{"id":667540,"date":"2018-04-19T19:39:44","date_gmt":"2018-04-19T17:39:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=667540"},"modified":"2018-04-20T10:56:21","modified_gmt":"2018-04-20T08:56:21","slug":"interview-co-bank-reuther","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/04\/19\/interview-co-bank-reuther\/","title":{"rendered":"Interview Commerzbank-Vorstand Michael Reuther: Wer seine Daten nutzt, macht mehr Umsatz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit Michael Reuther, Vorstand Firmenkunden bei der Commerzbank, \u00fcber die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und die Tatsache, dass die meisten ihre Daten nicht auswerten &#8211; obwohl sie dann viel zielgerichteter produzieren und verkaufen, also Ums\u00e4tze steigern k\u00f6nnten. Fortsetzung zu Big-Data-Studie von der Commerzbank<\/strong>. https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/04\/18\/umfrage-big-data-im-mittelstand-warum-unternehmen-ihre-daten-weder-sammeln-noch-analysieren\/ <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/04\/18\/umfrage-big-data-im-mittelstand-warum-unternehmen-ihre-daten-weder-sammeln-noch-analysieren\/\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/04\/18\/umfrage-big-data-im-mittelstand-warum-unternehmen-ihre-daten-weder-sammeln-noch-analysieren\/<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_667536\" style=\"width: 601px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-667536\" class=\"size-full wp-image-667536\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/commerzbank.reuther.2018.jpg\" alt=\"\" width=\"591\" height=\"394\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/commerzbank.reuther.2018.jpg 591w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/commerzbank.reuther.2018-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2018\/04\/commerzbank.reuther.2018-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px\" \/><p id=\"caption-attachment-667536\" class=\"wp-caption-text\">Michael Reuther, Vorstand Firmenkunden (Foto: Commerzbank)<\/p><\/div>\n<p><b><span style=\"font-family: Arial\"><span style=\"font-size: medium\">Herr Reuther, Ihre Studie belegt, dass nur acht Prozent der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen Daten ihrer Kunden sammeln und unternehmerisch nutzen. Will die gro\u00dfe Mehrheit \u2013 die 80 Prozent \u2013 nicht mehr verkaufen?<\/span><\/span><\/b><\/p>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b><span id=\"0.5498120439994627\" class=\"currentHitHighlight\">Reuther<\/span>: \u00a0<\/b><\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Daf\u00fcr gibt es gleich drei Gr\u00fcnde. Der erste ist Zeit, und zwar warten viele Unternehmen immer noch ab und wollen sich dreieinhalb Jahre oder noch l\u00e4nger Zeit lassen. Das halte ich f\u00fcr fahrl\u00e4ssig. Der Markt und der Wettbewerb sind schlie\u00dflich in Bewegung. Ein gro\u00dfes Potenzial von Big Data liegt ganz klar in der Weiterentwicklung oder Neuentwicklung von Gesch\u00e4ftsmodellen, aber das braucht Zeit und Know-how &#8211; das ist dann der zweite Faktor. Es reicht nicht, nur Experten f\u00fcr kurze Zeit von au\u00dfen einfliegen zu lassen. Auch ein Mittelst\u00e4ndler muss Spezialisten nach der Kick-off-Phase ins Unternehmen integrieren. Denn Big Data ist keine Phase, die vor\u00fcbergeht.<\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>Also Aussitzen funktioniert nicht &#8211; \u00a0dennoch bremsen die F\u00fchrungskr\u00e4fte, haben Sie herausbekommen?<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Die Manager sind der dritte Faktor, die Unternehmenskultur. Das mangelnde Commitment der F\u00fchrungkr\u00e4fte ist ein echtes Hindernis f\u00fcr Big Data. Klar, Big Data muss strategisch von der Unternehmensleitung gewollt und unterst\u00fctzt werden. Entscheidend f\u00fcr den Erfolg sind die F\u00fchrungskr\u00e4fte, die bereit sind, abteilungs\u00fcbergreifend zusammen zu arbeiten, aber auch ganz neue Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte. Da passiert h\u00e4ufig ein echter Kulturwechsel im Unternehmen. Wie erfolgskritisch das ist, best\u00e4tigen 38 Prozent derjenigen, die Big Data bereits erfolgreich umsetzen und damit sehr weit sind.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"color: black;font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>Die Umfrage ergibt, dass die F\u00fchrungskr\u00e4fte zu wenig Bereitschaft f\u00fcr Big Data an den Tag legen, inwiefern?<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"color: black\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Es braucht den unternehmerischen Willen von ganz oben, um Big Data im Unternehmen zu verankern. Aber langj\u00e4hrige F\u00fchrungskr\u00e4fte sind ja nicht automatisch diejenigen mit dem besten Verst\u00e4ndnis und Gesp\u00fcr f\u00fcr die Nutzung der Unternehmensdaten. Zum einen erkennen sie das oft nicht. Und zum anderen ist es f\u00fcr jeden schwierig, ein St\u00fcck Macht und Verantwortung an Experten abzugeben und Mitarbeitern neue Freir\u00e4ume zu gew\u00e4hren. So lange nur Daten gesammelt werden, kann man die Experten extern einkaufen und neue Prozesse parallel laufen lassen. Wenn aber die bereichs\u00fcbergreifende Analyse und Nutzung gro\u00dfer Datenmengen zum Normalfall wird, m\u00fcssen sich Innovationsmanagement, Abl\u00e4ufe und Strukturen \u00e4ndern.<\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"color: black;font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>Was entgeht der gro\u00dfen Mehrheit der Unternehmen konkret, die ihre Daten nicht nutzen?<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Die wenigen Datenk\u00fcnstler \u2013 das sind grade mal acht Prozent \u2013 sind auch insgesamt erfolgreichere Unternehmen.<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0Die Besch\u00e4ftigung mit den Daten soll ja nicht nur Effizienzpotenziale heben \u2013 auch wenn das f\u00fcr die Kundenorientierung und Absatzsteigerung eine gute Sache ist. Es geht darum, neue Gesch\u00e4ftsmodelle in Chancen am Markt zu verwandeln und sich zur Not teilweise selbst Konkurrenz machen. Auch wenn das Bisherige gut funktioniert. Nehmen Sie Gisbert R\u00fchl, den Vorstand von Kl\u00f6ckner, der eine Online-Stahlhandelsplattform ins Leben gerufen hat. Auf der verkauft er nicht nur den eigenen Stahl, sondern auch den der Konkurrenz.<\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>Also ist es eine Milchm\u00e4dchenrechnung der Unternehmen, zu wenig Personal f\u00fcrs Datensammeln und die Ausrichtung auf Kundenorientierung einzustellen oder sonst auch selbst heranzuziehen, wenn die Zielgruppe am Ende damit ausgeweitet w\u00fcrde?<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Ja, stimmt. Erfolgsgeheimnisse sind: Eigene Digital- und Big-Data-Spezialisten an Bord zu haben. Wem die fehlen, der sollte sie sich selbst ausbilden. Es gibt ja entsprechende Unterst\u00fctzung von Hochschulen und IHKs und dann auch die passenden Berufsbilder. Zudem fehlt in vielen Unternehmen der Mut beispielsweise in Pilotprojekten einfach mal etwas auszuprobieren. Die Unternehmen in Deutschland brauchen eine Fehlerkultur und ebenso den Mut, Projekte auch wieder zu beenden.<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>F\u00fcrchten Unternehmen die zu komplizierten Datenschutzregeln? Die Strafen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe wurden ja gerade\u00a0 massiv erh\u00f6ht.<\/b><\/span><\/div>\n<div align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"color: black;font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Big Data kann nicht an zu komplizierten Datenschutzregeln scheitern. Im Gegenteil, die Reglementierung ist wichtig, um Sicherheit zu erzeugen und damit den Mut zum Handeln auch zu belohnen. Das zeigen ja gerade die aktuellen F\u00e4lle, wie eben Facebook. 30 Prozent der Unternehmen sagen sogar umgekehrt, dass eher mangelnder Datenschutz bei ihnen das Datensammeln\u00a0 und -auswerten erschwert. 81 Prozent der Mittelst\u00e4ndler sagen, sie w\u00fcnschen sich internationale, einheitliche Datenschutzgesetze.<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"color: black;font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>Unf\u00e4hig sind die Unternehmen jedenfalls nicht: Finanzen, Lagerbest\u00e4nde und Absatzschwerpunkte erfassen sie sehr wohl \u2013 was sie ja auch m\u00fcssen, f\u00fcrs Finanzamt, f\u00fcr Investoren undsoweiter.<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\"><b>\u00a0<\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><span style=\"color: black;font-family: Arial, sans-serif;font-size: medium\">Mir scheint es plausibel zu sein, dass diese internen Daten viel einfacher zu erheben sind als Daten aus dem Markt oder aus der Kundschaft. Lagerbest\u00e4nde, Finanzdaten oder Personaldaten gibt es ja bereits, sie m\u00fcssen nur systematisch erfasst, systematisiert und analysiert werden. Sicherlich spielen hier auch Berichtspflichten eine Rolle, aber die Erfassung ist wohl vor allem eine Frage der Zug\u00e4nglichkeit.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;font-size: small\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Michael Reuther, Vorstand Firmenkunden bei der Commerzbank, \u00fcber die mittelst\u00e4ndischen Unternehmen und die Tatsache, dass die meisten ihre Daten nicht auswerten &#8211; obwohl sie dann viel zielgerichteter produzieren und verkaufen, also Ums\u00e4tze steigern k\u00f6nnten. 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