{"id":666450,"date":"2017-11-24T13:45:42","date_gmt":"2017-11-24T12:45:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666450"},"modified":"2017-11-24T13:45:42","modified_gmt":"2017-11-24T12:45:42","slug":"die-unternehmenskultur-auf-knopfdruck-verbessern-das-haut-nicht-hin-und-verkennt-worum-es-eigentlich-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/11\/24\/die-unternehmenskultur-auf-knopfdruck-verbessern-das-haut-nicht-hin-und-verkennt-worum-es-eigentlich-geht\/","title":{"rendered":"Die Unternehmenskultur auf Knopfdruck verbessern &#8211; das haut nicht hin und verkennt, worum es eigentlich geht"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nnte es sein, dass manche F\u00fchrungskr\u00e4fte glauben, Betriebsklima-Verbessern sei eine Art Programmpunkt zum Abarbeiten in ihrem Kalender? So am dritten Freitag im Monat vielleicht zwischen 15 und 16 Uhr? Und dass das \u00a0auf Knopfdruck funktioniert? Dass es nur mal so punktuell geschehen muss?<\/p>\n<p>Scheint so.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrung geschieht andauernd, in jeder Minute &#8211; vor allem durch Unterlassungss\u00fcnden<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist F\u00fchrung ist viel anstrengender, weil sie eben nicht auf einen gro\u00dfen Knopfdruck funktioniert.\u00a0Sie l\u00e4uft t\u00e4glich und in jeder Minute, ja jeder Sekunde. Durch Aktionen, Reaktionen und &#8211; jetzt m\u00fcssen die F\u00fchrungskr\u00e4fte ganz tapfer sein- durch Nicht-Reaktionen und &#8211; genauso \u00fcbel &#8211; Vorbild-Sein. Ob gewollt oder nicht. Also in jeder Sekunde, jeder Minute, jeder Stunde.<\/p>\n<p>Mails nie beantworten? Oder nur die Erw\u00fcnschten? Oder nur die der vermeintlich wichtigen Leute? Ganz schlecht. Nicht jeden Mitarbeiter auf dem Gang gr\u00fc\u00dfen oder nur wenn\u00b4s unvermeidbar ist? Ebenso schlecht. \u00dcberhaupt lieber den Hinterausgang nehmen, um weniger Leute gr\u00fc\u00dfen zu m\u00fcssen? Merkt sowieso jeder &#8211; und man spricht auch dr\u00fcber, keine bange.<\/p>\n<p>Nicht den Mitarbeitern zum Geburtstag gratulieren? Wenigstens per Mail? Noch schlechter. Auch kein Gute-Besserung-w\u00fcnschen, geschweige denn Blumen schicken oder gar selbst besuchen oder Herzliches-Beileid-W\u00fcnschen? Alles ganz schlecht und leider auch nicht mehr wieder gut zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Jeder nimmt Missachtung pers\u00f6nlich &#8211; was auch sonst<\/strong><\/p>\n<p>Alle merken\u00b4s, alle reden dr\u00fcber, \u00fcber alles. Machen Sie sich da mal nix vor. Und sie nehmen es pers\u00f6nlich. Was auch sonst.<\/p>\n<p>Schlimmer noch: das sind die Eindr\u00fccke, die h\u00e4ngen bleiben, wenn F\u00fchrungskr\u00e4fte dann selbst ihren Hut nehmen m\u00fcssen. Man wird sie nicht vermissen. Gutes Betriebsklima erzeugt man nicht mit vergleichsweise kleinen Bestechungen mit einem Glas Bier bei feierlichem Tamtam &#8211; wenn man sonst auch nie ein pers\u00f6nliches Wort an die ganz normalen Menschen nur wenige Meter weiter verliert. Eiserne Regel f\u00fcr solch ein noch so gut gemeintes Gratis-Bier von der Firma: F\u00fchrungskr\u00e4fte sollen wenigstens dann ausschlie\u00dflich mit denen reden, mit denen sie sonst nicht reden, gerne gezielt.<\/p>\n<p>Nebenbei bemerkt: H\u00e4tten die heute 40- oder 50-J\u00e4hrigen eine bessere Kinderstube genossen, w\u00e4re das alles kein Problem. Bitte, danke, Guten Tag, Sch\u00f6nen Abend, respektvollerer Umgang, schlicht: das einfache Abspulen des erlernten guten Benimms reicht ja schon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wozu ein Coach, wenn Benimmkurse viel zielf\u00fchrender w\u00e4ren?<\/strong><\/p>\n<p>Daf\u00fcr bedarf es keiner Coaches. Ein schlichtes Benimmtraining reicht &#8211; und ja, man kann\u00b4s auch anders ausflaggen. Damit\u00b4s dem Betroffenen nicht so schwer f\u00e4llt, mitzumachen. Denn seine Eltern haben es offenbar vers\u00e4umt, und die ganze Belegschaft leidet unter diesem Vers\u00e4umnis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die beste Benimm-Regel: \u201eBehandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist die Grundregel supereinfach: \u201eBehandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.\u201c Oder als Sprichwort:\u00a0\u201eWas du nicht willst, dass man dir tu, das f\u00fcg auch keinem andern zu.\u201c<\/p>\n<p>Vielleicht sollte man bei 360-Grad-Befragungen auch eine zus\u00e4tzliche Kategorie einf\u00fchren: Noten f\u00fcr Benimm, eins bis sechs. Das w\u00fcrde garantiert helfen. Allen Beteiligten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur 20 Prozent der Manager investieren gen\u00fcgend Zeit in die Unternehmenskultur<\/strong><\/p>\n<p>Insofern verwundert das Umfrage-Ergebnis einer Studie zum Thema &#8222;F\u00fchrungsrolle von Vorst\u00e4nden und Aufsichtsr\u00e4ten bei der Unternehmenskultur in Europa &#8220; der Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Beratungsgesellschaft Mazars mit Board Agenda und Insead nicht: Nur\u00a020 Prozent aller Vorst\u00e4nde und Aufsichtsr\u00e4te investieren gen\u00fcgend Zeit in ihre Unternehmenskultur.<\/p>\n<p>Da hei\u00dft es:\u00a0&#8222;Obwohl das Thema Unternehmenskultur zu den \u201eTop Drei\u201c-Priorit\u00e4ten von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern geh\u00f6rt, investieren diese daf\u00fcr zu wenig Zeit: Nur eines von f\u00fcnf Board-Mitgliedern glaubt, unternehmenskulturellen Belangen ausreichend Zeit einzur\u00e4umen.&#8220;<\/p>\n<p>Teilgenommen haben\u00a0450 Vorstandsvorsitzende, Finanzvorst\u00e4nde und Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder aus b\u00f6rsennotierten und nicht-b\u00f6rsennotierten Unternehmen in Europa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;obwohl sie sich sogar verantwortlich f\u00fchlen daf\u00fcr<\/strong><\/p>\n<p>Ulkigerweise &#8222;f\u00fchlen sich fast zwei Drittel (62 Prozent) der Befragten ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Entwicklung einer Unternehmenskultur in ihrer Organisation verantwortlich&#8220;. Nur leiderleider verschenken sie die Chance, die Sache auch in die Hand zu nehmen.<\/p>\n<p>Am Ende schaden sie sich damit nur selbst. Denn eine unterdurchschnittliche Unternehmenskultur ist ein Risiko f\u00fcr die Company, das wissen auch 63 Prozent der befragten Manager.<\/p>\n<p>Vorsichtshalber lassen nur 25 Prozent der Manager ihre Unternehmenskultur intern oder extern \u00fcberpr\u00fcfen. Den restlichen 75 Prozent reicht eine Mitarbeiter- und Kundenbefragungen oder Compliance-Monitoring.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Egal, was Kunden undsoweiter \u00fcber die Firma denken?<\/strong><\/p>\n<p>Nicht einmal was \u00fcber sie in sozialen Netzwerken oder Medien erscheint, sei ihnen\u00a0so wichtig, sagt die Mazars-Studie. Und dann wird\u00b4s schon fast gef\u00e4hrlich f\u00fcrs Unternehmen, wenn Shitstorms, die ihnen gelten,\u00a0gleich unbemerkt bleiben.<\/p>\n<p>Zumal: \u201eDas Verst\u00e4ndnis sowohl f\u00fcr die gew\u00fcnschte Unternehmenskultur als auch f\u00fcr die gelebte ist entscheidend daf\u00fcr, ob ein Vorstand oder Aufsichtsrat effektive F\u00fchrungsarbeit leistet und die Richtung f\u00fcr das Unternehmen vorgibt\u201c, sagt Christoph Regierer, Sprecher von Mazars.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer\u00a0viel Zeit und Lust zu Fortbildung auf Englisch hat, kann die\u00a0Studie auf der Mazar-Webseite herunterladen. Obwohl\u00a0sich Mazars eine f\u00fchrende Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Deutschland nennt mit rund 1.200 Mitarbeitern an zw\u00f6lf Standorten innerhalb Deutschlands &#8211; immer in der N\u00e4he ihrer Mandanten. Auf englisch wohlgemerkt:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.mazars.de\">www.mazars.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnte es sein, dass manche F\u00fchrungskr\u00e4fte glauben, Betriebsklima-Verbessern sei eine Art Programmpunkt zum Abarbeiten in ihrem Kalender? So am dritten Freitag im Monat vielleicht zwischen 15 und 16 Uhr? Und dass das \u00a0auf Knopfdruck funktioniert? 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