Welt der neuen Medien und alles, was mit Social Media zu tun hat, v\u00f6llig fremd ist. Aber ich\u00a0hatte immer die richtigen Leute an der Hand, die Ahnung von\u00a0dem haben, was sie tun. Martin Kind sagte einmal zu mir: \u00bbDu<br \/>\ndelegierst meisterhaft und vertraust den Menschen, das k\u00f6nnen viele in deiner Position nicht.\u00ab Was er eine besondere F\u00fchrungsf\u00e4higkeit\u00a0nennt, war f\u00fcr mich immer ein St\u00fcck Joballtag. Wenn ich das Gef\u00fchl habe, dass jemand etwas von seiner Arbeit versteht, dann lasse ich denjenigen machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei dem Duracell-YouTube-Spot Weihnachten 2017 war mein Sohn Raoul ma\u00dfgeblich involviert. Die Story des Werbe-Films: Alle Geschenke sind gekauft, sch\u00f6n verpackt und unter\u00a0dem Weihnachtsbaum verstaut. Doch beim Auspacken f\u00e4llt\u00a0auf, dass einige der Geschenke keine Batterien enthalten und\u00a0im ganzen Haushalt auch keine mehr zu finden sind. In diesem\u00a0Fall konnten sich die Berliner, hier wurde der Film gedreht,<br \/>\nentspannt zur\u00fccklehnen und den \u00bbBunny X-MAS Express in\u00a0Kooperation mit ROSSMANN\u00ab anrufen, der am Heiligabend\u00a0und ersten Weihnachtsfeiertag flei\u00dfig unterwegs war:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber\u00a0vierhundertmal machte sich der ber\u00fchmte Duracell-Hase auf den Weg, um in k\u00fcrzester Zeit die fehlenden Batterien zu liefern.\u00a0Einige dieser Momente, in denen der Duracell-Hase das\u00a0Weihnachtsfest rettete, wurden von der Kamera eingefangen und ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag als Video ins Netz\u00a0gestellt. Bei YouTube und auf Facebook wurde der Clip mehr\u00a0als sieben Millionen Mal angeklickt. Am Ende des Films stehen\u00a0die Hasen vor dem Berliner Rathaus, und einer von ihnen\u00a0zieht den Kopf des Hasenkost\u00fcms aus. Zum Vorschein\u00a0kommt mein Sohn Raoul, der in die Kamera lacht. So funktioniert\u00a0Werbung heute. F\u00fcr uns war diese Aktion ein Riesenerfolg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nochmals zur\u00fcck ins Jahr 1972. Nachdem mein Drogeriemarkt eingeschlagen war wie eine Bombe, ver\u00e4nderte sich auch privat\u00a0einiges bei mir. Ich zog bei meiner Mutter aus und nahm mir\u00a0eine Einzimmerwohnung, direkt \u00fcber meinem Laden. Da mein Vermieter im selben Geb\u00e4ude sein Bestattungsunternehmen betrieb, kam es zuweilen zu recht makabren Situationen. Einmal\u00a0musste eine Mitarbeiterin aus unserem Lager im Hinterhof\u00a0Toilettenpapier holen, um das Regal aufzuf\u00fcllen. Nach wenigen Sekunden kam sie schreiend aus dem Schuppen gerannt. Aus Platzmangel hatte mein Vermieter eine seiner Leichen mal\u00a0eben in unserem Lager abgelegt. Die Angestellte trat nichts ahnend\u00a0ein und starrte in das Gesicht eines Toten. Solche und \u00e4hnliche Szenen passierten immer wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um unsere alte Drogerie k\u00fcmmerte sich meine Mutter zusammen mit drei Mitarbeitern. Sie stand noch viele Jahre im Gesch\u00e4ft, etwa bis zu ihrem siebzigsten Lebensjahr. Irgendwann\u00a0wurde es ihr aber zu beschwerlich, und aus finanziellen Gr\u00fcnden h\u00e4tte sie schon l\u00e4ngst nicht mehr arbeiten m\u00fcssen.\u00a0Im Alter wollte sie nicht mehr allein leben und \u00fcberlegte, in ein\u00a0Seniorenheim zu ziehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00bbMama, wenn du in einem Stift wohnen willst, dann ist das\u00a0m\u00f6glich. Mach dir keine Sorgen, ich k\u00fcmmere mich um alles\u00ab,\u00a0versicherte ich ihr. \u00bbDu gehst in das beste Altenheim der Stadt,\u00a0ins Eilenriedestift.\u00ab\u00a0Meine Mutter war, auch wenn sie nat\u00fcrlich wusste, dass ich\u00a0mittlerweile gut verdiente, immer eine bescheidene Frau geblieben,<br \/>\nzufrieden mit dem, was sie hatte. Sie wollte niemandem zur Last fallen. Nachdem sie ins Eilenriedestift gezogen\u00a0war, zeigte sich einmal mehr, wie das Leben eigene Wege geht.\u00a0Denn im selben Altenheim lebte zuf\u00e4lligerweise auch Elfriede, Mamas fr\u00fchere Nachbarin, die Witwe von Onkel T., meinem\u00a0biologischen Vater.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie sie es schafften, aber die beiden Frauen gingen sich in dem Stift f\u00fcnf Jahre lang komplett\u00a0aus dem Weg. Meine Mutter sagte immer, sie habe Hemmungen,<br \/>\nElfriede anzusprechen.\u00a0\u00bbUnd auch Elfriede vermeidet es, dass wir uns begegnen\u00ab,<br \/>\nerkl\u00e4rte sie weiter. \u00bbWenn wir uns auf dem Gang von Weitem sehen, weichen wir einander aus. Wenn es zu sp\u00e4t daf\u00fcr ist,\u00a0sagen wir nur kurz Guten Tag oder \u00c4hnliches. Dar\u00fcber hinaus\u00a0gibt es keinerlei Kontakt, kein Gespr\u00e4ch, nichts.\u00ab\u00a0Auch wenn es nie offiziell geworden war und ich mich an\u00a0mein Schweigeversprechen gehalten hatte, so muss Elfriede\u00a0doch etwas gewusst oder zumindest geahnt haben. Eines Tages\u00a0rief mich meine Mutter ganz aufgeregt an und berichtete, dass\u00a0etwas ganz Komisches passiert sei.<\/p>\n<p>\u00bbIch habe Elfriede getroffen, und dieses Mal ging sie mir\u00a0nicht aus dem Weg. Stattdessen hat sie zu mir gesagt: \u203aDu, Hilde,\u00a0ich hab mir \u00fcberlegt, eigentlich ist es doch albern, wie wir\u00a0uns verhalten. Hast du nicht Lust, am Freitagnachmittag zu mir<br \/>\nzum Kaffee zu kommen? Dann k\u00f6nnen wir reden.\u2039\u00ab\u00a0Und meine Mutter antwortete: \u00bbElfriede, ich komme gerne\u00a0zu dir. Sehr gerne sogar.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Gespr\u00e4ch fand an einem Mittwoch statt. Und am Freitagvormittag, wenige Stunden vor der Verabredung, erhielt\u00a0meine Mutter eine schriftliche Nachricht, sie m\u00f6ge bitte\u00a0doch nicht zum Kaffee erscheinen. Ohne Begr\u00fcndung. Ohne\u00a0eine Entschuldigung. Sp\u00e4ter h\u00f6rte meine Mutter, dass eine der\u00a0Nichten von Elfriede am Vormittag zu Besuch gekommen war,\u00a0und wahrscheinlich hatte sie ihrer Tante verboten, sich mit\u00a0meiner Mutter zu treffen. Elfriede hatte das Verm\u00f6gen meines\u00a0leiblichen Vaters geerbt, und die Angeh\u00f6rigen hatten wom\u00f6glich\u00a0Angst, dass ich, Theodors leiblicher Sohn, pl\u00f6tzlich\u00a0doch noch Erbanspr\u00fcche geltend machen k\u00f6nnte. Was ich nie\u00a0getan h\u00e4tte. Wenige Jahre sp\u00e4ter starb meine Mutter im Alter\u00a0von zweiundachtzig Jahren. Auch Elfriede lebte bis zu ihrem\u00a0Tod in dem Stift. Zu einer Aussprache aber ist es nie gekommen.\u00a0Manchmal ist es schon seltsam, wie sich ein Lebenskreis schlie\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was habe ich meiner Mutter zu verdanken, was hat sie mir f\u00fcr mein Leben mitgegeben? Ein Kind sucht nach N\u00e4he und\u00a0Vertrauen, und ich glaube, dass meine Mutter mir dieses Vertrauen\u00a0immer entgegenbrachte. Ich wurde von ihr nicht erzogen<br \/>\nim Sinne von: \u00bbMach dies, lass das.\u00ab Ich konnte immer das\u00a0tun, was ich tun wollte. Ohne Druck seitens des Elternhauses,\u00a0ohne zu viel Gebote oder Verbote, aber leider auch ohne eine\u00a0geistige F\u00f6rderung. Diese musste ich mir selbst suchen. Eltern sollten etwas vorleben, den Kindern ein Wertesystem vermitteln.\u00a0Meine Mutter wurde 1909 geboren, sie erlebte zwei Weltkriege.<\/p>\n<p>O\u0082 ging es nur ums \u00dcberleben. Diese Erfahrungen haben\u00a0sie gepr\u00e4gt, und ich kann ihr nichts vorwerfen, weil ich wei\u00df, dass sie ihr Bestes gegeben hat. Meine Mutter hatte ein<br \/>\nganz gro\u00dfes Herz, und das, was sie mir mit auf den Weg gab,\u00a0war eine Herzensbildung, die am Ende wahrscheinlich wichtiger ist als jede schulische Bildung. Auf die Herzensbildung\u00a0kommt es an im Leben. Vieles, was bei mir als Kind in der Erziehung\u00a0vers\u00e4umt wurde, habe ich sp\u00e4ter durch das Lesen der\u00a0gro\u00dfen Klassiker und eine zehnj\u00e4hrige Therapie aufgearbeitet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668407\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668407\" class=\"size-medium wp-image-668407\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/07\/Grafik_DieKo\u0308nigeDerBlogospha\u0308re_A4_DRAFT_02-1.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-668407\" class=\"wp-caption-text\">Der neue Blogger-Relevanz-Index 2018<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug von Dirk Rossmann, dem Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Drogeriemarktkette Rossmann: &#8222;Dann bin ich auf den Baum geklettert.&#8220; &nbsp; &nbsp; Los geht\u2019s \u2013 die Erfindung meines Lebens Als ich mein erstes eigenes Gesch\u00e4ft er\u00f6ffnete, h\u00e4tte keine Menschenseele,\u00a0ich am allerwenigsten, im &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/11\/15\/buchauszug-dirk-rossmann-dann-bin-ich-auf-den-baum-geklettert\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2851,7790,7789],"class_list":["post-668858","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-ariston-verlag","tag-buchauszug-dann-bin-ich-auf-den-baum-geklettert","tag-dirk-rossmann"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/668858","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=668858"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/668858\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":669174,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/668858\/revisions\/669174"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=668858"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=668858"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=668858"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}