{"id":666041,"date":"2017-09-26T23:57:22","date_gmt":"2017-09-26T21:57:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666041"},"modified":"2017-09-26T23:57:22","modified_gmt":"2017-09-26T21:57:22","slug":"die-empathie-zu-unrecht-in-misskredit-gastbeitrag-von-managementberaterin-sabine-huebner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/09\/26\/die-empathie-zu-unrecht-in-misskredit-gastbeitrag-von-managementberaterin-sabine-huebner\/","title":{"rendered":"Die Empathie zu Unrecht in Misskredit &#8211; Gastbeitrag von Managementberaterin Sabine H\u00fcbner"},"content":{"rendered":"<p><strong>Empathie ist nicht gef\u00e4hrlich, sondern h\u00e4lt Menschen zusammen. Sie gut und richtig zu leben, ist allerdings eine Kunst, sagt Sabine H\u00fcbner, Chefin der Managementberatung <a href=\"http:\/\/www.richtigrichtig.com\/\">Richtigrichtig<\/a>\u00a0und Spezialistin f\u00fcr Kundenorientierung. Ein Gastbeitrag.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nWer im Zirkus der \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeit wahrgenommen werden will, muss NEIN! Rufen, wenn alle JA! sagen. Ein altes Spiel. Oft finde ich es belustigend \u2013 im Moment \u00e4rgert es mich. Weil es ein Thema trifft, das mir sehr am Herzen liegt: Empathie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664000\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664000\" class=\"size-full wp-image-664000\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/h\u00fcbnersabinerichtigrichtig.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/h\u00fcbnersabinerichtigrichtig.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/01\/h\u00fcbnersabinerichtigrichtig-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-664000\" class=\"wp-caption-text\">Sabine H\u00fcbner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Empathie galt lange Zeit ganz selbstverst\u00e4ndlich als JA-Thema. Jetzt gilt es schick, Empathie auf die dunkle Seite der Macht zu stellen und einen gro\u00dfen NEIN-Aufkleber draufzupappen. Geradezu gef\u00e4hrlich soll Empathie auf einmal sein. Oha.<\/p>\n<p>Wer kommt auf solchen Unfug? \u201eProfessor Fritz Breithaupt\u201c, k\u00f6nnte man hastig rufen. Der Autor von \u201eKulturen der Empathie\u201c (2009) und \u201eDie dunklen Seiten der Empathie\u201c (2017). Er ist es, der jetzt in den Medien herumgereicht wird als intellektueller Warner vor allzu viel Gef\u00fchl und der damit f\u00fcr gute Quoten und Klickraten sorgt.<\/p>\n<p>Dabei ist er urspr\u00fcnglich nicht dazu angetreten, die Empathie in Misskredit zu bringen. Er wollte sie lediglich besser verstehen und hat dazu sehr kluge Gedanken entwickelt \u2013 von denen nun leider immer nur die \u201edunkle Seite\u201c kolportiert wird. Also die halbe Sache. Mit geradezu absurden Ergebnissen.<\/p>\n<p>Empathie ist per se nat\u00fcrlich nicht gef\u00e4hrlich, sondern genau das, was uns Menschen zusammen h\u00e4lt. Sie gut und richtig zu leben, ist allerdings eine Kunst \u2013 gerade im Service. Weil zur Empathie immer noch eine Zutat dazu kommen muss, damit die Sache rund wird:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Empathie braucht Abstand<\/strong><br \/>\nNat\u00fcrlich gibt es Menschen, die sich im anderen verlieren. Wir alle wissen von Krankenpflegern, Lehrerinnen, Fl\u00fcchtlingshelfern oder Sportvereins-Ehren\u00e4mtlern, die sich verausgaben, bis sie in die Burnout-Klinik gebracht werden. Das ist die pathologische Seite der Empathie \u2013 nicht die gute. Gute Service-Empathie gerade bl\u00fcht dann auf, wenn Mitarbeiter einf\u00fchlsam sind und professionellen Abstand wahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Empathie braucht Bescheidenheit<\/strong><br \/>\nJa, es mag Menschen geben, die mit ihrer Hilfsbereitschaft nur ihr eigenes Ego aufbl\u00e4hen. Doch zu behaupten, dies sei bei jedem Akt der Service-Empathie der Fall, ist ein Schlag ins Gesicht f\u00fcr die unz\u00e4hligen Mitarbeiter und Ehren\u00e4mtler, die sich aus Gr\u00fcnden f\u00fcr andere einsetzen, die weit \u00fcber ihr Ego hinausgehen: Menschlichkeit. Sinn f\u00fcr Gerechtigkeit. Haltung. Vielleicht ist das das Geheimnis echter Bescheidenheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Empathie braucht Klugheit<\/strong><br \/>\nWir alle kennen Fans, die ihr Herz verschenkt haben: an Bayern oder Schalke. Beatles oder Stones. Links oder Rechts. Diese Religion oder jene. Kippt die Empathie mit einer Gruppierung um in Fanatismus \u2013 ist das dann der Empathie anzukreiden? Oder nicht vielmehr der fehlenden Klugheit derer, die sich zu hirnlosem Verhalten hinrei\u00dfen lassen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Empathie braucht Selbstreflexion<\/strong><br \/>\nEs ist nat\u00fcrlich nicht so, dass Empathie automatisch zu \u201esozialem Vampirismus\u201c f\u00fchrt \u2013 so war es neulich zu lesen. Dass Stalker und Helikopter-Eltern auch empathisch sein k\u00f6nnen, das mag ja sein. Vor allem aber agieren sie egozentrisch bis narzisstisch \u2013 und merken es nicht. Das Problem dabei ist aber gerade nicht die Empathie, sondern die mangelnde F\u00e4higkeit zur Selbstreflexion. Die mangelnde F\u00e4higkeit, eigene Bed\u00fcrfnisse zu sp\u00fcren und von denen anderer Menschen zu unterscheiden. Und vielleicht mehr noch: Die fehlende Selbst-Empathie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5. Empathie braucht Haltung<\/strong><br \/>\nDas ist das erstaunlichste Argument, das derzeit gegen Empathie ins Feld gef\u00fchrt wird: Empathie mache sadistisch. Nun, die Abgr\u00fcnde der menschlichen Psyche m\u00f6gen tief sein \u2013 aber auch das k\u00f6nnen wir doch nicht der Empathie selbst anlasten. Insbesondere zu Service-Empathie sind aus meiner Erfahrung nur diejenigen Mitarbeiter in der Lage, die psychisch gesund sind und eine starke Haltung entwickelt haben. Das hei\u00dft: Menschen, die den anderen Menschen aufrichtig m\u00f6gen. Sein Bestes wollen. Immer.<\/p>\n<p>Gut und richtig Handeln braucht eben mehr als nur ein Gef\u00fchl. Es braucht Haltung, einen hellen Kopf und Abstand. Abstand von denjenigen, die so gerne laut nach Aufmerksamkeit br\u00fcllen. Und nicht zuletzt \u2026 Abstand von sich selbst.<\/p>\n<p>Empathie hat eine sehr attraktive, \u201ehelle Seite\u201c, die wir bei allem Gerede \u00fcber ihre Kehrseiten nicht aus dem Blick verlieren d\u00fcrfen. Der Dalai Lama sagt sogar \u201eEmpathie ist eine globale Notwendigkeit.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empathie ist nicht gef\u00e4hrlich, sondern h\u00e4lt Menschen zusammen. Sie gut und richtig zu leben, ist allerdings eine Kunst, sagt Sabine H\u00fcbner, Chefin der Managementberatung Richtigrichtig\u00a0und Spezialistin f\u00fcr Kundenorientierung. 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