{"id":666241,"date":"2017-10-16T07:00:53","date_gmt":"2017-10-16T05:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666241"},"modified":"2017-10-16T21:25:04","modified_gmt":"2017-10-16T19:25:04","slug":"wie-die-schafe-pilgern-deutsche-ins-sillicon-valley-dabei-sind-sie-selbst-die-schwergewichte-und-so-gar-nicht-hinterm-mond-sagt-syzygy-ceo-lars-lehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/10\/16\/wie-die-schafe-pilgern-deutsche-ins-sillicon-valley-dabei-sind-sie-selbst-die-schwergewichte-und-so-gar-nicht-hinterm-mond-sagt-syzygy-ceo-lars-lehne\/","title":{"rendered":"Wie die Schafe pilgern Deutsche ins Silicon Valley &#8211; nur L\u00f6sungen finden sie dort nicht, sagt Syzygy-CEO Lars Lehne"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lars Lehne, CEO der\u00a0Digitalagenturgruppe Syzygy und Ex-Manager von Google, wundert sich, dass deutsche Manager in Scharen Fortbildungtrips ins Silicon Valley unternehmen und von Digitalisierung-Plattit\u00fcden blenden lassen &#8211; L\u00f6sungen bekommen sie dort jedoch nicht. Zumal<\/strong><strong> sie doch selbst mit ihrem\u00a0Verantwortungsbewusstsein und ihrer Zukunftsorientierung bei weitem nicht hinter dem Mond leben. Ihr Feingef\u00fchl, Verst\u00e4ndnis und Empathie sind gefragt &#8211; aber nicht amerikanische Vereinheitlichung und Schablonen. Eine Man\u00f6verkritik von Lars Lehne.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663951\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663951\" class=\"size-full wp-image-663951\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/larslehne4.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/larslehne4.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/larslehne4-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/larslehne4-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-663951\" class=\"wp-caption-text\">Lars Lehne, CEO der Digitalagentur Syzygy<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie die Schafe: Der deutschen Wirtschaft f\u00e4llt nichts besseres als Silicon-Valley-Trips ein &#8211; Super-Fortbildung bei toller Stimmung und gutem Wein<\/strong><\/p>\n<p>Von Kaninchen und Schlangen&#8230;So k\u00f6nnte man die Schockstarre der Deutschen Wirtschaft beim Thema Digitalisierung umschreiben: Verneinen, ignorieren, regulieren, oder auf eine sehr seltsame Weise umarmen. Letzteres treibt ganz besondere Stilbl\u00fcten. Da scheint einer ganzen Wirtschaftsnation nichts Anderes mehr einzufallen, als ins Silicon Valley zu pilgern und wie die Schafe von Google zu Facebook und zum n\u00e4chsten Start-up zu laufen. Ganze Delegationen, organisiert und bezahlt, folgen ausgetretenen Pfaden und lauschen den immer gleichen Weisheiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn immer j\u00fcngere Silicon-Valley-Typen deutschen Besuchern etwas einreden<\/strong><\/p>\n<p>Immer j\u00fcngere und \u00fcberzeugtere Silicon-Valley-Typen versuchen den Deutschen Besuchern klar zu machen, dass sie auf dem Holzweg seien\u00a0und singen die Mantras der Transformation. Mit Erfolg: Manche Pilgerer bloggen, oder posten oder verfassen gar ganze B\u00fccher dar\u00fcber das, was man im Valley alles lernt und erlebt. Es geh\u00f6rt zum guten Ton, da gewesen zu sein. Selbst so mancher Industrieverband wird nicht m\u00fcde, \u00f6ffentlich zu argumentieren, warum jedermann\u00a0das Valley\u00a0besuchen sollte und wird zum Wiederholungst\u00e4ter.\u00a0Ist ja auch sch\u00f6n da an der amerikanischen Westk\u00fcste. Das Klima, die Menschen, erfolgreiche Unternehmen, tolle Stimmung, gute Weine. L\u00e4sst sich aushalten im Golden State. Super-Fortbildung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rosarote Brille, eine Messerspitze Neugierde der Fortgebildeten reichen nicht<\/strong><\/p>\n<p>Und dann kommen alle zur\u00fcck, haben eine rosarote Brille auf, sind voller Elan und Tatendrang &#8211; und scheitern leider am Status Quo. Ein bisschen \u201ePretotyping\u201c hier und ein wenig \u201eJa und&#8230;\u201c dort, eine Prise Fehlerangst weniger und eine Messerspitze Neugierde mehr reichen irgendwie doch nicht aus, um was zu bewegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schnelligkeit alleine hilft keinem Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Geschwindigkeit per se hat auch noch keinem geholfen, schon gar nicht bei erh\u00f6hter technischer Komplexit\u00e4t und riskanten Investitionen. Die standardisierten Ver\u00e4nderungszauberformeln und Schablonen des Valley verkommen zum Rohrkrepierern und so manch einer fragt sich verzweifelt, ob Deutschland \u00fcberhaupt zukunftsf\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Bitte, verstehen Sie mich nicht falsch. Wer wie ich selber sieben Jahre bei Google war, hat diese Reisen quasi erfunden und war mit Feuer und Flamme einer der Vorreiter. Und vieles von dem, was erz\u00e4hlt wird, was besichtigt wird und vor allem die erfahrenen Gr\u00fcnder denen man begegnet, sind wirklich beeindruckend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die meisten Amerikaner haben nur Digitalisierungs-Plattit\u00fcden gelernt &#8211; und ahnen nichts von den deutschen Schwergewichten aus dem Mittelstand<\/strong><\/p>\n<p>Was aber leider gar nicht funktioniert, ist das naive Anwenden von Schablonen und Weisheiten. Viele derer, die hier aus \u00dcberzeugung bei den gro\u00dfen Tech-Riesen anderen predigen, schaffen es so gerade, Deutschland auf der Landkarte zu finden &#8211; Dank Google nat\u00fcrlich. Aber was Mittelstand wirklich bedeutet und kann, was Deutsche Ingenieurskunst ist und wie faszinierend Feinmechanik und hochtechnisierte, komplexe Produktionsstra\u00dfen sind, ahnt im Valley keiner. Ganz zu schweigen von Risiken und Investitionsvolumen, die deutsche\u00a0Familienunternehmen stemmen. Kann man auch keinem ver\u00fcbeln, ist ja oft auch erst der erste Job und mehr als Digitalisierungs-Plattit\u00fcden haben die meisten noch nicht gelernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutsche machen sich klein<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00fcbeln kann man es aber der Deutschen Wirtschaft und vor allem den Beratern, die uns in fehlenden \u201eEinh\u00f6rnern\u201c und nicht angewandten Theorien messen. Waren wir in den vergangenen Jahren mit dem Ruf nach Reglementierung, oder der d\u00fcmmlichen Arroganz, dass dieser Digital-Spuk bitte bald vorbei sein wird, besonders gro\u00df, so machen wir uns nun immer kleiner. Beides ist falsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Feingef\u00fchl, Verst\u00e4ndnis und Empathie sind gefragt &#8211; aber nicht amerikanische Vereinheitlichung und Schablonen<\/strong><\/p>\n<p>Wer es schafft, das, was diese Wirtschaft auszeichnet, und was wir mit Stolz vor uns hertragen sollten, in eine neue, digitale Welt zu \u00fcbertragen, der wird am Ende gewinnen. Feingef\u00fchl, Verst\u00e4ndnis und Empathie sind gefragt und nicht amerikanische Vereinheitlichung und Schablonen. Vieles von dem, was die Digital Natives\u00a0predigen ist richtig und wichtig. Die Frage ist aber, wie es angewandt wird und welche Erwartungshaltungen erzeugt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deutschland sollte nicht neidvoll auf die Tech-Riesen des Silicon Valley schauen<\/strong><\/p>\n<p>Ein gesch\u00e4tzter Kollege von mir hat einmal gesagt, \u201emit \u201eJa-und\u201c Menschen kann jeder Ver\u00e4nderung schaffen. Die Kunst ist es dagegen, auch mit \u201eJa-aber\u201c Menschen die Transformation zu schaffen\u201c. Deutschland darf und sollte sich niemals verstecken, oder neidvoll und missg\u00fcnstig auf die Tech-Riesen des Valley schauen. Wo ist eigentlich unser Selbstbewusstsein geblieben? Einh\u00f6rner sind nicht per se erstrebenswert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der deutsche Mittelstand: verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert &#8211; bei weitem nicht hinterm Mond<\/strong><\/p>\n<p>Wer sich die M\u00fche macht und Zeit mit dem Mittelstand und seinen pr\u00e4genden Familien und Gr\u00fcndern verbringt, der lernt wirklich beeindruckende Menschen kennen. Menschen mit Verantwortungsbewusstsein und Zukunftsorientierung,\u00a0die bei weitem nicht hinter dem Mond leben. Die arbeiten\u00a0n\u00e4mlich im Verborgenen schon lange an der Transformation\u00a0\u2013 mit erstaunlichen Ergebnissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im Silicon Valley geschehen keine Wunder<\/strong><\/p>\n<p>In einem waren wir halt immer schon deutlich schlechter als unsere angels\u00e4chsischen Kollegen \u2013 Selbstverkaufe. Fahrt ruhig ins Valley, lasst Euch beeindrucken, verzaubern und begeistern, aber erwartet keine Wunder. Die m\u00fcssen wir selbst vollbringen, in dem wir aus den Weisheiten anwendbare, passende und funktionierende Formeln und L\u00f6sungen f\u00fcr unsere Wirtschaft machen. Um es mit den Worten des 44. Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten zu sagen: \u201eYes, we can!\u201c Diesen Stolz und diese Motivation w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"v5702Yi40t\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/08\/14\/ein-teller-sushi-mit-lars-lehne-ich-lasse-mir-nicht-den-mund-verbieten\/\">Ein Teller Sushi mit Lars Lehne: &#8222;Ich lasse mir nicht den Mund verbieten&#8220;<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Ein Teller Sushi mit Lars Lehne: &#8222;Ich lasse mir nicht den Mund verbieten&#8220;&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/08\/14\/ein-teller-sushi-mit-lars-lehne-ich-lasse-mir-nicht-den-mund-verbieten\/embed\/#?secret=jIYtle6JxG#?secret=v5702Yi40t\" data-secret=\"v5702Yi40t\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lars Lehne, CEO der\u00a0Digitalagenturgruppe Syzygy und Ex-Manager von Google, wundert sich, dass deutsche Manager in Scharen Fortbildungtrips ins Silicon Valley unternehmen und von Digitalisierung-Plattit\u00fcden blenden lassen &#8211; L\u00f6sungen bekommen sie dort jedoch nicht. 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