{"id":666667,"date":"2017-12-16T01:57:51","date_gmt":"2017-12-16T00:57:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666667"},"modified":"2017-12-16T01:57:51","modified_gmt":"2017-12-16T00:57:51","slug":"die-start-up-aera-ist-vorbei-gastbeitrag-von-internet-ikone-willms-buhse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/16\/die-start-up-aera-ist-vorbei-gastbeitrag-von-internet-ikone-willms-buhse\/","title":{"rendered":"Die Start-up-\u00c4ra ist vorbei &#8211; Gastbeitrag von Internet-Ikone Willms Buhse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Ende der Start-up-\u00c4ra ist erreicht, glaubt Willms Buhse. Die Zeit, in der Jungunternehmen die digitale Entwicklung in der Gesellschaft vorangetrieben haben, ist vorbei ebenso wie die Goldgr\u00e4berstimmung der Internetjahre mit ihren einfachen L\u00f6sungen den Mut hatten, neue Wege zu gehen. <\/strong><\/p>\n<p>Die Entwicklungen der n\u00e4chsten Jahre kommen in Bereichen wie dem Internet of Things und der Robotik \u2013 diese Investments k\u00f6nnen etablierte Player besser stemmen. Die Gewinner k\u00f6nnen deutsche Unternehmen und gerade Mittelst\u00e4ndler mit ihrer Historie als Innovationstreiber und Hidden Champions sein, prophezeit\u00a0<span class=\"Normal__Char\">Willms Buhse, Gr\u00fcnder der d-cademy und Chef des Hamburger Beratungsunternehmens DoubleYUU. Seine Erfahrungen aus \u00fcber 20 Jahren digitaler Transformation und vier Jahren Silicon Valley bringt er in die F\u00fchrungsetagen von\u00a0 Unternehmen wie Otto, IBM, Bosch und Microsoft &#8211; und er ber\u00e4t Bundeskanzlerin Angela Merkel. Buhse lehrte in Harvard, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie an mehreren deutschen Universit\u00e4ten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666730\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666730\" class=\"size-full wp-image-666730\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/willms-buhse-1.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/willms-buhse-1.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/willms-buhse-1-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-666730\" class=\"wp-caption-text\">Willms Buhse (Foto: DoubleYUU)<\/p><\/div>\n<hr \/>\n<p class=\"Normal\"><strong><span class=\"Normal__Char\">Das Ende der Start-up-\u00c4ra<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"Normal\">Wer zuletzt im Silicon Valley war oder Kontakte in die Region hat, wei\u00df: W\u00e4hrend in anderen Regionen der Welt die Start-ups und VCs nur so aus dem Boden zu schie\u00dfen scheinen, hat das Valley die G\u00f6tterd\u00e4mmerung f\u00fcr Start-ups eingel\u00e4utet: Dort haben heute Big Player wie Amazon, Facebook und Google eine kaum noch zu brechende marktbeherrschende Stellung, die sie mit eiserner Hand verteidigen. Dort wird in erschlossenen Marktfeldern wie E-Commerce kaum mehr in Start-ups investiert. Das Silicon Valley als verl\u00e4ssliches Barometer f\u00fcr die Entwicklungen der globalen Wirtschaft zeigt an: Die Start-up-\u00c4ra ist vorbei, die n\u00e4chste Generation marktdurchdringender Innovationen kommt von den Big Playern.<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong><span class=\"Normal__Char\">Start-ups sind wie Goldgr\u00e4ber<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"Normal\">Das liegt nicht etwa an der fehlenden Innovationskraft junger Unternehmen. Noch immer tr\u00e4umen Horden von Ingenieurs- und BWL-Absolventen insgeheim davon, das n\u00e4chste Facebook, Uber oder Airbnb zu entwickeln \u2013 oder zumindest das n\u00e4chste SAP. Noch immer stecken Staat und Gro\u00dfunternehmen gro\u00dfe Summen in die Gr\u00fcndung von Digitalunternehmen. Und noch immer sind Gr\u00fcnder davon \u00fcberzeugt, nicht weniger als die Disruption eines ganzen Gesch\u00e4ftszweigs zu vollbringen. Die arthritischen Dinosaurier der Industrialisierung werden von kleinen, flinken Start-ups verschlungen, richtig?<\/p>\n<p class=\"Normal\">Nein, zumindest nicht mehr. 1997 bis 2006, als Amazon, Facebook, Google, Salesforce und Co. gro\u00df wurden, brauchten sie weder gro\u00dfe Mengen an Geld, noch eine gro\u00dfe Entwicklungsabteilung oder stabile Partnerschaften. Es bedurfte nur einer Gruppe junger M\u00e4nner in Garagen oder Studentenwohnheimen, die schlicht als Erste mit einer Idee mutig in ein neues Feld gingen: Internet-Technologie.<\/p>\n<p class=\"Normal\">Dasselbe galt f\u00fcr die Zeit zwischen 2007 und 2016, die Smartphone-Generation aus Uber, Snap, Whatsapp, Instagram und Co. Diese Gr\u00fcnder profitierten von einer Goldgr\u00e4berstimmung im Netz, durch die jeder, der nur als erster an einer Goldader aka einer cleveren Technologie sch\u00fcrfte, damit reich werden konnte. Die Spielregeln der traditionellen Wirtschaft waren hier so viel wert wie die des alten Englands zu Zeiten der amerikanischen Siedler.<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong><span class=\"Normal__Char\">Startups als bessere Bewerbungsmappe f\u00fcr Gro\u00dfkonzerne<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"Normal\">Inzwischen ist das Web aber kein wilder Westen mehr und im Bereich der Smartphone-Anwendungen l\u00e4sst sich auch kaum noch Grund und Boden abstecken. Digitale Technologien haben den Reifegrad der Marktkonsolidierung erreicht. In neue E-Commerce-L\u00f6sungen beispielsweise wird im Silicon Valley \u00fcberhaupt nicht mehr investiert.<\/p>\n<p class=\"Normal\">Zwar stecken wir noch immer mitten in der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und werden es auch noch eine Weile tun. Aber die n\u00e4chste Generation der technologischen Innovationen kommt f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz, Drohnen, Augmented und Virtual Reality, selbstfahrende Autos oder das Internet of Things. Deutlich komplexere L\u00f6sungen, teurer in der Produktentwicklung und dabei auf eine leistungsf\u00e4hige Organisationsstruktur angewiesen.<\/p>\n<p class=\"Normal\">Die Treiber dieser neuen \u00c4ra sind Unternehmen mit Kapital und der F\u00e4higkeit schnell zu skalieren. Start-ups werden in dieser Phase zur besseren Bewerbungsmappe f\u00fcr Big Player. Wer sich abhebt und einen guten Prototypen entwickelt, wird von eben diesen aufgekauft. Traditionsunternehmen und Konzerne hingegen haben eine Chance in dieser Runde die Gewinner zu sein. Oder auch sang- und klanglos unterzugehen.<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong><span class=\"Normal__Char\">Deutsche Konzerne im Innovationsrennen<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"Normal\">Zun\u00e4chst glaube ich, dass die deutschen Traditionsunternehmen \u00fcber die drei Grundlagen der n\u00e4chsten Phase verf\u00fcgen: Diese Unternehmen haben Entwickler- und Ingenieurs-Know-how, die R\u00fccklagen f\u00fcr neue Entwicklungen und die vernetzten Strukturen, international zu skalieren.<\/p>\n<p class=\"Normal\">Aber das gen\u00fcgt noch nicht. Wer am Ende obenauf ist, und wer nicht, h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie schnell die F\u00fchrungsetagen in diesen Unternehmen die richtigen Entscheidungen treffen. Denn auch wenn deutsche Gro\u00dfunternehmer Entwicklungsgelder bereithalten, reichen die nur f\u00fcr die Erprobung einiger weniger Innovationen. Da muss jeder gr\u00f6\u00dfere Schuss sitzen.<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong>Die F\u00fchrungskr\u00e4fte sind gefordert: Vernetzung, Offenheit, Partizipation<\/strong><\/p>\n<p class=\"Normal\">Und das erfordert von F\u00fchrungskr\u00e4ften mehr und bewusstere Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilit\u00e4t. Die richtigen Partnerschaften einzugehen, besonders zu den gro\u00dfen Playern. Einen Informationsfluss zu etablieren, der intern bestm\u00f6glich Innovation unterst\u00fctzt und im Netzwerk zu gemeinsamer Wertsch\u00f6pfung beitr\u00e4gt. Jeden Mitarbeiter zu eigenst\u00e4ndigem, kreativem und mutigem Arbeiten zu bef\u00e4higen, sodass immer neue Impulse f\u00fcr die Unternehmensentwicklung entstehen.<\/p>\n<p class=\"Normal\">Und zuoberst: In kleinen Schritten zu entwickeln, mit vielen Schulterblicken. Nur dann erkennt ein Manager, wann sich ein Investment nicht lohnt, und kann es rechtzeitig korrigieren oder beenden. Nur dann reicht sein Entwicklungsbudget daf\u00fcr, Teil dieser neuen \u00c4ra zu werden.<\/p>\n<p class=\"Normal\"><strong>Links zu vorherigen Gastbeitr\u00e4gen im Management-Blog von Willms Buhse:<\/strong><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"42lVJlCdw0\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/04\/24\/willms-buhse-middelmanagement\/\">Gastbeitrag Willms Buhse: Das Mittelmanagement wird im digitalen Zeitalter bei Neuentwicklungen unn\u00f6tig<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Gastbeitrag Willms Buhse: Das Mittelmanagement wird im digitalen Zeitalter bei Neuentwicklungen unn\u00f6tig&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/04\/24\/willms-buhse-middelmanagement\/embed\/#?secret=EVZusSqKm1#?secret=42lVJlCdw0\" data-secret=\"42lVJlCdw0\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"PoIE4ncaIz\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/02\/15\/gastbeitrag-willms-buhse-uber-digitale-transformation-branchenkenner-helfen-nicht-weiter\/\">Gastbeitrag Willms Buhse \u00fcber digitale Transformation: Branchenkenner helfen nicht weiter<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Gastbeitrag Willms Buhse \u00fcber digitale Transformation: Branchenkenner helfen nicht weiter&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/02\/15\/gastbeitrag-willms-buhse-uber-digitale-transformation-branchenkenner-helfen-nicht-weiter\/embed\/#?secret=VZtky242SG#?secret=PoIE4ncaIz\" data-secret=\"PoIE4ncaIz\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende der Start-up-\u00c4ra ist erreicht, glaubt Willms Buhse. 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