{"id":666203,"date":"2017-12-13T09:25:31","date_gmt":"2017-12-13T08:25:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666203"},"modified":"2017-12-13T16:20:17","modified_gmt":"2017-12-13T15:20:17","slug":"denn-manager-wissen-nicht-was-sie-tun-ihre-mitarbeiter-und-kunden-case-study-frosta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/12\/13\/denn-manager-wissen-nicht-was-sie-tun-ihre-mitarbeiter-und-kunden-case-study-frosta\/","title":{"rendered":"Denn Manager wissen nicht, was sie tun: Ihre Mitarbeiter und Kunden. Case-Study Frosta"},"content":{"rendered":"<p><strong>Denn sie wissen nicht, was sie tun: die Kunden und Mitarbeiter. Warum Manager wieder mehr Bodenhaftung brauchen, meint Lutz Hirsch, Chef der Full Service Intranet Agentur Hirschtec. Ein Gastbeitrag.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666204\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666204\" class=\"size-full wp-image-666204\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/HirschLutz_Hirsch-2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/HirschLutz_Hirsch-2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/HirschLutz_Hirsch-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/HirschLutz_Hirsch-2-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-666204\" class=\"wp-caption-text\">Lutz Hirsch, Chef der Intranet-Agentur Hirschtec<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viele Manager regieren nur abgeschottet aus den eigenen vier W\u00e4nden heraus: Weil sie den direkten Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern verloren haben. Sie wissen weder, vor welcher Herausforderung ihre Mitarbeiter t\u00e4glich etwa bei der Produktentwicklung stehen. Noch, welche Waren oder Services sich ihre Kunden wirklich w\u00fcnschen. Das ist riskant, besonders <\/strong><strong>im Zeitalter der Digitalisierung. Nur\u00a0Manager, die wissen, was in den K\u00f6pfen ihrer Mitarbeiter und Kunden vorgeht und die n\u00f6tige Bodenhaftung besitzen, f\u00fchren ihr Unternehmen langfristig zum Erfolg, meint Digitalexperte Lutz Hisch. <\/strong><\/p>\n<p>Davon sind viele Unternehmen noch weit entfernt: Laut Digital Leadership 2017 &#8211; eine Studie der Personalberatung Rochus Mummert &#8211; kommen nur 51 Prozent der deutschen Top-Manager auf h\u00f6chstens zwei Stunden pro Woche, in denen sie ihr digitales Know-how verbessern.<\/p>\n<p>Der Tiefk\u00fchlkostlieferant Frosta mit seinem Vorstandschef Felix Ahlers an der Spitze ist ein Musterbeispiel mit weniger B\u00fcrokratie, Transparenz und Management mit Digitalkompetenz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWas soll das hei\u00dfen, die Kunden beschweren sich \u00fcber unseren telefonischen Support? Und wie, das neue Produkt hat M\u00e4ngel? Ich dachte es l\u00e4uft alles bestens.\u201c Oft fallen Top-Manager aus allen Wolken, wenn sie pl\u00f6tzlich merken, dass ihr Unternehmen nicht so funktioniert wie gedacht. Selbst schuld, k\u00f6nnte man sagen. Schlie\u00dflich m\u00fcsste es im Zeitalter der Digitalisierung mit seinen Kommunikationsinstrumenten nicht so sein. Im Gegenteil: Die Chancen, immer am Puls der Mitarbeiter und Kunden zu sein und schnell mit ihnen in Kontakt zu treten, waren nie bessere als heute &#8211; technisch gesehen. Dennoch sitzen viele Manager nach wie vor hoch oben auf ihrem Thron und verkennen von da aus vor allem zwei Dinge:<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Nur wer als Manager aktiv ins Unternehmengeschehen involviert ist, sorgt daf\u00fcr, dass Potenziale voll ausgesch\u00f6pft, Ideen verwirklicht und aus Fehlern gelernt wird.\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das hei\u00dft: F\u00fchrungskraft und Mitarbeiter m\u00fcssen nicht nur st\u00e4ndig im Dialog miteinander stehen. Es kommt speziell auch auf die richtige Mischung aus pers\u00f6nlicher und digitaler Kommunikation an. Letztere erleichtert Managern vor allem einen schnellen Austausch mit den Mitarbeitern &#8211; unabh\u00e4ngig von Ort und Zeit.<\/p>\n<p>Den direkten digitalen Draht\u00a0 zu seinen Angestellten stellt Unternehmenslenker Ahlers her, indem er seine Ansichten selbst transparent kommuniziert und aktiv Feedback einfordert \u2013 beispielsweise in seinem Intranet. Er ver\u00f6ffentlicht da nicht nur eigene Beitr\u00e4ge beispielsweise zur strategischen Ausrichtung von Frosta oder zu neuen Produkten. Er teilt dort auch Texte von anderen Mitarbeitern, um so deren Relevanz hervorzuheben. Markiert er bestimmte Beitr\u00e4ge mit \u201eGef\u00e4llt mir\u201c, signalisiert er damit der Belegschaft seine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die jeweiligen Kollegen. Via Kommentarfunktion motiviert er zudem die Mitarbeiter, sich am Unternehmensgeschehen und praktischen Probleml\u00f6sungen zu beteiligen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Nur wer als Manager daf\u00fcr sorgt, dass Informationen schnell und transparent im Unternehmen flie\u00dfen, der stellt auch sicher, dass rasch und flexibel auf ver\u00e4nderte Kundenbed\u00fcrfnisse reagiert werden kann.\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das A und O hierbei: Anerkennen, dass sich Hierarchiegrenzen im digitalen Zeitalter zwar nicht komplett aufl\u00f6sen, aber durchl\u00e4ssiger werden m\u00fcssen und Mitarbeiter st\u00e4rker eingebunden werden wollen. Stellt sich die Frage: Wie genau schaffen es F\u00fchrungskr\u00e4fte, dass der Informationsfluss \u2013 auch \u00fcber verschiedene Abteilungen und Standorte hinweg &#8211; transparent ist? Und wie k\u00f6nnen sie schnell auf ver\u00e4nderte Kundenbed\u00fcrfnisse reagieren, indem sie ihre Mitarbeiter stark involvieren?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche neuen Produkte Mitarbeiter gut finden<\/strong><\/p>\n<p>Zum Beispiel so: Nach der Einf\u00fchrung eines neuen Produkts l\u00e4sst der Manager die Mitarbeiter im Intranet via Online-Meinungsbarometer dar\u00fcber abstimmen, ob sie das neue oder alte Produkt besser finden. Und er fragt auch gleich nach ihren Vorschl\u00e4gen zur Optimierung. \u00dcber eine Blitzumfrage unter den Mitarbeitern in der Intranet-Gruppe Kundensupport fragt er ab, was die drei meistgenannten Beschwerden der Kunden sind. Damit macht er sich intern vorhandenes Know-how zunutze und kann dann alles N\u00f6tige in die Wege leiten, um die Kunden mit\u00a0 ihren neuen Anforderungen zufrieden zu stellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-666701\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/screenfrosta2-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"620\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/screenfrosta2-1.jpeg 620w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/screenfrosta2-1-300x168.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/12\/screenfrosta2-1-500x281.jpeg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mitarbeiter f\u00fchlten sich uninformiert<\/strong><\/p>\n<p>Bei Frosta hatte eine Mitarbeiter-Umfrage vor vier Jahren ergeben, dass sich nicht alle Mitarbeiter gen\u00fcgend informiert f\u00fchlen. Es wurde klar: Das musste z\u00fcgig ge\u00e4ndert werden &#8211; und zwar mit einer zentralen digitalen Plattform f\u00fcr die interne Kommunikation, die speziell auch der Vorstandschef regelm\u00e4\u00dfig nutzt. Das myfrosta!-Intranet, das auf Desktop-PCs, Smartphones und Tablets verf\u00fcgbar ist, ging ein gutes halbes Jahr sp\u00e4ter online.<\/p>\n<p>Die Idee dahinter: Im Intranet wird auf so viel B\u00fcrokratie wie m\u00f6glich verzichtet. In Rubriken wie \u201eLokale Nachrichten\u201c und \u201emyFRoSTA! Help\u201c k\u00f6nnen Mitarbeiter selbst und direkt ihre Beitr\u00e4ge ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wettbewerbsbeobachtung mit und f\u00fcr Mitarbeiter<\/strong><\/p>\n<p>Eine besondere Rolle spielt dabei die \u201eCompetition Watch Group\u201c, eine Intranet-Gruppe zur Wettbewerbsbeobachtung, wo wiederum jeder Mitarbeiter posten &#8211; sich aber auch informieren kann. Frosta-CEO Ahlers diskutiert selbst im Intranet-Newsfeed mit \u2013 das ist so etwas wie die Timeline bei Facebook. Im Bereich \u201eUnternehmensnews\u201c fragt er seine Leute nach Ideen f\u00fcr Frostas Zukunft. Oder sie sollen zeigen, wo es noch Optimierungspotenziale gibt.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Eine Frosta-Mitarbeiterin beanstandete eine Neuentwicklung. Zwar entsprach die Produktbeschreibung auf der Verpackung den Vorschriften. Das Verh\u00e4ltnis der Zutaten war aber verbesserungsw\u00fcrdig. \u00dcbers Intranet fand die Mitarbeiterin schnell unter den Kollegen den richtigen Ansprechpartner f\u00fcr das Problem und es konnte noch intern gel\u00f6st werden, bevor es einem Kunden auffallen konnte.<\/p>\n<p><strong>Beispiele f\u00fcr Einzelma\u00dfnahmen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Beim FrostaFoodMonitor werden Nachrichten aus der Lebensmittelbranche \u00fcber Wettbewerber, Zusatzstoffe, Mode-Trends besprochen.\u00a0Mit dem FrostaFoodMonitor kann schneller und zielgerichteter auf aktuelle\u00a0Kundenbed\u00fcrfnisse eingegangen werden als vor der\u00a0Intranet-Einf\u00fchrung. Ein Ziel: Genau zu\u00a0wissen, was Kunden wollen, was die Wettbewerber machen und wie sich die Branche entwickelt.<\/li>\n<li>Cooking with Friends &#8211; Gemeinsames Kochen und Essen als Weg, um sich besser kennen zu lernen. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kocht\u00a0Frosta mit\u00a0Fl\u00fcchtlingen aus Bremerhaven und alle sind dazu eingeladen. Abstimmung von Terminen und verschiedenen Informationen finden hier statt.<\/li>\n<li>Innovation Group:\u00a0Hier arbeiten die Frosta-Mitarbeiter digital aktiv zusammen an neuen Ideen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die\u00a0Bespiele 2 und 3 zeigen, wie die\u00a0Unternehmensleitung n\u00e4her an die Mitarbeiter heranr\u00fcckt, indem sie sie am Unternehmen und seiner Entwicklung teilhaben l\u00e4sst und ihre Vernetzung untereinander besser f\u00f6rdern kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Inzwischen sind auch die Ergebnisse der Mitarbeiterumfragen besser: Knapp drei Viertel der 1.600 Frosta-Angestellten (71 Prozent) f\u00fchlen sich via Intranet und dem Input der Manager gut informiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denn sie wissen nicht, was sie tun: die Kunden und Mitarbeiter. 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