{"id":667679,"date":"2018-05-22T00:29:21","date_gmt":"2018-05-21T22:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=667679"},"modified":"2018-05-22T00:38:27","modified_gmt":"2018-05-21T22:38:27","slug":"buchauszug-verbales-judo-von-george-w-thompson-und-jerry-b-jenkins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/05\/22\/buchauszug-verbales-judo-von-george-w-thompson-und-jerry-b-jenkins\/","title":{"rendered":"Buchauszug: &#8222;Verbales Judo. Die sanfte Kunst der \u00dcberzeugung.&#8220; von George W. Thompson und Jerry B. Jenkins"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug aus: &#8222;Verbales Judo. Die sanfte Kunst der \u00dcberzeugung&#8220;. George J. Thompson und Jerry B. Jenkins erkl\u00e4ren die sanfte Kunst der \u00dcberzeugung und wie ungerechtfertigte Angriffe charmant abgewehrt werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p>Wie motiviert man schwierige Menschen? Oder: Elf S\u00e4tze, die Sie niemals sagen sollten. Oder; \u00c4u\u00dferungen, die man garantiert hinterher bereut. Wie unterbricht man seine Mitmenschen, ohne daf\u00fcr gehasst zu werden? Oder: Wie beruhigt man einen aufgeregten Menschen? (Hei\u00dfer Tipp: Man sollte ihm nicht sagen, dass er sich beruhigen solle\u2026)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-667680\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/Cover.Verbales-Judo_Cover_lowres-002.jpg\" alt=\"\" width=\"418\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/Cover.Verbales-Judo_Cover_lowres-002.jpg 418w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/Cover.Verbales-Judo_Cover_lowres-002-193x300.jpg 193w\" sizes=\"auto, (max-width: 418px) 100vw, 418px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Verbales Judo&#8220; von George W. Thompson und Jerry B. Jenkins, mvg Verlag, 320 Seiten, 16,99 Euro\u00a0<a href=\"https:\/\/www.m-vg.de\/mvg\/shop\/article\/14095-verbales-judo\/\">https:\/\/www.m-vg.de\/mvg\/shop\/article\/14095-verbales-judo\/<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Netten, die Schwierigen und die Schlappschw\u00e4nze<\/strong><\/p>\n<p>Manche amerikanischen Ureinwohner \u2013 vor allem die Sioux und die Navajo \u2013 schauen Ihnen nur in zwei Situationen in die Augen: wenn Sie zuf\u00e4llig Ihr Blutsbruder oder Ihre Blutsschwester sind (was sehr unwahrscheinlich ist) oder wenn sie Sie umbringen wollen.<\/p>\n<p>Wieder andere Indianer halten den H\u00e4ndedruck f\u00fcr ein Zeichen der Ehrerbietung; deshalb strecken sie ihrem Gegen\u00fcber stets eine schlaffe, ge\u00f6ffnete Hand entgegen und greifen nicht fest zu, weil das bei ihnen als Zeichen der Aggressivit\u00e4t und \u00dcberlegenheit gilt.<\/p>\n<p>Vielen Hispanoamerikanern wird beigebracht, anderen Menschen nicht direkt in die Augen zu blicken; denn das ist in vielen Kulturen ein Zeichen daf\u00fcr, dass man seinem Gegen\u00fcber bis auf den Grund der Seele schauen m\u00f6chte, und gilt daher als unh\u00f6flich.<\/p>\n<p>Viele Asiaten betrachten es auch heute noch als Zeichen von Respekt, wenn man ihnen auf die Schuhe guckt.<\/p>\n<p>Da in unserer Gesellschaft eine immer gr\u00f6\u00dfere kulturelle Vielfalt herrscht, werden Menschen mit wei\u00dfer Hautfarbe vielleicht nicht mehr lange in der \u00dcberzahl sein. Je mehr Minderheiten es gibt, umso mehr interkulturelle Spielregeln und Tabus gilt es zu erlernen. Wenn wir in unserer westlichen Kultur erreichen m\u00f6chten, dass sich jemand beruhigt, gehen wir ihm normalerweise aus den Augen und aus dem Weg: Wir verschwinden einfach so lange, bis sich die Wogen gegl\u00e4ttet haben.<\/p>\n<p>Doch wenn man sich einem Menschen aus dem Nahen Osten (zum Beispiel einem \u00c4gypter oder Iraner) gegen\u00fcber so verhalten w\u00fcrde, w\u00e4re das ein Affront: Denn damit gibt man ihm zu verstehen, dass er keinen Respekt verdient hat. Bei Angeh\u00f6rigen dieses Kulturkreises ist es besser, ihnen n\u00e4herzukommen und beruhigend auf sie einzureden: \u201eKeine Sorge, es wird alles wieder gut.\u201c Schon eine leichte Ber\u00fchrung an der Schulter kann bei solchen Menschen wahre Wunder wirken. Wie soll man sich das alles merken: N\u00e4herkommen oder den R\u00fcckzug antreten? Seinem Gegen\u00fcber in die Augen oder auf die Schuhe schauen? Es ist zum Verr\u00fccktwerden.<\/p>\n<p>In Garden Grove, einer mittelgro\u00dfen s\u00fcdkalifornischen Stadt, die ungef\u00e4hr 80 Kilometer s\u00fcdlich von Los Angeles liegt, ist die Situation besonders schwierig; denn dort leben Angeh\u00f6rige von \u00fcber 100 verschiedenen Kulturen, die mindestens 33 verschiedene Sprachen sprechen. Ladenbesitzer, Tankwarte und Angeh\u00f6rige anderer Berufsgruppen mit Publikumsverkehr m\u00fcssen st\u00e4ndig mit all diesen vielen verschiedenen Menschentypen klar kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>H\u00f6flich nachfragen &#8211; ehe man einen Fettnapf einer anderen Kultur erwischt<\/strong><\/p>\n<p>Ich sch\u00e4rfe den Polizisten in meinen Kursen immer ein, dass sie bei Thais oder Laoten unbedingt darauf achten m\u00fcssen, nicht auf die Schwelle ihres Hauses zu treten oder sich darauf zu stellen. Denn nach dem Glauben dieser Menschen wohnen die Geister verstorbener Vorfahren in den Ritzen der T\u00fcrschwellen, und wenn jemand dort drauf tritt, hat der Bewohner des Hauses das Recht, ihm eine \u2019runterzuhauen. Wenn Sie die Sitten und abergl\u00e4ubischen Vorstellungen eines Landes nicht kennen, fragen Sie lieber erst einmal h\u00f6flich nach: \u201eDarf ich \u2019reinkommen? Darf ich mich hier hinstellen? Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich \u2026?\u201c<\/p>\n<p>Ich versuche in meinen Kursen nicht einmal, die Teilnehmer in den Feinheiten des Umgangs mit Angeh\u00f6rigen der vielen verschiedenen Kulturen zu schulen, die es auf der Welt gibt. Denn das w\u00e4re schlechterdings unm\u00f6glich. Zum Gl\u00fcck gibt es eine sehr viel einfachere Methode f\u00fcr den effektiven Umgang mit anderen Menschen: Man braucht nur zu wissen, dass es auf der Welt drei Pers\u00f6nlichkeitstypen gibt, die jeweils unterschiedlich behandelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Drei Pers\u00f6nlichkeits-Typen, die jeweils anders behandelt werden m\u00fcssen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nette Leute legen sich nicht mit dem Chef an<\/strong><\/p>\n<p>Diese Typen findet man in allen Kulturen, ethnischen Gruppierungen, Nationalit\u00e4ten, Altersgruppen und Geschlechtern: Es gibt nette Leute, schwierige Leute und Schlappschw\u00e4nze. Wenn Sie eine Autorit\u00e4tsperson sind, werden nette Leute Ihre Anweisungen gleich beim ersten Mal befolgen, denn diese Menschen kooperieren gern. Wenn Sie ein nettes Kind bitten, seine Sachen aufzur\u00e4umen, tut es das \u2013 vielleicht sogar gleich beim ersten Mal. Und wenn Sie einen netten Menschen zu einer Zahlung auffordern, werden Sie das Geld rechtzeitig erhalten. Nette Leute legen sich nicht mit dem Chef an, beklagen sich nicht beim Hoteldirektor dar\u00fcber, dass ihr Zimmer zu nah am Fahrstuhl oder zu weit davon entfernt liegt. Und sie lassen ihr Essen auch nicht in die K\u00fcche zur\u00fcckgehen, wenn es zerkocht oder noch halb roh ist.<\/p>\n<p>Mein Gro\u00dfvater war zum Beispiel so ein netter Mensch. Wenn er von einem Polizisten angehalten wurde, tat er stets genau das, was von ihm verlangt wurde, auch wenn der Polizeibeamte pampig zu ihm war. Als Staatsanwalt glaubte er hundertprozentig an das Gesetz; wie ein bestimmter Beamter dieses Gesetz aus\u00fcbte, war ihm weniger wichtig. Mein Gro\u00dfvater bereitete weder Polizisten noch anderen Menschen irgendwelche Schwierigkeiten. Er steckte lieber zur\u00fcck, als eine Szene zu machen, denn so etwas war in seinen Augen unerh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Vielen netten Menschen f\u00e4llt es so schwer, Nein zu sagen oder f\u00fcr ihre Rechte einzutreten, dass ganze B\u00fccher f\u00fcr diese Zielgruppe geschrieben worden sind, zum Beispiel Die Sucht, gebraucht zu werden, Mach dich unbeliebt und gl\u00fccklich oder Wenn Frauen zu sehr lieben. Nette Leute werden Ihnen also keine Probleme machen. Trotzdem ist es klug, so mit ihnen umzugehen, als seien sie wichtig. Denn wenn Sie sie nicht gut behandeln, werden sie zwar vielleicht trotzdem tun, was Sie wollen, sich dabei aber hundsmiserabel f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kooperative Menschen nicht ausnutzen, sondern wertsch\u00e4tzen, Respekt zollen<\/strong><\/p>\n<p>Folglich werden Sie Ihre Glaubw\u00fcrdigkeit bei diesen Menschen einb\u00fc\u00dfen, und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden sie Sie nicht mehr unterst\u00fctzen. Au\u00dferdem gibt es keinen Grund, solche Leute auszunutzen oder ihre Freundlichkeit als selbstverst\u00e4ndlich hinzunehmen, nur weil sie sich kooperativ verhalten. Es ist richtig, sie respektvoll zu behandeln. Denn es gibt so wenige kooperative Menschen, dass Sie diese seltenen Ausnahmen wertsch\u00e4tzen und eine gute Beziehung zu ihnen pflegen sollten.<\/p>\n<p>Ich geh\u00f6re zuf\u00e4llig nicht zu dieser Kategorie, und Sie vielleicht auch nicht. Ich bin einer von den schwierigen Menschen. Diese Leute tun per definitionem nicht auf Anhieb, worum man sie bittet \u2013 auch wenn man dabei noch so diplomatisch vorgeht. Es liegt einfach nicht in ihrer Natur zu sagen: \u201eJa, nat\u00fcrlich.\u201c Stattdessen fragen sie erst einmal: \u201eWarum? Wozu?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Einw\u00e4nde der schwierigen Menschen<\/strong><\/p>\n<p>Schwierige Menschen erheben genauso gern Einw\u00e4nde, wie nette Menschen gerne kooperativ sind. Und oft sind schwierige Menschen auch ziemliche Korinthenkacker. So jemand w\u00fcrde sich nicht scheuen, einen Lehrer erst einmal ins Kreuzverh\u00f6r zu nehmen, bevor er entscheidet, ob er einen Kurs bei ihm belegen soll oder nicht. Und er akzeptiert es auch nicht, wenn ein H\u00e4ndler Versandkosten f\u00fcr einen Artikel berechnet, den er ihm zuschicken muss, weil er ihn nicht vorr\u00e4tig hatte.<\/p>\n<p>Wissen Sie noch, was Meg Ryan (Sally) in dem Film Harry und Sally zu Billy Crystal (Harry) sagt? Harry ist im Nu mit seiner Essensbestellung fertig: \u201eIch nehme die Nummer drei.\u201c Sally dagegen sagt: \u201eIch h\u00e4tte gerne den Chefsalat \u2013 Essig und \u00d6l bitte extra \u2013 und den Apfelkuchen mit Eiscreme. Aber der Apfelkuchen soll warm sein, und ich m\u00f6chte das Eis nicht obendrauf haben, sondern daneben. Falls das nicht m\u00f6glich ist, will ich kein Eis, sondern nur Schlagsahne \u2013 aber nur frisch zubereitete. Wenn die Schlagsahne aus der Dose ist, nehme ich lieber gar nichts.\u201c \u201eAuch keinen Apfelkuchen?\u201c, fragt die Kellnerin. \u201eDoch\u201c, antworte Sally. \u201eDann nur den Apfelkuchen, aber kalt.\u201c Wenn die Kellnerin Sally erkl\u00e4rt h\u00e4tte, dass es nicht m\u00f6glich ist, statt Erdbeereis Vanilleeis zu bestellen, h\u00e4tte sie sicherlich wissen wollen, warum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort &#8222;warum?&#8220; bringt Chefs aus dem Konzept<\/strong><\/p>\n<p>Das W\u00f6rtchen Warum bringt die Menschen aus dem Konzept \u2013 vor allem diejenigen, die es nicht gew\u00f6hnt sind, dass jemand ihre Anweisungen infrage stellt. Zu Beginn meiner T\u00e4tigkeit bei der Polizei habe ich mich st\u00e4ndig \u00fcber dieses Wort ge\u00e4rgert. Manchmal hatte ich das Gef\u00fchl, es pausenlos zu h\u00f6ren zu bekommen. \u201eBitte fahren Sie mal rechts \u2019ran.\u201c \u201eWieso? Was habe ich verbrochen?\u201c \u201eDarf ich bitte Ihren F\u00fchrerschein sehen?\u201c \u201eWarum?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;ist aber typisch amerikanisch<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher habe ich solche Leute angebellt: \u201eWeil ich Sie darum gebeten habe!\u201c Ich spielte mich auf, pochte auf meine Autorit\u00e4t und machte mir damit selbst das Leben schwer. Doch allm\u00e4hlich begriff ich, dass die Frage Warum? etwas typisch Amerikanisches ist. Dieses W\u00f6rtchen kann eines der destruktivsten oder konstruktivsten W\u00f6rter einer Sprache sein. Es ist die Horatio-Alger-Frage, die unser Land aufgebaut und die Berliner Mauer niedergerissen hat. Was nicht einmal drei\u00dfig Jahre Kalter Krieg erreichen konnten, hat dieses kleine W\u00f6rtchen geschafft!<\/p>\n<p>Die Sowjetunion l\u00f6ste sich auf, als die russischen Republiken sich zu fragen begannen: \u201eWarum sollen wir Befehle von Moskau entgegennehmen?\u201c Warum ist das Wort, aus dem alles entstanden ist \u2013 von der Mondlandung bis hin zu Drive-through-Hamburgerketten. Es ist das Wort, das Eltern mehr auf die Nerven geht als jedes andere \u2013 aber auch ein Zeichen daf\u00fcr, dass ihre Kinder erwachsener und reifer werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was habe ich davon? Die Antwort bringt die Schwierigen auf Ihre Seite<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWarum?\u201c ist die amerikanischste Frage, die es gibt. Die zweit- und dritttypischsten Fragen f\u00fcr unser Land (mit denen man ebenfalls jeden Menschen auf die Palme bringt) lauten: \u201eWer sind Sie, mir vorschreiben zu wollen, was ich zu tun habe?\u201c und \u201eWoher nehmen Sie die Befugnis dazu?\u201c Und es gibt auch noch eine vierte typisch amerikanische Frage: \u201eWas habe ich davon?\u201c Wenn Sie diese Frage beantworten k\u00f6nnen, werden Sie sich auch mit den ersten drei Fragen leichter tun. Denn Ihrem Gespr\u00e4chspartner kommt es vielleicht gar nicht darauf an, ob Sie dazu befugt sind, ihm eine Anweisung zu erteilen, oder nicht. Und vielleicht ist es ihm sogar egal, was f\u00fcr Konsequenzen es hat, wenn er Ihnen nicht gehorcht. Aber er wird garantiert wissen wollen, was dabei f\u00fcr ihn herausspringt. Wenn ich erreichen m\u00f6chte, dass sich ein schwieriger Mensch kooperativ verh\u00e4lt, erkl\u00e4re ich ihm gleich von vornherein, was ihm das bringt. Ich zeige ihm so klar wie m\u00f6glich auf, was er dabei zu gewinnen hat. Erst wenn das nicht funktioniert, sage ich ihm, was er verlieren k\u00f6nnte, wenn er sich nicht an meine Bitte oder Aufforderung h\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Energie der anderen in die richtige Richtung lenken statt zu bek\u00e4mpfen<\/strong><\/p>\n<p>Auch bei Kindern kann diese Strategie hilfreich sein: Versprechen Sie ihnen, dass sie eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt an ihrer Nintendo-Konsole spielen d\u00fcrfen, wenn sie daf\u00fcr jeden Tag ihr Zimmer aufr\u00e4umen. Falls dieser Anreiz nicht ausreichen sollte, erinnern Sie sie daran, dass sie dieses Privileg verwirken, wenn sie darauf bestehen, in einem Schweinestall zu leben. Das wichtigste Prinzip des physischen Judo besteht darin, dem Gegner keinen Widerstand zu leisten. Bewegen Sie sich lieber mit ihm mit und lenken Sie seine Energie in eine andere Richtung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fragen sind gute Gelegenheiten, Respekt des anderen zu gewinnen und sein Verst\u00e4ndnis zu gewinnen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man eine Frage ignoriert oder die Antwort darauf verweigert, ist das auch eine Form von Widerstand. Deshalb sollten Sie beim verbalen Judo nicht versuchen, l\u00e4stige Fragen nach Ihrer Befugnis, Ihren Gr\u00fcnden oder Methoden abzublocken. Es ist wichtig, stets eine Antwort zu geben, wenn jemand Sie nach dem Warum fragt.<\/p>\n<p>St\u00fcrzen Sie sich mit Begeisterung auf diese Fragen und verwandeln Sie sie in Chancen! Betrachten Sie jede Frage als Einladung, sich zu erkl\u00e4ren, Ihrem Gegen\u00fcber zu erl\u00e4utern, was Sie da tun, und ihm Ihren Standpunkt klar zu machen.<\/p>\n<p>Jede Frage ist eine gute Gelegenheit, jemandem etwas beizubringen, seinen Respekt zu gewinnen und ihm ein tieferes Verst\u00e4ndnis zu vermitteln, damit er nicht im Zorn aus dem Gespr\u00e4ch mit Ihnen herausgeht. Angenommen, der Kunde einer B\u00fccherei m\u00f6chte wissen, warum man Strafgeb\u00fchren bezahlen muss, wenn man ein Buch zu sp\u00e4t zur\u00fcckbringt, obwohl diese B\u00fccher doch \u00f6ffentliches Eigentum sind. Daraufhin k\u00f6nnte der Bibliothekar den Frager anschnauzen, dass es unh\u00f6flich ist, B\u00fccher nicht p\u00fcnktlich zur\u00fcckzubringen. Deshalb werde in solchen F\u00e4llen eine Geb\u00fchr erhoben. Au\u00dferdem k\u00f6nne man die B\u00fccher auf diese Weise einem breiteren Personenkreis zug\u00e4nglich machen. Doch mit diesem Ton w\u00fcrde er den Kunden ver\u00e4rgern. Wie viel besser w\u00e4re es, ihm ruhig und mit einem L\u00e4cheln auf den Lippen zu erkl\u00e4ren, dass von diesen Geb\u00fchren Videob\u00e4nder, Vortragsprogramme, B\u00fccher, Zeitschriften und viele andere wunderbare Dinge angeschafft werden, in deren Genuss die Kunden kommen, ohne daf\u00fcr bezahlen zu m\u00fcssen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schwierige Leute stellen Autorit\u00e4ten infrage, das braucht sie aber nicht \u00e4rgern<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mir abgew\u00f6hnt, mich \u00fcber schwierige Menschen zu \u00e4rgern, die andauernd \u201eWarum?\u201c fragen, als mir klar wurde, dass ich selbst einer davon bin. Diese Leute sind also genauso wie ich! Wenn mir heute jemand vorh\u00e4lt: \u201eDas ist falsch. So etwas k\u00f6nnen Sie mit mir nicht machen. Was gibt Ihnen das Recht, mir vorzuschreiben, was ich zu tun habe?\u201c, betrachte ich das als Herausforderung und fange an, neugierig zu werden.<\/p>\n<p>Inzwischen genie\u00dfe ich es, wenn mir schwierige Menschen in die Augen schauen und fragen: \u201eWarum sollte ich das tun?\u201c Denn das gibt mir eine Chance, ihnen zu erkl\u00e4ren, warum es in ihrem eigenen Interesse ist, sich kooperativ zu verhalten. Schwierige Menschen haben dieses Land aufgebaut. Wir m\u00fcssen in unserem System Platz f\u00fcr diese Leute und ihre Fragen schaffen. Wenn Sie Ihre Einstellung solchen Menschen gegen\u00fcber \u00e4ndern und ihre W\u00fcrde und ihr Selbstwertgef\u00fchl, ihre Neugier und ihr gesundes Misstrauen respektieren k\u00f6nnen, werden Sie sich nie wieder dar\u00fcber aufregen, wenn jemand Ihre Autorit\u00e4t infrage stellt. Und dann werden Sie auch nie mehr vor irgendwelchen Pedanten zur\u00fcckscheuen, die Sie dazu dr\u00e4ngen, etwas f\u00fcr sie zu tun, was nicht zu Ihrem Serviceangebot geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Fragen schwieriger Leute machen das Leben interessant, weniger stressig<\/strong><\/p>\n<p>Und Sie werden auch nie wieder Magenschmerzen bekommen, wenn jemand Sie bittet, ihm die Gr\u00fcnde Ihres Tuns oder Lassens zu erkl\u00e4ren. Das kann Ihnen nur Vorteile bringen: Wenn Sie aufh\u00f6ren, sich gegen schwierige Menschen zu wehren, und ihr Verhalten stattdessen sch\u00e4tzen lernen oder vielleicht sogar begr\u00fc\u00dfen, wird Ihr Leben dadurch interessanter und weniger stressig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlappschw\u00e4nze sind falsche Fuffziger &#8211; und fallen anderen in den R\u00fccken<\/strong><\/p>\n<p>Der schwierigste dieser zuvor genannten drei Pers\u00f6nlichkeitstypen ist der Schlappschwanz. Er wirkt zwar auf den ersten Blick nett, ist aber in Wirklichkeit ein verkappter schwieriger Mensch. Ins Gesicht sagt er Ihnen: \u201eOh ja\u201c, \u201eganz Ihrer Meinung\u201c oder \u201eSie haben recht\u201c. Vielleicht macht er Ihnen sogar Komplimente zu Ihren Worten oder Ideen oder Ihrer Kleidung. Solche Leute verstehen es, sich bei ihren Mitmenschen einzuschmeicheln; doch hinterher fallen sie ihnen in den R\u00fccken. Diese falschen Fuffziger sind Kunden oder Kollegen, die nach au\u00dfen hin freundlich zu Ihnen sind und so tun, als h\u00e4tten sie das beste Verh\u00e4ltnis zu Ihnen. Doch insgeheim schw\u00e4rzen sie Sie bei Ihrem Chef oder ihren Freunden und allen m\u00f6glichen anderen Leuten an, die auf sie h\u00f6ren. (Und wer h\u00f6rt nicht gerne zu, wenn schlecht \u00fcber jemanden geredet wird?)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlappschw\u00e4nze sind schwer durchschaubar und Meister ihrer Kunst<\/strong><\/p>\n<p>Das sind die Menschen, die jemanden verklagen und sich dann einen Anwalt suchen, der die Sache f\u00fcr sie durchk\u00e4mpft. Wenn Sie schon einmal mit einer Klage konfrontiert waren, mit der Sie nicht gerechnet hatten, k\u00f6nnen Sie sicher sein, dass ein Schlappschwanz dahintersteckte \u2013 jemand, der zu feige war, Ihnen ins Gesicht zu sagen, dass er ein Problem mit Ihnen hat. Normalerweise ist ein solches Verhalten darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass Sie bei Ihrer ersten Begegnung nicht richtig mit diesem Menschen umgegangen sind oder ihn nicht als Schlappschwanz erkannt haben und das Problem daher auch nicht kommen sahen. Zugegebenerma\u00dfen sind die meisten Schlappschw\u00e4nze Meister ihrer Kunst und daher nicht so leicht zu durchschauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlappschw\u00e4nze haben keinen Mumm und sind rachs\u00fcchtig<\/strong><\/p>\n<p>Schlappschw\u00e4nze m\u00f6gen keine Autorit\u00e4tspersonen. Sie hassen es, wenn man ihnen vorschreibt, was sie zu tun haben. Andererseits haben sie aber auch nicht den Mumm, solche Anweisungen kritisch zu hinterfragen. Schlappschw\u00e4nze sind rachs\u00fcchtig: Sie wollen es Ihnen heimzahlen. Das sind die Leute, die aus dem Hinterhalt schie\u00dfen oder bei Besprechungen halblaut abf\u00e4llige Bemerkungen \u00fcber Sie fallen lassen, die nur f\u00fcr ein paar Teilnehmer h\u00f6rbar sind und sie zu geh\u00e4ssigem Gel\u00e4chter anstiften. Ich habe in meinen Kursen \u00f6fter mit Schlappschw\u00e4nzen zu tun. (Ja, auch unter Polizisten gibt es solche Menschen!)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie man Schlappschw\u00e4nze behandelt? Sie entlarven<\/strong><\/p>\n<p>Meiner Erfahrung nach ist es am besten, solche Leute zu entlarven. Sie sind nicht ehrlich genug, um schwierige Menschen zu sein (mit denen man viel leichter klar kommt), sondern verstecken sich normalerweise hinter dem R\u00fccken anderer. Oft sitzen sie ganz hinten im Zimmer, an einer Wand oder in der N\u00e4he einer S\u00e4ule. Wenn ich in meinen verbalen Judo-Kursen jemanden murmeln h\u00f6re: \u201eDas ist doch alles Quatsch\u201c, lasse ich dem N\u00f6rgler diesen Kommentar nicht durchgehen, sondern spreche ihn darauf an: \u201eEntschuldigung \u2013 was haben Sie gerade gesagt?\u201c Und wenn er dann versucht, seine Bemerkung als unwichtig abzutun, oder einfach nur verlegen lacht, hake ich nach: \u201eSorry, das interessiert mich. Bitte sagen Sie es mir, damit ich darauf eingehen kann.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;sie offen konfrontieren<\/strong><\/p>\n<p>Damit habe ich den Schlappschwanz entlarvt, und ihm bleibt nichts anderes \u00fcbrig, als ein legitimes Argument vorzubringen, eine Frage zu stellen oder den Mund zu halten. Und wenn er sich nicht traut, etwas zu sagen, hat er seine Glaubw\u00fcrdigkeit bei den anderen Kursteilnehmern verloren. So verhindere ich zumindest, dass er mir in den R\u00fccken f\u00e4llt. Viele Menschen halten es f\u00fcr die beste Strategie, Schlappschw\u00e4nze einfach zu ignorieren; doch auch das ist nur eine Form des Widerstands. Wenn man sie ignoriert oder sich gegen sie wehrt, werden sie dadurch nur st\u00e4rker. Das beste Erfolgsrezept besteht in einer offenen Konfrontation, denn dann knicken sie sofort ein. Widerstehen Sie dem Impuls, schlecht \u00fcber solche Menschen zu reden oder ihnen als Revanche ebenfalls in den R\u00fccken zu fallen. Denn das sind die Waffen des Schlappschwanzes, die er wahrscheinlich besser beherrscht als Sie \u2013 es sei denn, Sie geh\u00f6ren selbst zu diesem Pers\u00f6nlichkeitstyp.<\/p>\n<p>Im Privatleben gehe ich noch schonungsloser mit diesen Menschen um. Denn wenn ich sie in meinen Kursen entlarve, bringe ich sie damit ja nicht in Verlegenheit, sondern schaffe h\u00f6chstens eine Situation, in der sie sich selbst in Verlegenheit bringen. Wenn sie ein gutes Argument oder etwas Konstruktives zu sagen oder zu fragen haben, k\u00f6nnen sie das ja tun. Schlie\u00dflich habe ich sie ja nicht kritisiert und mich auch nicht abf\u00e4llig \u00fcber sie ge\u00e4u\u00dfert, sondern sie einfach nur h\u00f6flich gebeten, ihre Bemerkung oder Frage zu wiederholen, weil ich sie nicht mitbekommen hatte.<\/p>\n<p>Wenn ich privat mit solchen Menschen zu tun habe, spreche ich sie oft viel direkter auf ihr Verhalten an. \u201eIch wei\u00df genau, was Sie da tun\u201c, sage ich. \u201eWenn das so weitergeht, haben wir ein Problem miteinander. So etwas lasse ich mir nicht gefallen.\u201c Ein waschechter Schlappschwanz wird daraufhin sofort einlenken und sich sogar entschuldigen. Trotzdem passe ich weiterhin auf ihn auf wie ein Schie\u00dfhund. Nichts bringt einen Schlappschwanz mehr aus dem Konzept, als entlarvt zu werden. Sobald Sie die Fassade zerst\u00f6rt haben, hinter der diese Feiglinge sich verstecken, werden sie Sie weitgehend in Ruhe lassen; denn dann begreifen sie entweder, dass ihre Taktik nicht funktioniert, oder finden jemand anderen, dem sie das Leben schwer machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu lernen, diese drei Pers\u00f6nlichkeitstypen \u2013 die Netten, die Schwierigen und die Schlappschw\u00e4nze \u2013 auseinander zu halten, ist Ihr erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum verbalen Judo-Meister.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug aus: &#8222;Verbales Judo. Die sanfte Kunst der \u00dcberzeugung&#8220;. George J. Thompson und Jerry B. Jenkins erkl\u00e4ren die sanfte Kunst der \u00dcberzeugung und wie ungerechtfertigte Angriffe charmant abgewehrt werden k\u00f6nnen. Wie motiviert man schwierige Menschen? Oder: Elf S\u00e4tze, die Sie &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/05\/22\/buchauszug-verbales-judo-von-george-w-thompson-und-jerry-b-jenkins\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[7379,1890,7377,7378,7380],"class_list":["post-667679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-verbales-judo-die-sanfte-kunst-der-ueberzeugung","tag-buchauszug","tag-george-w-thompson","tag-jerry-b-jenkins","tag-mvg-verlag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=667679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/667679\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=667679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=667679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=667679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}