{"id":668131,"date":"2018-06-26T15:24:30","date_gmt":"2018-06-26T13:24:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=668131"},"modified":"2018-06-26T17:01:00","modified_gmt":"2018-06-26T15:01:00","slug":"was-mitarbeiter-wirklich-wollen-einfach-nur-konzentriert-arbeiten-zu-duerfen-die-umfrage-zum-buch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/06\/26\/was-mitarbeiter-wirklich-wollen-einfach-nur-konzentriert-arbeiten-zu-duerfen-die-umfrage-zum-buch\/","title":{"rendered":"Was Mitarbeiter wirklich wollen: Einfach nur konzentriert arbeiten zu d\u00fcrfen &#8211; die Umfrage zum Buch"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das gro\u00dfe Missverst\u00e4ndnis: Ist das B\u00fcro nur nach den neuesten Ideen von irgendwelchen Architekten konzipiert, steige die Effizienz der Mitarbeiter und es mache \u00fcberhaupt so viel her, dass es es aufs Firmenimage abstrahlt. Und dass sich mit der Optik von modernen R\u00e4umen mehr hochtalentierte Bewerber anlocken lassen. So weit so rosarot die Brille.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dumm nur, dass es den Architekten sowieso nicht um die Arbeit geht, die eigentlich in den R\u00e4umen getan werden soll. Sie kennen sie ja auch gar nicht. Es soll nur schick aussehen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>K<strong>lar ist, dass sich die ohnehin\u00a0 prosperierende\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cebra.biz\/specials\/buerowelten\/13-02-2017-fuenf-prozent-plus-fuer-bueromoebel\/\">B\u00fcrom\u00f6belindustrie \u00fcber die vielen Absatzm\u00f6glichkeiten freut<\/a> und daf\u00fcr Heerscharen von PR-Profis auf gro\u00dfangelegte Werbetour schickt.\u00a0\u00a0<\/strong><strong>Was zu kurz kommt, ist aber tats\u00e4chlich die eigentliche Arbeit &#8211; wie eine aktuelle Umfrage vom Murmann Verlag belegt:<\/strong><\/p>\n<p>Was hilft ein Kicker im B\u00fcro, wenn er nur von der Arbeit ablenkt? Aber die Arbeit nichtsdestotrotz termingerecht und tippitoppi abgeliefert werden soll? Nicht mal jeden vierten erfreut deshalb auch so ein Spielger\u00e4t im B\u00fcro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Stylische Arbeitsumgebung? Egal<\/strong><\/p>\n<p>Und weiter geht\u00b4s: Eine stylische Arbeitsumgebung interessiert nur 18 Prozent der Arbeitnehmer, also nicht mal jeden f\u00fcnften.<\/p>\n<p>Und wie steht es ums Arbeiten unter freiem Himmel ? Hip und hopp mit dem Laptop auf der Firmen-Terrasse? Wo die Unterlagen wegwehen (die braucht man n\u00e4mlich durchaus) und die Sonne den Bildschirm kaum entziffern l\u00e4sst? Die Vorstellung lockt nur 40 Prozent der Arbeitnehmer.\u00a0Das alles belegt eine repr\u00e4sentative Umfrage, die das Institut f\u00fcr mobile Marktforschung Appinio f\u00fcr den Murmann\u00a0Verlag durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Je anspruchsvoller die Arbeit umso mehr Bed\u00fcrfnis nach Ruhe<\/strong><\/p>\n<p>Die Ergebnisse im Detail: Viel wichtiger sind Mitarbeitern R\u00fcckzugsr\u00e4ume &#8211; wo sie ungest\u00f6rt arbeiten k\u00f6nnen (45 Prozent). Mit der Betonung auf ungest\u00f6rt. Und je intelligenter die Arbeit ist, umso mehr Konzentration d\u00fcrfte auch n\u00f6tig sein. Genaugenommen ist es lustig, dass man f\u00fcr die ganz normale T\u00e4tigkeit \u00b4Arbeit\u00b4 R\u00fcckzugsr\u00e4ume braucht &#8211; so als sei Arbeit der Ausnahmezustand und nicht die Regel.<\/p>\n<p>Weiter im Text: 36 Prozent der Arbeitnehmer wollen R\u00e4ume f\u00fcr den Schwatz mit Kollegen. Was auch wieder typisch und auch sinnvoll ist: Denn in Kaffeek\u00fcchen werden mehr wertvolle Arbeits-Tipps ausgetauscht als bei s\u00e4mtliche Fortbildungen, sagten US-Studien schon vor etlichen Jahren.<\/p>\n<p>Architekten tun gut daran, diese Kaffeek\u00fcchen nicht wie auf dem Pr\u00e4sentierteller und f\u00fcr jeden einsehbar zu bauen. Dann tritt n\u00e4mlich der gegenteilige Effekt ein: Keiner verweilt mehr dort, auch nicht f\u00fcr f\u00fcnf Minuten, weil man sonst bei Vorgesetzten den Verdacht erweckt, nicht genug zu tun zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die meisten Mitarbeiter sind ungl\u00fccklich<\/strong><\/p>\n<p>Alarmierend ist jedoch: 75 Prozent der Angestellten sind nicht zufrieden mit ihrer Arbeitsumgebung und nur eine Minderheit, jeder Vierte (24,7 Prozent), ist sehr zufrieden.<\/p>\n<p>Nebenbei bemerkt: Das interessiert seltsamerweise manche Vorgesetzte oder\u00a0 Unternehmenslenker so gar nicht. So erz\u00e4hlen Mitarbeiter einer gro\u00dfen Versicherung hinter vorgehaltener Hand, dass selbst die Unterschriftensammlung gegen ihre Gro\u00dfraumb\u00fcros mit rund 90-prozentiger Ablehnung bei den Vorgesetzten auf taube Ohren stie\u00df. Ganz so, als seien Arbeitnehmer und deren Arbeitsergebnisse gar nicht wichtig. Ganz zu schweigen von der Gesundheit der Mitarbeiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fast jeder zweite Mitarbeiter hat Ideen, wie es besser ginge<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Umrage: 47 Prozent der Befragten erkl\u00e4rten, Verbesserungsideen zu haben. Jeder F\u00fcnfte gibt zu, dass er weniger zufrieden sei \u2013 und es gebe viele Dinge, die st\u00f6ren. Neun Prozent erkl\u00e4rten ausdr\u00fccklich, unzufrieden zu sein und dass sie sich nicht\u00a0 in der Arbeitsumgebung wohl f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Gnade, sich aufs Arbeiten konzentrieren zu d\u00fcrfen &#8211; der h\u00e4ufigste Wunsch deutscher Angestellter<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was Mitarbeitern an ihrer Arbeitsumgebung wichtig ist* <\/strong><\/p>\n<p>Geschlossene Arbeitsr\u00e4ume f\u00fcr Teams\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a017,3<\/p>\n<p>Besprechungsm\u00f6glichkeiten\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 24,5<\/p>\n<p>Offene Arbeitsr\u00e4ume wie offener \u00dcbergang zur K\u00fcche 12,4<\/p>\n<p>R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr konzentriertes Arbeiten\u00a0 \u00a0 \u00a0 44,9<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten der Ablenkung wie Kicker\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 23,4<\/p>\n<p>Gro\u00dfz\u00fcgig geschnittene B\u00fcros\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a020,8<\/p>\n<p>Chice und stylishe Arbeitsumgebung\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a018,3<\/p>\n<p>Garten\/Terrasse f\u00fcr Arbeit drau\u00dfen\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 39,6<\/p>\n<p>Individuell gestaltbarer Arbeitsplatz &#8211; etwa mit Bildern\u00a0 \u00a031<\/p>\n<p>Fl\u00e4chen f\u00fcr den sozialen Austausch mit Kollegen\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 36,4<\/p>\n<p>Weitere Nennungen (z.B. Arbeitsmaterial)\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a02,2<\/p>\n<p>Beispiele: Arbeitsmaterial<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Planlose Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Glauben Sie, dass Ihr Arbeitgeber ein Arbeitsplatzkonzept hat?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, ich denke nicht\u00a0 \u00a0 35,2<\/p>\n<p>Ich bin mir unsicher\u00a0 \u00a0 \u00a0 43,6<\/p>\n<p>Ja, das wei\u00df ich sogar\u00a0 \u00a021<\/p>\n<p>Quelle: Meinungsforscher Appinio f\u00fcr Murmann Verlag 2018; Befragungszeitraum Mai 2018, 1000 Teilnehmer, die Umfrage ist repr\u00e4sentativ;\u00a0*Mehrfachnennungen m\u00f6glich; in Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viele unter 30 wollen Einzelb\u00fcros<\/strong><\/p>\n<p>Nur zehn Prozent der B\u00fcro-Angestellten d\u00fcrfen heute in Einzelb\u00fcros arbeiten, weitere 35 Prozent w\u00fcnschen sich das sehnlichst. Interessant: Unter den 25-29-j\u00e4hrigen Befragten w\u00fcnschen sich 44 Prozent ein Einzelb\u00fcro.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>32 Prozent mehr Mitarbeiter-Performance bei Mitspracherechten<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Leuten 45 plus ist es \u00e4hnlich, verwundert\u00a0Pascal Gemmer von Dark Horse Innovation &#8211; einer Agentur in Berlin, die Unternehmen bei Innovationen ber\u00e4t &#8211; , der sich mit dem Thema Produktive Arbeitspl\u00e4tze besch\u00e4ftigt und ein sogenanntes Playbook dazu verfasst hat, mit dem Leser auf Basis aktueller New-Work-Trends einer Selbstdiagnose ihrer Arbeitssituation vornehmen und eigene L\u00f6sungen entwickeln sollen.<\/p>\n<p>Gemmers These: Die Mitarbeiter-Performance steigt um 32 Prozent, wenn sie ihre Arbeitsplatzgestaltung mitbestimmen k\u00f6nnen. Handeln dagegen irgendwelche Designer nur \u00fcber ihren Kopf hinweg, steigt die Mitarbeiter-Performance nur um 17 Prozent.<\/p>\n<p>Verwundern kann dabei eigentlich nur, dass man das erst wissenschaftlich untersuchen muss, was so klar ist: Die Methode Vogel-friss-oder-stirb bew\u00e4hrt sich im Zeitalter aufgekl\u00e4rter m\u00fcndiger B\u00fcrger immer weniger. Auch nicht im Berufsleben. Und unter welchen Bedingungen man am besten arbeiten kann, wissen die Betroffenen meistens auch recht gut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"x_MsoNormal\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-668099\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cover.murmann.jpg\" alt=\"\" width=\"559\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cover.murmann.jpg 559w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cover.murmann-258x300.jpg 258w\" sizes=\"auto, (max-width: 559px) 100vw, 559px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gro\u00dfe Missverst\u00e4ndnis: Ist das B\u00fcro nur nach den neuesten Ideen von irgendwelchen Architekten konzipiert, steige die Effizienz der Mitarbeiter und es mache \u00fcberhaupt so viel her, dass es es aufs Firmenimage abstrahlt. 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