{"id":666678,"date":"2017-12-14T01:45:13","date_gmt":"2017-12-14T00:45:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666678"},"modified":"2017-12-15T12:03:00","modified_gmt":"2017-12-15T11:03:00","slug":"talentmanagement-pustekuchen-keiner-ertraegt-mehr-individualitaet-mainstreamleute-sind-gewollt-den-unternehmen-schadets","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/14\/talentmanagement-pustekuchen-keiner-ertraegt-mehr-individualitaet-mainstreamleute-sind-gewollt-den-unternehmen-schadets\/","title":{"rendered":"Talentmanagement? Pustekuchen &#8211; Keiner ertr\u00e4gt mehr Individualit\u00e4t &#8211; Mainstreamleute sind gewollt. Den Unternehmen schadet\u00b4s"},"content":{"rendered":"<p><strong>Statt nach Talenten der Menschen zu schauen und Individualit\u00e4t wertzusch\u00e4tzen, will man sie\u00a0 nur auf Linie zwingen &#8211; um vor Widerworten und \u00dcberraschungen sicher zu sein. Sehr schade.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-666693\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchet.kasten.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchet.kasten.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchet.kasten-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchet.kasten-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>Samstagsnachmittags in D\u00fcsseldorf, Stipp-Visite\u00a0bei einer Charity-Veranstaltung beim Laden von Virgile Bourgueil, einem Ma\u00dfschneider in Oberkassel, dem Sohn des ber\u00fchmten Kochs. Nein, nicht zuf\u00e4llig, sondern weil\u00a0der Maler Christophe Emmanuel Bouchet eingeladen hatte. Weil Bilder von ihm versteigert werden sollten und die Erl\u00f6se f\u00fcrs Kinderhospiz bestimmt sind.<\/p>\n<p>Bouchets Atelier ist im hippen Flingern in einem Hinterhof &#8211; und so ganz anders als das der schicke Mikrokosmos Oberkassel. Doch ausgerechnet wurde mir eine unerwartete Einsicht vermittelt &#8211; dazu unten mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666679\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666679\" class=\"size-full wp-image-666679\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetbeivirgilbourgeuil.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetbeivirgilbourgeuil.jpg 366w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetbeivirgilbourgeuil-169x300.jpg 169w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-666679\" class=\"wp-caption-text\">Emmanuel Bouchet beim Massschneider The Bespoker Store von Virgile Bourgueil<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weil D\u00fcsseldorf eben doch ein Dorf ist, lief ich meinem Ex-Kollegen Martin Roos in die Arme, der mich schnurstracks zum Gastgeber Virgile Bourgueil brachte &#8211; dem Gastgeber im schwarzen Samtjacket mit einem Tannenbaum am Revers aus Swarowski-Steinen, da bin ich mir recht sicher. Und der erz\u00e4hlte, wie wichtig ihm Individualit\u00e4t sei. Und dass er darauf auch in seinem Laden gro\u00dfen Wert legt und wies auf Details hin.<\/p>\n<p>Und als er das erz\u00e4hlte, wurde mir gewahr, was ich wenige Minuten zuvor in der City gesehen &#8211; und was ein St\u00f6rgef\u00fchl bei mir ausgel\u00f6st hatte: Das Schaufenster von Cartier sah genauso aus wie das, was ich k\u00fcrzlich in Hamburg sah &#8211; sch\u00f6n, aber eine Dublette. Ich wei\u00df, ich wei\u00df, die Ketten erobern schon lange die Prachtstrassen der gro\u00dfen St\u00e4dte und es sieht immer uniformer aus. Aber dass auch Luxuslabels so daher kommen, hatte ich nicht auf dem Radar bis dahin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-666691\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/cartier.jpg\" alt=\"\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/cartier.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/cartier-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Umso netter bei Bourgueil, der hatte eine schwarz-wei\u00df-Skizze eingerahmt, die das Haus mit seinem Gesch\u00e4ft zeigte mit einem bunten Fleck: dem Telekom-Verteilerkasten, ganz bunt angemalt von&#8230;..Bouchet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666692\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666692\" class=\"size-full wp-image-666692\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetvirgil.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetvirgil.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetvirgil-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/bouchetvirgil-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-666692\" class=\"wp-caption-text\">Virgile Bourgueil (l.) und Emmanuel Christophe Bouchet (r.)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, aufw\u00e4ndige Beh\u00f6rdenhindernisse &#8211; aber am Ende gl\u00fcckte es. Nicht jeder darf die h\u00e4sslichen grauen Stromk\u00e4sten nach eigenem Belieben bunt bemalen. Und aus dem\u00a0unansehnlichen Stromkasten vor Bourgueils <a href=\"http:\/\/www.thebespoker.de\/1931-2\/\">The Bespoker Store<\/a> wurde ein Gem\u00e4lde auf der Strasse.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.rp-online.de\/nrw\/staedte\/duesseldorf\/stadtteile\/oberkassel\/bunte-bilder-fuer-graue-verteilerkaesten-aid-1.6239624\">http:\/\/www.rp-online.de\/nrw\/staedte\/duesseldorf\/stadtteile\/oberkassel\/bunte-bilder-fuer-graue-verteilerkaesten-aid-1.6239624<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00fcroarchitektur verdr\u00e4ngt Individualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Welche Einsicht mir an dem Nachmittag vermittelt wurde? Dass Gro\u00dfraumb\u00fcros nicht nur gesundheitssch\u00e4dlich sind und die Arbeit erschweren, sondern dass sie vor allem noch etwas anrichten: Sie zerst\u00f6ren Individualit\u00e4t. Der Mensch, der da einen Gro\u00dfteil seines Lebens verbringt, darf bittesch\u00f6n sich selbst als Mensch nicht einbringen. Er wird grade so geduldet in der modernen vermeintlich sch\u00f6nen B\u00fcrom\u00f6belarchitektur. Eigene Pflanzen, eigene Bilder, eigene heimelige Umgebung &#8211; ach bitte nicht. Dass Menschen m\u00f6glichst ungest\u00f6rt konzentriert arbeiten und gute Ergebnisse abliefern wollen, tritt immer mehr in den Hintergrund. Die Optik alleine z\u00e4hlt. Der B\u00fcrobewohner ordnet sich irgendwelchen Ideen bedeutungsloser Architekten unter, sein Lebensgef\u00fchl. Und was verloren geht, ist damit auch die Kreativit\u00e4t. Ordnen sich Maler in ihren Ateliers unter? Ordnet sich ein Schreiner unter? Was ist mit Freud\u00b4s Couch?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wir ertragen keine Individualit\u00e4t mehr&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Uwe\u00a0Kohrs, der Chairman der DPRG &#8211; Gesellschaft der Kommunikationsagenturen in Deutschland -, erk\u00e4rte es mir Montagabend bei einem Redaktionsbesuch so:\u00a0\u201eWir sind immer weniger in der Lage, Individualit\u00e4t zu ertragen.\u201c Nur warum? Was ist daran so schlimm, dass man sie dringend eliminieren muss? Warum ist Uniformit\u00e4t wie beim Milit\u00e4r so viel besser? Kohrs liefert die Antwort: \u201eindividualistische Talente geben Widerworte, sie neigen dazu, schwierig zu sein. Und sie kommen mit L\u00f6sungen, die uns h\u00e4ufig \u00fcberfordern.\u201c Weil wir das Planbare wollen. Mainstream ohne \u00dcberraschungen.<\/p>\n<div id=\"attachment_657457\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657457\" class=\"size-medium wp-image-657457\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728.jpg 487w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><p id=\"caption-attachment-657457\" class=\"wp-caption-text\">Uwe Kohrs, Chairman der GPRA und Chef der Agentur Impact<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Man besch\u00e4ftigt sich mit den Schw\u00e4chen der Leute, um sie auf Linie zu zwingen und Talent wegzunivellieren &#8211; obwohl man mutige Individualisten braucht<\/strong><\/p>\n<p>Kohrs liefert ein Beispiel, einen Klassiker, wie er sagt: Wenn ein Kind mit einer f\u00fcnf in Mathe nach Hause kommt, fallen Eltern meist nur eine Reaktion ein: Nachhilfe. Dann kommt das Kind auf eine vier \u2013 m\u00fchsam. Dabei: Sie scheren\u00a0sich gar nicht darum, welches wirkliche Talent das Kind ansonsten hat . Und so l\u00e4uft es auch im Unternehmensalltag: \u201eWir besch\u00e4ftigen uns bevorzugt mit den Schw\u00e4chen unserer Leute, um sie auf unseren Kurs zu zwingen, auf Linie. Und \u00a0produzieren so lauter Mainstreamleute \u2013 und ihr Talent wird wegnivelliert.\u201c Zum Schaden der Unternehmen ,denn &#8222;gerade in Zeiten umfassender Umw\u00e4lzungen braucht es mutige Individualisten, die keine Angst davor haben auszuscheren und neue Wege zu gehen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mehr zu Bouchets und Bourgueils Aktion:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>http:\/\/www.rp-online.de\/nrw\/staedte\/duesseldorf\/stadtteile\/oberkassel\/bunte-bilder-fuer-graue-verteilerkaesten-aid-1.6239624<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statt nach Talenten der Menschen zu schauen und Individualit\u00e4t wertzusch\u00e4tzen, will man sie\u00a0 nur auf Linie zwingen &#8211; um vor Widerworten und \u00dcberraschungen sicher zu sein. 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