{"id":667240,"date":"2018-03-02T13:00:20","date_gmt":"2018-03-02T12:00:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=667240"},"modified":"2018-03-02T00:31:19","modified_gmt":"2018-03-01T23:31:19","slug":"was-vorgesetzte-nicht-tun-wiegt-schwerer-als-das-was-sie-tun-gastbeitrag-von-ulrich-hemel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2018\/03\/02\/was-vorgesetzte-nicht-tun-wiegt-schwerer-als-das-was-sie-tun-gastbeitrag-von-ulrich-hemel\/","title":{"rendered":"&#8222;Was Vorgesetzte nicht tun, wiegt schwerer als das, was sie tun&#8220;- Gastbeitrag von Ulrich Hemel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kollusion &#8211; \u00fcber das Zusammenspiel der Macht.\u00a0<\/strong><strong><span class=\"Normal__Char\">Gastbeitrag von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ulrich_Hemel\">Ulrich Hemel<\/a>, Direktor, Institut f\u00fcr Sozialstrategie, Manager und Unternehmer.<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666089\" style=\"width: 439px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666089\" class=\"size-full wp-image-666089\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/hemel.ulrich_hemel_bw.jpg\" alt=\"\" width=\"429\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/hemel.ulrich_hemel_bw.jpg 429w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/hemel.ulrich_hemel_bw-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 429px) 100vw, 429px\" \/><p id=\"caption-attachment-666089\" class=\"wp-caption-text\">Ulrich Hemel<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was tun, wenn Sie das Gef\u00fchl haben, Ihre Kollegen und Kolleginnen tuscheln hinter Ihrem R\u00fccken \u00fcber Sie?<\/p>\n<p>So ging es Mariella B., einer gut aussehenden, sehr gepflegten Mitarbeiterin im Kundenservice eines mittelst\u00e4ndischen Betriebs. Sie war neu, und eine ihrer Kolleginnen machte ihr das Leben schwer. Die Kollegin, Claudia P., war st\u00e4mmig, resolut und laut. \u201eSo wird das nie etwas!\u201c t\u00f6nte sie vor allen anderen Kolleginnen, und Mariella zuckte zusammen. Warum, verstand Mariella B. nicht. Ihre Kollegin \u00e4u\u00dferte sp\u00e4ter einmal, sie sei einfach zu langsam gewesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Vorgesetzte nicht tun, wiegt schwerer als das, was sie tun<\/strong><\/p>\n<p>Mariella B. entschloss sich, zum Personalleiter zu gehen. \u201eWie lange sind Sie schon dabei?\u201c fragte der. \u201eAch so, dann sind Sie ja noch in der Probezeit!\u201c Mariella f\u00fchlte sich nicht gerade erleichtert, auch wenn ihr der Personalleiter aufmerksam zugeh\u00f6rt hatte. Er lud sie auch ein, erneut das Gespr\u00e4ch zu suchen. Was er nicht tat, wog schwerer: Weder bot er an, ein pers\u00f6nliches Gespr\u00e4ch mit der Kollegin zu f\u00fchren noch brachte er das Thema vor die Gesch\u00e4ftsleitung. Anders gesagt: Mariella f\u00fchlte sich alleine gelassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Danach erkundigte sie sich: Der Personalleiter, Holger K., ging Konflikten eher aus dem Weg. Seine Wohlf\u00fchlzone war im wichtig. Mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung konnte er gut, aber Initiative ging von ihm nicht aus. Bei schwierigen Fragen versuchte er, jede Festlegung zu vermeiden. Gab es eine wirklich unmissverst\u00e4ndliche Entscheidung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, setzte er sie ohne gr\u00f6\u00dfere Gef\u00fchlsregung um. Fachlich war er auf der H\u00f6he der Zeit, doch aufw\u00e4ndige Themen wie etwa ein \u201ebetriebliches Gesundheitsmanagement\u201c wusste er zu verhindern. \u201eF\u00fcr einen Betrieb unserer Gr\u00f6\u00dfe ist das nicht zu leisten\u201c, meinte er. Auf Intervention eines der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer wurden dann aber doch ergonomische B\u00fcrost\u00fchle angeschafft. Das war es dann auch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit Fachlichkeit alleine ist es nicht getan<\/strong><\/p>\n<p>Dies alles klingt wie eine Karikatur, ist es aber nicht. Gerade im Bereich Human Resources gibt es nach wie vor Menschen, die meinen, mit ihrer Fachlichkeit alleine sei es getan. Sie verstehen, dass es gelegentlich unterschiedliche Interessen zwischen Gesch\u00e4ftsleitung und einzelnen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen gibt, aber sie wissen auch, wie man Eskalationen vermeidet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ohnm\u00e4chtige Personalchefs &#8211; willf\u00e4hrige Trittbrettfahrer der Macht<\/strong><\/p>\n<p>Der Preis daf\u00fcr ist hoch. Denn f\u00fcr viele Angestellte bedeutet dies: \u201eEs lohnt sich gar nicht, eigene Anliegen deutlich und klar vorzubringen.\u201c Denn es kommt nur das Gef\u00fchl zur\u00fcck, warum man nun die heilige Betriebsruhe st\u00f6ren wolle. Solche Personalchefs wirken entweder ohnm\u00e4chtig oder eben als bequeme und willf\u00e4hrige Trittbrettfahrer der Macht. Ihnen misslingt der mutige Spagat der ehrlichen Interessenvertretung im Spannungsfeld zwischen F\u00fcrsorge und Leistungsmotivation. Ihre Neigung zur Konfliktvermeidung hemmt die langfristige Organisationsentwicklung, besonders dann, wenn aus der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung selbst keine anderen Signale kommen. \u201eKollusion\u201c k\u00f6nnte man das nennen, das unselige Zusammenspiel zum Schaden aller.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das-Feld-Verlassen als sinnvoller Ausweg<\/strong><\/p>\n<p>Was kann man tun? Als einzelner sind Handlungsspielr\u00e4ume naturgem\u00e4\u00df begrenzt. Mariella B. suchte sich eine andere Aufgabe und k\u00fcndigte &#8211; denn die Probezeit ist ja eine beidseitige Angelegenheit. Und genau darin liegt auch der Schl\u00fcssel bei Situationen, die zu stark von \u201eKollusion\u201c gepr\u00e4gt sind: Wenn der offene oder verborgene Konflikt nicht gel\u00f6st werden kann, ist das \u201eVerlassen des Feldes\u201c ein sinnvoller Ausweg.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u201eEmployer\u2019s Attractiveness\u201c ist das keine gute Nachricht. Denn ein eher stagnierendes Umfeld spricht sich auf dem Arbeitsmarkt herum. Und es ist ansprechend f\u00fcr Menschen, die ihr Auskommen suchen, aber nicht gestalten m\u00f6chten. Was das langfristig f\u00fcr den Erfolg eines Unternehmens bedeutet, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viele wollen sich nicht unbeliebt machen, gegen Unternehmenskultur verstossen<\/strong><\/p>\n<p>Und die Eskalation des Konflikts? Sie ist \u00fcberall dort eine L\u00f6sung, wo der \u201eAbkehrwille\u201c des einzelnen schon ausgepr\u00e4gt ist und Alternativen verf\u00fcgbar sind. Andernfalls sch\u00e4tzen viele Mitarbeitende das Risiko als f\u00fcr sie zu hoch ein: Man macht sich unbeliebt und \u201epasst\u201c irgendwie nicht zur Unternehmenskultur!<\/p>\n<p>Dabei gilt auch hier: Der Fisch stinkt vom Kopf. Denn wenn ein Mitglied der Gesch\u00e4ftsleitung auf der Ebene jenseits der Personalleitung ansprechbar ist, lassen sich auch Themen wie Kollusion und Mobbing sehr wohl so adressieren, dass nicht gleich das ganze Betriebsklima leidet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, die zulassen, dass Konflikte ausgesprochen werden, profitieren langfristig\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Und das ist dann auch die gute Nachricht zum Schluss: Wer als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer darauf achtet, dass Konflikte klar, aber in einer menschlich akzeptablen Art und Weise an- und ausgesprochen werden, profitiert langfristig. Denn ein solcher Betrieb wird ein besseres Betriebsklima genie\u00dfen als andere und ist attraktiv auch f\u00fcr die Au\u00dfenwelt.<\/p>\n<p>In Zeiten zunehmenden Fachkr\u00e4ftemangels bedeutet dies, dass sich\u00a0 die Investition in eine Personalf\u00fchrung lohnt, die bereit und in der Lage ist, mit Konflikten konstruktiv umzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"VLGR74JH7q\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/21\/vw-manager-oliver-schmidt-hat-auf-die-falsche-karte-gesetzt-integritaet-versus-bankkonto-gastbeitrag-von-ulrich-hemel\/\">VW-Manager Oliver Schmidt hat auf die falsche Karte gesetzt: Integrit\u00e4t versus Bankkonto. Gastbeitrag von Ulrich Hemel<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;VW-Manager Oliver Schmidt hat auf die falsche Karte gesetzt: Integrit\u00e4t versus Bankkonto. Gastbeitrag von Ulrich Hemel&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/21\/vw-manager-oliver-schmidt-hat-auf-die-falsche-karte-gesetzt-integritaet-versus-bankkonto-gastbeitrag-von-ulrich-hemel\/embed\/#?secret=MuDFn5dQp0#?secret=VLGR74JH7q\" data-secret=\"VLGR74JH7q\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"L5CGhjRmIA\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/10\/boni-2-fairness-und-gerechtigkeit-fuehrungskraefte-sind-nie-erfolgreich-ohne-ihr-team-gastbeitrag-ulrich-hemel\/\">Boni (2): Fairness und Gerechtigkeit &#8211; F\u00fchrungskr\u00e4fte sind nie erfolgreich ohne ihr Team. Gastbeitrag Ulrich Hemel<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Boni (2): Fairness und Gerechtigkeit &#8211; F\u00fchrungskr\u00e4fte sind nie erfolgreich ohne ihr Team. 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