{"id":668509,"date":"2018-08-18T02:47:58","date_gmt":"2018-08-18T00:47:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=668509"},"modified":"2018-08-18T02:47:58","modified_gmt":"2018-08-18T00:47:58","slug":"die-angst-der-mittelstaendler-vor-ihren-kunden-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/08\/18\/die-angst-der-mittelstaendler-vor-ihren-kunden-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Die Angst der Mittelst\u00e4ndler vor ihren Kunden (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Angst der mittelst\u00e4ndischen Unternehmer vor ihren Kunden \u2013 oder wie die Firmen ihr Geld fehlinvestieren und sich auf ihrem Digitaltrip verzetteln. Gastbeitrag von Ben Broshi,\u00a0Digital-Chef bei Deutsche Tele Medien.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_668523\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-668523\" class=\"size-full wp-image-668523\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/08\/broshi.ben_.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/08\/broshi.ben_.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/08\/broshi.ben_-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/08\/broshi.ben_-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-668523\" class=\"wp-caption-text\">Ben Broshi (Foto: Presse)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Untersuchung der F\u00f6rderbank KfW wartet mit Fakten auf, die zeigen, dass die Mittelst\u00e4ndler in Deutschland ordentlich ins Digitale investieren &#8211; dumm nur, dass die eigentlichen Adressaten, die Verbraucher, davon nichts haben. Zwar haben bislang 25 Prozent der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen in digitale Technologien investiert \u2013Tendenz steigend. Aber: Dieses Geld steckten die Unternehmen prim\u00e4r in die Verbesserung ihrer eigenen Produktion und ihre eigene Verwaltung. N\u00fctzt das dem Kunden? Nein.<\/p>\n<p>Das ist schon ein Ph\u00e4nomen: Landauf landab klagen Mittelst\u00e4ndler, wie sehr sie sehr sie Amazon &amp; Co. als Konkurrenten f\u00fcrchten. Sie selbst blenden aber dennoch genau deren St\u00e4rken aus: den digital aufger\u00fcsteten Kundenservice. So sucht man individualisierte Produkt-Angebote f\u00fcrs Smartphone, digitale Terminvereinbarung, den digitalen Angebots- und Warenkatalog bei mittelst\u00e4ndischen Unternehmen zumeist noch vergeblich.<\/p>\n<p>Im Sinne der langfristigen Wettbewerbsf\u00e4higkeit, frage ich mich: Warum? Ignoranz \u2013 oder einfach nur #Digitalisierungsangst? Die Angst vor dem Neuen, dem Unbestimmten, der Reise mit ungewissem Ziel. Der Angst, sich einmal zu verlaufen. Denn klar ist, an Geld mangelt es nicht im Mittelstand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsicher im Digitalen Spielzeugladen &#8211; ohne Wissen und Experten<\/strong><\/p>\n<p>Zugegeben, die Digitalisierung stellt gerade kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen vor riesige Herausforderungen. Die Vielfalt der Angebote im Digitalen Spielzeugladen \u00fcberfordert offensichtlich noch die meisten Unternehmen. Ihnen fehlen das Wissen und die richtigen Leute, um aus dem Sammelsurium an M\u00f6glichkeiten, die wirklich relevanten Themen und Tools erst einmal zu identifizieren. Schlie\u00dflich geht es nicht darum, die Rezepte der Gro\u00dfen einfach zu kopieren und durch die Amazonisierung die gewachsenen, eigenen St\u00e4rken und gleich noch das alte Personal loszuwerden. Im Gegenteil, beides muss bewahrt und verteidigt werden \u2013 eisern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung ist keine Personaleinsparungsmethode<\/strong><\/p>\n<p>Ganz klar: Unternehmen, die Digitalisierung als Personaleinsparungsmethode angesehen und auch noch intern so verkauft haben, sind auf dem Holzweg. Schlimmer noch: Sie haben selbst die Anti-Haltung ihrer Belegschaft erzeugt.<br \/>\nDie Digitalisierung soll im Mittelstand nur eins, die Mitarbeiter unterst\u00fctzen um die Kunden bei Laune zu halten \u2013 und deren Kauffreudigkeit zu steigern. Denn von Amazon lernen hei\u00dft nicht mehr und nicht weniger als sehr erfolgreich Verkaufen lernen. Schlie\u00dflich produzieren die Onlineriesen nichts selbst \u2013 und h\u00e4ngen trotzdem den Mittelstand ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Wettkampf um die gleichen Kunden<\/strong><\/p>\n<p>Der findet sich nun in einem massiven Verdr\u00e4ngungswettbewerb wieder. Mittelst\u00e4ndler m\u00fcssen bestehen gegen Gro\u00dfunternehmen, Filialketten und Online-H\u00e4ndlern, die mit gro\u00dfer digitaler Expertise und einem riesigen Schatz an Daten agieren. Und sie konkurrieren um die gleichen Kunden.<\/p>\n<p>Dabei ist dem Kunden ja eigentlich seine Werkstatt um die Ecke, der Friseur, die Parf\u00fcmerie, der Schl\u00fcsseldienst wichtig und er will sie gar nicht missen. Er will erkannt werden. Er will gewarnt und beraten werden \u2013 auch ungefragt, und das in seiner Stadt, in seinem direkten Umfeld.91 Prozent der Verbraucher sehen das so und halten laut einer Repr\u00e4sentativbefragung der \u201eInitiative f\u00fcr das Gewerbe nebenan\u201c ein vielf\u00e4ltiges Angebot an Dienstleistungen und Services in ihrer Stadt f\u00fcr \u00e4u\u00dferst wichtig und sehen den Niedergang der mittelst\u00e4ndischen Gewerbestruktur als massives Problem an.<\/p>\n<p>Dumm nur, wenn der Verdr\u00e4ngungswettbewerb von Amazon &amp; Co. exklusive Infrastruktur auf dem Land und in kleinen St\u00e4dten ruiniert und Werkst\u00e4tten und L\u00e4den verschwinden und letztlich nur Tristesse bleibt.<\/p>\n<p>Die Gretchenfrage ist: Wie lassen sich f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler mit digitaler Hilfe mehr Kunden gewinnen, mehr Umsatz machen?\u00a0Nun, es gibt eine ganze Reihe von M\u00f6glichkeiten, wie sich Kundenservice digital verbessern l\u00e4sst. Da w\u00e4re zum Beispiel das gro\u00dfe Feld der Terminvereinbarung und Planung. Hier bietet sich f\u00fcr den Mittelst\u00e4ndler um die Ecke die Chance, mit den Gro\u00dfen mitzuhalten. Dies l\u00e4sst sich auch erreichen, wenn Kunden beispielsweise regelm\u00e4\u00dfig per Push-Benachrichtigung oder per Newsletter \u00fcber neue Angebote oder Sonderaktionen schnell und direkt informiert werden. Auch die sozialen Medien bieten jede Menge M\u00f6glichkeiten, mit Kunden in Kontakt zu kommen. Und dazu sind weder aufw\u00e4ndige IT-Strukturen noch viel Geld notwendig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Digitale Aufr\u00fcstung ist machbar<\/strong><\/p>\n<p>Gerade Dienste wie zum Beispiel Online-Terminservices oder die sich gerade anbahnende Verhaltens\u00e4nderung der Nutzer Richtung Sprachassistenten bieten neue Chancen: Man muss dabei gar nichts Neues erfinden \u2013 es gen\u00fcgt vielmehr, ein paar relevante und erprobte digitale Tools \u2013 die es bereits f\u00fcr kleines Geld gibt &#8211; zu setzen und seri\u00f6se Beratungsangebote von verl\u00e4sslichen, regional ans\u00e4ssigen Partnern wahrzunehmen und so den Schritt in die Optimierung des Kundenservices zu machen.<\/p>\n<p>Es gibt keinen Grund daf\u00fcr, dass sich Mittelst\u00e4ndler von den Amazon\u2018s und Zalando\u2018s einsch\u00fcchtern lassen m\u00fcssen. Es gilt, die richtigen Priorit\u00e4ten zu setzen und Digitalisierung als Chance zu begreifen, um die eigenen Mitarbeiter dabei zu unterst\u00fctzen, optimalen und wettbewerbsf\u00e4higen Service f\u00fcr die Kunden zu bieten.<\/p>\n<p>Dann entstehen endlich wieder erfolgreiche regionale und lokale Gesch\u00e4ftskonzepte, die mit digitaler Unterst\u00fctzung die traditionell starke Verbindung zwischen Kunde und Mittelst\u00e4ndler nutzen, um im Wettbewerb mit den Gro\u00dfen zu bestehen. Die emotionale Unterst\u00fctzung der Kunden h\u00e4tte man allemal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Angst der mittelst\u00e4ndischen Unternehmer vor ihren Kunden \u2013 oder wie die Firmen ihr Geld fehlinvestieren und sich auf ihrem Digitaltrip verzetteln. 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