{"id":666012,"date":"2017-10-03T02:16:50","date_gmt":"2017-10-03T00:16:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=666012"},"modified":"2017-10-03T13:11:46","modified_gmt":"2017-10-03T11:11:46","slug":"angeblich-will-jeder-eine-fehlerkultur-aber-keiner-macht-den-anfang-gastbeitrag-von-mutaree-chefin-claudia-schmidt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/10\/03\/angeblich-will-jeder-eine-fehlerkultur-aber-keiner-macht-den-anfang-gastbeitrag-von-mutaree-chefin-claudia-schmidt\/","title":{"rendered":"Angeblich will jeder eine Fehlerkultur &#8211; aber keiner macht den Anfang, sagt Mutaree-Chefin Claudia Schmidt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir brauchen eine Fehlerkultur, hei\u00dft es seit Jahren immer und immer wieder. Nur: sie kommt nicht. Stattdessen wird noch immer noch in den allermeisten Unternehmen gefragt: Wer hat schuld? Und wen kann man n\u00f6tigenfalls als Bauernopfer ausgucken? Damit nur ja die eigene Karriere keinen Schaden nimmt und ins Stocken ger\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Claudia Schmidt, Chefin der Unternehmensberatung Mutaree in Wiesbaden redet Klartext, wieso die professionelle Fehlerkultur angeblich alle wollen &#8211; aber keiner den Anfang macht:<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_656987\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656987\" class=\"size-full wp-image-656987\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-656987\" class=\"wp-caption-text\">Claudia Schmidt, Chefin der Unternehmensberatung Mutaree (Foto: Mutaree)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fehlerkultur ist ein alter Hut? Aber immer noch untersch\u00e4tzt.<\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, es ist ein alter Hut: Eine vern\u00fcnftige Fehlerkultur ist in den Unternehmen bitter n\u00f6tig. Erkenntnisse gibt es auch genug, nur resultiert daraus eben h\u00e4ufig nichts. Denn der Einfluss einer Fehlerkultur wird meist untersch\u00e4tzt. Es ist wichtig, die M\u00f6glichkeiten aufzudecken, die Fehler bieten k\u00f6nnen, denn oft sind es gemachte Fehler, die neue Herangehensweisen und L\u00f6sungswege aufzeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dieselbe Konsequenzenlosigkeit wie im Privaten<\/strong><\/p>\n<p>Der Fairness halber: Dieses Ph\u00e4nomen der Konsequenzenlosigkeit begegnet mir nicht nur hier, sondern auch im privaten Alltag. Oft wei\u00df man ganz genau was eigentlich richtig w\u00e4re &#8211; man handelt aber trotzdem nicht danach. Sport und gute ausgewogene Ern\u00e4hrung sind gut f\u00fcr die Gesundheit und letztlich auch f\u00fcr das langfristige Wohlbefinden, trotzdem h\u00e4lt man an alten Routinen fest oder entscheidet sich dagegen &#8211; dem kurzfristigen Genusses zuliebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die meisten Unternehmen beurteilen nur auf Basis kurzfristiger Tageserfolge<\/strong><\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zum Thema. Bei aller Erkenntnis, dass solch ein Verhalten langfristig nicht zielf\u00fchrend ist und auch dem Unternehmen nur schadet &#8211; gelernt ist eben gelernt. Gemessen, beurteilt und gef\u00f6rdert wird in den meisten Unternehmen immer noch auf Basis der kurzfristigen Erfolge im Tagesgesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fehler verursachen Kosten, Beschwerden-bearbeiten Zusatzaufwand<\/strong><\/p>\n<p>Und das scheint auch mit ein Grund zu sein, warum Ver\u00e4nderungen oft scheitern. In Unternehmen, die stark Effizienz-getriebenen sind, steht und f\u00e4llt Kostenreduktion und Geschwindigkeit mit einer ausgesprochenen oder auch unausgesprochenen Null-Fehler-Toleranz. Fehler und Beschwerden sind da nicht wirklich willkommen, denn Fehler f\u00fchren zu Ausschuss &#8211; und damit wiederum zu Kosten. Ebenso wie auch Beschwerden bearbeitet werden wollen, was einen zus\u00e4tzlichen Aufwand bedeutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Angst, zu versagen und der verflixte Perfektionsanspruch<\/strong><\/p>\n<p>Dazu gesellt sich h\u00e4ufig die Angst, zu versagen oder ein &#8211; typisch deutscher &#8211; Perfektionsanspruch, der sich durch Erziehung und Schule von Kindesbeinen an entwickelt hat. Scheitern ist in Deutschland nicht salonf\u00e4hig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und beides zusammen f\u00fchrt dazu, dass alle versuchen, sich selbst zu optimieren, Fehler vertuschen, verschweigen oder eben versuchen klar zu stellen, dass sie keine Schuld daran tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hier sind die vier entcheidenden Punkte, falls Sie die Fehlerkultur doch mal angehen und umsetzen wollen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><b><strong>Nehmen Sie den Mitarbeitern die Angst vor Fehlern und kommunizieren Sie Fehler offen:\u00a0<\/strong><\/b>Wo gehobelt wird, fallen Sp\u00e4ne. Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter wissen, dass Fehler erlaubt sind, solange man aus ihnen lernt und genau derselbe Fehler nicht noch einmal geschieht.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b><strong>Vermeiden Sie Schuldzuweisungen:\u00a0<\/strong><\/b>Feedback ist wichtig, jedoch geht es nicht um die Suche nach dem Schuldigen, sondern darum, den Fehler objektiv zu analysieren, ihn zu akzeptieren und schnell eine L\u00f6sung zu finden.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b><strong>Fehler vertuschen ist keine Option:\u00a0<\/strong><\/b>Zeigen Sie keine Toleranz wenn Fehler vertuscht werden. Stellen Sie klar, dass Fehler an sich kein Problem sind, der Versuch sie zu vertuschen schon. Die Vertuschung eines Fehlers wirkt sich extrem negativ auf das Vertrauensverh\u00e4ltnis aus. Direkte und offene Kommunikation ist Normalit\u00e4t und der erste Schritt zur Schadensbegrenzung.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><b><strong>Pflegen Sie einen konstruktiven Umgang mit Fehlern:\u00a0<\/strong><\/b>Was kann man tun, um die Wiederholung eines \u00e4hnlichen Fehlers in Zukunft zu vermeiden? Welche Schwachstellen gibt es und wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Was k\u00f6nnen alle Beteiligten aus der Situation lernen? Dieser Lernprozess ist eine gute Voraussetzung f\u00fcr Innovation und Change.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir brauchen eine Fehlerkultur, hei\u00dft es seit Jahren immer und immer wieder. Nur: sie kommt nicht. Stattdessen wird noch immer noch in den allermeisten Unternehmen gefragt: Wer hat schuld? Und wen kann man n\u00f6tigenfalls als Bauernopfer ausgucken? 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