{"id":667974,"date":"2018-06-07T06:45:15","date_gmt":"2018-06-07T04:45:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=667974"},"modified":"2018-06-07T12:22:57","modified_gmt":"2018-06-07T10:22:57","slug":"cnn-correspondent-nick-parton-walsh-ueber-plastikverschwendung-auch-von-unternehmen-exklusiv-im-management-blog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/06\/07\/cnn-correspondent-nick-parton-walsh-ueber-plastikverschwendung-auch-von-unternehmen-exklusiv-im-management-blog\/","title":{"rendered":"CNN-Correspondent Nick Paton Walsh \u00fcber Plastikverschwendung &#8211; auch von Unternehmen. Exklusiv im Management-Blog"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Unsere Plastik-Herausforderung&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nick Paton Walsh, Senior International Correspondent bei CNN, berichtet normalerweise \u00fcber Entwicklungen aus dem Nahen Osten, der ehemaligen Sowjetunion, Afghanistan oder den angrenzenden Gebieten. Ein pers\u00f6nliches Schl\u00fcsselerlebnis w\u00e4hrend eines Aufenthalts im Libanon f\u00fchrte jedoch dazu, dass er auch die Aufkl\u00e4rung in Bezug auf die Plastikverschwendung zur Herzensangelegenheit machte. Im Rahmen einer aktuellen Aufkl\u00e4rungskampagne, in der CNN weltweit Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler f\u00fcr dieses Thema sensibilisiert, geht Nick Walsh auf die Plastik-Herausforderung ein und schildert seine eigenen Erfahrungen. Der Beitrag wurde dem Management-Blog exklusiv im deutschsprachigen Raum zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_667975\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-667975\" class=\"size-full wp-image-667975\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/Cnn.Plastik.moderator.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/Cnn.Plastik.moderator.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/Cnn.Plastik.moderator-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/Cnn.Plastik.moderator-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-667975\" class=\"wp-caption-text\">Nick Paton Walsh, Senior International Correspondent bei CNN (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p><strong>Nur wenige Unternehmenslenker machen dem Einwegplastik eine Kampfansage<\/strong><\/p>\n<p>Die Prognosen sind alarmierend: Laut einer Studie der UN wird es in etwa 30 Jahren mehr Plastik als Fische in den Meeren geben. Ein Umdenken und schnelles Handeln sind also zwingend notwendig, wenn wir nicht auf eine Umweltkatastrophe zusteuern wollen \u2013 der Wandel f\u00e4ngt beim Einzelnen im Alltag an, betrifft jedoch auch Unternehmen. So haben manche Unternehmenslenker dem Einwegplastik den Kampf angesagt &#8211;\u00a0 zuletzt hat beispielsweise ein schwedischer Autohersteller angek\u00fcndigt, bis Ende kommenden Jahres komplett auf Plastik-Einwegartikel in seinen B\u00fcros, Kantinen und Veranstaltungen zu verzichten.<\/p>\n<p>Zu oft schenkt jedoch das Management dem Plastikverbrauch im Unternehmen nur zu wenig oder gar keine Beachtung. Dabei gen\u00fcgt buchst\u00e4blich ein Blick in die Gebiete, die besonders von der Plastikverschmutzung betroffen sind, um sich \u00fcber das gesamte Ausma\u00df bewusst zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schaufensterpuppenk\u00f6pfe und Wasserflaschen bis hin zu den Midwayinseln<\/strong><\/p>\n<p>Vor ungef\u00e4hr zwei Jahren machte ich mich auf den Weg zu den Midwayinseln, um die Auswirkungen von Plastikm\u00fcll auf die entferntesten Regionen des Pazifiks zu filmen. An den Ufern der Midwayinseln steht man mit den F\u00fc\u00dfen im Plastikm\u00fcll. Dabei soll es sich doch um einen unber\u00fchrten Zufluchtsort mitten im Pazifischen Ozean handeln. Hier k\u00f6nnen Sie Sonnenaufg\u00e4nge und -unterg\u00e4nge erleben, die so unber\u00fchrt sind, dass sie einst die Hawaiianer in ihrem Glauben bekr\u00e4ftigten, der Himmel sei ein Ort, von dem wir gekommen sind und zu dem wir wieder zur\u00fcckkehren. Es gibt hier jedoch auch Symbole f\u00fcr eine andere Unsterblichkeit: von der Wasserflasche bis hin zum Schaufensterpuppenkopf, dessen Polymerstrukturen sich dem Verfall widersetzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-667990\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cnn.plastik.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"366\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cnn.plastik.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cnn.plastik-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/06\/cnn.plastik-500x282.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beirut: F\u00fcr einen einzigen Salat sieben Mal Plastik<\/strong><\/p>\n<p>Angefangen hat alles mit einem Salat in Beirut. Damals war ich CNNs Beirut-Korrespondent und berichtete \u00fcber den Aufstieg des IS. Das Mittagessen war stets eine eilige Angelegenheit, also haben wir es uns regelm\u00e4\u00dfig liefern lassen. Die Mahlzeiten wurden in einer Plastikt\u00fcte \u00fcberreicht. Diese Plastikt\u00fcte enthielt eine Plastikbox, die den Salat beinhaltete. Darin wiederum befand sich ein kleinerer Plastikbeh\u00e4lter, in dem wir das Dressing vorfanden. Dazu wurden noch ein Plastikmesser und eine Plastikgabel geliefert, die selbst auch wieder in einer Plastikt\u00fcte verpackt waren. Alles f\u00fcr etwa 40 Salatbl\u00e4tter und ein paar H\u00e4hnchenstreifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zwei Kilometer lange Schlange aus riesigen wei\u00dfen S\u00e4cken<\/strong><\/p>\n<p>Der Libanon hat kein Recyclingprogramm. Tats\u00e4chlich gibt es dort nicht einmal ein richtiges Konzept zur Abfallbeseitigung &#8211; auch heute noch nicht- , was zu einer Abfallkrise f\u00fchrte. Plastikm\u00fcll, der in unber\u00fchrten T\u00e4lern oder im Ozean entsorgt wird und einen schrecklichen Gestank von Sickerwasser &#8211; das Zeug, das aus dem M\u00fcll sickert &#8211; abgibt, sammelt sich an und verwandelt sich schlie\u00dflich in eine knapp zwei Kilometer lange Schlange aus riesigen wei\u00dfen S\u00e4cken. Es hat mich umgehauen und mir den Magen umgedreht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Leichtfertige M\u00fcll-Entsorgung<\/strong><\/p>\n<p>Menschen neigen dazu, den Umgang mit M\u00fcll mit der gleichen Leichtfertigkeit abzulehnen, mit der sie ihn entsorgen. Es handelt sich ja um das Problem eines anderen. Aber auf den Midwayinseln ist das Ergebnis dieser Wegwerfkultur \u00fcberall zu sehen. Dort fand ich Plastik vor, das die M\u00e4gen der seltenen Albatrosk\u00fcken f\u00fcllte. Ihre Eltern pfl\u00fccken es aus dem Ozean und denken, es sei Nahrung. Also geben sie es ihnen. Es l\u00e4sst sie denken, dass sie satt sind, weil sie es nicht verdauen k\u00f6nnen. Sie sterben. Ihre K\u00f6rper verrotten, aber die Flaschenverschl\u00fcsse nicht. Sie s\u00e4umen folglich die Ufer. Ohne es zu wissen, t\u00f6ten Eltern ihre Jungen mit unserem beil\u00e4ufig entsorgten Abfall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Latte Macchiato bitte ohne Deckel<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahren haben sich die Menschen zunehmend mit Plastikm\u00fcll besch\u00e4ftigt. Es ist in etwa vergleichbar mit dem Papierrecycling in den 80-er Jahren, als uns gesagt wurde, wir m\u00fcssten B\u00e4ume retten &#8211; was wir \u00fcbrigens immer noch im gro\u00dfen Stil tun. Zeitungen haben Superm\u00e4rkte davon \u00fcberzeugt, ihre Abf\u00e4lle zu reduzieren. Kenia und Ruanda geh\u00f6ren zu den L\u00e4ndern, die Plastikt\u00fcten verboten haben \u2013 genauso wie die Stadt San Francisco. Wenn Sie in einigen Caf\u00e9s einen Latte Macchiato ohne Deckel bestellen, dann werden Sie ihn auch so bekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Alles Plastik eines B\u00fcro-Tages auf dem Schreibtisch sammeln<\/strong><\/p>\n<p>Diese Schritte des Bewusstseins und Handelns sind ein Fortschritt. Es gibt jedoch einen einfachen Weg, um herauszufinden, wie weit wir noch gehen m\u00fcssen. Stellen Sie sich einer Herausforderung: Sammeln Sie das ganze Plastik, das Sie an einem Tag benutzen, auf Ihrem Schreibtisch. Wenn Sie es nicht k\u00f6nnen, weil es zu ekelhaft ist, haben Sie Ihre Antwort schon. Es wird Ihnen Angst bereiten. Und das alles, bevor Sie dar\u00fcber nachdenken, was wir noch nicht \u00fcber die Auswirkungen von Plastikm\u00fcll wissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir wissen beispielsweise nicht, was Plastik mit der menschlichen Biologie auf der Nano-Ebene macht &#8211; bis hinunter zu den Zellmembranen, die es m\u00f6glicherweise durchdringt. Es wurde in einigen Studien bereits gezeigt, dass es die Paarung und das sensorische Verhalten von Fischen beeinflusst. Wir wissen nicht, was es mit unserer eigenen reproduktiven Gesundheit anstellt. Oder welche Auswirkungen seine Mikropartikel auf uns haben. Mittlerweile ist es bereits in unsere Trinkwasserversorgung eingedrungen \u2013 und das in einem alarmierenden Ausma\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bequemlichkeit als erste Priorit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht wollen wir es einfach nicht wissen. Plastik ist innerhalb von Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil unseres t\u00e4glichen Lebens geworden. Wir lieben die Bequemlichkeit unserer Wasserflaschen, die Schutzschichten f\u00fcr verderbliche Lebensmittel, die Deckel, die verhindern, dass unsere Latte Macchiatos unsere Finger verbr\u00fchen. Plastik ist schwer zu vermeiden, auch wenn wir es versuchen &#8211; oft wird es uns regelrecht aufgezwungen. Ignoranz und Unt\u00e4tigkeit sind jetzt jedoch keine Option mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>CNN hat Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler weltweit eingeladen, an einem #ZeroPlasticLunch-Wettbewerb zum Weltozeantag am 8. Juni teilzunehmen.\u00a0 Erfahren Sie mehr unter cnn.com\/zeroplasticlunch<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Unsere Plastik-Herausforderung&#8220; Nick Paton Walsh, Senior International Correspondent bei CNN, berichtet normalerweise \u00fcber Entwicklungen aus dem Nahen Osten, der ehemaligen Sowjetunion, Afghanistan oder den angrenzenden Gebieten. 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