{"id":667776,"date":"2018-05-19T07:00:11","date_gmt":"2018-05-19T05:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=667776"},"modified":"2018-05-19T00:52:34","modified_gmt":"2018-05-18T22:52:34","slug":"trina-gordon-ceo-von-boyden-weltweit-in-us-unternehmensspitzen-sind-erstmals-20-prozent-frauen-was-deutsche-davon-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/05\/19\/trina-gordon-ceo-von-boyden-weltweit-in-us-unternehmensspitzen-sind-erstmals-20-prozent-frauen-was-deutsche-davon-lernen-koennen\/","title":{"rendered":"Trina Gordon, CEO von Boyden weltweit: In US-Unternehmensspitzen sind erstmals 20 Prozent Frauen &#8211; was Deutsche davon lernen k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p><strong><span style=\"color: #000000\"><a style=\"color: #000000\" href=\"https:\/\/www.boyden.com\/trina-gordon\/index.html\">Trina Gordon, CEO der Personalberatung Boyden weltweit und vergleicht die Geschlechtergleichstellung der Amerikaner und der Deutschen im Businessleben. Die Deutschen schneiden dabei ziemlich unr\u00fchmlich ab, sie sollten sich an den Vereinigten Staaten ein Vorbild nehmen.<\/a>\u00a0<a style=\"color: #000000\" href=\"https:\/\/www.boyden.com\/trina-gordon\/index.html\">Hobby-Motorradfahrerin Gordon und Chefin von \u00fcber 1.000 Mitarbeitern weltweit gibt deutschen Frauen f\u00fcnf Karriere-Tipps mit auf den Weg. Ein Gastbeitrag.\u00a0\u00a0<\/a><\/span><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.boyden.com\/trina-gordon\/index.html\">\u00a0\u00a0<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_667778\" style=\"width: 552px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-667778\" class=\"size-full wp-image-667778\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/05\/GordonTrina-Boyden-photo-2017.jpg\" alt=\"\" width=\"542\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/05\/GordonTrina-Boyden-photo-2017.jpg 542w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/05\/GordonTrina-Boyden-photo-2017-250x300.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 542px) 100vw, 542px\" \/><p id=\"caption-attachment-667778\" class=\"wp-caption-text\">Tina Gordon von Boyden USA (Foto: Boyden)<\/p><\/div>\n<p><strong>Wenn&#8217;s um Frauen im Top-Management geht, haben die meisten L\u00e4nder noch einen langen Weg vor sich, bis sie die Geschlechter-Gleichstellung erreichen. Auch die USA. Denn &#8211; wie in Deutschland &#8211; dominieren M\u00e4nner nach wie vor die F\u00fchrungsetagen der Top-Unternehmen und halten in den Vorst\u00e4nden die Mehrheit. Nur in einem Punkt sind die USA den Deutschen um Jahre voraus: In der F\u00fchrungsqualit\u00e4t der Frauen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In den USA sind erstmals 20 Prozent der Top-Manager Frauen<\/strong><\/p>\n<p>In den USA zerbricht die gl\u00e4serne Decke. Die Zahl der weiblichen CEOs im vergangenen Jahr erreichte einen neuen Rekord: Frauen machten zum ersten Mal 20 Prozent der Gesch\u00e4ftsleitungen und Vorstandsetagen in den USA aus. Die ersten Unternehmen erreichten ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen m\u00e4nnlichen und weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften. Und: Nach unseren Erfahrungen gibt es in den meisten Branchen einen Aufschwung, in denen die Vielfalt in der Unternehmensf\u00fchrung und der Belegschaft erh\u00f6ht wird. Momentan sind 6,5 Prozent der CEOs der gro\u00dfen b\u00f6rsennotierten US-Unternehmen Frauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Deutschland: Nur zwei Prozent &#8211; trotz Quote, Kanzlerin und Mutterschutz<\/strong><\/p>\n<p>Zum Vergleich: In Deutschland liegt diese Zahl bei nur zwei Prozent. Trotz der Frauenquote, des durchdachten Mutterschutzes und Bundeskanzlerin Angela Merkel als der m\u00e4chtigsten Frau der Welt f\u00e4llt Deutschland beim Thema Frauen in F\u00fchrungspositionen hinter die Vereinigten Staaten zur\u00fcck. Die Frauenquote kann wertvoll sein, doch oft erreichen Unternehmen schnell die Obergrenze und danach bewegt sich die Nadel kaum noch. Der Wandlungsprozess wird zu einer Frage des Engagements f\u00fcr Vielfalt und Integration auf allen Ebenen: politisch, finanziell, institutionell und individuell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>US-Geschlechtergleichstellung im Interesse der Aktion\u00e4re und Investoren<\/strong><\/p>\n<p>Der Impuls zu mehr Partizipation kommt aus vielen verschiedenen Richtungen. Ein Grund daf\u00fcr, dass die USA eine F\u00fchrungsrolle \u00fcbernommen haben, ist sicher, dass bestimmte Industriezweige den Druck von ihren Vorst\u00e4nden und CEOs sp\u00fcren, nicht nur das Richtige f\u00fcr das Unternehmen zu tun, sondern auch im Interesse ihrer Aktion\u00e4re und der kommerziellen Investoren zu handeln.<\/p>\n<p>In einem immer globaleren Markt werden die Investoren immer diversifizierter und wollen sich in Unternehmen einkaufen, die dies ebenfalls widerspiegeln. Wenn die wichtigsten Stakeholder auf der Suche nach Vielfalt in der F\u00fchrung sind, bringt dieser Druck ein neues Gef\u00fchl von Zielstrebigkeit und Engagement f\u00fcr die F\u00f6rderung von Frauen mit sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>US-Unternehmen orientieren sich an Forschungsergebnissen<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer Grund, warum sich die USA schneller f\u00fcr Diversit\u00e4t in Unternehmen entschieden haben, ist die Forschung: Viele Studien haben einen direkten Zusammenhang zwischen der Vielfalt der F\u00fchrung, der Performance eines Unternehmens, dem Umfang seiner Aktien und seinem Wert f\u00fcr private und gewerbliche Investoren gezeigt. Unternehmen, die diesen Zusammenhang herstellen konnten, erkannten darin eine positive Auswirkung auf ihr Ergebnis, was ein weiterer Anreiz f\u00fcr Ver\u00e4nderung und Einbeziehung war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vielfalt ist gut f\u00fcrs Gesch\u00e4ft &#8211; weil Frauen auch Kaufentscheidungen f\u00e4llen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Gewinne zeigen, dass Unternehmen mit einem diversen F\u00fchrungsteam weltweit unterschiedliche Kunden erreichen und diese wiederum Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen kaufen, die ihre Kulturen, Kaufgewohnheiten und Anforderungen widerspiegeln. Es gibt nicht nur einen Markt, es gibt einen Weltmarkt, der sich nicht auf eine Ethnie oder ein Geschlecht beschr\u00e4nkt: T\u00e4glich treffen Frauen vielf\u00e4ltige Kaufentscheidungen. Unternehmen aller Branchen, auch die konservativen der deutschen Industrie, m\u00fcssen erkennen, dass Vielfalt letztlich gut f\u00fcr das Gesch\u00e4ft ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frauen in Vorst\u00e4nden m\u00fcssen eine kritische Masse erreichen, um sinnvolle Ver\u00e4nderungen voranzutreiben<\/strong><\/p>\n<p>Hinzukommt: Der st\u00e4rkere Druck von der Unternehmensspitze bringt wesentliche Impulse f\u00fcr den Wandel. Den Anfang machen meist ein paar vision\u00e4re Manager in der C-Suite, die \u00fcber den Rand ihres vertrauten Old Boys Netzwerks vom Golfplatz hinausblicken und die Suche nach F\u00fchrungskr\u00e4ften au\u00dferhalb ihrer etablierten Kandidatenkreise ausdehnen.<\/p>\n<p>Statistiken aus den USA zeigen: Sobald eine Frau einen Vorstand entert, verdoppeln sich fast anschlie\u00dfend die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr weitere Frauen. Sobald also eine kritische Masse erreicht ist, wird der Zugang zur F\u00fchrungsriege f\u00fcr die n\u00e4chste Frau leichter.<\/p>\n<p>Dies erkl\u00e4rt, warum die Zahl der Frauen in F\u00fchrungspositionen in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist. Noch 2010 konnten nur wenige US-Unternehmen in f\u00fcnfk\u00f6pfigen Vorst\u00e4nden immerhin zwei Frauen vorweisen. Heute, acht Jahre sp\u00e4ter,\u00a0 ist dies bei mehr als der H\u00e4lfte aller &#8222;Fortune&#8220;-1000-Unternehmen der Fall.<\/p>\n<p>In Deutschland ist das anders: W\u00e4hrend derzeit weniger als jedes zehnte b\u00f6rsennotierte US-Unternehmen keine weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4fte besch\u00e4ftigt, k\u00f6nnen in Deutschland fast drei von vier DAX-Unternehmen mit keiner einzigen Frau in f\u00fchrenden Positionen aufwarten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Bereitschaft zum Handeln fehlt: Deutsche Frauen m\u00fcssen die Warteposition aufgeben und sich erheben<\/strong><\/p>\n<p>Leider gibt es keinen Zauberspruch, der die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Unternehmensrollen automatisch ausgleicht. Es wird sich auch nichts ver\u00e4ndern, wenn die Bereitschaft zum Handeln fehlt. Wie Facebook-Managerin Sheryl Sandberg sagt, d\u00fcrfen Frauen nicht einfach darauf warten, dass ihr Talent, ihr Engagement oder ihr Potenzial entdeckt werden. Sie m\u00fcssen sich aufrichten, die H\u00e4nde heben und das Wort ergreifen. Meiner Meinung nach k\u00f6nnen Frauen \u00e4u\u00dferst effizient, wenn nicht sogar h\u00e4rter, arbeiten, wenn sie in einer von M\u00e4nnern dominierten Branche vorankommen wollen.<\/p>\n<p>Dennoch muss jeder &#8211; unabh\u00e4ngig von seinem Geschlecht &#8211; die Verantwortung f\u00fcr die Diversifizierung seines Unternehmens \u00fcbernehmen. Wenn sich eine motivierte Gruppe von CEOs und Vorst\u00e4nden f\u00fchrender deutscher Unternehmen f\u00fcr Vielfalt und die F\u00f6rderung weiblicher F\u00fchrungskr\u00e4fte einsetzen w\u00fcrde, w\u00e4re das ein gro\u00dfer Schritt nach vorn.<\/p>\n<p>Wenn eine F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit den Anfang macht, dann nimmt die Dynamik zu. Es braucht nur eine Handvoll Menschen mit der Vision, dass ihre Unternehmen und Aktion\u00e4re besser versorgt und ihre Produkte besser verkauft werden, wenn ihre Unternehmensf\u00fchrung die Vielfalt ihrer Kunden widerspiegelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vision\u00e4re F\u00fchrungskr\u00e4fte sind erfolgreiche F\u00fchrungskr\u00e4fte <\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die sozialen, institutionellen und vielleicht auch rechtlichen Strukturen Katalysatoren f\u00fcr die Integration von Frauen in F\u00fchrungsrollen sind, muss die Initiative von oben kommen. Sowohl die USA als auch Deutschland brauchen mehr vision\u00e4re F\u00fchrungskr\u00e4fte auf allen Ebenen, die sich f\u00fcr den Wandel einsetzen. F\u00fchrungskr\u00e4fte m\u00fcssen bereit sein, ihre Suche auf die n\u00e4chste Generation von CEOs und F\u00fchrungskr\u00e4ften auszudehnen, von denen immer mehr hoch qualifizierte Frauen sind, auch in nicht-traditionellen Sektoren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Firmen, die sich nicht der Vielfalt verschreiben, werden abgeh\u00e4ngt<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sind Unternehmen, die es verstehen, Vielfalt in ihre F\u00fchrung mit einzubeziehen, auf langfristigen Erfolg in einem zunehmend globalisierten Markt programmiert. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden Organisationen, die sich nicht der Vielfalt verschrieben haben, abgeh\u00e4ngt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnf Tipps von Trina Gordon f\u00fcr zuk\u00fcnftige weibliche CEOs <\/strong><\/p>\n<p>1. Raus aus der Bequemlichkeit. Das gilt f\u00fcr aufstrebende F\u00fchrungskr\u00e4fte beiderlei Geschlechts: Widmen Sie sich nicht nur den einfachen Aufgaben &#8211; wachsen Sie mit schwierigen Herausforderungen \u00fcber sich hinaus.<\/p>\n<p>2. Bleiben Sie lernf\u00e4hig. Lernen Sie zu antizipieren, zuzuh\u00f6ren und Ihre Hausaufgaben zu machen, um Ihre Sichtbarkeit zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>3. Bauen Sie Ihr eigenes \u00d6kosystem auf. Suchen Sie zun\u00e4chst nach einem Mentor und bauen Sie nach und nach ein vielseitiges Netzwerk in verschiedenen Bereichen auf, um wertvolle, funktions\u00fcbergreifende Erfahrungen und Erkenntnisse zu sammeln.<\/p>\n<p>4. Lernen Sie von Personen, die Sie bewundern und respektieren. Beobachten Sie, wie sie arbeiten und stellen Sie ihnen Fragen. Integrieren Sie das Erlernte in Ihren eigenen, einzigartigen Stil.<\/p>\n<p>5. Warten Sie nicht darauf, bemerkt zu werden. Sprechen Sie f\u00fcr sich selbst, stellen Sie intelligente Fragen und lernen Sie den Wert des Zuh\u00f6rens. Haben Sie Vertrauen in ihre F\u00e4higkeiten und widmen sich Aufgaben, f\u00fcr die Sie sich vielleicht nicht ganz qualifiziert f\u00fchlen. Vertrauen Sie auf die Unterst\u00fctzung Ihres Netzwerks. Wenn Sie nur darauf warten, wahrgenommen zu werden, entgehen Ihnen wertvolle M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.boyden.com\/trina-gordon\/index.html\">https:\/\/www.boyden.com\/trina-gordon\/index.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trina Gordon, CEO der Personalberatung Boyden weltweit und vergleicht die Geschlechtergleichstellung der Amerikaner und der Deutschen im Businessleben. 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